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Rezensionen von Danshi:

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Kreative Begleiter durch Frühling und Sommer

Kleine Lieblinge von Michèle Brunnmeier

Ich mag Kreativbücher, bei denen schon beim Durchblättern die Lust entsteht, selbst etwas auszuprobieren. Hier gibt es zahlreiche Ideen passend zu Frühling und Sommer, bei denen mit unterschiedlichen Materialien und Techniken gearbeitet wird. Unter anderem wird gefilzt, gestrickt und gehäkelt. Die Projekte reichen von kleinen Figuren bis zu dekorativen und praktischen Dingen für Kinder.

Besonders schön finde ich, dass vieles auch für den Jahreszeitentisch gedacht ist. Die Anleitungen sind verständlich beschrieben und werden durch zahlreiche Bilder ergänzt. Ganz ohne Vorkenntnisse ist allerdings nicht jedes Projekt geeignet, denn beispielsweise beim Stricken und Häkeln sind Grundkenntnisse hilfreich. Wer schon viel Handarbeitserfahrung besitzt, könnte manche Ideen dagegen eher einfach finden. Mir gefällt gerade die Auswahl an unterschiedlichen Anregungen. Auch die Gestaltung des Buches mit den vielen Bildern spricht mich an. Ich habe beim Durchsehen einiges entdeckt, das ich gerne selbst ausprobieren möchte. Für mich ist es ein schönes Ideenbuch, das ich im Frühling und Sommer sicher öfter hervorholen würde.

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Kreative Begleiter durch Frühling und Sommer
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Zwischen Cornwall und dem eigenen Lebensplan

Autumn Secrets von Sarah Fulmar

Bei einer als cosy Slow-Burn-Romance angekündigten Geschichte hatte ich vor allem mit viel Herbststimmung und einer langsamen Annäherung gerechnet. Penelopes Ausgangssituation fand ich dabei interessant. Eigentlich lebt und arbeitet sie als Unternehmensberaterin in London, wird von ihrem Chef aber zu einer Auszeit gezwungen und landet in St Ives.

Dort übernimmt sie die Organisation der Herbstwanderung und trifft dadurch immer wieder auf Nathan, für den sie bereits als Teenager geschwärmt hat. Er ist dreizehn Jahre älter als sie, Farmer und fest mit St Ives verbunden. Gerade der Gegensatz zwischen ihren Lebensentwürfen gibt der Liebesgeschichte für mich ihren interessantesten Konflikt. Penelope möchte schließlich nicht für eine Beziehung ihr bisheriges Leben aufgeben, während Nathans Lebensmittelpunkt in Cornwall liegt.
Die beiden als Figuren mochte ich grundsätzlich, allerdings hätte ich mir für ihre Geschichte etwas mehr Raum gewünscht. An einigen Stellen ging mir die Entwicklung zu schnell, wodurch mir gerade bei den Gefühlen etwas Tiefe fehlte. Auch insgesamt hätte ich der Geschichte an manchen Stellen gern etwas mehr Zeit gegeben. Der Schreibstil hat das für mich ein gutes Stück aufgefangen, denn er liest sich angenehm, locker und unkompliziert. Auch die angekündigte Herbststimmung war für mich weniger ausgeprägt, als ich zunächst erwartet hatte. Bei mir stand St Ives stärker im Vordergrund als das eigentliche Herbstgefühl. Optisch hat mich das Buch dennoch angesprochen und auf eine gemütliche Geschichte eingestimmt. Ich habe Penelopes und Nathans Geschichte gern gelesen, auch wenn ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe und eine ruhigere Entwicklung gewünscht hätte.

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Zwischen Cornwall und dem eigenen Lebensplan
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Originelle Idee mit sympathischen Figuren

The Brave and the Reckless von Dilan Dyer

Der Wildwest-Themenpark war für mich der eigentliche Grund, zu diesem Buch zu greifen. Liebesromane lese ich viele, aber eine Geschichte in dieser Kulisse ist mir bisher kaum begegnet. Entsprechend gespannt war ich darauf, ob diese Idee auch über den ersten Eindruck hinaus trägt. Für mich ist das gelungen.

