Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PFIFF:
Selbst der Kaisers von China ist nicht unsterblich
Cox von Christoph Ransmayr
Der britische Uhrenmachermeister Alister Cox wird von Qiánlóng, dem Kaiser von China gebeten, nach China zu reisen, um eine einzigartige Uhr zu bauen, eine Uhr, die die verschiedenen Stadien des menschlichen Lebens und die subjektiv gefühlte Geschwindigkeit messen kann.- Ein kompliziertes Unterfangen.
Aber Cox hat viel Erfahrung und Phantasie und gute Mitarbeiter, die ihm helfen, diese fast unmögliche Aufgabe zu lösen.
Cox lernt das Leben am chinesischen Hof kennen, aber nur am Rande, da der Kaiser gut bewacht und abgeschottet ist.
Die Erzählform von Ransmayr wirkt fast etwas altmodisch, episch und märchenhaft. Man ist in eine andere Welt versetzt, hineingezogen in den großartigen Roman, der über die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens philosophiert, sogar wenn es um den mächtigsten Mann der Welt geht, den Kaiser von China.
Rezensionen von PFIFF:
Berührende Geschichte zweier junger Chinesinnen
Cox von Christoph Ransmayr
In der Deutschübersetzung ist das Buch erschienen als ?Der Seidenfächer?. Ist vergriffen, also habe ich die englische Ausgabe gelesen und war fasziniert, schockiert und unheimlich betroffen.
Lisa See beschreibt das Leben im China des 19. Jhdts., die Sitten und Bräuche, die vor allem die Mädchen und Frauen unterdrückt und benachteiligt hatten.
Nur Söhne waren gefragt, die neugeborenen Mädchen nichts wert. Nur durch eine exzellente Erziehung und ein überragendes Aussehen konnte die Chance einer guten Heirat, womöglich eines gesellschaftlichen Aufstiegs ermöglicht werden. Dazu gehörte es, den 6-7 jährigen Mädchen die Füße zu bandagieren, das Fersenbein mit dem Vorfuß und den eingeklappten 4 kleineren Zehen so einzuquetschen, dass der Fuß möglichst klein wurde, bis zu 7cm. Die Mädchen nähten sich eigene Schuhe, stickten an ihrer Aussteuer, Geschenken für die Familie des zukünftigen Mannes.
Es war üblich, dass 2 Mädchen zu Laotongs, zu Blutschwestern, bestimmt wurden, damit sie sich gegenseitig Fertigkeiten beibrachten und sich in einer eigenen Frauengeheimschrift, Nu Shu, Briefe schicken konnten, in denen sie ihre Herzen ausschütten konnten, ohne von Männern verstanden zu werden.
Es würde zu weit führen, mehr zu erwähnen. Es ist auf jeden Fall lesenswert und interessant, über diese für uns Mitteleuropäer so unbekannte Kultur zu erfahren.
Rezensionen von Gaby 2707:
Gute kriminelle Unterhaltung
Cox von Christoph Ransmayr
Aschermittwoch in Altötting. Nach einem mehr als feucht-fröhlichen Karnevalsausklang erwacht Kriminalberkommissar Max Kramer in seinem Bett etwas ungläubig neben der Staatsanwältin. Er kommt aber sofort zu sich, als ihm sein Kollege Kriminalhauptkommissar Fritz Fäustl mitteilt, dass es in Altötting einen Toten gibt.
Unter dem Gemälde von Graf Tilly in der Kapelladministration ist Benefiztums-Verwalter Rainer Schutt-Novotny an seinem Arbeitsplatz mit einem Messer im Bauch gefunden worden. Es bleibt den Ermittlern also keine Zeit die Nachwehen der vergangenen Nacht auszukurieren.
Der locker-leichte, humorige Schreibstil macht es mir leicht, in die Geschichte hinein zu finden. Die beiden Kommissare passen als Team gut zueinander. Manchmal etwas begriffsstutzig, aber immer sehr bemüht, saugen sie die Informationen, die nicht allzu üppig sind, auf und ich hatte manchmal den Eindruck, dass ich mit meinen Recherchen weiter bin, als die Beiden. Trotzdem schaffen sie es die Spuren richtig zu deuten und dem Mörder endlich auf die Spur zu kommen.
