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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

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als Debüt nicht schlecht

Emma von Jean Reno

Bin mir gar nicht so sicher, was ich mir von diesem Buch genau erwartet habe. Da ich Jean Reno als Schauspieler aber sehr mag und bewundere, wollte ich sein Buch gerne lesen. Vielleicht liegt es am Thema, Spionagegeschichten und politische Thriller sind nicht unbedingt meins, aber ich hab nur schwer Zugang zur Handlung und den Figuren gefunden.

Das Thema Geheimdienste lässt lange auf sich warten. Obwohl zwischen den Fließtext ein paar Notizen und eine Art Nachrichtenaustausch eingestreut sind, bleibt deren Relevanz lange verborgen. Erst ungefähr in der Hälfte des Buches tut sich das Thema Spionage so langsam auf und spitzt sich zu, was dann auch für mehr Spannungsmomente innerhalb der Handlung sorgt. Bis dahin mutet das Buch eher wie ein herkömmlicher Roman über Emma, ihre Profession, ihre Lebensgeschichte und eine verbotene Liebe an.

Ich fand die Story ein bisschen erschlagend- das Setting, die Figuren und ihre verschleierten Interessen waren für mich wenig nahbar. Und dazwischen Emma, gefangen zwischen einer alten Schuld, einer Gabe die sie selbst nicht so recht einordnen kann und einem neuen Gewissenskonflikt.

Im letzten Drittel wurde es dann nochmal ein bisschen abenteuerlich und temporeicher. Insgesamt ist das ganze gut und bildhaft beschrieben, man merkt schon, dass Jean Reno durchaus schreiben kann. Bis zuletzt blieben mir aber die schieren Beweggründe von Emma, sowie bestimmte Handlungsmuster seltsam unklar, nicht so richtig natürlich. Fands ok, hat mich aber einfach nicht so richtig abgeholt.

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als Debüt nicht schlecht
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Doktorspiele ohne viel Vorspiel

Degrees of Engagement von Jennifer Hennessy

Vielleicht kurz mal so viel: die Ausgangssituation für die Story fand ich sehr überraschend, es geht ohne viel Vorgeplänkel ins Fake-Dating, wobei da auch direkt alle Register gezogen werden und das nachdem die beiden Protas zuletzt eigentlich kaum Kontakt hatten. Dass da aus dem Umfeld niemand stutzig wurde, hat hingegen mich sehr stutzig gemacht.

Das Buch hat einen beträchtlichen Spice-Anteil, neben dem alles andere eher kurz gehalten wird. Wer kurzweiligen Spice und eine seichte Liebesgeschichte sucht, wird hier gut bedient.

Zum Inhalt: Bianca hat den Höhepunkt ihrer akademischen Laufbahn erreicht und darf sich nun offiziell "Doktor" nennen. Ein Grund zum Feiern. Nur blöd, dass ihre engsten Freunde und ihre Familie das scheinbar anders sehen und ihr alle für die Party absagen. Bianca ist gekränkt und beschließt es allen heimzuzahlen. Kurzerhand erspinnt sie sich eine Fake-Verlobung mit ihrem Kommilitonen Xavier, doch das geht schnell nach hinten los.

Das akademische Setting fand ich eigentlich ziemlich cool, aber auch das wird eher nur kurz angeschnitten und nicht wirklich vertieft. Hatte auf ein bisschen mehr Ali Hazelwood-Vibes gehofft, danach sucht man hier aber vergebens. Trotzdem fand ich das Buch unterm Strich gut, einfach weil es kurzweilig, humorvoll und leicht zu lesen war. Die Chemie zwischen den Protas stimmt auf jeden Fall und "he falling first" ist sowieso total mein Ding. Ich mochte das ungezwungene Geplänkel der beiden, wie sie sich gegenseitig foppen und nicht zu ernst nehmen. Es hat einfach Spaß gemacht ihr Miteinander zu verfolgen.

Dass sie es aber trotz all der Funken nicht schaffen, mal ernsthaft über ihre gegenseitigen Gefühle zu sprechen finde ich so überholt. Sie sind intelligente, aufgeschlossene Menschen, beide eigentlich super empathisch, merken aber trotzdem nicht, was ihr gesamtes Umfeld längst weiß? Ja ne, ist klar. So richtig tiefgründig wird die Geschichte nicht, es wird zwar einiges rund um Xaviers Kindheit angedeutet und auch die überholte Denkweise von Biancas Familie und Freunden thematisiert, was "Ehe als herausragendste Errungenschaft einer Frau" angeht, aber das alles kratzt eher an der Oberfläche. Ist auch ok, das Buch will unterhalten und das schafft es auch.

