Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Klaraelisa:
Vom Erinnern und Vergessen
DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest von Helen Callaghan
In Helen Callaghans Erstlingsroman ?Dear Amy? geht es um einen Serientäter, der in Cambridge und Umgebung junge Mädchen entführt und gefangen hält. Der Roman beginnt mit einem Prolog, der die Entführung der 15jährigen Katie Browne aus ihrer Sicht beschreibt. Katie wollte nach einem Streit mit der Mutter und ihrem Partner Brian von zu Hause weglaufen, entscheidet sich dann aber zurückzugehen.
In diesem Augenblick wird sie von einem Unbekannten überwältigt und entführt. In den folgenden Wochen glauben weder die Polizei noch die Presse und die meisten von Katies Bekannten an ein Verbrechen. Nur Katies Lehrerin Margot Lewis ist in größter Sorge um ihre Schülerin, zumal sie in ihrer Eigenschaft als Kummerkastentante beim Cambridge Examiner plötzlich Briefe von Bethan Avery, einem vor nahezu zwanzig Jahren entführten Mädchen erhält, die sie in Todesangst bittet, sie zu retten. Margot drängt die Polizei, DNA- und Schriftprobenvergleiche vorzunehmen. Tatsächlich ermittelt die Polizei dann in Katies Fall und untersucht eine Reihe von nie aufgeklärten alten Fällen verschwundener Mädchen. Raffiniert hat es die Autorin so eingerichtet, dass der Leser durch den Prolog einen Informationsvorsprung vor allen Beteiligten hat. Er allein weiß, dass Katie in Lebensgefahr ist.
Überwiegend wird die Geschichte aus Margots Perspektive erzählt. Wir sehen, dass Katies Entführung sie in eine persönliche Krise stürzt, dass Panikattacken und Alpträume ihr Leben zunehmend beeinträchtigen. Häppchenweise bekommt der Leser die Information, dass sie eine Vorgeschichte von psychischen Störungen und Klinikaufenthalten hat. Unterstützung findet Margot bei dem Kriminalpsychologen Dr. Martin Forrester. Er begleitet sie bei ihren verzweifelten Bemühungen, Katie rechtzeitig zu finden. In der zweiten Hälfte wird der Roman durch zahlreiche überraschende Wendungen immer packender bis hin zum großen Finale.
Callaghans Psychothriller liest sich gut und überzeugt vor allem durch den weitgehenden Verzicht auf die detaillierte Darstellung von physischer Gewalt. Stattdessen konzentriert sich die Autorin auf die psychischen Folgen von Verbrechen bei den lebenslang traumatisierten Opfern. Gut informiert beschreibt sie psychische Überlebensstrategien wie Verdrängung und Dissoziation. Ein wirklich vielversprechendes Debüt.
Rezensionen von manu63:
Genau mein Fall
DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest von Helen Callaghan
Mit Melody of Eden Blutgefährten eröffnet die Autorin Sabine Schulter eine romantisch fantastische Reihe aus ihrer Feder.
Die 23-jährige Melody ist voller Neugierde ob es Vampire wirklich gibt oder ob es nur ein Mythos ist. Dabei gerät sie in Gefahr und wird von einem anziehenden jungen Mann gerettet der ihren Wissensdurst stillen könnte.
Doch alles hat seinen Preis, wie Melody am eigenen Leib erfahren muss.
Mit ihrem plastischen und fesselnden Schreibstil erobert Sabine Schulter immer wieder mein Leserinnenherz. Gebannt bin ich Melody auf ihrem Weg in die unterirdischen Gänge gefolgt und ich habe mit ihr die Angst erlebt, die sie dort durchleiden musste. Die Protagonisten werden nach und nach eingeführt und sind gut gezeichnet. Durch die unterschiedlichen Perspektiven aus denen erzählt wird erscheint die Geschichte lebendig und ich konnte ihr gut folgen. Informationen werden geschickt in Gedankengänge und Gespräche eingebaut, so das es keine langatmigen Erklärungen gibt. Die Spannungsbögen sind gut dosiert und es kommt keine Langeweile auf. Der Cliffhanger am Ende des Buches ist gut gesetzt und macht neugierig auf den Folgeband. Mein Fazit, es lohnt sich mit Melody of Eden anzufangen und Melody auf ihrem Weg zu begleiten.
