Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LEXI:
Mein Mädchen. Mi leona. Mi amor.
Für Cruz Huntley geriet seine ganze Welt aus den Fugen, als „mi leona“, seine geliebte Löwin Zoe Collins, plötzlich aus seinem Leben verschwand und nichts als Enttäuschung und Leere zurückließ. Die knapp Neunzehnjährige hatte sich gegen den attraktiven Puertoricaner und ein Leben in ihrem kleinen Heimatstädchen Coppers Creek entschieden, um ihren Mädchentraum zur Realität werden zu lassen.
Dank ihrer umwerfenden Stimme machte sie mit ihrem neuen Freund Kyle Jimmerson Karriere in Nashville. Erst der Tod ihrer über alles geliebten Großmutter brachte sie nach einigen Jahren wieder zurück zu ihrer Familie, wo eine ziemlich große Überraschung auf sie wartete: Granny Nel hatte Zoe über alles geliebt und wusste von deren Leidenschaft für die Obstwiesen ihrer Familie. Und so beschloss die alte Dame, ihrer Enkelin die Pfirsichplantage und das dazu gehörende Bauernhaus zu vermachen. Doch Zoe ist nicht mehr die selbstbewusste, kämpferische Löwin, als die sie Coppers Creek damals verlassen hatte. Durch ihre unheilvolle Beziehung zum arroganten Bandleader Kyle ist Zoe nur noch ein Schatten ihrer selbst. Doch zurück im Schoß ihrer Familie nimmt sie ihren gesamten Mut zusammen und beschließt, die Pfirsichfarm ihrer Familie am Leben zu erhalten. Zoe tritt ihr Erbe an und möchte nach langer Zeit endlich wieder unabhängig sein, mutig und kämpferisch – genauso, wie ihre Großmutter es war. Die Begegnung mit Cruz, der großen Liebe ihres Lebens, hat an dieser Entscheidung ebenfalls einen nicht unbeträchtlichen Anteil. Wird Zoe es tatsächlich schaffen, sich von dem zerstörerischen Einfluss Kyles zu lösen und sich endlich ihrer Vergangenheit stellen?
Denise Hunter erzählt in diesem Roman die Geschichte einer verlorenen Tochter, die falschen Idealen nachläuft, sich jedoch rechtzeitig besinnt und in den Schoß ihrer liebenden Familie zurückkehren möchte. Die Autorin hat dieses Thema aufgegriffen und zu einer wunderschönen, mit vielen Emotionen behafteten Geschichte verarbeitet. Vergangenheitsbewältigung, Schmerz, Angst, Sehnsucht, Wut, Trauer, Reue und Versöhnung spielen eine große Rolle, und auch der christliche Glaube hat einen gewissen Stellenwert darin. Die Handlung findet in zwei Erzählsträngen statt. Während in der Gegenwart die Nachricht vom Tod ihrer geliebten Großmutter die Rückkehr in ihre Heimat einleitet, taucht der Leser in einem zweiten Erzählstrang in die Vergangenheit ein, wo Denise Hunter sich mit dem Leben und der Liebesgeschichte von Zoe und Cruez befasst, die vor einigen Jahren ein abruptes Ende fand. Durch Zoes Lebensgefährten Kyle wird eine gewisse Spannung in die Geschichte eingebracht, die sich gegen Ende des Buches erhöht und in ein turbulentes Finale mündet.
Die handelnden Personen waren aus meiner Sicht sehr überzeugend dargestellt, wobei ich besonders die Charakterisierung und persönliche Entwicklung der beiden Protagonisten als gelungen empfand. Die Autorin verwendet keine verschwenderische Fülle an Nebenfiguren, wartet jedoch auch hier mit äußerst sympathischen Figuren auf. Durch viele Rückblicke wurde zudem auch die Person der verstorbenen Großmutter Nellie Russell ein klein wenig vorgestellt - sie nahm schließlich den Platz meiner liebsten Nebenfigur ein. Ihre behütende, stärkende Liebe zu Zoe und ihrem Bruder Brady, der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn und die Tatsache, dass sie trotz der vereinnahmenden Arbeit auf der Pfirsichplantage immer Zeit und ein offenes Ohr für die Kinder hatte, brachten ihr von meiner Seite unglaublich hohe Sympathiewerte ein. Als Antagonisten dieses Buches darf ich zum einen den bösartigen und manipulativen Rockstar nennen, den ich am liebsten persönlich aus den Seiten dieses Buches katapultiert hätte, und zum anderen Zoes kalten und kontrollierenden Vater, der seiner Tochter lebenslänglich das Gefühl gab, nicht zu genügen.