Bei den bayrischen Ausdrücken, die hier und da ganz leicht und für Jedermann verständlich einfließen, macht sich ein angenehmer Lokalkolorit breit. Dazu tragen auch die Beschreibungen von Altötting bei.
Die Protagonisten lerne ich im Laufe der Geschichte immer besser kennen, da sie farbig und genau gezeichnet sind. Besonders gefällt mir die Novizin Maria-Evita, die ehemalige Freundin von Kommissar Kramer, die trotz Klosterlebens auf Nougatschoki steht und PunkRock hört. Auch die Haushälterin von Monsignore Joseph Hirlinger, Petronilla Schosi, hat sich mit ihrer schroffen Art schnell in mein Herz geschlichen. Auch die anderen Personen haben ihre guten und schlechten Seiten, nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau und sind somit sehr menschlich.
Die Geschichte baut sich mit einer gewissen Spannung von Anfang an schlüssig auf, bringt einige Wendungen zutage und löst sich nachvollziehbar auf. Zwischendurch gibt mir der Autor mit kleinen Andeutungen Rätsel auf, die sich nach und nach auflösen.
Wer einen superspannenden Krimi zum Nägelkauen (wie Kommissar Kramer) sucht, der ist hier nicht richtig. Wer sich durch einen Krimi sehr gut unterhalten lassen und einige interessante Lesestunden haben möchte, der sollte dieses Buch lesen.
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Zefix! Sehr unterhaltsamer klassischer Krimi mit Humor und viel Lokalkolorit
Cox von Christoph Ransmayr
Wenn der Verwalter des Tilly-Benefiziums direkt vorm Tilly-Gemälde in der Kapelladministration von Altötting ermordet wird, dann muss ich da erst einmal ein wenig nachschlagen. Tilly geht ja noch, aber so im Detail?
Der Beginn des Buches verweist auf das Tilly-Benefizium. Max Kramer und Fritz Fäustl von der Mordkommission Altötting kommen bei ihren Ermittlungen nicht voran.
Da gibt es Nepomuk, der zu Beginn ordentlich verprügelt und bedroht wird, seinen Spezi, der angstvoll schweigt, eine Witwe mit einem schlimmen Verdacht, eine Staatsanwältin, die im falschen Bett erwacht, eine Jugendliebe, die dummerweise kurzzeitig Nonne werden will - und noch so einiges mehr. Ich habe mitgerätselt bei diesem durchaus klassischen Whodunnit ohne großartiges Blutvergießen oder viel Brutalität und ich fühlte mich gut unterhalten - dafür sorgen auch diverse Nebenhandlungen, die teils einen spöttisch-humorigen Unterton mit in die Handlung tragen. Erst die Ungeschicklichkeit eines neuen Mitarbeiters in der Spurensicherung beim Sichern eines Bluttropfens bringt die Ermittlungen voran.
Die Charaktere sind aber auch einfach herrlich verschroben, vor allem die Haushälterin Fräulein Schosi des Monsignore Hirlinger, die diesen auf Biegen und Brechen (sic!) zur kohlenhydratfreien Ernährung bekehren will. Da lässt sie sich schon einmal vom Apotheker mit Medizin versorgen, der hochprozentigen, Bio natürlich. "Der Monsignore war entsetzt. Kaum, dass Fräulein Schosi irgendetwas nicht in den Kram passte, reagierte sie wie ein pubertierendes Mädchen. Um nicht ausfällig zu werden, begann er in seinem Kopf wieder eine beruhigende Zahlenreihe aufzusagen. Unterdessen erwachte Fräulein Schosi aus ihrer Starre und setzte zeitlupenartig das Glas ab, aus dem sie gerade hatte trinken wollen.
»Das sin alles Arzneien, mein Magen braucht des jetzt«, erklärte sie mit einem schiefen Lächeln und glasigen Augen.
»? neun, zehn.«" S. 111f. Hicks!
