Kunden em pfehlungen
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Ente
Keeping it casual von Karina May
"Keeping it casual" von Karina May wird als "ein feinfühlig-witziger Roman übers Daten, Selbstliebe und zweite Chancen" beworben und das ist auch alles stimmig. Dieses Buch ist sehr tief von Humor und einer angenehmen Dynamik zwischen den Figuren geprägt. Allem voran Protagonistin Max ist mir beim Lesen ans Herz gewachsen.
Sie dabei zu begleiten sich selbst zu finden und durch schwierige Zeiten zu navigieren, dabei stets den Humor zu behalten, war mir eine Freude. Die Hanldung selbst hat den Fokus auf die Beziehungen, die Max pflegt und/oder bricht. Der Mittelteil des Buches, der in Frankreich spielt, hat mir beinahe am Besten gefallen, vermutlich, weil Max hier am ehesten bemerkt, was und wer ihr gut tut und was und wer nicht. Grundsätzlich waren einige Dinge vorhersehbar und nah an gängigen Klischees und Tropes, ich habe das Buch dennoch gern gelesen. Zum Ende des Buches war die Handlung vergleichsweise dicht und beladen, einige Dinge gingen geradezu unter, aber auch das kann als Analaogie aufs Leben gesehen werden. Das Ende hat mich nicht sonderlich überrascht aber in einer guten Stimmung zurück gelassen.
Die Rezepte, an denen sich die initiale digitale Begegnung von Max und Johnny aufhängt, sind am Ende des Buches aufgelistet, so dass sie nachgekocht werden können. Das rundet das Buch auf angenehme Weise ab und bringt die Handlung somit etwas näher ins echte Leben.
Insgesamt hatte ich eine gute Zeit mit diesem Buch. Es ist "comfy" zu lesen, ist eingängig und nicht langweilig.
absurd und einprägsam
Es war nicht anders möglich von Svenja Liesau
Nach dem Lesen kann ich meine Gefühle zu diesem Buch noch nicht so richtig einordnen. Die Stimmung ist düster und melancholisch, es wird schnell deutlich, wie sehr Protagonistin Martina leidet. Andererseits scheint sie sich selbst auch aufgegeben zu haben, lässt sich ziellos treiben und kämpft nicht für sich.
Sie ist nicht in der Lage Verantwortung für sich oder ihr Handeln zu übernehmen. Im Verlauf der Handlung wird dies immer deutlicher und diesem Zerfall durch die Perspektive der Protagonistin beizuwohnen ist für mich schwer auszuhalten gewesen.
Dabei ist M. als Erzählerin ziemlich unzuverlässig, ihre Perspektive getrübt durch Substanzkonsum, Trauer und Dissoziation, psychischen Krisen und Verzerrung der Realität. Die geschilderten Inhalte mit einer anderen Perspektive wären vermutlich noch weniger aushaltbar. Damit ist diese Erzählperspektive wirklich interessant, denn so klar ist nie, was nun M.s Wahrnehmung oder die Realität ist. Auf diese Unzuverlässigkeit und generell aber auch Absurdität der Schilderungen musste ich mich aber erst ein mal einstellen und ich bin mir noch immer nicht sicher, ob es mir schlussendlich gefallen hat. Der Erzählfluss ist aufgrund der eigenwilligen Perspektive stockend und teils unzusammenhängend - das ist im großen Gesamtbild stimmig, im direkten Lesen jedoch auch immer wieder eine Unterbrechung.
Vorrangig hatte ich während des Lesens Mitleid mit M. und ich wünschte mir, dass sie sich ein bisschen besser zusammenbekommt - andererseits war ich auch überrascht, dass sie noch so selbstständig leben kann, wie es beschrieben ist.
Insgesamt tut mir M. einfach nur leid. Sie hat keinerlei soziales Netz, das sie auffangen könnte. Sie wirkt ankerlos und damit auch in sich recht verloren.
