Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Romeo und Julia mit Hexen - nur ohne das große Knistern
Death of a Witch von E. V. Woods
Bewertung: ???????????? / 5
Spice: 0 ???? / 5
Chemie: ✨ / 5
Vibes & Themen:
???? Witchy Fantasy · ???? verfeindete Hexenfamilien · ???? gefährliche Wälder · ⚔️ Magic Trials · ???? Romeo-und-Julia-Vibes · ???? verbotene Liebe · ✨ schwindende Magie · ????️ only one Bed · ???? only one Horse
Worum geht es?
Seit 150 Jahren stehen sich die Hexenfamilien Montparsson und Landeville feindlich gegenüber.
Beide geben der jeweils anderen Familie die Schuld daran, dass ihre Magie immer weiter versiegt. Inzwischen geht es längst nicht mehr nur um Macht – ohne neue Magie droht beiden Familien der Tod. Ausgerechnet Iris Montparsson und August Landeville müssen deshalb gemeinsam zum Gallows House reisen und dort um Hilfe bitten. Allein würden sie die gefährlichen Wälder nicht überleben.
Nur wie soll man jemandem vertrauen, dessen Familie man sein ganzes Leben lang als Feind betrachtet hat? Und was passiert, wenn unter all dem Misstrauen plötzlich alte Gefühle wieder auftauchen?
Zwei verfeindete Hexenfamilien, eine gefährliche Reise und eine Fehde, deren Ursprung längst niemand mehr richtig zu kennen scheint.
Meine Gedanken
Ich war wirklich gespannt auf Death of a Witch. Der Klappentext klang vielversprechend und mit witchy Geschichten bekommt man mich normalerweise ziemlich schnell. Dazu die Anlehnung an Romeo und Julia.
Eigentlich genau die Zutaten, die bei mir funktionieren müssten.
Leider ist der Funke dieses Mal nicht übergesprungen. Mein größtes Problem war die Art, wie die Geschichte erzählt wird. Mir hat sprachlich die Atmosphäre gefehlt. Statt richtig in diese düstere Hexenwelt abzutauchen, fühlte sich das Buch für mich oft wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen an.
Ich wollte zwar wissen, was als Nächstes passiert. Aber ich habe es nicht wirklich gefühlt.
Idee ???????????????? | Atmosphäre ????️????️ | Emotionen ???????? | Lesedrang ????????????
Iris & August
Auch zu den Figuren blieb bei mir leider eine gewisse Distanz.
Die Welt hätte Potenzial gehabt.
Die Familiengeschichte hätte Potenzial gehabt.
Und auch Iris und August hätten für mich viel intensiver funktionieren können.
Doch sowohl die Figuren als auch ihre Beziehungen blieben mir zu oberflächlich. Vor allem Iris hat mich zwischendurch wirklich zur Verzweiflung gebracht.
Warum miteinander reden, wenn man stattdessen einfach schweigen kann? ????
Kommunikation ist definitiv nicht ihre Stärke.
Sie hält lange an einer Fehde fest, deren Ursprung kaum jemand noch wirklich kennt, verschweigt wichtige Dinge und trifft Entscheidungen, die ich teilweise überhaupt nicht nachvollziehen konnte.
August konnte mich da etwas mehr für sich gewinnen. Bei ihm habe ich zumindest stellenweise Gefühle gespürt und konnte eine stärkere Verbindung aufbauen.
August hatte für mich mehr emotionale Tiefe – Iris leider vor allem sehr viele unausgesprochene Gedanken.
Iris ???????????????? | August ???????????? | Kommunikation ???? | Frust ????????????????
Romance & Chemie
Gerade bei einer Geschichte mit Romeo-und-Julia-Anleihen hatte ich auf eine intensive, vielleicht sogar tragische Romance gehofft. Doch genau hier hat mir etwas Entscheidendes gefehlt: das Knistern.
Ich habe die Chemie zwischen Iris und August kaum gespürt. Und ohne dieses Gefühl funktioniert für mich auch die verbotene Liebe nicht richtig. Wenn zwei Menschen eigentlich nicht zusammen sein dürfen, möchte ich dieses:
„Ihr solltet wirklich die Finger voneinander lassen – aber bitte tut es auf gar keinen Fall.“
Hier war ich emotional deutlich distanzierter.
Spice gibt es übrigens keinen.
Die Romance bleibt insgesamt sehr zurückhaltend und dürfte deshalb auch gut für jüngere Leser:innen funktionieren.
Romance ❤️❤️ | Chemie ✨ | Spice 0 ???? | Romeo-&-Julia-Vibes ????????
Geheimnisse & verschenktes Potenzial
Besonders schade fand ich eine Enthüllung in Teil 2 des Buches. Da kommt ein Geheimnis ans Licht, bei dem ich sofort dachte:
Okay. Jetzt wird es interessant.
Das hätte für mich richtig viel Potenzial gehabt. Für die Figuren. Für ihre Beziehung. Für die gesamte Fehde.
Und dann? Wird daraus viel zu wenig gemacht.
Gerade hier hätte ich mir gewünscht, dass Konsequenzen folgen, dass Fragen gestellt werden und dass endlich miteinander gesprochen wird. Stattdessen schweigt Iris weiter und trifft Entscheidungen, die mich eher frustriert als mitgerissen haben.
Da lag für mich so viel ungenutztes Potenzial.
Die Trials
Was für mich deutlich besser funktioniert hat, war der Abschnitt mit den Prüfungen.
Die Magic Trials haben endlich mehr Spannung in die Geschichte gebracht.