Rezensionen von Xirxe:
Das Koch-Photo-Tagebuch von Markus Sämmer
The Great Outdoors von Helen Callaghan
Laut dem Untertitel soll es sich bei diesem großformatigen und schweren Buch um ein Kochbuch handeln mit Rezepten zum draußen Kochen. Wenn ich das wortwörtlich nehmen würde, würde ich hier zwei Sterne geben, vielleicht sogar nur einen. Denn 270 Seiten für 120 Rezepte, die teilweise sogar zu dritt auf einer Seite stehen - so etwas würde man im Supermarkt eine Mogelpackung nennen.
Doch von der ästhetischen Seite betrachtet ist es ein wirklich schönes Werk. Großformatige Naturphotographien zeigen abwechselnd appetitliche Bilder der vorgestellten Rezepte und Aufnahmen diverser Outdoor-Aktivitäten des Autors mit seinen FreundInnen. Dazwischen gibt es kleinere Textbeiträge beispielsweise zum Feuermachen, Wandern, Bouldern oder Klettern, wobei der Informationsgehalt allerdings nicht allzu groß ist. Haptisch sind das Buch und seine Seiten ein Genuss. Der Umschlag ist aus fester dicker Pappe (?), während die Seiten aus stärkerem Papier gemacht sind, sodass man wie bei einem Photoband richtig etwas zwischen den Fingern hat. Als kleines Schmankerl ist in die hintere Umschlagseite ein Rechteck geschnitten, in dem sich ein kleines Heftchen (wohl DIN A6) befindet, das nochmals alle Rezepte des Buches beinhaltet. Ideal also für unterwegs, denn da möchte man diesen Wälzer sicherlich nicht dabeihaben (immerhin wiegt er knappe 1,5 kg).
Was die Rezepte betrifft, die ja den eigentlichen Inhalt des Buches darstellen, bin ich etwas zwiespältig. Einiges davon habe ich nachgekocht, allerdings am heimischen Herd und nicht draußen auf einem Gaskocher oder am Lagerfeuer. Die Sachen waren gut, keine Frage: die spanische Tortilla, die superschnellen Spaghetti Carbonara oder das Tabouleh, alles hat geschmeckt - aber etwas Besonderes oder Ausgefallenes war es nicht. Und das mit dem draußen Kochen: Wenn ich mir diese Zutatenlisten ansehe (nicht alle, aber sehr viele), ist mir klar, dass ich einen Extrarucksack alleine für die Lebensmittel und Kochutensilien benötige. Das tue ich mir bestimmt nicht an.
So bleibt als Fazit: Ein nettes 'Coffeetablebook' ;-) mit Rezepten, die man so oder so ähnlich in -zig anderen Kochbüchern auch finden kann und für 'Outdoor-Cooking' meiner Meinung nach nur bedingt geeignet sind.
Rezensionen von Xirxe:
Idyllisches Landleben? Nicht in diesem Buch!
Niemand ist bei den Kälbern von Herbing Alina
Das Landleben hat Konjunktur. Zahllose Zeitschriften schießen wie Pilze aus dem Boden und lobpreisen das idyllische und naturnahe Leben fern der Großstadt; viele träumen von einem Zuhause weit weg von Hektik und Autolärm. Dass das Leben fern von jeglichem Trubel aber auch ganz anders aussehen kann, zeigt die junge Autorin Alina Herbing sehr überzeugend in ihrem ersten Buch.
