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Rezensionen von ekiam:

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Einfühlsame Hilfe im Umgang mit Wut für die Kleinsten

Wenn liebe Waschbären wütend sind von Sandra Grimm

Der kleine Waschbär ist sooooo wütend, weil der Elch seinen Apfel gefressen hat. Auf der Suche nach einem Weg, mit diesem starken Gefühl umzugehen, fragt er andere Tiere um Rat. Jedes Tier erzählt ihm, was ihm hilft, die Wut zu bewältigen.

Das Buch ist wunderbar auf die junge Zielgruppe abgestimmt.

Schon der Auslöser für die Wut ist für Kinder leicht nachvollziehbar – wer kennt es nicht, wenn einem etwas weggenommen oder einfach aufgegessen wird? Auch die Lösungsansätze der Tiere sind kindgerecht, leicht verständlich und für Kinder ab etwa zwei Jahren gut umsetzbar, ohne sie zu überfordern.
Die Texte sind bewusst einfach und kurz gehalten. Besonders gelungen ist die Übersichtsseite am Ende des Buches: Sie greift die vorgestellten Strategien noch einmal auf und lädt Kinder und Eltern dazu ein, gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen und eigene Wege im Umgang mit Wut zu finden.

Die Illustrationen sind zauberhaft, detailreich und mit viel Humor gestaltet – es macht großen Spaß, sie anzuschauen. Der kleine Waschbär ist ausgesprochen niedlich, und auch die anderen Tiere sind liebevoll dargestellt. Besonders hervorzuheben ist, wie klar die Emotionen erkennbar sind: Nicht nur die Wut, sondern auch Überraschung, Anstrengung und schließlich Zufriedenheit werden anschaulich vermittelt. Gerade für Kinder in diesem Alter ist das von großer Bedeutung.

Ein rundum gelungenes Buch, das uns alle begeistert.

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Einfühlsame Hilfe im Umgang mit Wut für die Kleinsten
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Vorlesegeschichte mit Elterntipps rund um das Thema Urlaub

Ups, wir fahren in den Urlaub von Katharina Spangler

In ‚Ups, wir fahren in den Urlaub‘ fährt Anton mit seinen Eltern auf einen Campingplatz nach Italien. Die Geschichte beginnt beim Kofferpacken und der Anreise und begleitet Anton dabei, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, Freundschaften zu schließen und unbekannte Orte zu entdecken. Dabei wird auch gezeigt, dass ein Urlaub nicht immer nur schöne Seiten hat – Kinder werden so auf ganz unterschiedliche Erfahrungen vorbereitet.

Die Texte sind altersgerecht aus Antons Perspektive geschrieben, sodass sich Kinder gut mit der Handlung identifizieren können. Anton äußert offen seine Meinung und spricht ehrlich darüber, wenn ihm etwas nicht gefällt oder er etwas langweilig oder toll findet. Das erleichtert es jungen Zuhörerinnen und Zuhörern, sich in die Situationen hineinzuversetzen und sich verstanden zu fühlen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und eignen sich gut zum Vorlesen. Allerdings haben sich vereinzelt Tipp- und Zeichenfehler eingeschlichen.

Ergänzend zur Geschichte gibt es zu jedem Kapitel Hinweise und Tipps für Eltern. Diese greifen die geschilderten Situationen auf und bieten Anregungen für Gespräche mit Kindern. Besonders hilfreich sind die Beispielfragen sowie die Erläuterungen zur kindlichen Perspektive. Manches wirkt dabei recht selbstverständlich, ist aber gerade in stressigen Momenten – wie sie im Urlaub durchaus vorkommen können – eine gute Erinnerung.

Weniger gelungen ist aus meiner Sicht die Struktur: Die Vorlesekapitel wechseln sich direkt mit den Elternhinweisen ab. Für Erwachsene ist das praktisch, beim Vorlesen kann es für Kinder jedoch irritierend sein, wenn Seiten übersprungen werden müssen.

Die Illustrationen sind liebevoll und kindgerecht gestaltet, dürften aber gern etwas zahlreicher sein. Besonders schön ist die Charakterkarte zu Beginn des Buches, die den Einstieg erleichtert und Anton schnell vertraut macht.