Hier hatte ich stärker das Gefühl, wissen zu wollen, wie die Figuren aus den Situationen wieder herauskommen. Die Gefahren und Herausforderungen haben der Handlung das Tempo gegeben, das mir zuvor teilweise gefehlt hatte. Und wahrscheinlich waren sie auch einer der Gründe, warum ich am Ende doch weitergelesen habe.
Trials ⚔️⚔️⚔️⚔️ | Spannung ⚡⚡⚡⚡ | Gefahr ????????????????
Warum habe ich trotzdem weitergelesen?
Trotz meiner Kritik habe ich das Buch nicht abgebrochen. Zum einen wollte ich schon wissen, wie alles ausgeht. Zum anderen wusste ich, dass es ein Einzelband ist. Und manchmal macht genau das einen Unterschied.
Wenn ich weiß, dass ich am Ende einen Abschluss bekomme, halte ich auch mal ein paar Längen mehr aus.
Das Finale wollte ich schließlich noch mitnehmen.
Was bleibt?
Death of a Witch hatte für mich eine richtig interessante Ausgangsidee. Verfeindete Hexenfamilien. Schwindende Magie. Eine gefährliche Reise. Trials. Und eine Liebesgeschichte mit Romeo-und-Julia-Vibes.
Eigentlich genau mein Beuteschema.
Leider haben mich weder Sprache noch Figuren emotional genug erreicht. Die Welt blieb mir zu oberflächlich, zwischen Iris und August fehlte mir die Chemie und einige Entwicklungen hätten für meinen Geschmack deutlich konsequenter verfolgt werden können.
Der Mittelteil mit den Trials war spannender und hat mich schließlich bis zum Ende getragen.
Eine nette, schnell lesbare Witchy Romantasy – aber für mich leider ohne den Zauber, den ich mir davon erhofft hatte.
Jüngeren Leser:innen, die eine unkomplizierte Hexen-Romantasy ohne Spice suchen und etwas Schnelles zum Wegsnacken möchten, könnte die Geschichte aber deutlich besser gefallen.
???????????? / 5
Spice: 0 ???? / 5
Chemie: ✨ / 5
Drei Eulen für eine spannende Grundidee mit Hexen, Fehde und gefährlichen Prüfungen – bei der mir leider Atmosphäre, Tiefe und vor allem das Knistern gefehlt haben. ????????
Rezensionen von April1985:
Romeo und Julia mit Hexen - nur ohne das große Knistern
Death of a Witch von E. V. Woods
Bewertung: ???????????? / 5
Spice: 0 ???? / 5
Chemie: ✨ / 5
Vibes & Themen:
???? Witchy Fantasy · ???? verfeindete Hexenfamilien · ???? gefährliche Wälder · ⚔️ Magic Trials · ???? Romeo-und-Julia-Vibes · ???? verbotene Liebe · ✨ schwindende Magie · ????️ only one Bed · ???? only one Horse
Worum geht es?
Seit 150 Jahren stehen sich die Hexenfamilien Montparsson und Landeville feindlich gegenüber.
Beide geben der jeweils anderen Familie die Schuld daran, dass ihre Magie immer weiter versiegt. Inzwischen geht es längst nicht mehr nur um Macht – ohne neue Magie droht beiden Familien der Tod. Ausgerechnet Iris Montparsson und August Landeville müssen deshalb gemeinsam zum Gallows House reisen und dort um Hilfe bitten. Allein würden sie die gefährlichen Wälder nicht überleben.
Nur wie soll man jemandem vertrauen, dessen Familie man sein ganzes Leben lang als Feind betrachtet hat? Und was passiert, wenn unter all dem Misstrauen plötzlich alte Gefühle wieder auftauchen?
Zwei verfeindete Hexenfamilien, eine gefährliche Reise und eine Fehde, deren Ursprung längst niemand mehr richtig zu kennen scheint.
Meine Gedanken
Ich war wirklich gespannt auf Death of a Witch. Der Klappentext klang vielversprechend und mit witchy Geschichten bekommt man mich normalerweise ziemlich schnell. Dazu die Anlehnung an Romeo und Julia.
Eigentlich genau die Zutaten, die bei mir funktionieren müssten.
Leider ist der Funke dieses Mal nicht übergesprungen. Mein größtes Problem war die Art, wie die Geschichte erzählt wird. Mir hat sprachlich die Atmosphäre gefehlt. Statt richtig in diese düstere Hexenwelt abzutauchen, fühlte sich das Buch für mich oft wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen an.
Ich wollte zwar wissen, was als Nächstes passiert. Aber ich habe es nicht wirklich gefühlt.
Idee ???????????????? | Atmosphäre ????️????️ | Emotionen ???????? | Lesedrang ????????????
Iris & August
Auch zu den Figuren blieb bei mir leider eine gewisse Distanz.
Die Welt hätte Potenzial gehabt.
Die Familiengeschichte hätte Potenzial gehabt.
Und auch Iris und August hätten für mich viel intensiver funktionieren können.
Doch sowohl die Figuren als auch ihre Beziehungen blieben mir zu oberflächlich. Vor allem Iris hat mich zwischendurch wirklich zur Verzweiflung gebracht.
Warum miteinander reden, wenn man stattdessen einfach schweigen kann? ????
Kommunikation ist definitiv nicht ihre Stärke.
Sie hält lange an einer Fehde fest, deren Ursprung kaum jemand noch wirklich kennt, verschweigt wichtige Dinge und trifft Entscheidungen, die ich teilweise überhaupt nicht nachvollziehen konnte.
August konnte mich da etwas mehr für sich gewinnen. Bei ihm habe ich zumindest stellenweise Gefühle gespürt und konnte eine stärkere Verbindung aufbauen.