Bravetown wirkt lebendig und bildet weit mehr als nur eine dekorative Hintergrundkulisse. Gleichzeitig entwickelt sich die Beziehung zwischen Esra und Noah angenehm nachvollziehbar. Ihre Gegensätze sorgen für viele humorvolle Dialoge, ohne dass die Figuren überzeichnet wirken. Besonders mochte ich, dass beide Raum bekommen, sich weiterzuentwickeln. Der Wechsel der Erzählperspektiven hilft dabei, ihre Gedanken und Reaktionen besser zu verstehen. Auch die Nebenfiguren tragen dazu bei, dass der Themenpark wie ein Ort mit eigener Dynamik wirkt. Der Schreibstil ist flüssig, dialogstark und angenehm leicht zu lesen. Das Cover greift die Atmosphäre des Romans schön auf und macht direkt deutlich, in welche Richtung die Geschichte geht. Im Mittelteil hätte ich mir stellenweise etwas mehr Straffung gewünscht, weil das Tempo dort für meinen Geschmack leicht nachlässt. Insgesamt hat mich die Handlung aber gut unterhalten. Positiv hervorheben möchte ich außerdem, dass Esras chronische Erkrankung selbstverständlich Teil ihres Lebens bleibt, ohne ihre gesamte Persönlichkeit zu bestimmen. Das hat die Figur für mich glaubwürdig gemacht. Ich habe das Buch gerne gelesen.

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Originelle Idee mit sympathischen Figuren
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Ein ungewöhnliches Tempo, das zur Geschichte passt

Weiterleben von Patrick Charnley

Bei „Weiterleben“ musste ich mich zunächst auf ein deutlich ruhigeres Erzähltempo einstellen, als ich es von vielen Romanen gewohnt bin. Im Nachhinein erscheint mir gerade das sehr passend, denn auch Jagos Leben hat sich nach seinem Herzstillstand grundlegend verlangsamt. Mehrere Dinge gleichzeitig zu bewältigen überfordert ihn, sodass er seinen Alltag anders strukturieren muss als zuvor.

Der abgeschiedene Hof seines Onkels Jacob in Cornwall bietet dafür einen glaubwürdigen Rahmen. Viele Abschnitte konzentrieren sich auf die täglichen Arbeiten, die Tiere und das Leben im Rhythmus der Natur. Dadurch entsteht eine sehr ruhige Atmosphäre, die man als Leserin allerdings mögen muss. Mir gefiel, dass der Roman Jagos Einschränkungen nicht nur erwähnt, sondern sein verändertes Leben zum eigentlichen Mittelpunkt macht. Auch Jacob fand ich als Figur angenehm, vor allem durch die Ruhe und Fürsorge, mit der er Jago begegnet. Einen deutlichen Gegenpol bildet Bill Sligo, durch den später mehr Spannung in die Handlung kommt. Dieser Teil verändert das Tempo merklich, ohne dass Jagos persönliche Geschichte dadurch völlig in den Hintergrund rückt. Sprachlich bleibt Patrick Charnley eher schlicht und bedächtig, was für mich gut zu Jago passt. Dass der Autor selbst einen Herzstillstand überlebt hat, verleiht dem Thema zusätzliches Gewicht. Das Cover hätte mich vermutlich auch ohne Kenntnis des Inhalts angesprochen, weil die einsame Landschaft sofort neugierig auf den Schauplatz macht. Wer eine durchgehend temporeiche Handlung erwartet, könnte mit den ruhigeren Passagen weniger anfangen können. Ich habe mich jedoch gern auf diese besondere Erzählweise eingelassen und vor allem Jagos langsames Ankommen auf dem Hof in Erinnerung behalten.

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Ein ungewöhnliches Tempo, das zur Geschichte passt
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Ostseefeeling zum Wohlfühlen

Forever Starts Tomorrow von Nike Sellberg

Anna steht nach einer unerwarteten Trennung vor einem Scherbenhaufen und wagt einen Neuanfang an der Ostsee. Dort warten allerdings nicht nur ein alter Leuchtturm und ein Café auf sie, sondern auch einige Herausforderungen und viele liebenswerte Menschen.

Besonders gefallen haben mir die Figuren.

Anna macht im Laufe der Geschichte eine schöne Entwicklung durch und wächst einem immer mehr ans Herz. Henk mochte ich mit seiner ruhigen, etwas grummeligen Art ebenfalls sehr. Mein heimlicher Liebling war allerdings Tokyo, der immer wieder für herzerwärmende und auch humorvolle Momente sorgt. Auch die Dorfgemeinschaft, Annas Schwester mit ihrer Familie und die vielen kleinen Begegnungen verleihen der Geschichte eine besondere Wärme.

Ein echtes Highlight war für mich das Setting. Ich lese ohnehin sehr gern Romane am Meer und konnte mir den Leuchtturm, das Café und die Ostseekulisse wunderbar vorstellen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Ich mag Geschichten, die mit einem guten Gefühl enden, und genau das ist hier gelungen. Der Abschluss passt für mich sehr gut zur Atmosphäre des gesamten Romans und rundet die Geschichte stimmig ab.

Wer Lust auf eine warmherzige RomCom mit Ostseeflair, sympathischen Figuren, einem charmanten Leuchtturm und einem vierbeinigen Liebling hat, sollte unbedingt zugreifen. Für mich war es eine wunderbare Sommerlektüre, die mich bestens unterhalten hat.