Die Storyline ist denkbar vorhersehbar, inklusive großer Geste zum Happy End. Süß, kann man machen. Ist halt so ein klassisches Buch für zwischendurch, wo man nicht viel nachdenken muss, sondern sich einfach fallen lassen kann.

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Doktorspiele ohne viel Vorspiel
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Teenie-Hormone lassen grüßen

Mismatch von Laura Willud

Ich lese Sport-Romance an sich immer total gerne, so ein bisschen ist das ein Guilty Pleasure für mich geworden- seichte Romane mit schöner Wohlfühl-Atmosphäre und easy Lovestory. Und ich fands richtig cool, dass es hier mal nicht um Football oder Eishockey geht Ich muss aber sagen, dass ich die Figuren eher anstrengend als ansprechend empfunden habe und ich daher bei der Lovestory nicht wirklich mitgefiebert habe.

Ganz nett für zwischendurch, für mich aber kein Highlight.

Zum Inhalt: Joyce setzt alles daran um mal Sportjournalistin zu werden- ein hart umkämpftes Gebiet, in die Frauen es nicht haben. Aber zumindest an ihrer Uni hat sie schon mal einen Fuß in der Tür, da sie einen guten Draht zum Basketballcoach hat. Und dass ihr Bruder Teamkapitän ist, schadet sicher auch auch nicht. Als ein neuer Spieler auftaucht, ist Joyces Neugier direkt geweckt, denn sie wittert eine Story.

Mein Highlight ist ja Austins Oma, die sich sofort in mein Herz geschlichen hat. Die war einfach klasse. Joyce hingegen wirkte total verbissen auf mich und irgendwie hat es mich gestört, dass sie es einfach nicht gut sein lassen konnte, selbst als sie anfing Austin zu mögen. Dagegen gehen die Probleme, die sie als Sportjournalistin auf Social Media erlebt, total unter. Das hätte ich thematisch tatsächlich interessanter gefunden.
Und die neandertalerhaften Revier-Kämpfe die Josua anzettelt, gehen einfach gar nicht. Der war für mich eine total Red Flag. Generell hat mir hier auch der echte Team-Zusammenhalt und das Wir-Gefühl gefehlt, was ich sonst bei Sport-Romance so liebe.

Austins Geheimnis, um das er so ein Aufsehen macht, fand ich tatsächlich irgendwie random. Und dadurch, dass es schon in der Hälfte des Buches offenbart wird, war alles, was danach passiert relativ absehbar. Insgesamt irgendwie sehr unspektakulär, hätte man auch einfach weglassen können.

Der Schreibstil ist seicht, die Sprache jugendlich passend und leicht verständlich. Insgesamt ist das halt alles ein bisschen oberflächlich. Das Thema Eyeliner wurde öfter aufgegriffen als die angedeuteten Reibungspunkte. Die Lovestory war ganz süß, aber halt auch einfach nichts besonderes.

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Cuteness-Overload

Was wir verloren glaubten von Brittainy Cherry

BCC ist für mich ja die ungeschlagene Queen der ganz großen Emotionen, auch wenn ich ihr ein bisschen über nehme, dass die hinreißenden, starken, erstklassigen Protagonistinnen bei ihr immer zuerst an absolute Vollidioten geraten müssen, bevor es schlussendlich ein Happy End gibt. Dieses Buch ist einfach wieder eine absolute Achterbahnfahrt der Gefühle.

Zum Inhalt: Für Avery scheint sich im Leben endlich alles zu fügen: ihre Hochzeit steht unmittelbar bevor und in der kommenden Saison wird sie Baseball-Team der örtlichen Highschool als Coach trainieren. Doch dann kommt überraschend anders, als nicht nur ihr Ex und Baseball-Profi Nathan sich wieder in Avery Lernen drängt und ihr den Job als Head Coach streitig macht, auch in Sachen Liebe gerät Avery Leben gehörig aus dem Ruder.

