Kunden em pfehlungen
Rezensionen von dorli:
Die Stunde des Opfers
Oldenburg. Die 36-jährige Rebekka Windmöller, Journalistin und alleinerziehende Mutter, hatte bisher immer Pech mit Männern. Jetzt glaubt sie, mit Dr. Jamal Aziz die große Liebe gefunden zu haben, doch dann verschwindet Jamal nicht nur plötzlich von der Bildfläche, Rebekka muss auch feststellen, dass er sich mit einer falschen Identität bei ihr eingeschlichen hatte.
Als sie kurz darauf eine ermordete Obdachlose auf ihrer Terrasse findet, ist der ermittelnde Kommissar Adrian Sandersberg davon überzeugt, dass Jamal der Täter ist. Das kann und will Rebekka trotz allem nicht glauben, doch dann erhält sie rätselhafte Nachrichten von Jamal …
Anna Carls hat einen sehr fesselnden Schreibstil, der den Leser schnell in das Geschehen hineinzieht. In mehreren Handlungssträngen begegnet man neben Rebekka und Hauptkommissar Sandersfeld ganz unterschiedlichen Leuten, die auf den ersten Blick kaum etwas miteinander zu tun haben. So lernt man den obdachlosen Django und den in einer Seniorenresidenz lebenden Hermann Treidel kennen. Man begegnet der Verkäuferin Rita Schütze, dem Eventmanager Wolfgang Mehring sowie Rebekkas Nachbarn Burkhard Schmitt und ihren Kollegen aus der Redaktion. Zudem gibt es im Verlauf der Handlung mehrere Briefe, die sich an eine Gloria richten.
Schon nach wenigen Seiten baut sich eine unterschwellige Spannung auf. Nicht nur, dass Rebekka herausfindet, dass Jamal Geheimnisse hatte, man spürt auch, dass die anderen Akteure irgendwie in den Fall verwickelt sind und der Mörder jeden einzelnen von ihnen im Visier hat. Immer neue Fragen und überraschende Wendungen sorgen für ein abwechslungsreiches, immer dramatischer werdendes Geschehen - den Leser erwartet eine spannende Spurensuche, bei der man durchweg prima über Zusammenhänge und Hintergründe grübeln kann.
„Die Stunde des Opfers“ hat mir sehr gut gefallen – ein Krimi, der mit einer abwechslungsreichen Handlung punkten kann und mir ein paar spannende Lesestunden beschert hat.
Rezensionen von dorli:
Der Alphabetmörder
Der Alphabetmörder von Lars Schütz
Bad Marienberg. Im Wildpark wird die grausam zugerichtete Leiche eines Mannes gefunden. Auf die Brust des Opfers hat der Täter ein A tätowiert. Jan Grall, operativer Fallanalytiker beim LKA Rheinland-Pfalz und seine Assistentin Rabea Wyler werden zu dem Fall hinzugezogen. Als noch am gleichen Tag zwei weitere verstümmelte Opfer, die mit B und C kennzeichnet wurden, aufgefunden werden, ist allen klar, dass sie es hier mit einem Serienmörder zu tun haben.
Erste Ermittlungen ergeben, dass die drei Toten alle beruflich etwas mit dem Schreiben zu tun hatten. Als die SOKO den Hinweis bekommt, dass die 32-jährige Tugba Ekiz vermisst wird, ist Eile geboten, denn bei der Vermissten handelt es sich um eine Deutschlehrerin…
„Der Alphabetmörder“ ist der Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe rund um die beiden Profiler Jan Grall und Rabea Wyler.
Lars Schütz versteht es ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein hohes Level zu katapultieren. Der Thriller wird fesselnd erzählt und entwickelt einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.
Der Kriminalfall ist knifflig und mit einigen Wendungen und Überraschungen gespickt. Obwohl die Ermittler das Beuteschema des Täters schnell durchschaut haben, machen sie zunächst nur langsam Fortschritte. Es gibt weitere Tote und auch die Suche nach Tugba verläuft erfolglos.
