Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Liebenswertes Federvieh
Mein Leben mit Hühnern von Arthur Parkinson
Ist das schön, wie Arthur hier von seinem Leben und seinen Hühnern berichtet. Mir ging dabei wirklich das Herz auf, so wunderbar war es davon zu lesen. Dieses Buch ist jedoch weder eine reine Biografie noch ein Ratgeber im klassischen Sinne. Es ist ein vielmehr ein liebevoller Mix aus beiden und wirkt dadurch mehr wie ein persönliches Gespräch, das man mit einem Hühnerexperten führen darf.
Arthur Parkinson‘s Fokus hierbei natürlich auf seiner Hühnerschar. Und er gibt anhand seiner Erzählungen und Sachtexteinwürfen auch enorm viel Wissen in Form von praktischen Tipps und Informationen weiter. Er spricht zugleich aber auch über sich selbst, seine Erfahrungen, vom Landleben, seinem Verwandten, Kollegen und dem eigenen Werdegang. Er steuerte eigens angefertigte Illustrationen bei und auch das ein oder andere beeindruckende Foto befindet sich im Buch. Alles, ob Text, Bild oder Illustration sprüht nur so von Herzblut, zeigt wie liebenswert Hühner sind und reduziert sie nicht auf ihre Legefähigkeit oder sieht sie als emotionsloses Nutztier. Nein, hier sind sie Lebewesen, vielschichtig und toll. Und genau diese respektvolle Sichtweise beeindruckte mich sehr.
Ein Schatz im Bücherregal
Der cool tätowierte Jäger aus der Steinzeit von Silke Vry
Eigentlich sind wir durch ein neueres Band auf Dusty Diggers gestoßen. Aber das hat uns so begeistert und überzeugt, dass wir nun dabei sind uns nach und nach auch die vorangegangenen Bücher zu holen. Die Reihenfolge ist hierbei GsD nicht ausschlaggebend. Jedes Buch für steht für sich und enthält eine eigene abgeschlossene ‚Geschichte‘.
Wobei Geschichte hier wortwörtlich genommen werden sollte. Man erfährt nämlich von realen historischen Begebenheiten. Und genau das find ich ungemein spannend! Es ist nämlich so, dass selbst ich oft nicht die Auffindeumstände von diesen historisch relevanten Funden kannte und beim Vorlesen selber auch so fasziniert davon bin, was damals wirklich geschah.
Was Ötzi anbelangt war mir tatsächlich noch vieles fremd und gleichzeitig rauft man sich die Haare, wenn man mit dem heutigen Wissensstand von seiner Bergung liest. Oh, haben wir diskutiert! Und ich fand es toll. Denn all das- die Geschichte, die Infos heutiger Untersuchungsmethoden UND unsere eigenen Gespräche- bringt uns Ötzi viel näher als jeden Lehrbuch es hätte können. Denn ‚Dusty Diggers‘ ist speziell auf Kinder ausgelegt und macht Geschichte so ungemein greifbar, dass man nicht anders kann als sich in den Sog der Archäologie ziehen zu lassen.
Für ältere Kinder sehr toll
Exoplaneten von Wendy Bjazevich
Was an diesem Buch sofort ins Auge springt, ist definitiv seine Aufmachung, die kräftigen Farben, Goldverzierungen auf dem Cover und ein sehr ansprechender Illustrationsstil- wirklich toll. Nicht nur Kinder werden dies lieben. Aber auch inhaltlich hat dieses Buch einiges zu bieten.
Bevor es zu den Exoplaneten geht, werden kurz nochmal Grundlagen der Astronomie zusammengefasst und Forschungsmethoden vorgestellt.
Letztere sind für Kinder ohne naturwissenschaftliche Vorkenntnisse aber nur schwer zu verstehen, interessant davon zu lesen ist es dennoch.