?Fastenopfer? ist handelt nicht nur in Altötting, der Autor Anton Leiss-Huber stammt von dort. Und auch wenn ich sonst mit dem Genre des Regionalkrimis ein wenig hadere, wenn zum Beispiel Deutsche unter teils falschem Namen Provence-Krimis schreiben mit großzügigem Streuen von Orten, Gerüchen und Weinen, passt der Begriff kaum besser als hier, selbst das Thema wirkt auf mich Nordlicht bayrisch. Des g'hört so und ich hielt das Buch gern und meist mit einem Schmunzeln in der Hand.
Wer gerade nicht alles zu Tilly parat hat - Wikipedia oder die Lektüre dieses Buches helfen mit wenigen Sätzen.
Rezensionen von christina.hirschberger@gmail.com:
Zerbrechliche Charaktere mit einer lesenswerten Geschichte
Die Schwester des Tänzers von Eva Stachniak
Zum Inhalt
Der Roman erzählt die Geschichte der Künstlerfamilie Nijinsky. Die Eltern sind begnadete Tänzer und auch die Kinder Bronislawa und Waslaw arbeiten auf die Aufnahmeprüfung der Ballettschule hin. Die beiden Geschwister verbinden die unbedingte Leidenschaft zum Tanz und das Streben nach Erfolg.
Ihre harte Arbeit zahlt sich aus, Waslaw kann sich auf der ganzen Welt einen Namen machen und auch Bronia geht erfolgreich ihren Weg. Die beiden sind sich einig darin, dass man alteingefahrene Strukturen aufbrechen muss, um etwas neues, noch besseres daraus schaffen zu können. Mit dieser Einstellung revolutioniert Waslaw die Welt des Ballettes. Doch dieser Weg bringt auch Hürden und Rückschläge mit sich.
Zur Leseerfahrung
?Die Schwester des Tänzers? ist der erste Roman, den ich von Eva Stachniak gelesen habe ? und ich war sofort gefangen. Ich selbst bin nicht tänzerisch begabt und hatte deshalb am Anfang Zweifel, ob mir dieses Buch gefallen wird, aber ich wurde schnell überzeugt. Man wird hineingezogen, in diese Welt des Balletts, das auf den ersten Blick so schillernd erscheint und doch so eine dunkle Kehrseite hat. Mich hat das Buch sehr gefesselt, vor meinen Augen tanzte Nijinsky über die Bühne, in meinen Ohren spielte die passende Musik dazu.
Ich hab mir für dieses Buch viel Zeit genommen, um es richtig auszukosten. Es werden auch schwere Zeiten geschildert, in denen man sehr mit den Protagonisten mitleidet ? aber genauso euphorisch wird man aufgrund deren Erfolge.
Zum Fazit
Ein wunderbares Buch für alle Menschen, die das Ballett bereits jetzt lieben, oder wie ich, diese Liebe entdecken wollen. Große Charaktere mit lesenswerter Geschichte: sehr empfehlenswert!
Zu den Eckdaten
Titel: Die Schwester des Tänzers
Autor: Eva Stachniak
Verlag: insel taschenbuch
ISBN: 978-3-458-36178-7
Seiten: 566
Preis: 15,95?
Rezensionen von Ela_Ela:
Fi & Dex : )
Die Schwester des Tänzers von Eva Stachniak
ein einziger kuss kann alles verändern ... Ethan Dexter ist der Superstar der National Football League: Er sieht aus wie ein Rockstar, die Frauen liegen ihm zu Füßen ... und er ist noch Jungfrau! Zumindest besagen das die Gerüchte. Doch Fiona Mackenzie fällt es schwer, das zu glauben. Vor allem, nachdem sie und Dex den heißesten Kuss der Weltgeschichte miteinander geteilt haben.
Seitdem lässt Dex keinen Zweifel daran, was er will: Fiona. Doch die muss ihr Herz unbedingt vor einer weiteren Enttäuschung schützen ...
Das von Ethan Dexter endlich ein Buch rausgekommen ist war meine Jahressensation. Auf ihn habe ich mich schon so gefreut, weil ich mochte ihn immer wie er seinen Mitspielern geholfen hat. Als ich den Inhalt des Buches gelesen habe, wusste ich nicht gleich das Fi die jüngere Schwester von Ivy war, doch nach den ersten paar Seiten ist es mir aufgefallen und dann war ich noch gespannter es weiter zu lesen.
