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Rezensionen von ekiam:

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Tolle Botschaft, aber...

Karl, der kleine Ottifant. Ein Rüssel wie kein anderer von Otto Waalkes

Bei Karl, der kleine Ottifant merkt man schnell, wer hinter dem Buch steckt: Die Geschichte ist in kurzen Reimen erzählt, leicht verständlich, altersgerecht und mit einer ordentlichen Portion des typischen Otto-Waalkes-Humors versehen. Auch die Illustrationen sind ganz im Stil der bekannten Ottifanten gehalten und machen das Bilderbuch zu einem echten Hingucker.

Die Zeichnungen haben uns besonders gut gefallen. Die Tiere sind sympathisch gestaltet, und Karl ist einfach so niedlich, dass man ihn direkt gern haben muss. Ein kleines Highlight sind außerdem die drei Vögel, die auf jeder Seite auf Karls laaaaaaaaaaaangem Rüssel sitzen und die jeweilige Situation kommentieren. Das sorgt für einige Schmunzler und passt wunderbar zum humorvollen Charakter des Buches.

Auch die Botschaft rund um Anderssein und Selbstakzeptanz finde ich gelungen. Karl hat einen ganz besonderen Rüssel, der ihm manchmal im Weg ist, ihm aber gleichzeitig Fähigkeiten ermöglicht, die anderen Tieren fehlen. Er geht ziemlich unbefangen mit seiner Besonderheit um und setzt sie ein, um anderen zu helfen. Dabei zeigt die Geschichte schön, dass vermeintliche Schwächen durchaus Stärken sein können und jeder auf seine eigene Weise etwas Besonderes ist.

Mit der Geschichte selbst habe ich allerdings meine Schwierigkeiten. Karl folgt einem Schmetterling und entfernt sich dadurch von seiner Familie, ohne Bescheid zu sagen. Später geht er auch noch mit einem anderen, ihm unbekannten Tier mit, während seine Familie nach ihm sucht. Dass diese Situationen am Ende nicht weiter aufgegriffen werden und einfach alles gut ist, finde ich gerade für die junge Zielgruppe problematisch. Natürlich müssen Kinderbücher nicht jede Situation pädagogisch ausdiskutieren, aber hier hätte ich mir mehr Sensibilität und Fingerspitzengefühl gewünscht. Ein kurzer Moment, in dem Karl versteht, dass seine Familie sich Sorgen gemacht hat, oder ein Hinweis darauf, dass man nicht einfach mit fremden Tieren mitgehen sollte, hätte der Geschichte meiner Meinung nach gutgetan.

Für Verwirrung hat bei uns außerdem Karls Umgang mit Wasser gesorgt. Er kann zwar nicht schwimmen, bewegt sich dafür aber tauchend durchs Wasser fort. Wie das zusammenpassen soll, konnten wir uns nicht so recht erklären. Das ist kein riesiger Kritikpunkt, hat unseren Lesefluss aber kurz unterbrochen.

Auch sprachlich ist nicht alles ganz nach meinem Geschmack. Die kurzen Reime funktionieren insgesamt gut und sind schön zugänglich. Die Formulierung arschunter finde ich in einem Kinderbuch allerdings wenig gelungen. Natürlich werden Kinder das Wort vermutlich lustig finden und gerne wiederholen. Gerade einer Zielgruppe, die sich noch mitten im Spracherwerb befinden, hätte ich mir hier aber mehr Aufmerksamkeit für die verwendete Sprache gewünscht.

Insgesamt punktet Karl, der kleine Ottifant mit tollen Illustrationen, dem typischen Otto-Humor und einer tollen Botschaft über das Anderssein. Die Umsetzung der Handlung überzeugt mich jedoch nicht vollständig. Für ein Bilderbuch ab vier Jahren hätte ich mir gerade beim Thema Weggehen und Mitgehen etwas mehr Verantwortungsbewusstsein gewünscht.