Insgesamt ein gelungenes Buch zur Vorbereitung auf einen Familienurlaub.

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Vorlesegeschichte mit Elterntipps rund um das Thema Urlaub
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Gefühlvolle MM-Romance über Selbstfindung und Neuanfang

Budding Attraction von Saxon James

Der Club der geschiedenen Männer ist zurück! Dieses Mal dreht sich die Geschichte um Orson, der eigentlich gar nicht geschieden, sondern verwitwet ist. Seit dem Tod seiner Frau hat sich sein Leben komplett verändert. Nach einer langen Trauerphase führt er nun ein Blumengeschäft und ist mit seinem Alltag weitgehend zufrieden.

Doch als er auf Ford trifft – den Besitzer der örtlichen Werkstatt, offen schwul und bislang ohne feste Beziehung – wird seine Welt auf den Kopf gestellt.
Was als Freundschaft beginnt, entwickelt sich schnell zu einer spürbaren Anziehung zwischen den beiden. Orson muss sich eingestehen, dass er möglicherweise doch nicht nur auf Frauen steht, wie er immer geglaubt hat.

Die Chemie zwischen Orson und Ford stimmt von Anfang an. Während Orson zunächst noch zurückhaltend ist, bringt Ford mit seiner offenen, herzlichen und flirtenden Art frischen Wind in die Dynamik. Je näher sich die beiden kommen, desto mehr öffnet sich Orson – und auch die Wortgefechte zwischen ihnen werden zunehmend spielerisch und flirtend.

Beide Protagonisten sind über 40 und bringen ihre eigenen Erfahrungen und Verletzungen mit. Besonders Ford hat mich beeindruckt: In jungen Jahren hat er einen Fehler begangen, den ihm die Kleinstadt bis heute nachträgt. Dennoch engagiert er sich für Kinder und Jugendliche und begegnet allen Menschen mit Offenheit und Freundlichkeit.
Orsons queer awakening nimmt einen zentralen Teil der Handlung ein. Die spürbare Anziehung zu Ford zwingt ihn dazu, sich intensiv mit seiner sexuellen Identität auseinanderzusetzen. Umgeben von queeren Freunden zeigt er sich neugierig und offen gegenüber seinen Gefühlen, hält jedoch lange an seinem bisherigen Selbstbild fest. Hier hätte ich mir stellenweise noch etwas mehr Tiefe gewünscht, um seine inneren Konflikte besser nachvollziehen zu können.

Saxon James’ Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht zu lesen; auch die spicy Szenen sind gelungen und sorgen für die passende Würze.

Insgesamt eine gelungene MM-Romance, die ich sehr gerne gelesen habe – und sicher nicht mein letztes Buch aus der Reihe rund um den Club der geschiedenen Männer.

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Gefühlvolle MM-Romance über Selbstfindung und Neuanfang
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Berührend, spannend und nachdenklich zugleich

The Darlington - Logan & Rose von Laura Kneidl

Im dritten und letzten Teil der Darlington-Reihe stehen Rose und Logan im Mittelpunkt. Obwohl ich die ersten beiden Teile nicht kenne, konnte ich problemlos in die Geschichte hineinfinden und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir wichtige Informationen fehlen.

Von Anfang an hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen.

Beide Protagonisten waren mir auf Anhieb sympathisch, und die Handlung blieb durch unerwartete Plottwists durchgehend spannend. Obwohl aus der Sicht von Rose und Logan erzählt wird, erfährt man nicht alles sofort; manches wird erst im Laufe des Buches nach und nach enthüllt.

Laura Kneidl lässt die schweren Themen soziale Ungleichheit und sexuellen Missbrauch sehr feinfühlig in die Geschichte einfließen. Sie schafft es, Leser*innen zum Nachdenken anzuregen, die Doppelmoral der Presse und oft auch der Öffentlichkeit, die dazu neigt, Opfer zu diffamieren und Täter zu schützen, hervorzuheben, ohne dass sich das Lesen schwer oder belastend anfühlt. Die ernsten Momente werden gekonnt mit vielen leichten, gefühlvollen Passagen der Liebesgeschichte kombiniert, die wunderschön geschrieben ist.