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Herbststimmung mit kleinen Schwächen

Oakfell Autumn Nights von Mimi Heeger

Ich greife selten allein wegen eines Covers zu einem Buch. Diesmal war es aber tatsächlich der erste Grund, warum ich neugierig geworden bin. Die Gestaltung vermittelt sofort diese gemütliche Herbststimmung, die sich später auch im Roman wiederfindet. Als dann noch die Kleinstadt Oakfell mit ihren Traditionen ins Spiel kam, hatte mich die Geschichte endgültig.

Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Die Rückblicke erklären nach und nach, warum Everlee und Cooper heute dort stehen, wo sie stehen. Dadurch bekommen beide Figuren deutlich mehr Tiefe, als wenn man nur ihre aktuelle Situation erlebt hätte. Auch der Perspektivwechsel funktioniert für mich gut, weil beide nachvollziehbare Beweggründe haben und man ihre Gedanken besser versteht.
Mindestens genauso gern habe ich allerdings die Szenen mit Everlees Familie gelesen. Zwischen all dem Trubel entsteht eine Wärme, die den Roman für mich trägt. Diese Momente haben Oakfell lebendig wirken lassen und dafür gesorgt, dass die Kleinstadt mehr ist als nur eine schöne Kulisse. Gerade deshalb konnte ich nachvollziehen, warum Everlee so eng mit ihrer Heimat verbunden ist.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig. Gleichzeitig nimmt sich die Autorin Zeit für die emotionalen Momente, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Die herbstliche Atmosphäre zieht sich konsequent durch die Geschichte und hat bei mir richtig Lust auf kühlere Tage gemacht.
Ganz ohne Kritik blieb das Buch für mich allerdings nicht. An einigen Stellen hatte ich den Eindruck, dass sich die Probleme zwischen Everlee und Cooper früher hätten lösen lassen, wenn beide offener miteinander gesprochen hätten. Dieses Thema zog sich für meinen Geschmack etwas länger durch die Handlung, als nötig gewesen wäre. Das hat mein Lesevergnügen zwar nicht zerstört, aber stellenweise etwas gebremst.
Trotzdem habe ich den Roman gern gelesen. Vor allem wegen seines besonderen Settings, der sympathischen Figuren und der stimmungsvollen Atmosphäre werde ich Oakfell positiv in Erinnerung behalten.

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Gefühlschaos mit Tiefgang

Building Trust von April Dawson

Was für ein wunderschönes Buch! Ich habe mich direkt in das Cover verliebt, das im Regal mit seinem optionalen Farbschnitt ein absoluter Blickfang ist und optisch perfekt zur emotionalen Geschichte passt. April Dawson entführt uns hier in die Welt von Josephine, genannt Phyn, die als Buchbloggerin arbeitet und an ihrem eigenen Roman schreibt.

Ihr Leben ist allerdings alles andere als leicht, da ihre Mutter als Senatorin mitten im Wahlkampf steckt und immensen Druck auf sie ausübt. Um den Erwartungen gerecht zu werden, nimmt Phyn ein Projekt im Familienunternehmen an und hofft auf die Nähe zu ihrem Jugendschwarm Gideon. Stattdessen wird ihr dessen Bruder Adric zugeteilt, der als Bad Boy gilt. Die beiden gehen ein Fake-Dating-Abkommen ein, um Adrics Ruf zu retten und Phyn Gideon näherzubringen. Doch Adric hat mich völlig überrascht. Hinter seiner Fassade steckt ein extrem feinfühliger, aufmerksamer Mann, der Phyn genau den Freiraum gibt, den sie braucht. Phyns langsame, glaubwürdige Entwicklung zu mehr Mut und das leise Umschwenken ihrer Gefühle haben mich tief berührt. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, bildhaft und angenehm leicht zu lesen. Besonders das realistische Ende, das zeigt, dass manche Konflikte Zeit brauchen, hat mich überzeugt.
Für mich ist dieser zweite Band, den man problemlos ohne Vorkenntnisse lesen kann, ein absolutes Wohlfühlbuch mit einer herrlich tiefgründigen Slow-Burn-Romance geworden.

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Gefühlschaos mit Tiefgang
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Wenn Gefühle plötzlich Tiger, Einhörner oder Stachelschweine werden

Tilda fühlt viel von Sanna Sofia Vuori

Mit Tilda erleben Kinder drei alltagsnahe Geschichten, in denen große Gefühle im Mittelpunkt stehen. Die Situationen wirken vertraut und greifen Erlebnisse auf, die viele Kinder aus ihrem eigenen Alltag kennen. Besonders schön ist die Idee, Gefühle durch Tiere sichtbar zu machen. So bekommen Wut, Angst oder Überforderung ein Gesicht und werden leichter verständlich.

