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Rezensionen von Dragon:

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Cozy, authentisch und einfach zum Wohlfühlen

The Roommate Arrangement von Samantha Markum

Blair hat es schon ganz klar vor Augen und schon in Gedanken ihr Zimmer in der WG mit ihren Freundinnen eingerichtet, als diese ihr plötzlich eröffnen, dass sie zwar zusammen ziehen werden wie geplant, Blair aber nicht mit von der Partie sein wird! Um das vor ihrer Familie geheim zu halten, setzt Blair alles daran, eine neue Wohngelegenheit zu finden und zu vertuschen, wie verletzt sie vom Plan ihrer Freundinnen ist.

Als dann zwar eine WG gefunden, aber dummerweise der beste Freund ihres Bruders ein Mitbewohner ist, wird es für sie noch komplizierter. Zwischen Chaos, College, Heimlichkeiten und Abmachungen versucht Blair ihren Studienalltag zu meistern und nicht nur in schulischen Dingen kommt sie immer wieder ins Schleudern. Denn wie geht man mit dem Freund des Bruders um, den man eigentlich schon von klein auf kennt?

Das Cover stimmt mich schon auf eine gemütliche Lesezeit ein, die sich dann auch bewahrheitet hat. Die Story von Samantha Markum ist leicht, humorvoll erzählt und hat trotzdem genau den richtigen ernsthaften Ton, um glaubwürdig rüber zu kommen. Dazu tragen besonders die beiden Hauptpersonen Blair und Jamie bei, die ich beide von Anfang an sehr mochte. Jeder ist auf seine Art interessant und authentisch, als könne er ein Bekannter aus dem eigenen Freundeskreis sein. Blair ist herrlich normal, sodass man sich gut in sie hineinversetzen und mit ihr identifizieren kann. Sie struggelt mit ihrem Körper, hat Selbstzweifel, Versagensängste und ganz normale Probleme mit ihrer Familie und ihren Freunden. Umso interessanter ist es, ihre Entwicklung mit Jamie zu verfolgen. Auch hier hat man immer das Gefühl, dass sich alles genauso im realen Leben zutragen könnte. Jamie, den sie von Kindesbeinen an als den besten Freund ihres Bruders kennt, ist plötzlich ihr Mitbewohner und ihre Beziehung bekommt eine ganz andere Art von Dynamik. Es hat unglaublich Spaß gemacht, dies zu verfolgen. Auch immer in Kombination mit der chaotischen, liebenswerten WG-Clique im Hintergrund, wovon auch hier jede Person ihre eigenen Probleme und Themen mitbringt.

So kann ich an dieser Stelle dieses Buch wirklich empfehlen, denn die cozy Rom-Com liest sich wunderbar leicht und flüssig, ist humorvoll und zieht einen so mühelos in ihren Bann, dass man sie am liebsten in einem Rutsch verschlingen möchte. Auch ohne Spice funktioniert die Geschichte hervorragend, denn sie braucht ihn schlichtweg nicht, um zu berühren und zu begeistern. Stattdessen überzeugt sie mit authentischen Charakteren, glaubwürdigen Entwicklungen und einem herrlich wohlig-warmen Lesegfühl, das auch wunderbar zu diesem Lese-Herbst passt. Dabei bleibt die Geschichte nicht nur locker und unterhaltsam, sondern findet genau die richtige Balance zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit. Themen und Probleme rund um Familie, Freundschaft und Selbstwahrnehmung werden ehrlich, nachvollziehbar und mit viel Gefühl aufgegriffen, ohne dass die Wohlfühlatmosphäre verloren geht. Eine authentische, herzerwärmende Geschichte, die zeigt, dass es manchmal gar nicht viel braucht, um sich beim Lesen rundum wohlzufühlen.

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Cozy, authentisch und einfach zum Wohlfühlen
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Des Pudels Kern

Dunkle Künste 1. Pudel-Panik von Daniel Bleckmann

Vom Erfolgsduo Bleckmann/Hussung gibt es mit der „Dunkle Künste“-Reihe nun neue spannende und gruselige Abenteuer, die kleine Lesende lieben werden. Mir hat das Buch sehr gefallen, da es ein überzeugendes Gesamtpaket aufweisen kann: ein Cover, das schon zeigt, dass es unheimlich und interessant werden wird; die tolle Aufmachung im Stil eines Tagebuchs; der leicht zugängliche Text sowie das altersgerechte Thema für junge Lesende ab etwa 9 Jahren und die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und Magie.