August hatte für mich mehr emotionale Tiefe – Iris leider vor allem sehr viele unausgesprochene Gedanken.
Iris ???????????????? | August ???????????? | Kommunikation ???? | Frust ????????????????
Romance & Chemie
Gerade bei einer Geschichte mit Romeo-und-Julia-Anleihen hatte ich auf eine intensive, vielleicht sogar tragische Romance gehofft. Doch genau hier hat mir etwas Entscheidendes gefehlt: das Knistern.
Ich habe die Chemie zwischen Iris und August kaum gespürt. Und ohne dieses Gefühl funktioniert für mich auch die verbotene Liebe nicht richtig. Wenn zwei Menschen eigentlich nicht zusammen sein dürfen, möchte ich dieses:
„Ihr solltet wirklich die Finger voneinander lassen – aber bitte tut es auf gar keinen Fall.“
Hier war ich emotional deutlich distanzierter.
Spice gibt es übrigens keinen.
Die Romance bleibt insgesamt sehr zurückhaltend und dürfte deshalb auch gut für jüngere Leser:innen funktionieren.
Romance ❤️❤️ | Chemie ✨ | Spice 0 ???? | Romeo-&-Julia-Vibes ????????
Geheimnisse & verschenktes Potenzial
Besonders schade fand ich eine Enthüllung in Teil 2 des Buches. Da kommt ein Geheimnis ans Licht, bei dem ich sofort dachte:
Okay. Jetzt wird es interessant.
Das hätte für mich richtig viel Potenzial gehabt. Für die Figuren. Für ihre Beziehung. Für die gesamte Fehde.
Und dann? Wird daraus viel zu wenig gemacht.
Gerade hier hätte ich mir gewünscht, dass Konsequenzen folgen, dass Fragen gestellt werden und dass endlich miteinander gesprochen wird. Stattdessen schweigt Iris weiter und trifft Entscheidungen, die mich eher frustriert als mitgerissen haben.
Da lag für mich so viel ungenutztes Potenzial.
Die Trials
Was für mich deutlich besser funktioniert hat, war der Abschnitt mit den Prüfungen.
Die Magic Trials haben endlich mehr Spannung in die Geschichte gebracht.
Hier hatte ich stärker das Gefühl, wissen zu wollen, wie die Figuren aus den Situationen wieder herauskommen. Die Gefahren und Herausforderungen haben der Handlung das Tempo gegeben, das mir zuvor teilweise gefehlt hatte. Und wahrscheinlich waren sie auch einer der Gründe, warum ich am Ende doch weitergelesen habe.
Trials ⚔️⚔️⚔️⚔️ | Spannung ⚡⚡⚡⚡ | Gefahr ????????????????
Warum habe ich trotzdem weitergelesen?
Trotz meiner Kritik habe ich das Buch nicht abgebrochen. Zum einen wollte ich schon wissen, wie alles ausgeht. Zum anderen wusste ich, dass es ein Einzelband ist. Und manchmal macht genau das einen Unterschied.
Wenn ich weiß, dass ich am Ende einen Abschluss bekomme, halte ich auch mal ein paar Längen mehr aus.
Das Finale wollte ich schließlich noch mitnehmen.
Was bleibt?
Death of a Witch hatte für mich eine richtig interessante Ausgangsidee. Verfeindete Hexenfamilien. Schwindende Magie. Eine gefährliche Reise. Trials. Und eine Liebesgeschichte mit Romeo-und-Julia-Vibes.
Eigentlich genau mein Beuteschema.
Leider haben mich weder Sprache noch Figuren emotional genug erreicht. Die Welt blieb mir zu oberflächlich, zwischen Iris und August fehlte mir die Chemie und einige Entwicklungen hätten für meinen Geschmack deutlich konsequenter verfolgt werden können.
Der Mittelteil mit den Trials war spannender und hat mich schließlich bis zum Ende getragen.
Eine nette, schnell lesbare Witchy Romantasy – aber für mich leider ohne den Zauber, den ich mir davon erhofft hatte.
Jüngeren Leser:innen, die eine unkomplizierte Hexen-Romantasy ohne Spice suchen und etwas Schnelles zum Wegsnacken möchten, könnte die Geschichte aber deutlich besser gefallen.
???????????? / 5
Spice: 0 ???? / 5
Chemie: ✨ / 5
Drei Eulen für eine spannende Grundidee mit Hexen, Fehde und gefährlichen Prüfungen – bei der mir leider Atmosphäre, Tiefe und vor allem das Knistern gefehlt haben. ????????
Rezensionen von April1985 :
Wer bin ich und wer möchte ich sein?
Queen of Faces - Die Königin der tausend Gesichter von Petra Lord
Meine Gedanken
**Jahres-Highlight 2026.**
Ich bin immer noch begeistert davon, wie viel mir *Queen of Faces* gegeben hat.
Dieses Buch hat mich nicht nur unterhalten.
Es hat mich nachdenklich gemacht.
Es hat meinen Blick erweitert.
Und es hat Fragen aufgeworfen, die weit über die eigentliche Handlung hinausgehen.
Im Mittelpunkt stehen Geschlechterrollen, Identitätskonflikte und vor allem die großen Fragen:
**Wer bin ich?**
**Und wer möchte ich sein?**
Der Körper wird dabei beinahe zu einem Gefäß.
Und genau daraus entsteht eines der außergewöhnlichsten Konzepte, die ich seit Langem in einer Fantasygeschichte gelesen habe.
