Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Sternzauber:
Die Geschichte zweier starker Frauen im Norden Schwedens
Wo die Moltebeeren leuchten von Ulrika Lagerlöf
„Wo die Moltebeeren leuchten“ von Ulrika Lagerlöf wird von einem wunderschönen Cover geziert. Ich mag das Bild von Akseli Gallen-Kallela unglaublich gerne und ich finde auch die Kombination mit dem gelb-orangen Rahmen und dem tollen Farbschnitt samt Moltebeeren sehr gelungen.
Die Geschichte erzählt auf zwei Zeitebenen von den Erfahrungen zweier sehr individueller und starker Frauen: 1938 erleben wir mit der jungen Siv, die in den verschneiten Wäldern Schwedens eine Gruppe Waldarbeiter versorgt, das harte Leben ohne Strom und fließendes Wasser kennen.
Doch neben aller körperlicher und psychischer Anstrengung, die es zu meistern gilt, entdeckt Siv immer mehr sich selber und eine nie gekannte Freiheit. Und dann ist da noch Nila, ein junger Sami, zu dem sie eine verbotene Liebe entwickelt. Viele Jahrzehnte später, im Jahre 2022 muss Sivs Enkelin Eva in ihre Heimat zurück kehren, da sie als PR-Mitarbeiterin eines großen Forstunternehmens einen schwelenden Konflikt vor Ort bereinigen soll. Doch schon bald wird sie von ihrer Vergangenheit und ihrer Familiengeschichte eingeholt, die ihr viel Fragen stellen und die ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht bringen…
Ulrika Lagerlöf erzählt diese Geschichte in einer angenehm und leicht zu lesenden Schreibweise, die mich flüssig durch den Text getragen hat. Siv mochte ich von Anfang an sehr gerne und meiner Meinung nach ist es der Autorin gut gelungen ihre widersprüchlichen Gefühle und die einengenden Zeitzwänge rüber zu bringen. Auch Eva ist mir grundsätzlich sympathisch, ich habe jedoch länger gebraucht, um mit ihr warm zu werden und ihre Persönlichkeit fassen zu können. Auch andere Charaktere der Geschichte zeigen individuelle und authentische Eigenschaften, was mir gut gefällt. Für mich ist der Erzählstrang rund um Siv deutlich stärker und spannender, als die Geschichte von Eva, aber beide passen dennoch gut zusammen.
Die großen Fragen rund um Freiheit, Selbstbestimmung, Naturschutz und den Konflikt zwischen den Sami und den zugezogenen Schweden hat Ulrika Lagerlöf präsent in die Handlungen der ProtagonistInnen eingebaut und stimmig umgesetzt. Ich fand diese Thematiken sehr interessant und habe das Buch sehr gerne gelesen. Trotzdem muss ich gestehen, dass die Geschichte insgesamt für mich nicht ganz rund war. Ich kann leider nicht genau benennen, woran das lag, hatte jedoch an einzelnen Stellen das Gefühl, dass mir eine Verbindung oder „eine Brücke“ im Gefüge des Geschehens fehlte. Nichts destotrotz mochte ich das Buch sehr und würde sehr gerne auch den zweiten Band lesen, der noch mehr aus dem Leben und Erleben der beiden Frauen erzählt. Vielleicht rundet dieser zweite Teil in meinem Empfinden dann auch alle Erzählstränge perfekt ab – ich bin gespannt und freue mich darauf!
Ein absolutes Lesehighlight für mich!
Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly
Das Cover von „Das Geschenk des Meeres“ von Julia R. Kelly gefällt mir ausgesprochen gut! Ich liebe die farbliche Reduktion auf Blau und Weiß mit dem pinken Akzent des Autorinnennamens – diese Gestaltung hat für mich etwas sehr Elegantes, Reduziertes und doch Einnehmendes. Das wogende Meer im Bildvordergrund strahlt Kraft aus und zeigt die Rauheit, die diesem Element innenwohnen kann und die in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielt.
Überhaupt passen Covergestaltung und Buchinhalt für mich extrem gut zusammen.
