Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
in den Schatten von Paris
City of Dust and Shadows von Lara Große
Ich lese urban Fantasy immer sehr gerne, weil es weniger komplex aufgebaut ist und ich mich so viel leichter auf den übernatürlichen Plot einlassen kann, wenn ich nicht die gesamte Szenerie infrage stellen muss. „City of Dust and Shadows“ gelingt der Spagat zwischen Realität und Schattenwelt sehr gut und mochte, wie sich hier weltliche Probleme mit dem Übernatürlichen verbanden.
Zum Inhalt: In den Schatten von Paris lauert eine düstere, magische Welt, die nur jenen frei zugänglich ist, die selbst magischen Blutes sind oder explizit eingeladen werden. Und etwas Böses lauert darauf, aus den Schatten freizukommen. Als Tess nach Paris reist um ihre Schwester zu besuchen, gerät sie mitten in einen Kampf, von dem sie nicht einmal wusste, dass er existiert.
Ich fand die Idee mit den Schattenwelten, die sich direkt hinter der realen Welt befinden, total interessant und cool umgesetzt. Generell mochte ich auch das stimmungsvolle Paris-Setting, sowie die glamouröse Welt, in die Tess da eintaucht und die im krassen Gegensatz zu ihrem eigenen Leben und dem ungewissen Verbleib ihrer Schwester steht. Das legt einen guten Grundstein für die Fantasy-Storyline.
Ich bin gut in das Thema rund um den magischen Staub und den dämonischen Wesen, die in der Dunkelheit lauern, reingekommen. Die Storyline ist schlüssig aufgebaut und spannend geplottet, sodass es immer wieder was neues zu entdecken und neue Gefahren zu überwinden gibt. Die Figuren sind angenehm vielschichtig, sodass es auch auf emotionaler Ebene ein paar Überraschungen gibt.
Es gibt einiges an Intrigen innerhalb der Handlung, sodass sie mir fast schon etwas überladen vorkam und die Story rund um Tess‘ Schwester eher in den Hintergrund rückte. Generell wird in allen Bereichen ein ziemliches Tempo vorgelegt, was für mein Empfinden zulasten der Tiefe ging, egal ob es dabei um zwischenmenschliches geht oder um die Beweggründe für einzelne Handlungen- alles wird eher oberflächlich abgearbeitet und ich hatte am Ende noch ein paar unbeantwortete Fragen.
Insgesamt fand ich aber, dass sich das Buch leicht und flüssig lesen ließ, es kontinuierlich spannend und unterhaltsam war und für mich somit ein solides Standalone (falls keine Bände mehr folgen, aber dazu habe ich keine Infos gefunden) ist.
Starker zweiter Band
A Spark of Time - Ein Date mit Mr Darcy von Kira Licht
Ich hab mich sehr auf diesen zweiten Band gefreut, auch wenn der Erste mich nicht 100% überzeugt hatte. Aber ich wollte trotzdem wissen wie es weitergeht. Und oh man, dieser Band legt nochmal ordentlich nach und hatte dann jetzt alles, was ich zuvor vermisst habe. Sehr gelungener Abschluss dieser Geschichte.
Zum Inhalt: nachdem Lilly Ray vermeintlich auf der Titanic zurücklassen musste, stellt sie fest, dass er in New York plötzlich vor ihr steht. In ihrem Zuhause und sie offensichtlich bestehlen will. Und dann tischt er ihr noch eine völlig wilde Geschichte auf. Doch als sein Vater plötzlich auftaucht und droht ihrem Vater etwas anzutun, muss sie sich erneut mit Damien zusammentun.
Das Regency-Setting hat ja total meinen Geschmack getroffen und ich mochte einfach alles daran- die Atmosphäre, die Umgangsformen, die den beiden Zeitreisenden Steine in den Weg legen und die gesellschaftlichen Verpflichtungen. Und ich hatte einen kleinen Fangirl-Moment als die beiden auf Jane Austen treffen. Solche kleinen Details und Cameos finde ich immer ganz besonders in Büchern.
