Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Eva Hafner, Buchhandlung HEYN, Klagenfurt:
Genial!
Der Mittagstisch von Ingrid Noll
Lustig, bissig - nur zu empfehlen!
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Eva Hafner, Buchhandlung HEYN, KlagenfurtRezensionen von StefanieFreigericht:
Die Seite des Lichts und die Seite der Dunkelheit
Der Mittagstisch von Ingrid Noll
Die Seite des Lichts und die Seite der Dunkelheit bezieht sich auf S. 264
Der "Unterricht" lief gut - die 21jährige Alessa hat es unbemerkt geschafft, hoch an venezianischen Hauswänden und über Dächer zu klettern, ein geschlossenes Fenster und schließlich ein Schloss zu öffnen. Ihre Kletterkünste sind es, wofür der Großvater, Meisterdieb der alten Schule, sie wenig schmeichelhaft "Gecko" nennt; sie setzt die Familientradition fort wie schon ihre früh verstorbenen Eltern.
Die einzige, die aus der Familientradition ausbrach, war ihre Tante, eine Schauspielerin, die jetzt im Sterben liegt, nicht jedoch, ohne dafür zu sorgen, dass Alessa von dem Familiengeheimnis erfährt: die Eltern waren ermordet worden, weil sie bei der "Arbeit" an kompromittierende Unterlagen gelangt waren. Der "Schlüssel" für deren Versteck ist ein blaues Medaillon, das jetzt an die Nichte geht. Doch direkt nach der Heimkehr aus dem Trauerhaus findet die junge Frau daheim ihren Großvater vor, ermordet. Der Mörder ist noch im Haus…
In diesem Roman über das Jahr 1676 zwischen Venedig und Celle verwebt Autorin Martha Sophie Marcus geschickt fiktives Personal mit historischen Persönlichkeiten sowie dem Brauch, zur Unterhaltung bei Hofe Künstlertruppen auftreten zu lassen und sich selbst an dem Schauspiel zu beteiligen, ehrlich gesagt das erste Mal, dass ich die Figuren der Commedia dell’arte nachvollziehbar fand. Der Roman selbst ist ein angenehmer Zwitter aus historischem und Abenteuer-Roman mit einem Schuss Romantik, bleibt jedoch weitgehend frei von Kitsch und rührseliger Melodramatik (das erste, was für mich etwas "weniger" hätte sein dürfen, war: "…nur einen Wimperschlang später küssten sie sich, als wäre es in ihrem Gespräch nie um etwas anderes gegangen, als den richtigen Zeitpunkt für einen Kuss zu finden." und kommt erst auf Seite 169, also, sei’s drum). Dafür gibt es als Ausgleich sehr viele ziemlich humorvolle Stellen, herrlich die Szene mit den Hosen (man lernt gelegentlich eine mildere Version von Kempf kennen, dem man eine solche Aktion wünschte).
