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Rezensionen von PucKker:

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Ernst und wehmütig

Organisch von Giulia Enders

Das erste Buch von Giulia Enders, „Darm mit Charme“, habe ich regelrecht verschlungen – locker, witzig, informativ und mit viel Liebe zum Detail. Deshalb war klar: „Organisch“ musste ich unbedingt lesen.

Diesmal widmet sich Enders anderen Organen – Lunge, Immunsystem, Haut, Muskeln und Gehirn.

Jedes Kapitel beginnt mit einer sehr persönlichen Erinnerung, meist aus ihrer Familie, über ihre Oma, Verlust oder das Leben an sich. Danach folgt eine kurze, eher einführende Darstellung der wissenschaftlichen Aspekte. Tiefergehende Erklärungen bleiben dabei aber oft aus. Vieles hat man schon einmal gehört, und die Kürze der Kapitel lässt kaum Raum, wirklich in ein Thema einzutauchen.

Auch der Ton ist ganz anders als im Vorgänger: weniger verspielt und humorvoll, dafür sachlicher, manchmal sogar wehmütig. Für mich wollte das nicht so recht zusammenpassen – die intimen persönlichen Einblicke und der eher oberflächliche Sachbuchteil harmonieren nicht.

Insgesamt hat mich das Buch eher traurig und etwas ratlos zurückgelassen. Vielleicht ist es ein ehrlicher Einblick in das, was aus einer jungen, enthusiastischen Medizinerin wird, wenn sie älter und ernster wird. Aber als Leserin, die sich auf den Esprit und die Leichtigkeit von „Darm mit Charme“ gefreut hatte, hat mir hier genau das gefehlt.

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Ernst und wehmütig
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Disappointing

Organisch von Giulia Enders

"The Marriage Gap Year" by Yannick Thoraval has an intriguing premise: after 26 years of marriage, Emma decides she wants a year off, completely without contact. The question hanging over the novel is, what will become of their marriage?

Unfortunately, for me, the book was a letdown. The story alternates between Emma and Rob as they embark on separate journeys of self-discovery.

Rob begins building a house, while Emma makes career changes and meets new people. Neither character is particularly likable, and being stuck in their heads feels tedious.

At around the 25% mark, Emma begins an affair with Erik, which is when I nearly gave up on the book. At that point, a conversation could have taken place, and the marriage might have ended. Yet, the story drags on for the entire year before they finally have the discussion.

The writing style is frustratingly choppy, lacking any real flow. Throughout the novel, very little happens, and then the ending is rushed. Rob wants to stay in the marriage, but Emma, who admits to the affair, no longer does. Rob gets about two pages to process his grief, and that’s it.

In the end, despite the potential of the premise, "The Marriage Gap Year" fails to deliver, with flat characters, slow pacing, and a dissatisfying resolution.

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Ernst und wehmütig
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Undifferenziert

Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein von Lea Joy Friedel

In ihrer Analyse Too Much! Was es kostet, eine Frau zu sein spricht Lea Joy Friedel viele wichtige Themen an, die die Mehrkosten von Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft betreffen. Sie beleuchtet die finanziellen und gesellschaftlichen Benachteiligungen von Frauen – von den höheren Preisen für vermeintlich frauenspezifische Produkte bis hin zu der zusätzlichen Care-Arbeit, die von ihnen erwartet wird.

Dabei fällt jedoch auf, dass ihre Argumentation oft normativ und wenig differenziert ist.
Auffällig ist die undifferenzierte Darstellung von Frauen, etwa durch die beispielhaft gewählte Aussage, dass „alle Frauen“ nach der Geburt nur einen schnellen Gewichtsverlust anstreben würden. Dieser Stil zieht sich dabei durch die Argumentation und auch sonst klingt das Geschriebene nach Verbitterung. Eine differenzierte Betrachtung oder eine wirklich kritische Diskussion von Studien fehlt komplett, stattdessen wird eine einzelne Sichtweise als Wahrheit präsentiert.