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Tolle Botschaft, aber...
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Nudeln, Nudeln, Nudeln

Best of Pasta Noodles Nudeln von Steffen Henssler

Wer Nudeln liebt, findet in Best of Pasta Noodles Nudeln von Steffen Henssler eine ziemlich abwechslungsreiche Sammlung. Dabei beschränkt sich das Buch nicht nur auf italienische Pasta, sondern kombiniert italienische Klassiker mit zahlreichen asiatisch inspirierten Nudelgerichten.

Besonders gut gefallen hat uns, dass das Buch mit einem Nudel-FAQ startet.

Hier werden unter anderem Fragen dazu beantwortet, welche Nudelsorte zu welcher Sauce passt. Gerade für die asiatischen Gerichte fanden wir diese Informationen interessant und hilfreich. Auch die Kennzeichnung der vegetarischen Rezepte ist praktisch: Durch ein Symbol erkennt man auf den ersten Blick, welche Gerichte ohne Fleisch auskommen. Bei den Rezepten selbst gibt es eine gute Mischung aus schnellen und unkomplizierten Gerichten und solchen, für die man etwas mehr Zeit einplanen muss.

Etwas schade fanden wir allerdings die Verteilung der vegetarischen Gerichte. Während es im italienischen Teil eine ganze Reihe vegetarischer Rezepte gibt, findet sich bei den asiatischen Gerichten gerade einmal ein einziges. Hier hätten wir uns entweder mehr vegetarische Varianten oder zumindest Hinweise gewünscht, wie sich das Fleisch in einigen Rezepten durch passende Alternativen ersetzen lässt.

Zum Abschluss gibt es noch einen Abschnitt mit Rezepten für selbstgemachte Pasta. Damit bietet das Buch auch für diejenigen etwas, die nicht nur fertige Nudeln mit Sauce kombinieren, sondern ihre Pasta einmal komplett selbst herstellen möchten.

Optisch ist das Buch ebenfalls gelungen. Die Gerichte sind wunderbar fotografiert, ohne dass die Bilder dabei überladen wirken. Die Rezepte selbst sind verständlich geschrieben und auf das Wesentliche reduziert. Hin und wieder ergänzt Henssler noch einen persönlichen Tipp oder Kommentar, was den Rezepten eine schöne persönliche Note gibt.

Insgesamt ist Best of Pasta Noodles Nudeln eine abwechslungsreiche Sammlung für alle, die gerne Pasta und andere Nudelgerichte essen.

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Eine Geschichte für entspanntere Weihnachtstage

Ups, bald ist Weihnachten von Inke Hummel

Mit Ups, bald ist Weihnachten wird eine eigentlich wunderschöne, aber für Kinder und Eltern manchmal auch ziemlich aufregende Zeit unter die Lupe genommen. Zwischen Vorfreude, Geschenken, Familienbesuchen und Weihnachtsstress ist nämlich längst nicht immer alles so gemütlich, wie man es sich vielleicht vorstellt.

Die Vorlesegeschichte ist kurzweilig, locker und witzig erzählt und dabei schön altersgerecht. Jasmin erlebt verschiedene Situationen, in denen sich viele Kinder sicherlich wiederfinden können. Gerade die Mischung aus Vorfreude und den eher ungemütlichen Seiten der Weihnachtszeit macht die Geschichte für mich gelungen, weil eben nicht nur die schönen Momente gezeigt werden. Auch die Illustrationen passen gut dazu. Sie sind eher einfach gehalten, aber liebevoll und süß gestaltet, lockern den Text auf und helfen den Kindern dabei, sich die jeweiligen Situationen vorzustellen.

Ein wichtiger Bestandteil des Buches sind die Elterntipps und Gesprächsanregungen. Diese sind ausführlich und behandeln viele unterschiedliche Themen. Natürlich wird nicht jede Familie mit allen angesprochenen Situationen etwas anfangen können, aber gerade durch die große Auswahl ist sicherlich für viele Eltern etwas dabei. Ein bisschen gefehlt haben mir allerdings ganz praktische Tipps, wie man den Weihnachtsstress von vornherein reduzieren kann. Zum Beispiel ein unkompliziertes Essen, das dem Kind trotzdem Freude macht, den großen Einkauf schon einige Tage vorher zu erledigen und kurz vor Weihnachten nur noch frische Lebensmittel zu besorgen oder vielleicht sogar einen Lieferservice zu nutzen. Da hätte ich mir gerade bei einem Buch, das ausdrücklich zu entspannteren Feiertagen beitragen möchte, noch ein paar konkrete Ideen gewünscht.

