Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
sehr gelungenes Bilderbuch
Ich bin ein bisschen schüchtern von Anna Böhm
Es geht um Nora, die ein wenig schüchterne Katze, die sich am Liebsten hinter Schäfli versteckt, als ein plötzlicher, lauter neuer Nachbar kommt und sich vorstellen möchte. Auch beim Grüßen kommt ihr kein Ton raus. Lieber verzieht sie sich da. Doch ist sie eigentlich die Einzige, die schüchtern ist? Und überwindet sie ihre Schüchternheit?
Ich hab das Buch die letzten Tage mehrmals mit unserem Jüngsten Sohn gelesen (3).
Eigentlich wollte ich es auch mit dem 6 Jahre alten Zwerg lesen, der hat sich aber nicht begiestern lassen - obwohl er der Schüchterne unter den Kindern ist. Das soll aber nichts heißen, er ist keine Leseratte und schwer zu überzeugen bzw. Hat immer Angst, dass etwas nicht cool genug in den Augen anderer sei. Er empfand es deshalb als zu "babylike" für die Wackelzahnpubertät, in der er grad steckt.
Der dreijährige Zwerg hingegen war so wie ich hin und weg. Die Illustrationen geben die Gefühle so toll wieder. Alleine die Szene mit dem Tür aufmachen und dem Verstecken hinter Schäfli fand ich so einprägsam und treffend! Und auch die Haltung des Esels in der Höhle. So viele stimmige Details gab es zu entdecken. Ich fand die Emotionen gut getroffen und die Farben sehr ansprechend. Auch die Fülle an Illustrationen begeisterte uns. Die Geschichte hat uns auch gut gefallen. Sie kam ohne erhobenen Zeigefinger, erzählte nicht wertend über einen Charakter, der einfach zuerst einmal schüchtern ist und nicht so offen auf neue Menschen zugeht. Durch die verschiedenen Charaktere werden auch unterschiedliche Reaktionen auf ihre Schüchternheit und auch auf den unerwarteten Besuch überhaupt aufgezeigt. Das fand ich sehr gelungen und nahe an der Realität. Und hat das Buch wirklich sehr gefallen und wir werden es noch viele Male lesen.
sehr beeindruckend
Wo du uns findest von Antonia Wesseling
Das Cover wirkt so wunderbar leicht, dass man vielleicht zuerst nicht auf so ein schweres Thema im Buch schließen würde. Der Klappentext ist da schon aussagekräftiger und sollte unbedingt vorher gelesen werden.
Was mir an diesem new adult Roman berührt hat, ist, dass es einmal nicht um eine Liebesgeschichte ging, die gerade am Entstehen ist.
Auch wird dem "und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende" entgegen gewirkt. Nein, hier geht es um eine Beziehung, die schon 2 Jahre andauert und nun in einer Krise steckt.
Melina ist Studentin. Sie finanziert ihr Literaturwissenschaftsstudium durch Videos und ging unter die Influenzer. Gerade, als sie da den Durchbruch schafft und erste größere Kooperationen an Land zieht, läuft es privat nicht mehr ganz so gut. Denn: Ben zieht sich immer mehr zurück, hat mit dem Alltag plötzlich zu kämpfen - ohne das in der Beziehung zu thematisieren. Und so steht die Beziehung nun auf der Kippe....
Melinas und Bens Geschichte fand ich sehr berührend und mutig. Ich finde es als Lehrerin sehr wichtig, die angeschnittenen Themen auch anzuschneiden und nicht zu verharmlosen oder tabuisieren. Denn: Die Zahl an psychischen Problemen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen steigt, der Druck von außen nimmt zu, gleichzeitig ist die psychologische Betreuung zumindest in Österreich schlecht ausgebaut bei Kindern und Jugendlichen.
