Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Bitte alles einsteigen
#PurpleVibes von Nicole Mahne
Für Lynn sind die Öffis ein Graus. Was genau vorgefallen ist, dass sie jetzt nicht mehr in der Lage ist einzusteigen, wird nur am Rande erwähnt. Doch, dass es sie einschränkt und belastet, das wird trotzdem rasch klar. Aus ‚therapeutischen Gründen‘ besucht Lynn daher irgendwann regelmäßig die Haltestelle.
Und just hier, an einem Ort, wo Lynn sich so unwohl fühlt, da trifft sie auf ein Mädchen- Purple- und ist fasziniert. Fasziniert von ihren Haaren und fasziniert von ihrem Auftreten. Im Gegensatz zu ihr scheint dieses Mädchen völlig unerschrocken. Und doch ist sie auch empathisch. Sie nimmt Lynn an wie sie ist und macht aus ihrer Angst keinen Elefanten.
Mir hat dieses Buch enorm gut gefallen. Es ist ein Buch, dass sich eigentlich an jüngere Leser richtet, aber auch ich hatte Spaß daran es zu lesen. Die Geschichte an sich ist rasch erzählt und wartet jetzt nicht gerade mit krassen Twists auf, dafür aber ist sie ruhig und berührend. Trotz der Thematik lies sich das Buch leicht und flüssig und punktet auch sehr mit seine authentische Erzählweise. Purple bleibt lange irgendwie mystisch und bewusst nicht gut greifbar, was sie zu einem sehr interessanten Charakter werden lässt. Lynn aber gefiel mir auch sehr gut. Sie ist anfangs noch gefangen in alten Verhaltensmustern, die Erlebnisse mit Purple aber setzen etwas in ihr in Gang. Und mitzuerleben, wie sie sich dabei verändert und reift ist sehr schön.
Definitiv lesenswert, diese lila Haltestellenstory mit Kaugummi, Teddy und Herz.
Beseelt von Brot und Alm
Lutz Geißlers Almbackbuch von Lutz Geißler
Von Lutz Geißler stehen bei mir schon zwei Brotbackbücher und beide liebe ich. Aber an dieses Almbackbuch reichen sie trotzdem nicht heran. Es scheint mir als wäre dieses Lutz Geißlers Meisterwerk- ein dicker schwerer Wälzer, unhandlich aber voller Wissen, Lebensfreude und Herzblut, ursprünglich und ehrlich.
Genau wie die über 120 abgedruckten Rezepte darin.
Die Mehltypen scheinen bewusst überschaubar gehalten worden zu sein, die Vielfalt aber begrenzt dies beileibe nicht. Man findet darin Sauerteig- und Hefe-Rezepte, die unterschiedlichsten Brote, regionale, wie auch welche aus anderen Ländern, Kleingebäck, Feingebäck und auch vereinzelt Gerichte, wie Pizza, Dinnete und Kaspressknödel.
Der Aufbau der Rezepte ist ungeheuer durchdacht gestaltet. Sie beinhalten neben der üblichen Zutatenübersicht immer auch eine Infoleiste mit Daten zum Brot, sowie ein Planungsbeispiel samt Urzeiten, die mir die Vorbereitungen enorm erleichtert haben. Die Teige werden lang geführt, es wird mit Vorteigen gearbeitet, manchmal sogar mit Autolyse, Brühstück, Quellstück oder in zweistufiger Teigführung.
Die einzelnen Schritte sind logisch und übersichtlich gestaltet und werden treffend erklärt. Alle Brote gelangen mir damit auf Anhieb. Nur der Dinkelseelenteig, geriet mir etwas zu weich. Für solche Fälle oder für Ideen zur Abwandlung wurde im Buch sogar oft Platz für entsprechende Notizen gelassen. Ist das nicht toll?!
Ein einleitender Text berichtet von Eigenschaften, Besonderheiten oder der Entstehungsgeschichte des jeweiligen Backwerks und stimmt gut auf das daraufhin folgende Rezept ein. Ob das aber die Auswahl erleichtert? Ja und nein. Man kann den Charakter des Brotes dadurch gut einschätzen, daher ja, aber die Texte klingen auch oft so gut, dass man sich schwer für ein Rezept entscheiden kann. Ich jedenfalls habe in der Zeit in der ich dieses Buch jetzt schon habe, so viel gebacken wie glaube ich, noch nie zuvor.