Das Freunde-Trio bestehend aus Henri, Charlotte und Sahin beweist in „Pudel-Panik“ einen tollen Zusammenhalt und echte Freundschaft, als es darum geht, herauszufinden, warum sich Henris Hund neuerdings richtig gruselig verhält. Seit Henri alte Schriften aus dem Nachlass seines Opas in seinem Besitz hat und sich sehr für Alchemie interessiert, ist schon einiges passiert, wovon seine Eltern nichts wissen dürfen. In seinem Alchemie-Keller erforscht Henri unermüdlich die Geheimnisse der Alchemie, hat bereits auch Sahin damit angesteckt und mit ihren unterschiedlichen Charakteren passen die drei Freunde bestens zusammen, um die bisher entdeckten Geheimnisse möglichst verborgen zu halten. Doch wie lange wird das gelingen, wenn sie nicht schnellstens heraus finden, was mit Henris Pudel Jowo passiert ist und warum dieser sich so seltsam verhält…?

Das Thema ist genau richtig für die Zielgruppe und bietet jede Menge Lesespaß, Grusel und sogar Wissenswertes. Mir gefällt besonders die Form eines Tagebuchs, in der Henri von seinen Erlebnissen berichtet. In aufgelockertem Schreibstil mit vielen Zeichnungen, Skizzen, Querverweisen und Randnotizen wirkt der Text authentisch und animiert auch ungeübtere Lesende zum Dranbleiben. Denn die Story ist allemal spannend, denn es gilt herauszufinden, was mit Henris Hund passiert ist.

Dabei spart der Autor nicht an witzigen Passagen und Anspielungen durch Namen und Hinweisen auf Goethes Werk „Faust“. Meiner Meinung nach trifft er auch genau den richtigen Ton, um das Buch spannend und gruselig zu gestalten, jedoch nicht zu sehr, um nachhaltige Ängste bei den kleinen Lesenden zu schüren. Besonders die Dynamik der drei Freunde untereinander gefällt mir, da sie so unterschiedlicher Charaktere sind, die dann doch im Ganzen eine tolle Einheit bilden. Ein wenig schade finde ich das Klischee der braven, regeltreuen und immer sauberen Charlotte, sodass die Freunde mich ein wenig an ein berühmtes Trio einer Zauberschule erinnern. Hier hätte ich mir ein wenig Vielfalt bzw. etwas realitätsnahere Eigenschaften der Kinder gewünscht. Ansonsten ist die Story sehr modern und für das jetzige technische Zeitalter angepasst, da Henri sogar sein eigenes KI-Wesen hat.

Der Band überzeugt, macht Spaß und schürt die Vorfreude auf weitere. Deshalb empfehle ich das Buch für alle kleinen Lesenden, die magische, leicht gruselige Abenteuer und sympathische Charaktere erleben wollen.

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Des Pudels Kern
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Wenn Nähe zur Bedrohung wird

Im letzten Moment (Paper Hearts 2) von Maxine Reuker

Nach dem ersten Band über Mila und Nicolas war ich wahnsinnig gespannt auf eine Fortsetzung. Die Dichtigkeit der Story und die realen Probleme der Protagonisten haben mir auch schon im ersten Teil von Autorin Maxine Reuker gefallen und auch jetzt in der Band 2 der Paper Hearts-Reihe liegt eine gelungene und packende Fortsetzung vor.

Mila ist nach ihrem Klinikaufenthalt wieder zurück bei ihrer Familie und den Freunden, doch einer fehlt: Nicolas. Ihr Freund ist zumindest in ihren Gedanken und Gefühlen noch derart präsent, dass es ihr schwer fällt, sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Und als es dann ausgerechnet der ältere Finn mit seinem Bad Boy-Auftreten ist, fühlt Mila sich geschmeichelt, dass er sich ausgerechnet für sie interessiert. Schnell lässt sie sich aber in etwas hineinziehen, über das sie bald die Kontrolle verliert.