Was der Autorin toll gelungen ist, sind die Veränderungen, die durch die psychische Krise bei Ben vor sich gehen, gut vor Augen zu führen. Sie bedient sich dabei des Stilmittels der Rückblenden. Immer wieder erfährt man von Szenen aus dem Leben Bens und auch aus den Anfängen der Beziehung der beiden. Ein weiteres Mittel, mit der sie das Krankheitsbild aus seiner Stigmatisierung zu rücken versucht, ist durch die Nebencharaktere. Viele sprechen Ben auf die körperlichen und psychischen Veränderungen an, und eine Protagonistin nimmt auch viele Vorurteile und Erwartungen an Psychologen und Psychotherapie auf, um sie dann zu konterkarieren. Ich fand das sehr gelungen. Natürlich ist die Geschichte dadurch keine seichte Lektüre zum Abschalten, aber sie hat mich umso mehr berührt und zum Nachdenken angeregt.
sehr berührende und authenische Geschichte
Der Liebende von Martin Ehrenhauser
Die Geschichte beginnt sehr gemütlich - ein pensionierter katholischer Seelsorger, der zurückgezogen fernab der Heimat in Brüssel lebt, kümmert sich noch vereinzelt um einzelne "Schäfchen" seiner Gemeinde, ist aber sonst nicht mehr tätig. Er sohn zurückgezogen in seiner Dachgeschoßwohnung in Brüssel und beobachtet die neu eingezogene Nachbarin.
Die beiden lernen sich sehr langsam ein wenig besser kennen, und dann zieht das Tempo der Geschichte ein wenig an und wird ungemein tiefer, als ich zuerst erwartet hätte. Gemeinsam reisen sie an die Nordsee.
Madame Jannsen ist das Gegenteil von dem zurückgezogenen Seelsorger. Als Diplomatin kam sie viel herum, reise um die Welt, arbeitete hart und landet nun in Brüssel. Sie ist in der Beziehung die, die das Tempo vorgibt und die Richtung. Sie weiß, was sie vom Leben will. Diese Stärke zieht sich durch das ganze Buch.
Beide Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und ich finde auch sehr treffend beschrieben. Man merkt, dass der Autor die Schauplätze gut kennt und selbst ein genaues Bild der Schauplätze und Protagonisten vor Augen hat. Was mich in der Geschichte nicht so ganz abholen konnte, war das Tempo. Plätscherte die Geschichte anfangs eher so dahin, änderte sich das schlagartig. Wie in einem Strudel wurde man immer tiefer in die Geschichte gezogen und so wirkte die Geschichte schonungslos und ungeschönt aus dem Leben gegriffen. Darauf muss man sich in dieser Geschichte einlassen. Wenn man dies tut, erwarten einen wunderschöne Lesestunden mit durchaus ernsten Themen und einer sehr zarten, ja fast zerbrechlichen Liebesgeschichte.
etwas enttäuschend
Sylt oder Süßes von Claudia Thesenfitz
Doreen ist 43 und in der Karriereleiter schon recht weit oben. Sie ist Hotelmanagerin und möchte als nächstes ein großes Projekt an Land ziehen in einer großen Stadt. Doch stattdessen bekommt sie von ihrem Chef, der sich ihren Namen nicht merken kann, eine neue Aufgabe auf Sylt. Sie soll einen Campingsplatz zu einem Luxus-Glamping-Resort umbauen und dabei auch die Dauercamper auf ihre Seite ziehen.
Vor Ort stellt sich das aber als gar nicht so einfach vor.
Doreen scheint mir ein gar nicht so leichter Charakter - sie hatte ein wirklich schwere Kindheit, die auch erörtert wird. Seitdem sie es sich nun leisten kann, achtet sie auf Kontrolle über ihr Leben und ihren Körper, was sie als ziemlich verbissen erscheinen lässt. Auch in beruflichen Dingen ist sie sehr verbissen und scheint unnahbar. Ich fand nicht alles an der Handlung zugänglich. Doreen ändert sich ziemlich auf Sylt, was vorhersehbar war. Dennoch erschien mir ihre Wandlung nicht immer nachvollziehbar. Ich tat mir mit ein paar Details sehr schwer und auch damit, wie sie von der Umwelt wahrgenommen wird und wie schnell sich das Bild immer wieder ändert. Die dahinterstehende Geschichte rund um Umweltschutz und nachhaltigen Tourismus, Korruption und Täuschung fand ich sehr spannend. Die eingewebte Liebesgeschichte überzeugte mich hingegen so gar nicht. Es war ein schöner Ausflug nach Sylt, der auch auf die Probleme der Einheimischen mit dem Tourismus hinweist.
