Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Pusteblümchen:
Erinnerungen an früher
Mirabellentage von Martina Bogdahn
Anna lebt in einem kleinen katholischen Dorf in Bayern und arbeitet als Haushälterin für den Pfarrer, den sie schon seit Kindertagen kennt. Als dieser nun unerwartet verstirbt, beginnt ihre Welt zu wanken. Zudem kommt ein neuer Pfarrer aus dem hohen Norden, dessen Dialekt für Anna nicht ganz einfach und für die Leser ausgesprochen amüsant ist.
Anna ist nicht nur einfach die Haushälterin des Pfarrers gewesen, dafür kannten sich die beiden viel zu lange. Zudem ist sie auch die gute Seele des Dorfes. Man muss sie einfach mögen.
Ich habe ihre Erinnerungen und Anekdoten, die geschickt mit der Gegenwart verwoben werden, gerne gelesen und bin dabei auf unerwartet viel Humor gestoßen, den ich hier nicht erwartet hatte, der mir teilweise gut gefiel aber manchmal auch einfach ein wenig zu viel war.
Zwischenzeitlich war ich ein wenig enttäuscht, dass es nur so wenig Handlung in der Gegenwart gab, aber im Nachhinein kann ich sagen, dass mich das Buch mit seinen lustigen, traurigen und berührenden Momenten dennoch gut unterhalten hat.
Blumfeld ist einfach ein Dorf mit sympathischen Einwohnern, die liebevoll gezeichnet sind und die ich gerne durch ihr Leben begleitet habe und an die ich beim nächsten Einkochen von Marmelade denken werde .
Das Buch bietet mit seiner charmanten Dorfidylle einen schönen Kontrast zu unserer heutigen schnelllebigen Zeit in den großen Städten und zeigt, dass sich Mut und Neuanfänge durchaus lohnen.
Nervenkitzel pur
Bachelorette Party von Camilla Sten
uf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel ist der Junggesellinnenabschied von Anneliese geplant. Sie und ihre Mädels sind dort in einem Yoga-Retreat untergebracht für das es klare Regeln gibt. Die Handys werden abgegeben und es gibt auch kein WLAN. Was nach einem vielversprechendem Erlebnis klingt, wird von einem düsteren Ereignis aus der Vergangenheit überschattet.
Zehn Jahre zuvor sind dort vier Frauen spurlos verschwunden und nun ist jemand hier, um Rache zu üben.
Die Ausgangssituation und das Setting klangen für mich vielversprechend.
Während sich die Spannung zunächst langsam aufbaut, nimmt sie dann unaufhörlich und stetig zu.
Rückblenden in die Vergangenheit sorgen zunächst für Fragezeichen, so dass ich unbedingt erfahren wollte, wie die Ereignisse der Vergangenheit mit der Gegenwart in Zusammenhang stehen.
Was sich zunächst nach einem tollen gemeinschaftlichen Erlebnis anhört, entpuppt sich als Horrortrip.
Für mich war es ein spannender Thriller, der für Gänsehautfeeling sorgt und mich gut unterhalten hat.
Originell
Yesteryear von Caro Claire Burke
Natalie Heller Mills ist Mutter, Ehefrau und Influencerin. Sie hat fünf Kindern, ist schwanger, lebt mit ihrem Mann auf einer Farm in Idaho samt Milchkuh und Hühnern und teilt ihr perfektes Leben mit ihren zahlreichen Followern auf Instagram. Natürlich sieht man dort nur das, was Natalie möchte und sie entscheidet, was die Öffentlichkeit über ihre Kinder erfährt.
Dabei strebt sie nach äußerster Perfektion.
Aber was würde passieren, wenn die Protagonistin nur auf sich gestellt wäre und ihr die helfenden Hände, die tagtäglich hinter den Kulissen zum Einsatz kommen fehlen würden?
Genau mit dieser Frage und sogar der Situation wird Natalie konfrontiert. Ihre Sichtweise ist interessant und ich bin ihren Gedankengängen gerne gefolgt.
Mich hat dieser Blick auf die Rolle der traditionellen Ehefrau ebenso schockiert wie amüsiert.
Der Roman ist wunderbar geschrieben, er zeigt die Schattenseiten des Mutterseins, lässt seine Leser hinter die Kulissen des Influencerdaseins blicken und ist dabei ebenso spannend wie fesselnd.
Ich habe noch kein ähnliches Buch gelesen. Die Kombination aus der aktuellen schnelllebigen Socialmediawelt mit dem Leben einer Tradewife, kulturellen und religiösen Werte verbunden mit Gesellschaftskritik ergeben ein einzigartiges Leseerlebnis. Ich habe es geliebt!
Mitten aus dem Leben
Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber
Der Roman ist mitten aus dem Leben gegriffen und beschäftigt sich mit aktuellen Themen wie Obdachlosigkeit, zweite Chancen, Flucht, Schuld, sozialen Randgruppen, Liebe und vielen weiteren.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Bohm und Alina Alev.
Bohm ist mitte dreißig, obdachlos und lebt seit fünf Jahren auf der Straße.
Alina ist eine junge Journalistin, deren Karriere ins Stocken geraten ist.
