Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Einfühlsam geschilderte Wendegeschichte
Fritzi war dabei. Eine Wendewundergeschichte (gebundene Ausgabe) von Hanna Schott
Der hellblaue Trabant wird gewaschen und Fritzi kommt mit ihrem Tornister des Wegs, so ein ähnliches Bild haben wir von der ehemaligen DDR in unseren Köpfen.
Am 1. September beginnt nach den Sommerferien wieder die Schule und Fritzi ist auch irgendwie froh, dass der Schulalltag wiederkehrt. Allerdings ist der Tag auch der Beginn eines ganz besonderen Herbstes, denn wir schreiben das Jahr 1989.
Der erste Schultag beginn mit dem Fahnenappell und Fritzi ist stolz, dass sie jetzt ein rotes Tuch auf ihrer weißen Bluse tragen darf. Das dazugehörende Bild zeigt die Kinder mit ihrer strengen und linientreuen Lehrerin unter der Fahne. In der Klasse stellt sich heraus, dass Sophie fehlt und die Lehrerin macht eine Bemerkung, die Fritzi nicht verstehen kann. Doch in der nächsten Zeit ist immer wieder von Ungarn die Rede und sowohl Mama als auch Papa beklagen, dass Kolleg*innen nicht mehr zur Arbeit kommen. Mama entschließt sich in die Nikolaikirche zu gehen und nimmt ihre Tochter mit. Beim Verlassen der Kirche werden die beiden gefilmt und die Reportage wird im Westfernsehen ausgestrahlt.
Durch das Buch wurde mir wieder klar, was für ein Wunder wir doch 1989 erleben durften und mit welcher Freude wir uns auf ein Zusammenleben mit „den Brüdern und Schwestern im Osten“ gefreut haben. Hier erleben wir die Ereignisse aus Sicht der neunjährigen Fritzi, die eine Oma in München hat, die sie von Zeit zu Zeit in Leipzig besucht. Die uns aber die Sichtweise eines im Sozialismus lebenden Mädchens aufzeigt. Gerade für mich, die ich immer im Westen gelebt habe und die auch keinen Bezug zur DDR hatte, ist das eine interessante Erfahrung.
Mit seinen 87 Seiten und vielen erklärenden Illustrationen ist das Buch sehr gut zu lesen und zu verstehen. Ich denke, es ist wichtig, dass die Kinder auf diesem Weg von der jungen deutschen Geschichte erfahren und die Form, dass ein Mädchen aus Ihrem Alltag berichtet, ist hervorragend gewählt.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Eine Ritual voller Vorfreude in der Adventszeit
Dein Advent - 24 Glücksmomente nur für dich von Tanja Köhler
Ein Adventskalender, um in Weihnachtsstimmung zu kommen und die Adventszeit schöner zu machen - für sich selbst und für andere.
Die harmonische Gestaltung und die gleichbleibende Strukturierung gefiel mir besonders gut und weckte meine Vorfreude, auf das „Öffnen“ der 24 Glücksmomente. Jedes der Türchen beginnt mit einer Illustration und einer seitenlangen Geschichte, in der man eine Frau durch die Adventszeit begleitet.
Danach folgen ein paar Fragen und drei Empfehlungen für Glücksmomente, die hier „Happy Moments“ genannt werden. Am Ende folgen Tipps und ein Abschlussgedanken, die nachhaltiger sind. Wie kann ich das Gefühl der Verbundenheit entwickeln? Wie kann ich mir Freiräume schaffen? Wie kann ich mich öfter selbst verwöhnen?
Dabei bewegt sich alles im Rahmen eines Themas für das jeweilige Türchen. Es dauert maximal zehn Minuten, sich den Text zu jedem Türchen durchzulesen.
Die Vielzahl an Anregungen und Möglichkeiten pro Türchen hat mich überwiegend inspiriert. Es war oft etwas dabei, was sich auch ins knappe Zeit- und Geldbudget integrieren lässt. Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, der im 11. Türchen beschrieben wird, erfordert natürlich einen anderen Aufwand, als die Gedankenspiele in dem Format „Fragen für dich“, die zu interessanten Gesprächen geführt haben, die aber nicht unbedingt etwas mit Weihnachten zutun hatten.
Ansonsten wird das Weihnachtsthema durch Nächstenliebe, ehrenamtliche Unterstützung, Genussmomente und Traditionen aber immer wieder aufgegriffen und durch positive und wertschätzende Formulierungen unterstrichen. Am meisten mag ich allerdings die modern gehaltene Geschichte der namenlosen Frau. Für mich immer wieder eine wohlige Auszeit, weil diese so bildhaft und stimmungsvoll geschrieben ist.
