Kunden em pfehlungen
Rezensionen von marcialoup:
Spannung flacht ab
Alles ihre Schuld von Andrea Mara
Die ersten Seiten sind der absolute Pageturner und man verfolgt atemlos und in Sorge, wie Marissa ihren Sohn verliert...
Milo war nach der Schule mit seinem Freund Jacob zum Spielen verabredet, so hatte es Jacobs Mutter Jenny mit Marissa per Textnachricht vereinbart und Jenna gab Marissa, die neu in der Stadt war, die Adresse, wo sie später Milo abholen könnte.
Als Marissa bei dieser Adresse auftaucht, sind da weder Jenny, noch deren Nanny noch die zwei spielenden Jungs... Die Adresse gehört zu einer völlig unbeteiligten, ahnungslosen Person.
Bis hierhin mega spannend!
Und dann flacht der Thriller ab, immer weiter rutscht er aus diesem Genre heraus und ist für mich einfach nur noch eine Geschichte, die ziemlich langatmig erzählt wird. Auch Wendungen haben mich nicht aufgeputscht.
Im weiteren Verlauf suchen natürlich alle nach Milo und sofort wird Jennys Kindermädchen Carrie verdächtigt, die auch verschwunden ist und zudem an der Schule beim Abholen eines, übrigens ganz anderen Jungen, gesehen wurde. Milo ist vier Jahre und geht schon in die Schule?! Ist hier die Übersetzung falsch?
Während der Ermittlungen durch Polizei und eigene Initiative lernt man Hintergründe und das Leben beider Familien um Jenny und Marissa kennen, wo auch nicht alles Gold ist was glänzt, sowie auch die Mutter und den Stiefvater von Carrie, die aus zerrütteten Verhältnissen kommt. Dementsprechend hat Carrie Jenny bei der Bewerbung um die Stelle als Nanny großartiges vorgespielt und die Wahrheit verändert.
Die Lebensgeschichten der Protagonisten sind relativ langweilig und tragen nicht zur Spannung bei.
Die Kapitel sind in verschiedene Personen- und Zeitebenen unterteilt.
Insgesamt hat das Buch mich also eher enttäuscht. Die Idee hätte sicher viel spannender umgesetzt werden können.
Ein Potpourri aus Natur, Entschleunigung und Familiengefühlen
Brombeerblaue Tage von Simone Veenstra
Brombeerblau = Lilaschwarz, eine so schöne Farbe mit starken Nuancen und ja, das Cover hat es mir total angetan! Und während des Lesens dann auch die Geschichte!
Elisa ist eine angenehme Protagonistin, die, aus ihrem stressigen Berliner Alltag als Landschaftsarchitektin herausgerissen, wegen unerwarteter familiärer Ereignisse in der Abgeschiedenheit auf der Insel Rügen landet.
Ihr Vater, zu dem Elisa seit sehr langer Zeit keinen Kontakt hatte, benötigt ihre Hilfe. Doch als Elisa mitten im Nichts ankommt, ist ihr Vater schon zu Untersuchungen im Krankenhaus. Erschreckend stellt Elisa fest, dass es in dem heruntergekommenen Haus ihres Vaters kein fließendes Wasser gibt und fast noch schlimmer, kein Internet. Wie soll sie da ihren neuen eiligen Auftrag im Home-Office erledigen?
Neue Herausforderungen prasseln auf die großstadtgeplagte Elisa ein, bis die Probleme zu einer Panikattacke führen. Denn auch die Beziehung zu ihrem Vater ist plötzlich, da man direkt mit der Situation konfrontiert wird, sehr belastend, weil so viel Unausgesprochenes zwischen ihnen steht und man sich letztendlich gar nicht kennt.
Wie durch eine verwilderte, wuchernde Brombeerhecke muß Elisa sich eine Schneise schlagen. Nur Häppchenweise findet sie heraus, warum ihr Vater wirklich im Krankenhaus liegt. Und langsam lüften sich auch andere Geheimnisse. So schnell kommt Elisa wohl nicht mehr weg von der Insel...
