Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PMelittaM:
Die Prinzessinnen sind mir sehr ans Herz gewachsen
Die Prinzessinnen: Hoheitliches Gemetzel von Christian Endres
Aiby, Cinn, Mef, Decanra und Narvila waren einst Prinzessinnen, sind jetzt aber die Prinzessinnen, eine Söldnergruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Prinzessinnen in Not zu retten, allerdings nicht nur, man muss ja auch Rechnungen bezahlen. Aktuell sind sie im sogenannten Flickenteppich unterwegs, eine rGegend, in der es viele kleine Reiche gibt.
Schnell erfahren sie, dass in letzter Zeit einige Prinzessinnen verschwunden sind, nichts als ein abgeschnittener Finger blieb zurück. Ist hier ein Serienmörder unterwegs? Die Fünf setzen sich auf die Spur der Verschwundenen, an deren Ende sie eine Überraschung erwartet.
Der dritte Band und damit das Ende der Trilogie hat es wieder in sich. Wie gewohnt erlebt man, neben der aktuellen Handlung, auch wieder einige Abenteuer aus der Vergangenheit einzelner Mitglieder beziehungsweise der ganzen Gruppe mit, einige auch ohne Narvila, die erst im ersten Band dazugestoßen ist.
Auch wie gewohnt, wird viel geschnetzelt und gemetzelt, der Titel sagt es ja schon, auch auf den Humor muss man hier nicht verzichten, der, ähnlich wie das Gemetzel, möglicherweise nicht jeden Geschmack trifft. Meinen schon, und so wurde ich wieder erstklassig unterhalten. Christian Endres erzählt spannend, actionreich und bildhaft. Mittlerweile kennt man die fünf Protagonistinnen gut, so dass man am Ende des Romans gar nicht glauben kann, dass das nun das Ende gewesen sein soll.
Dazu trägt auch bei, dass das Buch noch einige Seiten hat. Diese werden sinnvoll gefüllt mit allen bis Herbst 2024 erschienenen Kurzgeschichten und anderen Kuriositäten rund um die Prinzessinnen. Auch diese unterhalten gut, und die letzte lässt mich hoffen, dass die Abenteuer der Prinzessinnen vielleicht doch noch nicht zu Ende sind, und noch ein paar Romane füllen könnten. Tatsächlich will ich mich auch noch überhaupt nicht trennen!
Band 3, und damit das Ende der Trilogie hat mich wieder richtig gut unterhalten. Die fünf Protagonistinnen sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen, und so hoffe ich, dass ihre Abenteuer weitere Bücher füllen werden, eine zweite Trilogie vielleicht?
Rezensionen von gabiliest:
Ich hasse dich, weil ich dich liebe
Nightblood Prince von Molly X. Chang
Warum ich das mache, magst du erfragen…..
Die Antwort auf diese Frage gibt uns Fei, in deren Geburtsstunde die Sternenseherin vorhergesagt hat, dass sie als Kaiserin aller Kaiserinnen alle Reiche einen werde. Auf ihrer Stirn prangt das Mal des Phönix. Der grausame Kaiser von Rong lässt Baby Fei in seinen Palast bringen, wo Fei gemeinsam mit dem Prinzen Siwang aufwächst, um ihn später zu heiraten.
Doch obwohl Siwang Fei abgöttisch liebt, möchte sie frei sein, ein Leben führen, in dem nicht die Männer über die Frauen bestimmen. Und entgegen der Prophezeiung der Seherin sieht Fei in ihren Visionen Krieg, Blut und Tod. Aber auch ein zweiter Prinz liebt Fei, Yexue aus dem Königreich Lan. Der Roman erzählt, wie Fei im Palast des Kaisers lebt, heimlich Kampfkünste übt und sogar einen Beiying- Tiger erlegt, eine enorme Mutprobe.
Doch Feis Visionen erfüllen sich. Es gibt Krieg zwischen Rong und Lan. Nunmehr versucht Fei alles, um ihre Visionen nicht wahr werden zu lassen. Abwechselnd findet sie sich im Lager der verfeindeten Prinzen, ihre Loyalität zu Siwang wird mehrfach auf die Probe gestellt. Dennoch kann sie das Blutvergießen und die Gräueltaten nicht verhindern. Besonders Yexue verfügt über magische Kräfte. Wird es Fei dennoch gelingen, einen Friedensvertrag zwischen den beiden Prinzen auszuhandeln?