Das Buch spielt in Schottland und erzählt die Geschichte von Dorothy, die einst als junge Lehrerin nach Skerry kam und dort auf tragische Weise ihren Sohn Moses verliert. Jahre später wird am Strand ein Junge angespült, der Dorothys verlorenem Sohn auf unerklärliche Weise sehr ähnelt und der all die Fragen nach den Umständen rund um Moses Verschwinden wieder aufwirft…
„Das Geschenk des Meeres“ ist eine düstere Geschichte, durchzogen von Verlust, Trauer und Schuldzuweisungen. Und trotzdem habe ich mich bei der Lektüre nicht unwohl gefühlt – ganz im Gegenteil! Julia R. Kelly gelingt es außergewöhnlich gut ein Setting zu schaffen, das mich mit seinen authentischen und individuellen Charakteren gefangen nahm, in dessen Welt ich ganz eintauchen konnte und in dem ich mich zunehmend heimisch fühlte. Dorothy ist mir in all ihrer Unsicherheit und mit all ihren Selbstzweifeln sehr schnell ans Herz gewachsen und Joseph ist einer meiner Lieblingsprotagonisten geworden. Skerry, als Ort des Geschehens, ist atmosphärisch dicht und detailliert beschrieben, so dass ich mir die Umgebung immer sehr gut vorstellen konnte und das Dorfgefüge wirkt mit typischen und doch individuellen Zügen sehr realistisch.
Nicht nur durch das nahe Meer und die Naturgewalten der Elemente wartet diese Geschichte mit einer atmosphärischen Wucht auf, die mich regelrecht umgehauen hat. Einmal eingetaucht, wollte ich das Buch überhaupt nicht mehr zur Seite legen und die vielen offenen Fragen zu Vergangenheit und Schicksalsverlauf spukten permanent in meinem Kopf herum. Beeindruckend und meisterlich, mit wie viel Spannung mich diese Geschichte fesseln konnte und trotzdem ganz leise und unaufgeregt daher kam!
Manche Wendungen bzw. Szenen der Geschichte haben mich extrem berührt und nicht nur einmal hätte ich Dorothy gerne geschüttelt, um sie „zur Vernunft“ zu bringen oder sie in den Arm genommen, um sie zu trösten, hätte ich Joseph gerne unterstützt und Moses beschützt. Die ganze Geschichte hat für mich genau den richtigen Ton getroffen und mich tief beeindruckt und berührt. Die Autorin hat Gefühle so innig und tief dargestellt, dass ich mich ihnen beim Lesen überhaupt nicht entziehen konnte.
Neben dem Haupterzählstrang rund um Dorothys Erleben lernen wir in der Geschichte auch weitere Gegebenheiten und Personen des Dorflebens kennen, tauchen ein wenig in die Mythenwelt Schottland ein und sehen uns der Lebensrealität nah am Meer um 1900 gegenüber. Für meinen Geschmack ist es der Autorin herausragend gut gelungen alle Elemente stimmig zu vereinen und dadurch eine runde, facettenreiche und doch fokussierte Geschichte zu erzählen, die die LeserInnen gefangen nehmen kann!
Der Text lässt sich ausgesprochen leicht und angenehm lesen und ich mag es sehr, dass das Geschehen immer wieder aus verschiedenen Perspektiven heraus weiter erzählt wird. Immer mehr entspinnt sich beim Lesen ein Geflecht aus Zusammenhängen, Verwicklungen und gegenseitiger Beeinflussung, dessen Entschlüsselung ich entgegen gefiebert habe und auch wenn ich sehr wohlig-zufrieden war, als sich endlich alle Fragen geklärt hatten, war ich wirklich traurig darüber, das Ende dieser Geschichte erreicht zu haben…. Was für ein tolles, beeindruckendes, sehr berührendes und nachhallendes Leseerlebnis! Ich würde 7 Sterne geben, wenn ich könnte und spreche eine berauschte Leseempfehlung von Herzen aus!
Krimispaß, Kunstgenuss und eine spannende Geschichte im Comicstil
Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum von Hannah Tunnicliffe
„Detektiv Stanley und das Geheimnis im Museum“ ist für mich ein ungewöhnliches Kinderbuch, denn es ist wie ein Comic gestaltet. Eigentlich mag ich diese Art der Geschichtenerzählung nicht so gerne, mein junger Freund Julian, 7 Jahre alt, mit dem ich dieses Buch kennen gelernt habe, war allerdings ganz begeistert davon und auch ich habe mich von diesem Buch gerne überzeugen lassen.
Die Geschichte erzählt von Detektiv Stanley, der gerade in Rente gegangen ist und seine Ruhe genießen möchte, als ihn ein Hilferuf aus dem Museum erreicht. Dort ist eingebrochen worden und natürlich hilft er dabei das seltsame Verbrechen aufzuklären, denn die Räume sind verwüstet, aber es fehlt nichts… sehr seltsam!