Eine Extraportion Spannung bekommt der Thriller zum einem dadurch, dass Jans Vergangenheit für den Fall eine Rolle zu spielen scheint und er selbst in das Visier des Mörders gerät und zum anderen durch mehrere kurze Einschübe, in denen die Perspektive auf die entführte Tugba wechselt und der Leser erfährt, was die Lehrerin erdulden muss.
Immer neue Fakten und Ereignisse halten das Geschehen lebendig und haben mir genauso wie die zahlreichen im Handlungsverlauf auftauchenden Fragen viel Platz zum Miträtseln über Zusammenhänge und Hintergründe, mögliche Motive und die Identität des Täters gegeben.
„Der Alphabetmörder“ hat mir sehr gut gefallen - ein Thriller, der mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.
Rezensionen von Vicky:
Was mir gehört, gehört auch dir.
My Image of You - Weil ich dich liebe von Melanie Moreland
Das Cover von 'My Image of You - Weil ich dich liebe' gefällt mir sehr gut. Es ist einfach gehalten aber dennoch ist es ansprechend und irgendwie auch geheimnisvoll. Ich betrachte es ausgesprochen gerne!
Der Roman der Autorin Melanie Moreland ist auf zwei Teile, mit insgesamt achtundzwanzig Kapitel sowie einen Prolog und Epilog, aufgeteilt.
'Zu diesem Buch' verspricht einen interessanten und emotionalen Roman, was auf jeden Fall erfüllt wird.
Der Einstieg ist gut gelungen und man kommt schnell und gut in den Roman rein und fühlt sich den Figuren von Anfang an nahe. Der Großteil der Kapitel ist aus Sicht von Adam geschrieben, nur am Ende sind einige Abschnitte aus Sicht von Alex/Ally zu finden. Ich fand es interessant einen Liebesroman mal hauptsächlich aus der männlichen Perspektive zu lesen. Zu Anfang war ich ehrlich skeptisch und befürchtete, ich könnte die weiblich Komponente vermissen, aber meine Befürchtungen waren ohne Grund!
Mir ging das mit dem Vertrauen fassen und sehr persönlichen bzw. privaten Geschichten und Problemen teilen, allerdings zu schnell, sorry aber so schnell kann man in meinen Augen kein bedingungsloses Vertrauen fassen – weswegen ich auch einen Stern abziehe – allerdings wurde mein Gemüt in dieser Hinsicht im zweiten Abschnitt etwas beruhigt – lest selbst!
Fazit: spannend, emotional und durchtrieben aber stellenweise leider auch etwas zu langatmig, hierfür ziehe ich einen Stern ab. Ich würde den Roman aber dennoch empfehlen - jeder der Herzschmerz oder zerreisende, emotionale Zeilen sucht, ist hier bei der Autorin Melanie Moreland definitiv an der richtigen Adresse.
Rezensionen von buchina:
Mutig und anders
My Image of You - Weil ich dich liebe von Melanie Moreland
Diesmal wagt sich der Autor, den ich schon durch seine großartige „Kalypto-Reihe“ kenne an ein Shakespeare Werk. Ich gehöre leider zu denjenigen, die „Der Sturm“ von Shakespeare nicht kennen und deshalb auch nicht sagen inwieweit sich der Autor an das Original hält. Aber die Idee einen Klassiker, dazu noch ein als Theaterstück neu aufzulegen, ist interessant und mutig zugleich.