"Es war nicht anders möglich" ist auf jeden Fall ein Buch, das sich abhebt und einige Zeit in Erinnerung bleiben wird…
Salto
Salto von Kurt Prödel
"Salto" von Kurt Prödel ist in der Hörbuchfassung von Lukas von Horbatschewsky gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme des Sprechers kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören, Betonungen kamen gut heraus und auch verschiedene Charaktere waren durch eine gute modulierte Stimmführung erkennbar.
Protagonist Marko ist ein sehr nahbarer Charakter, dessen Lebensrealität von Widrigkeiten geprägt ist. Als Leser:in begleitet man Marko durch den Abschluss der Abiturphase und den Beginn des Studiums. Aufgrund fehlender Zusagen in Ungarn - eine Hürde für eine Person, die mit Armut aufwächst. Dabei schafft es Prödel hervorragend die Schwierigkeiten des Identitätfindens und der Suche nach dem eigenen Platz im Leben im Rahmen der späten Adoleszenz zu beschreiben.
Sowohl bei Marko, als auch bei seiner (Ex-)Freundin Claire kommt es im Handlungsverlauf zu medizinischen Schicksalsschlägen, so dass auch auf dieser Ebene eine Auseinandersetzung stattfindet. Die Schwierigkeiten sich im eigenen eigenenständigen Leben zu navigieren, sich Sorgen um seine Liebsten zu machen und dabei selbst Einschränkungen zu erfahren sind in diesem Coming-of-Age-Roman gut dargestellt.
Die Stimmung des Buches ist meist düster ohne dabei zu deprimierend zu sein. Schwierigkeiten gehören zum Leben dazu und werden in diesem Buch ohne Stigma geschildert.
Insgesamt habe ich eine gute Zeit mit diesem Buch gehabt, zwischendurch gab es einige inhaltliche Längen, dennoch haben mir die Aufmachung und Thematik hervorragend gefallen.
Vierzig Gefangene
Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman
Das Setting dieses Buches ist wahrlich dystopisch und auch durch die Erzählperspektive ziemlich speziell: Die Erzählerin lebt ihr gesamtes Leben, an das sie sich erinnern kann auf einem Planten mit anderen Frauen, zunächst eingesperrt in einem Käfig. Die Geschichte wird rückblickend erzählt, die Erzählerin schaut auf ihr Leben zurück und berichtet von ihren Erlebnissen.
Die Story bleibt ruhig, die Handlung zieht sich gemächlich, ohne nennenswerte Spannungsspitzen. Das passt zum Gesamtbild, hatte für mich dadurch aber auch einige Längen und Wiederholungen.
Autorin Jacqueline Harpman schrieb dieses Buch bereits 1995 und unter dieser Gegebenheit sollte es auch gelesen werden: Es finden sich viele analytische und gesellschaftskritische Elemente. Es geht vor allem auch um eine Auseinandersetzung mit dem Sinn und Zweck der Gesellschaft, auf einer übergeordneten Ebene auch um den Sinn des Lebens und der Frage nach Freiheit. Hier stößt Harpman viele Fragen an und lässt den Großteil davon unbeantwortet.
Insgesamt ist "Ich, die ich Männer nicht kannte" ein sehr leiser und nachdenklicher Roman, der existenzielle Fragen in dystopischen Setting aufwirft.
ohne Titel
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel,2 Audio-CD, 2 MP3 von Alena Schröder
"Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" von Alena Schröder ist in der Hörbuchfassung von Julia Nachtmann gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen.
Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören, Betonungen kamen gut heraus und auch verschiedene Charaktere waren durch eine gute modulierte Stimmführung erkennbar. Vor allem der Einsatz von Dialekten wirkte authentisch und konnte die Charaktere dadurch noch einmal realer erscheinen lassen.