Christin ist die Hauptperson, Mitte 20, die im Nordwesten Mecklenburg-Vorpommerns aufgewachsen und nie von dort weggekommen ist. Man erlebt ihre Welt aus ihrer Perspektive und die ist sehr häufig alles andere als erfreulich. Seit kurzem lebt sie mit ihrem Freund zusammen, der einen Milchviehbetrieb gemeinsam mit seinem Vater führt, der nicht sehr erfreut ist über die Wahl seines Sohnes. Denn Christin interessiert sich weder für die Kühe noch mag sie die Hofarbeit. Am liebsten würde sie in der Stadt einen Bürojob haben, Mittags einen Cappucchino trinken und abends in einem schönen Kleid ausgehen. Doch in Schattin, wo sie lebt, ist das undenkbar. Man könnte Mitleid mit dieser jungen Frau haben, wenn, ja wenn sie nicht so unglaublich gefühlsarm und verantwortungslos wirken würde, sich aber gleichzeitig ohne Protest erniedrigen lässt. Sie lügt, betrügt, trinkt viel zu viel, wird geschlagen und überwacht - und es wird bald deutlich, dass dies nichts Ungewöhnliches ist.
Nach dem ersten Drittel war ich sicher, dass Christin eine völlig unsympathische Person ist, während ich die Darstellung des sonstigen Landlebens und seiner BewohnerInnen etwas überzogen fand. Doch ich musste meine Meinung revidieren. Denn nach und nach kamen Einzelheiten zum Vorschein, so beiläufig wie Nebensächlichkeiten, die in einem halbwegs intakten sozialen Umfeld für tagelangen Gesprächsstoff und Handlungsbedarf sorgen würden. Von Christins SchulfreundInnen sind bereits drei gestorben, Alkoholmissbrauch ist eine Selbstverständlichkeit, auf kriminelle Energien ist man stolz usw. Je länger ich durch ihre Augen in diese Welt blickte, umso mehr begann ich ihre Handlungsweisen zu verstehen, auch wenn ich sie bestimmt nicht gutheißen konnte. Die Autorin schildert Christins Erleben so überzeugend authentisch, dass man wirklich mit ihr lebt und leidet - teils auch voller Abneigung.
Es ist ein tolles, ein schreckliches Buch, das uns eine Welt zeigt, die es hier, bei uns, auch gibt. Und sie ist gar nicht so weit entfernt, obwohl sie nur sehr selten wahrgenommen wird, wenn überhaupt. Danke für diesen Einblick! Und ich warte gespannt auf das nächste Buch dieser tollen Autorin!
Rezensionen von Xirxe:
Ausbaufähiger 'Erstling' mit einigen Schwächen
Niemand ist bei den Kälbern von Herbing Alina
Die achtjährige Lycke ist verschwunden, am helllichten Tag. Ellen, Reporterin eines TV-Senders, soll recherchieren und darüber berichten, was sie schwer belastet. Denn ihre Zwillingsschwester verschwand ebenfalls mit acht Jahren und Ellen versucht seit damals, damit klar zu kommen. Vergebens...
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von vier Frauen, was vermutlich unter anderem die Zahl der Verdächtigen vergrößern soll.
Da gibt es beispielsweise Helena, Lyckes Mutter, die sich viel zu wenig um ihre Tochter kümmert. Chloé, die zweite Frau von Lyckes Vater, die dem kleinen Mädchen nur Eifersucht und Ablehnung entgegenbringt. Und Mona das Kindermädchen, wohl die einzige, die Lycke wirklich liebt. Die Suche nach dem Kind mag zwar das Hauptthema sein, doch der Autorin scheint es auch am Herzen zu liegen, insbesondere die Schwierigkeiten aufzuzeigen, die sich für Kinder nach einer Scheidung der Eltern ergeben: die wenige Zeit der Alleinerziehenden durch die Mehrbelastung, Probleme mit neuen PartnerInnen eines Elternteils. Auch Mobbing in der Schule wird angerissen und die Ignoranz der dortigen Verantwortlichen. Selbst die Lösung des Falles wird zu einer Anklage gegen diejenigen, die ihre Kinder vernachlässigen.