Der Roman ist in 4 Bücher aufgeteilt, die an die einzelnen Akte eines Theaterstückes erinnern. Auch das anfängliche Personenregister erinnert an Shakespears Werk. Der Protagonist Prosperos, Herrscher von Milano, wird detailliert vorgestellt. Seine Kindheit, seine Herrschaft, seine große Liebe und natürlich das Verhältnis zu seinem Bruder. Auch sein Eingang zur magischen Welt wird viel Raum gegeben. Bis es zum ersten großen Höhepunkt, die Verbannung Properos auf eine einsame Insel, lässt sich der Autor viel Zeit. Dabei erhält sogar das ungeborene Baby Miranda eine Stimme und sie erzählt aus ihrer Sicht die gefühlten Ereignisse. Aus meiner Sicht zog es eher die Handlung, als das es sie weiter brachte.
Interessanter wird es dann wieder auf der Insel auf die er zusammen mit seiner Tochter und seinen treuesten Diener verbannt wird. Auf der Insel tritt immer mehr der Fantasyaspekt in den Vordergrund, ein Hexensohn und komische, hundsgesichtete Wesen treten auf. Aber auch hier zieht sich für mich die Handlung, es wird sehr viel Wert auf die alltäglichen Dinge gelegt und auf die Beziehungen der Menschen untereinander. Dafür wird kaum erklärt, woher z.B. die Wesen kommen und warum sie noch niemand kannte.
Die Motive Rache, Verlust und Liebe, die auch bei Shakespeares Werken fast immer zu finden sind, werden auch in diesem Roman zelebriert. Für mich manchmal schon fast ins kitschige, aber wahrscheinlich ist das gewollt, um den Roman näher an Shakespeare heran zu bringen.
Insgesamt ein ungewöhnlicher und gut zu lesender Roman, der für mich aber nicht an die anderen Fantasyromane des Autors heran kommt. Dafür war hier der Fantasybereich nur Mittel zum Zweck, ohne das groß Hintergründe erklärt wurden. Das fand ich etwas schade. Dennoch ich hatte Spass den Roman zu lesen und es ist mal wirklich etwas anderes.
Rezensionen von heinoko:
Ein feinsinnig-humoriger Roman, der zu Herzen geht
Ans Meer von René Freund
Anton ist Fahrer eines Linienbusses. Tagaus tagein steigen Dorfbewohner und Schulkinder ein und aus. Anton legt Wert auf anständiges Grüßen seiner Fahrgäste, denn seiner Meinung nach ist sogar an der Himmelspforte ein höfliches Grüß Gott angebracht. Essen ist sein größtes Hobby. Ohne Butterbrezen wäre das Leben in seiner Routine nicht erträglich, umso mehr, wenn man eine Mutter hat, die Mechthild heißt und sich auch so benimmt.
Seit einiger Zeit jedoch ist Anton verliebt, und zwar in Doris, eine Nachbarin, obwohl gestern Nacht auf deren Balkon ein fremder Mann hustete. Und dann bereitet der Chef auch noch Antons baldige Entlassung vor. Am Tag darauf steigt die krebskranke Carla in den Bus und fordert vehement, dass sie ein letztes Mal das Meer sehen möchte, jetzt und gleich. Anton steht vor der Herausforderung seines Lebens: Soll er einmal im Leben abweichen vom Kurs, einmal die Monotonie des Alltags durchbrechen und Mut beweisen?
Eine bunte Mischung von Fahrgästen befindet sich im Bus. Neben der krebskranken Carla und ihrer kleinen Tochter, die ganz selbstverständlich mit der Krankheit und den Einschränkungen der Mutter umgeht, sitzt unfreiwillig die demente Frau Prenosil im Bus, die von Eva, der man ihre soziale Ader gar nicht zugetraut hätte, geschickt durch alle Tücken des Tages geführt wird. Aber auch Totti, das Kaninchen, und die Geschwister Helene und Ferdinand werden ungewollt Teil einer Reisegruppe, die um Anton geschart etwas erlebt, was mit Mut zu tun hat, mit dem Wagnis, ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen, und mit dem Lernen, Verständnis füreinander in all unserer Unterschiedlichkeit aufzubringen.