Ich mochte beide so gerne, für mich sind sie ein echt süßes Paar und das die anderen Charakteren aus den Vorgängerbänden wieder so zahlreich im Buch vorgekommen sind, hat mich ebenso begeistert.
Doch dem Ende hinzu hatte ich ein paar Schockmomente und ich konnte auch teilweise Fi's Sichtweise am Ende nicht ganz verstehen.
Fazit: Wieder ein gelungenes Lesevergnügen von Kristen Callihan, das mich wieder in seinen Bann gezogen hat. Es waren megatolle Hauptpersonen die sich in mein Herz geschlichen haben. Von mir bekommt es 4,5 Sterne. Cupcake & Spezialsoße habe ich noch lieber gelesen.
Serie:
1. Game on - Mein Herz will dich
2. Game on - Chancenlos
3. Game on - Schon immer nur du
Rezensionen von buchina:
Nicht so simple wie gedacht
Simple von Diana Henry
Bei diesem muss ich unbedingt erst einmal auf die Gestaltung und Haptik des Buches eingehen, denn die ist großartig. Es hat nicht nur eine Holzoptik, sondern wenn man es anfasst, hat man auch das Gefühl Holz anzufassen. Man spürt die einzelnen Rillen und Erhebungen. Die Farben des Covers sind dezent und bodenständig.
Auch innen gefällt mir die Gestaltung gut, die meisten Rezepte sind auf einer Seite mit passendem Foto auf der Nachbarseite. Nur ein paar sind ohne Foto abgebildet. Das finde ich etwas unnötig, dann hätte man vielleicht weniger Rezepte nehmen können und dafür alle mit Foto ausstatten können. Wenn ich ein Rezept aussuche blättere ich gerne durch Kochbücher und schaue mir die Fotos an.
Die Einteilung des Kochbuches ist wie bei vielen anderen Kochbüchern nach Salaten, Fisch, Fleisch, Gemüse etc. übersichtlich gestaltet. Wobei zu Beginn man noch einiges über Autorin erfährt. Die Gestaltung der Rezepte finde ich sehr gelungen. Die Zutatenliste sieht man gleich auf einem Blick und auch die Beschreibung der Anleitung ist verständlich. Dabei beschreibt sie bei manchen Sachen noch genauer, warum sie bestimmte Kochutensilien oder Zutaten nimmt.
Nun war ich auf der Suche nach einem einfachen Rezept zum Testen, am liebsten mit Fleisch, da mein fleichliebender Vater zu Besuch kommt. Das Buch verspricht einfache Rezepte mit Zutaten, die man zu Hause hat. Ich muss zugeben, mein Kühlschrank scheint mit dem von der Autorin wenig gemein zu haben. Denn einige Zutaten kenne ich nicht und weiß auch nicht so genau woher ich sie besorgen soll. Viele Fleischgerichte sind mit Lamm und Hähnchen. Lamm war mir jetzt etwas zu preisintensiv, aber auch Hähnchen ist nicht so einfach zu besorgen, denn es musste ein plattes Hähnchen sein, das man nach Aussage der Autorin nur im Fleischfachhandel bekommt. Naja so viel zu simple. Ich hätte mir gewünscht, dass vielleicht einfache Alternativen aufzeigen, z.B. statt plattes Hähnchen, einfach Hühnerbrust und Schenkel.
Insgesamt würde ich für mich sagen, dass es wirklich wenige Rezepte gibt, wo ich die Zutaten zu Hause oder im Nachbarschaftssupermarkt finde, außer ich wohne im angesagten Szeneviertel. Das Kochbuch enthält wirklich viele interessante und sicherlich leckere Rezepte, aber wirklich simple sind sie für mich nicht, vor allem was die Zutatenliste angeht. Die Zubereitung ist aber wirklich meist einfach. Dennoch verspricht das Buch das falsche, es ist kein Buch, wo man jetzt einfach mal loskochen könnte, sondern man muss sich erst einmal durch die große Anzahl der Rezepte kämpfen und sich dann überlegen, wo man die, zum Teil exotischen Zutaten herbekommt. In diesem Fall wurden meine Erwartungen also enttäuscht. Dennoch möchte ich dem Buch 4 Sterne geben, erstens für die sehr gelungene Gestaltung und zweitens auch für die interessanten Rezepte, die ich mit einer gewissen Vorbereitung sicherlich noch einige testen werde.
