Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Spionagethriller der alten Schule
John Le Carre war und ist der Meister des Spionage-Romans. Das liegt zum einen daran, dass das Genre heute nicht mehr so verbreitet ist, zum anderen daran, dass zu Le Carre’s Stilmittel die moralische Instanz gehört, die er vertritt und die er seinen Hauptfiguren, bei all deren Zweifeln manchmal, verleiht.
Das ist heutzutage verpönt und da andere Große des Genres bereits verstorben sind, bleibt nur Le Carre.
Sein Geniestreich bei diesem Roman ist die Erzählweise als Mischung aus vergangenen und heutigen Ereignisse während eines Verhörs, dass Jahrzehnte zurückliegende Ereignisse zu Tage bringt. Dieses Stilmittel hat der Autor auch früher schon erfolgreich genutzt und es sagt mir sehr zu.
Ich habe zu dem Hörbuch gegriffen und profitiere noch zusätzlich von der Stimme von Walter Kreye. Er gibt der Hauptfigur zusätzlich Profil und verleiht ihm Persönlichkeit. Der Bericht des alten Mannes, der vor langer Zeit vom Geheimdienst angeworben wurde, ist erstaunlich emotional.
Zuerst erzählt er von seinen Eltern und seinen ersten Lebensjahren und von den Kriegsjahren bis er als junger Mann in die Bretagne zurückkehrte.
Danach geht es um den Vorfall mit 2 toten Spionen 1961 an der Berliner mauer, der Operation Windfall und den Verwicklungen dazu. Die Kinder der toten Agenten Alec und Liz wollen nah all der Zeit die Hintergründe geklärt haben.
Das Vermächtnis der Spione ist am Anfang überwiegend gute Unterhaltung, aber meiner Meinung nach wird es zu lang. Die Spannung hält nicht durchgängig, erst Recht wenn dem Leser(Hörer die Vorgeschichte nicht bekannt ist. Die Handlung wird detailliert, wer nicht zu den Kennern der George Smiley-Romane gehört, kann teilweise den Hintergründen nicht folgen. Aber am Schluß gibt es auch mit George Smiley ein Wiedersehen.
Es bleibt eine gute Erzählhaltung und Wortwitz. Ich gebe 4 Sterne!
Rezensionen von AngiF:
Und erstens kommt es anders ...
Weihnachtsküsse in White Cliff Bay von Holly Martin
Penny Meadows ist Single und wünscht sich nichts sehnlicher als eine eigene Familie zu haben. Sie ist stolze Besitzerin des Flieder-Cottages in White Cliff Bay im ländlichen und wunderschönen Devon. Sie hat ihr Haus bereits weihnachtlich und heimelig dekoriert. Sie liebt die Adventszeit und natürlich den Winter ist sie doch von Beruf eine Eisschnitzerin.
Sie erwartet gerade ihre neuen Mieter Henry und Daisy Travis, ein junges Paar, dem sie den Anbau ihres Hauses vermietet hat. Um ihnen den Einzug etwas zu erleichtern, steht bereits eine Lasagne im Ofen und der Wein bereit. Als sie einen Wagen vorfahren hört und die Tür öffnet, steht allerdings nur Henry vor ihr und der ist zwar umwerfend gutaussehend, entpuppt sich aber schnell als introvertiert und als Weihnachtshasser! Henry, der als Holzkünstler seine Brötchen verdient, taut jedoch langsam und nach und nach auf. Penny und Henry nähern sich an und es kommt zu einem zärtlichen, romantischen Kuss, aber es gibt ja noch Daisy in Henrys Leben, was nun?
Eine wunderschöne, weihnachtliche Stimmung wird sofort beim Start der Lektüre des Buches versprüht. Die Autorin Holly Martin schreibt in einem leichten und lockeren Stil. Ihre Sprache ist modern und frisch. Die (Liebes-)Geschichte erweist sich als wahrer Feel-Good-Roman, einmal zur Hand genommen, konnte ich mit dem Lesen nicht wieder aufhören und habe das Buch in einem Rutsch durch gelesen. Die Charaktere sind zauberhaft und liebenswert, die Beschreibung des Ortes und seiner Bewohner macht darauf Lust, diesen einmal im richtigen Leben zu besuchen. Die weihnachtliche Atmosphäre ist wunderbar zu fühlen, genauso, wie ich es erhofft hatte.