Das Jugendbuch kann optisch schon einmal mit einem tollen aussagekräftigen Cover aufwarten, einem zauberhaften Buchschnitt und einer Playlist für noch intensivere Lesemomente. Intensiv finde ich sie allerdings aber ohnehin schon, denn der Inhalt des Buches ist alles andere als leichte Kost, weswegen die enthaltene Triggerwarnung auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung hat. Man merkt der Story an, dass Maxine Reuker nicht nur oberflächliches Wissen aus dritter Hand, sondern real Erlebtes mit einfließen hat lassen. Selbstzweifel, toxische Beziehung und Gewaltmomente sind manchmal mit der Protagonistin schwer auszuhalten; noch mehr mit dem Wissen, um tatsächlich Geschehenes. Die Autorin zeigt aber auch Auswege auf und dass eine Therapie eine gute Möglichkeit ist, um schwer zu Verarbeitendes zu begreifen und zu bewältigen. Milas Wandel zur mutigen jungen Frau gefällt mir besonders.

Ein starkes Jugendbuch, das nicht vor schweren Themen zurück scheut, sehr realitätsnah auch durch die Probleme der anderen Protagonisten daher kommt und gleichzeitig Mut macht, seinen eigenen Selbstwert zu erkennen und zu vertreten. Ich bin nun sehr gespannt, wie die Autorin noch weitere Fäden in Band 3 zusammen führen wird.

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Wenn Nähe zur Bedrohung wird
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Psychothriller mit Familiengeheimnissen

Aprikosenkind von Judith Merchant

Das Buch hat mich total überzeugt, angefangen beim Cover, das auf den ersten Blick noch etwas nichtssagend wirkt, aber mit Fortschreiten der Geschichte seine Bedeutung offenbart. Mit einem tollen Buchschnitt macht sich das Buch auch optisch super im Buchregal.

Die Autorin kannte ich bis dato nicht, doch es wird nicht beim somit ersten und einzigen Buch von ihr bleiben, da ich ihren Schreibstil sehr angenehm empfand.

Sie versteht es, den Lesenden sofort gefangen zu nehmen und tief in das Geschehen hinein zu ziehen, das einen bald nicht mehr loslässt. Sehr subtil spinnt Judith Merchant ihre Fäden und führt aus anfänglichen Geheimnissen, Verwirrungen und Fragezeichen hin zu einer dichten Story, die aber immer wieder überraschende Wendungen nimmt, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Die kurzen Kapitel machen das Lesen sehr entspannt und flüssig und ich mag es besonders, wenn die Sichtweise der Personen wechselt, so wie es auch hier geschah. Einmal aus Nathalies Perspektive, dann auch wieder der ihres Mannes. Viele Andeutungen, die aber zunächst nicht weiter erklärt werden, lassen einen miträtseln und fasziniert weiter die Geschichte verfolgen.

Schon kurz nach dem Einstieg hat sich bei mir ein beklemmendes Gefühl und eine innere Anspannung breit gemacht, da es eine Reihe unerklärlicher Vorfälle und Handlungen gab. Besonders der Kontrast Landleben, Familienidyll und heile Welt zu den unheimlichen Vorfällen und den Familiengeheimnissen rufen eine nervenaufreibende Spannung hervor. Am meisten jedoch wird die Story natürlich von Ruby, der kleinen Tochter, getragen, die sich so ganz anders als andere Kinder verhält und mir mehr als einmal ein Schaudern beschert hat, weil sie so schwer zu verstehen ist. Ich finde, besonders wenn im Thriller Kinder mit nicht ganz typischen Verhaltensweisen im Spiel sind, bringt das oft eine vor allem unheimliche Atmosphäre mit sich und die ist hier sehr deutlich zu spüren.

Ein kleiner Minuspunkt ist für mich das stellenweise unglaubwürdige Handeln einzelner Personen, wie z. B. des Kindergartenpersonals. Sieht man über kleine Schwachstellen hinweg, erhält man aber einen absolut dichten, spannenden und nicht vorhersehbaren Thriller, der sich schnell zu einem Pageturner entwickelt. Ich kann das Buch jedem empfehlen, dem Familiengeheimnisse und Psychospiele für spannende Lesestunden gefallen.

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Psychothriller mit Familiengeheimnissen
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Girl-Power aus der Hölle

Lucy Hell von Britta Sabbag

Dieses Buch hat mich tatsächlich schon beim ersten Blick auf das Cover überzeugt. Die Illustrationen von Sarah Friede sind einfach ein echter Hingucker: frech, modern und cool und genau passend zu Lucy, die alles andere als ein braves kleines Mädchen ist. Auch im Inneren gibt es jede Menge Schwarz-Weiß-Illustrationen und Vignetten sowie farbige Vorsatzbilder, die die Geschichte wunderbar ergänzen.