Mit ihrer Asiatischen Romantasy hat die internationale Bestsellerautorin Molly X. Chang einen Roman vorgelegt, der Fei zwischen zwei Männern zeigt, deren Grausamkeit sie zwar erkennt, die aber für sie alles tun würden. Schon das hochwertig gestaltete Cover mit Golddruck und der exklusive dreiseitige Motivfarbschnitt machen das Buch zu einem echten Hingucker. Ein Highlight ist die dem Buch beigelegte Character-Card.
Der Roman lebt von starken Charakteren: Fei, die lieber ein einfaches Mädchen wäre, zieht tapfer für ihre Familie in den Krieg. Siwang und Yuxue sind überzeugt, dass nur der Krieg über die Vorherrschaft ihres Reiches entscheiden kann, beide Prinzen lieben jedoch Fei bedingungslos. Das Buch schildert Gräueltaten zwar nicht im Detail, aber über lange Strecken wird das Kriegsgeschehen thematisiert. Fei jedoch weist immer wieder darauf hin, wie sehr die einfache Bevölkerung unter dem Krieg leidet. Aber Intrigen und Verrat sind alltäglich.
Der Jugendroman wird ab vierzehn Jahren empfohlen und natürlich darf auch ein bisschen Spice nicht fehlen. Die jungen Lesenden finden in dieser aus drei Teilen bestehenden Erzählung Magie, starke Kampfszenen und unverbrüchliche Liebe. Die Figur der Fei steht für weibliche Gleichberechtigung und die Freiheit, das eigene Leben zu gestalten. Das Buch ist flüssig geschrieben und gut übersetzt, die Szenerie wird sehr bildhaft dargestellt. Durch die actionreiche Schilderung der Ereignisse bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten. Kurze Kapitel wirken oft wie Schlaglichter. “Nightblood Prince” ist ein gelungener Roman für Lesende, die die Themen enemies to lovers und love triangle mögen.
Mein Fazit:
Der Roman bietet viele phantasiereiche Szenen und mit der Figur der Fei eine furchtlose Protagonistin, die zwischen zwei Männern steht, jedoch selbst über ihr Leben bestimmen möchte. Da sie von furchtbaren Prophezeiungen heimgesucht wird, tut sie alles, um den Krieg zwischen den zwei Reichen Rong und Lan zu beenden. Da sich der Roman stark auf die kriegerischen Auseinandersetzungen konzentriert bleiben die Figuren in ihren Rollenmustern verhaftet. Eine Fortsetzung ist geplant, hier findet sich vielleicht die Antwort auf offen gebliebene Fragen. “Nightblood Prince” ist ein gelungenes Jugendbuch, das ich mit vier Sternen bewerte.
Rezensionen von yellowdog:
Eine Ära
Der Himmel fällt von Lorenza Mazzetti
Das Buch, 1961 erschienen, zeigt eine Kindheit im faschistischen Italien. Die Schwestern Penny und Baby wachsen bei ihrem Onkel auf. Penny ist die Erzählerin. Lorenza Mazzetti hält den Kinderblick durchgehend und konsequent durch.
Penny ist sicher stellvertretend für eine Generation von Kindern in Italien dieser Zeit, die einen unreflektierten Patriotismus angelernt bekommen.
Das zeigt sich auch in den Kriegsspielen, die sie lieben und hinzu kommt eine religiöse Komponente. Manchmal scheint aber die überbordende Phantasie die Kinder auch zu retten.
Das Buch ist brillant und eindringlich. Wegen dem offensichtlichen autobiografischen wirkt es auch sehr authentisch.
Ein Glück, das man durch die Neuübersetzung eine neue Leserschaft dieses Buch entdecken darf.
Rezensionen von Lisa:
Racing und Herzknistern
Downhill Dreams von Nadine Schojer
Das Buch Downhill Dreams hat mir richtig gut gefallen! Es war spannend, emotional und einfach schön zu lesen. Die Autorin hat sehr flüssig geschrieben und mit einen sehr netten Humor und Witz..
Josie ist eine ehrgeizige Downhill-Fahrerin, die sich voll und ganz auf ihren Sport konzentriert. Levi ist ein bekannter Mountainbiker – cool, selbstbewusst, aber mit einer verletzlichen Seite.