René Freund hat uns mit einem überaus liebenswerten Kurzroman beglückt, der einem Märchen gleich alles mit sich bringt, was uns zum Nachdenken über das Leben, über das was wichtig ist im Leben, herausfordert. Der Autor versteht es, eine perfekte Mischung aus Märchen, Roadmovie, Unterhaltungsroman und Humoreske zu mixen und dies alles mit einem verhaltenen Schuss Tiefgang zu würzen. Dazu in einer so feinsinnigen Sprache, die in schlichten Sätzen scheinbar harmlos vor sich hin plaudert und durch das Prisma unterschiedlichsten Humors von gemein bis schlitzohrig, von entlarvend bis emotional, immer aber treffsicher, oft eine tiefe Traurigkeit verdeckend, mitten hinein in unser Herz zielt. „Manchmal muss man vielleicht ein bisschen von der Linie abweichen, um das Glück zu finden.“ Wie wahr!
Rezensionen von KimVi:
Leider ist bei mir der Funke nicht übergesprungen
Ans Meer von René Freund
Jack und Sydney können kaum glauben, dass sie wirklich den Zuschlag für ein altes Haus in einer ruhigen Londoner Wohngegend erhalten. Der Vorbesitzer hat jede Menge zurückgelassen, doch die beiden wollen es ruhig angehen lassen. Alles nach und nach sichten und nach ihren Wünschen renovieren. Doch schon bald macht sich ein merkwürdiger Geruch bemerkbar.
Jack hat außerdem das Gefühl, dass jemand durch das Haus schleicht....
Die Handlung wird in der Ich-Perspektive erzählt. Dabei wechseln sich die beiden Hauptprotagonisten Sydney und Jack ab. Sie versuchen die Ereignisse zu sortieren und schreiben sie füreinander auf. Der Schreibstil ist so locker und flüssig, dass man das Gefühl hat, neben dem jeweiligen Erzähler zu sitzen und ihm zu lauschen. Syd schreibt so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, und deshalb muss man beim Lesen oft schmunzeln. Durch die wechselnden Perspektiven bekommt man einen guten Eindruck von den Gedanken und Gefühlen des jeweiligen Erzählers und erfährt außerdem, wie sie aufeinander wirken. Beide wirken sympathisch, sodass der Einstieg in das Buch mühelos gelingt. Da beide Protagonisten zunächst nicht wirklich beschreiben um was es eigentlich geht, sondern nur Andeutungen machen, die erst Schritt für Schritt ein Gesamtbild ergeben, startet man mit großer Neugier und hohen Erwartungen.
Durch die Andeutungen nimmt man eine unterschwellig bedrohliche Atmosphäre wahr, die dazu führt, dass man unbedingt erfahren möchte, was es mit dem Haus auf sich hat und was genau eigentlich passiert ist. Die Spannung wird dadurch bereits früh aufgebaut. Allerdings kann sie leider nicht durchgehend gehalten werden. Außerdem wird schon bald klar, dass die Handlung nicht so verläuft, wie vermutet. Im Prinzip ist das ja nicht schlecht, da man so nicht ahnt, in welche Richtung die Geschichte sich wenden wird. Durch die verwendete Erzählperspektive wirkt außerdem manches zunächst verwirrend und ist nicht so leicht zu durchschauen. Dadurch flacht die aufgebaute Spannung ab. Das, was man liest, ist zwar interessant, doch nicht das, was man von einem Thriller erwartet. Die überraschende Wendung zum Schluss ist leider auch recht früh vorhersehbar.
Thriller und Krimis sind ja meine absoluten Favoriten und dieses Exemplar startete für mich äußerst vielversprechend, da ich den Erzählstil sehr erfrischend fand und sofort eine unterschwellige Bedrohung wahrnehmen konnte. Doch die bereits früh aufgebaute Spannung flachte für mich schon bald ab, sodass ich das Ganze zwar interessiert, aber nicht wirklich gefesselt, verfolgt habe. Bei mir ist der berühmte Funke leider nicht übergesprungen. Das mag auch daran liegen, dass mir die Charaktere durchaus sympathisch waren, aber dennoch habe ich sie, trotz der verwendeten Ich-Perspektive, eher distanziert betrachtet. Die erhoffte Spannung stellte sich bei mir leider auch nicht wieder ein. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb drei von fünf Sternchen.