Hannah Tunnicliffe und Erica Harrison drücken diese Geschichte in einer sehr gelungenen Mischung aus Text und Bild aus. Die Texte sind kurz gehalten und, wie sich das für ein Comic gehört, teilweise durch Sprechblasen ergänzt. Diese Art des Erzählens beinhaltet eine gewisse Unruhe, passt aber sehr gut zu der Art der Geschichte und wurde im vorliegenden Buch sehr gut eingesetzt sowie mit dem Geschehen kombiniert. Manche Ausdrucksweise oder Wortwahl wird Kinder des Alters ab 6 Jahren vielleicht noch etwas überfordern, diese Dinge regen jedoch auch zur Wortschatzerweiterung an und machen eine erwachsene Begleitung des Leseerlebnisses noch wertvoller.
Die Bilder von Erica Harrison sind sehr bunt und mit stark plakativ eingesetzten Farben gestaltet. Eigentlich entspricht auch dies nicht ganz meinem persönlichen Geschmack, aber ich finde, dass es zum Einen wunderbar zum Comic passt, zum anderen aber vor allem die Verbindung zu den Kunstwerken von Piet Mondrian, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen, hervorragend herausstellt. Manche Seiten sind von einem einzigen Bild bedeckt und mit „normalem“ Textbaustein versehen, andere Seiten zeigen unterschiedlich viele, aber einzelne Szenen im Comicstil. Dadurch bleibt das Leseerlebnis sehr abwechslungsreich und der Verlauf der Geschichte wird trotzdem visuell nicht zu unruhig.
Die Kombinationsarbeit des Detektivs wird sehr ansprechend und detailliert dargestellt und bei uns war es eine Freude nach der ersten Entdeckung der Geschichte gleich noch einmal von Vorne zu beginnen und die einzelnen Schritte genau nachzuvollziehen. Die Kinder werden zu eigenem Kombinieren und Entdecken angeregt, erhalten Sachinformationen und können mitfiebern. Besonders gelungen finde ich zudem, dass am Ende eine Doppelseite zu dem realen Maler Piet Mondrian eingefügt wird, die grundlegende Informationen zu dessen Leben und Werk enthält, die aber auch neugierig darauf macht, noch mehr über ihn zu erfahren.
In diesem hochwertigen und mit festem Einband versehenen Comicbuch für Kinder ab 6 Jahren wird eine ansprechende und spannende Geschichte präsentiert, die die Kinder zum Rätseln und Mitdenken, zum genauem Hinschauen und Kombinieren einlädt und die Krimilust und Kunstgenuss wunderbar miteinander verbindet. Für uns war es ein tolles Erlebnis und wir empfehlen dieses Buch sehr gerne weiter!
Außergewöhnlich!
Die Geschichte des Klangs von Ben Shattuck
„Die Geschichte des Klangs“ von Ben Shattuck wird von einem Cover geschmückt, dem man Teile des Inhalts bereits ansieht und das gefällt mir sehr. Das Cover ist in seiner Klarheit sehr ansprechend und auch die Farben sind für meinen Geschmack gut gewählt, denn sie vereinen Nostalgie und Moderne.
Gleiches gelingt dem Autor auch in der Geschichte, denn er vereint zwei Zeitstränge miteinander, die gemeinsam eine runde Erzählung ergeben: So lernen wir auf der einen Seite Lionel kennen, der in David seine große Liebe findet und einen Sommer lang mit ihm gemeinsam Lieder auf Wachswalzen sammelt. Und wir begegnen Annie, die sich in ihrem ereignislosen Leben gefangen fühlt, bis sie in einem geheimen Versteck des neuen Hauses seltsame Gegenstände findet, die sie eine andere Lebenswelt erahnen lassen.
Ben Shattuck ist es mit dieser kleinen Erzählung von rund 100 Seiten gelungen einen ganz eigenen Kosmos zu schaffen und mir von Menschen zu erzählen, die mich berührt haben. Seine ProtagonistInnen wirken äußerst authentisch und haben nachvollziehbare, weil „alltägliche“ bzw. lebensnahe Probleme und Gefühle.