Im zweiten Teil der Geschichte gibt es nochmal einen ziemlich coolen Szenenwechsel und es wird überraschend abenteuerlich, was ich so gar nicht mehr erwartet hatte.
Mit Damiens Vater war auch ein würdiger Gegner und Bösewicht gefunden und es gab hier einiges an überraschenden Wendungen. Dadurch ist eigentlich durchweg der Spannungsbogen recht hoch gehalten wurden.
Ich mochte auch die vorsichtige, erneute Annäherung der beiden Protagonisten total gern und fand das sehr authentisch dargestellt. Insgesamt hatte das Buch einfach einen starken Plot mit guten Twists und zusätzlich eine schöne emotionale Storyline. Hat mir richtig gut gefallen.
unglaublich schön, auf poetische Art tragisch
Bei Licht ist alles zerbrechlich von Gianni Solla
Bücher über den Nationalsozialismus kann es zur heutigen zeit gar nicht genug geben, bekommt das Thema doch wieder eine ganz neue Aktualität und Brisanz. Und ich finde genauso muss man sich auch nochmal ins Gedächtnis rufen, dass dieser auch in anderen Ländern verbreitet war und ist. Dieses Buch greift das dunkle, schmerzliche Thema auf und macht darauf eine sanfte und doch eindrückliche Geschichte über Freundschaft, Verbundenheit und Verlust.
Zum Inhalt: Tora e Piccilli, ein kleines Dorf Italiens 1942: die meisten Dorfbewohner sind bauern und Viehhirten, die Menschen haben nicht viel, aber sie kommen zurecht. Davide ist Schweinehirte, genau wie sein Vater, der in Davides Schulbildung keine Zukunft sieht und ihn deswegen auf dem Hof behält. Doch er und seine Freundin Teresa Träumen von einem Leben fernab des Dorfes. Als ein paar Juden in das Dorf zwangsumgesiedelt werden, lernen die beiden Nicolas kennen, dessen Vater Lehrer war und es entsteht ein besonderes Band zwischen den dreien. Bis der Krieg das Dorf erreicht und die drei auseinanderreißt.
Die Geschichte wird in drei Teilen aus Davides Sicht erzählt und umfasst einen großen zeitlich Rahmen, in dem man Davide beim Erwachsen werden begleitet. Sein Innenleben ist zu Anfang denkbar simpel ausgelegt- die Schweine, Teresa, seine familiäre Situation mit einem aufbrausenden Vater. Die Ankunft der Juden im Dorf markiert einen Wendepunkt in Davides Entwicklung und besonders seine kindlich ambivalenten Gefühle Nicolas gegenüber, waren interessant zu verfolgen. Vor allem Davides schierer Wille lesen und schreiben zu lernen und wie er es wie etwas schändliches tut- im geheimen, als müsste man sich dafür schämen- hat mir einerseits sehr imponiert, mich aber auch bedrückt zurückgelassen.
Die Beschreibungen des bereits vorgedrungenen Faschismus wurden sehr eindrücklich vermittelt, das Eindringen der Deutschen und die Zerstörung dessen, was die drei Freunde für sich geschaffen hatten haben mich tief bewegt. Dann die Jahre der Trennung, David ein Neapel, das Schicksal seiner Freunde ungewiss. Dieser Teil ist für die Entwicklung Davides schon bedeutsam, hat aber gleichzeitig auch Tempo aus der Erzählung genommen, will man doch wissen, wie es um Nicolas Schicksal bestellt ist. Erst im dritten Teil erfolgt eine Wiedervereinigung, ein Aussöhnen und Abfinden. Davide, der an den Ursprung zurückkehrt, wie ein unabwendbares Schicksal.
Ich mochte die klare, schnörkellose Sprache, die einerseits absolut ungeschönt, gleichzeitig aber sehr feinfühlig erzählt und den Finger in die Wunde legt. Es werden keine unnötigen Worte verschwendet und trotzdem detaillierte, eindringliche Bilder geschaffen, nicht nur vom dörflichen Leben, Davides Kindheit und dem Leben in Neapel, sondern auch von den emotionalen Verstrickungen der drei Freunde.