Trotz einer klaren Kapitelstruktur wirkt das Buch chaotisch, da viele Themen schnell und oberflächlich abgehandelt werden. Vieles wird binnen weniger Seiten „abgefrühstückt“, ohne den Themen die notwendige Tiefe zu verleihen. Friedels Analyse bleibt dadurch enttäsuchend und bietet wenig Raum für differenzierte Überlegungen.

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Undifferenziert
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Grandios

Fakten sind auch nur Meinungen von Jens Foell

„Fakten sind auch nur Meinungen“ hat mich schon mit seiner Kurzbeschreibung neugierig gemacht, und es hat die Erwartungen absolut erfüllt. Jens Foell gelingt es, kritische Auseinandersetzungen mit der Wissenschaft auf eine Weise zu präsentieren, die sowohl tiefgründig als auch leicht verständlich ist.

Als jemand, der Bücher wie „Science Fictions“ von Stuart Ritchie schätzt, habe ich besonders die logischen und klar strukturierten Argumentationslinien in Foells Werk genossen.

Das Buch ist nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam – die Beispiele sind oft mit einem Augenzwinkern erzählt, was den Lesefluss angenehm leicht macht. Auch wenn manche Argumente und Themen mir nicht völlig neu waren, hat Foell sie so aufbereitet, dass sie mich doch noch mit frischen Perspektiven überraschten. Besonders die humorvolle und gleichzeitig präzise Art, in der er komplexe Sachverhalte erklärt, hat das Lesen zu einem echten Vergnügen gemacht. Ein Muss für alle, die gerne hinterfragen, was vermeintlich „wissenschaftliche Fakten“ sind!

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Grandios
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Gut

Haltung gut, alles gut von Dr. med. Michael Lehnert

Ein wirklich verständlich geschriebenes Buch, das viele verschiedene Aspekte rund um Haltung und körperliche Beschwerden aufgreift – vom klassischen Handynacken bis hin zu weniger bekannten Themen wie dem Birnenmuskel oder dem Zwerchfell. Natürlich betreffen einen nicht alle Krankheitsbilder, aber man findet sich in mehr wieder, als man vielleicht vorher denkt.

Was mir besonders gut gefallen hat: Die Kapitel stehen für sich, sodass man gezielt das lesen kann, was einen interessiert. Und die Übungen am Ende jedes Abschnitts sind sehr anschaulich gestaltet, nachvollziehbar erklärt und oft direkt umsetzbar. Ein paar davon werde ich sicher regelmäßig machen.

Klar, ein paar kleinere Wünsche hätte ich trotzdem: Ich hätte mir ein allgemeines Einstiegskapitel zur „guten Haltung“ als Basis gewünscht – also so eine Art Mini-Grundlage ganz am Anfang. Und das Kapitel zum Zwerchfell wäre meiner Meinung nach weiter vorne besser platziert gewesen, weil in vielen Übungen das Atmen sowieso eine Rolle spielt. Aber das ist eher eine strukturelle Kleinigkeit.

Der Schreibstil ist angenehm locker und an vielen Stellen sogar witzig, ohne dabei unseriös zu wirken. Man merkt, dass hier jemand mit medizinischem Know-how schreibt, der aber trotzdem auf Augenhöhe bleiben möchte.

Und ja, das Cover … sagen wir mal: Geschmackssache. Der nackte Fuß hat bei mir kurz Stirnrunzeln ausgelöst, aber irgendwie passt er auch zu der ungewöhnlichen Mischung aus medizinischem Fachwissen und lockerer Ansprache.

Insgesamt ein empfehlenswertes Buch für alle, die besser verstehen wollen, wie Haltung mit Gesundheit zusammenhängt.

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Gut
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Bewegend

Beduinenmilch von Nirit Sommerfeld

Beduinenmilch hat mich richtig berührt. Talia reist 2014 nach Israel, um ihren Militärdienst anzutreten – aus dem Gefühl heraus, endlich etwas Sinnvolles für ihre Familie zu tun. Anfangs ist sie noch voller Elan, ein bisschen naiv vielleicht, aber entschlossen. Und dann kommt alles ganz anders.