Ganz besonders gut gefallen hat mir die sprachliche bzw. strukturelle Gestaltung des Textes, denn sie ist vielfältig (mal in Form einer Art therapeutischer Aufzeichnung vom Erzähler selber verfasst, mal wie eine Geschichte von außen) und einnehmend. Irgendwie gelingt es dem Auto, dass ich mich den Charakteren in den Worten sehr nah fühle und seine Art des Schreibens enthält zudem teilweise sehr poetische und schöne Zeilen (z. B. „In den Bäumen zirpten die Zikaden und nähten die Nacht zusammen.“). Dabei liest sich die Geschichte sehr flüssig und angenehm leicht, enthält für mich aber eine eindringliche Substanz, die mich auch nach der Lektüre noch immer wieder beschäftigt hat.
„Die Geschichte des Klangs“ greift verschiedene Themen aus der menschlichen Lebenswelt auf und zeigt, wie groß und einflussreich eine Liebe sein kann, auch, wenn deren Erleben nicht lange bestehen bleiben konnte. Für mich ist es ein wunderbares Buch mit federleichter Tiefe, gelungen gesetzten Worten sowie ganz viel Sehnsucht nach dem prallen Leben und der großen Liebe – unbedingt empfehlenswert!
Ein Wohlfühlroman von einem ganz besonderen Ort an der Küste Cornwalls
A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe von Katharina Herzog
Ich mag das Cover von „A taste of Cornwall” von Katharina Herzog sehr, denn der blaue Farbverlauf harmoniert hervorragend mit den rot-orangen Elementen und das Teekannenhaus ist einfach nur zauberhaft! Dieses Cover spiegelt den Wohlfühlcharakter des Buches und zeigt den LeserInnen von Anfang an, was sie erwartet.
Die Geschichte erzählt von der erfolgreichen Restaurantkritikerin Sophie, die auf Grund persönlicher Hintergründe eine Kritik an dem Restaurant eines berühmten Models veröffentlicht, die ihr einen ausgewachsenen Shitstorm einbringt. Daraufhin legt ihr Chef ihr eine Auszeit mit Bedingungen für einen Wiedereinstieg nahe, der Sophie samt ihrer Tochter und Mutter nach Cornwall verschlägt, wo sie einen alten Pub übernimmt, den sie zu einem gehobenen Gourmettempel umwandeln soll. Doch die Einheimischen sind von Veränderungen gar nicht begeistert und der Neustart gestaltet sich alles andere als einfach…
Ich habe bereits andere Bücher der Autorin gelesen und mag ihren angenehmen Schreibstil sehr gerne. Sie versteht es sehr gut ihrer Geschichte eine Umgebung „auf die Seiten“ zu schreiben, die mich in ihren Bann ziehen: ich hatte oft das Gefühl mit den Charakteren in der kleinen Bucht direkt am Meer zu stehen und auf die schäumenden Wellen zu schauen! Das liebe ich sehr! Aber auch die ProtagonistInnen dieser Geschichte sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ihre ungewöhnlichen und teils skurrilen Eigenschaften machen sie zu etwas Besonderem und jede Figur hat einen eigenen individuellen Hintergrund, der für menschliche Vielfalt sorgt.
Außerdem greift das Buch verschiedene Themen auf und spiegelt – trotz des Haupterzählstranges rund um Sophie - auch unterschiedliche Erlebenswelten (z. B. erfahren wir einiges aus dem Leben und Erleben ihrer Tochter). Diese Geschichte würde ich auf jeden Fall in die Kategorie der Wohlfühlromane einordnen, doch neben allen genretypischen Attributen wartet diese Geschichte auch mit Themen, wie Trauer und Verlust, Schein und Sein, Neuanfängen, dem goldenen Käfig, negativen Lebensentscheidungen, dem verzweifelten Wunsch nach der Liebe der eigenen Eltern und weiteren Themen auf. Trotzdem gelingt es der Autorin, dass diese Inhalte die Lektüre nicht schwer werden lassen, sondern dass sie dem Geschehen einfach eine Substanz verleihen, die die Geschichte gut ausbalanciert wirken lässt.
„A taste of Cornwall“ ist für mich eine Geschichte, die im Alltag eine kleine Wohlfühl-Auszeit schenkt und die Lust macht auf die angekündigten Folgebände. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle, die Lust auf einen ganz besonderen Pub am Meer, auf außergewöhnliche Charaktere, leckeres Essen und einen vielverspechenden Neuanfang haben – gute Reise!
