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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

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Mörderische Fahrschule

Nachtfahrt von Annika Strauss

Dieses Buch ist eine einzige Achterbahnfahrt und ein ziemlich wilder Ritt in Sachen Spannung. Stellenweise fast schon übertrieben, wie Familie Holten scheinbar vom Unglück verfolgt wird. Hat mich schon gut unterhalten, war aber manchmal hart in der Grenze dazu, unglaubwürdig zu sein

Zum Inhalt: nach einem traumatischen Vorfall hat Katharina ihre Familie und ihren Heimatort hinter sich gelassen um allein neu anzufangen.

Doch als ihr Vater tödliche verunglückt muss sie zurückkehren, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Als auch diese plötzlich entführt wird, glaubt Katharina nicht mehr mehr an Zufälle. Irgendjemand spielt ein grausames Spiel mit ihrer Familie.

Die Geschichte kommt mit diversen Erzählperspektiven daher, von denen nicht alle sofort eine sichtbare Verbindung zur Familie Holten aufweisen. Besonders bei einem Handlungsstrang konnte ich lange nicht zuordnen, welchen Zweck er erfüllen soll, was die Handlung schon recht überladen macht.

Die Kernhandlung ereignet sich innerhalb von 48 Stunden, in denen es unzählige Tote und Verletzte gibt, was den Eindruck vermittelt, dass mit dieser überbordenden Gewalt Spannung erzeugt werden soll. Funktioniert nicht in jedem Fall.

Das Motiv, dass sich nach und nach herauskristallisiert ist durchaus spannend und perfide angelegt. Vor allem weil bis zum Schluss offen bleibt, was wirklich geschah. Das gibt dem ganzen einen sehr gelungenen Twist. Gleichzeitig werden innerhalb der Handlung diverse Nebenschauplätze aufgemacht und Figuren eingeführt, die dann kaum weiter eine Rolle spielen. Für mich waren diese ganzen Irrungen und Wirrungen ein bisschen zu viel des Guten.

Das Buch liest sich schnell und flüssig und die Auflösung kam für mich tatsächlich überraschend. Ich habe mich durchweg gut unterhalten gefühlt, auch weil so viel passiert, dass der Spannungsfaden nie abreißt. Weniger und dafür pointierter wäre hier aber mehr gewesen.

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Mörderische Fahrschule
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bis jetzt der schwächste Band

Season Sisters - Herbstschatten,1 Audio-CD, MP3 von Anna Helford

Über die Handlung dieses dritten Bandes war ich zugegebenermaßen sehr überrascht. Spielt die Herkunftsgeschichte der Mutter laut Klappentext doch eine essenzielle Rolle, schiebt sich in meinen Augen sogar vor die Handlung rund um Autumn selbst. Dabei hat man in den zwei vorherigen Bänden quasi überhaupt nichts über die Eltern erfahren, mit Ausnahme ihres exzessiven Lebensstils.

Tatsächlich kam die Mutter selbst aber eigentlich wieder überhaupt nicht vor, es geht in Rückblenden um die Geschichte von Autumns Urgroßmutter. Ein tatsächlicher Bezug zur Gegenwartsgeschichte war eigentlich nicht wirklich vorhanden.

Zum Inhalt: Autumn ist die jüngste der Season Sisters und war bisher für die Führung des Hofes ihrer Eltern verantwortlich. Als dieser zu einem Hotel umgebaut werden soll, findet Autumn eine Anstellung auf Daffodil Castle, wo sie auf überraschende Informationen zu ihrer eigenen Familiengeschichte stößt.

