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Rezensionen von Lydia_Te:

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Langatmig und sprunghaft

Eine Welt nur für uns von Claire Deya

„Eine Welt nur für uns“ von Claire Deya hat mich leider nicht überzeugt.
Der Einstieg in die Geschichte war noch ganz in Ordnung und interessant. Normalerweise gefällt es mir, wenn die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Hier war das aber leider nicht der Fall. Als Saskia ins Spiel gekommen ist, hat der Roman für mich leider stark abgenommen.

Möglicherweise soll sie geheimnisvoll wirken, auf mich macht es aber einen zerstreuten und willkürlichen Eindruck. Daher wäre es für mich besser gewesen, sich auf einige wenige Protagonisten zu konzentrieren, damit man mit diesen wenigstens eine Verbindung aufbauen kann.
Außerdem hinterlässt der Schauplatz bzw. die Umgebung keinen bleibenden Eindruck. Teilweise fällt es mir schwer dem Geschehnis zu folgen bzw. mir eine innere Karte zu bilden wo der Erzählende bzw. die Erzählende sich gerade befindet und warum die Person so schnell von A nach B gelangen kann.
Generell wirken die Figuren für mich einen Hauch zu geheimnisvoll. Wenn der Roman schon 441 Seiten hat, könnte man ruhig mehr auf die Figuren eingehen, damit man sich ein Gesicht zum Namen machen kann.
Die Geschehnisse machen auf mich auch einen willkürlichen Eindruck, bzw. werden Personen in der Geschichte hinzugezogen die es nicht wirklich brauchen würde. Da wäre vielleicht eine Auktorialer oder Neutraler Erzähler die bessere Wahl gewesen, würde die Geschichte vielleicht auch etwas abrunden.
Auf jeden Fall hat die Geschichte für mich keinen klaren erkennbaren roten Faden und sie wirkt langatmig und sprunghaft gleichzeitig.

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Langatmig und sprunghaft
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Hey Bär, ho Bär!

Wilde Berge des Balkan von Antonia Schlosser; Katharina Kestler; Lisa Bartelmus; Anja Woertge

Ich habe vorher noch nie etwas von den "Bergfreundinnen" gehört, daher wusste ich nicht was mich mit "Wilde Berge des Balkan" erwartet. Aber ich wurde positiv überrascht.
Das Buch ist eine Mischung aus Ratgeber, Tagebuch und Leitfaden. Katharina Kesttler, Antonia Schlosser und Lisa Bartelmus bilden das Trio "Bergfreundinnen" und erleben gemeinsam Abenteuer, in diesem Fall eben eine mehrtägige Tour durch Kosovo, Nordmazedonien und Albanien.

Das schöne am Buch: es wirkt bodenständig, ehrlich und authentisch. Es wird nicht nur die Tour samt Route näher erklärt, wir erfahren auch von all den kleinen Wehwehchen und von den Ängsten und Zweifeln welche die drei unterwegs haben. Die Etappen werden abwechselnd von Kaddi, Lisa und Toni erzählt. Am Ende gibt es außerdem noch ein Kapitel von Anja Woertge zu "Alles, was du für deinen Trip in die Wildnis wissen musst". Zwischendurch gibt es auch das eine oder andere Interview mit bedeutsamen Frauen die sie unterwegs getroffen haben bzw. mit denen sie in Kontakt standen.
Mich persönlich hat es ein wenig gestört, dass es im Buch so wirkt, als wären nur die 3 ganz alleine unterwegs. Dabei waren sie aber eine Gruppe von 8 Personen. Da wäre es für mich interessant gewesen wenn die anderen 5 auch noch ins Buch stärker einbezogen gewesen wären. Aber das ist meckern auf hohem Niveau.

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Hey Bär, ho Bär!
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Herzzerreißend

Kaffee mit Milch von Ella-Maria Nutti

Agneta hat Krebs und will es ihrer Tochter Tilda erzählen.
Es ist schon längst überfällig.
Aber es bietet sich einfach keine geeignete Möglichkeit.
Schlussendlich spitzt sich die Situation zu und eskaliert. Mit dem Ergebnis sind sowohl Mutter als auch Tochter unzufrieden.