Grundsätzlich schwierig finde ich bei der Reihe allerdings die Platzierung der Elterntipps. Sie stehen jeweils direkt nach den einzelnen Kapiteln. Für uns Eltern ist das natürlich praktisch, weil die passenden Informationen sofort zur Hand sind und man nicht lange suchen muss. Für Kinder ist es bei einem Vorlesebuch dagegen ziemlich irritierend, wenn man mitten in der Geschichte plötzlich mehrere Seiten überspringen soll. Das führt bei uns regelmäßig zu Fragen und der Bitte, doch auch diese Seiten vorzulesen. Gerade bei einem Weihnachtsbuch finde ich das etwas unglücklich. Schließlich geht es hier auch darum, Kindern die Vorfreude und ein bisschen Weihnachtsmagie zu erhalten. Wenn man dann erklären muss, dass diese Seiten jetzt nicht vorgelesen werden, weil sie eigentlich für die Eltern gedacht sind, passt das für mich nicht so richtig zusammen. Die Elterntipps könnten meiner Meinung nach genauso gut gesammelt hinter der Geschichte stehen. Die entsprechenden Seitenverweise gibt es ohnehin schon; ob ich nun zwei Seiten oder zwanzig Seiten weiterblättern muss, macht für mich als Elternteil keinen großen Unterschied. Für ein Kind macht es aber durchaus einen.

Insgesamt hat uns Ups, bald ist Weihnachten aber gut gefallen. Die Geschichte ist unterhaltsam und kindgerecht, greift typische Situationen rund um Weihnachten auf und bietet gleichzeitig viele Anknüpfungspunkte, um mit Kindern über Gefühle, Erwartungen und mögliche Konflikte zu sprechen. Die Elterntipps sind eine sinnvolle Ergänzung, auch wenn ich mir davon noch etwas mehr praktische Unterstützung zur konkreten Stressvermeidung gewünscht hätte.

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Eine Geschichte für entspanntere Weihnachtstage
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Warmherzig, romantisch, aber etwas bisschen holprig

Stay von Sarina Bowen; Elle Kennedy

Stay erzählt eine warmherzige Geschichte über zwei Menschen, die in der Liebe enttäuscht wurden und trotzdem noch einmal die Chance bekommen, ihr Glück zu finden.

Hailey und Matt mochte ich als Protagonisten sehr gerne. Gerade Haileys Nervosität Matt gegenüber fand ich zu Beginn richtig süß; immerhin trifft sie auf ihren Lieblingskunden und gleichzeitig auf den Mann, für den sie schon lange schwärmt.

Irgendwann wurde mir ihre Nervosität allerdings ein bisschen zu viel und hätte für mich etwas früher nachlassen dürfen. Ihre Beziehung entwickelt sich authentisch, auch wenn sie sich durch Matts Reisen nicht oft sehen können. Mir gefällt, wie beide mit den Verletzungen in ihren vergangenen Beziehungen umgehen, auch wenn diese sie manchmal noch vor Probleme stellen, die sie gemeinsam lösen müssen.

Besonders gut gefallen hat mir auch das Drumherum. Der Zusammenhalt zwischen den Spielerfrauen fand ich richtig schön, und über den Auftritt von Wesmie habe ich mich ganz besonders gefreut. Diese beiden habe ich schon in ihren Büchern sehr geliebt und dementsprechend gerne wieder von ihnen gelesen.

Auch Matts Töchter waren für mich ein absolutes Highlight. Die beiden sind einfach zuckersüß und haben die Geschichte mit ihrer Art immer wieder aufgelockert. Gerade die Familienmomente haben für mich noch einmal eine schöne zusätzliche Wärme in die Geschichte gebracht.