Nach der Lektüre von inzwischen bereits zehn Romanen dieser Autorin darf ich mich vermutlich bereits zu ihren Stammlesern zählen. Ich schätze sowohl den einnehmenden Schreibstil, als auch die in sich schlüssige Handlung und die stets liebevoll gezeichneten Figuren von Denise Hunters Büchern. Ein weiterer Pluspunkt in ihren Geschichten ist das Augenmerk auf den christlichen Glauben, der auch in diesem Roman dezent eingebracht wurde.
Fazit: „Der Duft von Pfirsichen“ hat mich in das ländliche Coppers Creek in Georgia entführt, mir die wunderschönen Obstwiesen bildhaft vor Augen geführt, und mich den betörenden Duft saftiger reifer Pfirsiche beinahe schmecken lassen. Ich habe diese Lektüre in vollen Zügen genossen und kann die wunderschöne Geschichte einer verlorenen Tochter, die ihren Weg nach Hause findet, aus vollem Herzen weiterempfehlen.
Rezensionen von LEXI:
Es geht nicht darum, WO man sich befindet, sondern mit wem man zusammen ist
Das Leuchten unserer Träume von Dani Atkins
„Sie haben heute Nacht eine großartige Tat vollbracht, aber das bedeutet nicht, dass Sie von nun an auf mich aufpassen müssen.“(Sophie)
„Und was, wenn doch?“ (Ben)
Benjamin Stevens wird Zeuge eines Brandes und hilft der im Flammeninferno eingeschlossenen Sophie Winter, aus ihrer Wohnung zu entkommen.
Der sympathische und attraktive Mann mit dem schwarzen Haar und den karamellbraunen Augen rettet der jungen Frau damit aber in mehr als nur einer Hinsicht das Leben. Sophie ist seit dem tragischen Unfalltod ihres geliebten großen Bruders vor mehr als sechzehn Jahren immer noch traumatisiert. Ihre panische Angst, erneut einen geliebten Menschen zu verlieren, hindert sie bereits ihr halbes Leben daran, jemanden an sich herankommen zu lassen. Sophie ist ängstlich und pessimistisch, lebt ein zurückgezogenes Leben und geht einer freiberuflichen Tätigkeit als Übersetzerin nach. In nur einer einzigen Nacht wird das Leben der jungen Frau jedoch völlig auf den Kopf gestellt, und Ben rettet sie in Folge mehrfach vor kleineren und größeren Katastrophen. Dem ehemals erfolgreichen Geschäftsmann ist die ganz besondere Gabe zu eigen, andere Menschen in seinen Bann zu ziehen. Er ist charismatisch, besonnen, und besitzt eine beruhigende Ausstrahlung. Es gelingt ihm in behutsamen Schritten, Sophies Mauern einzureißen, die sie im Laufe der Jahre um sich herum aufgerichtet hat. Doch dann entdeckt Sophie etwas aus Bens Vergangenheit und stellt alles in Frage, was sie zu diesem Zeitpunkt bereits mit Ben verbindet. Wird sie es schaffen, ihrem besten Freund und über alles geliebten Lebensmenschen zu vergeben?
