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Rezensionen von askyfullofpages:

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Wieso fällt alles nach unten?

Nase & Weis - Wieso falle ich eigentlich immer nach unten? von Michael Engler

Warum fällt eigentlich alles nach unten?

Neugier.
Freundschaft.
Wissen.

Das ist ein richtig interessantes Bilderbuch!

Mit Nase & Weis ist Michael Engler ein richtig tolles, sehr interessantes und lehrreiches Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren gelungen. Die wunderschönen Illustrationen von Martina Matos vermitteln das Wissen sehr kindgerecht und anschaulich.

Als Basis dieser Geschichte dient die Freundschaft zwischen Maus und Eisbär. Gemeinsam erkunden sie die Wissenschaft und beschäftigen sich mit Isaac Newton, Hypothesen und auch Fehlern. Zum Beispiel widmen sich die beiden dem Thema Schwerkraft. Und ich muss sagen, das wird ganz toll erklärt, sodass es wirklich jeder verstehen kann.

Die Illustrationen von Martina Matos sind absolut zauberhaft. Sie setzt das Geschriebene auf eine ganz tolle Art und Weise um, selbsterklärend und mit viel Liebe zum Detail. Das trägt sehr zum Verständnis bei und macht nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen Spaß.

Die Botschaft des Buches ist für mich: Neugier lohnt sich. Wer Fragen stellt und Dinge ausprobiert, kann die Welt ein Stück besser verstehen. Auch ein Experiment, das schiefgeht, bringt einen weiter. Und ganz nebenbei schwingt auch das Thema Freundschaft ordentlich mit, denn gemeinsam forscht es sich einfach viel schöner.

Nase & Weis ist für mich ein wirklich wunderbar geschriebenes und gestaltetes Sachbilderbuch, das ich allen Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen in Kindergarten und Volksschule sehr empfehlen kann. Das Wissen ist sehr verständlich aufbereitet, und es geht um etwas, das Kinder wirklich brennend interessiert. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

Vielen lieben Dank an LovelyBooks und den Baumhaus Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.

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Wieso fällt alles nach unten?
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Familie kann eine große Last sein

Ich bin deine Tochter, nicht deine Ehre von Rey Mani

Werbung | Rezensionsexemplar
⚠️ Triggerwarnung: Gewalt, sexualisierte Gewalt und Missbrauch, Selbstverletzung, Suizidversuche, Sucht. Eine ausführliche Content Note findet ihr am Anfang des Buches. Bitte achtet beim Lesen gut auf euch.

Familie kann eine große Last sein

Kontrolle.
Gehorsam.


Selbstbestimmung.

Dieses Buch hat einfach nur unglaublich wehgetan.

Mit Ich Bin Deine Tochter, Nicht Deine Ehre hat Rey Mani einen schonungslos ehrlichen Erfahrungsbericht über ihr Aufwachsen in einer stark patriarchal geprägten Familie geschrieben, in der aber auch die Mutter eine entscheidende Rolle spielt. Ich muss ganz ehrlich sein, es war wirklich schwer auszuhalten.

Allen voran ist in dieser Familie der Schein nach außen extrem wichtig. Die Tochter muss parieren, sich kümmern und Aufgaben übernehmen. Ihr Körper wird ständig thematisiert, kritisiert und ist Übergriffen ausgesetzt. Benimmt sie sich nicht artig, hat sie Strafen zu erwarten. Emotionale Erpressung durch die Mutter ist an der Tagesordnung. Und über allem steht nur der Wunsch, gesehen, verstanden, angenommen und geliebt zu werden.

Die Atmosphäre in diesem Buch ist durchwegs toxisch. Je älter Rey Mani wird, desto klarer wird auch die Gefahr, selbst Macht über ihre kleinen Geschwister oder ihre eigenen Kinder auszuüben. Auf der Suche nach Halt verliert sie sich in religiöser und feministischer Radikalisierung, in Sucht und toxischen Beziehungen. Irgendwann schafft sie den Absprung. Doch alle, die toxische Bindungen kennen, wissen, wie schwierig es ist, solche Abhängigkeiten aufzulösen. Gerade Traumabindungen verhalten sich oft wie Superkleber.