Ana:
Ana steckt seit einem tragischen Ereignis in ihrer Kindheit in einem männlichen Körper fest.
Und allein diese Ausgangslage gibt ihrer Geschichte unglaublich viele Ebenen.
Ana ist tough, willensstark und weiß sehr genau, was sie erreichen möchte.
Ihr großer Traum ist die Paragon Academy.
Doch sie gehört zu den Gramänteln und kommt aus armen Verhältnissen.
Noch dazu läuft ihr die Zeit davon.
Die Edgar-Hülle, in der sie lebt, ergraut immer weiter.
**Ihr Körper hat ein Ablaufdatum.**
Die Paragon ist deshalb nicht nur irgendein Studienplatz.
Sie ist Hoffnung.
Sie ist die Aussicht auf eine neue Hülle.
Auf eine Zukunft.
Auf Leben.
Und genau deshalb konnte ich Anas Entscheidungen so gut nachvollziehen.
Eine Welt kurz vor dem Umbruch:
Natürlich kommt alles anders.
Caimor ist in Aufruhr.
Revolution.
Rebellion.
Geheime Gruppierungen.
Menschen, die genug von einer Elite haben, die über ihr Leben bestimmt.
Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Anas persönlichen Traum.
Die ganze Gesellschaft beginnt zu wanken.
**Und nirgendwo fühlt man sich wirklich sicher.**
Die Atmosphäre ist dicht, düster und permanent bedrohlich.
Das Gefühl, dass hinter jeder Entscheidung etwas Größeres lauert, zieht sich durch die gesamte Geschichte.
Found Family:
Und dann wären da die Figuren.
**Ich habe sie allesamt ins Herz geschlossen.**
Nach und nach entsteht eine Gruppe, die für mich ganz klar Found-Family-Vibes hatte.
Ein bisschen musste ich dabei tatsächlich an Leigh Bardugos Krähen denken.
Nicht, weil die Figuren Kopien wären.
Sondern wegen dieses Gefühls:
Eine Gruppe sehr unterschiedlicher Menschen.
Jede mit eigenen Geheimnissen.
Eigenen Motiven.
Eigenen Wunden.
Und trotzdem wachsen sie irgendwie zusammen.
**Genau solche Gruppen liebe ich.**
*Niemals ganz vertrauenswürdig – aber irgendwann trotzdem Familie.*
Wes, Nima & Korin:
Ach, Wes.
**Man hasst ihn. Man liebt ihn. Man misstraut ihm. Und eigentlich möchte man genau das nicht.**
Er war für mich einer der spannendsten Charaktere des Buches und ist definitiv zu einem meiner Lieblinge geworden.
Gerade weil man nie ganz sicher weiß, woran man bei ihm ist.
Und dann Nimah und Korin.
Zwei, oder sollte ich sagen drei weitere Seelen, die ich jetzt schon vermisse.
Die Charaktere sind überhaupt eine der ganz großen Stärken des Buches.
Sie sind greifbar.
Fehlerhaft.
Widersprüchlich.
Moralisch grau.
**Hier gibt es selten ein klares Richtig oder Falsch.**
Jede Figur verfolgt eigene Ziele.
Und selbst wenn ich nicht jede Entscheidung gutheißen konnte, konnte ich die Motivation dahinter verstehen.
Genau das macht ihre Handlungen so schmerzhaft.
Denn fast jede Entscheidung fordert einen Preis.
Moralisch grau – und genau deshalb so gut:
Was ich besonders geliebt habe:
Das Buch macht es einem nicht einfach.
Es gibt nicht die Guten auf der einen und die Bösen auf der anderen Seite.
Menschen handeln aus Angst.
Aus Liebe.
Aus Machtstreben.
Aus Verzweiflung.
Aus Überzeugung.
Und manchmal aus all diesen Gründen gleichzeitig.
**Man versteht Entscheidungen – und kann trotzdem unter ihren Konsequenzen leiden.**
Diese moralische Grauzone hat die Geschichte für mich unglaublich lebendig gemacht.
Sie zwingt dazu, selbst Stellung zu beziehen.
Und manchmal die eigene Meinung wieder zu ändern.
Magiesystem & Sprache:
Auch das Magiesystem ist gewaltig.
Ungewöhnlich.
Komplex.
Und gefährlich.
Die Idee von Hüllen, magischer Entwicklung und Identität greift so eng ineinander, dass sich Magie und gesellschaftliche Ordnung kaum voneinander trennen lassen.
Gerade am Anfang musste ich mich allerdings erst einmal in die Begrifflichkeiten einfinden.
Bezeichnungen wie **Alltag** für eine Rebellengruppe oder **Kodex** für magische Entwicklung waren zunächst ungewohnt.
Aber nach und nach ergibt alles Sinn.
Und irgendwann fühlt sich diese Sprache ganz selbstverständlich an.
**Das Worldbuilding verlangt Aufmerksamkeit – belohnt sie aber auch.**
Twists & Enthüllungen:
Und dann kommen die Twists.
**Was bitte waren das für Enthüllungen?!**
Gerade gegen Ende hat mir die Geschichte mehrfach den Boden unter den Füßen weggezogen.
Immer wenn ich dachte, ich hätte die Zusammenhänge verstanden, kam eine neue Information hinzu, die meinen Blick auf Figuren oder Ereignisse wieder verändert hat.
Dabei wirken die Wendungen nicht wie bloße Schockmomente.
Sie greifen ineinander.
Sie verändern Dinge.
Und sie sorgen dafür, dass man plötzlich zurückdenkt und sich fragt, was man vorher vielleicht übersehen hat.