Den Schreibstil von Sarina Bowen und Elle Kennedy mag ich eigentlich sehr gerne, allerdings war er mir hier stellenweise etwas zu platt. Auch die Übergänge zwischen den einzelnen Kapiteln wirkten auf mich nicht immer ganz flüssig, sodass die Geschichte an manchen Stellen etwas holprig vorankam.

Insgesamt hat mir Stay gut gefallen. Die Geschichte ist warmherzig, romantisch und bietet sympathische Charaktere sowie einige sehr schöne Nebenfiguren.

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Warmherzig, romantisch, aber etwas bisschen holprig
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Das Setting trägt die Geschichte

Tokyo Seasons von Anne Pätzold

Tokyo Seasons ist für mich vor allem wegen seines ungewöhnlichen Settings und seiner besonderen Protagonistin ein interessantes Buch; die Liebesgeschichte selbst konnte mich allerdings nicht ganz erreichen.

Mit dem Schreibstil hatte ich anfangs meine Probleme. Es gibt immer wieder Sätze, die grammatikalisch für mich nicht vollständig wirken und mich dadurch aus dem Lesefluss gebracht haben.

Abgesehen davon lässt sich das Buch aber gut und angenehm lesen.

Besonders ungewöhnlich fand ich die Liebesgeschichte und Caitlyn als Protagonistin. Sie empfindet und denkt in vielen Dingen anders als die meisten Menschen und hat sich bisher schwer damit getan, jemanden zu finden, der sie wirklich versteht und so akzeptiert, wie sie ist. Dadurch ist ihre Geschichte definitiv etwas anderes als eine klassische Romance.

Allerdings bleiben mir Caitlyns Gefühle insgesamt etwas zu oberflächlich. Eine gewisse Anziehung zu Jude ist durchaus spürbar, aber gerade hier hätte ich mir deutlich mehr Tiefe gewünscht. Die Liebesgeschichte entwickelt sich außerdem wirklich extrem langsam und das war für mich irgendwann einfach zu langsam, um mich noch richtig zu fesseln.

Ohnehin ist Tokyo Seasons keine reine Liebesgeschichte. Eigentlich haben alle Figuren ihre eigenen Themen mit ihren Familien oder einzelnen Familienmitgliedern, und diese Handlungsstränge nehmen teilweise ziemlich viel Raum ein. Dadurch kommen auch ernstere Themen in die Geschichte. Wer also eine Romance mit etwas Familienhintergrund erwartet, könnte überrascht sein, wie viel Platz diese anderen Geschichten tatsächlich bekommen.

Mein persönliches Highlight war deshalb ganz klar das Setting. Die Beschreibungen von Tokio, Kyoto und den verschiedenen Orten haben mir richtig gut gefallen. Auch das Essen und die landestypischen Eindrücke werden so anschaulich beschrieben, dass ich mich beim Lesen wunderbar nach Japan versetzen konnte. Gerade hier hätte ich mir statt des für mich etwas wahllos wirkenden Page-Overlays sogar eine kleine Karte von Tokio mit den einzelnen Stadtteilen gewünscht. Das hätte für mich perfekt zum Buch gepasst und gleichzeitig geholfen, die vielen Orte einzuordnen.

Insgesamt hat sich die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu sehr gezogen. Das Buch ist keineswegs schlecht; im Gegenteil, es hat eine interessante Ausgangsidee, besondere Figuren und ein wirklich gelungenes Setting. Nur hat es meinen persönlichen Geschmack nicht zu hundert Prozent getroffen. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht richtig fesseln, und ich habe vor allem weitergelesen, weil ich wissen wollte, wie Caitlyns Suche nach ihrem Vater ausgeht.

Für mich ist Tokyo Seasons deshalb ein interessantes Buch mit einem tollen Japan-Setting und einer ungewöhnlichen Protagonistin, bei dem insbesondere die Romance für meinen Geschmack aber etwas mehr Tiefe und Dynamik hätte vertragen können.

