Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Francesca :
Originell, atmosphärisch und fantastisch - 3,5 Sterne
Juli im Land der Zeitgeister von Wieland Freund
Kurzmeinung: Originelle, märchenhafte Geschichte mit toller Atmosphäre, besonderen Figuren und einer tollen Idee rund um die Zeit. - 3,5 bis 4 Sterne
Juli im Land der Zeitgeister war für mich wirklich mal etwas komplett anderes! So eine Geschichte habe ich bisher tatsächlich noch nicht gelesen oder gehört und genau diese Originalität hat mir richtig gut gefallen.
Die Geschichte startet direkt und man ist sofort mitten im Geschehen. Juli landet in einer Welt, in der die Zeit stillsteht und es einfach immer 14:30 Uhr ist, allein diese Idee fand ich schon richtig cool. Dazu kommen jede Menge spannende Figuren: der kleine Zeitgeist Trim, ein Zauberer, eine Hexe, ein Uhrenmacher und noch einige mehr. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wie sie die Zeit wieder zum Laufen bringen können.
Besonders schön fand ich die Atmosphäre. Teilweise war die Geschichte richtig märchenhaft und hat ein tolles Gemeinschaftsgefühl vermittelt. Auch Juli mochte ich als Charakter sehr gerne. Und obwohl ich normalerweise kein großer Fan von Erzählern bin, hat mir der Erzähler hier wirklich gut gefallen. Ich hatte schnell das Gefühl, in die Geschichte hineingezogen zu werden und sie würde mir direkt erzählt werden. Ein kleines Highlight waren für mich auch die kurzen Sätze am Anfang jedes Kapitels, die ganz grob andeuten, was einen im nächsten Abschnitt erwartet. Das hat für mich jedes Kapitel schön eingeleitet, ohne zu viel vorwegzunehmen.
Trotzdem hat mir im Nachhinein beim Worldbuilding ein bisschen etwas gefehlt. Wir bekommen zwar viele fantastische Elemente und Figuren präsentiert, aber die Welt und ihre Regeln werden teilweise nur sehr wenig erklärt. Was genau die Zeitgeister können, welche Rolle bestimmte Figuren haben oder wie Juli diese Welt eigentlich kennt bzw. in welchem Verhältnis ihre normale Welt dazu steht, blieb für mich teilweise offen. Während des Hörens hat mich das gar nicht so sehr gestört, erst nach dem Ende sind mir einige offene Fragen aufgefallen. Gerade mit Blick auf die Zielgruppe ab 9 Jahren hätte ich mir an manchen Stellen noch ein paar zusätzliche Erklärungen gewünscht.
Trotzdem hatte ich wirklich viel Spaß mit der Geschichte. Sie ist fantasievoll, originell und einfach mal etwas anderes. Ich glaube, gerade Kinder können hier richtig viel entdecken und Spaß an dieser besonderen Welt haben. Aber auch als Erwachsene hatte ich definitiv meine Freude daran.
Für mich sind es 3,5 bis 4 Sterne, mit einer richtig tollen Grundidee, bei der ich mir beim Worldbuilding einfach noch ein kleines bisschen mehr gewünscht hätte.
Unterhaltsam, aber mit Startschwierigkeiten
Fantastic Friends 1: Tausche Mathe gegen Drache von Sabrina J. Kirschner
Zwischendurch greife ich ganz gerne mal zu einem Kinderbuch, vor allem wenn ein bisschen Fantasy dabei ist. Bei Fantastic Friends 1: Tausch Mathe gegen Drache hatte ich allerdings erstaunlich große Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzukommen.
Gerade am Anfang wird man ziemlich direkt ins Geschehen geworfen und es gibt direkt einige Figuren und Orte.
Dadurch war ich erstmal etwas verloren und musste den Anfang mehrfach wiederholen. Auch im weiteren Verlauf hatte ich manchmal das Gefühl, dass ich nicht ganz so nah an den Figuren dran bin, wie ich es mir gewünscht hätte.
Dazu kam, dass ich mir von der Geschichte aufgrund des Titels und Covers etwas anderes erwartet hatte. Unterhalten hat sie mich trotzdem und als leichte Fantasygeschichte für zwischendurch funktioniert sie auf jeden Fall.