Nun soll eine Reportage über Obdachlose ihre Chance sein, sich im Job zu behaupten.
Bei ihren Recherchearbeiten trifft sie auf Bohm und will über seinen Alltag berichten.
Dieser lehnt zunächst ab, aber dann nähern sich die beiden an.
Viel unterschiedlicher als Bohm und Alina könnten zwei Menschen kaum sein und trotzdem entwickelt sich etwas zwischen den beiden.
Der Autor berichtet im Wechsel aus der Perspektive der Protagonisten und schafft dadurch Nähe zu den beiden, die ausgesprochen authentisch wirken.
Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt und durch seinen intensiven Schreibstil berührt. Ich wollte unbedingt erfahren, wie es dazu kam, dass Bohm auf der Straße gelandet ist und natürlich auch, wie es zwischen ihm und Alina weitergeht.
Christian Huber hat mit seinem Roman eine außergewöhnliche Liebesgeschichte geschaffen, die zeigt wie leicht man unverschuldet auf der Straße landen kann, die Skrupellosigkeit der Medienbranche beleuchtet und damit zum Nachdenken anregt.
Einfach einmal loslassen
Einatmen. Ausatmen. von Maxim Leo
Die 39jährige Marlene ist eine erfolgreiche Karrierefrau. Allerdings hat sie wenig Einfühlungsvermögen und eckt immer wieder bei ihren Kolleginnen und Kollegen an. Deswegen wird die von ihrem Chef zu einem Achtsamkeitsseminar geschickt. Das Seminar wird auf einem Brandenburger Schloss von dem Supercoach Alex Grow geleitet.
Dieser befindet sich selbst gerade in einer Krise. Sein finanzieller Engpass könnte durch einen Deal mit Mariannes Chef entschärft werden.
Das Buch enthält einige Klischees. Eigentlich mag ich keine Klischees, aber so wie sie hier untergebracht wurden, fand ich das sehr unterhaltsam und amüsant.
Marlene und Alex stehen im Wechsel im Vordergrund, so lassen sich die Gedanken beider gut nachvollziehen. Zunächst ist Marlene skeptisch, macht das Ganze mehr widerwillig, aber man merkt, dass sich trotzdem etwas in ihr tut.
Zu Beginn habe ich mich amüsiert, dann ändert sich die Dynamik und der Ton wird ernster. Mir hat diese Veränderung ebenso gefallen wie die Entwicklung der Charaktere.
Schön ist auch die Umgebung und ich würde zu gerne auch einmal dorthin reisen.
Die Geschichte zeigt das Leben auf vielfältige Weise mit seinen Herausforderungen und Möglichkeiten uns zu verändern. Es ist ein Buch das unterhält und nachdenklich macht.
Interessant, aber auch herausfordernd
Die Stimmen der Nacht von Tochi Eze
Das Buch war für mich eine echte Herausforderung. Auf der einen Seite ist es total spannend etwas über Nigeria, die Einwohner und deren Sitten, Rituale und Bräuche zu erfahren, aber auf der anderen Seiten war die Anzahl der Charaktere so hoch und mir die afrikanischen Namen, Orte und Begriffe so fremd, dass es mir schwer fiel den Überblick zu behalten.
Die Geschichte umfasst einen Zeitraum von 1905 bis in die Gegenwart. In der Vergangenheit hatten die Familien Nigerias unter der Kolonialherrschaft zu leiden. Diese hat bei den Einwohnern tiefe Spuren hinterlassen, da sie tiefgreifende und oft verheerende Auswirkungen auf die nigerianischen Familienstrukturen und das soziale Gefüge mit sich brachten. Die Auswirkungen reichen bis in die Gegenwart haben. Margaret Okolo ist eine der Nigerianerinnen, deren Familie viel Leid erfahren musste. Sie lernt 1960 den aus Großbritannien stammenden Benjamin Fletcher kennen, der in Lagos auf der Suche nach seinen afrikanischen Wurzeln ist. Gegen den Willen ihrer Eltern heiraten Benjamin und Margaret.
Mit diesem Buch habe ich mich aus meiner Komfortzone hinaus bewegt. Das Lesen war eine Herausforderung, aber eine, die sich gelohnt hat mir mir interessante Einblicke in die nigerianische Geschichte gegeben hat.
Amüsanter Serienstart zum Wohlfühlen
Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick von Bente van der Meer
Das Leben kann sich so schnell ändern und genau diese Erfahrung müssen auch Isabell Duval und ihre beiden erwachsenen Kinder Clara und Lucas machen. Bisher haben sie gut gelebt, da Sebastian Isabells Mann und Clara und Lukas Vater gut verdient hat. Wegen eines Steuerskandals muss er ins Gefängnis und der Rest der Familie flieht nach Deerhusen an die Nordsee zu Isabells Schwester Stine.
Diese betreibt dort eine Pension, die nicht mehr im allerbesten Zustand ist und dringend ein Update benötigt. Abgesehen davon, dass die Schwestern wegen eines Streits seit 30 Jahren nicht mehr miteinander gesprochen, sind sie so unterschiedlich, dass hier wirklich Welten aufeinander prallen.