Die Bücher von Autorin Alena Schröder lese ich immer gern. Dieses Buch reiht sich in die vorangegangenen Bücher ›Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid‹ und ›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹ ein, weswegen es für einen großen Zusammenhang sinnvoll ist diese Bücher auch gelesen zu haben. Inhaltlich ist jedes Buch in sich jedoch eine geschlossene Geschichte und kann alleinstehend gelesen werden. In diesem Buch werden zwei Geschichten in unterschiedlichen Zeitebenen parallel erzählt. Der Wechsel zwischen den Protagonistinnen hat mir gut gefallen und auch die Zusammenführung beider Handlungsstränge ist auf einer übergeordneten Ebene gut gelungen.
Gefallen haben mir ebenso Sprache und Schreibstil. Die Darstellung zweier unterschiedlicher und doch Gemeinsamkeiten habender Charaktere ist hervorragend gelungen - ebenso die Entwicklung beider. Für mich waren beide Erzählstränge gleichermaßen fesselnd. Schröder schafft es in einer ruhigen Atmosphäre dicht und zu erzählen und Emotionen zart herauszuarbeiten.
"Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" kann ich, genauso wie die zwei zugehörigen Bücher, nur empfehlen!
The Ordeals
The Ordeals von Rachel Greenlaw
"The Ordeals" von Rachel Greenlaw ist in der Hörbuchfassung von Sarah Dorsel gesprochen. Es handelt sich hier um den ersten Band der Killmarth Academy- Reihe. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen.
Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören, Betonungen kamen gut heraus und auch verschiedene Charaktere waren durch eine gute modulierte Stimmführung erkennbar.
"The Ordeals" hat mich schon beim Lesen des Klappentextes neugierig gemacht. Das Setting einer Elite-Akademie für Magiebegabte und vor allem auch die magische Welt an sich gefällt mir gut. Ich bin also mit relativ hohen Erwartungen in das Buch gestartet und meine Erwartungen konnten voll und ganz erfüllt werden.
Sophia ist mir von Beginn an eine sympathische Protagonistin gewesen, die ich gern begleitet habe. Sie ist für mich ein gutes Beispiel für einen Strong-Female-Character. Sie hat sich über die Handlung hinweg gut und adäquat entwickelt, ist ihren Prinzipien dabei treu geblieben und konnte für sich einstehen. Die Beziehung zu ihrem Onkel, der sie jahrelang gequält hat und ihr vieles verheimlichte ist eher ambivalent, kann zum Schluss einigermaßen aufgearbeitet werden, bleibt aber eine klitzekleine inhaltlich Schwäche in der Story - ebenso wie Ereignisse um die leiblichen Eltern.
Die Beziehung zu Botaniker Alden Locke hat mich hingegen voll und ganz abholen können: Die romantischen Elemente waren passig in die Handlung eingebaut, die Beziehung beruht auf Augenhöhe und vor allem können beide miteinander kommunizieren.
Die grundständige Handlung habe ich gern verfolgt, sie war spannend, nur selten vorhersehbar und hatte mit dem konstruierten Magiesystem einige Elemente, die mich überraschen konnten. Ich habe das Hörbuch daher binnen eines Tages durchgehört und freue mich auf den zweiten Band der Killmarth Academy- Reihe!
What a Ride
To Love a God von Anna Benning
Nachdem ich den ersten Band der Götterlicht-Sage "To Tempt a God" quasi inhaliert habe, habe ich mich sehr auf den zweiten Band "To Love a God" gefreut. Um diesen Band gut lesen zu können, ist es empfehlenswert auch den ersten Band zu kennen. Ein kurzer Abrtiss über die Inhalte des ersten Teils wird in "To Love a God" netterweise gegeben, ebenso ein Glossar über alles wichtige am Ende des Buches.