Nun mag dies Alles durchaus löblich sein, doch ein Krimi ist ein Krimi ist ein Krimi, in dem der Fall im Mittelpunkt stehen sollte. Da zudem die privaten Verhältnisse von Ellen, der Reporterin, mindestens ebensoviel Raum einnehmen wie die Suche nach Lycke, wirkte letzteres auf mich fast nur noch wie ein Thema unter vielen. Dazu kommt eine Fast-Liebesgeschichte, Ellens Verwicklung in den Fall und zuguterletzt auch noch ein Teil-Happyend, was auf mich wenig überzeugend wirkte (nach sooo vielen Jahren? Und vorher war kein Gespräch möglich?) - alles ein bisschen viel für nur ein Buch.
Doch aller Anfang ist bekanntlich schwer :wink: Und da die Autorin durchaus weiß, wie man eine Geschichte spannend erzählt, wird vielleicht ihr zweites Werk etwas weniger verzettelt sein.
Rezensionen von Xirxe:
Eine grauenvolle Jugend in Altötting
Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend,6 Audio-CD von Andreas Altmann
Dass die Fünfziger Jahre aus Kindersicht nicht gerade eine Zeit waren, in der liebevolle und fürsorgliche Eltern (meist) eine Selbstverständlichkeit gewesen sind wie heutzutage, ist vermutlich nicht nur den entsprechenden Jahrgängen bewusst, sondern auch den danach Geborenen. Noch immer wirkten die Folgen des III.
Reiches, es hatte Zucht und Ordnung in der Familie zu herrschen, der Vater hatte das Sagen im und die Kirche ausser Haus. Und den Nachbarn gegenüber musste stets die perfekte Welt dargestellt werden.
Auch Andreas Altmann wurde in eine solche Welt hineingeboren und was er darüber erzählt, ist so grauenhaft, dass ich mir noch immer kaum vorstellen kann, dass es so etwas einmal gegeben hat (und entsetzlicherweise vielleicht noch immer gibt). Ein Vater, der gegenüber seiner Frau und seinen Kindern derart lieblos, jähzornig und auch brutal ist, dass Alle froh sind, wenn sie ihn nicht sehen und teilweise Mordgedanken hegen. Eine Mutter, die es nicht wagt, sich gegen ihren Mann zu erheben, auch nicht um ihre Kinder zu schützen und sich stattdessen in den Glauben flüchtet. Lehrer, die Freude daran haben, ihre Schüler zu quälen und ihnen Dinge einbleuen, mit denen sie ihr Leben lang zu kämpfen haben. Es ist ein Horror, der sich tagtäglich im Hause Altmann ereignet und in dem es hauptsächlich darum geht, irgendwie den Tag zu überstehen.
Andreas Altmann liest das Hörbuch selbst und man merkt überdeutlich, wie er seinen Vater verachtet und noch immer zornig auf ihn ist. Seine rauhe Stimme mit dem leichten bayrischen Einschlag ist wütend, wenn er all die Erinnerungen wieder hervorruft und obwohl er versucht, ein gewisses Verständnis aufzubringen (der Vater als junger Mann im Krieg, ein frustrierendes Leben in Altötting) ist klar, dass er ihm nie verziehen hat und es auch nicht tun wird.
Als Dreingabe zu diesen Jugenderinnerungen gibt es noch vier Erzählungen aus dem Buch 'Dies beschissen schöne Leben', ebenfalls vom Autor selbst gelesen. Insbesondere die Erste dürfe allen Bibliophilen ans Herz gehen ;-) Altmann schildert ausführlich den Beginn seiner Buch- und Lesebesessenheit, die ihn sogar kriminell hat werden lassen. Auch wenn nicht Alle so weit gehen würden wie er, dürften viele die Gefühle und Erfahrungen bekannt sein, die er uns mitteilt. Eine verwandte Seele ;-)
Rezensionen von Ela_Ela:
Toller Abschluss einer tollen Serie : D
Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend,6 Audio-CD von Andreas Altmann
Als Maverick Cage die junge Reese Dumas kennenlernt, ist ihm sofort klar, dass er sich von ihr fernhalten sollte. Während der aufstrebende Untergrundkämpfer sein ganzes Leben darauf ausgelegt hat, eine Legende im Ring zu werden, ist es Reese bestimmt, gegen ihn zu sein und seinen Untergang herbeizusehnen.