Zwischen den beiden knistert es von Anfang an, doch Levi zieht sich zurück. Monate später treffen sie sich an einem College wieder. Das Problem: Josie ist jetzt seine Schülerin – und somit eigentlich tabu …
Downhill Dreams ist eine tolle Mischung aus Sport, Liebe und Emotionen. Wer Geschichten mit Herz und Spannung mag, wird dieses Buch lieben. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und hatte eine Freude und Spaß beim Lesen.
Bin gespannt was die Autorin noch so zaubert...
Rezensionen von Niko:
Fesselnd schon ab der ersten Seite
Rückkehr der Engel (Extended Version) von Marah Woolf
"Rückkehr der Engel" von Marah Woolf ist mein erstes Buch von der Autorin, das ich gelesen habe. Ich wusste nicht, was mich alles erwarten würde. Umso beeindruckter war ich: Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, bildhaft, sehr intensiv und fesselnd.
Ich war von der ersten Seite voll in der Geschichte und konnte nicht aufhören zu lesen - man fliegt einfach durch die Seiten.
Die Erzählung lässt sich in unterschiedliche Abschnitte unterteilen: mal voller Spannung und Action, mal tiefgründig und emotional. Die zahlreichen Wendungen hielten die Spannung konstant hoch, und ich war neugierig, was als Nächstes passieren würde. Am Ende bleiben einige Fragen offen, ich hoffe sehr, dass Band 2 darauf Antworten gibt.
Die Figuren im Buch sind facettenreich gestaltet, einige stehen klar für das Gute, andere für das Dunkle. Es gibt aber auch viele Charaktere, die bis zum Schuss schwer einzuschätzen sind.
Moon ist eine starke, sture und sehr mutige Protagonistin, die jede Woche in der Arena kämpft, um den Unterhalt ihrer Geschwister zu sichern. Man kann im Buch ihre Entwicklung sehr gut beobachten, was sehr glaubwürdig und emotional gezeigt wird. Auf ihrer Seite steht die ganze Zeit Alessio, der ein guter und zuverlässiger Freund ist, der ihr ständig Rat und Mut gibt. Die Engel sind vielschichtig dargestellt, man kann sie aber nicht eindeutig in gut oder böse aufteilen.
Fazit:
Ich war mit dem Schreibstil von Marah Woolf nicht vertraut, da das mein erstes Buch von ihr war. Vielleicht auch deshalb war ich total begeistert sowohl vom Schreibstil, den Charakteren, der Geschichte selbst und nicht zuletzt vom Setting. Ich kann nur das sagen, Venedig werde ich nie wieder mit den gleichen Augen sehen und ich bin sehr gespannt auf Band 2.
Rezensionen von stina23:
Netter Mix aus Fantasy und Realität
Irida 1. Irida und die Stadt der Geheimnisse von Markus Heitz
Irida und ihre drei Freunde, die sich die „Furchtlosen“ nennen, empfinden sich alle aus dem einen oder anderen Grund als Außenseiter. Das Hinken und Stottern macht der Teenagerin Irida in der Schule das Leben schwer aber auch in ihrer Familie fällt sie durch ihre dunklen Haare und große Stärke aus dem Rahmen.
In ihrer Gruppe aber fühlen sich die Jugendlichen wohl und haben sich das Aufdecken von Geheimnissen rund um ihren Heimatort Hohenburg zur Aufgabe gemacht. Denn dort passieren immer wieder außergewöhnliche Dinge und es ranken sich zahlreiche Sagen um die Stadt und ihre Umgebung. Bald finden sich die zwei Mädchen und zwei Jungen mitten in einem mysteriösen Abenteuer wieder, dass manch ungeahnte Wendung nimmt.
Dieses Buch ist der erste Teil der Geschichte um Irida und ihre Freunde. Das ist für mich wichtig zu erwähnen, da die Story mit vielen offenen Fragen und Handlungssträngen endet und ich gerne gleich weitergelesen hätte, der nächste Band aber erst 2026 erscheint.
Die Geschichte ist interessant geschrieben und die Handlung ist über mehrere Stränge verteilt, wodurch man neugierig bleibt und Spannung aufkommt. Mit Irida erschafft der Autor eine sympathische Protagonistin, mit der sich Jugendliche sicherlich teilweise identifizieren können. Sie ist klug und einfühlsam, fühlt sich oft nicht zugehörig und ist eine loyale Freundin. Etwas gestört hat mich, dass das Auftreten von Magie und ähnlichem von ihr und den „Furchtlosen“ als zu normal hingenommen wird. Die Jugendlichen sind auch von Gewalt und sogar von Mord sehr unbeeindruckt. Neben Irida wirken die Charaktere der Freunde ziemlich konstruiert und bleiben ihrem Wesen die ganze Geschichte über treu und entwickeln sich somit nicht weiter. Der Zusammenhalt der Gruppe und die gegenseitige Unterstützung der Jugendlichen war wiederum ein sehr schöner Aspekt.
