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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Francesca :

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Freundschaft, Sommer und eine große Portion Leichtigkeit

Seaside Sisters 1: Lenes Inselsommerglück von Mia Andersen

Ich habe mit diesem Buch einfach eine richtig schöne Zeit gehabt. Es hat mir von Anfang an unglaublich viel Spaß gemacht und mir absolute Sommergefühle gegeben. Genau nach so einem Buch greife ich zwischendurch total gerne. Ich lese und höre immer mal wieder Jugendromane oder auch Kinderbücher, weil sie einfach eine gewisse Leichtigkeit mitbringen.

Die Themen sind unbeschwert, die Geschichten süß und man kann sich einfach für ein paar Stunden wohlfühlen und genau das hat dieses Buch für mich perfekt geschafft.

Schon der Einstieg hat mich total abgeholt. Man kommt super leicht in die Geschichte hinein, der Schreibstil ist locker, humorvoll und die Dialoge machen einfach Spaß. Die Autorinnen schaffen es wirklich, eine ganz besondere Leichtigkeit zu vermitteln, sodass ich sofort das Gefühl hatte, einfach mit auf der Insel zu sein.

Besonders gefallen hat mir auch das norddeutsche Setting. Gerade am Anfang wird der Norden mit kleinen Redewendungen und Begriffen so liebevoll eingefangen, dass ich richtig schmunzeln musste. Das hatte unglaublich viel Charme und hat für mich direkt die Atmosphäre ausgemacht. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass dieser norddeutsche Flair das ganze Buch über noch etwas präsenter geblieben wäre. Gerade diese kleinen sprachlichen Besonderheiten fand ich einfach unglaublich süß.

Der Schreibstil hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Es gibt immer wieder total süße Formulierungen. Besonders die Bezeichnung "Brausepulver" für das Verliebtsein fand ich beim ersten Mal einfach zuckersüß. Das hat so viel Charme und passt perfekt zu dieser lockeren Geschichte. Irgendwann wurde dieser Begriff allerdings ziemlich oft verwendet, wodurch er für mich leider ein wenig von seinem Zauber verloren hat. Ich hätte es schön gefunden, wenn stattdessen noch mehr kreative und niedliche Umschreibungen dazugekommen wären.

Die Figuren mochte ich total gerne. Wir begleiten vor allem zwei Zwillingsschwestern, ihre Freundin und später noch ein weiteres Mädchen. Ich habe die Gruppe wirklich schnell ins Herz geschlossen. Besonders schön fand ich, dass das Buch gar nicht auf ein großes Ziel oder einen riesigen Spannungsbogen hinauswill. Stattdessen begleitet man die Freundinnen einfach durch ihren Sommer, erlebt kleine Alltagssituationen mit ihnen und lässt sich von der Geschichte treiben, genau das hat für mich den Charme des Buches ausgemacht. Bei der Länge hätte ich auch gar keine riesigen Entwicklungen erwartet, stattdessen bekommt man einfach viele harmonische, niedliche Momente miteinander, und das hat für mich wunderbar funktioniert.

Ich wirklich unglaublich viel Spaß mit diesem Buch. Es ist leicht, warmherzig, sommerlich und genau das Richtige, wenn man einfach mal abschalten möchte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch die Folgebände zu hören, weil ich einfach gerne noch mehr Zeit mit den Figuren verbringen möchte.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. Ich glaube, wenn man das Buch ausschließlich danach bewertet, was es sein möchte, nämlich eine leichte, sommerliche Geschichte über Freundschaft, Ferien und das Inselleben, dann ist das für viele bestimmt sogar ein Fünf-Sterne-Buch. Im Vergleich zu anderen Büchern, die mich insgesamt noch etwas mehr begeistern konnten, reicht es für mich am Ende aber für sehr starke vier Sterne, und die hat es sich definitiv verdient.

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Freundschaft, Sommer und eine große Portion Leichtigkeit
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Gute Ideen, aber leider mehr Verwirrung statt Lesegenuss - 2,5 Sterne

We Who Will Die von Stacia Stark

Mit diesem Buch bin ich aufgrund der vielen begeisterten Rezensionen und hohen Bewertungen mit entsprechend hohen Erwartungen gestartet. Leider konnte die Geschichte diese Erwartungen für mich über weite Strecken nicht erfüllen.

Mein größtes Problem war der Einstieg. Die ersten 30 % des Buches empfand ich als äußerst verwirrend und unstrukturiert.

Man wird direkt in die Handlung geworfen, ohne ausreichend Orientierung zu erhalten. Die Hintergründe der Welt werden nur angedeutet, zahlreiche Figuren und Orte werden eingeführt, ohne dass ihre Bedeutung klar wird, und wichtige Zusammenhänge bleiben lange unverständlich. Zusätzlich erschwerte der Schreibstil den Einstieg, da immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewechselt wird. Da ich bereits Schwierigkeiten hatte, die aktuelle Handlung einzuordnen, sorgten diese Rückblenden eher für zusätzliche Verwirrung als für mehr Tiefe.

Tatsächlich habe ich das Buch mehrfach zur Seite gelegt und erst im dritten Anlauf vollständig konsumiert. Die ersten 30 % hätten für mich kaum mehr als einen Stern verdient.

Ab etwa 30 % wurde die Geschichte etwas zugänglicher. Nach und nach verstand ich zumindest die wichtigsten Figuren und einige Hintergründe besser. Dennoch musste ich häufig Szenen wiederholen, um Zusammenhänge nachvollziehen zu können. Selbst am Ende des Buches hatte ich nicht das Gefühl, wirklich alle Verbindungen zwischen den Figuren verstanden zu haben.

Zwischen 45 % und 65 % begann die Geschichte schließlich, mich zumindest stellenweise zu unterhalten. Einige Dynamiken zwischen den Charakteren funktionierten besser, einzelne Szenen konnten mich überzeugen und das Lesen beziehungsweise Hören fühlte sich nicht mehr dauerhaft anstrengend an. Ab ungefähr 65 % nahm die Handlung für mich deutlich Fahrt auf. Die Dialoge wurden stärker, die emotionalen Momente funktionierten besser und ich konnte erstmals eine gewisse Verbindung zu einzelnen Figuren aufbauen. Auch die Richtung der Handlung wurde klarer, wodurch Spannung entstand.