Sprache und Schreibstil haben mir sehr gut gefallen, das Buch las sich flüssig und die Beschreibungen konnten mein Kopfkino auf Hochtouren bringen. Dank des Cliffhangers im ersten Band war ich nun gespannt, wie sich die Beziehung zwischen Aurora und Colden entwickelt und hier wurde ich nicht enttäuscht. Zum einen fand ich die einzelnen Charakterentwicklungen angemessen, die sich entwickelnde Beziehung zwischen den beiden gleichermaßen. Schön finde ich auch, dass nun neue Personen ins Spiel kommen, was gleich noch mehr Aufregung verursacht - und mich gespannt auf den dritten Band warten lässt!
Die Handlung des Buches konnte mich komplett für sich gefangen nehmen. Häufig sind die zweiten Bücher einer Trilogie nicht ganz so stark wie der erste Band, das war hier jedoch nicht der Fall. Benning konnte wunderbar an die geschaffene Welt anknüpfen und hat eine Szenerie geschaffen, die nicht langweilig wurde. Durch neue Wendungen und Geschehnisse blieb es ausreichend spannend und unvorhersehbar, ebenso gab es keine unnötigen Längen in der Handlung. Tatsächlich hat mich das Buch so gepackt, dass ich es innerhalb eines Tages durchgelesen habe. Für mich waren der erzeugte Spannungsbogen sehr gut konstruiert, die Charaktere facettenreich gezeichnet und im Vergleich zum vorigen Band auch adäquat entwickelt. Kurzum: Ich hatte eine wahnisnnig gute Zeit mit diesem Buch und warte nun ungedulfig auf den dritten Band der Götterlicht-Saga.
Waldo
Half His Age von Jennette McCurdy
Nachdem ich bereits viel Gutes über Jennette McCurdys erstes Buch gehört habe, war ich sehr auf ihr Romandebüt 'Half His Age' gespannt. Schon auf den ersten Blick wird durch die eindrückliche Covergestaltung und einen relativ klaren Klappentext klar, dass in diesem Buch kein Blatt vor den Mund genommen wird.
Und so war es auch.
McCurdy schreibt, in der deutschen Übersetzung durch Olivia Kuderewski, in einem schonungslosen, offenen und sehr direkten Stil. Die im Mittelpunkt stehende Beziehung zwischen Schülerin Waldo und ihrem Lehrer Mr. Korgy wird aus Waldos Perspektive geschildert, wodurch unweigerlich ein Bruch in der moralischen Einordnung entsteht. Denn dass diese Beziehung moralisch verwerflich ist, steht außer Frage. Sie wird auch nicht romantisiert, sondern scheint eine rohe, teils verzweifelte, teils anwiedernde Kraft zu haben. Diese Dissonanz finde ich gut herausgearbeitet, dennoch bleibt der Wunsch nach mehr Einordnung, der aber aus der gewählten Erzählperspektive nur schwer geliefert werden kann.
Dabei werden viele Themen offen und direkt thematisiert, neben der moralisch fragwürdigen Beziehung geht es u.a. um Klassenunterschiede, emotionale Vernachlässigung und Armut. McCurdy gelingt es diese Vielzahl an Themen miteinander zu verpflechten, ohne dass es zu viel, zu kitschig wird. Vielmehr wirkt Waldo authentisch und aus dem Leben gegriffen. Dieser Realismus hat mir gefallen und W. zu einer interessanten Protagonistin gemacht, mit der man, trotz all der Widrigkeiten kein Mitleid hat.
Bücher und Blumen
Botanic Hearts von Melanie Sweeney
Eine Bibliothek, die in einen Botanischen Gartren ziehen muss, dazu wei Protagonisten, die sich (zunächst) nicht ausstehen können? Das klingt doch ganz fabelhaft - daher war ich mir sicher, dass ich "Botanic Hearts" von Autorin Melanie Sweeney unbedingt lesen möchte.
Und ich mochte das Buch auch - mit einigen Einschränkungen.