Für mich insgesamt eine nette Geschichte, die mich aber leider nicht ganz abholen konnte. Für mich sind es solide 3 Sterne
Atmosphärisch, spannend und voller kleiner Brotkrumen - 4,5 Sterne
Die Nachbarin. Lass sie nicht in dein Haus. von Nova Winter
Mit dem Jahreszeitenwechsel in Richtung Herbst hatte ich mal wieder richtig Lust auf einen Thriller und Die Nachbarin von Nova Winter hat mir dabei unglaublich viel Spaß gemacht.
Was ich an Thrillern besonders liebe, ist dieses ständige Theorien-Spinnen: Man glaubt, endlich zu wissen, was passiert, verwirft die Theorie wieder, baut sich eine neue zusammen und denkt irgendwann nur noch: „Okay, dann muss es DAS sein!“ Genau dieses Hin und Her hat hier für mich richtig gut funktioniert.
Ich wollte die ganze Zeit weiterhören, weil immer wieder kleine neue Hinweise und Brotkrumen eingestreut wurden.
Erzählt wird die Geschichte dabei grundsätzlich über eine Erzählerstimme. Normalerweise bin ich gar nicht der größte Fan davon, weil ich gerade bei Thrillern unheimlich gerne ganz nah an den Figuren dran bin und Geschichten in der Ich-Perspektive deshalb oft lieber mag. Hier hat mich das aber erstaunlich wenig gestört. Denn zusätzlich bekommen wir immer wieder ganz punktuell Einblicke aus den Perspektiven anderer Figuren. Diese kurzen Kapitel bzw. Perspektivwechsel sind wirklich schön eingesetzt: Sie geben uns kleine Puzzleteile und neue Brotkrumen, ohne direkt zu viel vorwegzunehmen. Dadurch konnte ich die ganze Zeit weiter Theorien spinnen und war mir trotzdem nie ganz sicher, ob ich tatsächlich auf der richtigen Spur bin.
Auch die Länge hat für mich gut funktioniert. Es gab eigentlich keine wirklichen Längen und gerade zum Ende hin wurde es noch einmal richtig spannend. Die Auflösung selbst hat mir grundsätzlich gefallen, auch wenn mir die Art, wie sie erzählt und aufgelöst wurde, nicht ganz so zugesagt hat. Zum Ende hin ging plötzlich sehr viel auf einmal, wodurch es teilweise etwas hektisch wurde. Ich musste ein paar Stellen noch einmal wiederholen, um wirklich alles mitzubekommen, gerade bei einem Hörbuch nimmt das für mich ein bisschen den Flow raus.
Für die vollen fünf Sterne hat mir am Ende einfach noch ein kleines bisschen etwas gefehlt, vor allem bei der konkreten Auflösung und ihrem Erzählstil. Aber: Ich hatte richtig viel Spaß beim Hören und würde definitiv wieder zu einem Buch von Nova Winter greifen.
Die Nachbarin bekommt deshalb 4.5 Sterne mit klarer Tendenz nach oben und damit ziemlich nah an den fünf Sternen.
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt
Unshame von Louisa Dellert
Ich lese eigentlich kaum Sachbücher, aber bei Unshame hat mich das Thema einfach interessiert und ich wurde wirklich positiv überrascht. Luisa Dellert behandelt unglaublich viele verschiedene Themen rund um den weiblichen Körper, das Frausein, Schönheitsideale, Schönheits-OPs und das soziale Miteinander.
Besonders schön fand ich dabei die sehr persönlichen Einblicke, weil dadurch eine gewisse Nähe zu den Themen entstanden ist und man vieles nochmal aus einer anderen Perspektive betrachten konnte.
Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat: Nach jedem Kapitel gibt es eine Art kleines „Unshame“-To-do. Man wird nicht nur dazu angeregt, sich selbst mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen, sondern auch das eigene Verhalten gegenüber anderen zu hinterfragen. Gerade bei Themen wie Körperbewertung oder Kommentaren über das Äußere fand ich das sehr gelungen, weil man sich dadurch auch mal selbst ein bisschen ertappt fühlt.
