Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Ingrid Weilharter:
Mehr als ein Name...
Die Namen von Florence Knapp
Anfangs dachte ich, wie kann man eine sinnvolle Geschichte aufbauen, auf Basis verschiedener Vornamen, die von elterlicher Seite bestimmt werden? Ich wurde eines Besseren belehrt. Den Beweis, dass sich um diese Thematik sehr wohl ein glaubwürdiger und eindrücklicher Plot spannen lässt, hat Florence Knapp mit ihrem Roman "Die Namen" durchaus liefern können.
Die Geschichte ist kurzweilig und spannend, hintergründig und anspruchsvoll. Es geht hierbei keineswegs nur um Namen, es geht um häusliche Gewalt und den schicksalhaften Verlauf von unschuldigen Kindern im Umgang damit.
Und somit ist dieser Roman ein Plädoyer an Frauen, im Sinne einer Grenzziehung und des Schutzes, sich selbst und vor allem ihre Kinder zu berücksichtigen.
Sehr lesenswert.
Rezensionen von Carolin:
äußerst liebevoll gestaltet mit einer wichtigen Botschaft
Wenn kleine Igel mutig sind von Sandra Grimm
Die äußerst liebevolle Gestaltung des Buches hat mich von der ersten Seite an überzeugt. Mit vielen kleinen Details und besonderer Liebe zu diesen wird hier eine ganz wichtige Botschaft vermittelt.
Der kleine Igel hat Angst und versucht hier, seinen eigenen Weg zu finden, um Mut aufzubauen und mit dieser Angst umzugehen.
Die Lesenden begleiten den Igel auf diesem Weg. Besonder gefällt mir hier die Vielfältigkeit und Abwechslung. Der Igel begegnet auf seinem Weg vielen verschiedenen Tieren, die ihm ihren Weg zeigen, um sich Mut zu machen. Der Igel probiert diese aus, stellt jedoch fest, dass sie nicht so recht zu ihm passen. Auf einfühlsame Art und Weise baut man hier eine Verbindung zum kleinen Igel auf und begleitet ihn. Dies kann es auch den lesenden Kindern ermöglichen, Zugang dazu zu finden, ihren eigenen Weg zum Aufbau von Mut zu finden. Sehr zu empfehlen!
Rezensionen von Frechdachs:
Was, wenn Zeit nicht alle Wunden heilen kann?
Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher
Greta Herrlichers Roman "Der Sommer, der uns blieb" traf bei mir persönlich voll ins Schwarze.
Den Teasertext, wie auch die Leseprobe fand ich bereits sehr spannend und so gesellte ich mich gerne zu den drei Hauptprotagonisten Britta, Pia und Martin, um deren Vergangenheit sowie dem Bruch der damaligen sehr engen Freundschaft auf die Spur zu kommen.
Mir fiel es sehr leicht, mich in das Setting reinfallen zu lassen. Die Szenerien im Hier und Heute spielen im Jahr 2000 rund um den Coronaausbruch. Der Erzählstrang in der Vergangenheit spielt zur Teenagerzeit von Britta, Pia und Martin. Die sehr unterschiedlichen Charakteren waren für mich persönlich durchweg gut greifbar, auch wenn vielleicht generell noch etwas mehr charakterliche und emotionale Tiefe hätte sein dürfen.
Der Plot spielt abwechselnd in der Gegenwart anno 2000 und wird immer wieder ergänzt um Rückblicke in die doch sehr bewegte Vergangenheit der drei ehemals besten Freunde. Herrlicher schaffte es hier sehr einfach, mich in meine eigene Teenagerzeit zurückzukatapultieren.
Den einzelnen Kapiteln vorangestellt sind immer kurze einfühlsame Blitzlichter, die mir bereits schon besonders gut gefallen haben. Die Erzählung selbst kommt nie ins Stocken und ich wähnte mich in einem fortwährendem unterhaltsamen Film.
Die enthaltenen Themen sind vielfältig und sehr realitätsnah geschildert. Vielleicht hätte es auch die ein oder andere Triggerwarnung gebraucht, um nicht unvorbereitet von ganz bestimmten Themen erschlagen zu werden. Mir ging insbesondere das Schicksal von Pia sehr zu Herzen, da ich selbst eine ähnliche Thematik sehr lange persönlich begleitet habe.