In erster Linie ist es schön, jeden Tag etwas Neues zu entdecken und sich wohlwollend und achtsam inspirieren zu lassen.
Die Illustrationen waren mir persönlich zu einfach. Sie zeigen traditionelle Elemente der Weihnachtszeit, auch im humorvollen Kontext aber ich hätte mir mehr Details gewünscht, die zum Verweilen einladen.
Fazit:
Weckt Weihnachtsstimmung und kann den Stress der Vorweihnachtszeit mildern. Denn es entsteht ein schönes Ritual bei dem man sich von jedem Kapitel überraschen lässt. Der Inhalt geht noch über die 24 Türchen hinaus (weitere Tipps und kurze Informationen zu den darauffolgenden Rauhnächten).
Ein schönes Geschenk für sich selbst oder andere, wenn man einen stimmungsvollen Adventskalender mit achtsamen Impulsen sucht.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Rendezvous mit sich selbst
Rauhnächte - 12 Tage nur für dich von Tanja Köhler
«Rauhnächte – 12 Tage nur für dich: Klarheit schaffen, loslassen und Neues wagen» ist ein kompakter Begleiter für die Rauhnächte und besonders geeignet, wenn man sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt oder sich Orientierungshilfe wünscht. Ein ideales Ritual für Selbstreflexion und den Blick auf das Vergangene und Kommende.
Die kreative Zahlen-Illustration, die den jeweiligen Tag einleitet und die gleichbleibende und übersichtliche Strukturierung, gefiel mir besonders gut. Es fühlt sich an wie die Fortführung des Adventskalender-Rituals, wenn man am 25. Dezember das erste Kapitel liest. Zwölf Themen (Ruhe, Klarheit, Geduld usw.) für jeden Monat des kommenden Jahres. Zu den Tagesritualen gibt es zusätzliche Anregungen, Gedanken, Reflektionsfragen und Tipps für die Umsetzung. Genug Impulse, um sich mit den Themen auseinanderzusetzten, aber so kompakt, dass ich nur zehn Minuten gebaucht habe, um den Text zu lesen.
Vorweg gibt es Hintergrundwissen über die Rauhnächte und ein paar Rituale. Das steigert die Vorfreude und versetzt einen in die richtige Stimmung. Der Schreibstil von Tanja Köhler ist zudem liebevoll, wertschätzend und vertieft das wärmende Gefühl beim Lesen.
Was ich aber ganz besonders toll fand, ist die Rückschau auf die Monate und die jeweiligen Rauhnächte und ihre Themen. Dadurch begleitet einen das Buch auch die nächsten zwölf Monate und der Mehrwert ist höher.
Fazit:
Eine wunderschöne Gestaltung, eine übersichtliche Struktur, kompakte Impulse und eine liebenswerte Schreibweise machen dieses Buch zu einem schönen Begleiter für die Rauhnächte. Gut geeignet für Anfänger und jeden, der sich gern mit psychologischem Coaching und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt oder ein besonders ansprechendes Werk dazu sucht. Wer sich eine intensive Beschäftigung mit den Mythen und Ritualen der Rauhnächte wünscht, wird mit diesem Buch nicht glücklich.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Teemagie und starke Heldin
Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint von Vivien Verley
«Thea Magica - Das Geheimnis von Port Mint» entführt als Auftakt einer Reihe in eine Welt voller Magie und Geheimnisse. Es geht um Familiengeheimnisse, Freundschaft, Geheimnisse, magische Superkräfte und eine drohende Gefahr.
Robin Fluff ist gerade erst nach Port Mint gezogen und erfährt bei einer feierlichen Zeremonie endlich, welche Magie in ihr schlummert, wenn sie einen Schluck Thea Magica trinkt.