Dani Atkins erzählt in diesem höchst emotionalen Roman die Lebensgeschichte einer jungen Frau, die am schrecklichen Tod eines nahen Angehörigen beinahe zerbrochen ist. Trauer- und Vergangenheitsbewältigung und der Verlust geliebter Menschen sind das zentrale Thema dieses Buches, das in einem sehr einnehmenden und berührenden Schreibstil verfasst wurde. In einfühlsamen Worten rollt die Autorin nach und nach die Vergangenheit auf, erzählt die Geschichte der Familie Winter und beschreibt den Umgang der einzelnen Familienmitglieder mit dem Verlust des geliebten Sohnes und Bruders. Die bildhaften Beschreibungen und der behutsame Umgang der Autorin mit dieser Thematik haben mich unzählige Male zu Tränen gerührt. Dani Atkins besitzt die Gabe, ihre Leser ganz tief in eine Geschichte einzubeziehen. Ihre handelnden Figuren wurden hervorragend charakterisiert und weisen hohe Authentizität auf. Die Autorin erlaubt tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer beiden Protagonisten, denen sie interessante und glaubwürdige Nebenfiguren zur Seite stellt. Meine ganz besondere Sympathie galt Bens Freundeskreis, allen voran dem extravaganten und farbenfrohen Wirbelwind Carla und dem alten Mann namens Henry, der sich mit einem ganz besonderen Wunsch an Ben und Sophie wendet. Durch Sophies Freundin Julia und Bens achtzigjährige Freundin Alice wird zwischendurch ein wenig Humor in die Geschichte eingebracht. Erfrischende Dialoge und grandiose Situationskomik sorgten dafür, die ernste Thematik dieses Buches aufzulockern. Darüber hinaus erlag ich auch dem Charme des tierischen Protagonisten Fred, Sophies rauchgrauem Kater, der mein Herz im Sturm erobert hat. Und obgleich dieser Roman durch die bereits aus dem Klappentext bekannten Fakten keinen hohen Spannungsfaktor aufweist, ist es der Autorin zudem auch noch gelungen, mich mit einigen unerwarteten Inhalten zu überraschen.
Fazit: „Das Leuchten unserer Träume“ war ein sehr emotionales Buch, das mir ausgezeichnet gefallen und mich an vielen Passagen zu Tränen gerührt hat. Es stellt aus meiner Sicht das bislang beste Werk aus der Feder Dani Atkins dar und ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen.
Rezensionen von heinoko:
Magisch, verzaubernd und klug
Unendlich mal unendlich mal mehr von Dani Atkins
Was für ein unglaublich intensiver, ungewöhnlicher Debütroman. Er hat mich regelrecht verzaubert, in seinen Bann geschlagen und begeistert!
Die zwölfjährige Petra hat sich ihr Leben gut zurecht gelegt. Solange Zahlen, ihre große Liebe, aufgehen, d. h. sich teilen lassen, ohne dass sie zerstört werden, ist der Tag in Ordnung.
Nicht in Ordnung ist alles, was nicht aufgeht oder nicht zu kontrollieren ist, wie z. B. Primzahlen oder Wasser, dieses unberechenbare Element. Petra ist ein ungewöhnliches Mädchen. Sie unterliegt vielen Zwängen, um ihr Leben im Griff zu halten. So müssen Schuhe immer genau parallel nebeneinander stehen, ohne sich zu berühren. Oder es muss für alles eine gerade Zahl an Wiederholungen geben. Die Mutter Malin ist alleinerziehend und muss sehr viel arbeiten, dadurch hat sie wenig Zugang zur Innenwelt von Petra. Petra wiederum besitzt eine feine Beobachtungsgabe für andere Menschen, bewertet sie dabei aber nicht, nimmt sie einfach wie sie sind. Wenn zum Beispiel Chris, ihrem treuen Freund, als Stotterer die Wörter im Hals stecken bleiben, dann wirft er stattdessen mit Radiergummis oder randaliert. Petra versteht ihn und mag seine Augen, die besser sprechen als sein Mund. Oder an Freundin Melika, aus Afghanistan geflüchtet, von der Klasse abgelehnt, liebt sie ihr Lachen. Der Schulpsychologe bemüht sich, Petra’s Zwänge, ihr magisches Denken, aufzulösen. Aber erst Thomas, der sich so selbstverständlich im Wasser bewegt, schafft den Zugang zur inneren Angstwelt von Petra und damit die Chance zur Wandlung.
So vieles kann man in diesem Buch finden: Toleranz, Sensibilität, Freundschaft, Angst, Verletzung, Verhaltensauffälligkeiten, Zwänge, Liebe, Verantwortung. Wichtige Themen, die ganz locker in die Geschichte eingebunden sind, ohne Drama, und doch sehr, sehr wirkungsvoll. Und diese nachhaltige Wirkung beruht auf dem außerordentlich feinfühligen Schreibstil der Autorin, auf die reduzierte und dadurch unglaublich intensive Erzählweise. Das Buch verzaubert, es ist magisch, es enthält nichts als magische Formeln des Lebens. Die Wörter, die knappen Sätze – alles ist magisch kraftvoll, bezaubernd, verzaubernd und dabei klug wie eine unauslotbare Primzahl.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine großartige Biografie
Queen Victoria von Julia Baird
Autorin Julia Baird liefert eine gut strukturierte Biografie von Queen Victoria (1819-1901).