Inmitten bezaubernder Natur, wenn "im Mondgarten die geöffneten Kelche der nachtblühenden Blumen Sternschnuppen sammeln", beginnt die Entschleunigung und eine neue Sichtweise... bis ... es ihrem Vater noch schlechter geht.
Ein ruhig fließender Roman mit Wohlfühlatmosphäre und einem Potpourri bunter Blumen neben den Brombeeren.
Eine Vater-Tochter-Geschichte und ungeplante Lebensverläufe, die Veränderungen und aufeinander Zugehen bewirken.
Ein schönes Zitat nehme ich auch daraus mit:
"Wenn die Selbstbestimmung nachlässt, kämpfst du um jede Kleinigkeit, die du selbst bestimmen kannst."
Die BROMBEERBLAUEN TAGE sind eine richtig schöne Lesezeit!
Fremdgesteuert durch kleine Helfer
Bakterien - die heimlichen Helden von Peter Wohlleben
Peter Wohlleben schreibt einladend über Bakterien, fachlich und wissenschaftlich ausgearbeitet, und vermittelt dabei u.a. aus alltagsbezogenen Situationen verständlich und anschaulich dargestellt wichtiges Wissen über Bakterien.
Ein Sachbuch, das sich sehr angenehm lesen lässt und faszinierende Informationen rund um Bakterien aufzeigt, die in die Tiefe gehen und spannende Details herausbringen - stellenweise sympathisch (die Mitochondrien), stellenweise bedenkenswert (z.
B. Haushaltsgeräte oder Tetanus betreffend).
In drei Abschnitte unterteilt, die quasi zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft passen würden, ist der Aufbau des Buches ineinandergreifend.
Wie ist alles entstanden?
Das Geheimnis der Mitochondrien, der Ursprung des mehrzelligen Lebens und woher kommt eigentlich das erste Bakterium?...
Und ... wir natürlich! Die Symbiose von Mensch und Bakterium.
Was können und machen Bakterien in und mit unserem Leben?
Richtig spannend finde ich die Mitochondrien und wie der kleine Mikrokosmos der Bakterien Mensch, Tier und Pflanzenwelt steuert.
Erschreckend wie wir Menschen mit manchen Dingen auch gute Bakterien zerstören, z.B. mit Antibiotika! Wie sorglos und unbedacht man mit sich umgeht und damit auch mit den Kleinsten in uns...
Peter Wohlleben hat auf eine unterhaltsame Art ein informatives Buch geschrieben, das sich sehr gut lesen läßt und Aha-Momente entstehen läßt.
sonnige Hitze, blasse Figuren
Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach
Fausto ist ein sympathischer Protagonist, der in seinem Dorf in Frankreich geblieben ist, das fast alle anderen irgendwann verlassen haben, weil es außer Sommer nur noch Sommer gibt, und Hitze und Dürre unerträglich und lebensgefährlich wurden. Er und einige wenige Dorfbewohner (mit denen wir Leser aber nicht so tief in Kontakt kommen wie mit Fausto), bleiben und schlagen sich durch, plündern verlassene Häuser nach Nahrungsmitteln, Medikamenten und alles, was man gebrauchen kann.
Es wird niemand mehr zurückkehren in die sonnenverbrannten Geisterstädte!
Fausto lebt mit dem Sonnenstand, tagsüber hilft nur, Zuhause zu bleiben. Wir kennen solche Tage vereinzelt auch schon: warten bis die Sonne untergeht und mit ihr die Atem raubende Hitze, in der man sich kaum bewegen kann... Doch wir haben noch andere Tage mit kühlerem Wetter... Faust nicht!
Die gnadenlose Hitze ist spürbar gut beschrieben in diesem dystopischen Roman, der uns ein mögliches Zukunftsszenario darbietet, das schon gut nachvollziehbar für uns ist.
Der Anfang des Romans war wie ein Sog, man liest sich flott durch die Seiten, die Dystopie ist hervorragend gelungen.
Und dann erschein Valerie...
Wer ist diese wortkarge Frau, kühl im wahrsten Sinne, die in das Nachbarhaus eingezogen ist und dann auch schon sehr bald zu Fausto zieht?
Schnell kommt Fausto ihr näher und ab hier verliert mich der Roman...