Ja, die Romantik war mir (wie meistens bei Romantik) ein klein wenig vorhersehbar, viele der spannenden Wendungen so jedoch gar nicht, womit man mit diesem Buch schlicht eine breite Zielgruppe an breiter Front glücklich machen dürfte; insgesamt jedoch wohl eher ein "Frauenschmöker", sorry Jungs, der mir Spaß gemacht hat: Allein aufgrund der weiblichen sympathischen Hauptperson, die aufgrund ihrer besonderen "Profession" und ihrer Tarnidentität sicher über mehr Freiheiten verfügte als für Frauen der Zeit üblich. Wie häufig, ziehe ich selbst aus historischen Romanen, die in der früheren Neuzeit in Deutschland handeln, für mich persönlich meist etwas weniger das Gefühl heraus, wirklich extrem viel in das Zeitgefühl einzutauchen (das liegt aber wohl an mir, bei historischen Krimis gelingt es meist), eher sind es für mich die Details, die ich gerne aufnehme, wie hier - gut gemacht - die "echten" Charaktere, die "mitspielen", die aufwendigeren Reisen, die Kleidung, die Standesunterschiede, die venezianische Schauspieltradition, die aufgeführte "Wirtschaft", die Ränkeschmiede am Hof, Wie bemerkt Alessa so schön: "Ich glaube nicht, dass jemals ein Herrscher für längere Zeit mächtig blieb, der nicht bereit war, seine Macht auch durch Erpressung und Mord zu verteidigen." S. 344
Um die Einschränkung für mich zu erklären: mir fällt das Eintauchen in historische Szenarien am leichtesten, je mehr Aufwand ich dafür betreiben muss, z.B. Osmanisches Reich = fremde Region, Kultur, Religion UND Zeit. Das ist aber "Nörgeln auf hohem Niveau", innerhalb des Genres hat das Buch definitiv sehr gute 4 von 5 Sternen und ich würde auch mehr von Martha Sophie Marcus lesen, deren blaues Medaillon für mich so eine Art Überraschungs-Ei ergab: spannend, süß (wenn auch nicht so heftig wie das Schoko-Original), und viel Spiel… in einem überraschend angenehmen Mix. Übrigens schreibt sie ihre Romane abgeschlossen, nicht als Reihen, was fast schon ein Alleinstellungsmerkmal ist, wenn - wie mich - Reihen-Zwänge gelegentlich nerven (wobei ich mir vorstellen könnte, dass Alessas Ausbildung" auch in einem Folgeband mit einem ganz speziellen Partner und einem ganz speziellen Auftraggeber helfen könnte, so eine Art Spionage… – nun, das möchte jeder selbst nach der Lektüre beurteilen).
Rezensionen von S.:
Glück = 13 Millionen?
Herrn Haiduks Laden der Wünsche von Beckerhoff Florian
Herr Haiduk betreibt einen Laden, groß wie ein Nadelöhr, verkauft Zeitungen, Zeitschriften, Süßkram, Zigaretten, nimmt Pakete an und ab und verkauft Lottoscheine. Er mag seine Kunden, ist ihnen gern behilflich. Eine junge Frau, die Französin Alma, kommt oft, liest Magazine durch, spricht nicht, geht wieder.
Ausgerechnet sie findel einen Lottoschein, der 13 Millionen Euro wert ist. Selbst einlösen kommt für sie nicht in Frage, sie möchte den Verlierer ausfindig machen. Zudem fragt sie sich, ob der Besitzer mit einem solchen Gewinn glücklich sein könnte. Herr Haiduk findet das naiv, er möchte Alma schützen und lässt sich auf einen verrückten Plan ein. Die junge Frau bestellt also alle, die behaupten, dass der Schein ihnen gehört, zu einem Gespräch. Sie ist sich sicher, den Richtigen zu erkennen. Ob das gelingt? Schnell erkennt sie die offensichtlichen Schwindler, wird aber auch bedrängt und gerät in unübersichtliche Situationen. Haiduks muskulöser Gehilfe Adamo und er selbst versuchen, sie so gut wie möglich zu schützen. Ist Alma eine unfehlbare Glücksfee, die ein Lottokönig-Casting durchführt?
Der erfolglose Schriftsteller Paul bekommt diese Story - nicht ohne Hintergedanken- von Herrn Haiduk geschenkt.
F. Beckerhoff präsentiert eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Geschichte. Unterschiedliche Charaktere werden treffend gezeichnet, egal, ob gierig, verzweifelt, betrügerisch oder hoffnungsvoll. Wer bekommt den Jackpot? Spannend bis zum Schluss.
Rezensionen von spozal89:
Hammy Rex
Herrn Haiduks Laden der Wünsche von Beckerhoff Florian
Was passiert wenn ein Hamster eine Großpackung Dino-Max Powerbooster Fitnesspulver vernascht? Genau, er mutiert zum Hamstersaurus. Als Sams Klasse einen Klassenhamster bekommt, ist Sam gleich hin und weg von dem kleinen Nager. Weil er da schon ein wenig wie ein T-Rex aussieht, bekommt er den Namen Hamstersaurus Rex.
