Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ratra:
Warum Kinder manchmal zu Monsterchen werden
Bedürfnisse von Antje Bohnstedt
Das Monster-Geschwisterpaar Ella und Eddie vermitteln in diesem Einstiegsbuch gekonnt, warum Kinder manchmal das Bedürfnis haben, zu Monsterchen zu werden und wie sie gegen das eigene innere Chaos vorgehen können.
Auf den ersten Seiten widmet sich das Buch zunächst den Basisfragen wie: „Was ist ein Bedürfnis?“, „Wie erkennst du ein Bedürfnis?“ und „Wie erfüllst du ein Bedürfnis?“.
Schrittweise werden kurz wie eindeutig die Phasen: Situation beobachten, Situation beschreiben, Gefühle mitteilen sowie Bedürfnisse und Wünsche mitteilen beleuchtet. Dann stellen Ella und Eddie auch schon die wichtigsten Bedürfnisse vor. Nacheinander findet der Leser immer eine Doppelseite zu den Themen: Essen+Trinken, Ruhe, Aktivität, Sicherheit, Ordnung, Liebe, Gemeinschaft, Freundschaft, Verständnis, Wertschätzung, Freude, Neugier, Ich-Sein und Sinn. Die Steigerung von den einfach erkennbaren zu den etwas schwerer fassbaren Bedürfnissen finde ich gelungen. Ebenso ist die Betrachtung der Bedürfnisse immer handlungsorientiert und gleich strukturiert. Jede Bedürfnisbetrachtung befasst sich mit den Fragen: „Warum braucht Ella das?“, „Woran kann Ella merken, dass ihr das fehlt?“, „Wie kannst du das Bedürfnis erfüllen?“ sowie einem „Frage dich...“-Abschnitt, der es den Kindern erleichtert, die eigenen Bedürfnisse besser zu erfassen.
Die beiden Monster Ella und Eddie begleiten dabei den jungen Leser durch anschauliche Beispiele, welche sich an für Kinder nachvollziehbare Situationen orientieren. Das Buch ist dabei durch Schriftart, Strukturierung und Sprache ein ideales Vorlesebuch, welches Eltern mit ihren Kindern gemeinsam entdecken können. Durch die liebevollen Illustrationen und die einfachen Bildtexte können sich Kinder zudem auch alleine mit dem Buch beschäftigen. Weiterhin gibt es zu diesem Buch unterstützendes Material wie ein Mitmach-Heft oder Impulskarten (ebenfalls mit Ella und Eddie). Für Gefühle selbst gibt es „Gefühle: Das große Bestimmungsbuch“.
Hier erhält der Leser ein gelungenes Buch über Bedürfnisse, welches den Kindern die Orientierung und Einschätzung der eigenen Bedürfnisse erleichtert und gleichzeitig dabei unterstützt, die eigene Wahrnehmung zu vertiefen.
Rezensionen von Julchentim:
Mein neues Fantasy-Highlight: The Witch Collector
The Witch Collector von Charissa Weaks
Fünf Sterne, ohne Zögern. Dieses Buch hat mich sofort gepackt und nicht mehr losgelassen.
Die Mischung aus Magie, Göttern und Intrigen war detailreich und wirkte durchdacht. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin die Welt bis ins Kleinste kennt und mir Stück für Stück Zugang gibt.
Genau das hat den Reiz ausgemacht. Hinweise und Andeutungen zogen sich durch die Handlung, sodass ich ständig mitgerätselt habe und weiterlesen musste.
Raina als Hauptfigur war etwas Besonderes. Sie lebte ohne Stimme und formte ihre Magie mit den Händen. Das hat die Geschichte für mich einzigartig gemacht. Zusammen mit Alexus, dem Witch Collector, entstand eine Dynamik voller Spannung, die sich von Feindschaft zu etwas ganz anderem entwickelt hat. Die Chemie zwischen den beiden war intensiv, ohne die Handlung zu verdrängen.
