Kunden em pfehlungen
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Love and Rent
Love and Rent von Jo Cheetham
"Love and Rent" von Jo Cheetham ist in der Hörbuchfassung von Lena Tiemann gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch beinahe in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit waren diese noch sehr angenehm zu hören.
Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
„Love and Rent“ von Jo Cheetham hat mich etwas anders erwartet, als es der Klappentext zunächst vermuten ließ. Ich hatte mit einer Geschichte gerechnet, in der die Beziehung stärker im Mittelpunkt steht. Tatsächlich geht es aber vor allem um Hannahs persönliche Entwicklung und ihren eigenen Weg. Das war zwar nicht ganz das, was ich erwartet hatte, hat der Geschichte aber keinen Abbruch getan.
Im Gegenteil: Die Handlung hat mir insgesamt gut gefallen, und es war schön, Hannah auf ihrem Weg zu begleiten. Auch sprachlich konnte mich das Buch überzeugen. Der Schreibstil liest sich angenehm und leicht, sodass man schnell in die Geschichte hineinkommt.
Insgesamt ist „Love and Rent“ für mich ein nettes Buch für zwischendurch. Es hat mir eine angenehme Lesezeit beschert und eine schöne Geschichte erzählt – allerdings ohne mich nachhaltig zu begeistern. Ein solides, unterhaltsames Buch, von dem ich mir aufgrund des Klappentextes lediglich etwas anderes versprochen hatte.
Im Kühlschrank ist immer Licht
Pina fällt aus von Vera Zischke
*Pina fällt aus* hat mich restlos begeistert. Das Buch greift ein unfassbar wichtiges Thema auf, das in der Literatur und allgemein in der Gesellschaft noch immer viel zu wenig Raum bekommt: das Leben von Menschen mit Behinderungen und ihren pflegenden Angehörigen.
Da ich selbst mit Menschen mit Behinderungen und Autismus arbeite, war das Thema für mich von Anfang an ein echtes Herzensthema.
Umso mehr hat mich beeindruckt, wie feinfühlig Vera Zischke ihre Figuren zeichnet. Sie porträtiert nicht nur Leo mit großer Wärme und Authentizität, sondern gibt auch den Sorgen, der Erschöpfung, der Stärke und den täglichen Kämpfen seiner Mutter Pina eine glaubwürdige und berührende Stimme.
Besonders gefallen hat mir die Entwicklung der Hausgemeinschaft. Nach und nach wächst sie trotz aller Widrigkeiten zusammen und wird zu einem Ort des Zusammenhalts und der gegenseitigen Unterstützung. Sicherlich ist nicht jede Entwicklung vollkommen realistisch – aber das muss sie auch gar nicht sein. Viel wichtiger ist das Gefühl, das die Autorin vermittelt: Hoffnung, Solidarität und die Erkenntnis, wie viel Menschen füreinander bewirken können. Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Repräsentation von Menschen, die von gesellschaftlichen Normvorstellungen abweichen. *Pina fällt aus* zeigt, wie wichtig Sichtbarkeit und Vielfalt in Geschichten sind, ohne dabei belehrend zu wirken. Stattdessen erzählt Vera Zischke eine berührende, menschliche Geschichte, die lange nachhallt.
Für mich ist *Pina fällt aus* ein wichtiges und emotionales Buch, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Eine klare Leseempfehlung.
Unshame
Unshame von Louisa Dellert
Louisa Dellert kannte ich bereits von Instagram, auch wenn ich ihr nicht aktiv folge und mich bisher nicht intensiver mit ihren Inhalten auseinandergesetzt habe. Umso positiver hat mich Unshame überrascht. Besonders die persönliche Note des Buches macht es zu einer nahbaren und gut lesbaren Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Schönheitsstandards, Scham und feministischen Fragestellungen.
Dellert verbindet eigene Erfahrungen und Erlebnisse mit einer kritischen Reflexion gesellschaftlicher Normen und greift dabei immer wieder bekannte feministische Theorien und Denkanstöße auf. Diese Mischung aus persönlichem Erzählen und theoretischen Impulsen sorgt dafür, dass das Buch leicht zugänglich bleibt und die behandelten Themen greifbar werden.
Inhaltlich geht Unshame jedoch nur selten wirklich in die Tiefe. An einigen Stellen wirkte das Buch auf mich eher wie eine Zusammenführung bereits bekannter feministischer Werke und Positionen, ohne diese wesentlich weiterzuentwickeln. Wer sich bereits intensiv mit feministischen Theorien oder den Mechanismen gesellschaftlicher Schönheitsideale beschäftigt hat, wird daher vermutlich nur wenige neue Erkenntnisse gewinnen.