Als er aber aus dem Käfig ausbricht und das Fitnesspulver vernascht, mutiert er noch mehr zum Dino. Plötzlich werden seine Zähne spitz und sein Schwanz lang und er entwickelt Superkräfte. Aus der ein oder anderen brezligen Situation rettet er Sam und macht sich so den Schlulschläger zum Feind, der absofort den kleinen Hammy Rex jagt. Sam tut alles um seinen kleinen Freund zu beschützen und eine turbulente Schulzeit beginnt.
"Hamstersaurus Rex" ist nicht nur ein Buch für Kinder. Auch mich hat es restlos begeistert.
Das Buch hat soviel Witz und Charme das es total Spaß machte es zu lesen. Toll sind auch die vielen Illustrationen, die im Buch enthalten sind.
Sam ist der typische, nerdige Schüler, der fast keine Freunde hat und der immer vom Schulrüpel in die Mangel genommen wird. Doch mit Hilfe seines kleinen Hamsterfreundes kommt er langsam aus sich raus. Das Buch ist somit nicht nur unterhaltsam sondern zeigt auch noch eine klare Message.
Rezensionen von thora:
Eine neue Zeitrechnung hat begonnen - sehr spannender Roman
Moon Chosen von P. C. Cast
Inhalt/Klappentext:
Die Nr. 1- Bestseller-Autorin der »House of Night«-Serie P.C. Cast, hat mit »Moon Chosen« eine großartige Welt von archaischer Kraft geschaffen. Eine neue Welt, in der die Menschen, ihre tierischen Gefährten und die Erde selbst sich drastisch verändert haben – eine Welt voller Schönheit, Liebe, verbotener Geheimnisse und dunkler Mächte.
Mari gehört zum Stamm der Erdwanderer und ist die Tochter der Mondfrau ihres Clans, Erbin der einzigartigen Heilkräfte ihrer Mutter. Es ihre Bestimmung, einmal ihren Platz einzunehmen und die Frauen und Männer des Weberclans regelmäßig vom Nachtfieber zu reinigen. Doch sie birgt ein Geheimnis in der im Wald versteckten Höhle, in der sie lebt. Und sie fühlt sich noch nicht bereit, ihrem Schicksal zu folgen. Doch als ein todbringender Angriff ihre Welt aus den Angeln reißt, enthüllt Mari die Stärke ihrer Fähigkeiten und entschließt sich, sich selbst und ihr Volk zu retten. Ihr läuft ein Hund zu, der ihr nicht mehr von der Seite weicht. Ihr neuer Begleiter wird allerdings schon gesucht – von ihren Feinden. Als Mari dem Sohn des Anführers, Nik, begegnet, verspürt sie ein zuvor nie gekanntes Gefühl. Sie bricht die Gesetze des Clans und verbündet sich mit ihm, um die Kräfte zu besiegen, die sie alle zu zerstören drohen.
Meine Meinung:
Sehr schöner Roman. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Ich liebe es wenn die Umgebung der Handlung sehr detailiert beschrieben wird. Die Wechsel der Sichtweisen sind sehr spannend und machen es richtig interessant. Die Protagonisten sind auf Anhieb sehr sympathisch. Sie haben ihren ganz besonderen Eigenheiten. Diese werden von der Autorin perfekt in das rechte Licht gerückt. Mari gefällt mir sehr gut. Sie wirkt zu Beginn etwas schüchtern und klein. Dieser Eindruck konnte erfolgreich entkräftet werden. Gegen Ende zeigt sie ihre wahre Persönlichkeit. Bei Nik war ich mir zuerst nicht ganz sicher wie ich ihn sehen sollte. Er ist ein sehr verwirrender Charakter. Ich mag es sehr wie detailiert die Protas geschrieben wurden. Die Geschichte ist von Beginn an sehr spannend und actionreich. Das Zusammenspiel der Charaktere finde ich sehr interessant. Die Gewalttätigkeit in den diversen Szenen fand ich doch ein wenig übertrieben. Ganz wundervoll fand ich die Abschnitte in denen Nik und Mari interagiert haben. Der Abschluss war sehr spannend. Er konnte mich sofort fesseln und ich habe mit den Protagonisten mitgefiebert. Der Cliffhänger hat es wirklich in sich. Ich möchte sofort mit dem nächsten Band fortfahren.