Und dann geht’s los, hinein ins Weltall. Nun erfährt man welche Arten von Exoplaneten es gibt, was sie ausmacht und welche Vertreter dieser Klassen man bereits entdeckt hat. Das ist schon sehr beeindruckend. Und die farbliche Darstellung ist dazu noch ein echter Augenschmaus. Was dabei fast untergeht, aber uns richtig gut gefiel, ist die Entfernungsskala am unteren Bildrand, die nochmal verdeutlichte von welchen unbegreiflichen großen Entfernungen wir hier reden. Schaut euch das bitte unbedingt auch an.
Ein tolles und sehr informatives Buch, aber eines, das logisches Denken und einen gewissen Grad an naturwissenschaftlichem Wissen benötigt. Daher empfehle ich es eher für ältere Kinder. Mit 10 Jahren hatte meine Tochter, obwohl am Thema recht interessiert, doch hin und wieder noch etwas Probleme damit.
Erstklassiges Finale
Sepia 3: Sepia und der Fluch des Tintendrachen von Theresa Bell
Leute, lest dieses Buch! Aber lest es ohne große Lücke zu den Vorgängerbänden. Oder startet erst ein reread. Es steckt so viel in diesem Band, so viele Querverweise und Andeutungen, die man nur mit dem entsprechenden Vorwissen richtig einordnen kann. Klar, versteht man auch mit Lücken dieses Band, aber die merkt ihr und dann geht es euch so wie mir und ihr ärgert euch darüber.
Die Stimmung ist schon zu Beginn düster und geheimnisvoller denn je. Wie schon in den vorangegangenen Story, liebe ich es wie deutlich sich die Buchmacherkunst in dieser Serie zeigt und essenzieller Bestandteil der Handlung ist. Genau wie die Magie nun größer wird, breitet sich auch der Schauplatz um Flohall nun immer weiter aus und zieht den Leser gekonnt in den Bann. Man erfährt nun auch Hintergründe und Zusammenhänge, die einem zuvor verborgen waren und stößt dabei auf eine Sage, die noch bedeutend für Sepias Geschichte werden wird.
Ich bin schwer begeistert von so viel Ideenreichtum und Erzählkunst, war gefesselt von Beginn an bis zur letzten Seite . Die Spannung stieg kontinuierlich, man rätselte und fieberte unweigerlich mit und war dadurch als Leser sehr im Geschehen involviert. Und das nicht ohne Folgen: ich verlies die Handlung euphorisch und auch etwas wehmütig. Flohall war für mich immer etwas ganz besonderes und der Abschied davon fällt mir nun verständlicherweise ganz leicht.
Für mich ist Sepia eine durchaus anspruchsvolle, aber einzigartige und herausragende Jugendtrilogie, die ich jedem (jungen) Buchliebhaber nur sehr ans Herz legen kann. Ließ und staune selbst!
Ist und bleibt genial
OTTO fährt los – Eine Reise nach England von Madlen Ottenschläger
Ich bin immer wieder neu überrascht wieviele Eigenheiten und Sehenswürdigkeiten eines Landes doch in einem Otto-Buch stecken! Wir sind große Fans dieser Reihe und besitzen jedes bisher erschienene Band. Und das kommt nicht von ungefähr!
Auch im Englandbuch erfährt man viel über das Land. Erst wird Otto wie immer abgeholt und lernt seine Ferienfamilie kennen (dieses Mal ist es ein alleinerziehender Papa mit 2 Kindern, Tante und Hund).
Und dann geht es nach dem Packen auch schon los- durch den dunklen Tunnel direkt nach London. Otto findet‘s gruselig und wir toll! Angekommen in England erfahren die Kids aber nicht nur vom Linksverkehr, sondern auch ne lustige Geschichte über die Queen kennen, treffen Sherlock Holmes, sehen Stonehenge… und noch einiges mehr.
Dieses Buch greift auch wieder, wenn auch indirekt, die Geschichte früherer Bände auf (sehr euch dafür mal die Ankunft in England genauer an), was aber nur für Kenner ersichtlich ist und keine Auswirkung auf den Verlauf der Geschichte hat. Solche Kleinigkeiten machen diese Reihe aber sehr besonders und erzeugen ein Gefühl der Vertrautheit. Daher werden auch altbewährte Stilmittel, wie die bildliche Packliste wiederverwendet.