Besonders die letzten 20 % haben mir schließlich wirklich gut gefallen. Endlich hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte wusste, worauf sie hinarbeitet. Die Spannung zog spürbar an, wichtige Nebenfiguren bekamen mehr Gewicht und die Handlung entwickelte sich in eine interessante Richtung. Schade war allerdings, dass dieser Punkt erst so spät erreicht wurde.

Das grundlegende Konzept der Geschichte fand ich durchaus spannend. Die Gladiatorenkämpfe, die Herrschaft des Vampirimperators und die Andeutungen einer möglichen Revolution bieten viel Potenzial. Auch die verschiedenen Spezies und die politischen Machtstrukturen klangen interessant. Für mich blieb dieses Potenzial jedoch weitgehend unausgeschöpft. Viele Ideen wurden eher angerissen als wirklich vertieft.

Mit den Figuren hatte ich ebenfalls Schwierigkeiten. Zu Arvelle konnte ich erst gegen Ende eine gewisse Beziehung aufbauen. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht überzeugen, da sowohl die Hauptfigur als auch die Love Interests für mich über weite Strecken zu blass und wenig greifbar wirkten. Tatsächlich fand ich die Beziehung zwischen Arvelle, und ihren Brüdern sowie ihrer Freundinnen deutlich interessanter als die romantischen Aspekte der Geschichte. Die beiden männlichen Hauptfiguren blieben für mich weitgehend irrelevant und konnten keine emotionale Bindung erzeugen.

Insgesamt bleibt für mich ein sehr gemischter Eindruck zurück. Während das letzte Drittel einige starke Momente bietet und das Grundkonzept vielversprechend ist, waren die langen Phasen der Verwirrung, die Vielzahl an Figuren und die fehlende Orientierung für mich zu große Schwächen. Das Ende konnte die Probleme des Einstiegs und der ersten Hälfte leider nicht mehr ausgleichen.

Fazit: Eine interessante Grundidee mit einem gelungenen Finale, die für mich jedoch unter einem sehr schwachen und verwirrenden Einstieg sowie wenig greifbaren Figuren leidet. Da ein großer Teil des Buches für mich nicht funktioniert hat, werde ich die Reihe nicht weiterverfolgen und kann sie nicht empfehlen.

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Gute Ideen, aber leider mehr Verwirrung statt Lesegenuss - 2,5 Sterne
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Wunderschön geschrieben, aber schwer greifbar - 3,5 Sterne

Verrat der Schwäne von A. B. Poranek

Schon bevor ich überhaupt mit dem Lesen begonnen habe, hatte ich hohe Erwartungen an dieses Buch. Die Idee eines märchenhaften Fantasy-Retellings mit zwei Frauen im Mittelpunkt, die eigentlich Gegenspielerinnen sein müssten und dennoch zusammenarbeiten, klang unglaublich​ spannend. Genau diese Prämisse hat mich sofort angesprochen.

Dazu kommt, dass dieses Buch optisch eines der schönsten ist, die ich besitze, allein deshalb wird es definitiv einen Ehrenplatz in meinem Regal behalten.

Ein poetischer, aber anspruchsvoller Schreibstil

Die Geschichte wird aus Odiles Ich-Perspektive erzählt und wir werden ohne große Einführung direkt in die Handlung geworfen. Besonders auffällig war für mich sofort der Schreibstil: sehr intensiv, sehr poetisch und voller Metaphern. Viele Formulierungen wirkten kunstvoll und anders als das, was man sonst häufig in Fantasyromanen liest. Genau darin liegt für mich auch die grösste Stärke des Buches. Das sorgt zwar für eine besondere Atmosphäre, macht das Lesen aber gleichzeitig anspruchsvoll. Ich habe das Buch teilweise gelesen und teilweise als Hörbuch gehört und dabei schnell gemerkt, dass dies definitiv keine Geschichte ist, die man einfach nebenbei konsumieren kann. Sobald man für einen Moment nicht hundertprozentig aufmerksam ist, entgehen einem wichtige Details oder Zusammenhänge.

Die Autorin arbeitet zum Teil auch mit gedanklichen Sprüngen, gerade diese haben mich manchmal aus der Geschichte herausgerissen. Beim Hörbuch war das teilweise so verwirrend, dass ich erst Minuten später verstanden habe, dass wir uns gar nicht mehr in derselben Szene befinden. Das ist im Buch zwar nicht ständig passiert, aber die wenigen Male haben gereicht, um meinen Lesefluss deutlich zu stören.

Dadurch fiel es mir insgesamt schwer, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Ehrlich gesagt hatte ich erst ab 35% das Gefühl, langsam zu verstehen, wohin sich die Handlung entwickelt und wie die Figuren eigentlich zueinanderstehen. Bis dahin war vieles eher ein konstantes Nicht-ganz-Verstehen als ein spannender Überraschungseffekt.

Atmosphärisches Worldbuilding mit zu wenig Erklärung

Was mir hingegen sehr gefallen hat, war die grundsätzliche Atmosphäre des Buches. Ich konnte mir die Welt unglaublich gut vorstellen: diese gehobene Gesellschaft, der französisch angehauchte Stil und die fast theatralische Inszenierung vieler Szenen. Besonders mochte ich, dass die Kapitel als Szenen dargestellt waren, passend dazu, dass Odile selbst Schauspielerin ist. Auch die Magie hatte interessante Ansätze, ich fand sie originell und anders. Gleichzeitig hatte ich aber das Gefühl, dass viele dieser Konzepte nie vollständig ausgearbeitet wurden. Vor allem das Worldbuilding blieb für mich oft zu vage. Viele wichtige Informationen musste ich mir selbst zusammensetzen.

Erst gegen Ende verstand ich überhaupt, dass die Welt offenbar unter dem Verlust der Magie leidet. Diese Dinge wurden aber nie wirklich erklärt, sondern nur in Nebensätzen angedeutet. Dadurch hatte ich oft das Gefühl, als würde mir ein entscheidendes Puzzlestück fehlen. Gerade weil die Ideen so spannend waren, hätte ich mir hier deutlich mehr Hintergrundinformationen gewünscht.