Rezensionen von liesmal:
Volle Kraft voraus!
Manhattan Beach von Jennifer Egan
Die Geschichte von Anna hat mir sehr gut gefallen. Bewundernswert, mit welchem Eifer, mit welcher Verbissenheit und Entschlossenheit sie ihr Ziel verfolgt, Taucherin zu werden. Auf der anderen Seite ist sie der Familienmensch der sich hingebungsvoll ihrer kleinen pflegebedürftigen Schwester Lydia widmet, in die Anna sich so hingebungsvoll hineinversetzen kann, dass es einfach nur schön ist.
Gern hätte ich mir diesen Teil - um Anna - etwas ausführlicher gewünscht.
Sehr gut hat mir die auch Erzählung von Annas Vater Eddie gefallen, die zum großen Teil spannend, an einigen Stellen aber auch sehr gefühlsbestimmt war.
Alles andere, was selbstverständlich zur Beschreibung von „Manhattan Beach“ interessant und wissenswert ist, hat für mein Empfinden einen zu großen Raum eingenommen und ist teilweise zu ausführlich beschrieben worden.
Darum von mir nur 3 von 5 Punkten.
Rezensionen von Harakiri:
Der Abgrund in ihr
Der Abgrund in dir von Lehane Dennis
Rachel Childs ist auf der Suche nach ihrem Vater, doch was sie findet, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht auszumalen gewagt. Als sie ihren Ehemann, den sie auf Geschäftsreise wähnt, in ihrer Heimatstadt sieht, beginnt sie zu recherchieren. Sie verfolgt ihn und findet heraus, dass er nicht der ist, der er zu sein scheint.
Und dass er noch viel mehr verbirgt…
Bereits zu Beginn liest man, dass Rachel ihren Mann erschießt. Doch aus welchem Grund? Das dauert ziemlich lange bis sich die ganze Handlung aufzulösen beginnt. Anfangs – die Suche nach dem Vater – fand ich das ganze Buch noch etwas zäh und langatmig, diesen Teil hätte es in meinen Augen gar nicht gebraucht, um Rachel zu verstehen. Denn verstehen wie sie tickt, muss man schon, um der Handlung komplett folgen zu können. Erst als Rachel dann ihren Mann verfolgt, war ich ganz in der Handlung gefangen. Und hier wurde das Buch dann auch sehr spannend. Die Wendungen, die die Story nimmt fand ich sehr faszinierend.
Fazit: braucht ein wenig bis es in Fahrt kommt, ist dann aber spannend und die Handlung unerwartet.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ich bin begeistert!
Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren von Ali Benjamin
Bei diesem Buch hat mich das Cover und der Titel magisch angezogen. Und ich habe es nicht bereut, das Buch zu lesen:
Suzy M. Swanson ist 12 Jahre alt, als sie ihre bis vor Kurzem allerbeste Freundin Franny durch einen Badeunfall verliert. Da Franny eine sehr gute Schwimmerin war, kann und will Suzy nicht akzeptieren, dass solche Dinge einfach mal so passieren können.
Erst recht nicht, als sie sich nach einem Aquariumsbesuch mit Quallen, vor allem mit der Irukandji Qualle auseinandersetzt. Sie meint beweisen zu müssen, dass Franny durch den Stich einer solchen Qualle gestorben ist. Um sich voll und ganz auf ihr Vorhaben konzentrieren zu können, redet sie einfach nicht mehr. Oder nur noch, wenn es gar nicht anders geht, wie bei einem Referat, dass sie natürlich über Quallen hält und dafür die Bestnote einheimst.