Man merkt aber auch deutlich, wie viel Mühe man sich wieder damit gegeben hat die Infos kindgerecht und spannend zu verpacken. Sogar ein paar englische Vokabeln findet man auf dem hinteren Vorsatzpapier.
Ja, es ist wieder mal ein rundum gelungenes Band. Und wir warten schon sehnsüchtig auf ein Wiedersehen.
‚See you later, Otto-gator!‘
Ringel für Ringel
Die Sternensocke von Christine Schär
Lebendige Socken und Textilien, die in Not sind. Ein Teppich ist unglücklich über seine Flecken und das Kleid Angst, wegen seinem Loch ausgemustert zu werden… Und obwohl Fadi Simonas Lieblingssocke ist, hilft er ohne nachzudenken und verliert dabei Ringel um Ringel.
Diese Geschichte hat Züge vom Bekannten Märchen des Sterntalers und ist wunderschön! Sie zeigt, wie erfüllend ‚Geben‘ sein kann und verbreitet eine tolle weihnachtliche Stimmung.
Erzählt wird die Handlung in kurzen, aber treffenden Sätzen, die gut auf das Alter der Zielgruppe (ab 3 Jahren) abgestimmt ist. Dazu enthält das Buch noch Illustrationen, die so bunt wie sie sind, das Auge magisch anziehen. Fadi haben wir sofort ins Herz geschlossen. Und ich glaube auch, dass mir nun Socken mit etwas anderen Augen sehen. Denn Fadi beweist es: Socken sind toll!
‚Die Sternensocke’ ist ein schönes Buch zum Vorlesen und ein tolles Geschenk noch dazu! -Am besten sogar mit den passenden Socken als Beigabe. Ich glaube, ich geh dann gleich mal stricken…
Eine seltsame Mischung
Flora Brimble und der verlorene Frühling von Marcus Raffel
Die Gestaltung des Buches gibt zugegebenermaßen viel her und spricht auch Kinder sehr an, inhaltlich hatte ich aber etwas zu kämpfen. Dieses Buch hat einige philosophische Tiefen, zugleich aber wirkt der Schreibstil plump und die Handlungen in sich willkürlich. Manche Elemente sind immer wiederkehrend, andere entwickeln sich aus dem nichts heraus.
Und viele Situationen wurden vereinfacht beschrieben und zu rasch gelöst, was den Spannungsbogen deutlich herabsetzte. Ja, dieses Buch ist speziell und diese Art der Erzählung mag msn oder auch nicht. Ich selbst aber hatte zunehmend Schwierigkeiten mich in die Geschichte, in ihre Personen und Welten hineinzuversetzen. Die Intentionen mancher Figuren konnte ich nicht so recht nachvollziehen und vieles wird auch einfach als gegeben angesehen und nicht weiter erklärt. Dabei hätte genau dies viel Klarheit bringen können.
Die Grundstimmung wirkt düster, aber auch etwas märchenhaft entrückt, aber es holte mich einfach nicht ab. Und ich bezweifele auch, dass viele Kinder daran Freude haben werden. Schade
Ein Stück Menschheitsgeschichte
Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit von Silke Vry
Warum habe ich diese Reihe eigentlich nicht früher entdeckt? Zwischenzeitlich gibt es von ‚Dusty Diggers‘ bereits sieben Bücher und alle klingen so toll, dass eigentlich jetzt schon feststeht, dass ich für meine Familie noch weitere Bände holen werde.
Aber zurück zum aktuellen Neandertaler-Band: dieses ist unabhängig von anderen zu lesen und beschreibt die Auffindesituation des ersten Homo Neandertalensis und die darauf folgende Zeit des Rätselratens um dessen Einordnung.