sehr berührend und poetisch
Die Erde und du von Frances Stickley
Die Erde wendet sich in diesem Buch an ein junges Mädchen. Es wirkt wie ein poetischer und sehr individueller, ja fast intimer Liebesbrief, in dem die Erde eindrücklich auf die Beziehung zwischen den beiden, der Erde und dem Mädchen eingeht. Das Mädchen wird als Kindergarten- oder Volkschulkind gezeichnet; positiv hervorzuheben ist, dass in diesem Buch durch sie eine PoC als Hauptperson dargestellt wird.
Zunächst fallen einem die viele Illustrationen gleich ins Auge. Mit kräftigen Farben und einer eindrücklichen Technik, die oft mehrere Schichten übereinanderlegt, unterstreichen die Illustrationen den Text. Sie nehmen viele Tiere auf, aber auch sehr oft die Erde in ihrer Emotion - verstärkt durch ein aufgezeichnetes Gesicht. So wird auf die Dringlichkeit des Achtens auf die Erde fokussiert - meinem Empfinden nach mehr als mit dem Text. Während der Text nicht problematisiert, sondern positiv ermutigt, sich für die Erde einzusetzen, zeigen die Illustrationen durchaus die negativen Einflüsse des Menschen auf die Erde, etwa durch Schildkröten, die durch das Wasser verschmutzt aussehen oder Schlote voller Rauch, die die Erde bedecken. Auch wenn der Text durchwegs positiv formuliert ist, finde ich ihn persönlich nicht ganz einfach für ab 3 Jahren. Sätze wie: "...bin hier, mich ganz und gar mit dir zu teilen" oder "Ich will dich verzücken und dir Abenteuer schicken" finde ich nicht ganz einfach für Kindergartenkinder. Gleichzeitig denke ich, dass gerade bei diesem Buch durch die Poesie schwere Worte nicht ganz so ins Gewicht fallen wie bei einem narrativen Text. Das Buch wirkt, auch ohne dass man jedes Wort versteht. Dennoch würde ich das Buch erst ab 5 Jahren ca. empfehlen. So kann man auch ein wenig mit den Kindern ins Gespräch kommen und auch ein wenig philosophieren über die Illustrationen - etwa darüber, dass auch die Dinos über die Bilder einbezogen werden usw.
bezauberndes Buch
Seelilly - Eine Nixe? Eine Hexe? Nein, eine Hixe! von Kathrin Lena Orso
Seelilly erzählt von der Hixe (=Nixe+ Hexe in einem), die kurz vor ihrem 7. Geburtstag nach Quallingen umzieht. Ihre Mama hat nämlich einen neuen und sehr verantwortungsvollen Job und so musste Familie Aquamarin umziehen von Pazifika nach Quallingen. Denn: Durch den neuen Job ist Mama viel weg, und Papa kann nicht zaubern; so soll Tante Algia auf Seelilly als erfahrene Nixe ein Auge auf sie werfen.
Mit dabei ist natürlich Seelillys magischer Zauberstab Tintbert, oder besser gesagt Zauberstabtier, denn Tintbert ist eigentlich ein OktopusD. Für Seelilly ist das alles furchtbar aufregend und alles ist neu. Doch sie vermisst auch ihre Freunde aus Pazifika. Bald schon sollen sie sie zu ihrem 7. Geburtstag besuchen. Das ist Seelilly auch total wichtig, denn es gibt da ein Ritual um den 7. Geburtstag, mit dem eine kleine Nixe neue Zaubersprüche bekommen kann. Doch dafür braucht sie mehrere Helferlein, ihre Freundinnen aus Pazifika alleine sind zu wenig. Und so macht sich Seelilly auf, neue Freunde in ihrem neuen Zuhause zu finden. Und auch auf die Suche nach einer tollen Partylokation. Doch beides verläuft nicht so toll, wie Seelilly sich das gewünscht hätte...