Können sich die drei ehemals besten Freunde zusammenraufen und das in der Vergangenheit Geschehene einander verzeihen?
Schließen möchte ich mit einem wunderschönen Zitat aus dem Roman, das die Vergänglichkeit thematisiert.
“Wir sind alle Suchende,
fischen im Meer der Möglichkeiten
manchmal im Trüben,
finden im Netz nicht immer das,
was wir uns wünschen,
und realisieren erst dann,
dass wir alles hatten,
wenn wir es verloren haben.”
Rezensionen von Frechdachs:
Den kleinen Wundern der Natur auf der Spur
Das Jahr der Schmetterlinge von Lea Korsgaard
Lea Korsgaards Roman "Das Jahr der Schmetterlinge" lässt mich persönlich ganz am Ende leider eher zwiegespalten zurück.
Korsgaard nimmt für sich eine ganz persönliche Challenge an, in einem Jahr die Schmetterlinge ihrer dänischen Heimat zu erkunden und ausfindig zu machen.
Schmetterlinge selbst sind vielleicht für viele von uns in Mysterium, denn bis sie die grazile Gestalt annehmen und umherfliegen können machen sie eine unglaubliche Metamorphose durch.
Für mich persönlich mäandert das Buch leider viel zu sehr umher, anstelle, dass hier ein klarer roter Faden geboten wird. Meine vorherigen Erwartungen wurden lediglich in den Teilen getroffen, in denen der direkte Bezug zur Natur genommen wird. Die Autorin kommt dabei dann von Höcksken auf Stöcksken und verwässert so immer wieder ein stückweit die magische Schönheit und die kleinen Wunder der Natur.
Immer wieder gibt es Exkurse in Mythologie, geschichtlich Einordnung etc., die mir dann den Lesegenuss leider etwas verhagelt haben. Hier wäre aus meiner individuellen Sicht ein klarerer Fokus auf den Naturbereich vielleicht mehr dienlich gewesen. Dadurch entwickelten sich für mich innerhalb von bestimmten Passagen dann auch gewisse Längen, die den Lesespaß leider minderten.
Alles in allem ein Buch mit unheimlich viel Potenzial, das für mich persönlich leider nicht komplett ausgeschöpft wurde.
Rezensionen von Carolin:
Tolle Inspiration
Sunny Baking Time von Theresa Haubs
Das Buch hat bei mir große Freude geweckt, mich hinter die Rührschüssel zu stellen und einfach loszubacken! Das Buch bietet vielfältige und sehr ansprechend aufbereitete Rezepte. Die Bilder und Rezepte sind liebevoll aufbereitet mit zur Zielgruppe passender Sprache. Dies ist zwar nicht ganz meins, hat mich aber auch nicht gestört.
Die Aufmachung des Buches ist ein echter Hingucker, sehr detailreich verziert. Insbesondere gefallen mir die Playlist des Buches und die Tipps zu Beginn. Die Playlist ermöglicht es, sich beim Backen in eine sommerliche Stimmung zu versetzen und bringt zusätzlich Spaß. Die Hinweise am Anfang finde ich sehr hilfreich. Hier gibt es Tipps und Tricks, was zu tun ist, wenn mal der Kuchen anbrennt oder etwas zerbricht. Genauso findet man hier Möglichkeiten, die Rezepte vegan oder laktosefrei entsprechend den individuellen Wünschen umzugestalten. Insgesamt sehr zu empfehlen!
Rezensionen von Herwig Oberlerchner:
Kafka in Japan
Die Fabrik von Hiroko Oyamada
Die Fabrik
Wenn einem mitteleuropäische Bücher (Familien- und Beziehungsgeschichten, Krimis lese ich nicht, Biographien …) zu monoton werden, dann lohnt sich der suchende Blick nach Asien, nicht umsonst war die Südkoreanerin Han Kang 2024 Nobelpreisträgerin und fasziniert mich Haruki Murakami nach wie vor.
Hiroko Oyamada legt mit ihrem Buch „Die Fabrik“ ein besonderes Buch vor. In einer ominösen Riesenfabrik an einem Fluss mit rätselhafter Fauna bestehend aus schwarzen Vögeln, Eidechsen und Nutrias werden drei junge Menschen neu eingestellt. Ihr wenig sinnvoller Tätigkeitsbereich, die Atmosphäre am Arbeitsplatz und die Einsamkeit dieser Menschen machen beklommen, erinnern an Kafka. Die Handlungs- und Zeitsprünge verschärfen die düstere und unheimliche Stimmung, die sich gegen Ende zuspitzt, als das Buch ins Surreale kippt.