**Genau so liebe ich Twists.**
Das Ende:
Nach all diesen Enthüllungen hätte ich mit einem völlig zerstörerischen Ende gerechnet.
Stattdessen hat mich das Finale überraschend geerdet.
Es fühlt sich nicht an wie ein endgültiger Abschluss.
Eher wie:
**eine Pause vor dem großen Knall.**
Ein Moment, in dem man kurz Luft holen darf.
Die Figuren dürfen stehen bleiben.
Wir dürfen stehen bleiben.
Und trotzdem weiß man:
Das hier ist noch lange nicht vorbei.
Genau dieses Gefühl fand ich unglaublich passend.
Was bleibt?
**Große Liebe.**
Mehr kann ich fast nicht sagen.
*Queen of Faces* hat mich auf so vielen Ebenen erreicht.
Als Fantasygeschichte.
Als Geschichte über Macht und Gesellschaft.
Als Geschichte über Identität und Geschlechterrollen.
Als Geschichte über Freundschaft, Zugehörigkeit und die Frage, wie sehr unser Körper eigentlich bestimmt, wer wir sind.
Dazu kommen ein außergewöhnliches Magiesystem, moralisch graue Figuren, eine Found Family, die ich nicht mehr loslassen möchte, ein düsteres Worldbuilding und Twists, die mich komplett erwischt haben.
**Dieses Buch hat nicht nur meine Erwartungen erfüllt – es hat meinen Blick erweitert.**
Und genau dafür liebe ich Geschichten.
/ 5 + Jahres-Highlight 2026
Fünf Eulen reichen kaum für eine Geschichte, die mich gleichzeitig begeistert, aufgewühlt und zum Nachdenken gebracht hat. Queen of Faces ist für mich ganz große Fantasy-Liebe. ✨
Rezensionen von April1985:
Wer bin ich und wer möchte ich sein?
Queen of Faces - Die Königin der tausend Gesichter von Petra Lord
Meine Gedanken
**Jahres-Highlight 2026.**
Ich bin immer noch begeistert davon, wie viel mir *Queen of Faces* gegeben hat.
Dieses Buch hat mich nicht nur unterhalten.
Es hat mich nachdenklich gemacht.
Es hat meinen Blick erweitert.
Und es hat Fragen aufgeworfen, die weit über die eigentliche Handlung hinausgehen.
Im Mittelpunkt stehen Geschlechterrollen, Identitätskonflikte und vor allem die großen Fragen:
**Wer bin ich?**
**Und wer möchte ich sein?**
Der Körper wird dabei beinahe zu einem Gefäß.
Und genau daraus entsteht eines der außergewöhnlichsten Konzepte, die ich seit Langem in einer Fantasygeschichte gelesen habe.
Ana:
Ana steckt seit einem tragischen Ereignis in ihrer Kindheit in einem männlichen Körper fest.
Und allein diese Ausgangslage gibt ihrer Geschichte unglaublich viele Ebenen.
Ana ist tough, willensstark und weiß sehr genau, was sie erreichen möchte.
Ihr großer Traum ist die Paragon Academy.
Doch sie gehört zu den Gramänteln und kommt aus armen Verhältnissen.
Noch dazu läuft ihr die Zeit davon.
Die Edgar-Hülle, in der sie lebt, ergraut immer weiter.
**Ihr Körper hat ein Ablaufdatum.**
Die Paragon ist deshalb nicht nur irgendein Studienplatz.
Sie ist Hoffnung.
Sie ist die Aussicht auf eine neue Hülle.
Auf eine Zukunft.
Auf Leben.
Und genau deshalb konnte ich Anas Entscheidungen so gut nachvollziehen.
Eine Welt kurz vor dem Umbruch:
Natürlich kommt alles anders.
Caimor ist in Aufruhr.
Revolution.
Rebellion.
Geheime Gruppierungen.
Menschen, die genug von einer Elite haben, die über ihr Leben bestimmt.
Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Anas persönlichen Traum.
Die ganze Gesellschaft beginnt zu wanken.
**Und nirgendwo fühlt man sich wirklich sicher.**
Die Atmosphäre ist dicht, düster und permanent bedrohlich.
Das Gefühl, dass hinter jeder Entscheidung etwas Größeres lauert, zieht sich durch die gesamte Geschichte.
Found Family:
Und dann wären da die Figuren.
**Ich habe sie allesamt ins Herz geschlossen.**
Nach und nach entsteht eine Gruppe, die für mich ganz klar Found-Family-Vibes hatte.
Ein bisschen musste ich dabei tatsächlich an Leigh Bardugos Krähen denken.
Nicht, weil die Figuren Kopien wären.
Sondern wegen dieses Gefühls:
Eine Gruppe sehr unterschiedlicher Menschen.
Jede mit eigenen Geheimnissen.
Eigenen Motiven.
Eigenen Wunden.
Und trotzdem wachsen sie irgendwie zusammen.
**Genau solche Gruppen liebe ich.**
*Niemals ganz vertrauenswürdig – aber irgendwann trotzdem Familie.*
Wes, Nima & Korin:
Ach, Wes.
**Man hasst ihn. Man liebt ihn. Man misstraut ihm. Und eigentlich möchte man genau das nicht.**
Er war für mich einer der spannendsten Charaktere des Buches und ist definitiv zu einem meiner Lieblinge geworden.
Gerade weil man nie ganz sicher weiß, woran man bei ihm ist.
Und dann Nimah und Korin.
Zwei, oder sollte ich sagen drei weitere Seelen, die ich jetzt schon vermisse.
Die Charaktere sind überhaupt eine der ganz großen Stärken des Buches.
Sie sind greifbar.