Ein kleiner Kritikpunkt war für mich das Ende. Zum Schluss hatte ich das Gefühl, dass noch ein paar Themen offen bzw. nicht angesprochen wurden, die ich gerne noch gehört hätte. Dadurch kam das Ende für mich etwas abrupt und nicht ganz rund.
Insgesamt aber wirklich ein sehr gelungenes Sachbuch mit wichtigen Themen, persönlichen Einblicken und vielen Denkanstößen. Gerade weil ich sonst kaum Sachbücher lese, hat mich Unshame positiv überrascht. Sachbücher zu bewerten finde ich ehrlich gesagt etwas schwieriger, da ich in dem Genre noch nicht so viel gelesen habe, aber für mich liegt Unshame definitiv irgendwo bei 4 bis 4,5 Sternen.
Überraschend düster und unterhaltsam - 4,5 Sterne
Dracula & Töchter (Dracula & Töchter 1) von Emma Carroll
Ich wollte mit Dracula & Töchter mein erstes etwas gruseligeres Buch für den Herbst starten und habe dafür einfach mal wieder zu einem Jugendbuch gegriffen. Ich hatte wirklich richtig viel Spaß mit der Geschichte.
Das lag zum einen natürlich am Thema, aber auch am Setting und an der gesamten Handlung.
Der Einstieg war für mich allerdings erstmal ein bisschen schwierig, weil man wirklich sehr schnell in die Geschichte hineingeworfen wird. Wir lernen Mina direkt in der Ich-Perspektive kennen, während sie gerade auf einem Friedhof unterwegs ist und ab da geht die Geschichte eigentlich auch schon richtig los.
Wie man am Titel vermutlich schon erahnen kann, spielen Vampire eine ziemlich große Rolle. Die Umsetzung der Vampire hat mir dabei wirklich gut gefallen. Es gibt viele Dinge, die man aus anderen Vampirgeschichten schon kennt, aber gleichzeitig wurde einiges neu interpretiert. Sehr gerne mochte ich auch das Dreiergespann aus den drei Mädchen. Die drei sind doch ziemlich unterschiedlich und gerade dadurch hat die Dynamik zwischen ihnen richtig Spaß gemacht. Man begleitet die drei durch die unterschiedlichsten Situationen und auch die Nebencharaktere fand ich größtenteils sehr interessant.
Ein kleiner Kritikpunkt war für mich allerdings das Worldbuilding. Das wird leider eher angerissen. Es wird zwar einiges erklärt, aber ich hätte mir trotzdem noch mehr gewünscht. Gerade die Stadt und die verschiedenen Orte konnte ich mir teilweise nicht so richtig vorstellen, weil man ziemlich schnell in die jeweiligen Gegebenheiten hineingeworfen wird. Ein bisschen mehr Einführung hätte mir hier wirklich geholfen. Auch bei Mina und ihrem besten Freund Varney hatte ich ein kleines Problem. Die Handlung dreht sich sehr stark um ihn und darum, ihn zu retten. Ich hatte Schwierigkeiten, eine richtige Verbindung zu ihm aufzubauen, weil wir am Anfang des Buches keine Szenen mit ihm bekommen, wir bekommen zwar immer wieder kleine Informationen über ihn und Mina erzählt auch mal etwas über ihre gemeinsame Vergangenheit, aber für mich war es teilweise schwierig nachzuvollziehen, warum seine Rettung für die Figuren emotional so unglaublich wichtig ist. Ich habe natürlich verstanden, dass er ihnen sehr viel bedeutet, aber mir selbst hat dafür einfach ein bisschen die Grundlage gefehlt.
Auch als Hörbuch hat mir die Geschichte gut gefallen. Die Sprecherin passt super zur jungen Zielgruppe und zu Mina. In dynamischen Szenen wird sie teilweise sehr laut, wodurch der Wechsel zurück zum normalen Monolog für mich manchmal etwas zu abrupt wirkte.
Fazit: Insgesamt war Dracula & Töchter für mich ein richtig schöner Einstieg in die herbstliche Lesestimmung. Die Geschichte, das Dreiergespann und die düstere Atmosphäre haben für mich sehr gut funktioniert. Ich hätte mir aber beim Worldbuilding und bei der Beziehung zwischen Mina und Varney noch etwas mehr gewünscht, aber ansonsten hatte ich wirklich viel Spaß mit der Geschichte.