Polizei taucht auf, die Brüder des Nachbarhofs, und die Geschichte verläuft etwas seltsam. Die Nähe zu den Charakteren leidete. Der Verlauf hätte besser ausgebaut werden können, denn die Idee des Romans ist super!
Außergewöhnlich anders
Das letzte Buch von Marceau Miller von Marceau Miller
Das Außergewöhnliche an diesem Buch ist, dass es keinen Name des Autors ausweist und dabei aber im Titel heißt: das letzte Buch des Marceau Miller.
Gleichzeitig wird auf der Seite der Autorenvorstellung der vermeintliche Marceau Miller vorgestellt. Und im Roman selbst geht es um ein Manuskript von Marceau! Also hat der Protagonist dieses vorliegende Buch geschrieben, der auch gleichzeitig Romanautor im Roman ist?
Verunglückt aber sofort auf den ersten Seiten tödlich?
Und dann verschwindet sein Manuskript?
Dies mutet beinahe wie ein Gemälde von MC Escher an.
.. Ineinander verschachtelt...
Millers Ehefrau Sarah erzählt auf beschreibende Art und Weise die Geschichte, denn sie befindet sich plötzlich mittendrin, als ihr Mann Marceau eines Tages nach einem Berg-Kletterausflug nicht nach Hause kommt.
Aus ihrer Sicht wird ihr gemeinsames Leben tief beleuchtet und nach Wahrheiten gesucht, denn sie glaubt ganz fest, dass es sich nicht um einen Unfall handelt, sondern um Mord. Doch statt einfache Antworten findet Sarah zunehmend Ungereimtheiten...
Dabei tauchen hier und dort Dinge aus Marceaus Leben auf, von denen sie vorher nichts wusste.
Auch eröffnet der Personenkreis um Miller herum neue Perspektiven, wenn diese später zu Wort kommen.
Die Schreibweise ist interessanterweise im Präsens! Wann liest man schon einen Roman in dieser Zeitform?
Dadurch entsteht ein feiner Sog, an den ich mich zu Beginn erst gewöhnen musste und was stellenweise als etwas langatmig rüberkommt.
Trotzdem raffiniert gemacht sorgt dieser Thriller für überraschende Wendungen, aber lange nicht so verschachtelt wie gedacht. Ansatzweise finde ich jedoch auch Stellen, die mich an einen ganz anderen Roman erinnern... ?!
Mutige Selbstfindung im Nirgendwo
Statt aus dem Fenster zu schauen von Anna Katharina Scheidemantel
Was für ein erfrischender Roman der sofort Lust darauf macht, es der sympathischen Protagonistin gleich zu tun!!
Ich liebe alte Häuser und diese wieder Aufzuhübschen bzw. aus etwas Zerfallendem wieder etwas Bewohnbares zu machen mit möglichst wenig Material- und Geldaufwand ist eine besondere Herausforderung.
Diese wird hier auf amüsante Art und Weise detailliert bis in die kleinsten, auch gruseligsten, Ecken geschildert, ohne etwas zu beschönigen. Dabei begleitet man die Studentin Sophie, die aus einer Laune heraus von ihren letzten Ersparnissen ein Haus für 3 Tsd. Euro in einer abgelegenen Gegend Mecklenburg-Vorpommerns gekauft hat, ohne es je vorher gesehen zu haben. Die Trümmer des Hauses spiegeln auch andere Trümmer in ihrem Leben wider und verändern Sophie, als sie merkt, dass dies wohl nicht nur eine kurze Auszeit wird.
Tiefe Grundbedürfnisse werden geweckt und etwas Ursprüngliches erwacht.
Ihre Heimat München sowie ihr Jura-Studium rücken in weite Ferne. Stellenwerte werden gerückt, Gedanken gewälzt, einzelne Schritte führen zu neuen Entwicklungen und verändern Betrachtungsweisen.
Locker geschrieben ohne gezwungen zu wirken, mit einem ganz eigenen Erzählsog, flott und voller Leichtigkeit ... so führt die Autorin uns durch die Seiten.