Mein Fazit:
Wundervoller Roman mit kleinen Mankos. Sehr spannende Geschichte mit tollen Protas. Leider auch für meinen Geschmack ein wenig zu gewalttätig.
Rezensionen von manu63:
Die dritte Schwester erzählt
Moon Chosen von P. C. Cast
Die Vampirin ist der dritte Band der Schwestern des Mondes Reihe der Autorin Yasmine Galenorn und in diesem Band übernimmt die jüngste Schwester Menolly die Rolle der Erzählerin.
Die Schwestern D‘Artigo sind halb Fee halb Mensch und jede hat ihre Besonderheiten, Camille die Älteste ist eine Hexe, Delilah, die Mittlere eine Werkatze und die Jüngste Menolly wurde von einem grausamen Vampirclan in eine Vampirin verwandelt.
Nun bedroht dieser Clan die Sicherheit der Protagonisten und Menolly muss sich ihren Ängsten stellen. Immer noch kämpfen die Schwestern an mehreren Fronten und in diesem Band steht Menolly und ihre Geschichte im Mittelpunkt. Dadurch das jeder Band im Wechsel von eine der Schwestern erzählt wird, ergibt sich eine interessante Mischung die mir gut gefällt. Die fantastische Welt der Übernatürlichen Wesen wird gut eingefangen und die verschiedenen Charaktere bekommen im Laufe der Geschichte immer mehr Tiefe. Explizite Szenen von körperlichen Begegnungen kommen ja nach Natur der Schwestern mehr oder minder häufig vor, sind alle bisher geschmackvoll geschrieben und bestimmen nicht alleine das Geschehen. Insgesamt eine interessante Reihe aus dem Fantasygenre das mit bekannten und unbekannten Übernatürlichen Wesen spielt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Klagenfurt einmal anders
Moon Chosen von P. C. Cast
Krimi-Autorin Andrea Nagele lebt in Klagenfurt und bringt uns ihre Heimatstadt abseits der üblichen Touristenattraktionen näher.
Zum einem stellt sie uns bislang nicht so bekannte Naturschönheiten wie z. B. die Spintik-Teiche (Nr. 6) den Friedelstrand (Nr. 22) oder das Kreuzbergl (Nr. 34) und auch den Forstsee (Nr.
101) nicht zu vergessen, vor.
Andererseits nimmt sie uns auf Spaziergänge durch Klagenfurts Altstadt mit. (z.B. unter anderem Nr. 10, 11, 19 und 62).
Mein persönliches Lieblingsgeschäft ist „Der Heyn“, jene Buchhandlung, die noch wie eine Buchhandlung aussieht und auch so riecht. Ein Fixpunkt bei jedem meiner Klagenfurt-Besuche.
Ein Streifzug durch die lukullischen Tempel (Nr. 16, 17, 95) darf auch nicht fehlen.
Klagenfurt ist reich an historischen Gebäuden, antiken und/oder mittelalterlichen Überresten.
Wer genau hinsieht, findet Industriedenkmäler wie den Lendhafen (Nr. 40), Lendkanal (Nr. 41) oder der Schrottenturm (Nr. 52).
Nicht zu übersehen sind der neue Turm des Pyramidenkogels (Nr. 5) und das Millionengrab des Hypo-Alpe-Adria-Desasters (Nr.26).