Eine gelungene Kombination aus literarischem Sachwissen und persönlichen Ansichten
Einfach Literatur von Klaus Willbrand; Daria Razumovych
Das Cover von „Einfach Literatur – Eine Einladung“ von Klaus Willbrand und Daria Razumovych gefällt mir sehr. Es wirkt edel und ein wenig nostalgisch und ein besonderes Highlight ist dabei die Banderole, die mit dem Bild und der Aussage des Autors noch einen sehr persönlichen Einblick gewährt.
Auch die Gesamtgestaltung mit Lesebändchen und hervorgehobenen Einschüben im Fließtext sagt mir sehr zu.
Das Buch versteht sich - wie der Untertitel bereits sagt – als Einladung zur Beschäftigung mit Literatur und gibt Anregungen ohne Belehrung oder erhobenen Zeigefinger. Die beiden AutorInnen möchten zum Lesen anregen und mir ist ihre eigene Leidenschaft zu guten Büchern regelrecht aus dem Text entgegen gesprungen, was ich sehr mag. Es gibt Leselisten, Beschreibungen einzelner Titel oder Erklärungen zu besonderen Autoren und Autorinnen.
Ergänzt wird viel geballtes Wissen rund um die Literaturwelt mit den individuellen Erlebnissen und Ansichten von Klaus Willbrand und Daria Razumovych, was die Lektüre davor bewahrt unpersönlich oder gar trocken zu werden. Mir gefallen diese Einblicke sehr gut und es hat mir Freude gemacht ein wenig in das außergewöhnliche Leben des Klaus Willbrand hineinschauen zu dürfen.
Der Text liest sich leicht und angenehm flüssig und meiner Meinung nach ist dieses Buch außerdem besonders dafür geeignet immer wieder zur Hand genommen und in einzelnen Abschnitten gelesen zu werden. Besonders berührt haben mich am Ende einige eingefügte Kommentare von Mitgliedern der Community des Antiquariats auf den sozialen Kanälen zu Klaus Willbrands Tod.
Für mich ist das Buch eine sehr gelungene Mischung aus persönlichen Anekdoten und Empfindungen mit Einblicken in die Welt der Literatur und Sachwissen, weshalb ich es allen Literaturbegeisterten gerne empfehle!
Die spannende Welt der Roboter für junge LeserInnen
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 78 - Die Roboter von Carola von Kessel
Dem Cover von „Die Roboter“ sieht man auf den ersten Blick an, dass dieses Buch zur Wieso?Weshalb?Warum?-Reihe gehört und das mag ich sehr. Diese Bücher haben eine ganz besondere und wiedererkennbare Bild- und Gestaltungssprache, was ich, was aber auch viele Kinder sehr schätzen und was unmittelbar ein „heimeliges“ Gefühl erzeugt.
Außerdem macht das Coverbild mit dem fröhlich agilen Roboter große Lust darauf das Buch zu entdecken und die Welt der Roboter kennen zu lernen!
Auch im Inneren ist das Buch durchweg bebildert und zusätzlich mit spannenden interaktiven Klappen versehen. Diese laden die Kinder ein noch mehr wissenswertes und spannendes zu entdecken und geben Einblicke z. B. in das Innere eines Roboters. Die Bilder von Marion Kreimeyer-Visse sind bunt und kindgerecht gestaltet, bieten viele Details und wirken trotzdem nicht überfrachtet oder erschlagend.
Die Texte von Carola von Kessel sind ebenfalls gelungen auf den kognitiven Stand der Zielgruppe von 2-4 Jahren angepasst und bieten den jungen LeserInnen inhaltliches Wissen zum Thema. Besonders schön finde ich es, dass die Kinder auch aktiv angesprochen werden und z. B. Dinos zählen oder sich selber in einen Roboter verwandeln können.
Das Buch ist im Rahmen des Themas sehr vielfältig gestaltet und breit aufgestellt. So werden Roboter gezeigt, die im Haushalt und Alltag eingesetzt werden können (Lebenswelt der Kinder), Roboter in Fabriken, Geschäften und im Museum sowie im Altenheim oder auf einem Bauernhof präsentiert oder erläutert, wo Roboter uns Menschen schützen können (z. B. bei Polizei und Feuerwehr). Außerdem wird die Funktionsweise kindgerecht vermittelt und ein Ausblick in die Zukunft angeboten.