Mit klugem Witz lässt die Autorin den stillen Charme verlassener Häuser in naturnahen Gegenden aufleben. Feinfühlig leuchtet sie dunkle Ecken in Sophies stromlosem Haus aus und vertreibt motiviert Geister einsamer Nächte.
Das Haus, die Gegend, die Menschen dort, all das ist lebendig beschrieben sodass man das Gefühl hat mit Sophie durch die Straßen zu laufen, den Geruch der frisch geschliffenen Holzdielen zu riechen, aber auch die Einsamkeit zwischen den Büschen zu spüren.
Es sollten viel mehr Menschen ein solches Projekt starten an dem man nur wachsen kann!
Den Namen der Autorin habe ich auf meine Lieblingsliste gesetzt und freue mich auf weitere Bücher von ihr!
Pausen-Taste
Pause von Lena Kupke
Dieses Cover wirkt auf den ersten Blick durch die Farbgebung fast altbacken, aber vielleicht ist es damit auch genau richtig. Die Person sitzt im zu großen Pyjama mit einer Tasse in der Hand und einer Pflanze in der Ecke irgendwie einsam in den Himmel schauend. Sich darauf einlassen lässt PAUSE und das Cover verstehen, und nach der Lektüre noch viel mehr.
Die Protagonistin Hanna bringt sehr nahe, was Panikattacken mit einem machen. Selbst auch schon Erfahrungen damit, weiß ich, wie wichtig ein sicherer Ort ist.
Nach einer intensiven Panikattacke landet Hanna im Krankenhaus, aus dem sie persönlich abgeholt werden soll. Doch keiner ihrer Freunde findet Zeit dazu, dafür viele Ausreden...
Bei der Gelegenheit hinterfragt sie das Wort Freunde...
So bleibt Hanna nichts anderes übrig als von ihren Eltern abgeholt zu werden und weil sie nicht weiß wohin, bleibt sie zunächst in ihrem Elternhaus.
Ganz neu muss sie sich auseinandersetzen mit diesem eingespielten Leben, mit der Art ihrer Eltern und der Tatsache, dass sie mit 36 Jahren wieder in ihre Kindheit rutscht, die automatisch vordergründig wird durch Gerüche, alte Muster, Erinnerungen in den Ecken der Zimmer, Nachbarn und Dorfbewohner, die Hanna schon als Kind kannten und die Anwesenheit ihrer Eltern für die sie immer Tochter bleibt.
Doch auch in der beschützenden Sicherheit ihrer Wurzeln bleiben Panikattacken nicht aus und Hanna wühlt in Vergangenheit und aktuellem Geschehen wie in zwei Welten. Sie verliert ihren Job, ihr Lebensgefährte reagiert locker aber distanziert und man vermutet, dass diese Beziehung in den Seilen hängt...
Manchmal bekommt man das Gefühl, dass Hanna doch nicht so willkommen ist bei ihren Eltern die regelmäßig durch die Blume fragen, wann sie wieder geht.
Hanna lässt viele Tränen laufen, die einfach so kommen und findet sich selbst immer wieder in unterschiedlichen Gemütszuständen vor. Was will sie eigentlich und wo ist ihre Zukunft, wo sind ihre Ziele?
Mich überrascht der Schreibstil der Autorin positiv! Auf gelassene Art bringt sie uns die Charaktere ohne Umwege nahe, jeder entwickelt seine eigene Sympathie, die Echtheit der Szenen wirkt nach und der Umgang mit allem und jedem ist ungezwungen.
Die Geschichte ist ehrlich, hoffnungsvoll und mit einem Schmerz behaftet, der heilen soll... Auch Spiegel sind für viele enthalten.
Das Thema Panikattacken wird aufgegriffen und ergänzt durch Kindheit, Eltern, Abgrenzung sowie auch Halt und Zuhause.
Stellenweise ist es etwas langatmig oder mit Szenen besetzt, die mir zu dorftratschig erscheinen.
Dafür gefällt mir das Cover mit jedem Hingucker mehr!
Nachts im Museum...
Zwei in einem Bild von Morgan Pager
Ein Roman in dem die Welten verschwimmen... sollen...