Lucy ist die Tochter des Teufels und kann es kaum erwarten, eines Tages die Hölle zu übernehmen. Schließlich hat ihr Vater beschlossen, in Rente zu gehen und für Lucy steht fest, dass sie natürlich seine Nachfolgerin wird! Doch der konservative Höllenvorstand sieht das ganz anders. Ein Mädchen als Höllenchefin? Und dann ist Lucy vielleicht auch noch nicht böse genug? Das lässt sich die selbstbewusste Teufelstochter natürlich nicht gefallen und macht sich kurzerhand auf den Weg zur verbotenen Erde, um zu beweisen, was in ihr steckt.

Beim Lesen musste ich immer wieder schmunzeln. Britta Sabbag erzählt mit viel Humor und einem wunderbar frechen Schreibstil, der meiner Meinung nach perfekt zur Zielgruppe ab 8 Jahren passt. Besonders die Höllensprüche, verdrehten Sprichwörter und die teilweise herrlich skurrilen Namen der Figuren haben mir richtig gut gefallen.

Mein persönlicher Lieblingscharakter war allerdings Schnups. Der kleine Basilisk ist Lucys treuer Sidekick, kann sprechen und wird ausgerechnet ständig für eine Ratte gehalten. Allein seine Auftritte sorgen für einige witzige Momente und machen ihn einfach unglaublich sympathisch.

Was mir an der Geschichte besonders gefallen hat, ist die Botschaft, die ganz selbstverständlich mitschwingt: Nur weil jemandem etwas nicht zugetraut wird, bedeutet das noch lange nicht, dass er es nicht schaffen kann. Lucy lässt sich nicht in eine Rolle drängen, die andere für sie vorgesehen haben, sondern geht ihren eigenen Weg. Dabei spielen auch Freundschaft, Mut und Zusammenhalt eine wichtige Rolle. Für mich ist das ein richtig schönes Buch über Girl-Power, Selbstvertrauen und Freundschaft, verpackt in eine lustige und fantasievolle Geschichte. Die Kombination aus der höllisch guten Story und den tollen Illustrationen macht das Buch zu einem echten Wohlfühl-Leseerlebnis für junge Leserinnen und Leser.
Für alle ab 8 Jahren, die starke Mädchen, witzige Geschichten, außergewöhnliche Figuren und eine ordentliche Portion Teufelei mögen kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Hier steckt jede Menge Girl-Power zwischen den Seiten!

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Girl-Power aus der Hölle
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Lüttesand hat mehr als nur ein Kürbisproblem

Mordsbohei in der kleinen Frittenbude am Strand von Kirstin Hesse; Marion Hahn

Schon das stimmungsvolle Cover von „Mordsbohei in der kleinen Frittenbude am Strand“ des Autorinnen-Duos Hesse & Hahn hat mich direkt angesprochen. Es versprüht diesen gemütlichen Herbstcharme und macht sofort Lust auf eine Tasse Tee, eine kuschelige Decke und ein paar entspannte Lesestunden.

Und genau dieses Gefühl hat das Buch für mich auch beim Lesen vermittelt.

Wir befinden uns auf der kleinen Nordseeinsel Lüttesand, wo die Cousinen Liliane und Vicky von einer Katastrophe in die nächste stolpern. Sie haben eine Frittenbude geerbt, doch damit sie das restliche Erbe ihrer verstorbenen Tante antreten können, müssen sie diese innerhalb einer bestimmten Frist restaurieren. Was zunächst schon nach einer Herausforderung klingt, wird natürlich nicht einfacher. Ganz im Gegenteil. Zwischen allerlei Irrungen und Wirrungen, einer Leiche und jeder Menge anderer Probleme wird es auf Lüttesand ordentlich turbulent. Dabei sind die Kürbisse vielleicht eines der skurrilsten Probleme, denn plötzlich befinden sich die beiden im Besitz von über 200 Kürbissen und müssen irgendwie zusehen, wie sie diese wieder loswerden. Besonders witzig fand ich, dass über jedem Kapitel angegeben wird, wie viele Kürbisse aktuell noch in ihrem Besitz sind. Eine kleine, aber wirklich amüsante Idee, die wunderbar zum chaotischen Geschehen passt.

Obwohl es sich bereits um den zweiten Band handelt, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Ein paar kleinere Fragen zum Vorgänger blieben für mich zwar offen, waren aber für das Verständnis der Handlung nicht weiter wichtig. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Liliane und Vicky, wodurch man beide Cousinen gut kennenlernen kann. Allerdings hätte ich mir gerade bei den beiden Hauptfiguren noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Vicky und Liliane sind unterhaltsam, teilweise herrlich überdreht und auf jeden Fall interessante Charaktere, aber emotional hätte ich mir stellenweise noch etwas mehr gewünscht. Trotzdem haben mir ihre unterschiedlichen Perspektiven und ihre Dynamik miteinander sehr gut gefallen.