Die Geschichte ist wirklich herzzerreißend.

Kristine Bilkau kann mit ihrer "Halbinsel" einpacken und das Feld verlassen um Platz für Ella-Maria Nutti zu schaffen.

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Herzzerreißend
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Hat meine Erwartungen enttäuscht

Es kann so schön sein, das Leben von Alexander Oetker

Das Cover und der Titel waren schon mal sehr ansprechend.
Der Einstieg in das Buch hat mir auch gut gefallen. Besonders die kleinen Einblicke die uns Alexander Oetker in sein Privatleben gibt. Begonnen also mit humorvollen Anekdoten und ein paar Rezepten mit denen wir uns das Dolce-Vita nach Hause holen können.

Leider hat mir das Buch von Seite zu Seite weniger gefallen.
Ich muss gestehen: ich bin kein patriotischer Mensch und grundsätzlich skeptisch. Daher habe ich mir auch einige Gedanken zu dem geschriebenen gemacht.
Ich finde es sehr interessant, dass ich einen Einblick in das südliche Leben bekomme. Auch wenn die Schilderung sehr von Alexander Oetkers Meinung geprägt ist.
Er betont auch des Öfteren, dass er Deutschland und Österreich nicht schlechtreden will. Aber in den südlichen Ländern würde es sich anscheinend einfach besser Leben lassen.
Spätestens bei Kapitel 7 "Sprich mit Gott", war es für mich vorbei.
Ich respektiere Menschen, die einen Glauben haben und möchte sie nicht davon abbringen. Aber ich lasse mir bestimmt nicht einreden, dass jeder an etwas glauben muss, damit das Leben erfüllt ist.

Fazit: ein netter Ratgeber, für mich aber leider nicht das Wahre.
Jeder Mensch ist ein Individuum und man kann nicht ein grundsätzliches Rezept für ein glückliches Leben aufstellen das für jeden auf der ganzen Welt gültig ist.

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Hat meine Erwartungen enttäuscht
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Das ist Liebe

Das ist Glück von Niall Williams

„Das ist Glück“ von Niall Williams ist ein Liebesbrief an das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen.
Ich muss gestehen, dass mir die ersten 60 Seiten nicht leichtgefallen sind. Der Schreibstil von Niall Williams ist detailliert und sehr bildlich. Was mir einerseits sehr gut gefällt, da ich mir den Regen in Faha in all seinen Facetten vorstellen kann.

Andererseits war der Einstieg in den Roman dadurch etwas holprig, so wie es die Wege in Faha sind.
Nach meiner Eingewöhnungsphase, habe ich den Roman von Seite zu Seite mehr ins Herz geschlossen. Wir lernen den Protagonisten Noe kennen (ausgesprochen wie das englische „No“ oder „Know“) und seine Großeltern die Doady und Ganga genannt werden. Hinzu gesellt sich später der liebenswürdige Christy.
Wir begleiten Noe durch einen kurzen Teil seines Lebens. Sind verloren, weil er nicht mehr Teil des Priesterseminars sein will, verlieben uns in drei Schwestern und sind zugleich etwas verwirrt und blind. Ziehen uns gemeinsam mit ihm schwere Verletzungen zu, teilweise ungewollt und teilweise gezielt um seiner zum Scheitern verurteilten Liebe nachzugehen. Wir bestreiten zusammen mit ihm und Christy jeden Abend den langen Weg ins Dorf, auf der Suche nach Junior Crehan und seiner unglaublichen Musik.
Die Geschichte wird übrigens aus der Sicht des alten Noe erzählt. Alles Erzählte liegt bereits weit zurück, der unablässige Regen in Faha der plötzlich durch die gnadenlose Sonne abgelöst wird. Die Elektrifizierung von Faha (die vor der von Boola erfolgt, oder schwindele ich jetzt?). Und all das wird mit einer Güte und Nachsicht erzählt, wie man sie nur haben kann, wenn man sein 17-jähriges Ich vor Augen hat.
Kurz und knapp: Das ist Glück ist pure Liebe.