Meine Güte Nathans Familie ist so dermaßen Zucker, dass ich auch gerne ein Teil davon wäre. Absolut bezaubernd, lässt sie einem das Herz aufgehen. Und wie cute ist das bitte, dass aus dieser so stürmischen Hass-Liebe am Ende Slow Burn wurde. Schweig still, mein Herz.
Was ich bei BCC auch absolut umwerfend finde: der enthaltene Space nimmt nicht überhand, ist überhaupt nicht cringe, sondern humorvoll und absolut darauf angelegt, dass beide Parteien sich damit 100% wohl und sicher fühlen. So liebe ich meine Romance-Bücher.

Generell habe ich mich in Money Creek direkt wieder super heimisch gefühlt. Der Ort hat mir schon im vorherigen Band richtig gut gefallen, nicht zuletzt, weil die ganzen Charaktere so wahnsinnig toll angelegt sind. Besonders auch die Beziehung zwischen Avery und ihren Schwester, sowie ihrem Vater war einfach absolut fantastisch zu verfolgen und hat für mich die Geschichte zu solch einem Lesegenuss gemacht.

Eine wunderschöne Geschichte, die einen bestärkenden, warmen Unterton hat und an deren Ende ich beinahe wehmütig zurückgeblieben bin. Kann das Buch und die Reihe nur wärmstens empfehlen.

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Zwei Frauen, zwei Leben, ein geteiltes Schicksal

Halbe Leben von Susanne Gregor

Zum Inhalt: Paulina ist eine Slowakische Pflegekraft, die von Klaras Familie angeheuert wird, um sich um Klaras Mutter zu kümmern, die kürzlich eine Schlaganfall hatte und nicht mehr alleine Leben kann. Paulina wird schnell zum festen Bestandteil in Klaras Familienleben, auch wenn sie dafür ihre eigene Familie zurücklassen muss.

Und dann passiert ein Unfall.

Die beiden Frauen könnten nicht gegensätzlicher sein, in klarer, gradliniger Sprache werden die Klassen- und Machtverhältnisse zwischen Klara und Paulina herausgearbeitet.
Klara hat im Umgang mit Paulina eine fast schon unbesonnene Art und die Interaktionen zwischen den beiden Frauen bekommen dadurch einen fahlen Beigeschmack. Obwohl Paulina bei der Familie lebt, bleibt das Verhältnis distanziert, auch wenn immer wieder der Eindruck vermittelt werden soll, Paulina wäre mehr als nur eine b bezahlte Angestellte.

Die Kluft zwischen den beiden Frauen und ihren so unterschiedlichen Leben wurde gut herausgearbeitet. Ich fand die sehr unterschiedlichen Familiensituationen eindrücklich geschildert, genauso wie den unterschwelligen Groll zwischen den beiden Frauen, der sich gemächlich zu etwas größerem auszuweiten scheint.

Ich finde hier wird auf subtile Art sehr viel vermittelt, die leisen Zwischentöne zwischenmenschlicher Beziehungen, in denen ein Machtgefüge herrscht, sind gut getroffen. Das Buch hat eine eher schwer greifbare Spannung, gleichzeitig gibt es wenig Deutungsspielraum. Ich habe den Fortgang der Handlung gespannt verfolgt und hing gebannt an den Seiten. Mir hats gut gefallen.

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Faszinierend, witzig, erhellend

True Crime in Nature von Farina Graßmann

Kosmos-Bücher sind einfach für Jung und Alt eine Grube des Wissens, Staunens und Spaßes. Besser kann Bildung eigentlich nicht aufbereitet werden und dieses Buch hat mich thematisch total begeistert. Dazu schön illustriert und in leichter Sprache nimmt es den Leser mit in die dunklen Abgründe des Tier- und Pflanzenreichs.

Absolute Empfehlung von mir.

Die Kapitel sind nicht allzu lang und beschäftigen sich mich allerlei Tier- und Pflanzenarten, auch Ausflüge in das Reich der Viren werden unternommen. Das Buch lädt zum Blättern und Stöbern ein. Die liebevollen Illustrationen lockern den Text auf, tragen dazu bei, das gelesene visuell zu unterstützen und sind dabei herrlich amüsant anzuschauen.

Dadurch dass die Geschichten einen bitterbösen Touch haben, sind sie nicht nur lehrreich, sondern auch sehr unterhaltsam. Ich war total doch überrascht wie verbreitet parasitäre Lebensformen sind und welche Ausmaße sie annehmen können. Ein paar der geschilderten Verhaltensweisen hat man vielleicht sogar schon selbst beobachtet, jetzt weiß man, was dahintersteckt.