Dabei lernt sie ihre neuen Freunde Mailin und Cornelius kennen. Doch ihre Fähigkeit, Gedanken zu lesen, muss sie auch vor ihnen geheimhalten, weil sie verboten ist und schön längst nicht mehr existieren dürfte. Eine große Bürde, die noch so einige Geheimnisse birgt und Robin in große Gefahr bringt. „Ihr könnt euch vorstellen, wie gefährlich jemand ist, der in eure Köpfe schauen kann und jeden einzelnen Gedanken, jedes innere Bild und jede Idee von euch wahrnimmt.“
Es ist ein bisschen cosy, spannend und hat eine sympathische Ich-Erzählerin, die mit vielen Veränderungen zurecht kommen muss, während sie nach Antworten sucht und sich mit ihrer Gabe allein gelassen fühlt. Mai und Cornelius sind interessante Charaktere, die auch etwas zu verbergen haben und Robin in einige Abenteuer verwickeln. „Auch wenn ich zugeben musste, dass ich zusammen mit Mai und Cornelius schon mehr Verbotenes getan hatte als im gesamten letzten Jahr mit Milly.“ Die Buchidee lädt zum Träumen ein, es ist interessant, das Magiesystem zu entdecken, aber man merkt, dass es ein Auftakt ist, weil sich vieles erst entwickelt und vor allem die letzten Seiten das Tempo rasant vorantreiben, der Cliffhanger aber okay ist. Die vielversprechende Fortsetzung wird dann von dem aufgebauten profitieren und ich bin neugierig, wie es weitergeht. Für Kinder ab 10 Jahren durchaus empfehlenswert, weil es um „Superhelden“ geht, mit denen man sich identifizieren kann. Man muss nur einen Tee trinken…
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Die Macht des Erzählens
Elf ist eine gerade Zahl von Martin Beyer
Der Fuchs auf dem schlichten Cover spielt auf die Fantasy-Geschichte „Der Fuchs und das Mädchen“ an, die Katja ihrer krebskranken Tochter Paula erzählt, um ihr Hoffnung zu schenken und das Warten auf die Operation erträglicher zu machen. Damit umspielt das zarte Cover das harte Grundthema des Romans und zeigt, wie kraftvoll und mutmachend Geschichten sein können.
Das spiegelt sich auch in der Erzählweise nieder. „Der Fuchs und das Mädchen“ wird fantasievoll und bildhaft erzählt. Die mutige Heldin Pola flieht vor dem Bösen der Schattenwelt und kämpft um ihr Überleben. Ihre Geschichte nimmt immer mehr Raum ein und wird zunehmend düsterer, während auch die Mutter-Tochter-Beziehung sich verändert.
«Elf ist eine gerade Zahl» umfasst eine Woche und konzentriert sich dabei auf die alleinerziehende Katja, die mit Depressionen, Alkoholmissbrauch und dem drohenden Verlust ihrer 14-jährigen Tochter schwer belastet ist. Damit gibt Autor Martin Beyer auf einfühlsame Weise den Angehörigen von Krebspatienten eine wahrhaftige Stimme und vermittelt berührend, was die Ungewissheit und der drohende Verlust mit einem Menschen macht. Dabei kommt es zu einem unvermittelten Wechsel zwischen der „Der Fuchs und das Mädchen“ und der bedrückenden Realität aus Krankenhausaufenthalt, bevorstehender Operation und dem täglichen Überleben der Mutter. Grandios verwoben laufen die beiden Ebenen ineinander und lassen eine emotionale Wirkung entstehen, die mit Worten kaum zu erfassen ist. Eine besondere Erzählkunst, die dieses Werk bewegend, hoffnungsvoll und märchenhaft macht, aber weder erzählerisch noch inhaltlich leichte Kost ist.
Ich würde es allen empfehlen, die eine Mischung aus Drama und Fantasy (in der Tradition von 1001 Nacht) mögen und etwas außerhalb der Lesegewohnheiten lesen möchten.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Witziger und spannender Auftakt
Über die Toten nur Gutes von Andreas Izquierdo
Als der Trauerredner Mads Madsen von dem tödlichen Unfall seines Freundes Patrick aus Kindertagen erfährt, ist er schockiert. Patrick wollte Kontakt mit ihm aufnehmen. Was wollte er ihm sagen? Ist sein Tod wohlmöglich kein Unfall? Was hat das alles mit dem Beginn ihrer Freundschaft zu tun und den Schuldgefühlen, die Mads seit dem belasten?
Schon die Einstiegsszene mit der Beerdigung versetzt in die passende Grundstimmung aus Familienchaos und Alltagswahnsinn und spielt mit dem Unerwartetem.
Das ergibt neben Spannung und sympathischen Charakteren, denen man gern über mehrere Bücher folgt, eine vergnügliche Mischung.
Ich fand die Wendung und das sich zuspitzende Finale wunderbar spannend geschrieben. Mit der Zeit wuchs mir besonders Mads an Herz, aber auch sein Freund Fiete, dessen neue Freundin und vor allem Mats mürrischer Vater und dadurch fieberte ich noch etwas mehr mit. Die Konflikte und Themen zwischen Mads und seinem Vater sind besonders amüsant geschrieben, aber auch mit ernsthafter Note, wenn Fridtjof seinen Jungen und dessen Bedürfnisse einfach nicht ernst nimmt und sein Ding durchzieht.