Rezensionen von Landbiene:
Dear Amy
DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest von Helen Callaghan
Eigene Inhaltsangabe:
Margot Lewis ist Mitte 30, getrennt lebend, Lehrerin und nebenberuflich beantwortet sie Leserbriefe aus dem Kummerkasten einer Zeitung als "Dear Amy".. Eines Tages verschwindet die 15 jährige Katie, die auch ihre Schülerin war. Kurz darauf erreichen sie Briefe von einem seit 17 Jahren verschwundenen Mädchens namens Bethan Avery.
..Gibt es etwa eine Verbindung zwischen dem Verschwinden von Katie und den geheimnisvollen Briefen die Margot erhält?
Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin Helen Callaghan lässt sich gut und flüssig lesen. Es gibt zwei verschiedene Erzählstränge im Buch. Einmal wird aus der Ich-Perspektive von Margot berichtet und zweitens aus Sicht der entführten Katie. Solche Perspektivwechsel finde ich persönlich sehr gelungen um die Spannung aufrecht zu erhalten. Leider überwiegt der Erzählstrang von Margot um einiges. Das Verhältnis würde ich 90 zu 10 einschätzen. Ich hätte lieber mehr von Katie gelesen, weil ich es spannender fand. Die Kapitel haben ansonsten eine angenehme Leselänge und sind nummeriert.
Allgemeine Meinung:
Die Hauptprotagonistin Margot Lewis ist ein überaus sympathischer und vor allem authentischer Charakter. Ich habe sie durch ihre Art richtig ins Herz geschlossen und konnte ihre Emotionen sehr gut nachvollziehen. Auch die Nebencharaktere waren gut ausgearbeitet und blieben nicht farblos. Die Geschichte an sich war spannend und hatte einiges an Potential, jedoch hat es mir an Spannung an vielen Ecken auch einfach gefehlt. Hier und da wurde es auch mal richtig langweilig. Es passiert einfach nicht viel. Die Kapitel aus Katies Sicht hingegen waren wesentlich spannungsgeladener, aber leider meist viel, viel zu kurz und nicht detailliert. Das Verhältnis der beiden Erzählstränge hat einfach nicht gepasst. Das Ende bzw. die Auflösung war überraschend und hätte ich so nicht mit gerechnet. Weiterhin hätte ich gern mehr zum Täter erfahren. Seine Beweggründe bzw. sein Motiv usw. Auch was er genau mit den entführten Mädchen gemacht hat, kam nicht so ganz zum Vorschein. Das wurde leider nicht wirklich aufgeklärt. Im Großen und Ganzen war das Ende einfach zu abrupt, schwammig und unbefriedigend.
3,5 Sterne
Rezensionen von Xirxe:
Spannender Jugendthriller in Berlins Technoszene
DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest von Helen Callaghan
Ein junger Mann wacht im Hamburger Hauptbahnhof auf ohne jede Erinnerung daran, wie er dorthin kam, was zuvor passierte und vor allem: wer er ist. Ziellos zieht er in der Gegend umher und landet schließlich am Fischmarkt, wo ihn ein Händler unterstützt. Dort lernt er auch Jule kennen, die ihm helfen will, seine Vergangenheit wieder zu finden.
Als erkennbar wird, dass er aus Berlin kommt, machen sich beide auf den Weg.
Soweit hört sich die Geschichte wie so viele an, die Amnesie zum Thema haben. Doch hier ist der eigentliche Schwerpunkt wesentlich ungewöhnlicher: Der junge Mann (Lennart, wie sich herausstellt) hat ein begnadetes Gehör für Klänge und Geräusche, das er in der Technoszene kreativ einsetzen konnte. Man taucht mit Lennart ab in den 'Untergrund', wobei es sich häufig um Lost Places handelt, die Johannes Groschupf sehr detailliert und bildhaft beschreibt. Verfallene Industriegelände, nicht mehr existente Möbelhäuser, aufgegebene U-Bahnhöfe - Berlin scheint voll damit zu sein. Doch das Erzähltalent Groschupfs beschränkt sich nicht auf Örtlichkeiten: Lennarts Hören und das Empfinden von Klängen wird so überzeugend dargestellt, dass ich Manches fast mit ihm fühlen konnte. Auf jeden Fall wurde seit dem Lesen dieses Buches mein Hören bewusster. Man lauscht mit ihm den Geräuschen der Stadt Berlin, unterschiedlichen Stilen von Techno und muss zuguterletzt erfahren, dass Musik auch gefährlich sein kann. Keine Frage, alles was mit Schall zu tun hat, wurde hier wirklich gut in Schriftform umgesetzt. So ist es nicht nur spannend, sondern man lernt zudem eine ganze Menge dazu.