In der Einleitung schreibt sie über die Schwierigkeiten, geschönte und zensurierte Quellen zu beurteilen. Besonders Tochter Beatrice hat zahlreiche Briefe und Dokumente vernichtet, die einen zu persönlichen Eindruck der Königin hinterlassen hätten können.
Mit hat vor allem fasziniert, wie sich Victoria gegen ihre Mutter und deren Liebhaber (?) John Conroy durchsetzen musste und ein ziemliches Faible für Lord Melbourne hatte. Interessant, dass sich die Herrscherin über ein riesiges Weltreich nach ihrer Heirat mit Prinz Albert von Sachsen-Gotha sich ihm als besonders konservativ entpuppt: sie unterwirft sich ihrem Gemahl als Frau und Mutter, allerdings nicht als Regentin. Das wird erst später offenbar, dass sie sich immer mehr von ihm beeinflussen lässt. Ziemlich unmöglich finde ich, dass Albert seine Frau als „liebes Kleines“ anspricht. Für mich klingt das geringschätzend. Allerdings scheint er Victoria sehr geliebt zu haben und auf außereheliche Affären verzichtet zu haben. Deswegen haben ihn die Untertanen beinahe verachtet, weil für die Mächtigen damals unüblich.
Die Zeit nach Alberts frühen Tod ist für Victoria recht schwierig. Interessant, dass niemand auf die Idee gekommen ist, die Königin möge abermals heiraten. Das habe ich noch nirgends gelesen.
Einen breiten Raum nehmen auch die beiden Männer in ihrem späteren Leben ein: John Brown und Abdul Karim. Vor allem letzterer gilt als Hochstapler und hat die Sehnsucht der Königin nach Zuneigung schamlos ausgenützt.
An den Ratgebern der Queen übt die Autorin leise Kritik, weil sie ihr nur ein recht einseitiges Bild ihrer Länder vermittelt haben. Mit ein bisschen mehr Durchblick hätte sich die Irland-Frage, die das Vereinigte Königreich bis heute beschäftigt, lösen lassen.
Meine Meinung:
Eine gut gelungene Biografie, die einen Einblick in das Leben dieser Herrscherin bietet, die 63 Jahre lang über ein Weltreich geherrscht hat. Sehr gut finde ich, dass die (Selbst)Zweifel von Victoria nicht ausgespart werden. Queen Victoria war eine beeindruckende Persönlichkeit mit vielen Facetten und voller Gegensätze.
Der Schreibstil ist flüssig und wird durch eine Vielzahl von Zitaten sowie Illustrationen ergänzt.
Das Cover ziert das Porträt der jungen Königin, gemalt 1843 vom deutschen Maler Franz Xaver Winterhalter.
Für historisch Interessierte gibt es im Anhang eine ausführliche Bibliografie.
Fazit:
Gerne gebe ich für diese gut recherchierte Biografie 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich nicht wirklich überzeugt
Die Natur und ihr Recht von David R. Boyd
„Menschliches Leben ist nur in Solidarität mit der Natur möglich.“(S. 121)
Diesen Satz werden wohl die meisten von uns unterschreiben. Doch warum handeln wir Menschen nicht danach? Ist uns die eigene Bequemlichkeit lieber als der Schutz der Natur? Oder ist der einzelne geneigt, Umweltschutz „den Anderen“ zu überlassen?
Der überwiegende Teil des Buches handelt von und in den USA, die in Sachen Umweltschutz (vor allem unter der aktuellen Regierung) wenig am Hut haben.
Doch auch Indien, mit dem dreckigsten aller Flüsse, dem Ganges, wird erwähnt. Einige Länder haben Umweltschutz in der Verfassung verankert, andere nicht.
Der Mittelteil des Buches lässt den nicht juristisch interessierten Leser gelangweilt die Seiten überblättern. Protokolle über langwierige Gerichtsverfahren zu lesen ist leider nicht jedermanns Sache. Dies ist allerdings der Profession des Autors geschuldet, der Umweltexperte und Professor der Rechtswissenschaften an der University of British Columbia ist. Er berät Regierungen wie z.B. von Kanada und Schweden in Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen. David Boyd lebt auf Pender Island in British Columbia.