In diesem Band nahm der Handlungsstrang der Vergangenheit für mein Gefühl übermäßig Raum ein. Ich fand die Handlung rund um Mathilda prinzipiell nicht schlecht, aber auch sehr vorhersehbar. Es tat mir sehr leid, wie sie zum Spielzeug der Männer wurde. Die ganze Geschichte hat irgendwie einen wehmütigen, wenn nicht gar wehleidigen Unterton und vor allem die Geschichte rund um Mathilda fand ich irgendwann wahnsinnig anstrengend, weil sie sich gefühlt immer im Kreis drehte und Mathilda doch stets Spielball mächtiger, egoistischer Männer blieb. Ich war es leid von ihrer naiven „erstmal abwarten ob es noch schlimmer wird“ Strategie zu lesen.

Auch über Autumn hätte ich mich die gesamte Zeit aufregen können. Dass sie ein blauäugiges, naives Schaf ist, klingt ja bereits in den vorhergehenden Büchern an, aber das ganze Ausmaß dessen hat mich echt wütend gemacht. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und muss gestehen, dass die Stimme der Sprecherin dazu beigetragen hat, dass Autumn eher schlicht wirkte. Für mich war sie als Protagonistin kein Vergleich zu Summer und Spring, deren Geschichten ich wirklich toll fand.

Das Buch lässt mich eher enttäuscht zurück. An sich fand ich das Thema der Frauenschicksale der Familie im Laufe der Zeit einen interessanten Erzählansatz, den Fokus fand ich dabei aber enttäuschend gesetzt. Nachdem ich die ersten beiden Bände so gut fand, ist dieses Buch eher ernüchternd und es ist mir fast schwergefallen, überhaupt bis zum Ende dranzubleiben.

Ich hoffe jetzt, dass der vierte Band der Reihe wieder eine andere Richtung nimmt.

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bis jetzt der schwächste Band
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Ich liebe es

Was wir im Stillen fühlten von Brittainy Cherry

Brittainy C. Cherry ist für mich die absolute Romance- Queen, ich liebe nicht alle ihre Bücher, aber die meisten und dieses hier hat mich mal wieder total überzeugt und ins Schwärmen gebracht. Absolut romantisch, herzlich, zuckersüß und eine Achterbahn der Gefühle.

Zum Inhalt: Yara hat es endlich geschafft die Scheidung von ihrem betrügerischen Ex durchzuboxen, doch er lässt sie einfach nicht in Ruhe.

Und auch der Rest von Honey Creek liegt ihr damit in den Ohren, ihm noch eine Chance zu geben. Da kommt Alex, Neuling und Restaurantbesitzer gerade recht. Denn wenn sie Cole endgültig loswerden will, braucht sie einen neuen Mann an ihrer Seite, und auch Alex profitiert von diesem Deal.

Ich weiß nicht genau wieso, aber ich fand die Geschichte hatte einen eher deprimierenden Anfang und ich war nicht so sicher, ob mich das ansprechen würde. Aber dann trifft Yara auf ihre neuen Nachbarn. Und plötzlich wird es ziemlich heiß in Honey Creek.

Teresa ist echt so ein geniales Goldstück, ich könnte diese Frau knutschen. Und nicht mur sie, einfach alles an dieser Geschichte ist so unermesslich herzlich. Also natürlich alles außer den kleingeistigen, engstirnigen Bewohnern der Stadt, die mich anfangs einfach nur wütend gemacht haben. Ehrlich gesagt ist dieses Buch ein ziemliches Gefühlschaos, aber im besten Sinne.

Es gibt nicht nur enemies-to-lovers (oder so ähnlich), sondern auch Fake-Dating- zwei meiner absoluten Lieblingstropes. Und Alex- oh mein Gott, Alex. Bin ihm ja völlig verfallen, einmal einpacken zum Mitnehmen bitte. Ich liebe seine grummlige Seite, die er allen mur Yara nicht präsentiert und sein großes, weiches Herz. Hach, ich könnte schon schmachten.

BCC hat hier mal wieder gezeigt, wieso sie die Queen of Hearts ist. Ein wundervolles Buch.