Doch auch wenn die Rezepten den größten Teil des Buches einnehmen, man lernt in ihm auch die Menschen hinter den Rezepten sehr gut kennen- nicht nur Lutz Geißler, sondern z.B. auch Roswitha Huber, Lehrerin, Kursleiterin und Inhaberin der Kalchkendlalm. Man erfährt von Werdegängen und Plänen, sogar etwas über Weltanschauungen, über Geologie und von Traditionen wie dem Bau eines Holzofen. Und immer wieder begegnet man auch der beeindruckenden Natur dieser Gegend- sei es in Form von beeindruckenden Aufnahmen oder in den herzlichen Worten des Autors.
Am liebsten würde ich jetzt sofort zu dieser Alm reisen, die dortige Natur erleben, den Menschen begegnen, teil ihrer Gemeinschaft sein, gemeinsam Brot backen und vielen weiteren ihrer Geschichten lauschen.
So erfrischend anders, lustig und schräg
Helden der Weide - Haggelbärri Schlimm von Rosa Marin
Haggelbärri- was für ein Name, was für eine Type! Der bringt Schwung in den Stall unserer ‚Helden‘ und steht dieses Mal auch direkt im Mittelpunkt aller, geschniegelt und gestriegelt und mit einigen Sonderbehandlungen. Denn unser Haggelbärri ist im ‚Schoubiss‘! Für Shaggy und seine Freude ist das natürlich eine ganz fremde Welt.
Trotzdem nehmen sie den Neuen herzlich auf und so schlimm, wie ich es erst erwartet hatte ist der auch gar nicht. Er ist bemüht alles richtig zu machen und doch geht bei seinem Aufenthalt auf dem Hof einiges schief- herrlich schief! Wir mussten immer wieder sehr lachen, auch dank der witzigen, bunten Bildern, und hatten sehr viel Spaß mit diesem Buch.
Die gesamte Serie liest sich ungeheuer gut, ist auch für Leseanfänger gut geeignet, sehr phantasievoll und mit sehr speziellen, schrägen Charakteren. Wir lieben sie seit dem ersten Band!
Wow, das war stark!
Foxfighter - Rivalen des Waldes von Akram El-Bahay
Ach, ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Dieses Buch war einfach so toll! Ich habe es gemeinsam mit meinem Kind gelesen, und wir beide sind mehr als begeistert von diesem Folgeband, das unserer Meinung nach das erste an Spannung und Abenteuer sogar noch übertrifft. Die Welt aus Fuchsperspektive zu erleben und mit Finn gegen die Düsternis zu kämpfen war so faszinierend.
Mit diesem Band wandelt sich aber auch die Atmosphäre etwas und wird bedrohlicher. Gleichzeitig rücken Hintergründe und Zusammenhänge nun auch mehr in den Fokus, die Magie wird komplexer und eindringlicher. Im Mittelpunkt der Geschichte steht natürlich noch immer Finn als letzter seiner Art, doch auch ein neu eingeführter Charakter wird noch bedeutend für den Verlauf der Handlung werden. Fabelfell und Stachel sind natürlich auch weiterhin mit am Start und Kralle, als Vertreter der anderen Seite.
Worum es eigentlich genau geht, möchte ich an dieser Stelle aber nicht genauer Preis geben- alles hängt miteinander zusammen und es wäre doch schade um die ganze Spannung. Großartig aber wird es, das kann ich schon versprechen. Und jeder, dem Zusammenhalt, Freundschaft und Familie wichtig ist, sich aber auch nicht scheut sich in magische Abenteuer zu stürzen um sich dem Dunklen entgegenzustellen, wird von dieser Serie begeistert sein. Lest es!
Viele Portraits und einige schöne Aktionen
Tiere und Pflanzen lebensgroß von Daniela Strauß; Dr. Hannes Petrischak; Holger Haag; Felix Weiss; Katrin Hecker
Dieses Buch bietet tolle Anreize um als Familie die Natur zu entdecken. Der größte Teil umfasst aber Tier- und Pflanzenportraits, in der diese mit ihren Besonderheiten kurz vorgestellt werden. Mein Highlight dabei: die im Titel bereits angekündigten, lebensgroßen Darstellungen, die freigestellt und mit Stichworten versehen im Buch zu finden sind.