Rey Mani schreibt direkt, ungeschönt, sehr persönlich und sehr ehrlich, aber auch brutal. Denn die Realität, die sie schildert, ist einfach brutal und kaum zu ertragen.

Unter Berücksichtigung der Triggerwarnung kann ich dieses Buch allen empfehlen, die schwierige Themen in Büchern mögen und sich damit auseinandersetzen wollen. Gerade in Bezug auf toxische Familiensysteme ist es sehr lesenswert.

Vielen lieben Dank an LovelyBooks und den Grau Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.

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Familie kann eine große Last sein
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High-Fantasy-Highlight

Die Chroniken von Balathar- Avulsion des Wassers von Martin J. Peer

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Wasser.
Götter.
Magie.

Wow! Was war das bitte für ein sensationeller Auftakt?!

Mit ???????????????????????????????? ???????????? ????????????????????????????, dem ersten Teil der ???????????????????????????????????? ???????????? ????????????????????????????????, ist Martin J.

Peer ein gewaltiges High-Fantasy-Epos gelungen. Das fantastische, düstere Werk ist sein Debüt und für mich ein absolutes Highlight.

Seit über 20 Jahren lässt der Autor die Welt Balathar entstehen. Diese Liebe zur Fantasy und zum Detail fällt einem schon von Beginn an auf. In die vier Reiche Wasser, Feuer, Erde und Wind ist die Welt aufgeteilt. Jedes Reich wird anders regiert und beherrscht eine andere Art von Magie. Götter und Legenden sowie eine ganz besondere Tier- und Pflanzenwelt dürfen natürlich nicht fehlen. Ich war besonders fasziniert, dass diese Welt sogar über eine eigene Zeitmessung verfügt. Zu Beginn ist es daher sicher ratsam, vorne einen Blick auf die Karte und hinten ins Glossar zu werfen und sich etwas Zeit zu geben, um in die Geschichte hineinzufinden. Das Buch erfordert definitiv Konzentration und Aufmerksamkeit beim Lesen.

Im Mittelpunkt steht das Wasserreich, in dem strenge Ordnung und der Glaube an die Göttin herrschen. Niemand darf mehr als ein Element beherrschen. Wer es doch tut, gilt als Ketzer und wird verfolgt. Doch es geht um weitaus mehr. Ein Anschlag stürzt das Reich ins Chaos. Es geht um Intrigen, Rebellen und alte Geheimnisse, die die Ordnung ins Wanken bringen. Schon bald fragt man sich, wem man hier überhaupt noch vertrauen kann.

Man lernt viele unterschiedliche Figuren kennen. Zu Beginn kann die Vielzahl an Charakteren etwas viel sein. Doch wie bei jeder High-Fantasy-Geschichte taucht man immer tiefer in die Welt ein und versteht nach und nach, wer die Figuren sind und welche Rolle sie einnehmen.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich das wunderschöne Cover von Hannah Sternjakob und die tollen Illustrationen von Lisa Gratl im Inneren des Buches. Die Geschichte gibt es übrigens auch als Hörbuch, gelesen von Johannes Steck.

Da es sich um eine düstere Fantasy-Geschichte mit schweren Themen handelt, gibt es am Anfang des Buches einen kurzen Hinweis und am Ende eine ausführliche Triggerwarnung. Bitte achtet beim Lesen gut auf euch.

???????????????????????????????? ???????????? ???????????????????????????? von Martin J. Peer ist für mich ein unglaublich gut geschriebenes High-Fantasy-Debüt, das mich auf so vielen Ebenen überzeugt hat. Es ist definitiv anspruchsvoll und für mich ein absolutes Highlight. Allen High-Fantasy-Liebhaber:innen kann ich es nur sehr ans Herz legen. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Band, ???????????????????????????????????????? ???????????? ????????????????????????.

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High-Fantasy-Highlight
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Absolute Hörempfehlung

Red von Louise Kennedy

Freundschaft.
Sucht.
Verlust.
Was für ein tolles Hörbuch!
Mit „Red" ist Louise Kennedy ein berührender und gleichzeitig melancholischer Roman über Freundschaft, Liebe, Verlust, Wiederfinden und die verschlungenen und steinigen Wege, die das Leben manchmal nimmt, gelungen.
Róisín und Red lernen sich bereits sehr jung kennen.

Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft und Verbundenheit, die irgendwo zwischen Freundschaft und Liebe liegt und auf einem tiefen Verständnis füreinander beruht. Ihre Beziehung ist geprägt von Finden, Verlieren und Wiederfinden. Ihre Lebenswege verlaufen alles andere als geradlinig. Alkohol und Drogen spielen dabei eine große Rolle.
Ich liebe Charaktere mit Ecken und Kanten und da bin ich bei Róisín und Red genau richtig. Sie treffen nicht immer die richtigen Entscheidungen und wirken dadurch sehr authentisch und unglaublich menschlich. Die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden hat mich sehr berührt. Auch wenn sie zeitweise nicht Teil des Lebens des anderen waren, blieben sie in den Gedanken des jeweils anderen immer präsent.
Ein großes Kompliment möchte ich auch der Hörbuchsprecherin Inka Löwendorf machen, die das beim Hörbuch Hamburg Verlag erschienene Hörbuch wirklich großartig eingesprochen hat.
„Red" ist für mich eine berührende und melancholische Geschichte über Freundschaft, Liebe, tiefe Verbundenheit und Verlust. Für mich ist es ein wirklich tolles Hörbuch!
Von mir gibt es eine ganz klare Hörempfehlung.
Herzlichen Dank an den Hörbuch Hamburg Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.

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Absolute Hörempfehlung
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Außergewöhnlicher Krimi

Die Stille kennt deinen Namen von Petra Ivanov

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Stalking.
Kontrolle.
Angst.
Klasse Krimi!

Mit Die Stille kennt deinen Namen ist Petra Ivanov ein richtig guter Krimi gelungen. Leise. Und trotzdem spannend. Es ist der erste Fall für Bella Kron, die Gebärdensprachdolmetscherin.

Zürich. Eine gehörlose Starköchin.

Sie wird verfolgt. Beobachtet. Der Stalker/die Stalkerin sorgt dafür, dass sie es merkt. Die Dolmetscherin ist plötzlich mittendrin.

Bella versucht, sich nicht reinziehen zu lassen. Will professionelle Distanz wahren. Was nicht immer gelingt. Das fatale Ende eines früheren Falls macht Bella immer noch zu schaffen. Und so versucht sie, einen guten Mittelweg zwischen professioneller Involviertheit und Distanz zu finden.

Mit der Zeit kommen mehr Menschen in der Geschichte vor, unter anderem Bellas Vater. Das Misstrauen wächst. Irgendwann ist klar, dass man niemandem mehr vertrauen kann.

Der beim Unionsverlag erschienene Krimi Die Stille kennt deinen Namen überzeugt mich auf ganzer Linie. Ich kann dieses Buch allen Krimi-Fans empfehlen.

Vielen Dank an den Unionsverlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.

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Außergewöhnlicher Krimi
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Kollektives Schweigen

Die Lücken von Shida Bazyar

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Schweigen.
Wiederholung.
Heimat.

Wow! Ich verstehe, warum dieses Buch der Favorit für den Deutschen Buchpreis 2026 ist.

Mit „Die Lücken" ist Shida Bazyar ein sensationeller Roman gelungen, der durch seine ruhige, fast nüchterne Schreibweise das Schweigen des Ortes über Generationen hinweg beinahe von den Seiten schreien lässt.

Das Buch spielt in einem unscheinbaren kleinen Dorf. Heimesbach. Keiner spricht über die Geschehnisse des letzten Jahrhunderts. Alles wird verschwiegen. Aber man kann schwer verschweigen, was in den Mauern steckt, in den Häusern, auf dem Friedhof. Ein Ort trägt in sich, was ausgelöscht werden sollte.