Bei diesem Buch bin ich durch die Seiten nur so durchgeflogen. Es ist leicht zu lesen und gleichzeitig ausgesprochen amüsant. Isabell hat sich dermaßen an ihr Luxusleben gewöhnt, dass sie im Laufe der Zeit ein wenig weltfremd geworden ist, da ist die Fallhöhe groß. Ihre Kinder stehen ihr dabei nicht wirklich nach.
Der Schauplatz in Deerhusen ist wirklich ein idyllisches Örtchen und vermittelt eine Atmosphäre zum Wohlfühlen, in die ich gerne im zweiten Band wieder eintauchen werde.
Über Herausforderungen und Menschlichkeit
Pina fällt aus von Vera Zischke
In ihrem neuen Roman schreibt die Autorin, die selbst Mutter eines autistischen Kindes ist über das Leben von Pina, eine Mutter, deren Sohn Leo Autist ist.
Leo ist zwanzig Jahre alt und lebt in seiner eigenen Welt. Pina kennt seine Welt, weiß was für Leo wichtig ist und worauf es ankommt. Sie ist sehr fürsorglich und inzwischen auch sehr erschöpft.
Der Alltag ist einfach anstrengend. Zu ihren Nachbarn Zola, Wojtek und Inge, haben sie und Leo keinen großen Kontakt. Lediglich Inge passt ab und zu auf Leo auf, wenn Pina für sie einkaufen geht. Genau während so eines Einkaufs bricht Pina zusammen und kommt mit einem Magendurchbruch ins Krankenhaus. Niemand weiß, was passiert und nach anfänglicher Konfusion, wachsen die Hausbewohner zu einer Gemeinschaft zusammen.
Die bunte Truppe, die so gar keine Gemeinsamkeiten hat, hat sich während des Lesens in mein Herz geschlichen. Es ist einfach schön zu lesen, wie aus einer Situation der Überforderung und aus der Not heraus ein menschliches Miteinander entsteht, mit dem allen geholfen ist. Es ist nicht immer einfach seine Komfortzone zu verlassen, aber es lohnt sich und sorgt hier für herzerwärmende Momente.
Ein Wohlfühlroman mit einer tollen Kulisse
Wiedersehen im Kamelienhaus von Tabea Bach
Ein Wohlfühlroman mit einer tollen KulisseWieder einmal nimmt die Autorin ihre Leser mit auf die bretonische Kamelieninsel und auf die japanische Insel Soshima. Lucy steht vor neuen Herausforderungen, denen sie sich mutig und mit viel Herz entgegenstellt.
Ich habe mich total über das Wiedersehen mit Lucy und den übrigen altbekannten Charakteren gefreut.
Diese Buchreihe, deren Beginn in der Trilogie der Kamelien-Insel liegt, gehört zu meinen Lieblingsbüchern der Autorin. In der vorherigen Reihe war Lucy noch ein Kind, inzwischen ist sie eine erwachsene und geschäftstüchtige Frau geworden, die Entscheidungen treffen muss, die weitreichende Folgen mit sich bringen. Neben ihr gibt es einige weitere Charaktere, über deren Auftauchen ich mich sehr gefreut habe.
Aber auch Neueinsteiger können leicht in die Reihe hineinfinden, da zu Beginn immer wieder kurze Zusammenfassungen eingestreut werden.
Wer gerne atmosphärische Wohlfühlromane liest und es mag, sich in fremde Welten entführen zu lassen, dem dürfte auch dieser Roman gut gefallen. Das wunderschön gestaltete Buchcover und der kunstvolle Buchschnitt machen dabei das Leseerlebnis perfekt.
Koray
FREI - Bester Anfang (FREI 3) von Sarah Welk
Dies ist der dritte Band der Jugendbuchreihe „FREI“ mit den Protagonisten Koray, Nico, Nasrin, Nina und Josh. Dieses Mal steht Koray im Vordergrund, aus dessen Perspektive das Buch geschrieben ist. Bisher weiß er nichts über seinen Vater und nun möchte er endlich Antworten bekommen. Aber seine Mutter schweigt.
Gemeinsam mit seinen Freunden begibt er sich auf Spurensuche.
Koray, Nico, Nasrin, Nina und Josh sind tolle Protagonisten, die das Herz am richtigen Fleck haben. Sie halten zusammen und einer steht für den anderen ein.
In einem lockeren Schreibstil schildert die Autorin authentisch und unterhaltsam die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Dabei greift sie auf aktuelle Situationen und Themen zurück, so dass sich junge Leser gut in den Situationen wiederfinden können.
Ich konnte mich allerdings so rein gar nicht mit Korays Mutter identifizieren. Fast hatte ich das Gefühl, dass Koray der Erwachsene und Vernünftige ist. Ihre überzogene Darstellung hat mir nicht zugesagt, wobei es sicherlich auch solche Mütter gibt.
FREI ist ein unterhaltsames Jugendbuch, das Mut macht, eigene Entscheidungen zu treffen und zeigt, wie wichtig Freundschaft und Zusammenhalt sind.