Suzy ist mit ihren 12 Jahren eine ganz aussergewöhnliche Protagonistin mit zum Teil ganz ungewöhnlichen Interessen. Sie interessiert sich z.B. für Quallen; rechnet sich aus, wie viele Menschen in einer Sekunde von einer Qualle gestochen werden. Versucht alles über Quallen herauszufinden. Interessiert sich besonders für einen Forscher in Australien, der die Irukandji Qualle erforscht. Aber auch auf andere Seiten unseres Universums hat sie eine ganz eigene Sichtweise, und Gedanken, die man ihr eigentlich nicht zutrauen würde. Und nun muss sie mit dem Tod ihrer Freundin klar kommen.
Für ihr Alter wirkt sie einerseits sehr reif, andererseits kommt immer mal wieder das kleine Mädchen zum Vorschein. Und dieses Mädchen versucht alles um ihren großen Plan wahr werden zu lassen.
Mir hat der Schreibstil von Ali Benjamin sehr gut gefallen. Sie schreibt so leicht, so locker, so bildhaft und klar vorstellbar, dass ich während des Lesens mein Kopfkino dauernd am Laufen hatte.
Die kurzen Kapitel, jedes mit einer eigenen Überschrift und einer skizzierten Qualle zu Beginn, lassen sich schnell und flüssig lesen. Immer wieder schwenken Suzys Gedanken in die Vergangenheit und sie unterhält sich mit ihrer Freundin Franny. Dieser dauernde Wechsel und vor allem das Persönliche daran hat mir sehr gut gefallen.
Die Geschichte regt zum Nachdenken an. Was bedeutet Trauer? Wie gehe ich mit einem Abschied um? Obwohl es sich um ein Jugendbuch handelt, ist es keine Lektüre zum-einfach-mal-schnell-weglesen. Bei mir wird sie schon noch eine Zeit lang nachwirken.
Ich habe ein Buch gelesen, bei dem mich die Protagonistin immer wieder überrascht hat, das mich tief berührt hat, das mich zeitweise zornig werden ließ, das mich begeistert hat, das mich zum Nachdenken angeregt hat und meine absolute Leseempfehlung bekommt.
Rezensionen von C. P.:
Schwächere Fortsetzung der Steampunk-Dilogie
Die Wedernoch von Stefan Bachmann
Bartholomew musste mit ansehen, wie seine Schwester Hettie durch ein Tor in die Elfenwelt verschwand. Jetzt versucht er mit allen Mitteln, sie wieder in die Menschenwelt zurück zu holen. Unterstützung findet er schon bald in einem Straßenjungen, der eine besondere Fähigkeit hat. Derweil versucht Hettie, in der Elfenwelt zu überleben.
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Der zweite Teil der fantastischen Steampunk-Dilogie von Stefan Bachmann (Teil eins: Die Seltsamen) spielt einige Jahre nach dem ersten Band und kommt anfangs nur langsam in Fahrt. Die Lage zwischen Elfen und Menschen hat sich zugespitzt, ein Krieg steht unmittelbar bevor. Im Gegensatz zum ersten Teil spielt die Story nun zu großen Teilen in der düsteren Elfenwelt, der Steampunk-Anteil ist somit deutlich reduziert, was ich sehr schade fand. Die Welt der Elfen funktioniert nach völlig anderen Regeln, sie ist brutal und stellenweise recht skurril. Auch wenn sie interessant gestaltet ist, konnte ich mich mit den teils willkürlich wirkenden Handlungen nicht so recht anfreunden, was den Lesespaß etwas ausbremste. Ebenso bleiben die Elfen als Protagonisten recht distanziert, man erfährt nur wenig über ihr Leben. Somit bleibt der zweite Teil der Dilogie etwas hinter dem ersten Teil zurück, rundet die Story jedoch gut ab.