Fehlerhaft.
Widersprüchlich.
Moralisch grau.
**Hier gibt es selten ein klares Richtig oder Falsch.**
Jede Figur verfolgt eigene Ziele.
Und selbst wenn ich nicht jede Entscheidung gutheißen konnte, konnte ich die Motivation dahinter verstehen.
Genau das macht ihre Handlungen so schmerzhaft.
Denn fast jede Entscheidung fordert einen Preis.
Moralisch grau – und genau deshalb so gut:
Was ich besonders geliebt habe:
Das Buch macht es einem nicht einfach.
Es gibt nicht die Guten auf der einen und die Bösen auf der anderen Seite.
Menschen handeln aus Angst.
Aus Liebe.
Aus Machtstreben.
Aus Verzweiflung.
Aus Überzeugung.
Und manchmal aus all diesen Gründen gleichzeitig.
**Man versteht Entscheidungen – und kann trotzdem unter ihren Konsequenzen leiden.**
Diese moralische Grauzone hat die Geschichte für mich unglaublich lebendig gemacht.
Sie zwingt dazu, selbst Stellung zu beziehen.
Und manchmal die eigene Meinung wieder zu ändern.
Magiesystem & Sprache:
Auch das Magiesystem ist gewaltig.
Ungewöhnlich.
Komplex.
Und gefährlich.
Die Idee von Hüllen, magischer Entwicklung und Identität greift so eng ineinander, dass sich Magie und gesellschaftliche Ordnung kaum voneinander trennen lassen.
Gerade am Anfang musste ich mich allerdings erst einmal in die Begrifflichkeiten einfinden.
Bezeichnungen wie **Alltag** für eine Rebellengruppe oder **Kodex** für magische Entwicklung waren zunächst ungewohnt.
Aber nach und nach ergibt alles Sinn.
Und irgendwann fühlt sich diese Sprache ganz selbstverständlich an.
**Das Worldbuilding verlangt Aufmerksamkeit – belohnt sie aber auch.**
Twists & Enthüllungen:
Und dann kommen die Twists.
**Was bitte waren das für Enthüllungen?!**
Gerade gegen Ende hat mir die Geschichte mehrfach den Boden unter den Füßen weggezogen.
Immer wenn ich dachte, ich hätte die Zusammenhänge verstanden, kam eine neue Information hinzu, die meinen Blick auf Figuren oder Ereignisse wieder verändert hat.
Dabei wirken die Wendungen nicht wie bloße Schockmomente.
Sie greifen ineinander.
Sie verändern Dinge.
Und sie sorgen dafür, dass man plötzlich zurückdenkt und sich fragt, was man vorher vielleicht übersehen hat.
**Genau so liebe ich Twists.**
Das Ende:
Nach all diesen Enthüllungen hätte ich mit einem völlig zerstörerischen Ende gerechnet.
Stattdessen hat mich das Finale überraschend geerdet.
Es fühlt sich nicht an wie ein endgültiger Abschluss.
Eher wie:
**eine Pause vor dem großen Knall.**
Ein Moment, in dem man kurz Luft holen darf.
Die Figuren dürfen stehen bleiben.
Wir dürfen stehen bleiben.
Und trotzdem weiß man:
Das hier ist noch lange nicht vorbei.
Genau dieses Gefühl fand ich unglaublich passend.
Was bleibt?
**Große Liebe.**
Mehr kann ich fast nicht sagen.
*Queen of Faces* hat mich auf so vielen Ebenen erreicht.
Als Fantasygeschichte.
Als Geschichte über Macht und Gesellschaft.
Als Geschichte über Identität und Geschlechterrollen.
Als Geschichte über Freundschaft, Zugehörigkeit und die Frage, wie sehr unser Körper eigentlich bestimmt, wer wir sind.
Dazu kommen ein außergewöhnliches Magiesystem, moralisch graue Figuren, eine Found Family, die ich nicht mehr loslassen möchte, ein düsteres Worldbuilding und Twists, die mich komplett erwischt haben.
**Dieses Buch hat nicht nur meine Erwartungen erfüllt – es hat meinen Blick erweitert.**
Und genau dafür liebe ich Geschichten.
/ 5 + Jahres-Highlight 2026
Fünf Eulen reichen kaum für eine Geschichte, die mich gleichzeitig begeistert, aufgewühlt und zum Nachdenken gebracht hat. Queen of Faces ist für mich ganz große Fantasy-Liebe. ✨
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Ein Pageturner mit Gänsehaut-Garantie
Der gebrochene Kreis von K. J. Ellinger
Ja, Ihr wisst es : Marsolleks Morde, also die Bücher von K.J. Ellinger, sind mir heilig ! Ich suchte die Bände weg und habe bei jedem neuen Buch Angst, dass es wieder zu Ende geht. Band 4 „Der gebrochene Kreis“ hat mich auf meiner Reise nach Irland begleitet und meinen Urlaub perfekt abgerundet :
Direkt spannend geht es los und direkt ist man mitten im Fall.
Komplex und spannend durchdacht beschert uns hier die Autorin wieder einmal Lesegenuss auf höchstem Niveau : Die Figuren ( ja, auch hier, ich gebe es zu : Lukas und Aki sind meine Bro´s, ich lieb sie einfach ) sind so authentisch und bildhaft, dass man das Gefühl hat, nach Hause zu kommen. Ich fühl mich wohl mit den Familien von Lukas und Aki und mag es, mit ihnen im Garten ein Bierchen zu trinken.