Für mich ist dieser Titel eine gelungene Fortsetzung der Themenreihe für junge Kinder und ich kann ihn wärmstens allen jungen LeserInnen und Familien empfehlen, die sich für Roboter interessieren – viel Freude beim Entdecken!
Leise, zart und voller Lebensweisheit, Sommerglück und Gartenzauber
Der Garten der kleinen Wunder von Patricia Koelle-Wolken
Das Cover von „Der Garten der kleinen Wunder“ gefällt mir sehr! Es strahlt eine Ahnung von dem Paradies aus, das mein Garten für mich ist und das auch im Roman eine zentrale Rolle spielt. Die weiche und warme Abendstimmung erzeugt zudem ein wohliges Gefühl, das so gut zur Geschichte passt.
Diese erzählt von Toja, die in einer Wohngemeinschaft mit Bär in einem farbenfrohen Haus lebt und die gemeinsam mit diesem den Garten und die Erinnerungen an Wille – eine ganz besondere Frau – aufrecht erhält.
Dieser Garten ist Tojas Zufluchtsort und sicherer Hafen, wenn ihr die Welt um sie herum mal wieder zu laut wird und wo sie in Ruhe die Umschläge für ihre Notizbücher gestalten kann. Als sie drüben am Nachbarzaum Vica entdeckt, der es genauso zu gehen scheint wie ihr, da nimmt sie sich der Jugendlichen an und gemeinsam erleben sie einen unvergesslichen Sommer. Doch wie viel Mut braucht es um man selber zu sein? Und welche Kompromisse sind in Ordnung?
Patricia Koelle-Wolken hat mit diesem Roman eine unglaublich leise, zarte und lebenskluge sowie inspirierende Geschichte geschrieben. LeserInnen, die Action und starke Handlungen suchen, werden hier nicht glücklich werden, aber all jene, die sich an die leisen Töne herantrauen, die beim Lesen mitfühlen und verstehen wollen, die einen Einblick in andere Lebenswelten erhalten oder vielleicht auch sich selber wieder finden wollen, wenn sie selber eine eher leise Person sind, für die ist diese Geschichte in echter Gewinn! Ich habe mich beim Lesen unglaublich wohl gefühlt, denn die ProtagonistInnen sind für meinen Geschmack sehr authentisch und verletzlich, aber auch stark und mutig beschrieben, was mir sehr gefällt.
Die Autorin schreibt in sehr angenehm flüssiger Art und Weise, spickt ihren Text aber zusätzlich mit wunderschönen sprachlichen Bildern und sehr anschaulichen Erklärungen von besonderen Situationen. Mir hat das richtig gut gefallen und ich habe die zarten Dialoge und die wunderschönen Beschreibungen des Gartens in vollen Zügen genossen! Oft war ich wirklich mitten drin und habe gemerkt, dass ich selber langsamer gelesen habe und zunehmend ruhiger geworden bin – der besondere Garten dieser Geschichte hat mich geerdet. Und wunderschön fand ich außerdem, wie sehr ich mitfühlen und mich einfühlen durfte – ein tolles Geschenk!
„Der Garten der kleinen Wunder“ ist für mich ein Roman, der Mut macht. Mut dazu, dass jeder Mensch sein können sollte, wie er ist und das jeder Mensch richtig ist, so wie er ist. Mut hinzuschauen, hinzufühlen und offen zu sein für diverse Ansichten, Gefühle und Vorlieben. Mut dazu, sich selber treu zu bleiben und seinen eigenen Herzensort oder Herzensmenschen zu finden. Mut dazu, glücklich zu sein.
Ich habe die Lektüre sehr genossen und neue Einblicke für mich gewonnen, aber auch einfach eine sehr angenehme Lesezeit voller Sommerlust und Gartenzauber gehabt – einfach toll! Ich wünsche auch euch viel Freude beim Lesen und empfehle diese Geschichte von Herzen!
Ein zauberhafter Märchenwald - 5 Reim-Geschichten
Geschichten aus dem Muckligwald - Geschenkbuch mit Zeichnungen von Bestseller-Illustrator Charlie Mackesy von Vicky Cowie
Ich finde das Vorlesebuch „Geschichten aus dem Muckligwald“ wunderschön und berührend nostalgisch!
Vicky Cowie erzählt in diesem aufwendig und wunderschön gestalteten Band 5 Geschichten aus dem sagenumwobenen Muckligwald, die alle dadurch eingerahmt werden, dass die Oma diese den Kindern vorm Schlafengehen erzählt.