Die Figuren als größte Stärke

Am meisten überzeugt haben mich letztendlich die Charaktere. Besonders Odile mochte ich sehr gerne. Sie ist keine perfekte Figur, trifft fragwürdige Entscheidungen und bleibt manchmal schwer greifbar, aber genau das machte sie interessant. Ich wollte mehr über sie erfahren und ihre Beweggründe verstehen. Auch die Dynamik zwischen Odile und Marie d’Odette hat mir gut gefallen. Leider beginnt dieser Teil der Geschichte erst relativ spät. Aufgrund der Prämisse hatte ich erwartet, dass ihre Beziehung von Anfang an im Mittelpunkt stehen würde. Stattdessen dauert es lange, bis Marie überhaupt wirklich präsent wird. Das fand ich schade, weil genau diese Dynamik letztendlich das emotionale Herzstück des Buches für mich war. Sobald die beiden jedoch gemeinsam Szenen hatten, wurde das Buch für mich deutlich stärker. Ihre Dialoge hatten trotz der mysteriösen Atmosphäre immer wieder etwas Neckendes und Charmantes. Besonders Marie brachte durch ihre gehobenere Art eine schöne Dynamik hinein. Viele ihrer gemeinsamen Szenen hatten kleine humorvolle Momente, die mir wirklich gefallen haben. Leider fehlte mir dennoch etwas Tiefe in der Entwicklung ihrer Beziehung. Ich mochte die Dynamik sehr, aber emotional hat mich das Buch dadurch nie vollständig erreicht, weil der Aufbau dafür einfach zu spät begann.

Eine langsame Handlung mit starkem Ende

Die Handlung selbst ist insgesamt sehr langsam erzählt. Wer große Spannung, viele Plot-Twists oder actionreiche Entwicklungen erwartet, wird hier vermutlich enttäuscht werden. Ich hatte zwar nicht mit einem extrem spannenden Fantasyroman gerechnet, aber doch gehofft, dass zumindest unterschwellige Spannung stärker aufgebaut wird, etwa durch Geheimnisse, Ängste oder kleine Enthüllungen. Gerade der Mittelteil zog sich für mich deshalb ziemlich. Viele Szenen blieben eher flach und hatten wenig emotionale Intensität.

Das Ende hingegen konnte für mich nochmal einiges retten. Dort wurde die Geschichte deutlich stärker und hat meine Gesamtbewertung tatsächlich noch angehoben. Vor allem die letzten Entwicklungen und die Dynamik zwischen den Figuren haben mir besser gefallen. Ohne dieses Ende wäre ich vermutlich eher bei drei Sternen gelandet.

Mit dem Epilog hingegen konnte ich leider wieder weniger anfangen. Insgesamt hatte ich am Ende eher das Gefühl, dass dieser Stoff von einem zweiten Band profitiert hätte, um die Welt, die Figuren und ihre Beziehungen wirklich vollständig auszuarbeiten.

Fazit

Verrat der Schwäne ist für mich ein Buch voller großartiger Ideen, wunderschöner Atmosphäre und eines wirklich besonderen Schreibstils. Die poetische Sprache, die ungewöhnlichen Metaphern und die märchenhafte Stimmung machen die Geschichte einzigartig. Gleichzeitig stehen genau diese Stärken dem Buch manchmal auch im Weg, weil dadurch viele Dinge unnötig kompliziert oder zu vage wirken.

Das Worldbuilding bleibt oft unklar, die Handlung ist sehr langsam und einige emotionale Entwicklungen hätten deutlich mehr Raum gebraucht. Trotzdem konnte mich die Dynamik zwischen Odile und Marie teilweise überzeugen, auch wenn ich hier gerne noch mehr gesehen hätte. Außerdem hatte die düstere, märchenhafte Atmosphäre definitiv ihren Reiz.

Ich würde das Buch deshalb Leserinnen und Lesern empfehlen, die Lust auf eine eher ruhige, atmosphärische Fantasygeschichte mit poetischem Schreibstil und ungewöhnlichen Ideen haben und die damit leben können, dass nicht jede Frage vollständig beantwortet wird.

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Wunderschön geschrieben, aber schwer greifbar - 3,5 Sterne
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Süße Romance, aber erzählerisch nicht ganz rund - 3,5 Sterne

Chasing Hearts von Grace Newman

Ich bin mit eher niedrigen Erwartungen an Chasing Hearts herangegangen. Ich wollte eine kurzweilige, angenehme Geschichte, die mich gut unterhält und genau das hat das Buch auch erfüllt. Trotzdem sind mir einige Schwächen aufgefallen, auch wenn es gleichzeitig Momente gab, in denen ich mich den Figuren sehr nah gefühlt habe.

Aufbau & Erzählweise

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus der von Georgia und Luca. Das hat mir wirklich gut gefallen, weil man so einen intensiveren Einblick in ihre Gedanken und Gefühle bekommt. Dadurch konnte ich mich schnell in die Charaktere hineinversetzen.

Der Einstieg ist der Autorin besonders gut gelungen ich war direkt in der Story drin, ohne große Verwirrung oder komplizierte Einführungen. Man versteht die Figuren schnell und findet sich gut zurecht.

Allerdings traten für mich im Verlauf des Buches Probleme auf:
Der Schreibstil ist grundsätzlich angenehm, aber die Szenenwechsel waren oft schwer nachvollziehbar. Häufig wurde ohne klare Übergänge zwischen Orten oder Situationen gewechselt. Dadurch musste ich mich mehrfach neu orientieren, wer spricht gerade, wo befinden wir uns überhaupt ? Diese fehlenden Verbindungen zwischen Szenen haben meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen. Dabei hätten schon kleine Hinweise gereicht, um diese Übergänge klarer zu gestalten.

Formel-1-Thematik

Das übergeordnete Thema Formel 1 ist hier nicht nur Beiwerk, sondern steht klar im Mittelpunkt und das fand ich richtig gut umgesetzt. Die Rennen und das Setting waren präsent und gut vorstellbar. Allerdings gab es auch hier ähnliche Probleme wie bei den allgemeinen Szenenwechseln: Ortswechsel zwischen verschiedenen Ländern und Rennen wurden oft sehr abrupt dargestellt. Reisen wurden übersprungen, und plötzlich befand man sich an einem komplett anderen Ort, ohne dass der Übergang wirklich erklärt wurde. Das hat auch hier für Verwirrung gesorgt.