Mir hat dieser Roman gut gefallen, der authentisch und ungeschönt das Schicksal dreier Freunde schildert, den Fokus aber eindeutig auf Davides persönliche Entwicklung legt.
Die Vergangenheit holt einen irgendwann immer ein
Harter Schnitt von Karin Slaughter
„Harter Schnitt“ ist der fünfte Band der Georgia-Reihe und für mich der Band, der aus dieser wilden Truppe aus hochgradig talentierten Menschen ein richtiges Team macht, denn das GBI muss alles mobilisieren was es hat, um diesen Fall zu lösen.
Zum Inhalt: Faith hat gerade die Strapazen einer Geburt hinter sich und ihr Diabetes halbwegs unter Kontrolle, als das nächste Problem anrollt.
Ihre Mutter wurde entführt, im Haus fand Faith nur viel Blut, einen Toten in der Waschküche und zwei bewaffnete Männer vor. Um Evelyn zu finden muss das GBI alle Kräfte mobilisieren.
Ich mochte es, dass dieser Fall wieder einen sehr persönlichen Bezug hatte, diesmal zu Faith, aber auch zu Amanda, über die man in diesem Buch überraschend viel persönliches erfährt. Das macht die Handlung insofern spannender, dass sie den Figuren mehr Kontur verleiht. Ich mag es, wie diese Reihe die Charakterentwicklung kontinuierlich vorantreibt und das nicht nur eine unliebsame Nebenbaustelle ist. Die Charaktere werden hier sehr greifbar und verwundbar dargestellt, wachsen aber auch wieder über sich hinaus um füreinander da zu sein.
Will Trent begeistert mal wieder mit seiner Beobachtungsgabe und seinem wachen Verstand. Ähnlich wie bereits im letzten Band geht es auch hier um Verfehlungen und Korruptionen in den eigenen Reihen, gepaart mit Bandenkriminalität und Drogendelikten, also insgesamt eine ziemlich explosive Mischung. Trotzdem nimmt der Fall eine Wendung, die ich überhaupt nicht kommen sehen habe- absolut genial.
Ich fand es im Mittelteil mit den ganzen Namen und Gruppierungen ein bisschen unübersichtlich. Hatte das Gefühl sonst kommen nicht dermaßen viele Charaktere vor. Aber ich bin großer Fan davon wie Amanda, Faith, Will und Sara hier zusammenarbeite. Und natürlich was sich zwischen Will und Sara entwickelt.
Spannungstechnisch fand ichs diesmal durchwachsen, aber dafür durchweg interessant, aufgrund der vielfältigen Verstrickungen von Evelyn und Amanda. Hat mir wieder gut gefallen.
What the hell, wie gut!
Words unspoken von Kathinka Engel
Ich bin großer Fan von Kathinka Engel und verschlinge ihre Bücher regelrecht. Dass die neuste Reihe nun in der Literaturwelt spielt, hat mir richtig gut gefallen und mich sofort angesprochen und auch wenn Bash als Book Boyfriend selbst nicht so ganz mein Typ ist, wo habe ich mich doch in die Handlung, das Setting und genialen Charaktere verliebt.
Zum Inhalt: Bash ist Lektor und Mitgründer eines kleinen Indie-Verlags namens Badger Books. Und er will unbedingt den anonymen Streetartist Jethro für ein Buchprojekt gewinnen. Als Bash Jethros Agentin Camille kennenlernt, rückt nicht nur dieser Traum in erreichbare Nähe, es funkt auch sofort zwischen ihm und Camille.
Ich finde wenige Autorinnen können Spice so schreiben wie Kathinka Engel, der total kinky und gleichzeitig auch total bedeutungsvoll ist- I like. Ich brauche normalerweise auch gar keinen Spice in Romance Büchern und finde oft, dass darauf mehr Augenmerk als auf eine stimmige Storyline gelegt wird. Aber hier passt es gut rein.
Und generell diese Figuren- vor allem die beiden Protas aber auch generell. Wieder so wunderbar vielschichtig ausgearbeitet, facettenreich und trotzdem so nahbar, dass man das Gefühl hat die Figuren wirklich kennenzulernen. Ich fand den Zweispalt, die inneren Kämpfe mit den eigenen Dämonen und die erbitterte Suche nach Vergebung so dermaßen greifbar.