Ich bin wirklich neugierig auf das nächste Buch, denn als beim Lesen abzusehen war, dass die Geschichte recht offen in diesem ersten Teil enden wird, war ich enttäuscht. Darunter hat die Freude und meine vorhergegangene Begeisterung für die Geschichte etwas gelitten. Trotzdem gibt es von mir 4 Sterne.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Erinnerungen
Die Geschichte des Klangs von Ben Shattuck
Zwei lose miteinander verbundene Geschichten über Musik und Neuengland, aber vor allem über verpasste Chancen und über verlorene Lieben, deren Bedeutung erst zu spät klar wurde. Manchmal merkt man ja tatsächlich erst im Nachhinein, wie prägend ein Verlust sein kann.
Der Stil des Autors ist poetisch und verdeutlicht nur die Tragik der einzelnen Protagonisten.
Man liest zwischen den Zeilen und spürt eine alles überdauernde Schwermut. Nicht die große Depression, aber eine konstante Melancholie, die alles ein wenig farbloser erscheinen lässt. Das Leben gelingt trotzdem, Beziehungen werden trotzdem gelebt. Aber die Erinnerung an Vergangenes wird zu einem kostbaren Schatz - gleichzeitig voller Freude und Trauer.
Großartig!
Knapp 100 Seiten sind schnell gelesen und wirken lange nach!
Rezensionen von Nele33:
verschenktes Potential
Heimat von Hannah Lühmann
Aufgrund des vielversprechenden Klappentextes habe ich mich für das Buch Heimat der Autorin Hannah Lühmann entschieden.
Jana und Noah haben sich mit ihren beiden Kindern den Traum erfüllt, auf dem Land zu leben. Durch den Hauskauf geben sie allerdings auch ihr Stadtleben mit all seinen Annehmlichkeiten auf.
Zum Glück trifft Jana schnell auf Karolin, die quasi Vorzeigefrau der Dorfgemeinschaft und es entwickelt sich schnell eine Freundschaft, obwohl ihre Lebenseinstellung grundverschieden sind, zwischen den beiden ungleichen Frauen. Karolin lebt das Leben einer Tradwife und Jana bewundert sie maßlos. Als Janas Leben aus den gewohnten Bahnen fällt, wird Karolin zu ihrer Stütze.
Die Themen, die Hannah Lühmann in ihrem Roman anspricht, sind topaktuell, aber leider auch zu vielfältig, um sie in einem Roman von 170 Seiten adäquat und mit Tiefe zu behandeln. Jana erscheint planlos, nicht in sich gefestigt und dabei nicht sonderlich sympathisch.
Die vielen unterschiedlichen Themen, die die Gesellschaft momentan umtreiben(AfD, Social Media, Flüchtlinge, Gewalt ebenso wie das Mutter/-Frauenbild) werden, allesamt nur angerissen und wirken lose aneinandergereiht.
Eine starke Idee, die mich in ihrer Umsetzung leider nicht erreichen konnte.
Rezensionen von Lese:
Für Kinder und Erwachsene spannend und lehrreich
Kosmos SchlauFUX Roboter und KI von Thorsten Leimbach; Beate Jost
Meine 9-jährige Enkelin interessiert sich sehr für Technik und Roboter. In diesem Sachbuch lernen Kinder ab etwa acht Jahren auf spielerische und kindgerechte Weise, was Roboter und Künstliche Intelligenz sind, wo sie schon heute eingesetzt werden und welche Chancen sie in der Zukunft bieten.
Man kann seinen eigenen Weg durch das Buch wählen, je nachdem, welche Themen einen gerade am meisten interessieren, und sich so Schritt für Schritt spannendes Wissen aneignen. Das Buch war auch für mich superspannend und lehrreich. Durch den interaktiven Charakter wird es sehr reizvoll für die Kinder, sich intensiv und ausdauernd damit zu beschäftigen. So lernen sie auf spielerische Art alles Wichtige rund um dieses aktuelle Thema.
Das Buch ist verständlich, spannend, praxisnah und zudem farbenfroh und ansprechend illustriert.