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Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann

Bosco Rübe und die Beweisung des Weihnachtsmanns von Finn-Ole Heinrich; Dita Zipfel

Bosco Rübe und die Beweisung des Weihnachtsmanns kann eine wunderbare Begleitung durch die Adventszeit sein. Die Geschichte ist spannend erzählt und eignet sich durch ihre 24+1 Kapitel gut dafür, jeden Tag ein Stück weiterzulesen.

Bosco trägt die Geschichte dabei ganz klar. Seine kindliche Logik bei der Suche nach Beweisen für die Existenz des Weihnachtsmanns ist für Erwachsene vielleicht nicht immer sofort nachvollziehbar, für Kinder in seinem Alter dürfte sie dagegen ziemlich gut funktionieren.

Gemeinsam mit seinem kuscheligen Assistenten Ökkel sammelt Bosco Indizien und versucht, seine Vermutungen zu überprüfen. Dabei können die kleinen Leserinnen und Leser selbst zu Detektivinnen und Detektiven werden und miträtseln. Besonders schön fand ich, dass es am Ende einiger Kapitel immer wieder kleine Wendungen gibt, die neugierig auf die Auflösung am nächsten Tag machen.

Allerdings sollten Eltern im Hinterkopf behalten, dass die Geschichte auch Zweifel an der Existenz des Weihnachtsmanns thematisiert. Für Kinder, die noch fest an den Weihnachtsmann glauben, könnte das durchaus dazu führen, dass sie selbst anfangen, ihre bisherigen Vorstellungen zu hinterfragen. Ob das für die eigene Familie passend ist, muss letztlich jeder selbst entscheiden.

Etwas schwierig fand ich außerdem den Einstieg in die Geschichte. Die Figuren werden nicht wirklich eingeführt. Da wir Bosco vorher noch nicht kannten, waren wir anfangs etwas überfordert damit, wer nun eigentlich wer ist und in welcher Beziehung die verschiedenen Figuren zueinander stehen. Hier hätte ich mir eine etwas klarere Einführung gewünscht.

Mein größter Kritikpunkt betrifft allerdings Boscos Sprache. Er kann noch nicht alle Wörter richtig aussprechen und sagt beispielsweise Avenzkalender statt Adventskalender. Grundsätzlich finde ich es schön und auch realistisch, wenn die kindliche Sprache einer Figur aufgegriffen wird. Problematisch wird es für mich aber dann, wenn die falsche Aussprache im Buch nicht ein einziges Mal korrigiert wird.

Gerade bei einem Kinderbuch für diese Altersgruppe sollte für mich auch die Sprachentwicklung eine Rolle spielen. Wenn Kinder beim Vorlesen oder später beim eigenen Lesen immer wieder eine falsche Aussprache als korrektes Wort präsentiert bekommen, finde ich das zumindest unglücklich. Die kindliche Sprache einer Figur kann natürlich bewusst als Stilmittel eingesetzt werden, trotzdem hätte ich mir hier gewünscht, dass beispielsweise eine andere Figur Bosco einmal ganz selbstverständlich korrigiert.

Insgesamt hat die Geschichte einige schöne Ideen. Die Detektivgeschichte macht Spaß, Bosco ist eine sympathische Hauptfigur und durch die kleinen Cliffhanger am Kapitelende bleibt man neugierig. Gleichzeitig haben mich der etwas holprige Einstieg und vor allem der Umgang mit Boscos falscher Aussprache gestört.

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Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann
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Die richtige Reihenfolge finden

Zuerst, danach, ... und dann? Auf dem Spielplatz von Angela Gully

Zuerst, danach, ... und dann? ist ein schön gestaltetes Kartenlegespiel, bei dem Kinder kleine Geschichten in die richtige zeitliche Reihenfolge bringen müssen. Die insgesamt neun Bildgeschichten bestehen aus jeweils drei oder vier Karten und zeigen verschiedene Situationen rund um den Spielplatz.