Weicht die Größe einmal aus darstellerischen Gründen vom Original ab, wird dies aber auch immer angegeben. Bei Insekten ist das z.B. der Fall.
Der Textumfang und auch die Fotografien sind mit bedacht gewählt und perfekt für Kinder geeignet- auch im Hinblick auf mögliche Schulreferate.
Immer wieder enthalten die, nach Jahreszeit geordneten Kapitel aber auch die bereits angedeuteten Mitmachaktionen (gekennzeichnet mit einem farblichen Rahmen). Auch sie sind mit Kindern gut umsetzbar, die Informationen hierzu aber benötigen einen Erwachsenen, der anleitet. Erst war ich davon etwas irritiert, kam dann aber zum Schluss, dass auch das gut durchdacht ist und Kinder davon auch abhalten könnte, ganz selbstständig tätig zu werden. So gibt es z.B. für Pesto kaum mehr Info als ein paar Pflanzenvorschlägen und das Mischungsverhältnis von 1:1:1 von Kräutern, Öl und Nüssen. Anleitungen dieser Art könnten daher auch vor Verwechslungen und Unfällen bewahren, da ein Erwachsener zwangsläufig zugegen und die Verantwortung für die Aktion übernehmen muss. Es gibt aber auch ein paar wenige ausführlichere Anleitungen, wie z.B. für die Harzsalbe von S. 85. Nach einem ähnlichen Rezept habe ich bereits vor einigen Jahren Salbe hergestellt. Mit den Kinder Harz erst zu sammeln, es später zu kochen und abzufüllen, war etwas, das meine sehr geliebt haben. Und diese Salbe auch sehr gut hilft, ist sie seither fester Bestandteil unserer eigenen Hausapotheke und ein gern verschenktes Mitbringsel.
Alterstechnisch spricht dieses Buch vermutlich größtenteils Kinder im späten Kindergarten- und Grundschulalter an. Älteren Kindern werden die Informationen aber womöglich bereits zu knapp gefasst sein.
Schule, Chaos und ein großer Auftritt
Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn von Sabine Bohlmann
Ach, was soll ich sagen? Die Grauses sind und bleiben einfach unsere Herzensfamilie. Keine, nicht einmal die anderen tollen Reihen von Sabine Bohlmann, erreichen hier eine solch große Beliebtheit, wie diese liebenswert schräge Familie.
Nun geht es für Muh und Wolfi in die Schule. Und Chaos ist da ja praktisch schon vorprogrammiert.
Wobei sie dort auch noch auf Mona, Lisa und Mona-Lisa treffen, die mit Feuereifer die Situation noch verschlimmern. Auch Ottilie haben sie wieder auf dem Kieker, was zu skurrilen Situationen führt, die nicht selten größere Auswirkungen haben, als man erst dachte. Es geht also hoch her und die Geschichte ist gespickt von Fettnäpfchen und Gehässigkeit, aber auch mit wunderbar, herzerwärmenden Momenten.
Ob es die Grauses erneut schaffen ihre neu gesetzte Punktegrenze von 77 Punkten einzuhalten oder wird sich ihr Rabe wieder heiser schreien? Darüber erfahrt ihr hier nichts. Doch eines sei gesagt: Einmal an die Grauses geraten, kann man sich von ihrem Charme kaum mehr lossagen. Daher hoffe ich, dass auch nach diesem Band, das zum Ende hin doch irgendwie nach leisem Abschied klingt, noch viele weiter Bücher folgen werden.
Sagenhaft
Astrologica von Suki Ferguson
Früher waren Sterne ein natürlicher Bestandteil des Lebens und allgegenwärtig- Sei es zu Orientierung oder auch in der Zeitmessung.
Menschen suchten und sahen Strukturen in den Sternen und sprachen diesen Bildern Geschichten zu. Wie magisch muss das gewesen sein. Wie Kino auf einer unendlich großen Leinwand.