Doch nicht nur private Hintergründe, sondern vor allem die Ermittlungen sind spannend durchdacht, führen einen durch das Buch, als wäre man Teil der Crew und auch der Fall, der sowohl grausam als auch fesselnd ist, bescheren einem hier Gänsehaut-Momente.
K.J. Ellinger hat für mich einen absolut genialen vierten Teil geschrieben, der ein wahrer Pageturner ist – man kann das Buch einfach nicht zur Seite legen. Nun bleibt uns nichts anderes, als auf den nächsten Band zu warten; und das mit riesiger Vorfreude.
Von mir gibt es eine absolute und ganz klare Kauf- und Leseempfehlung – und zwar nicht nur für diesen Teil, sondern allen Teilen der Marsollek Morde ! Wer Spannung auf höchstem Niveau sucht, der ist bei der Autorin an der richtigen Stelle !
Rezensionen von Anno:
Wunderbar winterlich
Backen im Winter von Theresa Knipschild
Der Winter ist vielfältiger als gedacht! Entsprechend überrascht war ich von der Rezeptauswahl dieses Buches- sehr positiv überrascht, wohlgemerkt!
Die enthaltenen Rezepte gehen weit über die üblichen Plätzchen hinaus. Das Hauptaugenmerk liegt sogar auf anderen Kleinigkeiten, Kuchen und Torten.
Fasziniert hat mich dabei, wie viele Zutaten doch eindeutig dem Winter zuzuordnen sind und dass die hier gebotenen Ideen meinen eigenen Einfallsreichtum deutlich in den Schatten stellen. Und ich liebe alles daran! Ich werde aus diesem Buch zukünftig nicht nur einige weitere Plätzchen in mein Repertoire aufnehmen, nein, ab jetzt wird es auch Spekulatiuseis bei uns geben, Pekannuss-Cheescake und Pflaumenbiskuitrolle. Da im Winter bei uns auch einige Feiern anstehen, kommt mir das wie gerufen!
Das Buch selbst ist strukturiert aufgebaut, hat aber meiner Meinung nach auch leichte Schwächen. Die Einteilung der Rezepte empfinde ich nicht als ganz eindeutig. So sind unter Kuchen auch ein paar Geschenkideen zu finden, die wenig mit Kuchen und Torten gemein haben. Und neben dem Plätzchen-Kapitel findet man auch in „Kleinigkeiten im Winter“-Kapitel ein paar Rezepte, die ich eher zu ersterem gezählt hätte.
Theresa Knipschild setzt in diesem Buch auch weiterhin auf Individualität und beginnt das Buch mit praxisorientiertem Wissen und abwandelbarem Grundrezepten, auf die sich auch die nachfolgenden Rezepte beziehen. Hier ist es z.B. ein Mürbeteig, der sowohl als normales Rezept, als auch in den Varianten Kakao und Vegan aufgeführt ist. Doch genau dieser Ansatz verursacht unter Umständen beim Nachbacken auch Probleme, da die Zutaten für diese Grundrezepte auf den nachfolgenden Seiten nicht nochmals aufgeführt werden. (Also Vorsicht beim Zutatenkauf!) Die Herstellung der Leckereien ist dann aber, nach meinem Empfinden gut umzusetzen und auch ausreichend erklärt. Und was ich bisher selbst getestet habe, schmeckte auch ganz gut. Ein paar wenige Rezepte laufen unter dem Motto Sommersehnsucht und sind bereits in der wärmeren Jahreszeit ein Genuss.
Ich freue mich jedenfalls, auf dieses Buch gestoßen zu sein. Es wird den kommenden Winter definitiv kulinarisch aufwerten.
Rezensionen von Lesender:
spannender Albtraum
Aus der Asche von Arne M. Boehler
Im dritten Band dieser Krimireihe wird Hauptkommissarin Svenja Paulus mit den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.
Ihr Freund der vor Jahren bei einem Brand ums Leben gekommen ist, scheint noch am Leben zu sein. Aber kann sie dem trauen, was sie zu sehen glaubt oder spielt ihre Fantasie ihr einen Streich? Was ist damals wirklich geschehen? Der Albtraum in dem sie steckt nimmt mit jedem Kapitel an Fahrt auf.
Ein düsterer, wendungsreicher und auch emotionaler Psychothriller, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Man spürt direkt die unterschwellige Bedrohung und die Schatten die im Dunkeln lauern. Der Autor hat das sehrgut umgesetzt und nimmt einen direkt mit.
Svenja Paulus wirkt authentisch und nahbar. Man leidet, zweifelt und fiebert in jedem Kapitel mit ihr mit und versucht der Lösung auf die Spur zu kommen.
Ich kenne die ersten beiden Teile noch nicht, aber man findet sich durch die geschickten Rückblenden problemlos in der Geschichte zurecht. Jetzt werde ich sie auf jeden Fall erstmal lesen.
Von mir gibt es eine dicke Leseempfehlung!
Rezensionen von robertp:
Allora, Miss Marple
Abfahrt ins Jenseits von Salvatore Simonetti
Marcella ist nach Jahren in Deutschland wieder in ihre Heimat Dolceaqua (ein kleiner italienischer Ort in Ligurien) zurückgekehrt. Ihr Ehemann bleibt notgedrungen zurück, da er eine Haftstrafe absitzen muss. Ihr Sohn, schon länger wieder in Italien, ist Polizist in der Gemeinde.
Marcella kommt die neue Freundin ihres Sohnes nicht geheuer vor und sie beginnt Nachforschungen anzustellen.
Dabei wird sie von ihrem Untermieter Harry, einem deutschen Künstler, mehr oder weniger freiwillig unterstützt. Parallel dazu fällt ihr auf, das in der Umgebung immer mehr jüngere Senioren sterben und deren Beerdigung nur mittels teurer Transporte in ihre Heimat stattfindet.