Die Synagoge niedergebrannt in der Reichskristallnacht. Jüdische Familien, Nachbarn, enteignet. Deportiert. Ausgelöscht. Ihr Besitz blieb zurück. Wurde umverteilt. Von anderen weitergenutzt. Jahrzehnte später kommen iranische Familien an. Flüchtlinge. Heimesbach soll nun ihr Zuhause werden. Es liegen Jahrzehnte zwischen den beiden Geschichten. Aber es wiederholt sich. Immer stellen sich die gleichen Fragen: Wer bleibt. Wer dazugehört. Wer ausgegrenzt wird.

Beim Martinsumzug ziehen die Geflüchteten mit Laternen durchs Dorf. Dazugehören oder nur mitlaufen? Und wer blickt da wie drauf? Wer entscheidet, was richtig und was falsch ist? Wann ist man wirklich integriert? Und wann ist man deutsch genug? Ausgrenzung fängt nicht erst da an, wo man sie sieht.

Es gibt keine Täter mehr. Alle waren nur mal Mitläufer. Es gibt keine Stimme mehr, die spricht. Alle schweigen. Der Mantel des Vergessens liegt darüber. Der ehemalige Nazi war höchstens Mitläufer. Er ist fröhlich bei Familienfeiern. Ist Vater, Großvater, Nachbar, Freund. Das macht es nicht leichter. Und wer wohnt in wessen Haus? Gehört das Bild an der Wand wirklich ihm? Kann ein friedliches Zusammenleben nach dem Krieg überhaupt stattfinden ohne kollektives Vergessen?

Alles wiederholt sich. Immer. Ein Ort, der verdrängt. Der die Vergangenheit nicht benennen kann. Alles steckt in den Personen. In den Orten. Orte überdauern Personen. Personen können schweigen, aber Orte vergessen nicht. Ein Zuhause, das auf Schweigen gebaut ist. Ein brüchiges Fundament. Dieses kollektive Vergessen-Wollen. Diese Erinnerungslücken. Genau diese Lücken schaffen ein löchriges Fundament. Und das bricht immer ein. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Die Lücken, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, ist für mich ein sensationeller, gesellschaftskritischer Roman, der die fundamentalen Themen anspricht, auf denen unser Zusammenleben basiert, und ihre permanenten, fehlerhaften Wiederholungen offenlegt. Für mich ist das Buch ein klarer Favorit für den Deutschen Buchpreis 2026. Ein Highlight! Von mir gibt es eine absolute, uneingeschränkte Leseempfehlung.

Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.

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Kollektives Schweigen
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Covid

Bruchlinien von Gernot Rainer

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Corona.
Schule.
Bruchlinien.

Wow! Ich war skeptisch und wurde total überzeugt!

Mit Bruchlinien ist Gernot Rainer ein sehr starkes Debüt gelungen, das mich gerade auch als Ärztin sehr beschäftigt hat. Der Autor selbst ist Lungenfacharzt. Er erzählt aber nicht aus dem Krankenhaus, sondern aus dem Klassenzimmer.

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt. Ich war aber auch unsicher, ob mir die Geschichte gefallen und wie der Autor dieses schwierige Thema umsetzen würde. Die Corona-Zeit ist noch nicht so lange her und ehrlich gesagt immer noch ein wunder Punkt. Mir war auch nicht klar, in welches Extrem das Buch ausschlagen würde. Niemals hätte ich gedacht, dass es dem Autor so gut gelingt, die Geschichte aus so vielen unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen und zu überzeugen.

Die Geschichte spielt während der Corona-Pandemie und zeigt, wie sehr diese Zeit auch das Schulleben verändert. Es prallen unterschiedliche Meinungen, Ängste und Überzeugungen aufeinander. Zwischen Homeschooling und ständiger Überforderung auf allen Seiten steuern Kinder, Eltern und Lehrer auf einen zwischenmenschlichen Abgrund zu. Was ich vom Autor wirklich grandios gelöst fand, war, wie es ihm gelingt, die unterschiedlichen Sichtweisen und Beweggründe seiner Figuren verständlich zu machen und dabei alle Blickwinkel einzufangen.