Dieses Buch beginnt mit jenen Sagen der hier üblichen Tierkreiszeichen, beschäftigt sich dann aber auch mit unserem Sonnensytem und einigen weiteren bekannten Sternen des Nachthimmels. Es stellt den Sonnenkult der Mayas vor und auch den chinesischen Tierkreis. Und geht im Anschluss auch nochmal explizit auf den Unterschied zwischen Astronomie und Astrologie ein.
Das Buchformat ist relativ groß vom Format und dadurch etwas unhandlich. Den großflächigen Bildern darin kommt das aber zu Gute. Sie sind beeindruckend anzusehen und harmonieren toll mit den dazugehörigen Mythentexten.
Ich hatte erst, das muss ich zugeben, etwas bedenken, das Buch könnte einen sehr esoterischen Blick auf die Sterne haben. Der tatsächliche aber ist eher mystischer Natur. Von, dem jeweiligen Tierkreiszeichen zugesprochenen Eigenschaften ist nur am Rande die Rede. Vielmehr stehen hier die geschichtlichen Ursprünge im Vordergrund- oft abgeleitet aus der griechischen und römischen Mythologie. Und diese Geschichten sind in der Tat faszinierend- egal ob man nun an Horoskope glauben mag oder nicht. Es verändert den oft eher wissenschaftlichen Blick auf die Sterne und lässt sie greifbarer werden. Und ich glaube besonders Kinder wird dieser enorm faszinieren.
Wahr oder gelogen?
Körperquatsch mit Soße von Johanna Klement
Dieses Buch räumt mit Mythen auf, die rund um den Körper existieren. Geschrieben ist es extra für Kids, wobei auch Erwachsene darin bestimmt noch die ein oder andere beeindruckende Info entdecken werden.
Ich find es ehrlich gesagt klasse, dass ein solches Buch existiert und Kinder über den ganzen Quatsch aufgeklärt, was ihnen so vor den Latz geknallt wird.
Klar, ist es einfacher für Erwachsene auf solche Mythen zurückzugreifen, aber seien wir doch mal ehrlich- manche sind wirklich an den Haaren herbeigezogen. Und andere werden überliefert und noch immer geglaubt ohne, dass sie jemals hinterfragt werden. Aber warum eigentlich? Welchen Nutzen hat so etwas noch? Oder ist das alles nicht schon längst überholt?
Ich find es jedenfalls spannend zu erfahren was hinter diesen Sprüchen wirklich steckt und ob nicht doch in dem einen oder anderen ein Fünkchen Wahrheit verborgen sein könnte. Irgendeinem Grund für deren Existenz muss es doch geben. Oder etwa nicht? Meine Kids und ich habe daher mit großer Begeisterung dieses Buch durchforstet und sind auf interessante Erklärungen gestoßen. Erklärungen, die Kids ne Menge Wissen vermitteln und zugleich jede Menge Spaß bereiten. Der angeschlagene Ton im Buch ist nämlich recht humorvoll, was aber nicht auf Kosten der gut recherchierten Fakten geht, dafür aber Kids ungeheuer in den Bann zieht. Die witzigen Illustrationen und die kleinen Mitmachaktionen tun dann noch ihr übriges dazu. Ob Schielanleitung, Geräusch-Infografik, Pinocchiometer oder Teller-Wetter-Vorhersage. Da sind die Kids auch noch über das Lesen hinaus noch gut beschäftigt. Und ich finde es toll! Toll, dass meine Kids mit so viel Spaß Neues lernen und jetzt auch entsprechend schlagfertig auf solche Mythen reagieren können.
Durchhaltevermögen wird belohnt
1177 v. Chr. - Eine Graphic Novel von Eric H. Cline
Dieses Buch beschäftigt sich mit einem recht komplexen Teil Geschichte, das mehrere Völker, noch mehr fremd klingende Namen und haufenweise Daten umfasst. Dass damals bereits existente Städte auch noch anders hießen und uns bekannte Begriffe und Namen hier in abgewandelter, ursprünglicherer Form wiedergegeben werden, macht das Ganze natürlich nicht gerade einfacher.