Fazit:
Ein interessantes Buch, doch wegen des juristisch-lastigen Mittelteils kann ich nur 3 Sterne vergeben.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
AUf Spurensuche
Die Natur und ihr Recht von David R. Boyd
Das Autoren-Duo Christof Habres und Elisabeth Reis hat sich auf Spurensuche in das jüdische Burgenland bzw. in das was das Nazi-Regime von einer prosperierenden Gesellschaft übriggelassen hat, begeben.
Es ist nicht verwunderlich, dass kaum etwas davon zu sehen ist. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die wenigsten Vertriebenen in ihre Dörfer und Städte zurückgekehrt, denn diejenigen, die ihre Enteignung betrieben haben, sind nach wie vor in politischen Funktionen.
Jüdische Einrichtungen wie Synagogen sind zerstört und scheinbar hat niemand großes Interesse die wenigen vorhandenen Baudenkmäler zu restaurieren.
Jüdische Friedhöfe, soweit sie nicht zerstört worden sind, sind häufig weder in Stadtplänen oder Tourismusführern erwähnt. Es ist oft nur der Initiative Einzelner zu verdanken, dass diese Friedhöfe nicht ganz dem Vergessen anheimfallen.
Eine Ausnahme ist der Kreuzstadl von Rechnitz, der durch die Initiative RE.F.U.G.I.U.S zu einem Mahnmal an das Massaker an 180 Juden und gleichzeitig ein Symbol der überregionalen Gedenkkultur geworden ist. (Näheres sieh auch www.refugius.at)
Fazit:
Ein etwas anderer Reiseführer durch das Burgenland. Gerne gebe ich dafür 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Burgenland kulinarisch
Sautanz von Max Stiegl; Tobias Müller
Dieses Kochbuch entführt uns in das Burgenland, wo der „Sautanz“ eine lange Tradition hat. Die bäuerliche Feldarbeit ist erledigt und die kalten Temperaturen garantieren eine längere Haltbarkeit der Lebensmittel.
Spitzenkoch und Autor Max Stiegl nimmt uns auf einen Sautanz in den Winzerort Purbach der Gegenwart mit, wo eine begrenzte Haltbarkeit des Fleisches ob der Kühltruhen keine Rolle mehr spielt.
Hier dominiert die Freude, nachhaltige Lebensmittel zu verarbeiten.
Meist unter Mithilfe der Nachbarschaft wird das Schwein geschlachtet, da es ziemlich aufwändig ist, alle Teile der Sau zu verwerten. Und, kein Teil wird verschwendet!
Dass heikle Waschen der Därme wird den kundigen Händen der Frau Rüssel überlassen, die diese Kunst wie keine Zweite beherrscht.
Wer kennt noch geschmorte Schweinsbackerl? Viele der aufgezeichneten Rezepte sind heutzutage schon als rare Delikatesse zu bezeichnen. Selbst wenn das Fleisch den heutigen Ernährungsgewohnheit, in denen alles fettlos sein soll nicht entspricht, schmeckt ein Schweinsbraten, aus einem langsam gemästeten und freilaufenden Mangalitza-Schwein, einfach himmlisch. Fett ist und bleibt ein Geschmacksträger.
Die vielfältigen Zubereitungsarten der einzelnen Schweineteile werden durch wunderschöne Fotos großartig in Szene gesetzt. Hier läuft einem sprichwörtlich das Wasser im Mund zusammen.
Fazit:
Ein Kochbuch für Traditionsbewusste, dem ich gerne 5 Hauben gebe. Auch als Geschenk eine gute Wahl.
Rezensionen von Bibliomarie:
Tod in der Bucht
Cyrus Doyle und die Kunst des Todes von Jan Lucas
In der pittoresken Rocquaine Bay liegt eine tote Frau am Strand. Nackt, mit vielen Stichen getötet und mit Farbe verunstaltet, „Hure“ lautet die zynische Botschaft des Mörders. Eine Beziehungstat? Lizzy Somers war eine attraktive Frau und ihr Mann wohl zu Recht eifersüchtig, er und seine Schwester nehmen die Todesnachricht unterkühlt und seltsam unbeteiligt auf.