Was mich dafür direkt auf den ersten Seiten gepackt hat, war der Humor und der lockere Schreibstil. Das Buch liest sich leicht und flüssig und hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Man sollte allerdings nicht mit der Erwartung an die Geschichte herangehen, einen besonders spannenden oder nervenaufreibenden Krimi zu bekommen. Zwar gibt es einen Mord aufzuklären, im Mittelpunkt stehen für mich aber eindeutig das Cozy-Feeling, die liebenswerten und teilweise skurrilen Figuren, die turbulenten Wendungen und die herbstliche Atmosphäre.

Für mich war dieses Buch vor allem eine herrlich leichte und unterhaltsame Auszeit vom Alltag. Ich mochte die gemütliche Atmosphäre, den besonderen Humor und das kleine Inselsetting sehr gerne. Auch wenn mir bei den beiden Cousinen stellenweise etwas mehr Tiefe gefehlt hat, konnte mich die Geschichte mit ihren skurrilen Situationen, den vielen Wendungen und dem ganz eigenen Charme von Lüttesand gut unterhalten. Besonders die Mischung aus Nordsee, Herbststimmung, Kürbis-Chaos und Cozy Crime hat für mich einfach wunderbar funktioniert.

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Lüttesand hat mehr als nur ein Kürbisproblem
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Herbstzauber trifft auf Herzklopfen

Kiss me in Orange von Alix Bente

Manchmal sind es genau die Bücher, bei denen man sich schon nach wenigen Seiten einfach wohlfühlt, die man am liebsten in eine Decke eingekuschelt und mit einer Tasse Tee in der Hand liest. „Kiss me in Orange“ von Alix Bente ist für mich genau so ein Buch.

Im Mittelpunkt stehen Emma und Niclas, die in Berlin leben und seit Jahren beste Freunde sind.

Eigentlich könnte alles so schön und unkompliziert sein, bis zu diesem einen verhängnisvollen Kuss. Plötzlich ist nichts mehr wie vorher und beide wissen nicht so recht, wohin mit ihren Gefühlen. Nach einigen Reaktionen, die die Situation nicht gerade einfacher machen, flüchtet Emma kurzerhand in ihre Heimatstadt Goldried. Dort möchte sie ihre schwangere Schwester in einem kleinen Café unterstützen und gleichzeitig versuchen, etwas Abstand zu gewinnen. Doch natürlich kommt es anders. Denn eines Tages steht plötzlich Niclas vor ihr. Und damit sind auch die ganzen verdrängten Gefühle wieder da.

Die Geschichte lebt für mich ganz besonders von ihrem wunderschönen Herbst-Setting. Bunte Blätter, Kürbisse, eine gemütliche Kleinstadt und liebenswerte Bewohner: Goldried hat einfach eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre. Ich hatte beim Lesen tatsächlich das Gefühl, selbst ein kleiner Teil dieser Stadt zu sein. Besonders die Szenen, in denen bei Gemeindeversammlungen alle zusammenkommen und irgendwie jeder jeden kennt, haben mir richtig gut gefallen. Genau diese Kleinstadt-Vibes haben für mich den besonderen Charme der Geschichte ausgemacht.

Emma und Niclas sind dabei ein Paar, bei dem man zwischendurch schon mal denkt: „Jetzt redet doch einfach miteinander!“ Sie können nicht miteinander, aber genauso wenig ohneeinander und schleichen umeinander herum wie die Katze um den heißen Brei. Niclas hat Mist gebaut und Emma hat große Angst davor, ihm zu verzeihen. Und obwohl man natürlich irgendwann einfach möchte, dass die beiden ihre Probleme endlich aus der Welt schaffen, konnte ich ihre Unsicherheit und ihr Verhalten gut nachvollziehen. Gerade weil man durch die wechselnden Perspektiven immer wieder mitbekommt, was in beiden vorgeht, wird deutlich, dass hinter ihrem Verhalten viel mehr steckt als bloße Sturheit oder ein klassisches „Können sie oder können sie nicht?“. Denn die Geschichte geht tatsächlich noch etwas tiefer und bleibt nicht bei einem seichten Hin und Her zwischen Emma und Niclas. In den angenehm kurzen Kapiteln, die abwechselnd aus Emmas und Niclas’ Sicht erzählt werden, erfährt man nach und nach, warum beide so verunsichert sind und weshalb es ihnen so schwerfällt, sich ihren Gefühlen zu stellen. Die Gründe dafür liegen in ihrer Kindheit, die für beide alles andere als einfach war. Besonders dieser Teil hat mir sehr gefallen, weil man Emma und Niclas dadurch noch einmal von einer anderen Seite kennenlernt und ihre Gedanken, Ängste und Reaktionen besser verstehen kann.