Sehr gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen. Eine herrliche Geschichte, die ich jedem nur weiter empfehlen kann. Sie passt perfekt in die Jahreszeit und bietet sich geradezu an, auf dem Sofa eingekuschelt zu lesen. Die Autorin kannte ich bislang noch nicht, doch ich finde es schön, sie entdeckt zu haben, bei der Lektüre des Buches wurde ich an die Filme „Notting Hill“ und „Täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert und habe mich gleich heimisch gefühlt.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein spannender Ausflug nach Gelsenkirchen
Opferstock von Margit Kruse
In der Sakristei der Pfarrkirche Gelsenkirchen-Ückendorf findet die Pfarrputzfrau den Pfarrer Josef Wolzenburger - erschlagen. Die Trauer in der Gemeinde hält sich allerdings in Grenzen. Gerüchte bahnen sich ihren Weg. Hat das alles mit der Ferienfreizeit im Landschulheim in Lieberhausen im Oberbergischen Land 1985 zu tun? Hobbydetektivin Margarete Sommerfeld ist wieder in ihrem Element.
Aus vielen kleinen Anspielungen lese ich, dass dies nicht der erste Fall ist, in dem Margarete Sommerfeld sich in die Ermittlungen vom 1. Hauptkommissar Helmut Blauländer vom KK11 in Buer und seinen Assistenten einmischt. Aber kennen muss man die Fälle nicht unbedingt, da auch dieser Fall in sich abgeschlossen ist und für sich allein steht. Aber die Andeutungen machen Lust, sich auch den Vorgängerbüchern zu widmen.
Ich mag Margarete mit ihrer geraden ungekünstelten Art. Aber auch die anderen Protagonisten finde ich sehr markant und farbig beschrieben, kann sie mir gut vorstellen. Besonders Jens Eigenhardt, der, nachdem sie sich in Lieberhausen kennengelernt haben, Margarete zu den Ermittlungen anstachelt, ist ein sehr eigenwilliger Typ mit Ecken und Kanten oder wie Margarete es beschreibt mit zwei oder drei Gesichtern.
Der Kriminalfall an sich nimmt sich einem ernsten Thema an, dass gerade wieder sehr stark in den Medien vertreten ist: Kindermissbrauch durch Kirchenmitarbeiter. Der Fall um Pfarrer Wolzenburger ist logisch aufgebaut, setzt immer neue Fragen frei und ich kann richtig gut mitdenken und mit suchen. Bis kurz vor Schluss war ich allerdings auf der falschen Fährte, auf die mich die Autorin geschickt angesetzt hat.
Hier die Gedanken des kleinen, vom Pfarrer als krank beschrieben Jungen zu lesen, der sein Martyrium, seine Angst und seine Frustration, weil ihm keiner hilft, mit seinen eigenen Worten 1985 im Landschulheim beschreibt, hat mir das ein oder andere Mal die Haare zu Berge stehen lassen.
Ein interessanter Fall, vielschichtige Protagonisten und ein Ausflug ins Oberbergische Land haben mir leichte lockere Lesestunden ohne allzuviel Blutvergießen beschert und mich gereizt, nun auch die anderen Bücher mit der bodenständigen Hobbyermittlerin Margarete Sommerfeld zu lesen.
Rezensionen von Sheena01:
Ein echter Pageturner!
SOG von Sigurdardóttir Yrsa
Inhalt:
In Reykjavik wird eine Zeitkapsel gehoben, in die zehn Jahre zuvor Schüler im Rahmen eines Projektes Briefe gelegt hatten, in denen sie ihre Zukunftsvisionen für dieses Jahr beschrieben. Doch ein ungewöhnlicher Zettel sticht dabei hervor: Auf diesem werden noch für das laufende Jahr die Morde an einigen, nur mit ihren Initialen versehenen Personen angekündigt.