Cyrus Doyle und seine Kollegin Pat Holborn haben die schwere Aufgabe den Mörder zu finden. Den Fund der Leiche meldet Peter Laforet, der Juniorchef von „Gold und Silver“, dort hatte die Tote auch ihren aus Strandfunden gefertigten Schmuck und Dekostücke verkauft. Aber der Zeuge scheint nicht sehr glaubwürdig. Er verschweigt etwas. Genau wie der alte Strandläufer und Einsiedler Carney, der im Dauerrausch von einem schwarzen Meerungeheuer faselt, das er gesehen hat. Aber bevor Doyle den Alten vernehmen kann, das Ausnüchtern im Krankenhaus dauert länger, wird der von einem hohen Militär abgeholt. Offensichtlich gibt es Interessen von ganz oben, die Cyrus Ermittlungen tangieren.
Auch bei seinen Mitarbeiten gibt es Auffälligkeiten, was ist mit Constable Jasmyn Alisette, die offensichtlich etwas vertuschen will.
Mit der Kanalinsel Guernsey hat der Autor Jan Lucas einen besonders malerischen Handlungsort für seine Krimireihe um Cyrus Doyle ausgesucht. Sehr kenntnisreich und mit viel Liebe zum Detail beschrieben, wird diese Landschaft zu einem wichtigen Teil des Krimis. Man erfährt sehr viel über die Geschichte der Insel und immer spielt ihre Vergangenheit auch eine Rolle bei den Fällen.
Cyrus ist nicht nur ein geschickter und schlagkräftiger Ermittler, er ist auch ein attraktiver Guernsey Man. Wenn er mit seinem exotischen Sportwagen über die Insel fährt, kann man sich schon seine Wirkung auf Frauen vorstellen. Das führt immer wieder zu Irritationen bei Kollegin Holborn, die Doyle schon Jahre kennt und als junge Frau auch sehr verliebt in ihn war. Diese kleinen privaten Details ergeben einen amüsanten Sidekick.
Spannende Ermittlungen für Cyrus, der nach dem Ausbremsen von ganz Oben auf eigene Faust weitermachen muss und das ist nicht immer ungefährlich. Diese Mischung macht den Reiz der Guernsey Krimis von Lucas aus, es fehlt nicht an Action und gut beschriebener Polizeiarbeit, aber auch das Drumherum kommt nicht zu kurz.
Auch dieser Band hat mir wieder sehr gut gefallen und ich freue mich schon weitere Fälle mit Cyrus Doyle.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein neues spannendes Abenteuer
Die Münsterland-Detektive / Feuer auf dem Hof (5) von Anja Stroot
Diesmal geht gleich am Anfang bei der Ferienplanung fast etwas schief. Aber die Münsterland-Detektive sind dann doch vollzählig und ein neues Abenteuer für Leona, Jacky, Felix, Ben und Gundula kann beginnen. Diesmal gibt es ein Feuer auf dem Hof. Sind Menschen oder Tiere in Gefahr? War es Brandstiftung? Und wenn ja, wer war das?
Um all diese Fragen zu beantworten, lest das Buch selbst oder lasst es euch vorlesen.
Es lohnt sich! Für große und für kleine Spürnasen.
Nach " Der schwarze Schatten (1)", "Die verflixte Wiese (2)", "Gefahr am Baumhaus (3)" und "Auf dem Eis (4)" ist dies eine weitere Geschichte mit einem neuen Abenteuer für die fünf Freunde aus dem Münsterland.
Da die Geschichten in sich abgeschlossen sind, ist man hier an keine Lesereihenfolge gebunden, sondern kann die Bücher in jeder beliebigen Reihenfolge lesen. Auch sind die Geschichten nicht nur für Münsterländer Kinder gedacht. Die Abenteuer könnten sich in jeder beliebigen Gegend in Deutschland oder auch im Ausland genau so abspielen.
In einer liebevollen kindgerechten Sprache beschreibt die Autorin die Geschehnisse auf dem Reiterhof. Wunderschöne, die Fantasie anregende Zeichnungen, die perfekt zum Text der Geschichte passen, runden die spannende Geschichte ab. Meine kleine Leseratte malt diese Bilder dann auch noch aus. Die Geschichte eignet sich auch sehr gut zum Vorlesen. Durch die große Schrift können sich aber auch Leseanfänger sehr gut daran versuchen. Kurze Kapitel machen es nicht so schwer mit dem Lesen auch mal eine Pause einzulegen.
Hinten im Buch wieder mit dabei die Detektivprüfung, Geheimschriften zum Entschlüsseln, eine Bastelanleitung für ein Lesezeichen und einen Detektivausweis.