„Kiss me in Orange“ ist für mich deshalb vor allem ein richtiges Wohlfühlbuch, das eine süße Liebesgeschichte mit emotionaleren Themen verbindet, ohne dabei seine Leichtigkeit zu verlieren. Die Geschichte von Emma und Niclas hat mich zum Schmunzeln gebracht, manchmal ein bisschen die Augen verdrehen lassen und gleichzeitig dafür gesorgt, dass ich beide immer besser verstehen konnte. Wer also Lust auf eine romantische Geschichte mit Herbstfeeling, Kleinstadtromantik, Freundschaft, Gefühlschaos und einer großen Portion Cozy-Vibes hat, sollte Emma und Niclas unbedingt nach Goldried begleiten. Für mich ist es ein Buch, das sich perfekt für gemütliche Lesestunden eignet und bei dem man sich einfach wohlfühlen kann.

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Herbstzauber trifft auf Herzklopfen
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Abenteuer mit Biss

Dracula & Töchter (Dracula & Töchter 1) von Emma Carroll

Das Jugendbuch ab 10 Jahren konnte mich schon auf den ersten Blick mit seinem stimmungsvollen Cover neugierig machen. Es passt perfekt zur Geschichte und vermittelt bereits einen ersten Eindruck von der geheimnisvollen und leicht schaurigen Atmosphäre, die einen beim Lesen erwartet.

Als sich nach langer Zeit in der kleinen Stadt Temstown wieder die Anzeichen einer großen Bedrohung durch Vampire mehren, ahnt Mina noch nicht, wie sehr sich ihr Leben verändern wird.

Als dann auch noch ihr bester Freund gebissen wird und selbst zum Blutsauger werden soll, beschließt sie gemeinsam mit ihren Cousinen, einen neuen Weg in der Vampirjägerei einzuschlagen. Statt einen Vampir zu pfählen, wollen sie versuchen, ihn zu heilen. Die Lösung scheint zunächst sogar greifbar nahe, doch natürlich ist nichts so einfach, wie es zunächst aussieht.

Mir hat besonders der Einstieg in die Geschichte gefallen. Von der ersten Seite an ist Spannung vorhanden und danach fiel es mir ehrlich gesagt schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Die Handlung entwickelt sich immer weiter, hält einige überraschende Wendungen bereit und schafft es dabei, den Spannungsbogen über das gesamte Buch hinweg aufrechtzuerhalten. Natürlich sind viele Elemente aus bekannten Vampirsagen nicht völlig neu. Auch bekannte Namen wie Van Helsing oder Anspielungen auf Buffy und Bella tauchen auf. Trotzdem schafft es die Geschichte meiner Meinung nach sehr gut, daraus etwas Eigenständiges zu machen. Die Ereignisse sind nachvollziehbar, und gerade die immer wieder neuen Entwicklungen haben mich beim Lesen mehrfach überrascht.

Der Schreibstil ist für die Zielgruppe angenehm flüssig und absolut passend. Gleichzeitig kommt das Gruseln nicht zu kurz. Es entsteht genau die richtige Mischung aus Spannung, Vampiren und einem wohlig-schaurigen Gefühl, ohne dabei zu übertrieben zu sein. Die Autorin schafft es meiner Ansicht nach sehr geschickt, auch Humor und weniger gruselige Momente einzubauen.

Besonders gut gefallen hat mir außerdem das Setting. Die kleine Stadt Temstown passt für mich einfach perfekt zu einer Geschichte über Vampire, Grusel und Grauen. Auch die drei Cousinen fand ich toll. Durch ihre unterschiedlichen Charaktere ergänzen sie sich hervorragend und trotzdem sind mir alle drei gleichermaßen sympathisch geworden. Erzählt wird die Geschichte aus Minas Ich-Perspektive. Besonders interessant fand ich dabei ihren für die damalige Zeit außergewöhnlichen Wunsch, später im medizinischen Bereich zu arbeiten. Mina ist eine taffe Hauptfigur, die mutig, selbstbewusst und wagemutig ihren eigenen Weg geht. Auch ihre Cousinen stehen ihr dabei in nichts nach. Schön fand ich, dass neben dem eigentlichen Vampirabenteuer auch Freundschaft, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung eine wichtige Rolle spielen.