Anfangs wird dieser Zettel noch belächelt und als Kinderei abgetan. Dies ändert sich jedoch, als zuerst die abgetrennten Hände eines Unbekannten aufgefunden werden und in weiterer Folge noch andere verstümmelte Mordopfer aufgefunden werden. Ist der Mörder in den Reihen jener ehemaligen Schüler zu suchen, der Rache üben wollte, oder steckt ein irrer Serienmörder dahinter? Kommissar Huldar, der aufgrund seines Fehlverhaltens in seinen vorherigen Fall degradiert wurde, steht unter Zugzwang, um sich zu rehabilitieren. Bei seiner Recherche stößt er auf einen zwölf Jahre zurückliegenden Fall eines Sexualmordes an einem kleinen Mädchen. Steht der Mörder von damals mit den aktuellen Mordfällen in Verbindung?
Handlung;
Die Geschichte wird in unterschiedlichen zeitlichen Ebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dadurch gewinnt man zusätzliche Einblicke in das Seelenleben der einzelnen Charaktere und die daraus resultierenden Geschehnisse. Die einzelnen Handlungsstränge scheinen anfangs nichts miteinander zu tun zu haben, sie verknüpfen sich erst nach und nach. Das macht den Reiz des Ganzen aus, denn dadurch bleibt die Spannung über die gesamten 448 Seiten aufrecht.
Schreibstil:
Yrsa Sigurdardóttir schreibt flüssig und unglaublich spannend, dabei beschreibt sie die Geschehnisse schonungslos mit einer solchen Brutalität und konfrontiert den Leser bis an den Rand des Erträglichen detailliert mit Gewalt, wobei auch sie bei ihren Beschreibungen auch nicht davor zurückschreckt, kleine Kinder zum Zielobjekt des Täters werden zu lassen.
Charaktere:
Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freya konnte man bereits im Vorgängerband „DNA“ als Ermittlerduo kennenlernen, beide haben alle Hände voll damit zu tun, ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Ein schlechter Start zu Beginn ihres Kennenlernens trägt sein Übriges dazu bei, dass die beiden auch an der Beziehung zueinander zu knabbern haben, wobei sie dabei recht unreif, bisweilen fast schon kindisch auftreten, was ihren Sympathiewerten beim Leser nicht unbedingt zu Gute kommt. Alle anderen Figuren sind jedoch sehr authentisch gezeichnet, was das Ganze sehr glaubwürdig macht!
Cover:
Das Cover mit seinem roten Schriftzug „Sog“ hinter einer durchbrochenen Mauer wirkt auffallend und zieht die Blicke förmlich auf sich, sodass man schon allein wegen des Covers zu diesem Buch greift.
Autorin:
Yrsa Sigurdardóttir wurde 1963 in Island geboren und schloss im Jahre 1988 ihr Bauingenieur-Studium als „Master of Science“ in Montreal ab und arbeitet seither als Ingenieurin am Kárahnjúka-Staudamm im Osten Islands.Sie wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Seltjarnarnes bei Reykjavík.
Meinung:
Yrsa Sigurdardóttir hat während der Erzählung den Leser völlig in der Hand. Durch die Beschreibung kleiner Banalitäten haucht sie den einzelnen Figuren Leben ein, und macht sie zum Teil so liebenswürdig, dass der Gedanken daran, dass ihnen womöglich etwas Böses widerfahren könnte, schier unerträglich wird. Die brutal beschriebenen Szenen sind nicht ohne, es werden Tabuthemen wie Vergewaltigung von Kindern aufgegriffen, was wirklich kaum erträglich zu lesen ist. Für mich insofern erschreckend, als dass das Buch auf einem realen Fall beruht, dieses Wissen macht das Ganze noch schlimmer. Die geschilderte Ungerechtigkeit, die den Jugendlichen Sigrún und Þröstur in diesem Buch widerfährt, und die beklemmende, ausweglose Lage, in der sich die beiden befinden, lassen den Leser vor Wut am liebsten laut aufschreien. Auch die seelischen Grausamkeiten, die ihnen von Seiten der Behörden und jener, die eigentlich ihrem Schutze dienen sollten, entgegengebracht werden, empfand ich als extrem belastend.
Persönliche Kritikpunkte:
Das Hick-Hack zwischen Huldar und Freya war mir persönlich schon zu viel, auch die zickigen und überzogenen Reaktionen Freyas waren ein wenig befremdlich, wenn man bedenkt, dass sie ausgebildete Psychologin ist, sollte man meinen, dass sie mehr Einfühlungsvermögen an den Tag legt.