Charaktere & Emotionen

Trotz der strukturellen Schwächen konnte ich mich überraschend gut mit den Figuren identifizieren. Sie wirkten nahbar, und ich war emotional durchaus involviert. Die romantische Entwicklung war eher vorhersehbar und nicht besonders tiefgründig. Es handelt sich nicht um eine intensive Enemies-to-Lovers-Dynamik, sondern eher um eine von Anfang an spürbare Anziehung. Das Buch bleibt insgesamt eher oberflächlich, aber das hat mich in diesem Fall nicht gestört, da ich genau so eine leichte Geschichte erwartet habe. Besonders positiv hervorheben möchte ich eine Szene gegen Ende aus Georgias Perspektive – die hat mich tatsächlich berührt und gezeigt, dass emotional doch mehr möglich gewesen wäre.

Fazit

Chasing Hearts ist eine unterhaltsame, leichte Liebesgeschichte mit starkem Formel-1-Bezug. Es hat definitiv seine Schwächen, vor allem in der Struktur und bei den Übergängen, konnte mich aber trotzdem gut unterhalten. Dafür vergebe ich 3,5 Sterne.

Ich würde das Buch empfehlen, wenn man keine allzu hohen Erwartungen hat, eine kurzweilige Romance für zwischendurch sucht und Interesse an der Formel 1 als Setting mitbringt.

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Süße Romance, aber erzählerisch nicht ganz rund - 3,5 Sterne
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Poetisch, intensiv und überraschend anders - 4,5 Sterne

The Poet Empress von Shen Tao

Wichtig ! Das Buch ist stellenweise sehr brutal und behandelt zahlreiche schwere Themen, weshalb ich es für ein jüngeres Publikum ungeeignet empfinde und eher ab 18, frühestens ab 16 Jahren empfehlen würde.

Der Einstieg in den Roman hat mich sofort abgeholt. Besonders hervorzuheben ist der außergewöhnlich poetische und fast altertümlich wirkende Schreibstil, der sich konsequent durch das gesamte Werk zieht.

Die Sprache ist bewusst gewählt und vermittelt das Gefühl, selbst Teil eines Gedichts zu sein.
Ein besonderes Highlight sind die immer wieder eingestreuten Gedichtverse, die nicht nur zum Titel „Poet Empress“ passen, sondern auch stilistisch perfekt eingebunden sind. Hier zeigt sich auch die starke Leistung der Übersetzung ins Deutsche, die es schafft poetische Tiefe beizubehalten. Zusätzlich werden im Schreibstil immer wieder vereinzelt chinesische Schriftzeichen eingebunden, was ich unglaublich gelungen fand. Auch wenn es nur kleine Details sind, haben sie für mich enorm zur Atmosphäre beigetragen und mir geholfen, noch tiefer in das Setting und den besonderen Stil einzutauchen.

Erzählstruktur: Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Erzählstruktur des Buches. Die Geschichte wird überwiegend aus der Ich-Perspektive von Wei erzählt, wird jedoch immer wieder durch Rückblicke in erzählerischer Form von Tagebucheinträgen, aus der Vergangenheit von Prinz Terren unterstützt. Diese Wechsel erfolgen fließend und tragen maßgeblich dazu bei, die Hintergründe der Figuren besser zu verstehen und deren Handlungen einordnen zu können. Dadurch entstehen auch überraschende Wendungen, die die eigene Wahrnehmung als Leserin verändern und für eine zusätzliche emotionale Tiefe sorgen.

Setting, Atmosphäre und Magiesystem:
Die Geschichte spielt in einer chinesisch inspirierten Fantasywelt, die sowohl visuell als auch kulturell sehr dicht und eindrucksvoll gestaltet ist. Wir begleiten Wei, eine Bauerntochter, die in bitterer Armut und Hungersnot aufwächst und früh mit Verlust und Leid konfrontiert wird. Dieser harte Ursprung bildet einen starken Kontrast zu dem prunkvollen, aber auch gefährlichen Leben am Kaiserhof, in das sie später eintritt. Gerade diese Gegensätze erzeugen eine dichte Atmosphäre, die von Unsicherheit, Misstrauen und unterschwelliger Bedrohung durchzogen ist. Als Leserin konnte ich mich sehr gut in diese Welt hineinversetzen und hatte durchgehend klare Bilder vor Augen.
Das Magiesystem des Buches ist wirklich besonders fügt sich hier sehr harmonisch ein und ist auf eine kreative Weise mit der Poesie verbunden, hat mir sehr gut gefallen.

Handlung, Spannung und Emotionale Intensität:
Obwohl das Buch insgesamt eher ruhig erzählt ist, entfaltet es eine enorme emotionale Wucht. Themen wie Verlust, brutale Gewalt und Machtmissbrauch ziehen sich durch die gesamte Handlung und werden auf eine eindringliche Weise vermittelt. Die Handlung rund um Weís Aufstieg ist durchgehend fesselnd, lebt jedoch weniger von einer klaren, geradlinigen Struktur als vielmehr von vielen ineinandergreifenden Entwicklungen. Unterschiedliche Handlungsstränge verweben sich miteinander und erzeugen ein Gefühl von stetiger Bewegung und Veränderung. Besonders stark ist dabei die permanente Anspannung, da Wei sich in einer Umgebung bewegt, in der sie niemandem vollständig vertrauen kann und jederzeit mit Gefahr rechnen muss.

Kritikpunkte: Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es auch einige Punkte, die mir weniger gut gefallen haben. Besonders aufgefallen ist das Fehlen eines Glossars oder einer Übersicht über die zahlreichen Figuren und deren Beziehungen zueinander. Gerade durch die Vielzahl an Namen und familiären Verbindungen, die teilweise aus einem kulturellen Kontext stammen, der mir weniger vertraut ist, fiel es anfangs schwer, den Überblick zu behalten. Ein Stammbaum oder eine kurze Charakterübersicht hätte hier sehr geholfen. Zudem empfand ich den letzten Abschnitt der Handlung als etwas zu knapp ausgearbeitet. Obwohl das Ende emotional durchaus wirkungsvoll war, hätte ich mir gewünscht, dass zentrale Ereignisse mehr Raum bekommen, insbesondere im Vergleich zu früheren Abschnitten, die deutlich ausführlicher behandelt wurden. Darüber hinaus gab es eine einzelne, eher dynamische Szene gegen Ende, die etwas schwer nachzuvollziehen war, was jedoch im Gesamtbild kaum ins Gewicht fällt.