Salvatore Simonetti ist wieder einmal das Pseudonym eines deutschen Schriftstellers (Simon Sahnder) der kurzweiliges Lesevergnügen in einem der beliebten Regionalkrimis verspricht. Tatsächlich gelingt ihm das auch hier. Ich bin anfangs wirklich gespannt auf die Geschichte, die sich hier vor mir entwickelt. Leider wird dann mein Interesse durch eine etwas fabulierte Handlung abgeschwächt. Auch der Trick mit italienische Phrasen (zumeist gleich auch Deutsch übersetzt) um original/originell zu wirken wird mit der Zeit langweilig (ist aber bis zum Schluss durchgehalten worden). Etwas italienisch lernt man als bei der Lektüre quasi im Mitlesen. Das Lokalkolorit ist treffend beschrieben, das Dorf, die Menschen, der Verkehr und die Umgebung scheinen wunderschön zu sein – der Tourismus weniger.
Für alle die einen italienischen Krimi lesen wollen, ohne sich anzustrengen. Die Ermittlerin ist eine italienische Mamma, die Miss Marple spielt und beinahe im Alleingang eine Bande Verbrecher zur Strecke bringt. Nebenbei lernt man viele italienische Floskeln kennen. Va bene, allora.
Rezensionen von Kathie:
Beeindruckender und wirkungsvoller Auftakt
Sturmland von Miriam Georg
Miriam Georgs erster Band des Zweiteilers hat mich tief beeindruckt. Die Autorin hat mich schon mit ihren letzten historischen Romanen begeistern können, deswegen habe ich mich sehr auf eine neue Reihe gefreut. Diesen habe ich als Hörbuch gehört, angenehm und einfühlsam gesprochen von Tanja Fornaro.
Cora flüchtet im Jahr 1860 vor ihrer Vergangenheit und nimmt auf Norderney eine Stelle als Gouvernante der kranken Emmi an. Dort lernt sie den Fischer Onnen kennen, der ebenfalls ein Geheimnis mit sich trägt. Zwischen den beiden entwickelt sich langsam eine zarte Liebesgeschichte.
Die komplexen und glaubwürdigen Charaktere sind individuell und facettenreich. Die sorgfältige Recherche der historischen Lebensumstände vom harten Leben auf den ostfriesischen Inseln, von Armut, Krankheiten, gesellschaftlichen Unterschieden und der schwierigen Stellung der Frau macht die Geschichte authentisch und spannend. Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu hören. Der Auftakt dieser Dilogie hat mich berührt und gefesselt. Ich freue mich bereits auf die Fortsetzung der Geschichte, leider muss man sich noch bis Oktober gedulden.
Rezensionen von Arambol:
Gnadenlos abgründig
Totensee von Sophie Czerny
„Hör gut zu. Dein größter Feind wird nicht da draußen warten. Er steckt in dir…“
Die suspendierte Kommissarin Ada Sabel ist verzweifelt auf der Suche nach ihrer entführten 14-jährigen Tochter Mara. Als eine kopflose Leiche gefunden wird, auf deren Rücken Adas Name eingeritzt wurde, glaubt sie an einen Zusammenhang mit der Entführung.
Auf eigene Faust beginnt sie zu ermitteln und stößt dabei auf immer mehr dunkle Geheimnisse. Die Spuren führen sie schließlich tief in ihre eigene Vergangenheit.
Hamburg, Berlin, München, Wien und Salzburg, dazu mehrere Zeitebenen und zahlreiche Handlungsstränge: „Totensee“ verlangt dem Leser zunächst einiges ab. Der Einstieg ist überaus anstrengend und verwirrend. Selbst nach knapp 100 Seiten hatte ich noch keine wirkliche Vorstellung davon, welche Geschichte hier eigentlich erzählt werden soll. Das hat mir zunächst überhaupt nicht gefallen.
Auch mit den Figuren wurde ich anfangs nicht warm. Alle Charaktere, einschließlich Ada, wirkten auf mich unsympathisch oder zumindest schwer zugänglich. Ich musste mich tatsächlich dazu zwingen, das Buch an dieser Stelle nicht einfach abzubrechen.
Und was soll ich sagen: Das Durchhalten hat sich gelohnt.
Sobald die einzelnen Erzählstränge allmählich zusammenlaufen und die Geschichte ihren Rahmen findet, nimmt der Thriller deutlich an Fahrt auf. Es entwickelt sich eine rasante Achterbahnfahrt, die es stellenweise ordentlich in sich hat. „Totensee“ ist ein äußerst harter Thriller, der auch vor drastischen Details und expliziter Gewaltdarstellung nicht zurückschreckt. Definitiv kein Lesestoff für zart besaitete Seelen!
Je mehr Zusammenhänge sich erschließen, desto spannender wird die Geschichte. Auch Adas zunächst verstörendes Verhalten bekommt nach und nach einen nachvollziehbaren Hintergrund. Ihre Handlungen kann man zunehmend verstehen, sodass ich schließlich doch mit ihr mitgefiebert habe.
Die oftmals extrem kurzen Kapitel treiben die Handlung zusätzlich voran. Irgendwann möchte man das Buch kaum noch aus der Hand legen: nur noch ein kurzes Kapitel … und dann noch ein allerletztes.
Wer sich von der zunächst verwirrend komplexen Handlung nicht abschrecken lässt und gnadenlos abgründige Thriller mag, liegt mit „Totensee“ durchaus richtig.