Auch wenn das vermutlich auch zeigt, wie gut recherchiert das alles ist, hätte ich doch fast verzweifelt aufgegeben. Aber nach den ersten 100 Seiten wird es deutlich besser. Versprochen. Also bleibt dran. Es lohnt sich. Irgendwann lichtete sich der Nebel und man merkt mehr und mehr, dass doch einiges hängen blieb.
Ein großer Vorteil bei diesem Werk ist für mich die abwechslungsreiche Bebilderung, die die Zeit wunderbar wiedergibt, gleichzeitig aber bleibt bei diesem Format auch verhältnismäßig wenig Platz für Erklärungen. Gelöst wurde das hier durch die junge Ägypterin Schescha, die dem von den Seevölkern abstammenden Pel von ihrer gemeinsamen Geschichte erzählt. Beide verfolgen die Handlung beobachtend mit, wobei Schescha die Informationen liefert und auch im Dialog mit Pel die Geschehnisse nachvollzieht. Der daraus resultierende Ton im Buch ist persönlich und sehr interessant. Vielleicht auch, weil zusätzlich auch immer wieder der Autor und die Comiczeichnerin neuzeitliche Erklärungen beisteuern und die historischen Handlungen auflockern.
Trotz der wunderbaren Illustrationen kann ich dieses Buch Kindern aber eher nicht empfehlen- dafür ist es einfach zu komplex und schwierig. Am besten wäre es sogar, man hätte als Leser schon vorab von der ein oder anderen Begebenheit gehört. Ist man aber einmal drin in der Handlung, so wird Geschichte plötzlich greifbarer.
Kann man vermissen, was man nie gekannt hat?
Pepper von Nils Mohl
Wow, das ist ein richtig starkes Buch- sehr ausdrucksstark und enorm realistisch! Da haben die Charaktere auch mal Ecken und Kanten, was besonders auf Kimme zutrifft. Doch auch Personen, wie Pepper oder August sind so authentisch dargestellt, dass es einem nicht schwer fällt sich in sie hineinzuversetzen.
Pepper erfährt von ihrer Mutter erst nach Jahren den Namen ihres abwesenden Vaters. Und beschließt, um ihn unbefangen kennenzulernen, ohne dessen Wissen um die verwandtschaftlichen Verhältnisse in seine Altmänner-WG zu ziehen. Doch ganz so rosig, wie sie es sich vorgestellt hatte, läuft es dann doch nicht. Warum ist dieser Mann so unzugänglich und abweisen und kann er überhaupt der Vater sein, den sie sie immer gewünscht und vorgestellt hatte?
Trotz Musikerkarriere wirkt die Handlung bodenständig. Sie spielt in Wilhelmsburg/Hamburg und ist durchzogen von Melancholie, aber auch von Tagebucheinträgen Peppers und den Songtexten einer Band namens ‚Kimme und Popkorn‘, die zum Zeitpunkt der Handlung faktisch nicht mehr existent war und auch nie den großen Durchbruch hatte. Trotzdem musste ich sie einfach googeln, weil alles, wirklich alles in diesem Buch so echt wirkt, dass es mich nicht gewundert hätte, wäre ich im Internet auf diese Band gestoßen. Sogar ihre Cover und Titel sind im Buch abgedruckt.
Pepper steht im Zentrum der Handlung. Sie versucht durch ihren Einzug in die WG, DEM Mann näher zu kommen, den sie bereits ihr gesamtes Leben über vermisst hatte, die Handlung hat aber auch noch deutlich mehr zu bieten. Da gibt es z.B. diesen jungen, aufstrebenden Musiker, der mir sehr ans Herz wuchs, ein toller Typ!, das ADE ADE mit ganz besonders herzlichen Leutchen, eine hippe Redakteurin, die Pepper im richtigen Moment unter die Arme greift, eine griesgrämige Vorgesetzte, die irgendwann ihr ‚wahres Ich’ zeigt und zwei, nein eigentlich drei Herren, die irgendwo in ihrem Leben gestrandet zu sein scheinen. Und allesamt scheinen durch Pepper miteinander verbunden. Loslassen kann ich sie aber jetzt, so kurz nach der Beendigung des Buchs, noch nicht. Ich glaube da bleibt mir nur es ein zweites Mal zu lesen.