Während Rose zunächst (aus gut nachvollziehbaren Gründen) zögert und einige Geheimnisse mit sich trägt, ist Logan trotz seiner eigenen schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit offener und eine absolute green flag. Die Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Figuren machen es leicht, ihre Motive zu verstehen und ihr Handeln nachzuvollziehen.

Ein wunderbares Buch, das Tiefgründigkeit auf leichte Weise vermittelt und viele Denkanstöße gibt, gleichzeitig aber auch ein rundum gelungenes Leseerlebnis bietet.

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Berührend, spannend und nachdenklich zugleich
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Absolute Wohlfühl-Romance

Roommate Arrangement von Saxon James

Im ersten Band der Reihe Club der geschiedenen Männer entdeckt Payne, dass sein Mann ihn die vergangenen zwei Jahre betrogen hat. Hals über Kopf zieht er zurück in seine Heimatstadt, wo er nach einem kurzen Aufenthalt bei seinem Bruder schließlich bei dessen bestem Freund Beau unterkommt. Doch der chaotische Autor hütet ein Geheimnis: Er ist bereits seit der Highschool in Payne verliebt – und sieht in der neuen Wohnsituation die Chance, ihm endlich näherzukommen.

Wie auch in den anderen Büchern der Reihe widmet sich Saxon James den Geschichten reiferer Männer, was sich deutlich in ihren Motiven, Gedanken und Handlungen widerspiegelt. Besonders die vertrauensvolle Dynamik zwischen Payne und Beau unterstreicht das. Vor allem Beau sorgt aber mit seiner kreativen, leicht chaotischen Art und seiner aktuellen Schreibkrise auch immer wieder für humorvolle, lockere und süße Momente.
Zwischen den beiden entwickelt sich schnell ein spürbares Knistern, auch wenn Payne aufgrund seiner noch laufenden Scheidung zunächst sehr zurückhaltend ist. An dieser Stelle hätte ich mir stellenweise etwas mehr Einblick in seine Gedankenwelt gewünscht, um seine Zögerlichkeit noch besser nachvollziehen zu können.

Das Buch lässt sich problemlos unabhängig von den anderen Bänden lesen, auch wenn einige Figuren aus den Folgeteilen bereits eingeführt werden. Dank des locker-flüssigen Schreibstils habe ich die Geschichte in kurzer Zeit verschlungen. Neben den gelungenen spicy Szenen überzeugen auch die ruhigeren, emotionalen Momente mit Tiefe.

Ein wunderbares Wohlfühlbuch – und endlich einmal mit Protagonisten jenseits der 30. Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Bände.

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Absolute Wohlfühl-Romance
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Unperfekt und wunderbar

Die Kunst, Fehler zu machen von Corinna Luyken

Auf humorvolle Weise zeigt die Künstlerin Corinna Luyken, wie aus vermeintlichen Fehlern beim Zeichnen etwas völlig Neues entstehen kann. Was mit einem zu groß geratenen Auge, einem zu langen Hals und etwas zu eckigen Ellenbogen beginnt, verwandelt sich nach und nach durch eine Brille, einen Spitzenkragen und Flicken an den Ellenbogen in ein sympathisch wirkendes, Rollschuh fahrendes Mädchen.

Aus weiteren kleinen „Fehlern“ entwickelt sich schließlich ein fantasievolles, wimmeliges Gesamtbild.

Die Geschichte wird vor allem von den Illustrationen getragen, während der sparsam eingesetzte Text diese stimmungsvoll ergänzt. So erinnert das Buch nicht nur Erwachsene daran, dass Perfektionismus oft unnötig ist und sogar langweilig wirken kann, sondern zeigt auch Kindern, dass Fehler erlaubt sind. Mit etwas Kreativität und Fantasie kann aus ihnen etwas völlig Neues und Eigenständiges entstehen – mit ganz besonderem Charme.

Ein schönes Plädoyer dafür, Unvollkommenheit zuzulassen und sie in etwas Wunderbares zu verwandeln.