Ein paar der tierischen Taktiken kannte ich bereits, der Großteil des Inhalts war für mich allerdings neu und einige der Geschichten haben mich dabei wirklich verblüfft, wie z.B. die des Maulwurfs. Aber sie alle hatten einen hohen Unterhaltungswert und ich hab einfach insgesamt wahnsinnig viel neues erfahren und gelernt. Die kleinen Anekdoten vom täuschen, jagen und Fallen stellen werfen nochmal einen ganz anderen, sehr spannenden Blick auf die Natur. Sehr empfehlenswert für groß und klein um seinen Schatz an Fun Facts zu erhöhen.

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Faszinierend, witzig, erhellend
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Überraschend, aber nicht so mein Fall

LAKE - Das Haus am dunklen Ufer von Riley Sager

Ich kannte bisher nur „Night“ von Riley Sager, das hatte ich aber so begeistert, dass ich nun auch „Lake“ sehr gerne lesen wollte. In Sachen Atmosphäre weiß Sager einfach, was er tut, storytechnisch hat er mich aber hier nicht erreichen können.

Über die erste Hälfte hat mich das Buch doch sehr stark an „Girl on the train“ erinnert, inklusive Alkoholproblem und Stalkertendenzen.

Die Geschichte springt zeitlich immer etwas hin und her, beleuchtet sowohl Caseys Erinnerungen, wie auch gegenwärtige Ereignisse, die ebenfalls nochmal in Präsenz und ein „davor“ unterteilt sind. Aber in der zweiten Hälfte nimmt es eine sehr unerwartete Wendung.

Ich mochte Protagonistin Casey vor allem am Anfang wirklich gern und fand sie durch ihre ganze Situation, ihren Verlust und die offen zur Schau getragene Verletzlichkeit sehr einnehmend. Doch dann wurde sie im Handlungsverlauf einfach zunehmend obsessiv und anstrengend, auch bereits vor Katherines Verschwinden. Ich habe sie an vielen Stellen als übergriffig empfunden und die Selbstsabotage, die sich an sich selbst betrieb, war einfach nur traurig zu verfolgen.

Für meinen Geschmack gibt es in der ersten Hälfte vor allem viel Suspense aber wenig Handlung. Und gegen Ende wirds dann richtig wild, spätestens als die vermeintliche Katherine gefunden wird. Da hat die Handlung mich dann irgendwie verloren. Ich mag ja Mystery/ Gothic Novels, aber das hier hat für mich nicht funktioniert, war mir zu irrwitzig. Nicht nur wegen potentieller Geistererscheinungen, sondern auch als die Wahrheit übers Caseys Ehe und Len offenbart wird.

Kann man machen, man verpasst aber auch nichts, wenn man dieses Buch aussetzt. Man sollte beim Lesen auf jeden Fall aufgeschlossen sein.

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Überraschend, aber nicht so mein Fall
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Ein Detektiv empfiehlt sich

Campion. Tödliches Erbe von Margery Allingham

Schande über mich, dass mir Margery Allingham bisher kein Begriff war. Umso besser, dass ihre Werke jetzt nochmal neu aufgelegt werden. Denn sie und ihren Meisterdetektiv sollten Liebhaber klassischer Kriminalromane definitiv auf dem Schirm gaben.

Ich mag den altenglischen Charme der Geschichte, die gesellschaftlichen Umgangsformen und das ländliche Setting sehr gerne.

Für mich ist das die Zauberformel für Cozy Crime, dazu eine mystische Antiquität, um die es einige Geheimnisse gibt, und kauzige Figuren- geniale Kombi.

Champion mit seiner charmant gaunerhaften Art ist für mich das Herzstück der Geschichte. Natürlich gerät er dadurch auch immer wieder in prekäre Situationen, aus denen er sich aber meisterhaft herauswindet.

Die Geschichte rund um den wertvollen, mystischen Kelch birgt einiges an Tricks und Täuschungen, wodurch das Buch sehr kurzweilig ist. Der Spannungsaufbau ist eher gemächlich, nicht zu nervenaufreibend. Insgesamt lässt sich das Buch einfach angenehm lesen, ist unterhaltend, ohne den Leser zu sehr zu fordern. Also das perfekte Buch für ein paar gemütliche Schmökerstunden. Miträtseln in meinen Augen aber nur bedingt möglich.