Das Buch imponiert zuletzt unfertig, aus Textteilen zusammengefügt, bruchstückhaft. Absicht?
Rezensionen von LeserinLu :
Unspektakulär
Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher
Der Roman „Der Sommer, der uns blieb“ verbindet eine klassische Coming-of-Age-Geschichte mit einem zweiten Erzählstrang, in dem die Figuren als Erwachsene auf ihre gemeinsame Vergangenheit zurückblicken. Im Mittelpunkt stehen Britta, Pia und Martin, deren Freundschaft in ihrer Jugend endet und die sich Jahre später erneut mit den Folgen dieses Sommers auseinandersetzen.
Die Ausgangsidee hat mir grundsätzlich gut gefallen, auch die 90er-Jahre-Nostalgie in den Rückblicken mochte ich. Vor allem die Sprache und insbesondere die Dialoge wirkten auf mich aber oft zu hölzern. Häufig hatte ich das Gefühl, dass Gedanken und Gefühle eher erklärt als erzählerisch entwickelt werden, das klassische „Show, don’t tell“ wird hier aus meiner Sicht zu selten eingelöst. Hinzu kommen Passagen, in denen die Figuren sehr pathetische Lebensweisheiten formulieren, die eher aufgesetzt als authentisch wirken. Das hat mich beim Lesen immer wieder aus der Geschichte herausgebracht. Wer genau diesen Ton mag, könnte mit dem Roman aber durchaus mehr anfangen. Ein bisschen hat es mich an „Matilde und Marie“ erinnert.
Insgesamt bringt „Der Sommer, der uns blieb“ gute Ansätze mit, bleibt für mich aber hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wichtig noch zu wissen: Der Roman behandelt auch das Thema Krebs, was im Klappentext nicht deutlich wird. Hier hätte ich mir mehr Transparenz gewünscht.
Rezensionen von brauneye29:
Hat mir gefallen
Mirabellentage,1 Audio-CD, 1 MP3 von Martina Bogdahn
Zum Inhalt:
Der Pfarrer ist gestorben und damit gerät die Welt dessen Haushälterin Anna aus dem Gleichgewicht, was soll jetzt aus ihr werden? Doch erstmal muss die Beerdigung organisiert werden und auch der neue Priester empfangen werden. Und die Asche des verstorbenen Pfarrers soll auch noch ans Meer gebracht werden.
Dafür nimmt Anna dann Fahrstunden und dabei kommen immer mehr alte Erinnerungen hoch.
Meine Meinung:
Wir erfahren in dem Buch sehr viel aus dem Leben der Anna, die zu dem verstorbenen Pfarrer schon seit Kindertagen eine Freundschaft verband, erfahren viel wie das Leben im Dorf lief und wie schön das Landleben eigentlich war. Sie selbst hatte nie viel darüber nachgedacht, was für ein Leben sie sich eigentlich wünscht, sondern sie hat einfach gemacht und dabei auch sehr viel für den Pfarrer gemacht. Dann der Wunsch des Pfarrers dass seine Asche ans Meer gebracht werden soll, bringt schließlich eine Veränderung in Annas Leben. Eigentlich hatte ich erwartet, dass gerade die Fahrt ans Meer mehr Raum einnimmt, das war aber leider nicht so. Dennoch fand ich das Buch in seiner Gesamtheit ein schönes Buch, dass ich auch gut von der Autorin gelesen fand.
Fazit:
Hat mir gefallen
Rezensionen von JennifersBooks:
Cozy Fantasy und sympathische Charaktere
The House Witch 1 von Delemhach Emilie Nikota
Schon das Cover von “The House Witch” hat mich sofort angesprochen. Diese warme, detailreiche Küchenszene mit dem schlafenden Kater, den Kräutern, dem Feuer und all den kleinen Dingen, die man erst beim zweiten Hinsehen entdeckt, vermittelt sofort eine besondere Atmosphäre. Es wirkt einladend, magisch und gleichzeitig bodenständig – eine Atmosphäre, die mich sofort neugierig gemacht hat und perfekt zu dem passt, was ich mir von diesem Buch erhofft habe.