Fazit
Ein unglaublich packender und schonungsloser Thriller, der aber sicher nichts für Zartbesaitete oder junge Mütter ist. Geschickt platzierte Wendungen halten die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht.
Rezensionen von Suska:
Stark wie das Eis und stur wie der Wald
Stadt der Bären von Backman Fredrik
Björnstadt ist eine kleine Stadt im Wald im Norden von Schweden. Die Winter hier sind lang und die Sommer kurz. Früher war hier mal mehr los, doch der Wohlstand und das soziale Leben schrumpfen immer weiter. Nur eines hält die Menschen hier zusammen und gibt ihnen Hoffnung: Das Eishockey. Und ganz besonders die Juniorenmannschaft rund um Mannschaftsstar Kevin, die bald im Halbfinale der Meisterschaften ihre große Chance hat und Björnstadt die Chance auf eine bessere Zukunft geben kann.
Bis eines Nachts etwas passiert, das die Gemeinschaft zu zerstören droht.
Ich habe bisher alle Bücher von Backman gelesen und liebe sie. Bei diesem Buch war ich anfangs etwas skeptisch, denn mit Eishockey kann ich wenig anfangen. Aber wenn es natürlich auch ums Eishockey geht, steht es trotzdem nicht im Mittelpunkt des Buches. Es könnte auch jede andere Mannschaftssportart sein. Es geht um ein ganzes Dorf, das schon bessere Zeiten gesehen hat, in denen Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, aber auch harte Arbeit und Wohlstand nah beieinander liegen. Es geht um eine Dorfgemeinschaft, die Hoffnung hat, Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auf Arbeitsplätze und Anerkennung. Und die diese Hoffnung plötzlich in Gefahr sehen und alles dafür tun, weiter träumen zu können. Die dafür auch zu weit gehen, die Augen verschließen und es nicht wahrhaben wollen. Und bald muss sich jeder Björnstädter fragen, auf welcher Seite er steht.
Backman versteht es in seiner für ihn so typischen Schreibweise eine Atmosphäre zu schaffen, die den Leser fesselt. Die einzelnen Charaktere sind ausführlich beschrieben und ausgearbeitet. Schnell kann man sich in die Personen hineinversetzen und entwickelt eine gewisse Bindung. Backman wiederholt häufig seine Schlüsselsätze, was absolut in seine Bücher passt und wodurch sich ein roter Faden durch den jeweiligen Abschnitt zieht.
Das Buch ist keine leichte Kost, die Sätze möchten aufmerksam gelesen, die Charaktere verstanden werden. Das Buch hat mich berührt, an vielen Stellen auch empört, und es hat mich auch mitfiebern lassen, sogar bei den Eishockeyspielen. Für mich ein Buch, dass sich in die Reihe der „unbedingt lesen“ Bücher einreiht.
Rezensionen von Alais:
Ein bärenstarker Roman mit überraschenden Wendungen, ernsten Themen und herzergreifenden Momenten
Stadt der Bären von Backman Fredrik
In dem kleinen, von Dunkelheit, Kälte und Arbeitslosigkeit geprägten Ort Björnstadt (von schwedisch „björn“ = der Bär) spielt Eishockey eine zentrale Rolle. So richten viele Björnstädter ihre Hoffnung auf die Eishockey-Juniorenmannschaft, deren Erfolg ihnen die Auswahl ihrer kleinen Stadt als Standort für ein neues Leistungszentrum und somit die Schaffung von Arbeitsplätzen sichern könnte.
Doch ist es wirklich das, was ein Eishockeyklub hervorbringen sollte: bärenstarke „Jungs, die nie verlieren“ (S. 37)? Nicht nur der ältere Eishockeytrainer Sune stellt sich diese Frage, denn bald geschieht etwas Schreckliches, das den Zusammenhalt der Björnstädter auf die Probe stellen wird …
Was auf den ersten Blick wie ein Eishockeyroman wirkt, ist eher das vielschichtige Portrait einer kleinen Stadt und ihrer Einwohner in einer Krise, die zum Teil das Beste, zum Teil aber auch das Schlechteste in den Menschen hervorbringt. Mich hat in diesem ersten Buch, das ich von diesem Autor lese, besonders beeindruckt, dass es Backman gelungen ist, dem Leser durch seine Schilderung eine Vielzahl von Romanfiguren nahezubringen und gleichzeitig vermeidet er Klischees und steckt er seine Figuren selten in Schubladen. Die Menschen in diesem Roman entwickeln sich weiter und es kommt zu wunderbaren Szenen, in denen Einzelne über sich hinauswachsen. Auch wenn der Autor realistisch bleibt, sehr ernste, bedrückende Themen auf glaubwürdige und sensible Weise behandelt und kein Heile-Welt-Blümchenland zeichnet, enthält dieses Buch auch viele wunderbare Momente voller Hoffnung. Dabei verpackt Backman diese ergreifenden Momente manchmal in ganz kleine Textabschnitte – das fand ich sehr beeindruckend.