Kleiner Reminder zur Altersangabe: Das Buch ist ab 10 Jahren empfohlen. Ich persönlich würde es eher ab 12 Jahren einordnen, wobei das natürlich sehr individuell ist. Es geht doch recht detailliert um Tod, Beerdigungen und das Töten bzw. Sezieren von Vampiren. Gerade die Beschreibungen rund um Brustkorb, Herz und Organe könnten für jüngere Leser:innen schon ziemlich gruselig sein.
Coole Idee, aber da geht noch mehr - 3,5 Sterne
K-Pop Academy 1: Tanz der Dämonen von Mina Finch
Ich hatte mit der Welt von K-Pop Demon Hunters echt Spaß, deshalb musste ich natürlich auch zu K-Pop Academy greifen.
Die Geschichte selbst fand ich als Einstieg wirklich spannend: Die Kombination aus K-Pop, Tanz, Performance und Dämonenjagd hat mir gut gefallen. Allerdings hätte die Geschichte für meinen Geschmack ruhig etwas länger sein dürfen.
Gerade gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass plötzlich die Luft raus war und es dann ziemlich abrupt vorbei war. Während ich am Anfang noch richtig interessiert war, hat mein Interesse ungefähr ab der Mitte bzw. im letzten Drittel leider etwas nachgelassen.
Das Hörbuch hat zwischendurch Soundeffekte und Musik im Hintergrund. Die Soundeffekte fand ich richtig cool und schön punktuell eingesetzt, gerade bei Auftritten oder wenn im Hintergrund Stimmen zu hören waren. Die kurzen Musikszenen zwischendurch haben mich dagegen manchmal eher aus der Szene gerissen, weil die Handlung danach eigentlich direkt weiterging.
Insgesamt aber eine nette, kurzweilige Geschichte, die mich trotz ihrer Kürze gut unterhalten konnte. Für mich solide 3,5 Sterne.
Wetterchaos, Neckereien & ganz viel Chemie - 4,5 Sterne
In Stormy Weather von Chelsea Curto
In Stormy Weather hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht und zwar im absolut positiven Sinne. Ich bin ohne riesige Erwartungen reingegangen und hatte am Ende einfach viel Spaß mit dem Buch.
Wir begleiten Quincy und Sebastian abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Die Aufteilung wirkt grundsätzlich ziemlich ausgeglichen, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass wir ein kleines bisschen mehr von Quincy erfahren.
Und genau das fand ich super spannend, denn sie ist Meteorologin mit Doktortitel und betreibt einen Social-Media-Kanal rund ums Wetter. Diese täglichen Wetter-Updates und das ganze Content-Creator-Thema haben mich total gecatcht.
Was mich aber wirklich überrascht hat: Das Wetterthema ist hier nicht einfach nur Kulisse. In vielen Büchern wird so ein besonderer Beruf einmal erwähnt und dann nie wieder richtig aufgegriffen. Hier zieht sich das Thema komplett durch die Geschichte. Es gibt viele Szenen, in denen Quincy Unwetter analysiert, über Hoch- und Tiefdruckgebiete spricht und erklärt, wie bestimmte Wetterlagen entstehen. Das ging teilweise sogar richtig ins Detail und genau das hat mir unglaublich gut gefallen. Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Romance-Buch lese und dabei plötzlich echtes Interesse an Meteorologie entwickle
Außerdem fand ich es richtig stark, dass auch die Probleme von Frauen in MINT-Berufen thematisiert werden. Quincy muss sich immer wieder anhören, dass ihre Expertise oder sogar ihr Doktortitel infrage gestellt werden. Das wurde nicht nur kurz angerissen, sondern wirklich spürbar in die Geschichte eingebaut.