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Spicy Sports Romance mit Tiefgang

Rules of the Game, Band 1 - Offside von Avery Keelan

Nachdem ihr Freund, der Kapitän der College-Eishockey-Mannschaft, sie an ihrem Geburtstag verlassen hat, trifft Bailey in einer Bar auf Chase, den berühmt-berüchtigten Spieler der rivalisierenden Mannschaft und Feind Nummer 1. Dennoch liegt etwas zwischen den beiden in der Luft. In der folgenden Zeit kommt Chase Bailey immer wieder zu Hilfe, während sie erkennt, dass nicht nur ihr Ex toxisch war, sondern auch ein großer Teil ihres Umfelds.

Die beiden fühlen sich zunehmend zueinander hingezogen – für Chase ein Novum, da er bisher nur kurzfristige Affären hatte, für Bailey eine echte Herausforderung, da ihr Umfeld äußerst ablehnend auf ihn reagiert. Nicht nur ihre bisherigen Freunde und ihr Ex stellen sich ihnen in den Weg, sondern vor allem auch Baileys Erfahrungen aus ihrer toxischen Beziehung.

Auch wenn die Geschichte rund um Bailey und Chase nichts grundlegend Neues bietet, sorgen vor allem die Authentizität und die Vielschichtigkeit der beiden Protagonisten für ein spannendes Leseerlebnis. Durch die Erzählweise im Dual POV sind ihre Motive und Handlungen jederzeit nachvollziehbar.
Bailey durchläuft im Laufe der Geschichte eine glaubwürdige Weiterentwicklung. Mit Chases Unterstützung gelingt es ihr, alte Muster und Ängste aus ihrer vergangenen Beziehung nach und nach abzulegen und sich aus ihrem toxischen Umfeld zu lösen. Chase wiederum entpuppt sich entgegen seines Rufs größtenteils als Green Flag, zeigt jedoch Schwächen, insbesondere als ihn seine Vergangenheit einholt und seine Kommunikation nachlässt. Gerade diese Fehler, kleinen Macken und emotionalen Altlasten machen beide Figuren sehr menschlich und nahbar.

Die Tropes Rivals to Lovers, Forbidden Love und Slow Burn sind hier gelungen miteinander verwoben. Avery Keelans locker-flüssiger und sehr angenehmer Schreibstil trägt maßgeblich dazu bei, dass die rund 700 Seiten schnell verfliegen. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass die Geschichte nicht genau in dem Moment endet, in dem die beiden zusammenkommen.
Weniger überzeugt haben mich die Bonuskapitel am Ende des Buches. Hier wirkte einiges etwas unstimmig; die Kapitel hätten für mich nicht unbedingt sein müssen.

Insgesamt ist Offside ein gelungener Auftakt der Rules of the Game-Reihe, der Lust auf die nächsten Teile macht!

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Schwierige Protagonistin, verschenktes Potenzial

The Dirty Version von Turner Gable Kahn

Autorin Tash soll ihren feministischen Erfolgsroman für eine Serienadaption durch eine Hollywood-Produktionsfirma „sexier“ gestalten. Widerwillig stimmt sie zu und bekommt mit Caleb, einem Intimitätskoordinator, Unterstützung bei der Ausarbeitung der Drehbuchszenen. Schon bald knistert es nicht nur zwischen den Serienfiguren, sondern auch zwischen den beiden.

Die Ausgangsidee und insbesondere die Dynamik zwischen Tash und Caleb haben mir gut gefallen. Die beiden bringen eine interessante Chemie mit, die der Geschichte einige schöne Momente verleiht.
Leider wurde mir der Zugang zur Geschichte jedoch durch Tash selbst erschwert. Ihre impulsive und oft wütende Art sowie ihre starke Fixierung auf ihren Roman haben mich zunehmend gestört. Ihr Verhalten wirkt stellenweise wenig reflektiert und wiederholt sich in ähnlichen Mustern, was es mir schwer gemacht hat, mit ihr mitzufühlen.

Auch der dystopische Roman innerhalb der Handlung konnte mich nicht überzeugen. Er nimmt viel Raum ein und hat für mich nicht gut zur erwarteten Liebesgeschichte gepasst.