Trotzdem spielt Eishockey in diesem Roman natürlich eine gewisse Rolle. Wer jedoch wie ich kein Sportfan ist, sollte sich davon nicht abschrecken lassen! Auch wenn Eishockey als äußerst brutale Sportart dargestellt wird und ich nach dem Lesen dieses Romans mit Sicherheit kein Eishockeyfan geworden bin, sind die mitreißenden Spielbeschreibungen Backmans sehr lesenswert.
Aber ich habe den Eindruck, dass es Backman eigentlich eher darum geht, wie wir Menschen miteinander umgehen. Und da er ein Autor zu sein scheint, der sich besonders gut in andere Menschen einfühlen kann und viel über die Mechanismen des menschlichen Zusammenlebens nachgedacht hat, empfand ich seinen Roman als bereichernd – manchmal nachdenklich leise, manchmal eher aktionsbetont, vor allem aber sehr vielschichtig und fesselnd.
Rezensionen von rewa:
Geschichten, die das Leben schreibt
16 Kurz(e)geschichten mitten aus dem Leben von Hubert Michelis
,,16 Kurz(e)geschichten mitten aus dem Leben´´ von Hubert Michelis beschert dem Leser existenzielle, authentische und wahre Geschichten die fast alle etwas gemeinsam haben- eine Person ist auf der Suche. Sei es nach Geld oder Achtung oder nach der Liebe und einem erfüllten Leben. Immer sind es Menschen, die entweder am Rande der Gesellschaft stehen oder in einer Beziehung sind und merken, dass ihr bisheriges Leben plötzlich nicht mehr so ist wie früher.
Bei manchen Geschichten wird einem klar, was es bedeutet arm zu sein, verlassen von Familie und Freunden und wie ungerecht die soziale Gesellschaft doch sein kann, wo man zum Nachdenken beginnt.
Berührende Erzählungen findet man ebenso, wie Geschichten, die ein wenig zynisch angelegt sind und den Leser dadurch provozieren, dass man nicht alles, was uns im Alltag umgibt einfach hinnehmen und akzeptieren soll.
Es gibt doch einige Geschichten, die immer wieder um ähnliche Themen kreisen wie ein Mann der hart arbeitet und von seiner Frau nicht geschätzt wird oder vom Leben enttäuschte Menschen, die ihren Frust im Alkohol ertränken.
Dass bei so vielen Geschichten nicht alle den Geschmack des Lesers treffen können ist klar, aber man kann sich einige heraussuchen, vor allem die, die emotional und berührend sind und zeigen, dass es viele Menschen gibt, die oft nur eine Hand brauchen die man ihnen entgegen streckt.
Rezensionen von Nepomurks:
Ein wirklich tolles und brauchbares Buch!
Yin Yoga für die Faszien von Sonja Zernick-Förster
Sonja Zernick-Förster legt hier mit „Yin Yoga für die Faszien“ (Südwest Verlag, 2017) ein Buch vor, das für mich von allen Inhalten her bislang das beste Buch ist, das ich zum Thema Yin Yoga gelesen habe. Das Besondere an diesem Buch ist, dass die Autorin einen maßgeblichen Schwerpunkt auf Hinzunahme von gängigen Hilfsmitteln wie Decken, Kissen und Bolster setzt - was mir persönlich auf jeden Fall sehr entgegenkam! Die Übungen sind allesamt variierbar und man hat jeweils verschiedene Optionen, ein Asana auf die individuell bestmögliche Weise durchzuführen.
Das Buch ist im Ganzen zudem sehr gut strukturiert, absolut verständlich und mit sehr deutlichen Foto-Darstellungen zu allen Übungen und Varianten versehen.