Fazit: The Poet Empress ist eine eindrucksvolle, poetisch erzählte Geschichte, die vor allem durch ihre Atmosphäre, ihren besonderen Schreibstil und ihre vielschichtigen Figuren überzeugt. Wer sich auf das ruhige, aber intensive Erzähltempo einlässt, wird mit einer emotionalen und tiefgehenden Leseerfahrung belohnt. Am Ende hat mich die Geschichte so sehr emotional getroffen, dass ich geweint habe.
Wichtig ist jedoch zu wissen, dass es sich trotz zwischenmenschlicher Beziehungen nicht um eine Romantasy-Geschichte handelt, der Fokus liegt klar auf den Figuren, ihrer Entwicklung und den emotionalen sowie gesellschaftlichen Dynamiken.

Ich könnte noch so viel zu den Figuren und ihrer Entwicklung sagen, möchte aber bewusst nicht zu viel vorwegnehmen. Gerade deshalb finde ich es besonders empfehlenswert, möglichst unvoreingenommen an das Buch heranzugehen und sich einfach auf diese außergewöhnliche Reise einzulassen und vollkommen in diese chinesisch inspirierte Fantasy-Welt einzutauchen.

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Poetisch, intensiv und überraschend anders - 4,5 Sterne
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Zwischen Geheimnissen und Wahrheit - 4,5 Sterne

Beth is dead von Katie Bernet

Beth Is Dead hat mich wirklich positiv überrascht. Der Einstieg gelingt direkt und ohne große Umschweife: Schon zu Beginn wird Beth tot aufgefunden, wodurch die Handlung sofort Fahrt aufnimmt. Es gibt keine lange Einführung, man ist direkt mitten im Geschehen, was ich sehr gelungen fand. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: in der Gegenwart nach Beths Tod sowie in Rückblenden, die uns das Leben und die Dynamik der Schwestern näherbringen.

Dieses Wechselspiel sorgt dafür, dass man sich Stück für Stück ein Gesamtbild zusammensetzt.

Figuren & Perspektiven

Im Mittelpunkt stehen die vier Schwestern Beth, Amy, Jo und Meg. Nach Beths Tod begleiten wir vor allem die drei verbleibenden Schwestern, während Beth selbst nur in der Vergangenheit präsent ist. Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Perspektiven: Jede Schwester bringt ihre eigene Sichtweise und ihre eigenen Erfahrungen mit ein. Das hat die Geschichte unglaublich vielschichtig gemacht. Auch die Nebenfiguren wie Freunde, Partner und die Mutter, tragen dazu bei, dass sich die Welt sehr lebendig und authentisch anfühlt.

Ein kleiner Kritikpunkt: Gerade am Anfang fiel es mir teilweise schwer, die Schwestern klar auseinanderzuhalten. Auch ihre Altersunterschiede waren nicht immer ganz eindeutig, was die Orientierung etwas erschwert hat. Mit der Zeit hat sich das aber gelegt.

Spannung & Handlung

Die Autorin arbeitet mit vielen kleinen Hinweisen und falschen Fährten. Während die Schwestern versuchen herauszufinden, was mit Beth passiert ist, werden nach und nach Geheimnisse aufgedeckt. Ich hatte ständig neue Vermutungen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln könnte. Gegen Ende hatte ich zwar eine recht klare Ahnung, was passiert sein könnte, diese hat sich auch bestätigt, aber die konkrete Auflösung konnte mich dennoch überraschen.

Der Mittelteil hatte für mich ein paar kleinere Längen, und manche Entwicklungen hätten etwas früher einsetzen oder straffer erzählt werden können. Auch einige Aspekte rund um die Ermittlungen wirkten für mich nicht ganz schlüssig. Auch wenn die zwei Zeitebenen insgesamt gut funktioniert haben, gab es für mich zwischendurch kleine Brüche im Erzählfluss. Gerade als ich gedanklich schon bei einem sehr entscheidenden Moment angekommen war, wurde ich plötzlich wieder einige Tage zurückgeworfen. Das hat sich für mich nicht ganz rund angefühlt und hat mich kurz aus der Geschichte herausgerissen.

Emotionale Wirkung

Zum Ende hin hat mich das Buch emotional richtig gepackt. Ich habe mit den Figuren mitgefühlt: Wut, Trauer und Verständnis lagen oft nah beieinander. Gerade die Dynamik zwischen den Schwestern wurde sehr intensiv dargestellt. Das Finale war zwar etwas abrupt, aber dennoch stimmig und wirkungsvoll. Ich habe sogar einzelne Stellen nochmal gehört, weil sie mich so mitgenommen haben.

Fazit

Beth Is Dead ist für mich ein überraschend intensiver und fesselnder Roman, der vor allem durch seine vielschichtigen Figuren und die emotionale Tiefe überzeugt. Trotz kleiner Schwächen im Mittelteil und bei der Struktur einzelner Zeitsprünge hat mich die Geschichte durchgehend gepackt und hervorragend unterhalten.

Für mich sind es starke 4,5 Sterne und definitiv eine Empfehlung.

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Zwischen Geheimnissen und Wahrheit - 4,5 Sterne
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emotional, ehrlich, fast perfekt - 4.5 Sterne

The Iced Caramel Coffee Agreement von Kyra Groh

Kurzmeinung: Deutlich stärker als Band 1: nahbare Charaktere & ehrliche Gefühle. Leider ein zu abruptes Ende, daher 4,5 Sterne

In Band 2 der Lower-Whilby-Reihe begleiten wir Dex - den Bruder von James aus dem ersten Teil und Eleanor, die wir bereits aus Band 1 kennen. Erzählt wird wieder in der Ich-Perspektive aus beiden Sichten, abwechselnd, was mir schon im ersten Band gefallen hat und hier erneut sehr gut funktioniert.

Der Schreibstil ist angenehm eingängig, sodass ich sofort wieder in das Kleinstadt-Setting eintauchen konnte.