Die Charaktere mit ihren ganz persönlichen Ängsten und Sorgen wurden vom Autor sehr eindrücklich dargestellt. Da ist der Lehrer, der zwischen allen Fronten steht, Vorschriften durchsetzen soll und es niemandem recht machen kann. Da sind die Eltern, von denen die einen die Maßnahmen befürworten und die anderen sie strikt ablehnen. Da sind die Schüler, die auf ihre Eltern und den Lehrer hören sollen. Und da ist der Opa, der noch einmal eine ganz andere Perspektive auf diese Zeit eröffnet. Alle haben ihre eigenen Befürchtungen, Sorgen und Beweggründe. Und alle versuchen auf ihre Weise, mit dieser außergewöhnlichen Situation umzugehen.
Die Szenen rund um die Erkrankung des Opas und die damit verbundenen Ängste seiner Familie sind mir besonders nahegegangen. Ich habe selbst auf einer Covid-Station gearbeitet und kenne solche Situationen aus eigener Erfahrung. Gerade die Besuchsbeschränkungen, die Hilflosigkeit der Angehörigen, aber auch des Krankenhauspersonals und die Unsicherheit, die diese Zeit mit sich gebracht hat, haben mich sehr beschäftigt. Ich habe mich damals selbst bei der Arbeit mit Covid infiziert und bin seitdem schwer krank. Das Buch hat deshalb viele Erinnerungen wieder wachgerufen und mich auch emotional sehr mitgenommen.

Bruchlinien, das bei Kremayr & Scheriau erschienen ist, ist für mich ein äußerst gelungenes Buch und ein großartiges Debüt. Ich kann dieses Buch wirklich allen sehr ans Herz legen, weil ich es nicht nur unglaublich gut, sondern vor allem extrem wichtig finde. Denn: Verständnis ist die Basis für ein friedliches Zusammenleben.

Vielen Dank an den Verlag Kremayr & Scheriau für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.

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Covid
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Zuhause

Nach Hause kommen von Per Petterson

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Liebe.
Familie.
Zuhause.

Ein sehr ruhiges, unaufgeregtes und emotional tiefgehendes Buch.

Mit „Nach Hause kommen“ ist dem Autor Per Petterson ein faszinierender Roman gelungen, der durch seine feine und ruhige Sprache die inneren Konflikte und zwischenmenschlichen Spannungen intensiv herausarbeitet.

Die Handlung selbst kommt ohne große Dramatik aus. Gerade die leisen Töne sind die große Stärke dieser Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Liebe, Familie und die Frage, was Zuhause eigentlich bedeutet. Es geht um Entscheidungen, Sehnsüchte und Emotionen, die nicht immer einfach zu deuten sind. Vor allem die inneren Konflikte verleihen der Geschichte eine spürbare Intensität.

Die Charaktere wirken wie aus dem Leben gegriffen. Durch sie kommen ganz unterschiedliche Emotionen und Themen zum Vorschein: Liebe und Verliebtsein, Familie und Ursprungsfamilie, aber auch Resignation, Sehnsucht und Einsamkeit und schlussendlich die Frage, was Zuhause eigentlich bedeutet. Mich hat dabei besonders die Frage beschäftigt, was wirkliche Nähe ausmacht. Ganz gleich, ob in Elternschaft, Freundschaft oder Partnerschaft, ob bloßes Anwesendsein genügt oder ob es vielmehr darum geht, einander wirklich wahrzunehmen, einander zu sehen und eine tiefe Verbundenheit miteinander zu spüren.

Für mich ist „Nach Hause kommen“ ein leiser und tiefgehender Roman, der viele Fragen aufwirft und keine leichten Antworten liefert. Ich fand diesen Roman sehr stark und deswegen gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung.

Vielen herzlichen Dank an den Hanser Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.

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Die Macht der Geschichten

Die Dichterin von Özge Inan

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Dichterin.
Klassismus.
Journalistin.
Ich fand dieses Hörbuch richtig, richtig gut!

Mit Die Dichterin ist Özge İnan ein äußerst faszinierender Roman gelungen, der durch die brillante Hörbuchsprecherin Maximiliane Häcke noch einmal ganz besonders zur Geltung kommt.