Claire, eine neue Putzfrau im Museum spürt eines abends, während sie den Raum putzt, dass sie von einem jungen Mann im Gemälde von Matisse angeschaut wird. Sie betrachtet das Bild näher, ganz nah, und... plötzlich... ist Claire im Gemälde.
Jean, der Sohn von Matisse verliebt sich in Claire.
Die beiden treffen sich jeden Abend, in dem Claire ins Gemälde gleitet und mit Jean durch Zeit und Raum anderer Gemälde streift.
Eine hinreißende Story völlig anderer Art erzählt uns eine Liebesgeschichte, die so gar nicht sein darf und kann und die Welt der Gemälde beeinflusst...
Allerdings werden die nächtlichen Treffen zwischen Claire und Jean jäh unterbrochen, als es zum Corona-Ausbruch kommt und die Museen geschlossen werden. So kommt Claire nicht mehr ins Museum und folglich nicht zu Jean ins Bild.
Schlimmer noch, wird sie zunächst entlassen um Arbeitslosengeld beantragen zu können mit dem Versprechen, später wieder eingestellt zu werden. Aber wann wird das sein? Und kann sie sich darauf verlassen?
Jean dagegen leidet unter dem plötzlichen Verlust von Claire und darunter, nicht zu wissen, was eigentlich los ist und warum das Museum so ausgestorben ist.
Gibt es für ihn vielleicht einen Weg hinaus aus dem Gemälde?
Wir dagegen erfahren nun Claires komplette Geschichte, die Jean noch gar nicht kennt.
Claires Leben vor Jean hat viele Spuren hinterlassen...
Nette Unterhaltung, die stellenweise etwas langatmig ist... Mir sind die lebenseinschneidenden Geschehnisse zu emotionslos geschildert. Dadurch kommt wenig Mitgefühl für die Figuren auf.
Der Geschichte fehlt Tiefgang und gerade die abstrakte Art des Surrealen wird nicht aufgegriffen sondern die Liebesgeschichte plänkelt, als sei es normal, in Gemälden einzu"tauchen"... Eine Metapher...
Die Idee an sich ist cool, aber die Umsetzung zu schwach.
Eigene Welten gemeinsam in einem Haus
Pina fällt aus von Vera Zischke
Pina tut alles für Leo, ihren behinderten Sohn, der zwar schon zwanzig, aber stark auf Pina angewiesen ist. Pina weiß genau wie sie Leo vor Überbordendem retten kann, so dass sein Leben für ihn relativ normal abläuft. Aber es ist eine Anstrengung die Pina alles und mehr abverlangt.
Pina darf nie ausfallen, es würde Leos Welt auf eine nicht auszudenkende Weise auf den Kopf stellen, .
.. denkt Pina.
Und dann... fällt Pina ... aus...
Und Leo muss allein denken.
Da sind die Hausbewohner der anderen Etagen:
Inge, 86, geht nicht mehr aus dem Haus, will sterben weil alle, die sie kennt, auch schon tot sind. Pina kauft immer für sie ein, in der Zeit lässt sie Leo bei ihr... Bis sie eines Tages nicht mehr zurückkommt...
Zola, macht eine Ausbildung in einer Bäckerei, doch lieber verbringt sie ihre Tage mit Computerspielen, und auch ihre Nächte, weil ihr Vater, dem das ganze Haus gehört, immer arbeitet, immer... und sie so nicht werden möchte. Das muss und will Zola nicht. Deshalb schwänzt sie ihre Arbeitstage und sitzt statt dessen vor dem Computer oder lungert im Einkaufszentrum rum.
Woijtek, wortkarg, zurückgezogen, verliebt sich in eine Frau, die 13000 km entfernt in Russland wohnt und ihm per Internet alle möglichen Figuren, Kristalle und Sonstiges verkauft, obwohl Woijtek doch nur sie will.
Sie alle haben eigene Probleme und letztendlich eigene Welten erschaffen, in denen sie leben, die eigentlich genauso wenig mit der echten Welt "da draußen" zu tun haben. Nicht wirklich anders als Leo.
Und nun ist Pina weg.