Meine Meinung:
Wer die Landeshauptstadt Kärntens, dem südlichsten Bundeslandes Österreichs, mit offenen Augen durchwandert und sich nicht scheut per Rad oder Auto die nähere Umgebung zu erkunden, wird einiges entdecken, was sonst beim Durchqueren des Landes auf dem Weg zur Adria verborgen geblieben wäre.
Ich werde dieses Buch bei meinem nächsten Aufenthalt in Klagenfurt mitnehmen und ein paar der 111 Orte rund um den Wörthersee (wieder)entdecken.
Die wahre Kunst ist es, die vielen, liebevoll zusammengetragenen Informationen auf eine Seite zu bringen. In den Fotos liegt viel Liebe. Sie lenken das Auge des Betrachters auf interessante Details.
Fazit:
Ein Reiseführer der etwas anderen Art. Wir können Klagenfurt abseits der Touristenpfade von seiner „privaten“ Seite kennenlernen.
Rezensionen von cosmea:
Drei Tage und ein Leben von Pierre Lemaître
Die Handlung von Pierre Lemaitres neuem Roman “Drei Tage und ein Leben“ spielt 1999 kurz vor Weihnachten in Beauval, einem kleinen Ort in der Provinz. Der 12jährige Antoine lebt bei seiner Mutter. Der Vater hat die Familie verlassen. Odysseus, der Hund des Nachbarn Desmedt, ist ihm das Liebste auf der Welt.
Mit ihm und dem 6jährigen Rémi Desmedt, verbringt er seine Tage im Wald, wo er ein Baumhaus baut. Eines Tages erschießt der Nachbar den von einem flüchtigen Autofahrer verletzten Hund, statt ihn zum Tierarzt zu bringen. In unkontrollierbarer Wut zerstört Antoine das geliebte Baumhaus und erschlägt den kleinen Rémi mit einem Ast. Anschließend versteckt er die Leiche im Wald und spricht mit niemand über das, was passiert ist. Zwei Tage lang rechnet er jeden Augenblick mit der Entdeckung der Leiche und seiner Verhaftung, aber schwere Stürme verwüsten die Region, und die Suche nach dem verschwundenen Kind hat nicht mehr oberste Priorität. Für Antoine ist von einem Augenblick zum andern nichts mehr, wie es war. Er wird seine Ängste und Schuldgefühle nie mehr los, versucht aber dennoch, ein halbwegs normales Leben zu führen. Er weiß so gut wie der Leser, dass er seiner Strafe nicht entgehen wird, aber bis zur überraschenden Auflösung es ein weiter Weg.
Der Roman ist sehr packend. Es ist kein Whodunit – der Täter und die Umstände der Tat sind von vornherein bekannt. Es ist auch kein Krimi, denn es geht nicht um die Erforschung der Vorgeschichte eines Verbrechens. Lemaitre hat einen düsteren Roman, einen “roman noir“ geschrieben, in dem er fragt, was nach einer solchen Tat geschieht. Wie lebt man mit dieser Schuld? Kann es danach noch Normalität geben? Goncourt-Preisträger Lemaitre erzählt eine Geschichte, die berührt und beeindruckt. Ein sehr empfehlenswertes Buch.
Rezensionen von cosmea:
Leben im Prekariat
Drei Tage und ein Leben von Pierre Lemaître
Sophie, eine junge Frau in den 30ern, hat ihren Job bei einer Zeitung verloren und kämpft seitdem ums Überleben. Nach Auslaufen des Arbeitslosengelds ist sie auf die Sozialhilfe angewiesen, für die sie unzählige bürokratische Hürden überwinden muss. Sie lebt in einem 12 qm großen, spartanisch eingerichteten Zimmer und hat nahezu alles im Internet verkauft, was sich zu Geld machen lässt.