Die Geschichte beschäftigt sich mit Klassismus, Privilegien und sozialer Herkunft. Die Macht von Geschichten und die Frage, wie schnell ein Mensch in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten kann, spielen ebenfalls eine große Rolle. Dabei verschwimmen immer wieder die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion. Ich fand genau diesen Aspekt besonders unterhaltsam.
Ich mag Charaktere mit Ecken und Kanten und die waren bei den Hauptprotagonistinnen dieses Romans sehr gut vertreten. Emma und Nazanin fand ich unglaublich interessant. Auf den ersten Blick könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Beide sind sehr starke Persönlichkeiten und nicht immer unbedingt sympathisch. Ich mag solche vielschichtigen Charaktere aber sehr gern.
Ein großes Kompliment möchte ich auch der Hörbuchsprecherin Maximiliane Häcke machen, die den beim Hörbuch Hamburg Verlag erschienenen Roman wirklich großartig eingesprochen hat. Mit ihrer Stimme schafft sie es, die Komplexität der Themen wunderbar einzufangen. Sie hat den Figuren unglaublich viel Leben eingehaucht und mir ein tolles Hörerlebnis beschert.
Die Dichterin war für mich ein faszinierendes Hörerlebnis. Die Themen und ihre Umsetzung fand ich unglaublich spannend und auch als Hörbuch hat mich die Geschichte absolut überzeugt. Ich kann dieses Hörbuch wirklich wärmstens empfehlen.
Herzlichen Dank an den Hörbuch Hamburg Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unbeeinflusst.

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Die Macht der Geschichten
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Der Nazi und der Psychiater

Der Nazi und der Psychiater von Jack El-Hai

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NS-Kriegsverbrecher.
Psychiater.
Zurechnungsfähigkeit.

Mit „Der Nazi und der Psychiater“ ist Jack El-Hai ein unglaublich verstörendes, aber auch faszinierendes und wichtiges Buch gelungen, das mich gerade auch als Ärztin sehr interessiert hat.

Die Verbrechen des Nationalsozialismus und insbesondere der Holocaust erschüttern mich immer wieder.

Dabei gibt es eine Frage, die mich seit Jahren beschäftigt: Wie können Menschen zu solchen Gräueltaten überhaupt fähig sein?

Genau dieser Frage wollte auch der amerikanische Psychiater Douglas M. Kelley auf den Grund gehen. 1945 wurde er nach Nürnberg geschickt, um die dort inhaftierten führenden NS-Kriegsverbrecher psychiatrisch zu untersuchen. Im Hinblick auf die bevorstehenden Nürnberger Prozesse war es von großer Bedeutung, ihre Zurechnungsfähigkeit festzustellen. Dem Psychiater ging es aber um viel mehr: Er wollte herausfinden, ob es so etwas wie eine „Nazi-Persönlichkeit" oder einen bestimmten psychologischen Typus gab, der all diese Männer miteinander verband.
Unter den Gefangenen befand sich Hermann Göring. Er war nach dem Suizid Adolf Hitlers der mächtigste Mann des NS-Regimes und nun der prominenteste Angeklagte in Nürnberg. Kelley führte zahlreiche Gespräche mit ihm und unterzog ihn verschiedenen Untersuchungen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine für mich nur schwer auszuhaltende Dynamik. Dem Psychiater saß ein intelligenter, selbstbewusster und charismatischer Mann gegenüber. Göring, dessen Leben vom Streben nach Macht geprägt war, versuchte auch in Gefangenschaft, seine Umgebung zu beeinflussen und zu kontrollieren.
Welche Erkenntnisse Kelley aus seinen zahlreichen Gesprächen, Beobachtungen und psychologischen Untersuchungen gewann und ob er den von ihm gesuchten „Nazi-Typus" tatsächlich fand, möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen.

„Der Nazi und der Psychiater“ ist für mich ein emotionales und verstörendes Buch. Es ist großartig geschrieben und äußerst interessant, aber auch schockierend. Das Buch richtet sich sicher an Leser*innen, die geschichtlich interessiert sind. Ich möchte aber noch viel weiter gehen und es wirklich allen ans Herz legen, weil ich es nicht nur unglaublich gut, sondern vor allem unglaublich wichtig finde. Denn: Nie wieder ist jetzt.

Vielen Dank an Die Andere Bibliothek für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.

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Der Nazi und der Psychiater