Pina, die Leo's unruhiges Gehirn beruhigen konnte, Pina, die Leos Unordnung in Ordnung schaffen konnte, Pina, die alles für Leo ist, seine Mutsch!
Vera Zischke schreibt in erfrischend eigenem Stil eine berührende Geschichte über Miteinander, eigene Welten und wie alles zusammen verschmelzen kann.
Ihre Worte gehen nahe obwohl sie doch so locker durch die Seiten flocken. Gekonnt schreibt sie sich auch mit ihrem zweiten Roman nach AVA LIEBT NOCH ins Herz der Leser/innen und holt Gefühle und Gedanken hervor, über die man überrascht ist.
Vera Zischke gehört nun zu meinen Lieblingsautorinnen, deren Bücher ich immer wieder kaufen und sehr gern lesen werde.
Kraftvoll, feinfühlig, Wert-voll, eine liebevolle Wandelzeit-Begleitung die Halt und Orientierung gibt
Wechseljahre - Befreiungsjahre von Silja Mahlow
Dieses Buch beruhigt das hüpfende Nervensystem und die Launen der Reizbarkeit, es repariert körperliche Bruchstellen, reduziert Hitzewallungen in Wärme, gleicht Schwankungen aus, streichelt die Seele und führt dich in deine vergessene Mitte, weil es DICH in den Fokus stellt.
DU bist ... ist Motto! Du darfst dich fühlen, darfst sein, ohne durchs Leben zu hetzen, ohne nur für andere da zu sein.
Einfach DU!
Dieses Buch ist nicht nur ein wertvoller Begleiter durch die Wechseljahre sondern auch auf dem Weg ins Älter werden. Und dadurch m.E. auch für Männer geeignet! Und Alter ist auch nur eine Zahl ...
Das Buch nimmt dich feinfühlig an die Hand und zeigt dir sanfte und kraftvolle, stärkende und loslassende Wege durch und aus den Wirren stürmischer Wechseljahre heraus.
Es mag der Einen eher esoterisch erscheinen, die Andere findet sich voll darin wieder oder kann Tipps hilfreich annehmen.
Die Autorin erzählt aus eigener Erfahrung! Dadurch fühlt man sich verstanden und aufgehoben. Und ja - genauso kann ich viele Punkte bestätigen, die Silja Mahlow so beeindruckend freundlich, liebevoll und zartfühlend, aber bestimmt, anspricht.
Ernährung und Sport helfen, sich jünger, gesünder und stärker zu fühlen. Einmal umgesetzt motiviert das, was daraus resultiert, weiter zu machen!
Beschäftigung mit sich selbst und Achtsamkeit lassen Gelassenheit zu. Alles zusammen macht glücklich.
Am Ende meiner Wandelzeit angelangt, war dieses Buch für mich ein Rückblick auf eine Zeit, durch die ich ohne Zeit fürs eigene Leben gehetzt bin und mir diesen Ratgeber gewünscht hätte - zum Innehalten, und um auf meinen Körper besser zu hören, der oft aufgeschrieen hat.
Auch "danach" findet man in diesen Buch noch Zuspruch, Trost und Mut. Denn man kann sich immer reflektieren, sich einlassen auf neue Stärken, Freiheit und körperliche Veränderungen. Die hören ja nach den Wechseljahren nicht auf.
Man findet in einem guten Wechsel Texte zu verschiedenen Themen, ansortiert nach Chakren, außerdem Interviews, Yoga- und Meditationsübungen sowie Themen-Fragen die man sich selbst stellt zum In-sich-kehren und sich besinnen auf innere Werte. Das alles ist gut aufeinander abgestimmt.
Aufgaben für kommende Tage vertiefen Gelesenes.
Gedankentexte sowie schöne Bilder bereichern das Buch und visualisieren Gefühle.
Etwas seltsam fand ich, dass die Übungen direkt in die Texten eingestreut sind statt am Ende eines Themas...
Alles in allem ein Buch, das gut tut und jede und auch jeden begleiten sollte!
So werde ich dieses Buch nun gern einer Freundin schenken, die gerade anfängt quasi "mit Vollgas durch die Wechseljahre" zu stürmen!