„Manche Abschiede waren nur der Beginn langer, stiller Gespräche.“
Mads ermittelt hartnäckig die Wahrheit, obwohl es für ihn als Privatperson ohne Hilfsmittel und Wissen eine Schwierigkeit darstellt. Als er in eine sehr gefährliche Situation gerät, reagierte er, wie ich es von einem Durchschnittsbürger erwartet hätte, der eine Gefahrensituation nur aus dem Fernsehen kennt. Außerdem spielt die Polizei eine wesentliche Rolle, wobei Mads ins Visier gerät. Gut, dass sein Schwager als Anwalt einen hervorragend Ruf genießt. Es wird zwar noch unrealistischer, denn die Charaktere müssen einiges mitmachen, aber insgesamt wirkte es authentisch.
Das letzte Kapitel hat mir nochmal ganz besonders gefallen, weil es einen runden Bogen schlägt und schön geschrieben ist. Wie hier das Thema Tod, als kostbare Leben, das hier nur allzu oft auf der Kippe steht, und die kleinen Freuden dargestellt wurde, empfand ich als gesetzten Handlungsrahmen gelungen.
Fazit: Ein spannender und humorvoller Auftakt, der Lust auf die Fortsetzungen macht, weil sowohl die Charaktere als auch der unterhaltsame Erzählstil überzeugen.
Rezensionen von Pearl:
Die Insel meiner Schwester von Sara B. Elfgren
Hinter dem wunderschönen Cover verbirgt sich eine Geschichte in der es um zwei Halbschwestern geht, die sich aber erst als Teenager kennenlernen, da bis dahin der Vater die gegenseitige Existenz verheimlicht hat. Daraufhin lässt sich Mirjams Mutter scheiden, doch die Mädels schaffen es zu einer guten Beziehung untereinander, die sich aber im Laufe der Jahre auseinander gelebt haben.
Gerade als sich Mirjams Lebensgefährte Juan nach vielen Jahren von ihr getrennt hat und sie noch sehr unter dem Verlust leidet, kommt die Einladung ihrer Schwester auf die Shäreninsel gerade richtig. Doch was sich dann dort abspielt, davon erzählt die etwas psychologisch angehauchte Handlung um den gewalttätigen Ehemann der Halbschwester Nina.
Fazit:
Mich konnte der Roman nicht begeistern, gewöhnungsbedürftiger Schreibstil und die seitenlangen Monologe ziehen die Geschichte total in die Länge und konnten nicht fesseln.
Rezensionen von EvieSk :
Zwei Jungs gegen das System
Synaptic Shadows - Moonbow von Vinachia Burke; Juliet May
Alexym und Jin sind Tech-Begabte und deshalb ein wichtiger Teil der Gesellschaft, denn sie sollen die Tech-Unbegabten schützen. Dafür gehen sie auf eine spezielle Schule in Seoul, wo sie sich kennenlernen. Zusammen möchten sie die Welt verändern.
Obwohl Lex und Jin Begabte sind, könnten sie unterschiedlicher nicht sein.
Jin kommt aus einem reichen Elternhaus und hat eine starke Fähigkeit. In Zukunft könnte er eine hohe Stellung im Konzern haben, er möchte das aber nicht, da er weiß, wie falsch das System ist. Anfangs wirkt er arrogant und abweisend, weil er nichts mit Leuten zu tun haben möchte, die sich etwas von ihm erhoffen. Mit der Zeit sieht man aber auch andere Seiten von ihm. Lex ist stolz darauf, dass er ein Begabter ist. In seiner Familie hat keiner eine Fähigkeit, weshalb er seine Familie stolz machen und ihnen ein gutes Leben ermöglichen möchte, doch seine Fähigkeit ist nichts besonderes, zumindest anfangs. Lex mochte ich gerne, für mich ist er sehr greifbar gewesen.
Die Welt ist sehr interessant. Die futuristischen Aspekte gefallen mir sehr, es gibt zum Beispiel Flugtaxis, Nanobots die man steuern kann und Implantate, durch die man Informationen schnell und leicht abrufen kann. Die Ausarbeitung der Welt ist gelungen und es hat Spaß gemacht, mehr über diese zu erfahren. Auch die Fähigkeiten sind futuristischer Natur, was ich mochte, da es für mich etwas neues und originelles gewesen ist.
Die Handlung ist gut. Man erlebt Lex und Jin in ihrem Schulalltag und es ist interessant gewesen zu lesen, wie sie sich so machen. Aber auch deren Freizeit spielt eine Rolle. Der Einstieg packt einen direkt. Das erste Kapitel spielt in 2079, die restlichen Kapitel spielen neun Jahre davor. So sieht man, was aus den beiden wird, bevor man sie kennenlernt, was ich faszinierend gefunden habe. Das Buch hat ein offenes Ende, weshalb ich gespannt darauf bin, wie es weitergeht.