Für mich war dieser Band deutlich stärker als der erste. Ich konnte mich viel besser mit den Figuren identifizieren, vor allem emotional haben mich beide deutlich mehr abgeholt. Eleanor fand ich als Charakter besonders spannend, weil sie gleichzeitig vertraut wirkte, aber auch Seiten hatte, die sie unvorhersehbar und interessant gemacht haben. Besonders hervorheben möchte ich Dex. Er war für mich eine sehr greifbare, nahbare Figur mit klaren Werten und einer emotionalen Tiefe, die mich wirklich überrascht hat. Im Vergleich zu James aus Band 1 wirkte sein Charakter deutlich konsistenter. Bei James hatte ich oft das Gefühl, dass er je nach Perspektive unterschiedlich dargestellt wurde, was mich eher irritiert hat. Dex hingegen blieb in sich stimmig und hat mich emotional viel mehr erreicht. Auch seine Hintergrundgeschichte, insbesondere das Familiendrama und seine Karriere als Musiker, bringt zusätzliche Tiefe in die Handlung. Gerade in Dex’ Perspektive gab es viele Momente, in denen ich mich ihm ungewöhnlich nah gefühlt habe. Es war das erste Mal, dass ich mich einem männlichen Protagonisten in dieser Form emotional verbunden gefühlt habe.

Was mich besonders begeistert hat, waren die vielen kleinen, aber bedeutungsvollen Passagen: Sätze, die zum Nachdenken anregen oder Gefühle auf den Punkt bringen. Ein weiterer Punkt, der mir extrem positiv aufgefallen ist, war der Humor. Dieser ist eher subtil und teilweise fast schon unterkühlt oder stumpf gehalten, gerade in den inneren Monologen der Figuren. Viele Aussagen wirken zunächst sehr nüchtern oder beiläufig, treffen dann aber genau dadurch ins Schwarze und sind unglaublich witzig. Ich musste an einigen Stellen wirklich laut auflachen, weil Dinge so trocken und direkt ausgesprochen wurden. Besonders schön fand ich, dass dieser Humor oft in Momenten auftaucht, in denen ich ihn gar nicht erwartet hätte. Für mich ist das definitiv ein großes Herzstück des Romans und hat das Leseerlebnis nochmal deutlich aufgewertet.

Ein weiteres Highlight war für mich die Dynamik zwischen Eleanor und Dex. Ihre Interaktionen wirkten authentisch und haben mich komplett abgeholt. Insgesamt hatte ich stellenweise wirklich ein Fünf-Sterne-Gefühl beim Lesen.

Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte: Das Ende kam mir zu abrupt. Obwohl ich nachvollziehen kann, warum die Handlung diesen Verlauf nimmt, hätte ich mir hier mehr Raum gewünscht. Es war für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt, was zu dem vorherigen Teil des Buches nicht passte. Zusätzlich war das Zeitgefühl im Verlauf der Geschichte manchmal etwas verwirrend. Stellenweise hatte ich das Gefühl, es vergeht deutlich mehr Zeit, als tatsächlich beschrieben wird. Trotz dieser kleinen Schwächen konnte ich die Beziehung und die Entwicklung der Figuren gut nachvollziehen und emotional mitgehen.

Fazit: Ein emotional starker zweiter Band mit tollen Charakteren und einer besonders gelungenen männlichen Perspektive. Kleine Schwächen im pacing und beim Ende verhindern die volle Punktzahl, aber insgesamt ein sehr überzeugender Roman der den ersten Band um einiges übertrifft.

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emotional, ehrlich, fast perfekt - 4.5 Sterne
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Gelungener Abschluss - 4,5 Sterne

Kiss of the Broken - Seine Liebe ist ihre Verdammnis von Julia Pauss

Der zweite Band, Kiss of the Broken von Julia Pauss, knüpft direkt an die Ereignisse des ersten Teils an und schafft es dadurch, einen sehr gelungenen Einstieg zu liefern.

Schreibstil & Lesefluss

Der Schreibstil bleibt angenehm flüssig, atmosphärisch dicht und sehr zugänglich. Man kommt schnell durch, ohne dass dabei die Intensität verloren geht.

Besonders die emotionalen Momente sind eindringlich und bildhaft beschrieben.

Worldbuilding & Atmosphäre

Ein großer Pluspunkt dieses Bandes ist das erweiterte Worldbuilding. Während wir im ersten Teil hauptsächlich die Menschenwelt kennengelernt haben, öffnet sich die Geschichte nun stärker in Richtung Tenebria – dem Reich der Dämonen. Das sorgt für frischen Wind und macht die Welt noch vielschichtiger. Gleichzeitig wird auch die ohnehin schon düstere Atmosphäre noch intensiver. Die Brutalität dieser Welt tritt deutlicher hervor, was stellenweise wirklich unter die Haut geht.

Ein kleiner Kritikpunkt: Die verschiedenen Dämonenarten waren zwar spannend gedacht, aber ich hatte manchmal Schwierigkeiten, mir diese klar vorzustellen.

Charaktere & Dynamik

Die Dynamik zwischen Ren und Scarlet bleibt ein zentraler Bestandteil der Geschichte. Ihre Verbindung ist weiterhin emotional greifbar, und gerade Rens innerer Konflikt – zwischen Wut, Enttäuschung und seinen Gefühlen – wurde sehr gut ausgearbeitet. Allerdings hat sich die Beziehung der beiden im Vergleich zum ersten Band etwas anders angefühlt. Während sie dort fast durchgehend gemeinsam unterwegs waren und man ihre Entwicklung sehr intensiv miterleben konnte, sind sie hier zeitweise getrennt. Dadurch rückt ihre direkte Dynamik etwas in den Hintergrund. Gleichzeitig bekommen Nebenfiguren mehr Raum, was die Welt bereichert, aber eben auch dazu führt, dass der Fokus sich stärker verteilt.

Romantik & Emotionen

Die romantischen und körperlichen Szenen sind sehr intensiv und atmosphärisch geschrieben, das kann die Autorin definitiv. Für meinen Geschmack waren es stellenweise jedoch etwas viele dieser Szenen, vor allem in Momenten, in denen sie sich nicht ganz natürlich in die Situation eingefügt haben. Was mir im ersten Band besonders gefallen hat, war die langsame Annäherung. Diese feine Entwicklung tritt hier etwas in den Hintergrund zugunsten von mehr Intensität.