Kommen wir zu Sebastian: Das Buch wird als Rivals to Lovers vermarktet, aber ehrlich gesagt würde ich es eher als Neckereien mit offensichtlicher Anziehung beschreiben. Sie fauchen sich zwar manchmal an, aber man merkt von Anfang an, dass da etwas zwischen ihnen ist. Die Kosenamen und dieser süße Unterton haben mir total gefallen. Die Chemie zwischen Quincy und Sebastian war für mich ein großer Pluspunkt. Es sind nicht die großen dramatischen Gesten, sondern die vielen kleinen Momente, Blicke, Kommentare und Gewohnheiten zwischen ihnen, die sich mit der Zeit richtig schön aufgebaut haben.
Besonders mochte ich, dass sich ihre Beziehung organisch entwickelt. Sie verbringen wirklich viel Zeit miteinander, und die Geschichte nimmt sich dafür auch Zeit. Es gibt Zeitsprünge von einem Monat, zwei Monaten und später sogar einem Jahr. Dadurch hatte ich nie dieses „Wir hatten drei Dates und sind plötzlich unsterblich verliebt“-Gefühl, das mich in anderen Romance-Büchern oft stört. Ein weiteres großes Plus war die Freundestruppe. Die Dynamik zwischen Quincy, Mia, Sebastian und den anderen wirkte unglaublich natürlich und authentisch. Teilweise hatte ich sogar ein leichtes Found-Family-Gefühl, weil man einfach gemerkt hat, wie lange diese Menschen schon miteinander verbunden sind. Ich würde tatsächlich sofort weitere Bände über die anderen Figuren lesen.
Was ich außerdem interessant fand: Ich hatte am Anfang mit einer etwas anderen Richtung der Geschichte gerechnet und habe lange darauf gewartet, dass etwas Bestimmtes passiert. Es kam dann doch anders als erwartet. Ich kann gar nicht sagen, ob ich meine ursprüngliche Idee besser gefunden hätte aber überrascht wurde ich auf jeden Fall.
Jetzt zu meinen kleinen Kritikpunkten: Es gab leider ein paar Spicy-Szenen, die für mich viel zu lang waren. Wirklich so lang, dass ich irgendwann dachte: Okay, wie lange geht das bitte noch? Im Hörbuch waren das gefühlt über zehn Minuten am Stück, und ich habe die späteren ähnlichen Szenen tatsächlich einfach übersprungen. Ich mag Spicy-Szenen eher kurz und punktuell, und hier haben sie mich eher aus der Geschichte rausgezogen. Genau deshalb ist es für mich am Ende keine volle 5-Sterne-Bewertung, sondern 4,5 Sterne.
Fazit: In Stormy Weather ist für mich eine richtig gelungene Romance mit einem ungewöhnlich starken Wetter-/Meteorologie-Fokus, authentischer Freundesdynamik und einer Beziehung, die sich angenehm natürlich entwickelt. Wären die sehr langen Spicy-Szenen nicht gewesen, hätte das Buch für mich locker die 5 Sterne geknackt. So bleibt es bei 4,5 von 5 Sternen
Interessante Ideen, aber nicht ganz mein Buch
Fünf Tage im Licht von Rhiannon Lucy Cosslett
Fünf Tage im Licht hat bei mir ziemlich gemischte Gefühle hinterlassen. Es ist eines dieser Bücher, bei denen ich einige Aspekte wirklich mochte, während andere dafür gesorgt haben, dass ich nie komplett in die Geschichte eintauchen konnte. Gerade die Themen fand ich originell und wichtig, die Umsetzung hat mich jedoch leider nicht vollständig abgeholt.
Wir begleiten die Malerin Sophie aus der Ich-Perspektive, die gemeinsam mit ihren Freundinnen ein paar Tage auf einer Insel verbringt. Zwischen den eigentlichen Kapiteln gibt es immer wieder Abschnitte, in denen Kunstwerke beziehungsweise die Künstlerinnen direkt angesprochen werden. Die Erzählerin spricht die Malerinnen mit "du" an und erzählt von ihrem Leben, den Umständen, unter denen die Werke entstanden sind, und den Geschichten hinter den Bildern.