Rezensionen von herrfabel:
„Das Meer ist ein gefährliches Wesen“
Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly
Ehrlich gesagt verbinde ich mit Julia R. Kellys Roman „Das Geschenk des Meeres“ [Aus dem Englischen von Claudia Feldmann] sehr gemischte Gefühle. Einerseits bin ich sehr gern in diese leicht mythische Geschichte abgetaucht, andererseits hat mich das Verhalten der Protagonistin im Verlauf der Geschichte wahnsinnig herausgefordert und einige Nerven gekostet, aber eins nach dem anderen…
„Was vergessen war, kehrt zurück, wenn das Meer bereit ist.
“
Dieser Roman beginnt damit, dass in einer stürmischen Nacht um 1900 ein Junge an die schottische Küste gespült wird. Ein Fischer hat ihn gefunden und trägt ihn gerade ins Dorf, was bei allen für helle Aufregung sorgt. Aber nicht nur das, der Junge gleicht dem vor Jahren verschwundenen Sohn der Lehrerin Dorothy. Auch ihr stockt der Atem. Hat das Meer ihn etwa zurückgebracht?
Dorothy sieht darin eine neue Chance. Sie nimmt den Jungen bei sich auf und sorgt sich um ihn. Dabei brechen alte Wunden wieder auf und Verdrängtes kommt an die Oberfläche, denn alles erinnert sie an ihren Sohn Moses. An Moses und Joseph, in den sie sich damals bereits kurz nach ihrer Ankunft im Ort verliebte, mit dem sie sich eine gemeinsame Zukunft ausmalte und mit dem sie doch nie zusammenfand.
„Sie hatte gehofft, sie könnte sich die Familie erschaffen, die sie selbst nie hatte, von Liebe zusammengehalten, aber sie ist gescheitert, bevor sie überhaupt anfangen konnte. Doch als aus den Tagen Wochen und schließlich Monate werden, stellt sie fest, dass sie erleichtert ist, denn zumindest müssen sie jetzt nicht mehr so tun, als ob.“
Dieser Roman zeigt sehr eindrucksvoll, wie viel Einfluss Erziehung und Erlebtes auf das weitere Leben haben können und wie man sich dabei oft selbst im Wege steht. Wir Leser*innen lernen Dorothys Geschichte kennen. Anhand unterschiedlicher Figuren blicken wir auf ihre Ankunft im Dorf, ihre Arbeit in Skerry, ihre Verliebtheit und Ängste, sowie den Neid der Anderen. Dorothy verliebt sich sehr schnell in den Fischer Joseph, der ihr Haus repariert und sich auch sonst gern um sie kümmert, doch die Blicke und Tratscherei der anderen verschrecken sie viel zu schnell. Die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter hat so einige Spuren hinterlassen. Und die Geschichte, sowie der Verlust ihren Sohnes, taten ihr übriges. Trotz vollstem Verständnis für die Entwicklungen und ihr Verhalten, hat die Protagonistin dieses Romans mich wahnsinnig gemacht. Wie gern hätte ich sie mal (in dem sehr langen Mittelteil) geschüttelt oder ein „Sprich, doch endlich“ zugerufen, sie reimt sich viel zu viel zusammen, hält von allen Abstand, wirkt viel zu stolz und lebt mehr in ihrer eigenen Welt. Und doch wünscht sich nur Wärme und Geborgenheit. Und eben Joseph. Den Einstieg und diese leicht mystisch, verwunschene Gegend, die Atmosphäre und das raue Meer habe ich an diesem Buch sehr geliebt. Auch die Hintergründe fand ich toll, doch die Tragik, Verletztheit und die ‚zufälligen Entwicklungen‘ fand ich dafür an einigen Stellen etwas zu drüber oder sehr hinziehend, vorhersehbar… dennoch ist es ein toller, leicht psychologischer Roman, gerade für Menschen, die gerne Bücher mit dramatischen Liebesbeziehungen lesen oder so einigen Geheimnissen auf die Spur kommen wollen. Woher kommt der Junge? Welche Verbindung gibt es zu ihrem Sohn? Was ist damals geschehen? Warum zieht Dorothy sich so zurück? Und welche Rolle spielt Joseph in dem Ganzen?
„Die Erinnerungen kommen zurück wie Träume, die sich auflösen, wenn sie versucht, sie festzuhalten.“