Das Cover verspricht eine Welt, in der Alltagsmagie und lebendige Figuren zusammenkommen, und genau das hält das Buch dann auch ein.
“The House Witch” hat mich von der ersten Seite an überrascht - im besten Sinne. Es ist Fantasy mit einem herrlich cozy Vibe, der sofort Nähe schafft, und gleichzeitig steckt so viel Handlung und Lebendigkeit darin, dass man immer wieder völlig im Geschehen versinkt. Besonders die Küche als zentraler Ort der Geschichte hat mich begeistert. Genau wie im echten Leben, wo sich bei jeder Party irgendwann alle in der Küche versammeln, wird sie hier zum Herzstück der Handlung: ein Raum voller Begegnungen, Humor, Spannung und Magie. Gleichzeitig gibt es im gesamten Buch so viele gut platzierte witzige Szenen, dass ich mich mehr als einmal wirklich abkugeln musste.
Die poetische Schreibweise trägt enorm dazu bei, dass ich tief in die Welt von Daxaria eintauchen konnte. Das Schloss, der Garten, die Küche, die alltäglichen Stimmungen der Menschen - alles entsteht so klar vor dem inneren Auge, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, mich tatsächlich durch diese Räume zu bewegen. Die Beschreibungen des Essens sind ein eigenes Highlight: sinnlich, atmosphärisch, köstlich. Ich hatte ständig Hunger und konnte mir jede Szene in der Küche lebhaft vorstellen.
Der Schreibstil ist von Anfang an zugänglich, lebendig und angenehm modern, mit einem feinen Humor, der die Szenen auflockert, ohne an Atmosphäre zu verlieren. Die Dialoge wirken natürlich und dynamisch und lassen die Figuren für mich noch nahbarer erscheinen. Die Mischung aus Alltagsmagie und warmem Erzählton schafft eine besondere Stimmung, die mir das Lesen unglaublich angenehm macht und dabei jederzeit fesselnd bleibt.
Auch der Figurenaufbau hat mich absolut überzeugt. Es gibt kein Schwarz‑Weiß, keine künstlichen Sympathien oder Antipathien. Beziehungen entwickeln sich langsam, Abneigungen und Freundschaften entstehen nachvollziehbar, und die Charaktere sind so unterschiedlich, dass man ständig neue Facetten entdeckt. Manche mochte ich sofort, andere hätte ich am liebsten geschüttelt, und wieder andere - wie die Königin - haben mich richtig mitfiebern lassen. Besonders Fins Vergangenheit hat mich tief getroffen. Zu lesen, was er durch seinen Vater ertragen musste, war bestürzend und macht seine Entwicklung umso beeindruckender.
Am stärksten hat mich jedoch die Beziehung zwischen Lady Annika und Fin berührt. Sie beginnt nicht mit einem schnellen Funkenflug, sondern mit Vorsicht, Misstrauen und kleinen Reibereien. Genau das macht sie so glaubwürdig. Ich konnte richtig spüren, wie sich etwas zwischen ihnen verändert, wie sie einander langsam näherkommen und sich ihre Beziehung Schritt für Schritt aufbaut. Am Ende fügt sich alles so stimmig zusammen, dass es sich wirklich verdient anfühlt.
Fazit: “The House Witch” ist für mich ein rundum gelungenes Wohlfühl‑Fantasybuch mit Tiefe, Humor, Action und einer Welt, die man nicht so schnell vergisst. Es hat genau die Art von Atmosphäre und Figuren, die mich beim Lesen wirklich begeistert haben. Für mich ein Buch, das seine fünf Sterne absolut verdient, und jetzt warte ich schon sehnsüchtig auf den nächsten Band der Reihe.
Rezensionen von JennifersBooks:
Leichter Frühlingsroman für Teenager
Picking Daisies on Sundays von Liana Cincotti
„Picking Daisies on Sundays“ ist für mich eine warmherzige, frühlingsleichte Romanze, die viele süße Momente hat und mich immer wieder zum Lächeln gebracht hat. Der Ton erinnert stark an Lynn Painter – humorvoll, sanft, unaufgeregt romantisch – und das rosa Cover mit Herzen und Blumen passt perfekt zur Stimmung des Buches.