Denn Reese ist keine geringere als die Cousine von Remington Tates Frau - und auf Mavs Weg zum Ruhm gilt es nur noch, den legendären Riptide zu bezwingen!
Auf den letzten Teil der Real-Reihe habe ich jetzt lange warten müssen bzw wusste ich gar nicht das noch ein 6. Teil geplant war. Ich dachte nach dem 5. Band ist es abgeschlossen. Trotzdem habe ich mich gefreut auch wenn es jz länger gedauert hat bis ich es gelesen habe.
Schade fand ich nur das Pandora & Melanie nicht mit einem Wort erwähnt werden aber Reese kennt die beiden ja nicht.
Ich fand es wieder toll dieses Buch aus beiden Perpektiven lesen zu dürfen und ich war fasziniert das Katy Evans uns zeigen wollte das Benny The Sorpion wenigstens etwas gutes getan hat. Maverick ist das absolute Gegenteil von seinem Vater und das fand ich so toll, ich mochte ihn richtig gern und konnte Reese vollkommen verstehen das sie sich Hals über Kopf in ihn verliebt hat.
Aber mein liebster Charakter war Racer, der Kleine ist so putzig und megasüß, ich wollte ihn die ganze Zeit knuddeln. Ich fand es auch toll das Brooke & natürlich auch Remy wieder eine größere Rolle hatten.
Fazit: Vielen Dank Katy Evans für diese tolle Serie und dieses teilweise vorhersehbares Ende. Ich wüsste nicht wenn ich gewinnen lassen sollte, aber sehr souverän gelöst. Von mir bekommt dieses Buch 5 Sterne.
Serie:
1. Real - Nur für dich (Brooke)
2. Mine - Ich gehöre dir (Brooke)
3. Remy - Du allein (Remy)
4. Rogue - Wir gegen die Welt (Melanie)
5. Ripped - Allein für dich (Pandora)
6. Revenge - Niemand außer dir (Reese)
Rezensionen von rewa:
Die Leiden des jungen Karli
Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend,6 Audio-CD von Andreas Altmann
Wie sehen typische Mitbewohner in einer deutschen WG aus? Da wäre einmal der adelige Karli, der nicht immer Glück bei Frauen hat, obwohl er jeder hinterherläuft. Bei einem Blitzchatting lernt er eine tolle Frau kennen, die sich letztendlich als seine Mutter entpuppt. Sein Schicksal ist es, dass er immer wieder einmal eine auf die Nase bekommt und aus einer Ohnmacht im Spital erwacht, wo er stets einer Vermummten in die Augen blickt.
Gregor, als sein wissenschaftlicher Freund weiß, dass die Menschheit nicht echt ist, alle Lebewesen nur programmiert sind und es uns in Wirklichkeit gar nicht gibt. Dabei schwebt er immer wieder Mal in anderen Sphären herum wenn er jedem erklärt, wie wichtig doch das PI für unser Leben ist.
Undine, als einziges weibliches Wesen in der WG geizt nicht mit ihren Reizen und lässt so manches Männerherz nachts ein wenig höher schlagen.
Der schwule Paul ist ein Freund in allen Lebenslagen und würde sich gerne von einem syrischen, illegal eingewanderten Richter bestrafen lassen.
Justin, der Voyeur, dem keine sexuelle oder unmögliche Handlung zu peinlich ist um sie nicht mit seiner Kamera einzufangen und sie dann jedem freudenstrahlend zu präsentieren.
Und Frank, von Beruf Bürgermeistersohn, der keine Party auslässt und die Bundeskanzlerin natürlich persönlich kennt.
Als Karli jeden Tag mit seiner zickigen rothaarigen Nachbarin im Stiegenhaus zusammen kracht, weiß er noch nicht, wie sich sein Leben dadurch verändern wird.