Dieses neue magische Abenteuer passt herrlich in den Sommer. Gemeinsam mit Seelilly und Tintbert, aber auch der Schildkröte Schildheim und den vielen anderen Nixen taucht man gedanklich ab in die Tiefen der Ozeane und erlebt ein lustiges Abenteuer mit Seelilly. Seelilly ist einem gleich sympathisch: sie ist jung, abenteuerlustig, neugierig und aufgeschlossen. In dieser magischen Geschichte scheint alles möglich, und dennoch gibt es natürlich einige Regeln zu beachten (oder zu brechen?). Nach dem Buch hat man viel erfahren über Nixen, Hixsprüche, Spruchfische und vor allem über Freundschaft und Mut.
Ich fand die Geschichte ganz bezaubernd und auch wirklich toll illustriert. Die Bilder lassen eintauchen in die Unterwasserwelt. Bei den Farben dominieren wunderschöne Grün- und Blautönen, die für das Wasser so typisch sind. Aber auch farbenfrohe Fische, bunte Haare und viele kleinere, bunte Illutrationen machen das Buch wirklich zu einem wunderschönen Buch zum Vorlesen und Selberlesen. Es ist ab 7 Jahren empfohlen, was finde ich auch gut passt. Mein 6 Jahre alter Sohn kann es auch schon vorgelesen bekommen, zum Selbstlesen ist es denke ich ab 8/9 Jahren geeignet. Ein magisches Unterwasserabenteuer für Volkschulkinder!
etwas viele Charaktere, dadurch verwirrend
Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel von Richard Osman
Ich habe den Donnerstagsmordclub bisher noch nicht gekannt und bin erst in diesem Band in die Reihe eingestiegen. Leider war das denke ich nicht die beste Entscheidung. Ich empfehle jedem, mit Band 1 zu beginnen, denn es sind sehr viele verschiedene Charaktere. Ich hatte wirklich Mühe, die Beziehungen der Protagonisten untereinander und die vielen Figuren mir zu merken und nachzuvollziehen.
Die Handlung selbst wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, wodurch diese Kenntnis um so wichtiger wäre. Nicht immer wird diese Perspektive zu Anfang des neuen Kapitels auch benannt.
Die Charaktere selbst empfand ich mit der Zeit als sehr schräg teils, aber auch sehr liebenswürdig und lustig. Es wurde mit der Zeit auch immer besser. Ich selbst hätte mir jedenfalls etwas mehr Fokus auf den Fall und etwas mehr einen roten Faden gewünscht, denn so war ich zwischenzeitlich immer wieder nicht ganz im Klaren darüber, wohin es gehen soll dieses Buch. Dennoch ist es ein unterhaltsamer britischer Krimi, bei dem es sich sicher lohnt, mit Band 1 anzufangen.
sehr emotional
Vergiss uns. Nicht. von Laura Kneidl
Ich kannte Band 1 und 2 nicht. Dennoch bin ich sehr schnell in die Geschichte hineingekommen. Der Schreibstil der Autorin machte dies leicht und die Geschichte ist auch so aufgebaut, dass Band 1 und 2 nicht zwingend vorausgesetzt werden. Die Autorin streut die notwendigen Informationen aus Band 1 und 2 ein, ohne dass diese zu viel Raum einnehmen, dass man aber dennoch gut folgen kann.
Ich denke, dass es auch für diejenigen mit Vorkenntnissen nicht "stört". Es geht um April, die mir gleich ans Herz gewachsen ist. Ihre Vergangenheit führt dazu, dass sie nicht trinkt, was sie mir gleich sympathischer machte; ebenso wie ihr Engagement für andere. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Luca in einer Wohnung, der in Band 1 und 2 Hauptprotagonist war und den ich deshalb nicht so gut kannte. Seine Freundin und er kommen dennoch im Buch immer wieder vor... Gavin war für mich anfangs schwerer zugänglich, und wirkt sehr verschlossen. Auch bis spät im Buch redet er sehr wenig mit April, was ja auch überhaupt erst einen zweiten Band für die beiden Charaktere notwendig macht - dennoch scheinen die beiden wie geschaffen füreinander und werden mit viel Drama und Gefühl (mir fast ein wenig viel) geschildert. Gavin mochte ich mit seiner etwas verlorenen und auch teils schüchternen Art. Irgendwie ist er trotz allem ja total sympathisch und ich wollte wissen, was Gavin zu verheimlichen hat. Seine Vergangenheit hat ihn sehr geprägt und wünscht man keinem. Auch in der Gegenwart hat es nicht leicht, warum ich mir für die beiden wirklich ganz dringend ein happy end in Band 4 erhoffe.