Was mir besonders gefallen hat: Man begleitet sie wirklich auf einer Reise. Ihre Sicht auf die Welt verändert sich, sie trifft Menschen, die sie herausfordern, und merkt, dass man Israelis und Palästinenser nicht einfach in Gut und Böse einteilen kann, auch wenn ihr Umfeld das gern so hätte. Parallel dazu erfährt man viel über die Geschichte von Israel und ihrer Familie, vor allem über ihren Großvater, der im Unabhängigkeitskrieg beteiligt war.

Das Buch regt zum Nachdenken an, ohne belehrend zu sein. Es ist einfach ehrlich erzählt – ruhig, aber eindringlich. Und obwohl es als Jugendbuch gilt, hat es mich auch als Erwachsene total abgeholt. Ich mochte Talia sehr, sie war nahbar, echt, und es war einfach schön, sie zu begleiten.

Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Kurzbeschreibung nimmt schon ein bisschen viel vorweg.

Insgesamt ein richtig gutes Buch, das lange im Kopf bleibt.

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Detailreich

Putins Angriff auf Deutschland von Arndt Freytag von Loringhoven; Leon Erlenhorst

Ich hatte gehofft, mit diesem Buch ein klareres Verständnis für die Mechanismen russischer Desinformation zu bekommen. Der Klappentext klang hochaktuell und dringend, und gerade deshalb wollte ich mich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen. Leider habe ich mich beim Lesen oft mehr gequält als informiert gefühlt.

Die Autoren haben offensichtlich gründlich recherchiert, das möchte ich ihnen keineswegs absprechen. Jede Seite ist voll mit Daten, Fakten und Beispielen. Aber genau darin liegt für mich das Problem: Es wird so viel gleichzeitig erzählt, dass kaum Raum für Struktur oder Verständlichkeit bleibt. Statt einer klaren Argumentationslinie oder eines roten Fadens fühlt es sich an wie ein permanentes Zubomben mit Informationen.

Für Einsteiger*innen in das Thema ist das Buch meiner Meinung nach nicht geeignet. Man verliert sich schnell in Details und bekommt nur schwer ein Gesamtbild. Für mich wirkte es eher wie eine Mischung aus wissenschaftlicher Abhandlung und politischer Analyse, aber ohne die Leichtigkeit, die es bräuchte, um auch ein breiteres Publikum wirklich zu erreichen.

Ich finde das schade, weil der Gegenstand absolut relevant und dringend ist. Propaganda, Manipulation und die Folgen für unsere Demokratie sollten mehr Aufmerksamkeit bekommen. Aber das Buch hat es bei mir nicht geschafft, dieses Wissen so aufzubereiten, dass ich es wirklich aufnehmen und mitnehmen konnte. Stattdessen fühlte es sich irgendwann an wie eine unliebsame Pflichtlektüre.

Fazit: Ein wichtiges Anliegen, aber so überfrachtet und anstrengend aufbereitet, dass ich leider keine positive Bewertung geben kann.

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YA ohne Romance

Ein Cookie für den Dämon von Annette Marie

Ein Buch, das ich mit großer Neugier begonnen habe und das mich in der ersten Hälfte auch wirklich mitgenommen hat. Die Idee, dass eine eher untypische Protagonistin plötzlich mit einem Dämon konfrontiert wird, hatte etwas Frisches. Es war spannend, ein bisschen düster, und die Dynamik zwischen Robin und Zylas war zu Beginn interessant.

Leider flacht die Geschichte für mich nach der Hälfte deutlich ab. Es gibt kaum Entwicklung. Weder in der Beziehung zwischen den Figuren noch in der Hauptfigur selbst. Die Gespräche drehen sich im Kreis, Launen und Gedanken wiederholen sich, und dabei bleiben die Charaktere insgesamt sehr eindimensional. Jede Figur scheint auf eine einzige Eigenschaft reduziert zu sein. Das reicht für mich auf Dauer nicht, um Interesse zu halten.

Gleichzeitig wird die Handlung plötzlich immer actionreicher: ein Kampf hier, eine Wendung da, noch ein Gegner – aber all das passiert eher mit Robin als durch sie. Ihre Rolle wird passiver, und ich hatte das Gefühl, dass sie mehr mitgeschleift wird, als wirklich Teil der Handlung zu sein.