Die Karten sind farbenfroh und schön illustriert.

Da die dargestellten Situationen aus dem Alltag der Kinder stammen, dürften viele Abläufe schnell wiedererkannt werden. Ob beim Schaukeln, Sandburgenbauen oder Malen mit Straßenkreide: die einzelnen Handlungsschritte sind grundsätzlich bekannt. Trotzdem müssen die Kinder genau hinschauen, denn jede Karte zeigt jeweils eine Veränderung in der Situation, anhand derer sich die richtige Reihenfolge erkennen lässt.

Gut gefällt mir, dass das Spiel nicht nur eine einzige Spielmöglichkeit bietet. Die Anleitung beschreibt verschiedene Varianten, bei denen beispielsweise die richtige Reihenfolge gelegt, ein Fehler im Ablauf erkannt oder Fragen zu den einzelnen Geschichten gestellt werden können. Dadurch lässt sich das Material flexibel einsetzen und nicht nur zum klassischen Zuordnen der Karten verwenden. Gerade durch die Fragen und das anschließende Nacherzählen wird neben dem logischen Denken und der Konzentration auch die Sprachentwicklung gefördert.

Auch für größere Gruppen bietet das Spiel Möglichkeiten. Durch die unterschiedlichen Varianten kann das Material beispielsweise im Kindergarten oder in einer Schulklasse eingesetzt werden und muss nicht ausschließlich als Spiel für zwei Personen verstanden werden.

Die Karten selbst liegen angenehm in der Hand und haben abgerundete Ecken. Sie sind groß genug, damit die Illustrationen gut zur Geltung kommen, ohne dass die Karten dabei unhandlich werden.

Bei der angegebenen Altersspanne von 4 bis 8 Jahren bin ich allerdings etwas unsicher. Für jüngere Kinder finde ich die Aufgaben gut geeignet, gerade weil die Abläufe aus ihrem eigenen Alltag bekannt sind. Für ältere Kinder könnte das reine Ordnen der drei- oder vierteiligen Bildgeschichten dagegen schnell zu einfach werden. Natürlich lässt sich der Schwierigkeitsgrad durch die verschiedenen Spielvarianten etwas erhöhen, aber gerade als Grundlage für eine eigene Geschichte oder anspruchsvollere sprachliche Aufgaben könnte ich mir für Kinder bis 8 Jahren noch komplexere Bildfolgen vorstellen.

Insgesamt gefällt uns Zuerst, danach, ... und dann? als Lern- und Sprachspiel aber gut. Die Karten sind ansprechend gestaltet, die Aufgaben fördern genaues Beobachten und logisches Denken und durch die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten lässt sich das Material auch über das reine Legen der Reihenfolgen hinaus nutzen. Besonders für jüngere Kinder sowie als ergänzendes Material zur Sprachförderung sehe ich hier viele gute Einsatzmöglichkeiten.

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Natur und Technik kindgerecht erklärt

Natur und Technik - Das Duden Kinderlexikon von Anke Peterson; Svenja Ernsten

Das Duden Kinderlexikon Natur und Technik ist ein klassisches Kinderlexikon, das eine große Bandbreite an Themen aus Natur, Technik und dem Alltag abdeckt. Die über 350 Begriffe sind alphabetisch sortiert und laden sowohl zum gezielten Nachschlagen als auch zum einfachen Stöbern ein. Dabei gibt es je nach Buchstabe unterschiedlich viele Einträge.

Schade finde ich allerdings, dass die Buchstaben X und Y komplett fehlen.

Für jeden Buchstaben gibt es eine eigene Startseite, auf der mit Pfeilen auch die richtige Schreibweise des jeweiligen Buchstabens dargestellt ist. Das gefällt mir besonders im Hinblick auf die angegebene Zielgruppe, die oftmals ja gerade Schreiben lernt oder gelernt hat.