Ich finde man kann sich richtig toll in die Handlung und das Setting fallen lassen und die Geschichte rund um die Identität von Jethro entwickelt auch eine gewisse Sogwirkung. Die Autorin findet hier ein gutes Gleichgewicht zwischen ernsten, tiefgründigen Themen und der Leichtigkeit die Romance Romanen so zu eigen ist.
Ein richtig tolles Buch, das mich wieder absolut begeistert hat. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.
Alternative Realitäten
Game Changer - Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen von Neal Shusterman
Zum Inhalt: Ash ist ein weißer, heterosexueller Teenager, hat einen stabilen Freundeskreis und ist im Football-Team. Bei einem schweren Zusammenstoß auf dem Feld, wird Ashe Welt auf den Kopf gestellt- im wahrsten Sinne, denn er findet sich plötzlich in einer alternativen Realität wieder. Aber was wenn diese ihm nicht gefällt? Und so versucht Ash das Geschehen erneut zu beeinflussen.
Die Erzählweise war etwas eigensinnig. Die gesamte Geschichte wird aus der Perspektive des Protagonisten in der Ich-Perspektive erzählt, wobei es hauptsächlich um sein Innenleben geht, das er reflektiert und teilweise aktiv an den Leser adressiert. Die Rahmenbedingungen-Schule, Familie, Freundeskreis, Sport- bleiben in jeder alternativen Welt die gleichen.
Einige der alternativen Welten sind dabei gravierender verändert als andere und während Ash noch versucht herauszufinden, was genau da passiert, bugsiert er sich in die verschiedensten Arten persönlicher, moralischer und gesellschaftlicher Konflikte.
An sich hat mir dieses Konstrukt gut gefallen, gleichzeitig hatte ich nach der dritten Parallelwelt das Gefühl, dass es langsam mal eine Entwicklung oder stärkere Eskalation geben könnte. Shusterman hätte diese Idee für meinen Geschmack noch viel weiter treiben können.
Das Buch liest sich wieder klasse- kurze Kapitel, leichte Sprache, durch den Ich-Erzähler um den ich hier wortwörtlich alles dreht wirkt es sehr persönlich, was zugleich für mich das größtes Manko am Buch ist. Ash sieht nur sich und sein direktes Umgeld, dabei müssten seine alternativen Welten ja viel größere Kreise ziehen, Stichwort Rassentrennung/ sexuelle Orientierung. Ab und zu klingt das mal kurz an, wird aber dann nicht weiter thematisiert, was ich sehr schade fand. Aber das ist für einen Jugendroman ab 14 vielleicht auch zu weit gedacht und hätte den Rahmen gesprengt.
Was mir aber gut gefallen hat war, wie Ash durch seine eigenen Erfahrungen auch ein tieferes Verständnis für sein Umfeld erlangt. Und gleichzeitig kann ich vor diesem Protagonisten der so selbstlos konstruiert ist, nur den Hut ziehen. Ash lehrt sich selbst und den Leser ein wichtige Lektionen und ich habe ihn gerne dabei begleitet.
Tolle Romantasy
When The Moon Hatched von Sarah A. Parker
Also erstmal ein ganz großes Lob für diese wahnsinnig tolle Gestaltung des Buches. Die Illustrationen im Inneren sind ganz besonders. Und auch die Geschichte selbst hat mir gut gefallen, knappe 800 Seiten slow Burn- i love it.
Ich fand den Prolog richtig gut angelegt um in die Geschichte einzuleiten.
Besonders bei High Fantasy würde ich mir sowas häufiger wünschen. Auch das Glossar und der Stammbaum waren super hilfreich und ein schönes Add-On. Das World-Building fand ich sehr gelungen und auch das Magiekonzept hat mir richtig gut gefallen.
Das Buch ist ein ziemlich dicker Schmöker und bei über 800 Seiten bleibt es nicht aus, dass es zwischenzeitlich ein paar Längen gibt. Einerseits finde ich es schön, wenn es auch Nebenhandlungen und ein bisschen was an Kontext gibt, aber zwischenzeitlich verliert sich so ein bisschen der Fokus in Alltagszenen. Da hätte es für meinen Geschmack zwischenzeitlich gern etwas knackiger sein können.