„Dracula & Töchter“ ist für mich ein gelungenes Jugendbuch für alle, die Lust auf Vampire, Spannung und eine ordentliche Portion Grusel haben. Die Geschichte ist abwechslungsreich, spannend erzählt und bietet immer wieder neue Wendungen. Besonders die starken Mädchen, das passende Setting und der flüssige Schreibstil haben mir gefallen. Ich empfehle es daher für junge Lesende ab etwa 10 Jahren, die sich gerne ein bisschen wohlig gruseln.

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Eine Geschichte, die Herzen berührt

Der blaue Drache Pango von Bari Arain

Manche Bücher lassen einen für eine Weile in eine andere Welt eintauchen. „Der blaue Drache Pango“ von Bari Arain gehört für mich eindeutig dazu.

Im Mittelpunkt steht der kleine Viktor, der ganz allein in einem Zelt lebt und dabei in einem besonderen Einklang mit der Natur steht. Die Tiere vertrauen ihm, und auch die Kinder aus dem Dorf fühlen sich von Anfang an zu ihm hingezogen.

Viktor hat eine ganz besondere Gabe, denn er versteht die Kinder wie kaum ein anderer, hört ihnen zu und gibt ihnen das Gefühl, gesehen und ernst genommen zu werden. Kein Wunder also, dass Groß und Klein gerne Zeit bei ihm verbringen und sich danach ein Stück leichter und besser fühlen.

Doch Viktor hat ein Geheimnis und das heißt Pango. Der blaue Drache ist ein ganz besonderes Wesen, das nur Kinder sehen können und eine außergewöhnliche Fähigkeit besitzt. Gerade dieses Geheimnis macht die Geschichte so zauberhaft und verleiht ihr eine märchenhafte Atmosphäre. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, selbst ein wenig in diese geheimnisvolle Welt hineinzuschauen und mich daran zu erinnern, wie selbstverständlich Magie für Kinder sein kann. Besonders schön finde ich, dass sich hinter der fantasievollen Geschichte viele wichtige Themen verbergen: Freundschaft, Vertrauen, Zusammenhalt, Selbstvertrauen und der Mut, eigene Gefühle zuzulassen. Diese Botschaften werden nicht mit dem erhobenen Zeigefinger vermittelt, sondern ganz natürlich in die Geschichte eingebettet. Genau das macht das Buch auch für Erwachsene so angenehm zu lesen.

Die Sprache ist ruhig und leicht verständlich, die große Schrift macht das Buch auch für Leseanfänger angenehm. Dadurch eignet es sich wunderbar ab etwa 7 Jahren, sowohl zum Vorlesen als auch zum ersten selbstständigen Lesen.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es für mich allerdings. Die bunten Illustrationen wurden mithilfe von KI gestaltet. Gerade bei einer so märchenhaften und liebevollen Geschichte hätte ich mir persönlich handgemachte, vielleicht sogar ein wenig „unperfekte“ Illustrationen gewünscht. Bilder, in denen man die ganz eigene Handschrift eines Illustrators oder sogar der Autorin erkennen kann, hätten für mich den Zauber der Geschichte noch einmal auf besondere Weise unterstrichen.

Trotzdem ist „Der blaue Drache Pango“ für mich ein Buch, das zum Träumen einlädt und gleichzeitig wichtige Werte vermittelt. Eine warmherzige Geschichte über Vertrauen, Gefühle und die Kraft der Freundschaft, die Kindern Mut machen kann, an sich selbst und an das Besondere in ihnen zu glauben. Ein schönes Buch, das nicht nur bei Kindern, sondern auch Erwachsenen ein gutes Gefühl hinterlässt.

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Zimt, Herbstzauber und ganz viel Herz

Cinnamon Spice Love von Harper Graham

Es gibt Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten das Gefühl hat, an einen Ort zu reisen, den man am liebsten gar nicht mehr verlassen möchte. Genau so ging es mir mit „Cinnamon Spice Love“ von Harper Graham. Dieses Buch ist für mich pures Herbstgefühl mit seinen warmen Zimtschnecken, kühler Abendluft, bunten Blättern, einem See im goldenen Licht und einer Kleinstadt, in der man am liebsten selbst durch die Straßen schlendern würde.