Die einzelnen Begriffe werden durch eine gelungene Mischung aus Fotos und Zeichnungen ergänzt. Dadurch werden die Erklärungen anschaulicher und auch jüngere Kinder können sich vieles besser vorstellen. Praktisch finde ich außerdem die Verweise auf andere Begriffe, über die man bei Interesse noch tiefer in ein Thema einsteigen kann.

Die Erklärungen sind kindgerecht formuliert. Die Sätze sind angenehm kurz und verständlich, sodass das Lexikon tatsächlich schon für Kinder ab etwa 5 Jahren geeignet ist. Während jüngere Kinder vermutlich noch gemeinsam mit Erwachsenen darin stöbern, können Grundschulkinder später immer mehr selbstständig nachschlagen und sich Wissen aneignen.

Gerade dadurch können Kinder hier auch erste Erfahrungen im Umgang mit einem Lexikon und mit der gezielten Informationssuche sammeln. Sie lernen, dass man Informationen nicht immer nur von vorne bis hinten lesen muss, sondern gezielt nach einem Begriff suchen und sich von dort aus über weitere Verweise zu einem Thema vorarbeiten kann. Das finde ich gerade als Vorbereitung auf die spätere selbstständige Recherche sehr wertvoll.

Für etwas umfangreichere Themen gibt es zusätzlich sogenannte Entdeckerseiten. Hier werden verschiedene Informationen kompakt zusammengefasst und teilweise ebenfalls auf einzelne Begriffe im Lexikon verwiesen. Dadurch bekommt man einen guten Überblick über ein Thema und kann anschließend gezielt weiterlesen.

Begleitet wird die Wissensreise von Hund Schnüffel und Roboter Dudu. Die beiden lockern das ansonsten eher klassische Lexikonformat auf und weisen zwischendurch noch einmal auf besondere oder interessante Dinge hin.

Insgesamt gefällt uns das Konzept richtig gut. Gerade für Kinder, die sich für Natur und Technik interessieren, gibt es hier jede Menge zu entdecken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Buch bei uns noch sehr häufig aus dem Regal gezogen werden wird.

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Eine ungewöhnliche Freundschaft

Sirga und Valentin. Die wahre Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft von Valentin Grüner

Sirga und Valentin erzählt die warmherzige Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem Menschen und einem Wildtier. Da uns Sirga und Valentin bisher noch unbekannt waren, war die Geschichte für uns eine schöne Gelegenheit, die beiden kennenzulernen und mehr über ihre besondere Verbindung zu erfahren.

Die Geschichte wird aus Sirgas Sicht erzählt, wodurch Kinder ihre Erlebnisse unmittelbar miterleben können. Der Text ist sprachlich altersgerecht für Kinder ab etwa 5 Jahren und auch die Länge der einzelnen Passagen fanden wir gut zum Vorlesen geeignet. Inhaltlich werden allerdings nicht nur leichte Themen angesprochen. Neben Sirgas Alltag und ihren Erlebnissen geht es auch um Krankheit und Tod sowie um Natur- und Tierschutz. Diese Themen werden zwar kindgerecht aufgegriffen, sind für mein Empfinden teilweise aber eher für etwas ältere Kinder geeignet. Das ist für mich auch der größte kleine Haken an der ansonsten schönen Geschichte.

Besonders toll finde ich die Möglichkeit, an passenden Stellen über die KOSMOS-plus-App Videos anzuschauen. Dadurch werden Sirga und Valentin für die Kinder noch einmal ganz anders erlebbar. Sie können die beiden nicht nur in den Illustrationen und im Text kennenlernen, sondern sie auch in echten Aufnahmen sehen. Gerade bei einer wahren Geschichte über ein Wildtier finde ich diese Ergänzung sehr gelungen.

Auch die Illustrationen haben uns gut gefallen. Sie sind eher einfach gehalten, vermitteln aber einen guten Eindruck von Sirgas Lebensumfeld. Dadurch können sich auch jüngere Kinder gut vorstellen, in welcher Umgebung Sirga aufwächst und lebt.