Gerade als Hörbuch hat mich das am Anfang allerdings unglaublich verwirrt, das ist im Buch wahrscheinlich einfacher nachzuvollziehen. Ich wusste häufig gar nicht, was gerade passiert oder warum plötzlich diese Perspektive gewechselt wird. Die Übergänge waren für mich nicht immer klar genug und ich musste mehrfach zurückspulen, weil ich zunächst gar nicht verstanden habe, welchen Bezug diese Passagen zur eigentlichen Handlung haben. Erst später habe ich mich daran gewöhnt und konnte den Mehrwert besser erkennen. Im Nachhinein fand ich diese Einschübe sogar ganz interessant, weil sie den Blick auf verschiedene Künstlerinnen und ihre Lebensgeschichten erweitern. Einige der erwähnten Malerinnen kannte ich vorher gar nicht und war danach tatsächlich neugierig, mehr über sie zu erfahren.
Grundsätzlich beschäftigt sich das Buch mit Themen wie weiblicher Selbstbestimmung, der Lust von Frauen, Selbstfindung und der Rolle der Frau in der Kunst. Genau diese Themen haben mir wirklich gefallen. Immer wieder gibt es Sätze oder Gedanken, die zum Nachdenken anregen und die ich sehr gelungen fand. Auch das Setting hat mir richtig gut gefallen. Die sommerliche Atmosphäre war für mich jederzeit spürbar. Das Schwimmen, die Insel, Sommerkleider und die allgemeine Leichtigkeit dieser Tage haben eine schöne Stimmung erzeugt und konnten mich immer wieder abholen.
Was mir dagegen deutlich schwerer gefallen ist, war der Erzählstil. Die Handlung kommt insgesamt eher schleppend voran und Sophie erzählt ihre Geschichte oft so, als würde sie in einem Tagebuch auf ihr Leben zurückblicken. Dabei springt sie ständig zwischen verschiedenen Zeitpunkten hin und her. Plötzlich befindet sie sich viele Jahre in der Zukunft, erzählt in wenigen Sätzen, was später einmal passieren wird, und kurz darauf sind wir wieder auf der Insel. Im Hörbuch war das manchmal ziemlich verwirrend. Wäre nicht immer wieder erwähnt worden, wie alt Sophie gerade ist, hätte ich häufig gar nicht gewusst, in welcher Zeitebene ich mich befinde. Vor allem fand ich schade, dass dadurch viele wichtige Entwicklungen und Ereignisse einfach vorweggenommen werden. Ich hätte diese Momente viel lieber gemeinsam mit Sophie erlebt, anstatt sie nur in wenigen Sätzen erzählt zu bekommen. Dadurch ging für mich einiges an emotionaler Wirkung verloren.
Was ich dem Buch allerdings sehr zugutehalten muss, ist die Charakterzeichnung. Sophie ist keine perfekte Protagonistin. Sie trifft Entscheidungen, die anderen wehtun, verhält sich manchmal egoistisch oder verletzend und macht Fehler. Trotzdem konnte ich ihre Gedanken oft nachvollziehen. Gerade dieses Unperfekte hat sie für mich glaubwürdig gemacht. Statt einer makellosen Hauptfigur bekommt man hier einen Menschen mit Ecken und Kanten, bei dem man sich selbst immer wieder fragt, ob man ihre Entscheidungen nachvollziehen kann oder eben nicht. Das fand ich sehr gelungen.
Mein Fazit: Letztendlich hat mich Fünf Tage im Licht trotzdem nicht vollständig überzeugt. Ich mochte die Themen, die Denkanstöße und auch viele der Figuren. Die Erzählweise mit ihren vielen Zeitsprüngen sowie die Tatsache, dass wichtige Entwicklungen oft nur erzählt statt erlebt werden, haben für mich jedoch dafür gesorgt, dass ich emotional auf Abstand geblieben bin
Ein Roman mit spannenden Themen, einer glaubwürdigen Hauptfigur und einer schönen sommerlichen Atmosphäre, dessen ungewöhnlicher Erzählstil und die vielen Gedanken bzw. Zeitsprünge für mich jedoch mehr Distanz als Nähe geschaffen haben.