Oft bleiben ihr nur wenige Euro für das letzte Monatsdrittel. Selbst Billignahrungsmittel aus dem Supermarkt können nicht verhindern, dass sie Hunger leidet. Ihre Familie hilft ihr nicht. Zumindest ihre sechs Brüder, die sich alle “eine Existenz aufgebaut haben“, wissen nichts von ihrem Elend. Sie hat in Hector ihren einzigen Freund, der ähnlich knapp bei Kasse ist, aber als eingefleischter Schürzenjäger hat er zumindest noch etwas mehr Ablenkung als Sophie. Sophie möchte finanziell unabhängig werden, indem sie einem Roman schreibt. Dabei erlebt sie kuriose Schwierigkeiten. Ihre Figuren melden Ansprüche an. Sie wollen auf bestimmte vorteilhafte Weise dargestellt werden – als Charaktere und sogar drucktechnisch. Auch ihr persönlicher Dämon Lorchus mischt sich immer wieder ein, Gegenstände wie der Toaster sprechen mit ihr.
Divrys Roman ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich, innovativ, extravagant. Es gibt lange katalogartige Listen von Aufzählungen und ausgefallene Metaphern und immer wieder typografische Besonderheiten. Die Autorin geht sehr kreativ mit der Sprache um. Da gibt es Neologismen wie speziöses Spezimen, Sozialhilfeempfangsberechtigungsbescheinigung, postschmausastisches Syndrom usw. Die Mutter horchhakt nach, widernörgelt, kraquäkt, seufzetert, pflichtpampt, unkzürnt usw. Der deutsche Leser ahnt, was für eine gewaltige Herausforderung dieses Buch für die Übersetzerin war, denn die sprachlichen Spielereien gibt es auch im Original. Das Buch ist interessant und durchweg auch deshalb lesbar, weil es viel Humor - zum Teil der derbsten Art - enthält, obwohl es die Situation einer hungernden Langzeitarbeitslosen realistisch und kritisch und ohne jede Larmoyanz darstellt. Deutliche Sozialkritik findet sich auch an anderer Stelle, zum Beispiel in ihren Ausführungen zum Verschleierungsverbot oder zu unzumutbaren Verhältnissen am Arbeitsplatz inklusive sexueller Belästigung. Für mich ist Sophie Divrys Roman ein gut lesbares Experiment, bei dem man sich nicht langweilt.
Rezensionen von rewa:
Antworten, zum ganzheitlichen Bewusstsein
Drei Tage und ein Leben von Pierre Lemaître
Der Autor Bastian Aue war jahrelang als erfolgreicher Unternehmer und Business Coach tätig, bis ein spirituelles Erlebnis sein Leben verändert hat.
In dem kleinen Büchlein ( 124 Seiten) ,, Frei von der Seele´´ bietet der Autor ein Sammelsurium unterschiedlichster Bereiche und verschiedensten Themen wie z.
B. Was ist unser Leben wert; Bestimmt die Angst Dein Leben? oder Ich darf an Wunder glauben.
Als Gebrauch- und Leseempfehlung schlägt der Autor vor einfach eine Seite auf zu schlagen, zu lesen, das Buch wieder weg zu legen oder das damit zu machen, wozu man gerade Lust hat.
Es gibt viele Dinge zu lesen, die man bereits aus seinen vorigen Büchern kennt, es gibt Gedankenanstöße, Provokationen, wo man als Leser nicht genau weiß, wie man damit umgehen soll. Und manche Textstellen lassen auch Verwirrung zurück, weil sie entweder zu spirituell oder zu realitätsfremd klingen.
Schlagworte wie ,, Scheitern ist Teil unseres Lebens; Der innere Kompass kennt den Weg oder Leben im Hier und Jetzt´´ klingen gut, sind aber nicht leicht sich damit zu identifizieren.
Wie gesagt, man kann jederzeit einen Blick in das Buch werfen und sich das heraussuchen, was für einen gerade stimmig ist.
Ein Textauszug aus seinem Buch: Der häufigste Weg zur eigenen Erkenntnis ist erstmal die Ablehnung von Menschen, Verhalten und Dingen, damit wir unsere eigenen Bedürfnisse und Wünsche wahrnehmen.