Dem Autor Karsten Gebhardt ist mit dem Roman ,,Von Meersberg, Raum 13!´´, ein abgefahrener, skurriler und manchmal auch sehr überdrehter Roman gelungen. Seine Protagonisten reichen von sexuell ferngesteuert bis zu völlig durch geknallt. Bei all den witzigen und humorvollen Geschichten hat der Autor aber auch politische und tagesaktuelle Probleme der Gesellschaft mit eingebaut. Obwohl der Schreibstil ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, da er manchmal mit einem eigenwilligen Satzaufbau jongliert, kommt man mit der Handlung gut zu recht. Kurze Kapitel bieten eine schnelle Abwechslung der verschiedenen Geschichten. Man trifft Alien´s genauso, wie Mitglieder einer Mittelalterkommune, die Verbrechen mit Stockhieben ahnden und selbst ein Stier überlebt einen Lachkrampf natürlich nicht.
Wer ungewöhnlich handelnde Protagonisten und Slapstickeinlagen erleben möchte, der ist bei diesem Roman an der richtigen Stelle.
Rezensionen von TanyBee:
Am Wendepunkt
Ab morgen wird alles anders von Anna Gavalda
Yann führt eigentlich ein gutes Leben: er hat nach anfänglichen Schwierigkeiten einen Job gefunden, mit dem er Geld verdient. Er hat eine Freundin, eine günstige Wohnung. Es ist nicht sein Traumjob und seine Freundin geht ihm manchmal auf die Nerven, aber ist das nicht immer so? Eines Tages lernt er durch Zufall seine Nachbarn kennen, Alice und Isaac, ein sehr ungleiches Paar mit zwei Kindern.
Er spürt die Leidenschaft, mit der die beiden leben, die Liebe. Diese Begegnung öffnet ihm die Augen, lässt ihn über sein eigenes, bequemes Leben hinaus blicken.
Die Personen in Anna Gavaldas Erzählungen sind alle an einer Art Wendepunkt in ihrem Leben. Ich bin sonst nicht größte Fan von Erzählungen: oft sind sie mir zu rätselhaft, es bleiben zu viele Fragen offen. Die Romane von Anna Gavalda mochte ich sehr, deswegen hab ich mich hier auch an die Erzählungen gewagt. Die Autorin hat es geschafft jeder Geschichte eine ganz eigene Erzählweise, einen eigenen Ton zu verleihen, was mir sehr gefallen hat. Vor allem die umgangssprachliche Erzählweise von ?Mathilde? ist sehr unterhaltsam, wenn auch die Geschichte insgesamt tatsächlich etwas rätselhaft bleibt.
Die Geschichten ?Yann? und ?Mathilde? haben beide ca. 100 Seiten, die anderen drei sind deutlich kürzer. ?Yann? und ?Meine Kraftpunkte? sind meine persönlichen Favoriten.
Das Buch inspiriert den Leser darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist im Leben und ob wir wirklich immer den einfachsten und komfortabelsten Weg gehen sollten. Es ist ein Aufruf zur Lebensfreude, Begeisterung und Menschlichkeit. Besonders mag ich an Gavaldas Stil, dass die Charaktere so lebendig wirken. Wie gute Freunde: nicht perfekt, aber sehr liebenswert.
Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch zur Hand genommen habe, obwohl es ?nur? Erzählungen sind. Eine sehr kurzweilige und trotzdem berührende Lektüre.
Rezensionen von vielleser18:
Hat mich vollkommen fasziniert
Die Geschichte eines neuen Namens - Jugendjahre (Neapolitanische Saga 2) von Elena Ferrante
"Die Geschichte eines neuen Namens" ist der zweite Teil des Neapolitanischen Zyklus von Elena Ferrante (Pseudonym). Die Protagonistin Elena erzählt in ihm über ihre Jugendjahre.
Ich kannte den ersten Teil noch nicht, kam aber dank der am Anfang vorgestellten Protagonisten gut in diese Geschichte hinein.