Freundschaft, Sommer und eine große Portion Leichtigkeit
Seaside Sisters 1: Lenes Inselsommerglück von Mia Andersen
Ich habe mit diesem Buch einfach eine richtig schöne Zeit gehabt. Es hat mir von Anfang an unglaublich viel Spaß gemacht und mir absolute Sommergefühle gegeben. Genau nach so einem Buch greife ich zwischendurch total gerne. Ich lese und höre immer mal wieder Jugendromane oder auch Kinderbücher, weil sie einfach eine gewisse Leichtigkeit mitbringen.
Die Themen sind unbeschwert, die Geschichten süß und man kann sich einfach für ein paar Stunden wohlfühlen und genau das hat dieses Buch für mich perfekt geschafft.
Schon der Einstieg hat mich total abgeholt. Man kommt super leicht in die Geschichte hinein, der Schreibstil ist locker, humorvoll und die Dialoge machen einfach Spaß. Die Autorinnen schaffen es wirklich, eine ganz besondere Leichtigkeit zu vermitteln, sodass ich sofort das Gefühl hatte, einfach mit auf der Insel zu sein.
Besonders gefallen hat mir auch das norddeutsche Setting. Gerade am Anfang wird der Norden mit kleinen Redewendungen und Begriffen so liebevoll eingefangen, dass ich richtig schmunzeln musste. Das hatte unglaublich viel Charme und hat für mich direkt die Atmosphäre ausgemacht. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass dieser norddeutsche Flair das ganze Buch über noch etwas präsenter geblieben wäre. Gerade diese kleinen sprachlichen Besonderheiten fand ich einfach unglaublich süß.
Der Schreibstil hat mir insgesamt richtig gut gefallen. Es gibt immer wieder total süße Formulierungen. Besonders die Bezeichnung "Brausepulver" für das Verliebtsein fand ich beim ersten Mal einfach zuckersüß. Das hat so viel Charme und passt perfekt zu dieser lockeren Geschichte. Irgendwann wurde dieser Begriff allerdings ziemlich oft verwendet, wodurch er für mich leider ein wenig von seinem Zauber verloren hat. Ich hätte es schön gefunden, wenn stattdessen noch mehr kreative und niedliche Umschreibungen dazugekommen wären.
Die Figuren mochte ich total gerne. Wir begleiten vor allem zwei Zwillingsschwestern, ihre Freundin und später noch ein weiteres Mädchen. Ich habe die Gruppe wirklich schnell ins Herz geschlossen. Besonders schön fand ich, dass das Buch gar nicht auf ein großes Ziel oder einen riesigen Spannungsbogen hinauswill. Stattdessen begleitet man die Freundinnen einfach durch ihren Sommer, erlebt kleine Alltagssituationen mit ihnen und lässt sich von der Geschichte treiben, genau das hat für mich den Charme des Buches ausgemacht. Bei der Länge hätte ich auch gar keine riesigen Entwicklungen erwartet, stattdessen bekommt man einfach viele harmonische, niedliche Momente miteinander, und das hat für mich wunderbar funktioniert.
Ich wirklich unglaublich viel Spaß mit diesem Buch. Es ist leicht, warmherzig, sommerlich und genau das Richtige, wenn man einfach mal abschalten möchte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch die Folgebände zu hören, weil ich einfach gerne noch mehr Zeit mit den Figuren verbringen möchte.
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. Ich glaube, wenn man das Buch ausschließlich danach bewertet, was es sein möchte, nämlich eine leichte, sommerliche Geschichte über Freundschaft, Ferien und das Inselleben, dann ist das für viele bestimmt sogar ein Fünf-Sterne-Buch. Im Vergleich zu anderen Büchern, die mich insgesamt noch etwas mehr begeistern konnten, reicht es für mich am Ende aber für sehr starke vier Sterne, und die hat es sich definitiv verdient.
Gute Ideen, aber leider mehr Verwirrung statt Lesegenuss - 2,5 Sterne
We Who Will Die von Stacia Stark
Mit diesem Buch bin ich aufgrund der vielen begeisterten Rezensionen und hohen Bewertungen mit entsprechend hohen Erwartungen gestartet. Leider konnte die Geschichte diese Erwartungen für mich über weite Strecken nicht erfüllen.
Mein größtes Problem war der Einstieg. Die ersten 30 % des Buches empfand ich als äußerst verwirrend und unstrukturiert.