Spannung & Handlung

Im Vergleich zum ersten Band gibt es weniger überraschende Wendungen und große Twists. Das sorgt für ein etwas anderes Lesegefühl: weniger „Wow“-Momente, dafür mehr Fokus auf Entwicklung, Atmosphäre und die Gesamtgeschichte.

Trotzdem bleibt die Spannung erhalten, vor allem durch die Frage, wie sich alles zum Ende hin auflösen wird. Besonders ein neuer Handlungsstrang rund um Scarlet zum Ende hin konnte mich nochmal richtig packen.

Kritikpunkte

Trotz der vielen positiven Aspekte sind mir jedoch auch ein paar kleinere Kritikpunkte aufgefallen. Zum einen lag der Fokus weniger stark auf der zentralen Dynamik zwischen Ren und Scarlet, was für mich einen Teil der emotionalen Intensität aus dem ersten Band etwas abgeschwächt hat. Auch die Anzahl an überraschenden Wendungen war geringer. An manchen Stellen hätte ich mir außerdem mehr Klarheit gewünscht. Besonders das Magiesystem, das hier stärker in den Fokus rückt, wirkte zwar spannend, blieb aber nicht immer vollständig greifbar. Gerade gegen Ende gab es Momente, in denen ich mir eine genauere Erklärung gewünscht hätte, um die Abläufe besser nachvollziehen zu können. Auch die verschiedenen Dämonenarten waren interessant, aber nicht immer leicht vorstellbar, wodurch ein Teil der Atmosphäre etwas an Wirkung verloren hat.

Finale

Das Ende ist für mich ein echtes Highlight. Die Autorin nimmt sich Zeit, die Geschichte sauber abzuschließen, gibt einen Ausblick und lässt die Welt nicht einfach abrupt zurück. Genau so sollte ein Finale sein: rund, durchdacht und befriedigend.

Fazit

Insgesamt ist Kiss of the Broken ein würdiges Finale, das die Geschichte rund abschließt, auch wenn es mich nicht ganz so stark begeistern konnte wie der Auftakt. Für mich sind es daher starke 4,5 Sterne – mit Tendenz nach oben, je nachdem, welche Aspekte man persönlich am meisten gewichtet.

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Gelungener Abschluss - 4,5 Sterne
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Starker Anfang, schwache Mitte, starkes Ende

Dire Bound von Sable Sorensen

Direbound ist ein umfangreicher Fantasyroman mit rund 800 Seiten, der durch seinen detailreichen Weltenbau und eine intensive Atmosphäre überzeugt. Besonders positiv fällt auf, dass neben der eigentlichen Handlung auch ein Glossar sowie zusätzliche Informationen zu den verschiedenen Rudeln enthalten sind.

Das erleichtert die Orientierung und verstärkt das Gefühl, in eine komplexe und durchdachte Welt einzutauchen.

Schreibstil & Einstieg

Der Einstieg in die Geschichte ist äußerst gelungen. Bereits das erste Kapitel überzeugt mit einem lockeren, zugänglichen Schreibstil und einem spannenden Beginn, der direkt ins Geschehen zieht. Das erste Kapitel sorgt für einen starken ersten Eindruck und weckt sofort Neugier. Im weiteren Verlauf bleibt der Schreibstil angenehm flüssig, auch wenn es gelegentlich durch sehr verschachtelte Sätze und viele Kommas zu kleinen Lesestolperern kommt. Insgesamt überwiegt jedoch der positive Eindruck deutlich. Auffällig sind zudem die vergleichsweise langen Kapitel mit etwa 20 Seiten, die sich jedoch überraschend angenehm lesen lassen. Trotz ihrer Länge wirken sie weder zu lang noch zu kurz, sondern genau richtig getaktet, sodass man mühelos durch die Geschichte getragen wird.

Atmosphäre & Worldbuilding

Ein großes Plus des Romans ist die dichte und lebendige Atmosphäre. Die Autorinnen nehmen sich viel Zeit für Beschreibungen von Schauplätzen, Kleidung und Figuren, wodurch die Welt sehr greifbar wirkt. Auch Nebenfiguren werden häufig benannt und erhalten zumindest kurze Einordnungen, was die Geschichte authentischer erscheinen lässt. Ein weiterer auffälliger Aspekt ist der teils sehr explizite Umgang mit Gewalt. Einige Szenen sind detailliert und intensiv beschrieben, sodass sie durchaus unangenehm wirken können. Gleichzeitig trägt genau diese Härte zur Authentizität der Welt bei und hebt die Geschichte von anderen Fantasywerken ab. Außerdem ist die Darstellung der unterschiedlichen Rudel und ihrer Eigenheiten gut gelungen.

Handlung & Spannungsverlauf

Der Roman startet stark und bleibt auch über die ersten rund 300 Seiten hinweg spannend und fesselnd. Danach zeigt sich jedoch eine deutliche Schwäche im Mittelteil (ca. Seite 300–500). In diesem Abschnitt verliert die Handlung spürbar an Dynamik, da sich Prüfungs- und Kampfszenen wiederholen und die eigentliche Story kaum voranschreitet. Hinzu kommen teilweise logische Unstimmigkeiten, insbesondere im Umgang mit der Entführung von Meryns Schwester, was das Geschehen stellenweise weniger nachvollziehbar wirken lässt. Gerade dadurch kann das Interesse merklich nachlassen, sodass ein Abbruch ohne äußeren Anstoß durchaus denkbar gewesen wäre.

Ab etwa Seite 500 gewinnt das Buch jedoch deutlich an Stärke zurück. Mysteriöse Elemente treten stärker in den Vordergrund, die Spannung steigt wieder und die Handlung nimmt eine interessante Wendung. Die letzten 250 Seiten sind schließlich äußerst packend und konnten die Geschichte insgesamt deutlich aufwerten.

Charaktere & Dynamik

Die Figuren wirken lebendig und greifbar, was vor allem daran liegt, dass auch weniger relevante Charaktere nicht einfach als Statisten behandelt werden. Besonders innerhalb der Rudel entstehen interessante Dynamiken, die teilweise auch humorvolle oder warme Momente bieten. Die Beziehung zwischen Meryn und ihrem Love Interest entwickelt sich nachvollziehbar, auch wenn der Einstieg durch eine sehr frühe intime Szene zunächst etwas gewöhnungsbedürftig wirkt. Dennoch gelingt es den Autorinnen, die emotionale Verbindung glaubhaft darzustellen.