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Ich liebe es
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Außenseitertum

Ein menschlicher Fehler von Kim Hye-jin

Dieses Buch beleuchtet das Thema des Ausgestoßen seins, von Außenseitertum und davon, dass irgendwann da draußen jemand wartet, für den man bestimmt ist und dass Empathie und Zugehörigkeit viele Facetten haben. Ein sanftmütiger Roman über Freundschaft, Schuld und Vergebung.

Zum Inhalt: Psychotherapeutin Hae-Su verlässt nach einem Vorfall, der sie den Job und ihre Beziehung gekostet hat, das Haus nur im Schutz in der Nacht.

In ihrer Isolation schreibt sie Briefe, die sie nicht abschickt. Eines Nachts trifft sie auf ein junges Mädchen, das auch allein durch die Straßen streift und sich um die Straßenkatzen kümmert. Und in ihr erkennt Hae-Su, etwas, das sie auch im Spiegel sieht und nimmt sich ihrer und der Straßenkatzen an.

Vielmehr als die eigentlich Haupthandlung offenbaren die eingefügten Briefe den Charakter und die Geschichte der Protagonistin. Hae-Su ist eine aufgeschlossene Protagonistin, die durch die Handlung hinweg ihr eigenes Schicksal zu begreifen und zu verarbeiten versucht.

Ich mag es, dass der Streuner, Beziehungsweise die Beziehung zu diesem, auch gut symbolisiert, wie Hae-Su sich Stück für Stück aus ihrem Schneckenhaus und zurück ins aktive Leben kämpft. Es wird hier sehr ruhig und feinfühlig erzählt, die sanften Zwischentöne verdeutlichen nicht nur die Situation in der Hai-Su befindet, sondern sie geben auch ein Sinnbild unserer Gesellschaft wieder.

Unbedachte Handlungen und ihre Konsequenzen, die Reichweite von Skandalen; befördert durch das Internet werden hier sehr eindrücklich vermittelt. Hae-Su reflektiert zwar auch ihr eigenes Handeln, aber hauptsächlich den Umhang anderer damit und ihre Reaktion auf Hae-Su, welche diese als großes Unrecht empfindet. Nur im Umgang mit Se-I wirkt sie zunehmend selbstlos, fast selbstvergessen. In der Interaktion mit dem Mädchen blüht sie auf, schöpft neue Kraft wieder anderen eine Stütze zu sein.

Ich mochte dieses ruhigen Roman über das Ausgestoßen sein, die Folgen davon und die Kraft der Freundschaft.

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Außenseitertum
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Fühlte sich für mich nicht nach einem Abschluss an

A Soul Untamed von Yvy Kazi

Ich hab die Reihe von Ivy Kazi seit Band 1 verfolgt, hatte aber zunehmend das Gefühl, dass keiner der Folgebände an den ersten Band heranreichte. Somit war ich jetzt mehr als bereit die Reihe und Figuren gehen zu lassen, aber für mich fühlte sich dieses Buch nicht nach einem endgültigen Abschied an.

Und ich weiß nicht, wie ich das finde.

Zum Inhalt: der Fluch der Sirenen hätte auch Hazel fast ihr Leben gekostet. Daher beschließt sie, zusammen mit ihren Freunden zu versuchen, den Fluch zu brechen. Doch dabei geraten sie auch immer stärker ins Visier ihrer Feinde.

Das Buch hatte für ich echt ein paar Passagen, die sich gezogen anfühlten,einfach weil viele der Themen jetzt indirekt zum dritten Mal durchgekaut wurden. Dadurch hatte die Geschichte für mich ein paar Längen und ich hätte es an sich eigentlich gar nicht unbedingt als Fortsetzungsgeschichte gebraucht. Ich mag Tao und Hazel total gern, keine Frage. Aber ihre Geschichte wurde bereits im letzten Band sehr ausführlich beleuchtet.