Was mich am meisten überzeugt hat: Die Balance stimmte. Es gab Romantik, aber auch eine durchgehende Handlung mit Konflikten, Geheimnissen und Wendungen. Das Magiesystem war spannend und facettenreich, die Reise der Figuren fesselnd.
Schon nach wenigen Kapiteln habe ich beschlossen, dass The Witch Collector ab sofort zu meinen persönlichen Lieblingsreihen gehören wird.
Rezensionen von April1985:
Absolut fesselnd
Heart of Night and Fire von Nisha J. Tuli
Wieder einmal konnte mich Nisha J. Tuli mit einer Geschichte begeistern. Ich habe den Reihenauftakt nahezu verschlungen und war insbesondere von dem von indischer Mythologie inspirieren Worldbuildung schwer begeistert.
Es geht um Zarya, die seit ihrer Kindheit von der Außenwelt versteckt aufwächst.
Ihre einzige Zerstreuung findet Zarya im Kampftraining, der gelegentlichen Jagd auf dämonische Kreaturen und dem Bestaunen von Kleidern, die ihr Ziehvater Zarya von seinen Reisen in die Hauptstadt mitbringt. Zarya weiß nicht, warum sie als Gefangene leben und ihre Magie verstecken muss. Sie träumt von Freiheit und diese bietet sich ihr plötzlich, als ihr Ziehvater von einer seiner Reisen nicht zurückkehrt und die Schutzbarriere fällt.
Ich habe Zarya wahnsinnig schnell ins Herz geschlossen. Zarya ist wissbegierig, manchmal etwas naiv und sie trägt ihr Herz auf der Zunge . Sie ist außerdem ein Charakter mit Geheimnissen, die man unbedingt lüften will und einer Herkunft, die in den Schatten verborgen liegt. Ich fand es unglaublich spannend zu lesen, wie Zarya nach und nach erfährt, wer sie wirklich ist.
Neben Zarya lernen wir schnell Vikram, den Kommandanten der Königin, kennen. Zwischen dem undurchschaubaren Krieger und der jungen Zarya entwickeln sich auch zarte Gefühle. Die Autorin hat den Trope Slow Burn Romance gut umgesetzt. Ich denke aber, dass Nisha J. Tuli noch einige Überraschungen in Bezug auf die Liebesgeschichte bereit hält.
Während ich die Beziehung zwischen Zarya und Vikram weniger emotional empfunden habe, als vielleicht beabsichtigt, habe ich die Dynamik zwischen dem mürrischen Yasen, Vikrams besten Freund, und Zarya sehr gefeiert. Ich liebe solch innige Freundschaften in Büchern, die einem einfach ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Am meisten hat mich aber, wie eingangs erwähnt, das südasiatisch, indisch inspirierte Worldbuildung begeistert. Nisha J. Tuli hat diverse Mythen in ihren Fantasyroman einfließen lassen und mich in eine exotische Welt entführt, die von dunklen Mächten bedroht wird. Es gibt Dämonen, Bluttrinker und eine wirklich faszinierende Magie. Manches, wie die Baumkönigin, mag vielleicht auf dem ersten Blick befremdlich wirken, hat auf mich aber dennoch eine große Faszination ausgeübt.
Die Handlung selbst schreitet flott voran und ist gespickt verbotener Magie, Geheimnissen, überraschenden Wendungen und unglaublichen Enthüllungen. Besonders das Auftauchen einer Person gegen Ende hat meinen Puls enorm in die Höhe schnellen lassen. Ich brauche unbedingt die Fortsetzung!
Fazit
Ein fesselnder, unglaublich atmosphärischer Reihenauftakt mit einer authentischen Protagonistin, einer leichten Liebesgeschichte und einer dunklen Bedrohung, angesiedelt in einer von indischer Mythologie inspirierten Welt. Für mich ein Highlight!
Rezensionen von April1985 :
Absolut fesselnd
Heart of Night and Fire von Nisha J. Tuli
Wieder einmal konnte mich Nisha J. Tuli mit einer Geschichte begeistern. Ich habe den Reihenauftakt nahezu verschlungen und war insbesondere von dem von indischer Mythologie inspirieren Worldbuildung schwer begeistert.