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Das ist Liebe
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Sehr spannend

Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde

"Die Geschichte der Bienen" war mein erster Roman von Maja Lunde und ich habe ihn geliebt! Wenn man die weiteren Bücher liest, fügt sich alles zusammen wie ein Puzzle. Das ist wirklich ein kleines Erfolgserlebnis.
Im Roman geht es kurz gesagt, um die Geschichte der Biene und wiebzw. warum die kleinen Tierchen verschwunden sind.

Aaaaaaber naturlich sind die kleinen fleißigen Honigbienen nicht vollends ausgestorben.
Maja Lunde schafft es, erste Themen wie das Artensterben oder Bienensterben in einen fesselnden Roman zu verpacken. Man genießt einen hervorragenden Roman und gleichzeitig macht man sich Gedanken über die Menschheit und deren Handlungen. Denn warum, wenn nicht wegen uns und unserer egoistischen Lebensweise sterben so viele Tiere aus?
Ich denke, Maja Lunde möchte uns mit ihren Werken unterhalten und gleichzeitig aufhorchen lassen.
Eine ausgezeichnete Dystopie die ich nur jedem empfehlen kann.

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Sehr spannend
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Jella und Yannik

Die schönste Version von Ruth-Maria Thomas

Das Cover finde ich sehr ansprechend, es wirkt geheimnisvoll und ist ästhetisch.
Das große Thema des Buches ist: Gewalt in einer Beziehung.
Die Protagonistin Jella erzählt uns auf eine persönliche und intime Weise, wie ihre Beziehung zu Yannik begonnen hat und wie der aktuelle Stand ist. Außerdem erfahren wir zwischendurch immer wieder kleine Details und Schnipsel von vergangenen Beziehungen.

Der rote Faden der sich durch die Geschichte zieht? Die Beziehung zu Yannik ist nicht die erste, in der sie Gewalt erfährt...
Eine traurige Geschichte mit einem Schimmer von Hoffnung.
Eine weitere Wichtige Rolle spielt ihre ehemalige Beste Freundin Shelly. In der Schulzeit sind sie unzertrennlich, teilen alles miteinander und das ist womöglich die einzige Beziehung in dieser Geschichte, in der Jella keinen Missbrauch erfährt. Leider zerbricht die Beziehung im Laufe der Geschichte, doch die beiden sehen sich wieder.

Auch wenn Geschmäcker verschieden sind, kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Es ist leicht lesbar und die Geschichte ist fesselnd. Schließlich ist man Neugiereig und möchte wissen was zwischen Jella und Yannik passiert ist und wer daran die Schuld trägt.
Nur so viel, zu einem Streit gehören immer zwei.

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Wahrnehmung und Darstellung

Halbinsel von Kristine Bilkau

Im Roman „Halbinsel“ von Kristine Bilkau geht es in erster Linie um Annett und ihre Tochter Linn. Annett ist Bibliothekarin und lebt auf einer Halbinsel. Ihre Tochter lebt eigentlich in Berlin und hat dort einen Job angenommen. Nach einigen Monaten wird Linn jedoch klar, dass sie in ihrem Job nicht so viel erreichen kann, wie sie möchte.

Als sie einen Vortrag haltet, erleidet sie einen Zusammenbruch und verbringt anschließend eine Woche bei ihrer Mutter.

Annett musste sich schon früh ohne ihren Mann Johan um die gemeinsame Tochter kümmern. Im Verlauf der Geschichte, erfahren wir auch warum und wie es ihr damit ergangen ist. Wir erfahren zudem einiges über die Familiendynamik und mit welchen Sorgen und Ängsten Annett gelebt hat.