Die Autorin stellt sich kurz vor und einen kleinen Einblick in die ersten vier Münsterland-Detektiv-Geschichten gibt es auch noch.
Rezensionen von Gaby 2707:
Nichts für schwache Nerven
Die Elemente des Todes von Claus C. Fischer; Axel Petermann
Eine Serie brutaler Morde erschüttert zwischen den Jahren 1995 und 1996 den Norden der Republik. Kommissar Larsen Kiefer der Kripo Bremen und sein Team haben es nicht leicht. Sie scheinen nach einer Zeit genau zu wissen, wer der Täter ist, die Täter sind, können ihnen aber vorerst nichts nachweisen.
Eine schwierige und heikle Angelegenheit.
Gerade jetzt, als ich dieses Buch lese, begegnet mir Mit-Autor, Leiter der Mordkommission Bremen und Profiler Axel Petermann in einem Fernsehbericht. Bei diesem Fall hier hat er damals selbst ermittelt und weiß um die Grausamkeit und Brutalität, die damals vorlag. Ich denke, er hat mit seiner Erfahrung und seinem Wissen der Geschichte hier den letzten feinen Schliff gegeben. Claus Cornelius Fischer rundet den Fall mit spitzer, blutender, psychologischer Feder ab. Ich hoffe, dieses bleibt nicht das einzige Projekt der Beiden.
Daniel Becker – jung, sehr von sich eingenommen, skrupellos, kann sehr gut manipulieren und versteht es sehr geschickt, seine Freunde Moritz und Lothar, die ihm schon fast hörig sind, in seine Abartigkeiten hineinzuziehen. Er selbst sieht sich nicht als Mörder, kann nur Menschen verschwinden lassen, ist sich sicher, dass er sie dazu bringt, nicht mehr leben zu wollen. Einfach abartig.
Ich lese sehr gerne Krimis und Thriller. Aber True Crime ist noch mal was ganz anderes. Hier geht es um wahre Begebenheiten, die ich nicht so einfach abhaken kann. Und gerade diese Geschichte hat bei mir Gänsehaut erzeugt, hat mich nachdenklich gemacht und wird noch eine Zeit nachwirken.
Anfangs hatte ich etwas Probleme mit den dauernden Zeitenwechseln, die aber, wie ich im Nachhinein weiß, absolut notwendig und richtig sind. Aber nach kurzer Zeit war ich vollkommen gefangen im Geschehen.
Ich blicke in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Kann mir fast nicht vorstellen, dass man so abgrundtief böse sein und agieren kann. Frage mich, was das alles ausgelöst haben mag. Und kann es fast nicht fassen, dass es sich hier um einen realen Fall gehandelt hat. Was ich mich auch immer wieder gefragt habe: Haben die Angehörigen oder Freunde wirklich nichts von dem Ganzen mitbekommen? Oder ist es einfach so, dass was nicht sein darf, auch nicht ist? Ein Buch, über das sich sehr gut diskutieren und nachdenken lässt.
Der Spannungsbogen, ich weiß garnicht, wie ich das beschreiben soll, ist so stark und straff gespannt, permanent da. Aber ohne aufdringlich zu sein. Ich kann das Buch einfach nicht loslassen, weil dauernd etwas geschieht, immer wieder Gedanken auftauchen, die einfach unfassbar sind. Aber ohne sich aufzudrängen, aber trotzdem fesselnd. Einfach klasse gemacht.
Kommissar Larsen Kiefer lerne ich im Laufe der Story auch privat etwas näher kennen. Auch er hat mit Dämonen zu kämpfen, will seine Arbeit nicht in sein neues Heim zu seiner neuen Frau mitnehmen. Spannend finde ich auch die Gespräche zwischen ihm und Daniel Becker, der sich aber immer wieder aalglatt aus der Affäre zieht.
Ich habe Falco als Sänger sehr gerne gemocht und hier stoße ich immer wieder auf Songs von ihm. Für mich hat das den Schrecken zwischendurch immer etwas gedämpft.
Ein spannendes, authentisches Buch, mit einem Kommissar, der nicht aufgibt, sondern versucht, sich in den Köpfen der Täter festzusetzen. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und in mir noch eine Zeit lang nachwirken wird. True Crime vom Feinsten und Bösesten. Gänsehaut pur.