Gerade darin liegt aber auch eine Stärke des Buches: Es eignet sich hervorragend als Einstieg für Menschen, die sich bislang wenig mit den Themen Schönheitsstandards, Scham und Feminismus auseinandergesetzt haben. Besonders gelungen ist zudem die direkte Ansprache der Lesenden. Immer wieder regt Dellert dazu an, eigene Denkmuster, Erfahrungen und gesellschaftliche Prägungen zu hinterfragen und zu reflektieren.
Insgesamt ist Unshame ein persönliches, zugängliches und anregendes Buch, das wichtige Themen verständlich vermittelt und zur Selbstreflexion einlädt – auch wenn es inhaltlich an einigen Stellen hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.
berührend
In den Flügeln das Licht von Aidin Halimi
In den Flügeln das Licht von Aydin Halimi ist ein Buch, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird – vor allem wegen seiner außergewöhnlich poetischen Sprache. Jeder Satz wirkt sorgfältig gewählt und verleiht der Erzählung eine besondere Intensität.
Ich habe das Buch an einem einzigen Tag gelesen, weil es mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat.
Die autofiktionale Erzählweise verleiht der Geschichte eine große emotionale Wucht und lässt die geschilderten Erfahrungen besonders nah und authentisch wirken. Halimi schreibt über Familiengeschichte, Krieg und die Verbindungen zwischen Menschen. Dabei gelingt es ihm, Persönliches mit größeren historischen und gesellschaftlichen Fragen zu verknüpfen, ohne dabei an Feinfühligkeit zu verlieren. Gerade diese Verbindung aus poetischer Sprache und existenziellen Themen macht den Roman so eindringlich.
Mich hat die Geschichte tief berührt. In den Flügeln das Licht ist ein leises, aber kraftvolles Buch, das zeigt, wie Erinnerungen, Verlust und Liebe über Generationen hinweg nachwirken. Eine klare Empfehlung für alle, die literarische, sprachlich anspruchsvolle Romane schätzen.
Clara, Annie und Maggie
Breakup Season von Sophie White
Breakup Season von Sophie White hat mich wirklich begeistert. Erzählt wird die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven (Clara, Annie und Maggie), wodurch sich nicht nur eine besondere Freundschaftsgeschichte, sondern auch drei ganz eigene Frauenschicksale entfalten. Die Handlungsstränge sind dabei wunderbar miteinander verwoben und ergeben zu jeder Zeit ein stimmiges, harmonisches Gesamtbild.
Besonders gefallen hat mir, wie nahbar die drei Protagonistinnen gezeichnet sind. Ich habe jede von ihnen ins Herz geschlossen und ihre Entwicklungen mit viel Emotion verfolgt. Jede Perspektive bringt neue Facetten der Geschichte zum Vorschein, ohne dass sich Wiederholungen einschleichen oder der Lesefluss leidet. Auch der Schreibstil hat mich überzeugt: angenehm, flüssig und leicht zu lesen. Gleichzeitig steckt in der Geschichte deutlich mehr, als der erste Eindruck vermuten lässt. Was zunächst wie ein eher leichter Roman wirkt, entwickelt im Verlauf eine überraschende emotionale Tiefe und behandelt Themen wie Freundschaft, psychische Erkrankungen und Kinderwunsch auf einfühlsame Weise. Vor allem war die Story nicht vorhersehbar und konnte mich immer wieder überraschen.
Für mich war Breakup Season eine berührende Geschichte mit liebenswerten Figuren, viel Herz und genau der richtigen Mischung aus Leichtigkeit und emotionaler Intensität. Eine klare Leseempfehlung.
Läuferin
Kissed by the Gods - Die ewigen Kriege von Caty Rogan
Kissed by the Gods von Caty Rogan hat mich auf ganzer Linie begeistert. Diese Romantasy überzeugt mit einer außergewöhnlichen, liebevoll durchdachten magischen Welt, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat.
Besonders gut gefallen hat mir das stimmige Welten- und Magiesystem, das verständlich erklärt wird, ohne den Lesefluss zu bremsen.
Die kurzen historischen Einführungen vor jedem Kapitel verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und fügen sich perfekt in die Handlung ein, ohne jemals trocken oder langweilig zu wirken. Auch die beiden Hauptcharaktere, Leina und Ryot haben mich vollkommen überzeugt. Ihre Dynamik stimmt von Anfang an, und die Anziehung zwischen ihnen entwickelt sich in einem angenehmen, glaubwürdigen Tempo. Der Spice ist genau richtig dosiert und passt hervorragend zur Geschichte – mehr hätte zu diesem Setting gar nicht gepasst.
Die Handlung hat mich durchgehend gefesselt. Ständig wollte ich wissen, wie es weitergeht, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Spannung, Magie und Romantik greifen hier wunderbar ineinander. Wendungen waren für mich häufiger nicht vorhersehbar, wodurch ich immer wieder positiv überrascht werden konnte.