Am Ende des Buches gibt es außerdem noch einen Abschnitt mit Fragen an Valentin. Dadurch erfahren die Kinder noch mehr über die Geschichte und gleichzeitig wird die Bedeutung von Natur- und Tierschutz noch einmal deutlich hervorgehoben. Diese Ergänzung hat mir gut gefallen, weil sie die Geschichte nicht einfach mit der letzten Seite enden lässt, sondern noch einmal einen Bezug zur Realität und zum Schutz von Tieren herstellt.

Insgesamt ist Sirga und Valentin eine schöne und besondere Geschichte über Vertrauen, Freundschaft und das Zusammenleben von Mensch und Tier.

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Eine ungewöhnliche Mischung aus Geschichte und Sachwissen

Nase & Weis - Wieso falle ich eigentlich immer nach unten? von Michael Engler

Nase & Weis – Wieso falle ich eigentlich immer nach unten? verbindet eine liebevoll erzählte Geschichte mit kindgerechtem Sachwissen und schafft damit eine für uns eher ungewöhnliche, aber richtig schöne Mischung.

Im Mittelpunkt stehen die Maus Nase und der Eisbär Weis. Als Nase sich fragt, warum sie eigentlich immer nach unten fällt, beschließt Weis, gemeinsam mit ihr der Sache auf den Grund zu gehen.

Daraus entwickelt sich nicht nur eine kleine Forschungsreise rund um die Schwerkraft, sondern auch der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft. Weis war bisher ziemlich einsam und freut sich sichtlich darüber, endlich jemanden gefunden zu haben, mit dem er gemeinsam Fragen stellen, experimentieren und nach Antworten suchen kann. Die beiden sind dabei einfach ein sympathisches Duo, dessen Freundschaft man gerne beim Entstehen begleitet.

Besonders gut gefallen uns die niedlichen Illustrationen. Sie sind detailreich und unterstreichen die Geschichte immer wieder mit humorvollen Elementen. Gerade bei den Experimenten und Erklärungen helfen die Bilder außerdem dabei, die Inhalte anschaulich zu vermitteln.

Die Kombination aus Geschichte und Sachbuchwissen funktioniert für mich richtig gut. Die Informationen werden nicht einfach in einem separaten Sachteil präsentiert, sondern ergeben sich direkt aus Nases Frage und den gemeinsamen Untersuchungen der beiden. Dadurch erfahren Kinder unter anderem, was es mit der Erdanziehungskraft auf sich hat, wer Isaac Newton war oder welche Rolle Fliehkräfte und der Mond spielen. Die Erklärungen sind dabei altersgerecht und verständlich aufbereitet.

Besonders toll finde ich, dass Kinder ganz nebenbei an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt werden. Nase und Weis stellen zunächst eine These auf, beobachten, überlegen, führen Experimente durch und werten anschließend ihre Erfahrungen aus. So können Kinder nachvollziehen, wie man sich Schritt für Schritt einer Antwort nähert und aus Beobachtungen Erkenntnisse gewinnt. Und auch ein Experiment, das nicht wie geplant funktioniert, ist dabei kein Misserfolg, sondern liefert neue Erkenntnisse. Ich finde es schön, dass Wissenschaft hier nicht als etwas Abstraktes vermittelt wird, sondern als etwas, das mit Neugier, Ausprobieren und gemeinsamen Fragen beginnt.

Auch für das Vorlesen eignet sich das Buch sehr gut. Die Informationen sind jeweils dort eingebunden, wo sie in der Geschichte gebraucht werden. Dadurch kann man beim gemeinsamen Lesen immer wieder innehalten, über die Erklärungen sprechen oder die eine oder andere Frage selbst weiterverfolgen. Gleichzeitig lässt sich die Geschichte auch gut selbstständig lesen.

Insgesamt ist Nase & Weis – Wieso falle ich eigentlich immer nach unten? für uns eine richtig gelungene Mischung aus Sachbilderbuch und Freundschaftsgeschichte. Es vermittelt wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich, macht neugierig und zeigt gleichzeitig, wie viel Spaß es machen kann, gemeinsam Fragen zu stellen und Antworten zu suchen.

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