Es geht um Elena, genannt Lenù, ihren Freundin Lina (von ihr Lila genannt) und um viele Familien aus dem neapolitanischen Rione, aus dem die beiden stammen. Es ist ein Arbeiterviertel, ein armes Viertel. Familien, in denen die Kinder schon früh mitarbeiten müssen. Es sind die 50er und 60er Jahre. Bildung ? Meistens fingen die Kinder nach der Grundschule an zu arbeiten. Anders Elena, die Abitur macht.
In diesem zweiten Band geht es auch um Beziehungen, Freundschaften und Ehen. Lila heiratet mit 16 Jahren. Doch glücklich wird sie nicht. Es war ein entfliehen aus ihrer Familie, sie hat materiele Güter, ein - für ihre Verhältnisse - Luxusleben. Sie kann ihre Fähigkeiten an der Arbeit einsetzen, bringt Schwung in die Läden, doch sie verkümmert innerlich. Denn es ist nur der materielle Schein, es ist kein Eheglück vorhanden.
Elena hingegen geht in ihrem Lernen, ihrem Wissen auf. Doch die ganze Zeit kann sie sich innerlich nich von ihrer KIndheitsfreundin abnabeln. Sie hängt an ihr, bewundert sie, beneidet sie. Lenú scheint alles mühelos zu gelingen.. Ihr fällt alles zu, was Elena sich hart erarbeiten muss. Doch manchmal trügt auch der Schein.
Es ist eine wechselvolle Geschichte, mit vielen Tiefen und manchen Höhen. Beim Lesen erkennt man die unsichere Elena, die ganz anders ist als ihre vorlaute, extrovertierte Freundin.
Vor allem glaubt man als Leser, dass die Autorin hier ein biografisches Buch geschrieben hat. gerade weil sie dieses geheimnisvolle Pseudonym, hinter dem sie sich im verborgenen hält. den gleichen Vornamen wie die Hauptprotagonistin hat. Und weil sie aus der Ich-Perspektive erzählt und es eine vor allem sehr gute Sicht auf das Seelenleben der jungen Elene gibt. Es ist eine Geschichte in der Retroperspektive geschrieben, aber sehr detaillvoll, so dass man sich als Leser mit hinein versetzt fühlt in die 50er und 60er Jahre. Man spürt beim Lesen förmlich die Unsicherheit der Protagonistin, ihr bestreben beim Lernen und vor allem ihre Entwicklung. Es klingt nach einer authentischen Geschichte, weil man vollkommen in ihr Leben eintauchen kann.
Ich empfande das Buch nicht als langweilig, obwohl es keinen großen Spannungsbogen gab. Vielmehr hat mich Elenas Leben, ihre Gedanken, fasziniert. Es ist wie das Eintauchen in eine andere Zeit, der Zeit meiner Elterngeneration. Das Leben einer früheren Generation, aber hier konnte ich es vor meinem inneren Augen förmlich nachfühlen, nacherleben. In eine andere Haut schlüpfen.
Es ist eine - für mich- andere Welt, eine, in der kaum Hoffnung besteht, das Viertel, in das man hineingeboren worden ist, zu verlassen. Bei denen Menschen tagein und tagaus schuften und nicht viel erreichen. Indem Banden das sagen haben. Gewalt fast zur Tagesordnung gehört. Jeder alles -oder fast alles- über seine Nachbarn weiß. Es fasziniert, schreckt öfters aber auch ab. Und doch - immer wieder ist da ein Hoffnungsstrahl in all diesem Elend.
Ich werde jetzt auf alle Fälle die KInderjahre mit "Meine geniale Freundin" nachholen und warte gespannt auf die weiteren zwei Bände. Die Autorin hat mich gepackt, hat mein Interesse an Elena und ihrem zukünftigen Leben geweckt.
Fazit:
Diese Geschichte hat mir ein interessantes Bild auf die 50-und 60er Jahre in einem Arbeiterviertel Neapels gezeichnet und die Entwicklung einer Protagonistin mit all ihren Träumen, Ängsten, Schmerzen und Erfolgen aufgezeigt. Ein Buch, dass für mich eine sehr realistische/authentische Geschichte widergespiegelt hat.