Das letzte Drittel war dann unerwartet spannend, hier hätte ich mir tatsächlich mehr gewünscht. Denn die Geschichte ist am Ende des Buches nicht zu Ende, eigentlich fängt sie damit erst an. Ich glaube eigentlich dass dieser Band den Abschuss der Reihe markiert, das heißt für mich bliebe jetzt einiges an Fragen offen. Ich bin nicht sicher, wie ich das finde, weil es sich irgendwie unbefriedigend anfühlt, ich aber eigentlich auch nicht unbedingt noch einen Band lesen will.

Ich fand es auch ein bisschen unauthentisch, die schnell am Ende alles ging und wie furchtbar schlecht vorbereitet jegliche Parteien waren, sodass letztendlich nur die Babywitch und ihr Insta-Account echte Erfolge erzielen.

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vom Leben und Tod

Hier kommen wir nicht lebend raus von Margaret Atwood

Zuerst einmal vielleicht soviel: die Geschichten sind nicht so makaber und obskur, wie Cover und Titel vielleicht vermuten lassen. Ich hatte perfide kleine Geschichten über das Leben und den Tod erwartet. Die Geschichten beschäftigen sich natürlich schon mit dem Leben und teils auch mit dem Ableben, dem Thema Leben nach dem Tod und dem Umgang mit dem Tod.

Aber diese Themen werden eher satirisch und amüsant, teils aber auch wehmütig aufgearbeitet.

Das Buch enthält 15 Kurzgeschichten von Margaret Atwood, die ja dafür bekannt ist, das diese ihre Paradeform ist. Einige der Geschichten hängen zusammen- beispielhaft alles um das Paar Tig und Nell; einige stehen aber auch für sich allein.

Das okkulteste war fast schon das post-mortem Interview mit George Orwell um mit ihm über Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Glaube und das Denken an sich zu philosophieren. Ansonsten gibt es auch Geschichten, die ein bisschen Sci-Fi Charakter besitzen, als auch solche, die Realcharakter haben- insgesamt ein schönes, buntes Potpurri.

Margarete Atwood beweist hier wieder, dass sie einen unnachahmlichen Stil hat und es herausragend versteht, den Finger in die Wunde zu legen. Ich fand nicht unbedingt alle Geschichten angenehm zu lesen, die um den Brigadegeneral war zum Beispiel gar nicht mein Fall. Aber ich bin sicher, dass nicht nur Fans von Margaret Atwood hier auf ihre Kosten kommen.

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Schauerlich und doch so anziehend

Empire of Sins and Souls 1 - Das verratene Herz von Beril Kehribar

Ich hatte erst Sorge, ob die Handlung etwas überladen sein könnte, da der Klappentext ja doch ein buntes Potpourri an Themen beinhaltet, aber ich kann im Nachhinein sagen, dass die Geschichte sehr ausbalanciert ist. Und sie ist zudem überraschend mitreißend, auf eine sexy Art düster und aufgrund der undurchschaubaren Charaktere sehr spannend zu verfolgen.

Gefällt mir.

Zum Inhalt: Zoé ist eine Sünderin, die alles tat um zu überleben. Und als sie aufgrund ihrer Verbrechen hingerichtet wird, landet sie in Xanthia, wo die Seelen der Toten auf die Entscheidung der Mittlerin warten, die sie zur ewigen Hölle verdammt oder in die Erlösung des Himmels schickt. Doch Graf Alexei macht Zoé ein unwiderstehliches, aber gefährliches Angebot, aber dem sie ihr Leben zurückgewinnen oder alles verlieren kann. Doch kann sie ihm trauen?

Die Welt von Xanthia ist betörend und gefährlich zugleich, genauso so wie die Xanthyr. Alexei selbst ist sinnlich, eine personifizierte Versuchung und zugleich absolut tödlich. Eine höllisch anziehende Kombination und ich habe Zoés Schwanken zwischen Faszination und Angst absolut nachvollziehen können.

Aber noch viel faszinierender finde ich Prinz Kaspian und ich gar nicht erwarten im nächsten Band mehr über ihn herauszufinden.
Ich mochte wie dieser Band sich ein par Geheimnisse bewahrt, ohne den Leser völlig im Dunkeln tappen zu lassen. Und obwohl alles rund um die Jagd nach den Relikten eher undurchsichtig ist, so ist sie doch sehr packend angelegt und offenbart schauriges.