Für mich ist Kissed by the Gods ein rundum gelungener Romantasy-Auftakt mit einer faszinierenden Welt, sympathischen Charakteren und einer mitreißenden Geschichte. Ich freue mich jetzt schon riesig auf den Folgeband.
Crown of War and Shadow
Crown of War and Shadow von J. R. Ward
Ich hatte mich sehr auf Crown of War and Shadows gefreut, wurde insgesamt aber eher enttäuscht. Dabei liegt das weniger an der Geschichte selbst als an der sprachlichen Umsetzung.
Mein größter Kritikpunkt ist der Schreibstil beziehungsweise die deutsche Übersetzung. Das Sprachbild wirkte auf mich nicht homogen: Immer wieder stolperte ich über holprige Satzkonstruktionen, unnatürliche Formulierungen oder grammatikalisch schiefe Sätze.
Teilweise hatte ich sogar den Eindruck, dass Passagen sehr wörtlich übersetzt wurden. Auch inhaltlich gab es Fehler, hier kann ich nicht einschätzen, ob es im Original auch so ist, oder es an der Übersetzung liegt. Das hat meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen und den Lesespaß deutlich gemindert.
Auch der Einstieg fiel mir schwer. Das erste Drittel zieht sich durch das langsame Erzähltempo und die sehr ausführlichen Beschreibungen. Entsprechend lange habe ich gebraucht, um wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Erst im weiteren Verlauf und besonders gegen Ende nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf und wird wesentlich spannender. Die Liebesgeschichte zwischen Sorrel und Merc konnte mich anfangs ebenfalls nicht überzeugen. Ihre Gefühle entwickeln sich für meinen Geschmack zu schnell und wirken zunächst wenig glaubwürdig, da sie sich kaum wirklich kennenlernen. Im weiteren Verlauf gewinnt ihre Beziehung zwar an Tiefe und funktioniert für mich deutlich besser, der Einstieg blieb aber zu oberflächlich.
Insgesamt steckt in der Geschichte durchaus Potenzial, das vor allem im letzten Drittel sichtbar wird. Die sprachlichen Schwächen und der zähe Beginn haben mein Leseerlebnis jedoch so stark beeinflusst, dass ich das Buch leider nicht so genießen konnte, wie ich es mir erhofft hatte.
The Aug
Sunset Flip von Joey Goebel
Mit Sunset Flip erzählt Joey Goebel eine Geschichte, die sich in der Welt des Wrestlings bewegt – einem Thema, das mir persönlich eher fremd ist. Entsprechend brauchte ich etwas Zeit, um mich mit den typischen Begriffen und Strukturen dieses Milieus vertraut zu machen. Ein Glossar hätte den Einstieg erleichtert und manche Orientierungshilfe geboten.
Besonders gelungen fand ich den szenenhaften Aufbau des Romans. Die einzelnen Kapitel wirken wie Momentaufnahmen, die der Handlung eine besondere Dynamik verleihen. Zwar musste ich mich zunächst an diese Erzählweise gewöhnen, doch die Zeitangaben halfen dabei, den Überblick zu behalten. Nach und nach fügen sich die verschiedenen Zeitebenen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen, das die Geschichte zunehmend greifbar macht.
Im Mittelpunkt steht Auggie Schnuck, ein vielschichtiger und interessanter Charakter. Seine Entwicklung wird überzeugend dargestellt und geschickt über die verschiedenen Zeitebenen erzählt. Gerade diese schleichende Veränderung der Hauptfigur bildet den eigentlichen Reiz des Romans.
Allerdings empfand ich die Handlung stellenweise als zu langatmig und ausschweifend. Spannung entsteht hier weniger durch dramatische Wendungen als durch die allmähliche Entwicklung der Figuren und ihrer Beziehungen. Das sorgt zwar für Tiefe, verlangte mir als Leserin jedoch auch Geduld ab.
No Hard Feelings
No Hard Feelings von Genevieve Novak
"No Hard Feelings" überzeugt vor allem durch seinen angenehmen, leicht zugänglichen Schreibstil und seine zeitgemäßen Figuren. Die Protagonistin wirkt glaubwürdig und authentisch, ihre Gedanken, Unsicherheiten und Probleme spiegeln viele Erfahrungen wider, die Menschen kurz vor dem 30.
Lebensjahr beschäftigen. Gerade die Auseinandersetzung mit Erwartungen an Karriere, Beziehungen und das eigene Leben wird nachvollziehbar und stimmig erzählt.
Besonders gelungen ist die Charakterentwicklung der Hauptfigur. Ihre persönlichen Schwierigkeiten werden nicht überdramatisiert, sondern entwickeln sich auf eine Weise, die in sich schlüssig und realistisch wirkt. Dadurch entsteht eine Geschichte, die sich nahbar anfühlt und einen ehrlichen Einblick in die Herausforderungen einer Generation gibt, die sich zwischen Selbstfindung und gesellschaftlichen Erwartungen bewegt.