Die Einschübe aus Elluins Tagebuch haben mir sehr gut gefallen und waren eine raffinierte Idee um Rückblenden einzubauen. Das Tagebuch wirft gleichzeitig aber auch ein paar Fragen auf, sodass es ein gutes Stilmittel ist um die Handlung einerseits voranzutreiben und gleichzeitig die Neugier des Lesers weiter zu schüren.
Die größeren Wendung werden bereits im Handlungsverlauf angedeutet, sodass sie dann nicht mehr wirklich überraschend waren. Trotzdem hat mir die Geschichte rund um Raeve gut gefallen und auch die Lovestory hat mich angesprochen. Eine sehr gelungene Romantasy, die Lust auf Band 2 macht.
Mir hat es an Substanz gefehlt
A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1) von Ava Reid
Dieses Buch ist ja bereits total gehyped worden, bevor es überhaupt erschienen ist und auch ich habe mich da total mitreißen lassen. Muss aber im Nachhinein sagen, dass ich es total overrated finde. War eher nicht mein Buch.
Zum Inhalt: Effys Kindheit war geprägt von der harschen Kritik ihrer Mutter rund dem Gefühl nicht richtig zu sein.
Geflüchtet hat sie sich in ihre Fantasie und die Welt der Literatur, sodass es ihr größter Traum ist, Literatur zu studieren. Doch in LLyr ist dies Frauen nicht gestattet und Effy gibt sich mit einem Studium der Architektur zufrieden. Als ein Ausschreiben für das Anwesen ihres Lieblingsautors gestartet wird, erhofft sich Effy dadurch einen Weg in die Welt seiner Werke. Unwissend, welche Tür sie damit öffnet.
Das Buch ist gespickt mit Zitaten von Effys eigenem Lieblingsautoren und mit Ausarbeitungen zum Thema Weiblichkeit und zu Myrddins Werken. Das gibt der Geschichte einen historischen Anklang, den ich sehr angenehm fand. Die Mystery-Komponeten fand ich an sich stimmungsvoll angelegt, vor allem weil Effy selbst aufgrund ihrer Vorgeschichte eher unzuverlässig wirkt und sich selbst nicht traut.
Die Beschreibung der Landschaft rund um Hiraeth Manor und des Herrenhauses selbst fand ich sehr stimmungsvoll und atmosphärisch. Mann kann sich diese wilde Landschaft und das versinkende Anwesen gut vorstellen und es schafft ein wahnsinnig tolles Setting, das an Schauergeschichten erinnert.
Alles rund um den Krieg zwischen Argant und Llyr fand ich wenig greifbar. Und generell muss ich im Nachhinein sagen, dass ich das Gefühl hatte, das innerhalb der Handlung eigentlich kaum was passiert.
Das Frauenbild das in diesem Buch gezeichnet ist eher bedenklich und Effy ist im großen und ganzen nicht stark genug es zu entkräften. Immer wieder bleibt sie scheu und stumm statt für sich einzustehen. Sie erkämpft sich kleine Siege, aber mir hat das nicht gereicht.
Insgesamt fand ich die Idee des Ganzen vermutlich besser als die tatsächlich Umsetzung, die für es meinen Geschmack nie geschafft hat, den letzten Schritt zu gehen um wirklich überzeugend und mitreißend zu sein.
Oh du mörderische
Das mörderische Christmas Puzzle von Alexandra Benedict
Mir hatte bereits der erste weihnachtliche Krimi von Alexandra Benedict gut gefallen und mir im vergangenen Jahr die Weihnachtszeit versüßt. Umso mehr habe ich mich ihren neuen Roman gefreut, der ein tolles Gesamtkunstwerk ist. Gesamtkunstwerk deswegen, weil im Inneren, passend zum Titel, weihnachtliche Rätsel auf den Leser warten, sowie ein schönes, zur Handlung passendes Rezept.