Zunächst schildert Sonja Zernick-Förster die Hintergründe zum Thema Yin Yoga und Faszien / Bindegewebe. Hatte ich bei anderen Büchern manchmal das Gefühl, dass sie zu sehr ins ‚Esoterische‘ abdriften, kann ich das zu diesem Buch überhaupt nicht sagen. Die Inhalte sind sachlich und informativ beschrieben und die Abbildungen logisch im Aufbau. Es werden zwar auch die Meridiane („Leitbahnen“) beschrieben und diese wiederum nach Yin Yoga Schema erläutert, doch fand ich es in diesem Fall sehr anschaulich, vor allem aber glaubwürdig! Für mich gab es nach dieser gelungenen Einführung bezüglich Faszien und Yin Yoga erst einmal keine Fragen mehr.
Bevor es dann weiter geht zum praktischen Teil und man zu den einzelnen Übungen kommt, erklärt die Autorin auch noch einmal ziemlich ausführlich, welche Hilfsmittel man für die richtige und entspannte Durchführung der Asanas tatsächlich benötigt und welche Alternativen man ggf. benutzen kann. In einer Tabelle wurden hierzu wirklich einmal ganz gezielt alle gängigen Hilfsmittel mit Tipps von der Autorin aufgeführt und beschrieben. Das fand ich für mich persönlich sehr hilfreich, denn es wird genauestens erklärt, in welcher Form die Hilfsmittel zum Einsatz kommen und wie groß, bzw. von welcher Beschaffenheit sie sein sollten. Ich habe mir im Anschluss an die Beschreibungen selber noch einmal ein neues Bolster bestellt und komme nun gut mit den Übungen zurecht!
Die praktischen Darstellungen waren dann für mich ebenfalls wieder ein Highlight, weil hier wie eingangs beschrieben endlich einmal die gängigen „Yin-Yoga-Asanas“ mit Hilfsmitteln dargestellt werden. Gezeigt wird immer erst einmal die „Ausgangshaltung“ auf die dann meist mehrere Abstufungen zum Leichteren folgen. So kann jeder für sich eine Variante erproben und das Yin Yoga „richtig“ ausführen, bzw. korrekt wirken lassen. Die jeweiligen Anleitungen, Hinweise und Ratschläge waren für mich absolut toll strukturiert und im Aufbau sehr gut verständlich. Die bebilderten Darstellungen waren recht clean und schlicht, aber mit direkten Hinweisen versehen, so dass die Körperhaltungen immer gut zu erkennen sind und weiß, worauf man in der Haltung zu achten hat. Zudem ist jede Übung einer Ausrichtung (Vorbeuge, Rückbeuge, Kreuz, etc..) zugeordnet und es gibt neben dem Worttext noch eine dezente Abbildung, welche „Meridiane“ und Körperbereiche im Einzelnen bearbeitet werden.
Zum Abschluss hat Sonja Zernick-Förster einige Asanas zu Sequenzen mit einer Dauer von etwa 50-60 Minuten zusammengestellt, die sich auf jeweilige Körperregionen beziehen (z.B. Schulter, aber auch ganzheitliche Übungen). Die Abläufe sind hier meiner Meinung nach gut zusammengestellt, man kann sich allerdings auch eigene Sequenzen erstellen. Ich komme selber z.B. gut mit den ganzheitlichen Übungen zurecht und finde auch die zwischenzeitlichen „Ausgleichsübungen“ ganz toll.
Insgesamt gefällt mir das Buch einfach extrem gut. Ich habe längere Zeit nach solch einem klar und einfach strukturiertem Buch mit gut durchführbaren Asanas gesucht und bin nun endlich fündig geworden. Meines Erachtens hat Sonja Zernick-Förster hier einen perfekten Yin-Yoga-Leitfaden zusammengestellt, der wirklich Spaß beim praktischen Herumprobieren macht! Von mir eine absolute Empfehlung, deshalb 5 Sterne.
Rezensionen von yellowdog:
Im Havelland
Yin Yoga für die Faszien von Sonja Zernick-Förster
Gestresst und entnervt bin ich aus dem Büro nach Hause gekommen und habe mich mit diesem Buch auf die Couch gelegt und bin gleich darin versunken. Hervorragend, das brauchte ich jetzt.