Ein bisschen muss ich dennoch meckern ;-) Manche Handlungsabläufe fand ich nicht so überzeugend beziehungsweise verständlich. Beispielsweise das Treffen mit Jule, die Haltung der Eltern von Lennart, überhaupt Lennart als Person blieben mir stellenweise rätselhaft. Nichtsdestotrotz: Alles in allem ist es ein spannender Jugendthriller, der darüberhinaus einiges an Wissen vermittelt und durchaus auch für Erwachsene geeignet ist.
Rezensionen von Janine2610:
»Wir sind zu abhängig voneinander.«
Die Schattenschwester von Lucinda Riley
In Band drei der »Sieben Schwestern« - Reihe dreht sich alles um die drittälteste Schwester: Star d?Aplièse. Star (auch Asterope genannt) ist wohl die ruhigste und schüchternste der sechs bisher bekannten Schwestern. Sie wirkt wortkarg und deswegen unnahbar, sie stellt ihr Licht unter den Scheffel, wie es so schön heißt, und wandelt eher im Schatten ihrer jüngeren Schwester CeCe, die in dem Buch auch eine nicht gerade unbeachtliche Rolle einnimmt.
Star und CeCe sind zeit ihres Lebens nur als Einheit aufgetreten und in vorliegendem Buch geht es unter anderem nun darum, sich voneinander zu lösen und unabhängig zu werden. - Was sich, wie ich beim Lesen schnell gemerkt habe, als eher schwierig gestaltet. Denn besonders CeCe, von der ich eigentlich erwartet habe, dass sie "die Starke" ist, weil sie als das genaue Gegenteil von Star gilt - also laut, gesprächig und selbstsicher -, hat stark mit dem "Entzug" ihrer Schwester zu kämpfen.
Stutzig gemacht, hat mich als allererstes dieses enorm enge Verhältnis von CeCe und Star. In der Leserunde, in der ich das Buch gelesen habe, ist bei einer Mitleserin sogar das Wort Homosexualität gefallen, also dass zwischen den beiden sogar »mehr« sein könnte, als nur reine Geschwisterliebe, da sie sich in ihren 20ern immer noch ein gemeinsames Bett teilen und zusammenwohnen ... Ganz abwegig fand ich diesen Gedanken nach einer gewissen Zeit nicht, denn auch ich fand es höchst ungewöhnlich für Frauen dieses Alters, so aneinander zu kleben.
~ »Ich rate dir, mutig zu sein, wenn du möchtest, dass dein Leben sich verändert.« ~
(S. 520)
Wie auch schon in Band eins und zwei macht sich auch hier die Schwester, die im Mittelpunkt des Geschehens steht, auf die Suche nach ihren Wurzeln. Pa Salt, der Adoptivvater der Mädchen, hat Star nach seinem Tod Koordinaten, einen Brief und eine Schmuckfigur zukommen lassen, die ihr nun helfen sollen, Licht ins Dunkel ihrer Vergangenheit zu bringen. Für eine leidenschaftliche Leserin wie mich, war es eine Freude zu lesen, dass Literatur, eine Buchhandlung, das Lesen an sich, aber auch Kochen und die Pflanzenkunde und Tierpflege in der Geschichte einen nennenswerten Teil einnehmen. Das sind alles Themen, für die auch ich mich sehr begeistern kann, ganz im Gegensatz zur Hauptthematik Musik im vorherigen Band, »Die Sturmschwester«.