Es geht um Zarya, die seit ihrer Kindheit von der Außenwelt versteckt aufwächst.
Ihre einzige Zerstreuung findet Zarya im Kampftraining, der gelegentlichen Jagd auf dämonische Kreaturen und dem Bestaunen von Kleidern, die ihr Ziehvater Zarya von seinen Reisen in die Hauptstadt mitbringt. Zarya weiß nicht, warum sie als Gefangene leben und ihre Magie verstecken muss. Sie träumt von Freiheit und diese bietet sich ihr plötzlich, als ihr Ziehvater von einer seiner Reisen nicht zurückkehrt und die Schutzbarriere fällt.
Ich habe Zarya wahnsinnig schnell ins Herz geschlossen. Zarya ist wissbegierig, manchmal etwas naiv und sie trägt ihr Herz auf der Zunge . Sie ist außerdem ein Charakter mit Geheimnissen, die man unbedingt lüften will und einer Herkunft, die in den Schatten verborgen liegt. Ich fand es unglaublich spannend zu lesen, wie Zarya nach und nach erfährt, wer sie wirklich ist.
Neben Zarya lernen wir schnell Vikram, den Kommandanten der Königin, kennen. Zwischen dem undurchschaubaren Krieger und der jungen Zarya entwickeln sich auch zarte Gefühle. Die Autorin hat den Trope Slow Burn Romance gut umgesetzt. Ich denke aber, dass Nisha J. Tuli noch einige Überraschungen in Bezug auf die Liebesgeschichte bereit hält.
Während ich die Beziehung zwischen Zarya und Vikram weniger emotional empfunden habe, als vielleicht beabsichtigt, habe ich die Dynamik zwischen dem mürrischen Yasen, Vikrams besten Freund, und Zarya sehr gefeiert. Ich liebe solch innige Freundschaften in Büchern, die einem einfach ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Am meisten hat mich aber, wie eingangs erwähnt, das südasiatisch, indisch inspirierte Worldbuildung begeistert. Nisha J. Tuli hat diverse Mythen in ihren Fantasyroman einfließen lassen und mich in eine exotische Welt entführt, die von dunklen Mächten bedroht wird. Es gibt Dämonen, Bluttrinker und eine wirklich faszinierende Magie. Manches, wie die Baumkönigin, mag vielleicht auf dem ersten Blick befremdlich wirken, hat auf mich aber dennoch eine große Faszination ausgeübt.
Die Handlung selbst schreitet flott voran und ist gespickt verbotener Magie, Geheimnissen, überraschenden Wendungen und unglaublichen Enthüllungen. Besonders das Auftauchen einer Person gegen Ende hat meinen Puls enorm in die Höhe schnellen lassen. Ich brauche unbedingt die Fortsetzung!
Fazit
Ein fesselnder, unglaublich atmosphärischer Reihenauftakt mit einer authentischen Protagonistin, einer leichten Liebesgeschichte und einer dunklen Bedrohung, angesiedelt in einer von indischer Mythologie inspirierten Welt. Für mich ein Highlight!
Rezensionen von Claudia R.:
Fantastische Meereswesen
Nixenmärchen von Erik Schreiber
Klappentext / Inhalt:
So vielgestaltig wie das Wasser selbst, sind die Fabelwesen, die sich unter der Wasseroberfläche tummeln. Manchmal schillernd-schön, dann wieder dunkel-dämonisch. Neben den männlichen Gestalten wie Wassermännern und Nyx, sind es vor allem die weiblichen mythischen Gestalten wie Meerjungrauen, Nixen und Seejungfrauen, die sich hier ein schriftliches Stelldichein geben.