Weniger überzeugend waren für mich einige Passagen in der Mitte des Romans. Dort verliert die Handlung stellenweise etwas an Spannung und wirkt gelegentlich belanglos, sodass die Geschichte zeitweise nicht ganz ihr erzählerisches Potenzial ausschöpft.
Insgesamt ist "No Hard Feelings" jedoch ein authentischer und gut beobachteter Roman über das Erwachsenwerden im modernen Alltag. Wer Geschichten mit zeitgemäßen Themen, glaubwürdigen Figuren und einer gelungenen persönlichen Entwicklung schätzt, wird hier eine lesenswerte Lektüre finden.
Konsequent weiter gedacht
Yesteryear von Caro Claire Burke
Mit Yesteryear gelingt Caro Claire Burke ein Roman, der weit mehr sein möchte als bloße Unterhaltung – und genau darin liegt eine seiner größten Stärken. Das Buch verbindet eine spannende, fast schon soghafte Handlung mit gesellschaftlichen Fragestellungen, die aktuell und kontrovers diskutiert werden.
Besonders die Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Tradwife“-Ideal verleiht der Geschichte eine bemerkenswerte Relevanz und hebt sie deutlich von vielen vergleichbaren Romanen ab.
Was von Beginn an überzeugt, ist der Aufbau der Handlung. Burke entwickelt die Geschichte mit einem präzisen Gespür für Spannung und Timing. Die Erzählung entfaltet sich nicht linear, sondern arbeitet mit Wechseln in der Erzählzeit, die geschickt eingesetzt werden, um Stück für Stück neue Perspektiven auf die Ereignisse und insbesondere auf die Hauptfigur Natalie freizulegen. Diese Struktur sorgt nicht nur für einen konstanten Spannungsbogen, sondern macht die Handlung zugleich komplexer und vielschichtiger. Rückblicke und zeitliche Verschiebungen wirken dabei nie wie reine Stilmittel, sondern erfüllen einen klaren erzählerischen Zweck: Sie helfen dabei, Natalies innere Entwicklung nachvollziehbar und emotional greifbar zu machen.
Gerade Natalie ist das eigentliche Zentrum des Romans – und zweifellos dessen größte Stärke. Sie ist keine einfache oder eindeutig sympathische Figur, sondern eine komplexe Protagonistin mit Widersprüchen, Unsicherheiten und Entwicklungspotenzial. Genau das macht sie so interessant. Burke gelingt es hervorragend, Natalie als vielschichtigen Charakter darzustellen, dessen Entscheidungen zumindest anfänglich nachvollziehbar bleiben, auch wenn man sie nicht immer gutheißen würde. Dabei ist ist N. eine teils unsympathische Person, über die man dennoch gern mehr erfahren möchte.
Besonders spannend ist außerdem, wie der Roman aktuelle gesellschaftliche Debatten rund um traditionelle Rollenbilder und das Ideal der „Tradwife“ aufgreift. Statt diese Themen nur oberflächlich anzuschneiden, denkt Yesteryear sie konsequent weiter und stellt die Frage, welche Sehnsüchte, Zwänge und Machtstrukturen hinter solchen Lebensentwürfen stehen könnten. Allerdings zeigt sich hier auch eine kleine Schwäche des Romans. Durch die starke Konzentration auf Natalies persönliche Entwicklung bleibt die größere gesellschaftliche Dimension der Thematik stellenweise etwas unterbeleuchtet. Manche Fragen, die das Buch aufwirft, hätten noch ausführlicher reflektiert werden können – insbesondere im Hinblick auf die strukturellen und politischen Implikationen der dargestellten Rollenbilder. Der Fokus liegt klar auf der individuellen Erfahrung der Protagonistin, wodurch die umfassendere gesellschaftliche Analyse manchmal nur angerissen wird. Wirklich störend ist das jedoch nicht, weil die Geschichte insgesamt konsequent aus Natalies Perspektive erzählt bleibt und diese Begrenzung daher auch erzählerisch nachvollziehbar wirkt.
Insgesamt ist Yesteryear ein beeindruckender Roman, der Spannung, Charakterentwicklung und gesellschaftliche Relevanz gekonnt miteinander verbindet. Besonders die raffinierte Erzählstruktur und die starke Hauptfigur machen das Buch zu einer fesselnden Lektüre. Wer Interesse an psychologisch komplexen Figuren, intelligent aufgebauter Spannung und aktuellen gesellschaftlichen Themen hat, findet hier einen Roman, der lange im Kopf bleibt. Sprache und Schreibstil, in Übersetzung durch Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn, tragen ausschließlich zu einem guten Leseerlebnis bei.