Plot und Erzählstruktur haben mir gut gefallen und gleichzeitig so viel offengelassen, dass man mitfiebert und dranbleibt. Die vielschichtigen Charaktere, die aufgrund ihrer Natur alles andere als vertrauenswürdig sein, sind interessant und faszinierend und vor allem mit Zoé kann man gut mitfiebern.

Ich fand diesen Auftaktband sehr gelungen und freue mich schon sehr auf den nächsten Band.

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Schauerlich und doch so anziehend
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Es brennt in New Orleans

Verbrannte Gnade von Margot Douaihy

Das Cover ist bei diesem Buch ein echtes Verkaufsargument, das Buch sieht einfach total cool aus und auch die Handlung klingt einfach besonders. Hab mich direkt ein bisschen an Sister Act erinnert gefühlt. War mal was anderes und hat mir gut gefallen.

Zum Inhalt: für Schwester Holiday war die Zuflucht in einem Kloster in New Orleans die Rettung vor ihrem eigenen ausschweifenden Leben in New York und dessen Konsequenzen.

Als die Klosterschule brennt und dabei jemand zu Tode kommt, sieht sie es als ihre persönliche Aufgabe der Polizei bei den Ermittlungen unter die Arme zu greifen.

Ich fand Schwester Holiday eine wirklich gelungene Protagonistin. In Erinnerungs-Rückblenden erfährt der Leser, wie es dazu kommen konnte, dass nun diese eher unkonventionelle Nonne das Kloster bewohnt. Vor allem ihre Familiengeschichte rund um Moose war wirklich nicht ohne. Alle übrigen Charaktere bleiben dagegen blass hinter ihr zurück.

Die Beschreibungen vom überhitzten New Orleans, der strengen Klosterumgebung und vor allem von Holidays Äußeren und ihrem ganzen Auftreten waren sehr gelungen. Sie ist eine coole, taffe Protagonistin und ich mochte die Nonnendetektivin sehr gern. Alles rund um das Kloster selbst und die Ermittlung fand ich fast schon dünn. Da hätte auf die Krimi-Schiene für meinen Geschmack gerne mehr kommen können. Vor allem die Auflösung inklusive Motiv war etwas dürftig.

Der Spannungsbogen flacht innerhalb der Geschichte immer wieder ab, was für mich der Auseinandersetzung der Protagonistin mit sich selbst und ihrer eigenen Geschichte geschuldet ist. Da hätte es für mich gerne etwas knackiger sein können.
Insgesamt eine coole Idee, die sehr an Sister Act erinnert, aus der man aber mehr rausholen könnte. Vielleicht schaffen das die Folgebände, ein solider Grundstein ist jedenfalls gelegt.

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Es brennt in New Orleans
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Frausein

Die schönste Version von Ruth-Maria Thomas

Ich habe dieses Buch auf der Longlist des deutschen Buchpreises entdeckt und bin direkt neugierig geworden. Ich kann nur sagen, dieses Buch steht dort zurecht drauf. Ein wichtiges, aufrüttelndes Buch- eine Geschichte vom Frausein, erwachsen werden, konfrontiert sein mit den eigenen Erwartungen und denen der Gesellschaft.

 
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, den Beginn der Geschichte markiert der Wendepunkt/die Tat. Häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen durch den eigenen Partner sind wahnsinnig wichtige Themen und ich finde es gut, dass auch die Literatur sowas immer mehr aufgreift und ihre Stellung nutzt um aufmerksam zu machen.
 
Innerhalb der Gegenwarts-Handlung erinnert sich die Protagonistin zurück an ihre Jugend, ans Aufwachsen, erste Kontakt zu Jungs und das Kennenlernen ihre aktuellen Partners. Schnell wird dabei klar, dass ihr Leben geprägt ist von toxischen Beziehungen und der Sexualisierung ihres Körper, durch andere aber auch durch sich selbst.