Cover:
Eine sehr niedliche und faszinierende Nixe in einer Muschel ist hier zu erkennen und füllt das Cover sehr gut aus. Optisch und farblich ist das Cover sehr schön und ansprechend umgesetzt und auch der Titel kommt hier sehr gut zum tragen.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um eine Sammlung an verschiedener Sagen, Märchen und Kurzgeschichten rund um das Thema und über Nixen und Meerjungfrauen. Manche der Geschichten sind dabei durchaus etwas länge, während andere gerade mal eine oder zwei Seiten umfassen.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht weiter ins Detail gehen. Für Nixen und Fans diese fantastischen Wesen aber auf jeden Fall sehr interessant und spannend.
Man merkt, dass sich hier viele Gedanken zu gemacht worden und auch sehr gut recherchiert wurde. Eine große Bandbreite und Vielzahl an Sagen und Märchen wurde hier zusammengetragen und ein gelungener Mix kam dabei zu stande.
Der Schreibstil ist hier durchaus auch von Geschichte zu Geschichte ein wenig unterschiedlich, aber man kann den einzelnen Erzählungen gut folgen und wird immer wieder in unterschiedliche Abenteuer und fanatische Welten entführt und von den Erzählungen begeistert und mitgenommen. Dabei werden auch durchaus unterschiedliche Aspekte beleuchtet und auch die Erzählungen sind dabei durchaus unterschiedlicher Natur und manchmal auch durchaus etwas düsterer und dämonischer und nicht immer nur schillernd und glänzender Natur, wenn dies der auch durchaus vorkommt.
Die Geschichten sind sehr unterschiedlich und verschiedenen und man lernt hier durchaus auch unbekanntere Sagen und Märchen kennen, was ich sehr interessant und spannend fand.
Mir hat es sehr gut gefallen und ich fand vor allem auch die große Bandbreite sehr beeindruckend.
Fazit:
Eindrucksvolle Sammlung an verschiedenen Sagen, Märchen und Kurzgeschichten rund um Nixen und Meerjungfrauen.
Rezensionen von Claudia R.:
Atmosphärisch
Salute - Das letzte Gebet von Friedrich Kalpenstein
Klappentext / Inhalt:
Der dritte Teil der Gardasee-Krimireihe von Bestseller-Autor Friedrich Kalpenstein
»Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen!«
Als Immacolata morgens in Bardolino die Kirche aufschließen möchte, bemerkt sie, dass die Tür aufgebrochen wurde. Im Inneren des Gotteshauses entdeckt sie einen jungen Mann tot am Weihwasserbecken.
In seinem Mund findet die Spurensicherung eine Seite aus dem Gesangbuch. Etwa ein Zeichen?
Commissario Lanza nimmt die Ermittlungen auf. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem jungen Mann um Gabriele Pini, der aus gutem Grund an den Lago di Garda gereist war, denn seine Erfindung könnte sich positiv auf die Wasserqualität des Sees auswirken. Lanza erkennt schnell, dass Gabriele mit seiner Innovation polarisiert.
Pini war kein gläubiger Mensch. Was also hatte er in der Kirche zu suchen? War es Zufall oder warum musste er dort sein Ende finden?
Der dritte Fall für Lanza und Zeitler.
Cover:
das Cover finde ich interessant umgesetzt, auch die Atmosphäre und Umgebung wird einem hier schon etwas näher gebracht. Optisch und farblich ist es toll umgesetzt und auch der Wiedererkennungseffekt zu den anderen Covern ist hier sehr gut erkennbar.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den dritten Fall für Lanza und Zeitler. Da diese in sich geschlossen sind, können die Bücher auch gut unabhängig voneinander gelesen werden. Mir waren die beiden vorherigen Bände jedoch bekannt und ich war daher auch schon auf diesen Fall sehr gespannt.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist locker und flüssig lesbar. Schnell kommt man in Geschehnisse und Charaktere hinein. Es ist spannend aufgebaut und auch der Verlauf ist fesselnd und kurzweilig angelegt. Ein spannender Krimi mit italienischem Flair und so einigen Wendungen.