Da geht es um eine Reise in den Muckligwald, um einen magischen Maikäfer, um das Geheimnis der Villa Snittington, um Melvin den Maulwurf und Kevin, den Kelpie.
Eine große Besonderheit dieses Buches ist die Reimform, im der es verfasst wurde. Ich persönlich bin nicht wirklich eine Freundin von Gedichten, doch ich habe oft erlebt, wie sehr Kinder sich von gereimten Texten begeistern lassen und wie sehr ihnen der besondere Wortrhythmus gefällt. Und in dem vorliegenden Buch habe auch ich mich ganz davon gefangen nehmen lassen können! Der Autorin und der Übersetzerin (Kathrin Köller) ist es wunderbar gelungen mit den Versen eine ganz besonders zauberhafte Stimmung und Atmosphäre zu kreieren, die mich in den Muckligwald entführt und die mir ganz tolle Lesemomente geschenkt hat. In den Geschichten verschmilzt die reale Welt mit einer magischen Ebene und bietet die Möglichkeit ganz unterschiedliche Themen zu entdecken.
Die Bilder von Charlie Mackesy bilden eine wunderbare Ergänzung dazu, denn auch sie strahlen eine ganz zauberhafte Magie aus. In ihrer Zartheit und der leichten Strichführung lassen sie viel Raum für die eigene Fantasie der Kinder und sie passen einfach hervorragend zu einem Märchenwald und deren Bewohnern! Außerdem gefällt mir sehr, dass sie zwar bunt, aber sehr zurückhaltend und in zarten Farben ausgearbeitet sind.
Das Hardcover-Buch ist insgesamt sehr hochwertig und liebevoll sowie durchgehend farbig gestaltet, strahlt eine wundervolle Nostalgie und einen ganz eigenen Zauber aus, der bestimmt viele junge und ältere LeserInnen in seinen Bann ziehen wird. Ich wünsche euch allen ganz viel Freude beim Eintauchen in die Welt des märchenhaften Muckligwaldes!
Leider passt es nicht wirklich zu mir...
Sputnik von Christian Berkel
Das Cover von „Sputnik“ gefällt mir gut, denn ich sehe in dem Bild des jungen Mannes den Charakter, um den sich dieses Buch dreht und die schwarz-weiße Gestaltung mit dem grünen Titel sagt mir sehr zu.
Christian Berkel erzählt in Romanform die Geschichte seiner Kindheit und Jugend. Der Klappentext erwähnt dazu „die Zerrissenheit, den Aufbruch und das Abnabeln“ und auch ich habe diese 3 Punkte im Text wiedergefunden.
In einer Mischung aus Realität und Fiktion erleben wir LeserInnen den Weg des Autors bereits ab der Zeit im Mutterleib, bis zum Erwachsenwerden. Dabei erzählt er so, dass sich die Geschichte flüssig lesen lässt, doch ich muss gestehen, dass mich lange Strecken einfach nicht erreichen und fesseln konnten, so dass ich mich zeitweise wirklich durch die Seiten gequält habe.
Dabei gab es durchaus auch interessante Passagen und manche Stellen habe ich gerne gelesen, insgesamt passt diese Geschichte jedoch leider nicht zu meinen Lesevorlieben - obwohl ich mich so sehr auf das Buch gefreut hatte! Bereits seit langem wollte ich die Bücher von Christian Berkel lesen, bin jedoch bisher nicht dazu gekommen und habe nun mit diesem dritten Band begonnen. Ich weiß noch nicht, ob ich mich an einen der anderen Titel wagen werde, für dieses Buch kann ich aus meiner Sicht jedoch leider nicht wirklich eine positive Leseempfehlung aussprechen…
Abgesehen von den Teilen, die mich so gar nicht erreicht haben, waren manche zeitgeschichtlichen Inhalte oder Teile der Beschreibung seines Aufenthalts in Frankreich für mich sehr interessant und ich mochte phasenweise auch Sputniks Innenschau. Passagen in denen es viel um sexuelle Erfahrungen oder Drogenkonsum ging oder um die Reibereien mit seinen Eltern waren mit teilweise jedoch viel zu „platt“ beschrieben, unreflektiert und einfach zu viel.
Schade, aber ich bin mit diesem Buch einfach überhaupt nicht warm geworden…. Trotzdem wünsche ich allen anderen LeserInnen viel Freude bei der Lektüre!