Lucinda Riley wäre nicht Lucinda Riley, wenn sie nicht auch wieder einen Vergangenheitspart miteingebaut hätte. Dieser spielt in »Die Schattenschwester« von 1909 bis 1944 und darin lernen wir Flora McNichols kennen - eine sehr tierliebe, kluge und furchtlose aber auch stolze junge Frau mit einer gehörigen Portion innerer Stärke. Dieser Handlungsstrang findet, genauso wie der Gegenwartpart mit Star, in England statt. In High Weald in Kent, um genau zu sein.
All jene Leser, die es schätzen, wenn man die herrliche englische Landschaft beschrieben bekommt, muss ich hier leider vertrösten. Riley hat es in diesem Buch leider versäumt, die Kulisse zu skizzieren. Mich persönlich hat dies allerdings nicht gestört bzw. wäre mir das, wenn mich eine Leserundenteilnehmerin nicht darauf hingewiesen hätte, gar nicht aufgefallen. Warum? - Ich war viel zu sehr gepackt und emotional mitgerissen von den Geschehnissen um Flora im Vergangenheitsteil. Da haben sich Abgründe und Enthüllungen aufgetan, die mich beim Lesen wirklich aufgewühlt und beschäftigt haben. Und wenn eine Geschichte mich auf diese Weise zu fesseln vermag, würde ich am liebsten immer direkt durchlesen bis zur letzten Seite. Was in diesem Fall zwar nicht möglich gewesen wäre, aber der Drang war auf jeden Fall vorhanden. ;)
~ Flora kam sich vor wie ein Blatt im Wind, vollkommen unfähig, ihr eigenes Schicksal zu beeinflussen. ~
(S. 382)
Einige Denkweisen und Entscheidungen Floras konnte ich nicht nachvollziehen, besonders wenn es darum ging, ehrlich zu sein und zu ihren wahren Gefühlen zu stehen, aber da ihre Geschichte relativ weit in der Vergangenheit spielt und zu der Zeit bekanntlich noch einiges anders war, vor allem gesellschaftlich gesehen, war das nur authentisch.
Star in der Gegenwart war mir anfänglich noch sehr sympathisch, vor allem auch, weil sie erst ein so dankbares Wesen gezeigt hat. Im Laufe ihrer Geschichte wurde sie von der Autorin dann aber in den Augen der anderen Buchfiguren geradezu glorifiziert dargestellt, was ich nicht verstehen konnte. Mir ist es so vorgekommen, als würde wirklich jeder auf Star stehen, sie so hübsch und liebenswert finden und nicht einen einzigen Fehler an ihr entdecken können. Für mich war das alles etwas zu perfekt. Ebenso wie die Entwicklung eines Buchcharakters in diesem Part, die mir irgendwie zu gestellt und plötzlich dahergekommen ist und, auch wenn der Kitsch gefehlt hat, dennoch nicht ganz glaubhaft war.
~ »Es ist schon erstaunlich, was die Liebe bewirken kann, finden Sie nicht? Sie lässt einen von innen heraus strahlen.« ~
(S. 415)
In beiden Handlungssträngen geht es großteils auch um die Liebe, um das Miteinander und um die Beziehungen der Buchfiguren untereinander. Es gibt ebenso wieder einiges zu Spekulieren. - Also dass man hier nicht genug miträtseln könnte, davon kann absolut keine Rede sein.
Auch die Historie kommt nicht zu kurz. Lucinda Riley hat es erneut geschafft, mindestens eine historische Persönlichkeit (König Eduard VII.) geschickt in die Geschichte miteinzubetten.
Aufgefallen ist mir in diesem Buch auch, dass die Autorin viele Dinge aus dem ersten und zweiten Band miteingebunden und verknüpft hat. - Über eine solche feine und übereinstimmende Detailarbeit war ich wirklich erstaunt!
Mit diesem dritten Roman war ich beinahe rundum zufrieden, deswegen bekommt das Buch auch 5 Sterne von mir, allerdings werde ich es nicht zu meinen Lieblingsbüchern zählen, weil mir der Gegenwart-Teil nicht zu 100% gefallen hat. Der Vergangenheits-Part ist dafür aber umso grandioser, weil spannender und fesselder, ausgefallen!