Die Kapitel in sich sind recht kurz und ermöglichen so einen guten Lesefluss. Durch die Kürze wird zudem die Spannung und das Tempo erhöht. Die Anfänge sind sehr gut erkennbar und auch die Überschriften sind passend gewählt, ohne dabei zu viel zu verraten. Gliederung und Gestaltung haben mir gut gefallen.
Die Ermittlungen sind nachvollziehbar und gut umgesetzt, aber auch das Private und das wundervolle italienische Flair kommt dabei jedoch nicht zu kurz. Schnell taucht man in das kleine Bardolino ein und erlebt die wundervolle Atmosphäre und das Flair davon mit. Ein wundervoller Krimi, der keine Wünsche offen lässt und mein Krimiherz begeistern konnte. Auf jeden Fall wieder sehr unterhaltsam. spannend, aber auch sehr lebensnah und atmosphärisch.
Fazit:
Ein spannender Krimi mit italienischem Flair und so einigen Wendungen.
Rezensionen von xx:
Richtig mitgelitten und mitgefiebert
No Way Home von T.C. Boyle
In No Way Home erzählt T.C. Boyle die Geschichte eines verhängnisvollen Dreiecks: Der junge Arzt Terrence Tully kehrt nach dem Tod seiner Mutter in seine Heimatstadt Boulder City zurück. Dort trifft er auf Bethany, die sich gerade von ihrem Freund Jesse getrennt hat. Zwischen den dreien entwickelt sich ein gefährliches Spiel aus Begierde, Eifersucht und Gewalt, das unaufhaltsam eskaliert.
Boyle wechselt geschickt zwischen den Perspektiven von Terry, Bethany und Jesse. Dadurch eröffnet er tiefe Einblicke in ihre widersprüchlichen Gefühle: Terrys Naivität, Jesses verletzten Stolz und Bethanys Ambivalenz. Kaum eine Figur weckt Sympathie, doch genau diese Schonungslosigkeit macht den Reiz aus.
Neben dem persönlichen Drama zeichnet Boyle ein Bild des kleinstädtischen Amerika, geprägt von Alkohol, Tabletten und Orientierungslosigkeit. Der klare, eindringliche Stil sorgt dafür, dass die Spannung bis zum Schluss anhält. Dirk van Gunsterens Übersetzung fängt Boyles Ton präzise ein – und bringt den Roman sogar vor der englischen Originalausgabe auf den deutschen Markt.
No Way Home ist ein intensives Psychogramm von Abhängigkeit und Selbstzerstörung – packend, düster und typisch Boyle.
Rezensionen von nil_liest:
Zwischen Sehnsucht und Schärfe
Moscow Mule von Maya Rosa
Ich gestehe: Eigentlich kam ich über den Drink zum Buch. Ein Moscow Mule gehört für mich zu den besten Cocktails überhaupt – frisch, scharf, ein bisschen wild. Genau so fühlt sich auch dieser Roman an. Und so wie der Drink zu meinem Lieblingsgetränk wurde, so hat Maya Rosas Debüt Moscow Mule direkt einen festen Platz in meinem Bücherregal gefunden.
Wir folgen Karina und Tonya, zwei Studentinnen im Moskau der frühen 2000er Jahre. Sie teilen nicht nur das Leben im Wohnheim, das ständige Geldproblem und den schwarzen Humor, der sie über Wasser hält – sondern vor allem einen großen Traum: Europa. Ein neues Leben, raus aus den engen Strukturen, raus aus der Korruption, raus aus der bleiernen Schwere eines Systems, in dem Zukunft oft wie ein leeres Wort klingt.
Maya Rosa zeichnet dieses Setting mit einer Wucht, die mich sofort hineingezogen hat. Man riecht die abgestandene Luft der Wohnheime, spürt die Kälte der Moskauer Straßen, hört die lauten Widersprüche dieser Stadt: Luxusautos und Kaviar für wenige, Nudeln aus dem Wasserkocher für viele. Die Figuren sind keine Heldinnen aus Hochglanzprosa, sondern junge Frauen voller Sehnsucht, Fehler, Schlagfertigkeit und Zorn. Gerade Karina, mit ihrer unbändigen Energie, wirkt wie eine Naturgewalt, während Tonya eher leiser, nachdenklicher bleibt.