Der Schreibstil war stellenweise sehr metaphorisch und wirkte insgesamt eher distanziert, er konnte mich nicht wirklich fesseln. Zudem sind die Kapitel recht lang, was den Lesefluss für mich zusätzlich gebremst hat.

Insgesamt eine Geschichte mit einer spannenden Grundidee und einigen gelungenen Ansätzen, die mich jedoch nicht vollständig abholen konnte.

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Wenn aus Fake Dating echte Gefühle werden

Four nights together - London Hearts 4 von Valentina Fast; Lorena Schäfer

Eigentlich kann Gemma ihren Nachbarn Henry nicht ausstehen: snobistisch, Herzensbrecher und ständig hört er viel zu laut Musik. Doch als an ihrem College Gerüchte über Gemmas Datingverhalten die Runde machen, kommt ausgerechnet Henry ihr zu Hilfe und behauptet kurzerhand, ihr Freund zu sein. Im Gegenzug bittet er sie, ihn als seine Freundin zur Geburtstagsparty seines Großvaters zu begleiten, auf der auch seine Ex anwesend sein wird.

Band 4 der London Hearts-Reihe rund um die Vierer-WG am Willow Square greift beliebte Tropes wie Fake Dating, Forced Proximity und Only One Bed auf. Gemma ist die Letzte der WG-Bewohnerinnen, die noch Single ist, und hatte bei der Suche nach der Liebe bisher wenig Glück. Entsprechend vorsichtig ist sie geworden. Henry hingegen ist schon lange in Gemma verliebt und sieht das Wochenende bei seinen Großeltern als vielleicht letzte Chance, ihr Herz zu gewinnen.

Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten ist von der ersten Seite an spürbar und entwickelt sich zunehmend zu einem intensiven Knistern. Besonders Henry muss man einfach mögen: eine wandelnde green flag, aufmerksam und ehrlich um Gemma bemüht. Doch auch Gemmas Gedanken und Handlungen sind nachvollziehbar geschildert. Ihr innerer Zwiespalt zwischen ihren bisherigen Enttäuschungen, ihrem alten Bild von Henry und dem Mann, den sie nun neu kennenlernt, ist jederzeit greifbar.

Der Schreibstil ist locker und angenehm zu lesen; die Handlung wechselt gekonnt zwischen emotionalen und humorvollen Momenten. Das Buch kann problemlos als standalone gelesen werden.

Positiv aufgefallen ist mir außerdem, dass Gemmas bodytype nicht dem oft dargestellten Modelideal entspricht. Sie beschreibt sich selbst als kurviger und weicher; eine Form von body positivity, die ich mir in Liebesromanen definitiv häufiger wünsche.

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Bunte Familienvielfalt liebevoll erzählt

Au ja, wir spielen Familie! von Kerstin Hau

Das Känguru und das Erdmännchen wollen Familie spielen: Das Känguru möchte die Mama sein, das Erdmännchen das Kind. Doch schon bald wächst ihre kleine Familie und viele alltägliche Situationen sind zu meistern.

Auf wunderbar unkomplizierte und einfühlsame Weise wird Kindern vermittelt, was Familie alles sein kann und wie sie funktioniert.

Jedes Tier entscheidet selbst, welche Rolle es einnehmen möchte, und kein anderes stellt diesen Wunsch infrage. So gibt es neben einem Papa eben auch zwei Mamas.
Die Familie lacht zusammen, streitet, tröstet sich und hat sich lieb – all diese Situationen kennen Kinder aus ihrem eigenen Alltag. Besonders gelungen ist, dass jede Doppelseite mit einem abschließenden Satz die jeweilige Szene noch einmal aufgreift und verständlich macht.

Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet, farbenfroh und detailreich, sodass es immer wieder Neues zu entdecken gibt.

Lediglich das Ende kommt etwas abrupt und hätte einen sanfteren Übergang vertragen. Dennoch bildet das gemeinsame Abendessen aller Tiere mit anschließendem Zubettgehen einen stimmigen Abschluss.

Insgesamt eine wunderschöne, warmherzige Geschichte darüber, was Familie bedeutet – vielfältig, lebendig und voller Zusammenhalt.

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