Spice-Anteil

Der Roman enthält mehrere spicy Szenen, die grundsätzlich gut geschrieben sind. Allerdings wirkt deren Häufigkeit stellenweise etwas überladen. Weniger Szenen hätten der Handlung vermutlich nicht geschadet, sondern sie sogar gestrafft. Zudem gab es Momente, in denen die bildliche Vorstellung dieser Szenen schwerfiel.

Fazit

Direbound ist ein Fantasyroman mit einem sehr starken Anfang und einem noch stärkeren Ende, der jedoch im Mittelteil spürbar schwächelt. Die intensive Atmosphäre, der detailreiche Weltenbau und die lebendigen Charaktere machen das Buch dennoch zu einem lohnenswerten Leseerlebnis.

Gerade im Hinblick auf die Handlung zeigt sich jedoch deutliches Ausbaupotenzial: Vor allem im Mittelteil verliert die Story an Fokus, wiederholt sich und wirkt stellenweise zu langatmig, was den Lesefluss bremst. Bestimmte Entscheidungen und Entwicklungen erscheinen nicht immer ganz stimmig, was das Eintauchen in die Geschichte stellenweise beeinträchtigt. Selbst im starken letzten Drittel werden einige interessante Motive erst spät eingeführt und können ihr Potenzial daher nicht vollständig entfalten.

Nichtsdestotrotz überzeugt das Buch durch seine Atmosphäre, den fesselnden Schreibstil und die gelungenen Figurenkonstellationen. Besonders das Ende zeigt, welches Potenzial in der Geschichte steckt, und macht Hoffnung, dass der zweite Band genau an dieser Stärke anknüpfen und von Beginn an ein höheres Spannungsniveau halten kann.

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Starker Anfang, schwache Mitte, starkes Ende
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Randnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Zerbrechlich, intensiv und doch nicht vollständig - 3,5 Sterne

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1) von Maxine Reuker

In Und alles zerbricht begleiten wir Mila auf einer sehr intensiven und persönlichen Reise. Durch verschiedene Umstände gerät sie in eine Essstörung, und als Leser erleben wir diesen Prozess hautnah mit. Das Buch zeigt nicht nur, wie es dazu kommt, sondern auch, wie Mila damit kämpft, wie sie ihren Alltag bewältigt und welche inneren Konflikte sie austrägt.

Besonders diese intime Darstellung ihrer Gedankenwelt ist ein zentrales Element der Geschichte und gleichzeitig ihr größtes Highlight.

Schreibstil & Erzählweise
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Durch die Ich-Perspektive wird Milas innere Zerrissenheit besonders greifbar, was die emotionale Wirkung deutlich verstärkt. Der Einstieg gelingt schnell, und man findet sich rasch in der Geschichte wieder. Auch das Tempo ist über weite Strecken gut gewählt, es passiert kontinuierlich etwas, ohne dass es sich zieht.

Charaktere & Beziehungen
Die Figuren sind vielschichtig und interessant gestaltet. Besonders die enge Verbindung zwischen den beiden Familien und die daraus entstehende Dynamik, inklusive Freundschaft, Verlust und Veränderung, wird überzeugend dargestellt. Das Zerbrechen dieser Verbindungen durch Milas Umzug bringt zusätzliche emotionale Tiefe in die Handlung. Insgesamt wirken die Charaktere authentisch und tragen die Geschichte sehr gut.

Klinikdarstellung & Authentizität
Die Darstellung des Klinikalltags wirkt größtenteils authentisch und nachvollziehbar. Man bekommt einen guten Einblick in die Strukturen und den Umgang mit der Thematik. Dennoch gibt es einzelne Aspekte, insbesondere im Zusammenhang mit bestimmten Entwicklungen rund um den Klinikaufenthalt, die kritisch betrachtet werden können und ein etwas unangenehmes Gefühl hinterlassen.

Kritikpunkte – Romantik & Ende
Ein wesentlicher Kritikpunkt liegt in der Entwicklung der romantischen Handlung. Ab etwa drei Viertel des Buches nimmt die Geschichte eine Richtung ein, die nicht ganz stimmig wirkt. Die romantische Plotline entwickelt sich für mein Empfinden zu schnell und rückt zu stark in den Vordergrund. Die Dynamik zwischen den beiden wirkte auf mich nicht ganz greifbar und teilweise wenig authentisch. Auch wenn der Love Interest als Figur viele sehr schöne, beinahe „perfekte“ Eigenschaften mitbringt und sich entsprechend fürsorglich verhält, konnte ich die Beziehung emotional nicht wirklich nachempfinden.
Hinzu kommen Aspekte wie der Altersunterschied sowie bestimmte Hintergründe im Kliniksetting, die für mich ein leicht unangenehmes Gefühl erzeugt haben. Gerade im Zusammenspiel mit der sehr schnell voranschreitenden Entwicklung hat das dazu geführt, dass mich dieser Teil der Geschichte nicht überzeugen konnte. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus weiterhin stärker auf Freundschaft und persönlicher Entwicklung liegt und romantische Aspekte erst in einem Folgeband mehr Raum bekommen.

Auch das Ende wirkt dadurch nicht ganz rund. Zwar ist klar, dass die Geschichte in Band 2 fortgesetzt wird, dennoch hinterlässt der Abschluss des ersten Bandes ein Gefühl von Unvollständigkeit.

Fazit
Und alles zerbricht ist ein emotionales und intensives Buch, das besonders durch seine authentische Darstellung einer Essstörung und die starke Innensicht der Protagonistin überzeugt. Wer sich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchte, wird hier definitiv fündig, sollte sich aber auch der potenziellen Trigger bewusst sein.

Trotz der gelungenen Figuren und des starken Einstiegs verliert die Geschichte gegen Ende etwas an Balance, insbesondere durch die romantische Entwicklung. Mit einem anderen Schwerpunkt hätte das Buch für mich noch mehr überzeugen können. Insgesamt dennoch eine lesenswerte Geschichte mit viel emotionaler Tiefe.

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Zerbrechlich, intensiv und doch nicht vollständig - 3,5 Sterne