Ich fand das sehr spannend, denn es ist eine Geschichte, mit der ich mich bis heute nie näher befasst habe. Man merkt darin deutlich wie anders der damalige Wissensstand war und was sich seither alles verändert hat. Dies belegen auch die neueren Forschungsmethoden, die gegen Ende des Buchs noch vorgestellt werden. Die Kinder, die im Buch als Zeichnung abgebildet wurden, sind jedoch nicht Teil der eigentlichen Handlung, sondern eher so etwas wie Zuschauer und von ihrer Rolle, dem lesenden Kind ähnlich. Sie wirken wie eine Art Bindeglied und lassen das Geschehen greifbarer erscheinen.
Sprachlich und inhaltlich wurde die Geschichte gut an die Zielgruppe angepasst. Aber auch die zwischendrin auftauchenden Personenregister, die einem Szenenwechsel vorweg gestellt sind, zeugen davon, wie sehr darauf geachtet wurde, dass Kinder mit diesem Buch sich gut zurecht kommen und verstehen was es vermitteln möchte- ein reales Stück Geschichte und die Darstellung des Neandertalers als gleichwertigen Menschen.
Sehr zu empfehlen, dieses Buch!
Ratte oder Vogel?
Tom Tauber – Ratte der Lüfte von Hannah Schenk
Tom ist ein Taubenküken, noch zu klein um allein zu überleben, als er von den Ratten aus Nummer 12 gerettet und adoptiert wird. Doch je älter er wird, desto mehr wird ihm klar, dass er anders ist als die anderen Ratten. Er liebt die Sonne und sie den Mond. Und eines Tages wagt er sich hinaus aus dem dunklen Keller und begreift, dass er ein Vogel ist.
Doch heißt das, dass er seine Familie nun verlassen muss?
Tom Tauber ist eine tolle und warmherzige Geschichte, die aber einem dank er wundervollen Bilder auch das Lächeln ins Gesicht zaubern kann.
Es ist schön zu sehen, wie der kleine Tom unter all den Ratten aufwächst, wie er von ihnen angenommen und wie er später sich seiner Identität bewusst wird. Dieser liebevolle Blick auf zwei Arten von schlechtem Ruf geht sehr ans Herz und zeigt deutlich, dass so mancher Glaube garnicht der Wahrheit entspricht. Dies unterstreichen auch die Informationen im Schlussteil des Buchs. Dank ihnen lernen bereits Kinder die wahre Situation der Tauben kennen und verstehen, mit dem Ergebnis, das man die ‚Ratten der Lüfte‘ plötzlich in einem ganz anderen Licht sieht!
‚Jeder Kauf dieses Buches unterstützt den deutschen Tierschutzbund bei seinem Einsatz für die Stadttauben‘
Gut Ding will Weile
Fermentieren - Twist your Taste! von Nadine Schünemann
Der erste Eindruck: freundlich, hell und einladend. Die Gestaltung und die Fotografien im Buch sind toll! Beschäftigt man sich dann näher mit dem Buch, wird rasch klar, dass es auch sehr durchdacht ist. Es kommt mit einem sehr ausführlichen Grundlagenteil daher, der die einzelnen Fermentationsmöglichkeiten sehr genau erklärt.
Die entsprechenden Anleitungen für eingelegtes Obst und Gemüse, Kombucha, Kefir, Kimchi und co, sind aber erst später im Buch zu finden. Auf ihnen bauen dann die eigentlichen Rezept auf. Das heißt, möchte man letztere umsetzen, muss erst das entsprechende Ferment vorrätig sein. Und das setzt gute Planung voraus.
Wie realistisch es für einen normalen Haushalt ist, mit allen nötigen Fermenten eingedeckt zu sein, weiß ich nicht. Ich jedenfalls fange erst einmal klein an, was mich zum jetzigen Zeitpunkt in der Rezeptauswahl vielleicht noch einschränkt, mir aber auch genug Möglichkeiten bietet mich irgendwann und in meinem Tempo weiterzuentwickeln.
Eines fehlt mir als Mutter bei dieser grandiosen Auswahl an lecker und erstaunlich alltagstauglich klingenden Rezepten und Anleitungen jedoch: die Information darüber in wieweit die jeweiligen Fermente auch für Kinder geeignet sind. Kombucha z.B. ist meines Wissens ja leicht alkoholisch.