Es geht um erste Liebe, ums Verliebtsein durch die rosarote Brille und um all die Unsicherheiten, die damit einhergehen. Genau deshalb halte ich die Geschichte für ideal für Teenager zwischen 12 und 15 Jahren, die sich gerade mit Themen wie erstem Schwarm, ersten Gefühlen oder erstem Liebeskummer auseinandersetzen.
Dani (von Levi Daisy genannt) ist eine Protagonistin, die viel mit sich selbst kämpft. Ihr Traum, Designerin zu werden, begleitet sie seit ihrer Kindheit, doch sie designt nie etwas für sich selbst, weil sie sich nicht schön genug fühlt. Ihr geringes Selbstbewusstsein, ihre Naivität und die ständigen negativen Gedankenspiralen ziehen sich durch das ganze Buch und waren für mich oft ermüdend. Gleichzeitig fand ich es schön zu sehen, wie sie langsam mutiger wird, sich mehr zutraut und beginnt, ihren Platz in der Designwelt einzunehmen. Diese Entwicklung ist leise, aber spürbar.
Levi dagegen wirkt auf den ersten Blick wie der perfekte Love Interest: freundlich, hilfsbereit, gutaussehend, französisch sprechend, liebevoll im Umgang mit seiner Familie. Erst nach und nach zeigt sich, dass er mehr Tiefe hat, als man zunächst denkt. Die gemeinsame Vergangenheit der beiden – verbunden durch den Verlust ihrer Väter – macht ihre Freundschaft glaubwürdig und emotional. Umso unnatürlicher wirkte für mich ihr Wiedersehen nach vier Jahren Funkstille. Es fühlte sich an, als wäre nie etwas passiert, niemand stellt Fragen, niemand wundert sich über die plötzliche Nähe. Auch Daisys spontane Zustimmung zum Fake‑Dating wirkte für mich nicht ganz nachvollziehbar, gerade weil sie Levi gedanklich immer noch Dinge von vor vier Jahren vorhält.
Ein Punkt, der mich besonders irritiert hat, war die Darstellung der Nebenfiguren. Fast alle Frauen im Buch scheinen Single zu sein und Levi anzuschmachten, was ihn noch stärker in diese perfekte‑Traumtyp‑Rolle drängt. Bella, seine Exfreundin, bleibt trotz ihrer Bedeutung für die Handlung erstaunlich blass. Gerade hier hätte die Geschichte viel Potenzial für Drama und Spannung gehabt, das leider kaum genutzt wurde. Der Mittelteil zieht sich dadurch etwas, weil sich Daisys Gedanken ständig wiederholen und der große Konflikt aus der Vergangenheit einfach nicht angesprochen wird.
Sehr positiv hervorzuheben ist dagegen Daisys Freundeskreis. Der Club, in dem jede Woche der „Promi‑Style der Woche“ gesucht wird, die kleinen Streitereien, die dort bleiben, die Frühstücksrotation der Designgruppe und die Art, wie Jia, Daisy und Gabe sich auf Dates gegenseitig im Blick behalten und aus unangenehmen Situationen retten – all das hat dem Buch viel Charme und Wärme gegeben. Diese Freundschaften wirken authentisch, unterstützend und zeigen, wie wichtig ein stabiles Umfeld gerade in jungen Jahren sein kann. Auch Levis französische Gedichte, die unauffällig in das Buch eingewoben sind, haben mir sehr gefallen und der Geschichte eine leise, intime Tiefe verliehen. Ich habe tatsächlich zurückgeblättert, um die Stellen noch einmal zu lesen.
Das Ende hat für mich vieles wieder ausgeglichen. Die Szenen zwischen Levi und Daisy sind süß, warm und versöhnlich, und obwohl ich mir zwischendurch mehr Tiefe und etwas mehr Mut zu Konflikten gewünscht hätte, hat mich der Abschluss mit einem guten Gefühl zurückgelassen.
Fazit: Eine süße, frühlingshafte Friends‑to‑Lovers‑Romance, die besonders für jüngere Leser:innen zwischen 12 und 15 gut geeignet ist. Trotz einiger Längen, Wiederholungen und unausgeschöpftem Potenzial überzeugt das Buch mit warmen Momenten, einem tollen Freundeskreis und einem liebenswerten Love Interest.










