Kunden em pfehlungen
Rezensionen von heinoko:
Starker Anfang, schwaches Ende
„Ein Paris-Krimi“ heißt es im Untertitel. Von Paris wird man allerdings kaum etwas lesen, vielleicht ein paar Straßennamen, ein Metroschild, ein Park. Mehr nicht.
Claire und Philippe – ein Ehepaar nach klassischem Modell. Er verdient gutes Geld in seinem Job, sie sorgt perfekt für Haushalt und Kinder.
25 Jahre lang. Bis Philippe sich in Isabelle verliebt und mit ihr ein neues Leben anfangen will. Die alte Geschichte. Aber Claire spielt nicht mit…
Der Roman beginnt überaus spannend, fesselnd. Kurze Kapitel intensivieren das Geschehen. Die geschilderten Personen sind – erst einmal – glaubhaft dargestellt und das Grausame schleicht sich quasi durch die Hintertür in die Handlung. Der Leser liest atemlos Seite um Seite. Und dann wird es zunehmend unglaubwürdig. Die Handlung hebt ab und der mitdenkende Leser rückt ab. Zu viele sachliche Fehler (z. B. Übelkeit bei weit fortgeschrittener Schwangerschaft??) und ein Plot, der sich ins Abstruse verliert, lassen die Freude am Buch zunehmend geringer werden. Ein überraschendes Ende, ja – aber der Leser ging schon viele Seiten vorher verloren. Wie schade. Dass die Autorin richtig gut schreiben kann, beweist sie eindrücklich. Wo war hier das Lektorat, das noch Einiges hätte retten können – am Plot, an Details, an Logik?
Rezensionen von christina.hirschberger@gmail.com:
Düstere Geschehnisse am Brenner
Nachts am Brenner von Lenz Koppelstätter
Zur Leseerfahrung
In diesen Krimi wurde so ziemlich alles reingepackt, was man sich vorstellen kann: Wir bekommen es mit einem grausamen Mord zu tun mit Verbindung zu Grauners Vergangenheit, aber auch Schmuggel, Drogen, Flüchtlinge und deutsche Vergangenheit sucht man nicht vergebens. Die einzelnen Aspekte für sich fand ich sehr spannend, allerdings zu viel für einen einzigen Band.
Dadurch wurden sie alle nur kurz am Rand angerissen und wirkten teilweise etwas zu konstruiert.
Die Charaktere sind eine Stärke von Lenz Koppelstätter. Besonders den Commissario Grauner schließt man mit seinen Ecken und Kanten schnell ins Herz. Was bei diesem Fall etwas schade ist, dass die Protagonisten größtenteils auf eigene Faust handeln. Ich hätte mich über mehr Zusammenarbeit von Grauner mit seinem neapolitanischen Kollege Saltepete und der Sekretärin Tappeiner gefreut, weil die Charaktere sehr unterschiedlich sind. Bei einer Zusammenarbeit wäre das sicher interessant geworden.
Die Krimis des KiWi-Verlags mag ich besonders aufgrund der atmosphärischen Lokalitäten sehr gerne. Auch bei diesem Band wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht: Koppelstätter versteht es, eine düstere, unheimliche Stimmung entstehen zu lassen, in der die Nacht noch ein bisschen schwärzer erscheint.
Zum Fazit
Dieser Krimi hatte großes Potenzial, welches leider nicht gänzlich ausgeschöpft wurde. Trotzdem freue ich mich auf den vierten Band, der durch einen geschickten Cliffhanger im Epilog versprochen wurde.
Zu den Eckdaten
Titel: Nachts am Brenner
Autor: Lenz Koppelstätter
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3462050080
Seiten: 325
Preis: 10,30 €
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Ein Frauenschicksal...
Die Mutter meiner Mutter von Sabine Rennefanz
Sabine Rennefanz erzählt die dramatische Geschichte ihrer Großmutter Anna. Sie wurde als Kind aus ihrer Heimat vertrieben, war monatelang auf der Flucht und landete schließlich in dem kleinen Ort Kosakenberg. Dort wird sie den größten Teil ihres Lebens verbringen: sie heiratet, eine Familie wird gegründet.
Der Großvater ist freundlich, lustig und für Sabine ein wirkliches Vorbild. Die Großmutter dagegen ist eher unnahbar und distanziert. Aber Sabine und ihre Mutter erfahren so nach und nach die wahre Geschichte ihrer Familie, die grausamen Geheimnisse, die hinter dem befremdlichen Verhalten der Großmutter stehen. Geheimnisse, die das bisherige Bild der eigenen Familie völlig auf den Kopf stellen.