ernster als erwartet
Whistleblower - Between Love and Truth von Kate Marchant
Ich fand den Titel sehr ansprechend. Beim Klappentext war ich mir dann nicht mehr ganz so sicher, schließlich klang es da eher so, als würde sich die Journalistin zwischen der Liebe und der Wahrheit entscheiden müssen, wie es auch im Untertitel suggeriert wird. Ziemlich eindimensional, vermutlich eher eine Liebesgeschichte, dachte ich mir - mal schauen.
Aber es kam dann doch etwas anders und vor allem vielschichtiger als erwartet. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass der Fokus auf der Liebesgeschichte nicht so stark ist wie angenommen. Vielmehr rückt die Geschichte und die Entwicklung des Aufzudeckenden in den Vordergrund. Im Nachhinein glaube ich, dass das auch an der nicht wechselnden Perspektive lag und dass dadurch auch die sich ahbahnenden Gefühle sehr viel weniger thematisiert wurden. Mir gefiel das ganz gut. Die Autorin schreibt glaubhaft und mit viel Fingerspitzengefühl über heikle "Ermittlungsarbeit" /Recherche und über das Leben auf einem Campus. Ich muss gestehen, für mich sind diese Schilderungen immer total spannend, da sie ein völlig anderes Studieren beschreiben als ich es kenne, und gleichzeitig die gleichen Schwierigkeiten und Themen aufzeigen. Mir war der Hauptprotsgonist Bodie sehr sympathisch und ich verstand sein Vorgehen im weiteren Verlauf der Geschichte sehr gut. Ich empfand die Frauencharaktere durchwegs stark und vielschichtig. Das Buch war für mich auch ein Mitmachbuch, an der Wahrheit dranzubleiben und sich nicht einschüchtern zu lassen.
Reisebericht
Kathmandu & ich von Sven Jähnel
Ich hab das Cover sehr ansprechend gefunden und ich fand es auch wirklich passend gewählt, das Buch so zu nennen. Den Prolog fand ich etwas verwirrend im Nachhinein, er hat mir durch eine Bemerkung, die unterschiedlich verstanden werden kann, ein wenig die Lesefreude genommen, da ich mich dadurch nicht so ganz für das Buch öffnen konnte.
Die Geschichte ist mehr oder weniger ein Reisebericht einer sehr unterschiedlichen Gruppe von Singles, die gemeinsam als Freunde sich aufmachen, um in Nepal Urlaub zu machen. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und das kommt auf der Reise dann auch gut raus. Dennoch waren die Charaktere für mich nicht ganz greifbar. Bei Alex war ich mir etwa nicht sicher, ob er einfach ein schlechtes timing mehrmals hatte oder andere Motive hinter seinem Handeln steckten. Tine wirkte auf mich sehr unsymphatisch, Flo wirkte sehr verschlossen und verletzt die meiste Zeit. Ich fand die Gruppenzusammensetzung und -dynamik durch die verschiedenen Charaktere und auch Sichtweisen anstrengend. Den größeren Teil der Buches machten aber für mich die Reiseanekdoten aus. Und das war etwas skuril. Für mich war es einerseits total faszinierend, total authentisch, sich deckend mit anderen Berichten; gleichzeitig aber ekelte es mich vor einigen Szenen und ich wollte auf keinem Fall in der Haut irgendeines der Charaktere stecken. Die Mischung aus diesen Reiseeindrücken und der Gruppe machten das Buch für mich zu einer Lektüre, die ich nicht als einfach schön und entspannend bezeichnen kann; die aber dennoch eindrücklich war.