Manche Bilder brauchen beim Vorlesen zwar etwas Erklärung, bieten dafür aber viele schöne Gesprächsanlässe zwischen Kindern und Erwachsenen. Der Schreibstil ist angenehm und leicht verständlich. Erzählt wird nah an Tildas Sichtweise, wodurch ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehbar werden. Die Illustrationen sind farbenfroh, warm und voller kleiner Details, die es immer wieder neu zu entdecken gibt. Besonders die ausdrucksstarken Gesichter und die liebevoll gestalteten Gefühlstiere haben mir sehr gefallen. Das Cover macht sofort neugierig und vermittelt bereits den fantasievollen Charakter des Buches. Es wirkt freundlich und lädt direkt zum gemeinsamen Lesen ein. Einige Szenen hätten für meinen Geschmack etwas ausführlicher sein dürfen, dennoch bleibt die Botschaft jederzeit klar und einfühlsam.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Es regt dazu an, mit Kindern über Gefühle zu sprechen und ihre Wahrnehmung ernst zu nehmen. Für Familien mit Kindergartenkindern ist es ein liebevoll gestalteter Begleiter, den ich gern weiterempfehle.

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Die vielen Facetten der Liebe

Love Letter Agency von Janina Lorenz

Schon nach wenigen Seiten entsteht eine Atmosphäre, in der man sich sofort wohlfühlt. Das stimmungsvolle Cover greift diese Wärme wunderbar auf und macht neugierig auf die Geschichte. Erzählt wird aus der Sicht zweier Frauen, deren Lebenswege zunächst unabhängig voneinander verlaufen. Nach und nach werden die Zusammenhänge sichtbar und sorgen immer wieder für spannende und emotionale Momente.

Besonders gefallen hat mir, dass sich der Roman Zeit für seine Figuren nimmt. Ihre Gedanken, Zweifel und Hoffnungen wirken nachvollziehbar und machen sie sehr menschlich. Emma begeistert mit ihrer ungewöhnlichen Idee, Menschen beim Schreiben von Liebesbriefen zu helfen. Dabei entstehen berührende Begegnungen, die zeigen, wie unterschiedlich Liebe aussehen kann. Auch die Entwicklung der Beziehungen fühlt sich natürlich an und wirkt nie überhastet. Eine besondere Bereicherung war für mich die Figur des Pfarrers Luis. Seine Gespräche bringen Ruhe in die Geschichte und laden immer wieder dazu ein, über das Leben und zwischenmenschliche Beziehungen nachzudenken. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und verbindet Leichtigkeit mit emotionaler Tiefe. Kurze Kapitel sorgen zusätzlich dafür, dass man immer weiterlesen möchte.
Mich hat das Buch von Anfang bis Ende sehr gut unterhalten. Die Geschichte verbindet Herz, Humor und nachdenkliche Momente auf eine sehr stimmige Weise.

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Leise Gedanken in einer Ausnahmesituation

ZIMMER 706 von Ellie Levenson

Das Cover vermittelt mit seiner ruhigen, leicht angespannten Atmosphäre sofort den Ton der Geschichte und deutet an, dass hier die leisen Zwischentöne im Mittelpunkt stehen. Im Zentrum steht Kate, die in einer Ausnahmesituation feststeckt und dadurch gezwungen wird, ihr Leben zu reflektieren. Die Handlung entfaltet sich weniger über äußere Ereignisse, sondern vielmehr über Erinnerungen, Gedanken und innere Konflikte.

Besonders eindrücklich ist, wie sich nach und nach ein vielschichtiges Bild ihrer Beziehungen ergibt. Die Ehe mit Vic gewinnt durch Rückblicke an Tiefe, während die Verbindung zu James zunehmend nüchterner und distanzierter wirkt. Die Affäre erscheint nicht als leidenschaftlicher Höhepunkt, sondern als etwas, das sich über die Zeit entwickelt und gehalten hat. Diese leise Verschiebung macht einen großen Teil der Wirkung des Romans aus.

Der Schreibstil ist klar, ruhig und dennoch sehr eindringlich. Selbst alltägliche Gedanken werden mit Bedeutung aufgeladen, wodurch eine beklemmende, nachdenkliche Atmosphäre entsteht – ganz ohne große dramatische Ereignisse. Gerade diese Zurückhaltung verleiht der Geschichte ihre besondere Intensität.

Das offene Ende wirkt zunächst zurückhaltend, fügt sich aber stimmig in das Gesamtbild ein. Es lässt Raum für eigene Gedanken und Interpretation und bleibt dadurch lange im Gedächtnis.

Fazit: Ein Roman, der weniger durch äußere Spannung, sondern durch emotionale Tiefe überzeugt. Er ist keine klassische Thrillergeschichte, sondern eine ruhige, reflektierte Auseinandersetzung mit Beziehungen, Entscheidungen und inneren Bewegungen. Eine Geschichte, die noch lange nach dem Lesen nachklingt.

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