Der Roman ist gut lesbar, hat einen interessanten Plot und gute, wenn auch nicht so außergewöhnliche Figuren.
Die Icherzählerin gerät an eine außergewöhnliche Stellung, sie betreut einen Kriminalisten, der nach einer Verletzung teilweise gehandicapt ist, sich aber dennoch weiterhin in Kriminalfällen als Profiler engagiert.
Die Idee mit dem lückenhaften Kurzzeitgedächtnis gab es allerdings schon öfter.
Verena und Carl werden schnell ein funktionierendes Team. Dann gibt es da noch ein Kind, Verenas Nichte, um die sie sich kümmert. Weitere gute Nebenfiguren sind der Colonel, Stella und Carls Tante.
Originell, dass der Roman im Havelland handelt. Fontanes berühmtes Gedicht von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ist dem Roman vorgestellt und wird sogar im Verlaufe der Handlung thematisiert.
Diese Gegend wirkt eigentlich nach dem kalten Dunkelland, für das manche Deutschland halten.
Der Kriminalfall selbst ist relativ unspektakulär, aber es geht ja auch mehr darum, das neue Team in diesem ersten Teil einer möglichen Reihe vorzustellen. Ich war zufrieden!
Rezensionen von vielleser18:
Fesselnder und emotionaler Roman
Stadt der Bären von Backman Fredrik
Björnstadt, eine kleine Stadt weit im Norden von Schweden. In ihr leben reiche und arme, junge und alte, verbissene, verträumte, engagierte, verbitterte, hoffende, suchende und trauernde Menschen. Doch sie werden geeint von dem Sport, der in Björnstadt gespielt wird und der sie alle verbindet, als Spieler oder Trainer, als Eltern, ehemalige Spieler oder Fans: vom Eishockey.
Nachdem vor Jahrzehnten die Seniormanschaft beinahe mal schwedischer Meister geworden wäre, ist das erklärte Ziel aller, es einmal bis an die Spitze zu schaffen. Nun fehlt der Juniorenmannschaft nur noch zwei Siege um schwedischer Juniorenmeister zu werden. In diesem Umfeld von geballter Energie, Erwartungen, Druck und Euphorie passiert etwas, dass den ganzen Ort zu zerreissen droht......
Backman erzählt sehr beeindruckend und schafft es dabei vor allem, dass wir uns in die vielen Charakteren, die in Björnstadt leben, hinein versetzen können.
Allen voran an die 16jährige Maya und ihre Freundin Ana, in die Spieler der Juniorenmannschaft, Kevin, Benji, Bobo, in Amat, den Nachwuchsspieler, aber auch in die Eltern von Maya, Mira und Peter, um nur einige aufzuzählen. Jeder kommt bei Backman "zu Wort", der Autor erzählt aus vielen Perspektiven und verliert dabei nicht den roten Faden, der durchs Buch zieht und dem der Leser gespannt und gebannt folgt. Denn auch wenn es viele Protagonisten gibt, die Erzählperspektive oft wechselt, trägt dies hier zum Spannungsaufbau bei, und verwirrt nicht, nachdem man sich eingelesen hat.
Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie mich diese Geschichte, die sehr schnell sehr emotional wird, berührt hat. Backman hat mich beeindruckt mit diesem Buch, dass so viele menschliche Facetten wiedergibt, so vieles in Worte zu fassen vermag, was in einer menschlichen Gemeinschaft an Reaktionen, Aktionen, Handlungen, Hoffnungen, Enttäuschungen möglich ist. Man fühlt als Leser mit, man leidet mit, man ist wütend, man bangt und hofft.
Die ganze Story ist zudem auch realistisch erzählt und zeigt, wie eine Gemeinschaft sich verändern kann, sich spalten kann, wie sie sich als Masse mitziehen lässt und falsche Urteile fällen kann.
Backman hat mich schon mit seinen Vorgängerromanen überzeugen können, weil er Gefühle und die verschiedenen menschichen Beweggründe mit großer Tiefe in Worte verpacken kann.
Dieser Roman ist jedoch - bisher - sein Meisterwerk.
Fazit:
Beeindruckende, fesselnde, emotionale Erzählung über viele menschliche Facetten, Gefühle und Aktionen