Was dieses Debüt so stark macht, ist der Tonfall: direkt, schnörkellos, gleichzeitig poetisch und mit einem Witz, der manchmal so unerwartet daherkommt, dass man laut lachen muss. Doch unter dieser Leichtigkeit lauern immer die Schwere und der Ernst der Lage: Korruption, Perspektivlosigkeit, politische Repression. Maya Rosa verknüpft das Persönliche mit dem Politischen, ohne belehrend zu wirken. Man liest von Freundschaft, Freiheit, Identität – und begreift gleichzeitig viel über die gesellschaftliche Wirklichkeit Russlands dieser Zeit.
Besonders berührt hat mich, wie klar hier gezeigt wird, dass Träume nicht nur Flügel geben, sondern auch Mauern errichten können. Der Wunsch nach einem anderen Leben wird für Karina so stark, dass selbst die engste Freundschaft Risse bekommt. Diese Ambivalenz – zwischen Nähe und Distanz, Hoffnung und Ernüchterung – macht den Roman so wahrhaftig.
„Moscow Mule“ ist ein Debüt, das in Erinnerung bleibt: sprachlich packend, inhaltlich relevant und emotional zutiefst bewegend. Wie der Drink, nach dem es benannt ist, vereint es Leichtigkeit und Schärfe, Süße und Bitterkeit. Für mich war es ein absolutes Highlight, und ich vergebe ohne Zögern fünf Sterne. Ich freue mich jetzt schon auf das, was Maya Rosa als Nächstes schreiben wird.
Rezensionen von nil_liest:
Aufstehen, abklopfen und weiter!
Crushing von Genevieve Novak
Stellt euch vor, ihr habt zehn Jahre lang Beziehungen hinter euch, die euch mehr Kraft geraubt als gegeben haben – und plötzlich beschließt ihr: So, jetzt reicht’s. Ich bin raus aus diesem Spiel. Genau da setzt „Crushing“ an. Genevieve Novak nimmt uns mit in das Leben von Marnie, einer Frau Ende zwanzig, die beschließt, Single nicht als Makel, sondern als Chance zu sehen.
Hauptperson statt Nebendarstellerin.
Die Protagonistin Marnie ist Ende zwanzig und – wie sie selbst sagt – keine Singlefrau, sondern die Hauptperson. Allein dieser Gedanke hat mir schon gefallen, weil er so viel Empowerment und Trotz in sich trägt. Nach einer endlosen Reihe gescheiterter Beziehungen beschließt sie, dass Schluss ist mit dem Drama. Keine Kompromisse mehr, keine Anpassung, kein „Plan B“-Gefühl. Und natürlich, wie könnte es anders sein, läuft ihr genau dann jemand über den Weg, der alles durcheinanderwirbelt: Isaac. Traumtyp, Seelenverwandter – nur leider nicht zu haben.
Was mich an dem Roman sofort begeistert hat, war dieser Tonfall, der gleichzeitig ironisch und verletzlich ist. Marnie macht sich nichts vor: Sie hat Jahre damit verbracht, so zu sein, wie ihre Partner sie gern gehabt hätten. Chamäleonartig, anpassungsfähig, aber im Kern unzufrieden. Ich habe mich oft wiedergefunden in ihren Gedanken, diesem Mix aus Selbstkritik, Sehnsucht und der leisen Wut darüber, warum das Leben nicht so läuft, wie man es sich immer ausgemalt hat.