Der Stil der Autorin ist klar und unkompliziert. Die einzelnen Situationen werden bildhaft und genau beschrieben und mehrfache Perspektivenwechsel erlauben es dem Leser, die Standpunkte von Sabine, ihrer Mutter und ihrer Großmutter besser zu verstehen.
Es ist eine wahre und sehr persönliche Geschichte, die uns die Autorin da erzählt. Eine Geschichte über Leiden, Gewalt und Scham, aber auch über die Kraft des Überlebens und die manchmal sehr versteckten Beweise für Liebe!
Lesenswert!
Rezensionen von PFIFF:
Keine Chance für ein einfaches Landmädchen in England im 19.Jhdt.
Die Farbe von Milch von Nell Leyshon
1830 schreibt in England die junge Mary ihre kurze Lebensgeschichte auf.
Sie ist das jüngste von vier Mädchen einer armen Bauernfamilie und muss hart arbeiten.
Ihr Vater ist streng und grob. Trotzdem ist Mary nicht erfreut, als sie ihr Vater dem Pastor als Haushaltshilfe übergibt. Ihr Lohn hilft dem Bauern aus seinen Geldnöten.
Sie vermisst ihr gewohnetes Leben im Kreise ihrer Familie.
Mary soll sich hauptsächlich um die kränkliche Gattin des Pfarrers kümmern und eckt mit ihrer offenen und direkten Art an. Sie ist es nicht gewohnt, diplomatisch zu sein. Trotzdem schließt die Kranke Mary ins Herz und vertraut sich ihr an.
Als die Pastorengattin stirbt, macht sich der Pastor an Mary heran, unterrichtet sie Lesen und Schreiben und missbraucht sie. Als er sie wieder einmal grob nehmen will, bringt sie ihn im Affekt um und ergibt sich in ihr Schicksal. Sie weiß, dass sie schwanger ist und dass sie und das Kind keine Chancen haben.
Als Rechtfertigung für ihre Tat schreibt sie alle Geschehnisse auf.
Berührend, traurig und einfach menschlich.
Rezensionen von PFIFF:
Ein pummeliger Dorfpolizist ermittelt einfühlsam
Ein irischer Dorfpolizist von Norton Graham
Das verschlafene Dorf Duneen, im Süden Irlands, wird wachgeüttelt, als bei Bauarbeiten ein Skelett gefunden wird.
Sergeant PJ Collins bekommt Unterstützung aus Cork, um die Umstände und die Identität des Toten zu klären.
Als dann noch die Leiche eines Neugeborenen gefunden wird, werden die Bewohner des Ortes unruhig.
PJ befragt alle und versucht zu verstehen, was sich zugetragen haben könnte, wer die Wahrheit sagt, wer lügt und wer etwas verschweigt.
Eine alte Liebesgeschichte wird ausgegraben, Beziehungen auf die Probe gestellt.
Letztendlich gelingt es dem Sergwant durch seine mitfühlende und freundliche Art, die Rätsel zu lösen.
Sogar sein Vorgesetzter aus Cork zeigt Respekt und bietet ihm eine Stelle in Cork an.
Rezensionen von PFIFF:
Ardèche-Krimi
In tiefen Schluchten von Anne Chaplet
Tori, Witwe eines Pariser Rechtsanwalts, lebt im Vivarais in dem alten Dörfchen Belleville, am Fuße der Cevennen. Sie leidet unter dem Verlust ihres Mannes und versucht bei Wanderungen in der malerischen Umgebung abzuschalten.
Ein Hund läuft ihr zu, begleitet sie und rettet ihr das Leben, als sie in einen unterirdischen Hohlraum fällt.
Dort findet sie einen vermissten Mann, der auf der Suche nach der Vergangenheit seines Großvaters ist. Die Gegend ist bekannt für Höhlen, teils mit Steinzeitmalereien.
Einige Todesfälle bringen die Ordnung des Dorfes ducheinander und brechen alte Wunden auf. In der Gegend lebten Chamisards, Marquisards und Résistence-Kämpfer, Hugenotten und Katholiken, meist nicht friedlich nebeneinander.
Tori entdeckt in ihrem alten Haus einen geheimen Raum und einen Geheimgang zur Dorfkirche. Die Vorbesitzer dürften diese als Versteck und Fluchtweg benutzt haben.
Sie möchte herausfinden, was sich hier in der Vergangenheit abgespielt hat, wird aber von den Dorfbewohnern gemieden und abgeblockt.