Im Mittelpunkt stehen Madison und Zach, die früher ein Paar waren und deren gemeinsame Geschichte alles andere als abgeschlossen ist. Während Madison in New York als Restaurantkritikerin ihren beruflichen Traum lebt, ist Zach in Maple Falls geblieben und hilft den Bewohnern der Kleinstadt bei Reparaturen aller Art. Ein geheimnisvoller Brief führt Madison schließlich zurück in ihre Heimat. Dort erfährt sie, dass das Hotel ihres Vaters nach dem Tod ihrer Mutter in großen Schwierigkeiten steckt. Und dann steht plötzlich auch noch Zach vor ihr, der Mann, den sie eigentlich längst hinter sich gelassen hatte. Natürlich ist das Wiedersehen alles andere als unkompliziert. Zwischen den beiden sind noch immer Gefühle und eine gewaltige Anziehungskraft vorhanden. Gleichzeitig stehen ihnen jede Menge Missverständnisse und unausgesprochene Dinge im Weg. Genau das hat für mich einen großen Reiz der Geschichte ausgemacht. Man möchte Madison und Zach zwischendurch wirklich gerne an den Schultern packen und ihnen sagen: „Redet doch einfach miteinander!“
Aber gerade dadurch wirken die beiden für mich auch sehr menschlich. Die Geschichte zeigt schön, wie schnell fehlende Kommunikation zu Problemen führen kann und wie lange man manchmal an Dingen festhält, die längst hätten ausgesprochen werden müssen.

Und dann ist da noch die Spice! Die Szenen zwischen Madison und Zach sind definitiv heiß, bleiben dabei aber geschmackvoll und passen wunderbar zur Geschichte. Für mich genau die richtige Mischung. Prickelnd und leidenschaftlich, ohne vulgär zu werden.

Was ich ganz besonders geliebt habe, waren allerdings die Charaktere. Die Menschen in Maple Falls sind unglaublich warmherzig, sympathisch und authentisch beschrieben. Einige von ihnen hätte ich am liebsten sofort in meinen eigenen Freundeskreis aufgenommen. Aber auch Madison und Zach sind zwei Figuren, mit denen ich gerne befreundet wäre. Sie haben ihre Ecken und Kanten, treffen nicht immer die besten Entscheidungen und machen Fehler, doch genau das macht sie für mich so glaubwürdig.

Mein persönliches Highlight war aber eindeutig die Atmosphäre. Harper Graham schafft es, Maple Falls so lebendig werden zu lassen, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, selbst dort zu sein. Die herbstliche Stimmung ist unglaublich eindringlich eingefangen. Ich konnte die bunten Blätter förmlich vor mir sehen, den kühlen Wind spüren und hatte nicht nur einmal den Duft von frisch gebackenen, warmen Zimtschnecken in der Nase. Es ist diese besondere Mischung aus Herbstluft, Abendsonne, gemütlichen Orten und liebenswerten Menschen, die das Buch für mich so besonders gemacht hat. „Cinnamon Spice Love“ strahlt Wärme und Gemütlichkeit aus und vermittelt dieses wunderbare Gefühl, nach Hause zu kommen. Zusätzlich sorgt ein kleines Rätsel rund um die geheimnisvollen Briefe für Spannung. Denn Madison ist nicht die Einzige, die einen solchen Brief erhalten hat. Immer mehr Bewohner von Maple Falls bekommen Post, und natürlich möchte man unbedingt herausfinden, was dahintersteckt. Dadurch bekommt die Geschichte neben der Romance noch eine kleine geheimnisvolle Komponente, die mir sehr gut gefallen hat.

Für mich ist „Cinnamon Spice Love“ damit die perfekte Lektüre für einen gemütlichen Herbsttag. Am besten mit einer Tasse Tee oder Kaffee und natürlich einer Zimtschnecke daneben. Wer Kleinstadtromantik, Second-Chance-Romance, sympathische Charaktere, ein bisschen Spice und eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre liebt, sollte sich dieses Buch definitiv anschauen, denn das Buch ist eine warmherzige, romantische und unglaublich atmosphärische Geschichte über zweite Chancen, alte Gefühle, Missverständnisse und die Frage, ob manche Menschen vielleicht einfach füreinander bestimmt sind.

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Zimt, Herbstzauber und ganz viel Herz