Novak versteht es, die großen Themen – Selbstliebe, Selbstfürsorge, Co-Abhängigkeit, Einsamkeit, Freundschaft – in einen lockeren, humorvollen Erzählstil zu packen. Ich habe beim Lesen oft laut gelacht, manchmal die Stirn gerunzelt und an anderen Stellen innegehalten, weil die Worte so sehr ins Herz getroffen haben. Besonders gelungen finde ich, dass nicht nur Marnie lebendig und glaubwürdig wirkt, sondern auch die Menschen um sie herum: Nicola, die Schwester, die sich im Muttersein fast verliert, Claud, die in ihrer Beziehung mehr gibt, als sie zurückbekommt, und natürlich Isaac, der als Figur genau den richtigen Grad an „zu schön, um wahr zu sein“ hat, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken.
Ein kleiner Kritikpunkt für mich war der hohe Alkoholkonsum, der hier schon sehr beiläufig und fast wie ein Lifestyle-Accessoire dargestellt wird. Das hätte für meinen Geschmack nicht so verherrlicht werden müssen, weil es das Gesamtbild ein wenig trübt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn die Geschichte funktioniert auch ohne diesen Aspekt.
Am Ende ist „Crushing“ für mich ein Roman über Aufbruch und Selbstbestimmung. Er zeigt, dass es okay ist, gescheitert zu sein, dass man sich neu erfinden darf und dass die wichtigste Beziehung, die man im Leben führt, immer die zu sich selbst ist. Aufstehen, abklopfen und weiter!
Fazit: Es macht Mut, bringt zum Lachen und regt zum Nachdenken an. Für alle, die keine Lust mehr auf die Rolle der perfekten Partnerin haben und stattdessen endlich die Hauptfigur in ihrem eigenen Leben spielen wollen.
Rezensionen von carola1475:
Wieder ein großes Lesevergnügen, witzig, skurril und spannend
Frau Morgenstern und die Offenbarung von Marcel Huwyler
Die pensionierte Lehrerin und Auftragsmörderin Frau Morgenstern lebt inzwischen mit Freund und Kollege Miguel Schlunegger und seinen 5jährigen Zwillingstöchtern als Patchworkfamilie in ihrem Haus und teilt sich mit Miguel eine Stelle beim Tell-Killerministerium. Falls der Lila-Lady das Familienleben mal zu viel wird, kann sie nach Gozo zu ihrem Geliebten Maurice flüchten.
Ein neuer Auftrag, bei dem es um die Eliminierung von gleich 11 Personen geht, macht die Teilzeitarbeit vorübergehend unmöglich, zum Glück kann Violettas zweiter Liebhaber Rittmeyer als Babysitter einspringen, da Frau Morgenstern und Herr Schlunegger bei Tell momentan voll eingespannt sind.
Sowohl beruflich als auch privat geht es turbulent zu bei der Mordslady und Miguel.
Marcel Huwyler bindet wichtige Details aus den vorangegangenen Büchern sehr gekonnt in die aktuelle Handlung ein, so dass meiner Meinung nach auch Neueinsteiger gut mitkommen. Mit schwarzem Humor, Wortwitz, Situationskomik und lebendige Bilder erzeugenden Wortschöpfungen erzählt der Sprachakrobat Huwyler eine originelle Geschichte, die einfallsreich und spannend nicht nur das Agententhriller-Genre parodiert.
Auch verschiedene Perspektiven sorgen für ein rasantes, kurzweiliges Lesevergnügen, wobei die Figurenzeichnung bei allen Charakteren überzeugt, sie haben Tiefe und wirken authentisch. Marcel Huwyler ist es in diesem siebten Band großartig gelungen, seine Protagonisten und damit ihre Geschichte weiter zu entwickeln. Violetta hat ungewöhnliche Ideen wie eh und je, aber sie ist jetzt auch eine liebevolle Oma, der ehemalige Söldner Miguel ist zum hingebungsvollen und stolzen Vater geworden, die neuen Charaktereigenschaften bereichern beide Figuren und machen sie noch liebenswerter, was ich kaum für möglich gehalten hätte. Ich hatte sehr viel Spaß, habe gelacht und geschmunzelt, auch dieser geniale siebte Band um Frau Morgenstern hat mich bestens unterhalten.