Ich würde auf jeden Fall auch weitere Fälle von Campion lesen.

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Richtig starker Krimi

Der Gourmet von M. W. Craven

Die Washington Poe Reihe von M.C. Craven gefällt mir einfach richtig gut, denn sie ist clever, originell, nerdig und unendlich cool. Und dieser zweite Band ist ein unfassbar perfider, stark geplotteter Thriller. Ich habs ab der ersten Seite absolut geliebt und war während des Lesens wie im Tunnel. Suchtgefahr!

Zum Inhalt: vor sechs Jahren hat Washington Poe den Sternekoch Jared Keaton für den Mord an seiner Tochter ins Gefängnis gebracht.

Doch nun marschiert Elizabeth Keaton, aufgewühlt aber scheinbar lebendig in die Polizeisprechstunde. Für Poe beginnt dir Uhr zu ticken bevor Keaton freikommt und er selbst zur Verantwortung gezogen wird.

Das Ermittler-Duo Poe/ Bradshaw ist unkonventionell, aber genau darin liegt seine Stärke. Während Tilly hier wieder ihren analytischen, wachen Verstand und ihre bezaubernd naive Art spielen lässt, hat Poe was von der rohen Coolness und Badass-Attitüde von Antihelden und Einzelgängern wie Jack Reacher.

Der Fall ist absolut spektakulär und die Durchführung aufsehenerregend. Ich hab versucht mitzurätseln, aber mit diesen Wendungen und Täuschungen konnte ich nicht mithalten. Das liebe ich so an der Reihe von Craven: sie ist überraschend und die Fälle eher skurril, aber alles wird wissenschaftlich aufbereitet und logisch geplottet. Das lässt mein nerdiges Wissenschaftler-Herz höher schlagen.

Die Auflösung bewegt sich zwischen makaber und brutal, passt hier aber absolut ins Szenario. Hat mir tatsächlich wieder richtig gut gefallen und mich mit seiner Sogwirkung in den Bann geschlagen. Und dass Poe mit seiner Art aneckt und für Ärger sorgt, sich aber wie eine Schlange aus der Misere windet, war für mich die Sahnekirsche.

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Die letzten Stunden der Menschheit

Der letzte Mord am Ende der Welt von Stuart Turton

Ich bin ja großer Fan der Bücher von Stuart Turton, weil er diese unnachahmliche Art zu schreiben hat und mich eine Geschichten meist erstaunt und begeistert zurücklassen. Das dargestellte Szenario fand ich super interessant und generell hat der Plot sehr viel schönes. Mochte ich wieder sehr.

Zum Inhalt: Im Mittelmeer liegt die letzte besiedelte Insel der Menschheit, abgeschirmt von dem Nebel, der die Welt auslöschte.

Das Leben dort ist streng reguliert, jeder erfüllt die ihm zugeteilten Aufgaben. Als ein Mord passiert, ist plötzlich die gesamte Insel und die Existenz der Menschheit ein Gefahr.

Der Leser wird ohne viele Vorinformationen direkt in die Handlung und das dystopische Setting geworfen. Eine verlassene Militärkaserne erscheint mir ein idealer Handlungsspielort für einen dystopischen Sci-Fi-Krimi und trotz anfänglicher Startschwierigkeiten, so richtig in die Geschichte zu finden, mochte ich den Vibe von Anfang an.

Was mich anfangs etwas irritiert hat: Es gibt einen auktorialen Ich-Erzähler, dessen Identität sich erst nach und nach offenbart, sowie der größere Zusammenhang, der sich daraus ergibt. Ich hatte zwar von Beginn an eine Ahnung, das ganze Ausmaß dessen, was Turton hier erschaffen hat, hat mich aber völlig verblüfft.

Nachdem der Mord passiert ist, wurde die Geschichte deutlich übersichtlicher. Ich fand es super spannend gemeinsam mit Emory die Geheimnisse der Insel und ihrer eigenen Existenz zu lüften. Polytechnisch fand ich es ziemlich stark, wie hier mit Andeutungen und Hinweisen gearbeitet wird.

Mich hat diese Geschichte wirklich bestens unterhalten und einige der Twists haben mich wirklich kalt erwischt. Ich mochte dieses Buch wieder sehr, man muss sich einfach drauf einlassen, dass anfangs vieles eher schwammig ist- die Erklärungen kommen und sind absolut grandios.

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Die letzten Stunden der Menschheit