Die Sprache ist stellenweise schon obszön, unterstützt den Eindruck dessen, dass Jellas Körper etwas ist, über das verfügt wird, sie selbst als Objekt fremder Begierde. Dabei ist sie so viel mehr, könnte so viel mehr sein. Der Traum vom besseren Leben, zum Greifen nah und doch so fern. Ich hab beim Lesen immer zwischen Schock und Wut geschwankt, erschüttert davon, dass da niemand ist, dem sich Jella anvertraut. Bis es eskaliert.

Die Geschichte erzählt vom Weihermachen, vom zurück in den Alltag finden und der Ungewissheit des Schwebezustands wenn man noch nicht weiß, sie es nun weitergehen soll. In Jella vereinen sich Angst, Scham und letztendlich auch Mut.
Ein Buch das betroffen macht, aufmerksam macht, Mut macht. Wirklich gut, unbedingt lesen.

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Frausein
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unterhaltsam, bestärkend, atmosphärisch

Agency for Scandal von Laura Wood

Ich liebe ja Regency-Romane und diese Geschichte vereint Regency und Cosy Crime, was ich eine sehr spannende Kombination finde, da Frauen in Regency-Romanen ja sonst eher das schöne, aber schwache Geschlecht sind. Die Frauen in diesem Roman sind alles andere als schwach und lassen sich nichts bieten, was ich erfrischend und einnehmend fand.

Gab mir so ein bisschen Enola Holmes Vibes.

Zum Inhalt: Nach dem Tod ihres Vaters ist Izzys schönes Leben als Dame der Gesellschaft mehr Schein als Sein, denn die Familie ist quasi bankrott und würde diese Info jemals nach außen dringen, wäre die Familie gesellschaftlich ruiniert, was sie sich unter keinen Umständen leisten können. Izzy führt daher ein geheimes Doppelleben als Agentin im Finkennest- einer Detektei für Frauen. Und der neuste Auftrag, bringt nicht nur ihr Leben durcheinander, sondern auch ihre Gefühle, denn ihr heimlicher Schwarm ist irgendwie in den Fall verwickelt.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und hatte anfangs ziemlich Probleme in die Handlung rein zukommen. Ich weiß nicht genau woran es lag, denn die Sprecherin macht das eigentlich gut, aber ich fand Izzy irgendwie unnahbar und nervtötend. Beschreibungen der Szenerie sind teilweise ziemlich ausschweifend und viele der Infos wirken erstmal wahnsinnig willkürlich und überflüssig. Nach und nach erfährt man natürlich Izzys Beweggründe und dadurch wurde sie mir dann letztendlich doch sympathischer und auch die Handlung wurde, nachdem sie einen richtigen roten Faden hatte, nachvollziehbarer.

Die Idee um die Finken und die Detektiv-Agentur von und für Frauen fand ich aber grundsätzlich eine coole und unterhaltsame Idee, mal eine andere Art der Girlpower und auch Izzys Doppelrolle bzw. ihre Kostümierung fand ich witzig umgesetzt. Sie ist eben eine Frau voller versteckter Talente. Ich finde es spannend wie hier feministische Gedanken auf einfach Art runtergebrochen werden und wie stark Izzy sich für andere Frauen einsetzt. Auch dass queere Figuren mit einer angenehmen, offenen Selbstverständlichkeit in diesem Roman vorkommen, hat mir gut gefallen. Natürlich in den Kontext der Zeit gesetzt, den die gesellschaftlichen Strukturen mit sich brachten.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat mir die Geschichte doch gut gefallen und ich mochte die Verstrickung aus Crime und Regency-Romance ganz gerne. Auch, dass der Fall letztendlich deutlich größer und bedeutender ist, als er anfangs schien, hat mich angenehm überrascht und für ein gutes Maß an Spannung gesorgt.

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