Man wird direkt in die Handlung geworfen, ohne ausreichend Orientierung zu erhalten. Die Hintergründe der Welt werden nur angedeutet, zahlreiche Figuren und Orte werden eingeführt, ohne dass ihre Bedeutung klar wird, und wichtige Zusammenhänge bleiben lange unverständlich. Zusätzlich erschwerte der Schreibstil den Einstieg, da immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewechselt wird. Da ich bereits Schwierigkeiten hatte, die aktuelle Handlung einzuordnen, sorgten diese Rückblenden eher für zusätzliche Verwirrung als für mehr Tiefe.
Tatsächlich habe ich das Buch mehrfach zur Seite gelegt und erst im dritten Anlauf vollständig konsumiert. Die ersten 30 % hätten für mich kaum mehr als einen Stern verdient.
Ab etwa 30 % wurde die Geschichte etwas zugänglicher. Nach und nach verstand ich zumindest die wichtigsten Figuren und einige Hintergründe besser. Dennoch musste ich häufig Szenen wiederholen, um Zusammenhänge nachvollziehen zu können. Selbst am Ende des Buches hatte ich nicht das Gefühl, wirklich alle Verbindungen zwischen den Figuren verstanden zu haben.
Zwischen 45 % und 65 % begann die Geschichte schließlich, mich zumindest stellenweise zu unterhalten. Einige Dynamiken zwischen den Charakteren funktionierten besser, einzelne Szenen konnten mich überzeugen und das Lesen beziehungsweise Hören fühlte sich nicht mehr dauerhaft anstrengend an. Ab ungefähr 65 % nahm die Handlung für mich deutlich Fahrt auf. Die Dialoge wurden stärker, die emotionalen Momente funktionierten besser und ich konnte erstmals eine gewisse Verbindung zu einzelnen Figuren aufbauen. Auch die Richtung der Handlung wurde klarer, wodurch Spannung entstand.
Besonders die letzten 20 % haben mir schließlich wirklich gut gefallen. Endlich hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte wusste, worauf sie hinarbeitet. Die Spannung zog spürbar an, wichtige Nebenfiguren bekamen mehr Gewicht und die Handlung entwickelte sich in eine interessante Richtung. Schade war allerdings, dass dieser Punkt erst so spät erreicht wurde.
Das grundlegende Konzept der Geschichte fand ich durchaus spannend. Die Gladiatorenkämpfe, die Herrschaft des Vampirimperators und die Andeutungen einer möglichen Revolution bieten viel Potenzial. Auch die verschiedenen Spezies und die politischen Machtstrukturen klangen interessant. Für mich blieb dieses Potenzial jedoch weitgehend unausgeschöpft. Viele Ideen wurden eher angerissen als wirklich vertieft.
Mit den Figuren hatte ich ebenfalls Schwierigkeiten. Zu Arvelle konnte ich erst gegen Ende eine gewisse Beziehung aufbauen. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht überzeugen, da sowohl die Hauptfigur als auch die Love Interests für mich über weite Strecken zu blass und wenig greifbar wirkten. Tatsächlich fand ich die Beziehung zwischen Arvelle, und ihren Brüdern sowie ihrer Freundinnen deutlich interessanter als die romantischen Aspekte der Geschichte. Die beiden männlichen Hauptfiguren blieben für mich weitgehend irrelevant und konnten keine emotionale Bindung erzeugen.
Insgesamt bleibt für mich ein sehr gemischter Eindruck zurück. Während das letzte Drittel einige starke Momente bietet und das Grundkonzept vielversprechend ist, waren die langen Phasen der Verwirrung, die Vielzahl an Figuren und die fehlende Orientierung für mich zu große Schwächen. Das Ende konnte die Probleme des Einstiegs und der ersten Hälfte leider nicht mehr ausgleichen.
Fazit: Eine interessante Grundidee mit einem gelungenen Finale, die für mich jedoch unter einem sehr schwachen und verwirrenden Einstieg sowie wenig greifbaren Figuren leidet. Da ein großer Teil des Buches für mich nicht funktioniert hat, werde ich die Reihe nicht weiterverfolgen und kann sie nicht empfehlen.