Für eine jüngere Zielgruppe (eher untere YA) mag das Buch trotzdem gut funktionieren, besonders für Leser:innen, die mehr an der Welt und der Idee als an Tiefe und Charakterentwicklung interessiert sind. Romance gibt es hier übrigens keine. Wer darauf hofft, wird enttäuscht.

Insgesamt für mich ein solides Buch mit starkem Anfang, das sein Potenzial aber leider nicht durchhält.

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Wenig für den Alltag

Stress verstehen von Eva Peters

Ich bin mit der Erwartung an das Buch gegangen, ein besseres Verständnis für Stress zu bekommen und vor allem auch ein paar konkrete Impulse, wie man individuell damit umgehen kann. Genau dieser Teil, der auf dem Cover sogar angekündigt wird („mit individuellen Strategien Stress bewältigen“), kam für mich aber viel zu kurz.

Erst am Ende geht’s mal schnell um Bewegung, Schlaf, Beziehungen, Beschäftigung … das war weder besonders tief noch irgendwie aktivierend. Und damit auch nicht wirklich hilfreich.

Inhaltlich pendelt das Buch irgendwo zwischen Biologie, Philosophie und Gesellschaftsanalyse. Klingt erstmal spannend, aber für mich war’s zu unfokussiert. Die biologischen Erklärungen waren zum Teil sehr detailliert, gleichzeitig aber so fragmentiert, dass ich wenig mitnehmen konnte. Ich hätte mir eher ein Mindestmaß an verständlicher Biologie gewünscht und darauf aufbauend etwas Konkretes.

Was mir am meisten zu schaffen gemacht hat, war die Struktur: Viele Unterkapitel wirkten durcheinander, Themen aus früheren Kapiteln tauchten später einfach wieder auf, ohne dass ich erkennen konnte, warum. Es war einfach kein roter Faden da.

Ich bin am Ende ehrlich gesagt ratlos zurückgeblieben. Ich weiß nicht, was ich aus dem Buch konkret in meinen Alltag mitnehmen soll, außer: Stress ist komplex, Bewegung ist gut, Süchte sind schlecht. Aber das wusste ich vorher auch schon.

Wichtiges Thema, sympathisch geschrieben – aber der versprochene Mehrwert hat sich für mich leider nicht eingestellt.

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Humorvolle Anekdoten

Stress verstehen von Eva Peters

Das Hörbuch "Introvertiert, na und?" von Saskia Fröhlich, gesprochen von ihr selbst und Maximilian Winkel, ist unterhaltsam, aber an manchen Stellen etwas repetitiv. Es geht zwar um Introversion, aber vieles, was gesagt wird, wiederholt nur (bekannte) Grundlagen. Neue Erkenntnisse oder tiefere Einblicke fehlen leider.

Dafür gibt’s aber jede Menge Anekdoten. Für Introvertierte sind die Geschichten gut nachfühlbar. Allerdings bleibt die Wissenschaft dabei auf der Strecke. Es wäre schön gewesen, wenn das Thema Introversion zumindest zwischendurch etwas fundierter behandelt worden wäre.

Der Humor und der Sarkasmus sind sehr präsent – typisch für Fröhlichs Stil. Wenn man ihren Humor mag, wird man gut unterhalten. Wer aber auf einen Mix zwischen Humor und Wissenschaft gehofft hat, könnte enttäuscht werden.

Die Soundeffekte sind gut gemacht und lockern das Ganze auf. Auch die Tatsache, dass Fröhlich selbst spricht, gibt dem Hörbuch eine persönliche Note. Es wäre jedoch echt cool gewesen, wenn der extrovertierte Ex-Partner von Maximilian Winkel gesprochen worden wäre. Das wäre für mich ein richtiges Highlight gewesen.

Unterm Strich ist "Introvertiert, na und?" ein kurzweiliges Hörbuch, das vor allem durch Fröhlichs lockere Art lebt. Wer auf humorvolle Anekdoten steht, wird es mögen. Wer sich zusätzlich tiefere, wissenschaftliche Infos zu Introversion erhofft, könnte eher enttäuscht sein.

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