Das Setting der Story ist gut gelungen und auch anschaulich gezeichnet, ich konnte mich gut in die hurricane-geplagte Landschaft von Houston eindenken. Den Schreibstil, übersetzt durch Christiane Steen, habe ich flüssig lesen können, es wird durchweg auf gendergerechte Sprache geachtet, was den Lesefluss für mich in keiner Weise beeinflusst hat. Schön fand ich, dass eine Nebenfigur nonbinäre Pronomen nutzt und dies ohne großen Trubel in die Handlung mit eingeflochten wird.
Weniger gut bin ich mit der Charakterisierung der beiden Hauptcharaktere Tansy und Jack zurecht gekommen. Bei beiden fehlte Tiefe in der Charakterdarstellung, um ihre Probleme nachvollziehen zu können. Während Tansy ziemlich träumerisch durch die Welt wandelt, dabei jedoch jede ihr angebotene Hilfe von sich stößt und eine One-Woman-Show inszeniert (worin das begründet ist, wird nur vage deutlich), ist Jack ein beinahe klischeehafter Harte-Schale-Weicher-Kern-Typ, der sich selbst kein Glück gönnt (hier wird immerhin etwas weniger vage auf seine Hintergründe eingegangen) - zumindest beginnend. Beide sind erwachsene Personen und glücklichweise zeigt sich das auch im Kommunikationsverhalten der beiden - manchmal zumindest... Dennoch bewegt sich die Anziehung der beiden vorrangig auf einer körperlichen Ebene, was einen faden Beigeschmack mit sich bringt und somit auch ziemlich platt wirkt.
Die Handlung als solche hatte immer wieder Längen und ich musste mich immer wieder motivieren weiter zu lesen.
Damit ist "Botanic Hearts" ein Buch, das mit einem tollen Klappentext und einer bezaubernden Gestaltung punkten kann, die eigentliche Handlung und Charakterdarstellung konnte mich dann nur in geringem Maße überzeugen. Es bleibt aber eine nette, wenn auch relativ oberflächliche Liebesgeschichte in botanischem Ambiente.
Mehr Schein als Sein
Belladonnas von Liann Zhang
Die Grundprämisse dieses Buches hat mich schon beim Lesen des Klappentextes neugierig gemacht: Eine Zwillingsschwester, die nach dem Versterben das Leben der anderen übernimmt. Dabei könnten die Leben der beiden Zwillingsschwestern, die nach ihrer Adoption durch unterschiedliche Personen nur kaum Kontakt miteinander hatten, nicht unterschiedlicher sein.
Dabei hat Autorin Liann Zhang gut herausgearbeitet, wie sich Protagonistin Julie in den Sozialen Medien verliert, ihren Wert von äußeren Zuschreibungen, Likes und Klicks abhängig macht und nach dem Zuspruch anderer strebt. Dabei wird auch immer wieder ein kristischer Blick aufs Influencer-Business geworfen, Dinge bewusst überspitzt dargestellt, wie beispielsweise die blatante Austauschbarkeit der einzelnen Akteur:innen und das verschwimmen jeglicher Individualität.
Diese erste Hälfte des Buches hat mir sehr gut gefallen, sie ist atmosphärisch und stellt vor allem die Charakterveränderung von Protagonistin Julie gut in den Mittelpunkt. In der zweiten Hälfte hat das Buch für mich seinen Reiz verloren, insbesondere durch die Reise der 'Belladonnas', die in vielen Aspekten abgedreht und wirr ist. Auch das mag vielleicht metaphorisch für die Welt hinter den Kulissen stehen, konnte mich aber nicht abholen. Auf der Luxusinsel reiht sich eine Absurdität an die Nächste, die Auflösung kann den vorangegangen Geschehnissen auch nur bedingt gerecht werden.
Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten, auch durch interessante stilistische Mittel, die zwar etwas klischeehaft, aber dennoch wirkungsvoll mit kritischem Blick auf die Welt der Influencer geblickt haben.