Schließlich kommen doch einige Fakten an den Tag, die sogenannte "Schande" des Dorfes, unter dem es immer noch leidet.
Spannend und interessant. Macht Lust, diese Gegend zu besuchen und zu durchwandern.
Rezensionen von Maria D?rfler:
Die Berge als Erfüllung?
Acht Berge von Paolo Cognetti
Es ist ein stilles und schönes Buch über zwei Männer, die als Buben fast ohne Worte zueinander finden und deren Beziehung hält - mit Unterbrechungen - bis der Tod sie scheidet.
In schlichter, fast karger Sprache wird die Beziehung der beiden zueinander und zu den Bergen geschildert.
Alle anderen Beziehungen verblassen, Berios Eltern spielen zwar in der späten Kindheit eine bedeutende Rolle - der Vater legt wohl die Liebe zu den Bergen zu Grunde, die Mutter gibt emotionalen Schutz.
Aber auch die Eltern leben sehr stark ihr eigenes, fast einsames Leben. Nur Bruno läßt sich mit einer Frau wirklich ein - und er scheitert. Berio hingegen lebt, ohne sich als erwachsener Mann in andere intensive Beziehungen einzulassen - die Berge und Bruno - oder Bruno und die Berge?
So liegt über der Geschichte auch ein Stück Melancholie, ein wenig Traurigkeit, die durch wunderbare Erlebnisse in der Natur immer wieder Glücksmomenten Platz macht.
Rezensionen von Gudrun Gaber:
*****
Ein Festtag von Swift Graham
Was für ein herrliches tiefgründliches kleines Buch - schöne Sprache!
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gudrun GaberRezensionen von Richard Johann:
Ein erregendes, unerwartetes Buch!
Ein Festtag von Swift Graham
Durchgehender Prickelfaktor! Sticht aus der Masse der erotischen Bücher wohltuend heraus.
Sexy und anregend, aber das Besondere ist, dass sowohl Sie als auch Er das gemeinsame intime Erleben abwechselnd von jeweils ihrer eigenen Warte beschreiben – in allen Details – kein Werk für Prüde, aber eines für genießende Lern- und Wissbegierige.
Rezensionen von EdVanSchleck:
Toller Thriller
SOG von Sigurdardóttir Yrsa
Handlung:
Ein kleines Mädchen wird missbraucht und getötet. Zwölf Jahre später werden zwei abgetrennte Hände gefunden. Gleichzeitig taucht ein mysteriöser Aufsatz auf, welcher mehrere Morde voraussagt und die Initialen der zukünftigen Opfer enthält.
Kommissar Huldar, der nach dem desaströsen Verlauf seines letzten Falles degradiert wurde, soll den Aufsatz mit den Morddrohungen näher untersuchen, der in einer Zeitkapsel für zehn Jahre verborgen lag, während der Rest seiner Kollegen akribisch an dem Fall der abgetrennten Hände ermitteln.
Huldar vermutet Parallelen zwischen den beiden Fällen und zusammen mit der Kinderpsychologin Freyja, deren Ansehen durch den letzten gemeinsamen Fall ebenfalls schwer gelitten hat, versucht er seine Vermutung zu beweisen, sein Ansehen unter den Kollegen aufzuwerten und auch die Beziehung zu Freyja wieder zu verbessern.
Persönliche Meinung:
Obwohl ich den ersten Teil („DNA“) nicht kenne, fand ich problemlos in das Geschehen hinein. Auch die Hintergrundgeschichte der Hauptcharaktere wird in kleinen Häppchen grob umrissen, wodurch es gar nicht nötig ist das vorangehende Buch zu kennen. Dennoch hatte ich an diesen Stellen immer das Gefühl eine großartige Story verpasst zu haben. Der Schreibstil ist anschaulich und die Akteure wurden mit markanten und unverwechselbaren Charakterzügen ausgestattet, die sehr gut in die Handlungssituation passen. Die Ermittlungen sind schlüssig und gründlich, ohne dabei langatmig zu wirken.
Fazit:
„SOG“ ist ein wirklich hervorragender Thriller, der spannenden Lesegenuss garantiert. Durch immer neue Ermittlungserfolge und Erkenntnisse bezüglich des Falles wird der Spannungsbogen stets aufrechterhalten und selbst nach dem hochspannenden Finale überrascht das Buch noch durch eine neue Erkenntnis. Das Kernverbrechen und die damit verbundenen Morde sind jedoch nicht unbedingt für zart besaitete Leserinnen und Leser geeignet.