Der Schreibstil ist gut. Es gibt Dual PoV, ein Protagonist wird von je einer Person des Autorinnen Duos geschrieben. Es waren also zwei Autorinnen am Werk, was man vom Lesefluss nicht merkt. Ich habe am Anfang kurz etwas gebraucht, um mich in der Geschichte zurechtzufinden, aber je mehr ich gelesen habe, desto besser wurde es. So wirklich mitreißen konnte die Geschichte mich aber nicht. Wobei ich aber nicht sagen kann, woran das lag.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der eine spannende Neon Urban Fantasy lesen möchte. Die futuristische Welt ist gut durchdacht und alles wirkt stimmig. Lex und Jin sind facettenreiche Charaktere und ihre Gegensätzlichkeit hat mir gut gefallen.
Rezensionen von Anndlich:
Das Leben der Schwester
Belladonnas von Liann Zhang
Julie Chan hat als kleines Mädchen bei einem Autounfall ihre Eltern verloren und kurz darauf wurde sie auch von ihrer Zwillingsschwester Chloe getrennt. Während Julie bei ihrer griesgrämigen Tante aufwächst, wird Chloe von den reichen Van Huusens adoptiert und wächst in New York auf. Nun kommt Julie als Supermarktkassiererin kaum über die Runden, während Chloe als Influencerin Massen erreicht.
Doch dann erhält Julie einen ungewöhnlichen Anruf von ihrer Zwillingsschwester. Nach Jahren ohne Kontakt entschließt sich Julie Chloe aufzusuchen und findet nur noch ihre Leiche vor. Kurzerhand schlüpft Julie in das Leben ihrer Schwester. Reichtum erfüllt fortan ihr Leben, doch Julie hat nicht nur ihre Moral über Bord geworfen, sondern auch Menschen gegen sich aufgebracht.
Belladonnas von Liann Zhang klang nach einem vielversprechenden Thriller. Die Leseprobe konnte mich sofort überzeugen, der Schreibstil und die Thematik hatten mich direkt gepackt. Doch leider hat sich dieser Bann bald gebrochen, die Story plätscherte phasenweise nur so vor sich hin und wird vom Klappentext ziemlich vorweggenommen, sodass man lange auf etwas ‚Neues‘ oder eine spannende Wendung wartet. Viel mehr wiederholen sich Julies Gedanken ständig und werden irgendwann zu nervigen Plattitüden, die mit Vorurteilen, Übertreibungen und Klischees gefüllt sind. Dieser Strudel hat mich kaum im Buch vorankommen lassen und fast zu einer Leseflaute geführt. Zumal mir auch die Richtung, in welche die Gruppe Belladonna getrieben wurde, leider überhaupt nicht zusagt.
Am Ende konnte das Buch zwar noch etwas an Tempo aufnehmen und für etwas Überraschung sorgen, aber insgesamt war mir das leider zu viel Klischee und deutlich zu wenig Thrill, sodass mich das Buch nicht überzeugen konnte.
Rezensionen von minúscula:
Lebenswege in der Alltagsapokalypse
Weißes Licht von Eric Puchner
"Weißes Licht" von Eric Puchner ließ mich sehr ambivalent zurück - ich fand den Roman einerseits in Abschnitten szenisch und literarisch beeindruckend, auch die Naturbeschreibungen sprachen mich an, dann wieder war ich genervt vom Pathos der inneren Dialoge, deren Gemeinplätze so übertrieben amerikanisch waren und gar nicht zu den Charakteren passten.
Insbesondere manche weiblichen Charakteren zugeschriebene Reflektion sagt eigentlich nur etwas über die Selbstbezogenheit des männlichen Autors aus.
Letztendlich geht es für mich in diesem Roman auch um Männlichkeitsrituale und die Unfähigkeit zu trauern.
Leider ist die Übersetzung an einigen Stellen schlecht bis falsch, z. B. "Treibgase" (gemeint müssen Treibhausgase sein), "Kletterstudio" (vermutlich wörtliche Übersetzung von "climbing gym", auf deutsch heißt es aber Kletterhalle), "Wildlife Biologe" (es heißt Wildbiologe), das hätte spätestens dem Lektorat auffallen müssen.
2,5 von 5 Sternen. Insgesamt literarisch teilweise interessant, inhaltlich aber zu bedrückend und negativ.