Es geht viel um Wahrnehmung und Darstellung, das wurde mir erst spät im Roman so richtig bewusst. Ein Beispiel das mich zum lächeln gebracht hat, findet sich auf Seite 178:
„Er schaute auf die Uhr. Ich verstand, ich sollte mich wahrscheinlich langsam auf den Weg machen, seit gut zwei Stunden war ich nun bei ihm, ich hatte ihm genug seiner Zeit gestohlen.
»Möchten Sie vielleicht noch bleiben und etwas essen?«, fragte er.“

Die Geschichte wird aus der Sich von Annett erzählt, deshalb haben wir nicht die Möglichkeit herauszufinden was Linn den ganzen Tag so treibt und was ihr durch den Kopf geht. Aber ihrer Mutter geht es genauso. Deshalb zieht sie oft falsche Schlüsse, ist missmutig und macht sich ein schlechtes Bild ihrer Tochter.

Mein Fazit?
Ich liebe das Buch und hab es regelrecht verschlungen!
In meiner Rezension gehe ich wenig auf die Geschichte ein, ich möchte niemanden spoilern. Nur so viel: wir können Annett dabei begleiten, wie sie wieder zum Leben erwacht und aufblüht. Ihr Tochter sieht es genauso.

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Feministische österreichische Filmgeschichte

Von Stufe zu Stufe von Felix Kucher

>> Von Stufe zu Stufe << von Felix Kucher ist im Picus Verlag erschienen.
Mit seinen 262 Seiten hat es Kucher geschafft, einen feministischen Roman mit Mehrwert zu schreiben.

Die Geschichte wird abwechselnd aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt.
Die erste Perspektive wird aus der Sicht von Marc erzählt.

Er ist ein Anfang 40-jähriger Filmwissenschaftler der im Jahr 2021 lebt. Bald ist er arbeitslos und erfährt zufällig durch die 24-Stunden-Pflege von seiner Großmutter, von verschollenen österreichischen Filmen die sich in Czernowitz befinden. Fest entschlossen, mit diesem sensationellen Fund seine Karriere zu starten, macht er sich auf den Weg dorthin.
Die zweite Perspektive wird von Luise Kolm erzählt. Es ist das Jahr 1907 und die schwarz-weißen Stummfilme erobern gerade die Welt. Luise und ihr Mann Anton führen zusammen mit ihrem Gehilfen Jakob Fleck ein Fotostudio in Wien. Durch die Initiative von Luise beginnen die drei zusammen kurze „Films“ zu drehen. Ausschlaggebend und die treibende Kraft bei dieser ganzen Aktion ist Louise. Sie ist fest entschlossen einen Film zu drehen, ohne Klamauk, ohne Nackte. Der erste österreichische Film mit Mehrwert.

Zu Beginn war ich etwas skeptisch. Marc konnte mich nicht auf anhieb begeistern. Er wirkt antriebslos und verloren. Was Marc nicht hat, gleicht Louise vollkommen aus. Sie ist eine starke, selbstbewusste Frau, die weiß, was sie will. Nur durch ihre treibende Kraft leihen sie sich zu dritt einen Kinematographen aus und kaufen sich im Laufe der Geschichte sogar einen eigenen.
Durch den Roman wurde ich neugierig auf die österreichische Filmgeschichte. Und tatsächlich: Louise Kolm-Fleck hat tatsächlich gelebt und war die zweite Filmregisseurin der Welt! Erst am 15. März 2025 hatte sie ihren 75. Todestag.

Die Geschichte ist wirklich spannend aufgebaut und man muss bis zum Schluss warten, ob Marc tatsächlich die Kolm-Filme findet und ob diese noch brauchbar oder bereits zersetzt sind. Mit dem Schreibstil konnte ich mich auf anhieb anfreunden und es war flüssig zum Lesen. Ich mag auch die abwechselnde Erzählweise, so erfährt man nach und nach mehr aus beiden Welten und die Teile fügen sich zusammen wie ein Puzzle.

Fun Fact zum Abschluss: Sowohl der Roman wie auch der namensgebende Film „Von Stufe zu Stufe“, werden in drei Akte unterteilt. Wer mehr über die einzelnen Akte erfahren will, muss selbst lesen. ;-)

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Feministische österreichische Filmgeschichte