Ich fand dieses Buch wieder richtig toll und werde es auch sicher auch in diesem Jahr wieder unter den Weihnachtsbaum legen.
Zum Inhalt: Weihnachten übt schon lange keinen Reiz mehr aus Edie O‘Sullivan aus. Doch als die ein anonymes Päckchen mit einem Puzzle vor der Tür findet, droht dieses Weihnachten das schlimmste von allen zu werden. Denn die Teile kündigen eine Mordserie an, in deren Zentrum Edie steht.
Die Mordserie, inklusive der Hinweise, die Edie zu dieser bekommt, ist durchaus spannend angelegt. Mir hat besonders gefallen, dass sie absolut unblutig daherkommt und das Buch daher für mich schon fast in die Schublade Cosy Crime passt. Viel mehr geht es um die Konfrontation mit der Vergangenheit und den Geheimnissen, die jedes der Opfer bewahrte.
Das Buch hat eine absprechende psychologische Komponente und bis zum Ende habe ich mitgerätselt, was wohl Edie mit all dem zu tun hat und wieso sie als Bindeglied ausgewählt wurde. Neben dem Kriminalfall geht es in diesem Buch auch viel um das Thema Familie, das aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird.
Edie steht diesmal selbst mehr im Fokus als im letzten Band und ich mochte die rüstige Rentnerin wieder sehr gerne, auch wenn sich hier vermehrt ihr schwieriger Charakter offenbart. Generell passiert ihr viel auf menschlicher, emotionaler Ebene, nicht nur bei Edie, sondern auch bei den anderen Charakteren.
Die Kapitel sind angenehm kurz und lassen sich wieder toll lesen. Ich finde der Spannungsbogen ist sehr stabil und die Auflösung kam für mich sehr überraschend, hat mich aber überzeugt. Für mich wieder ein toller, weihnachtlicher Krimi, der einfach Spaß macht.
Die Gefahr lauert ganz in der Nähe
Unser Buch der seltsamen Dinge von Jennie Godfrey
Ein Kriminalfall aus Sicht eines Kindes klang für mich erstmal total spannend und interessant. Ich muss sagen, dass das Buch nicht spannend im herkömmlichen Sinne ist, was vor allem auch an der Erzählart und der kindlich naiven Sicht und Handlungsweise der Protagonisten lag. Stattdessen überzeugt das Buch auf einer tieferen Ebene und durch seine feinfühlige und doch schonungslose Betrachtungsweise des Lebens in Yorkshire in den 1970ern.
Das Buch greift viele ernste und wichtig Themen auf, die damals wie heute relevant sind und das Alltagsleben der Menschen bestimmen. Und trotz allem, wirkt die Geschichte überhaupt nicht überladen, sondern sehr stimmig, weil diese stellvertretenden Einzelschicksale sehr authentisch erzählt werden.
Generell tritt der Fall rund um den Ripper schnell in den Hintergrund und wird eher zum Hintergrund des für mich eigentlichen Inhalt des Buches: die Sozialstruktur und das Gemeinschaftsleben in Yorkshire abzubilden. Und das gelingt wirklich eindrucksvoll. Es wird ein umfassendes Bild von Mivs Umfeld geschaffen, von den Menschen, denen sie täglich begegnet und was diese bewegt.
Durch die wechselnden Perspektiven bekommt der Leser viele eindrückliche Situationen vermittelt, die das Leben in einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt und man viele Berührungspunkte hat, aber trotzdem gezielt aneinander vorbeilebt und gezielt wegsieht, gut einfangen. Vor allem das Kleinreden von Problemen fand ich hier sehr gut eingefangen, dieses Relativieren und Verharmlosen, bis es dann doch eskaliert.
Das Ende ist überraschend und absolut tragisch. Gleichzeitig hat es etwas Hoffnungsvolles und tröstliches, so als könnte aus den Schrecken der vergangenen Zeit auch etwas Gutes erwachsen.
Ein Buch, das nachdenklich stimmt und trotzdem zu unterhalten weiß. Für mich ein Buch, dass mich total überrascht hat und mich sicher noch lange gedanklich begleiten wird.











