Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Kommt nicht ganz an seinen Vorgänger heran
Die Mitternachtsreise von Matt Haig
Der Titel zeigt es deutlich. Dieses Buch ist angelehnt an die Mitternachtsbibliothek, besitzt aber dennoch eine eigenständig Handlung, die auch ohne Vorkenntnisse zu lesen ist.
Wie im berühmten Bestseller spielt auch diese Handlung größtenteils nach dem Tode Wilburs. Oder besser, er reist in seine eigene Vergangenheit zurück und erlebt diese als stiller Beobachter und mit dem Wissen des Alters und der Geschehnisse neu.
Eine tolle Interpretation der letzten sieben Minuten im Leben eines Menschen- eher ruhig erzählt und doch sehr eindringlich. Der Sog der Handlung ist deutlich spürbar, trägt sich aber mehr durch Tiefe und philosophisch anmutenden Fragestellungen als durch Spannung.
Und doch empfand ich die Thematik im vergleich zum ersten Mitternachtsband als etwas schwächer, dies könnte aber am eigenen Interessengebiet liegen. Die verschiedenen möglichen Lebenswege schienen mir einfach etwas interessanter und kreativer als ein Rückblick auf ein einzelnes turbulentes, auch wenn vieles darin aufgearbeitet wurde.
Weg vom Wald
Bakterien – die heimlichen Helden von Peter Wohlleben
Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört und muss sagen, dass Loibl es hervorragend vertont. Es ist ein Sachbuch und doch ist es in keinster Weise langweilig zu hören. Toll!
Wohlleben kannte ich bereits von seinen Büchern zu Wald und Tier und fand sie immer sehr beeindruckend. Nun widmet es sich den Kleinstlebewesen und ich war ehrlich gesagt etwas unsicher, ob er sich damit nicht etwas zu weit in fremdes Gebiet wagt.
Seine ‚Beziehung‘ zu Bakterien beschreibt er durch Kindheitserinnerungen. Mehr Expertise scheint er selbst nicht zu haben, nutzt aber für sein Buch das die Erkenntnisse aus der Wissenschaft. Zumindest im Hörbuch fehlen diesbezüglich jedoch Quellenangaben.
Inhaltlich fand ich dieses Werk recht interessant. Doch der Titel täuscht etwas. Natürlich geht es darin um positive Eigenschaften von Bakterien, die viele bislang vielleicht noch nicht kannten. Er schweigt aber auch ab in Themen wie Hygiene, Gesundheit und Haushalt. Vom ursprünglichen Thema ‚Wald‘ blieb wenig übrig.
Ob dies nun gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt.
Lässt kleine und große Herzen höher schlagen
Mein Sachen suchen Wimmelbuch: Dinosaurier von Peter Nieländer
Eine Seite, eine Zeit. Für ein Wimmelbuch steckt da ganz schön viel Wissen drin. Ob das Kinder in diesem Alter bereits realisieren? Ich weiß es nicht. Doch für die erwachsene Vorleser ist das deutlich spürbar. Und das macht Spaß. Auch, wenn die Dinos- und das sind nicht nur die allseits bekannten- einem hin und wieder einiges abverlangen.
Aber man liest dieses Buch definitiv nicht nur einmal vor. Und so lernen wohl auch wir Großen fremde Kreaturen kennen und auszusprechen. Ich finds super und nehme jeden Versprecher mit Humor- das ist nunmal so, wenn man einen kleinen Dinofan zu Hause hat…
Aber zurück zum eigentlichen Thema- dem Buch. Wie gesagt, sind die Seiten nach Zeiten oder Besonderheiten (z.B. Eier legen, Meteoriteneinschlag) sortiert. Kurze Texte beschreiben diese, nennen deren Entwicklungsstufe; und sie verweisen auf Dinos und animieren dadurch sich die Bilder genauer anzuschauen. Ebenso wie die abgebildeten Suchaufträge es tun, und natürlich auch die Klappen, die Kinder sich aktiv am Buch beteiligen lassen.
Das System dieser Bücher war mir bereits bekannt. Und es hat sich in unserem Haushalt auch sehr bewährt. Die Bilder sind schön und abwechslungsreich. Und was ich ganz besonders toll an diesem Buch finde, ist dass es den Bogen auch ins hier und jetzt schlägt und ein Museum abbildet. Und das läd doch förmlich dazu ein sich die Kleinen zu schnappen und Dinoknochen ‚in echt‘ anzuschauen.
Mein Lesetipp!
50 Sätze, die es Eltern leichter machen von Birgit Gattringer
Dieses Buch wurde aus einer Idee heraus geboren als die Autorin Kuschiks Buch ‚50 Sätze, die das Leben leichter machen‘ las und sich ähnliches vornahm. Und da ich auch dieses besagte Buch kenne, kann ich guten Gewissens vergleichen und behaupten, dass ihr das auch wirklich gut gelungen ist. Die Fragestellungen und Situationen sind natürlich andere und speziell auf den Familienalltag und seine typischen Konflikte zugeschnitten, die Art und Weise wie aber damit umgegangen wird, gefällt mir sehr.
Kein Wunder, denn die Autorin pflegt einen ähnlichen Erziehungsstil wie auch ich ihn präferiere. Sie ist familylab- und Mentaltrainerin und hat sogar eine Online-Community. Beste Voraussetzungen also und kompetente Lösungswege aufzeigen zu können. Und das tut sie hier auch. Egal ob es um Geschwisterstreit geht, um Diskussionen oder um eher allgemeiner gehaltene Themen, wie die Bindung zum Kind oder das Grenzen setzen. Ihre Informationen verpackt sie einfühlsam, aber auch praxisorientiert und schafft es im Grunde sofort, dass sich die lesende Person gesehen und verstanden fühlt. Sie erklärt aber auch ungeheuer gut- nicht nur die Situation an sich, sondern oft auch die Hintergründe dazu, was jemanden, der in dieser Situation steckt und sie begleitet, viel rationaler analysieren lässt, mögliche Trigger umgeht und ihm dadurch die Möglichkeit gibt mit offenem und zugewandten Herzen zu handeln. Auch setzen sich Sätze, wie sie sie verwendet, rasch fest und sind in den entsprechenden Situationen leicht abrufbar und daher super dazu geeignet sein eigenes Mindset entsprechend danach auszurichten.
Wahr oder erfunden?
Die Ponys von Lillasund 4. Das Mittsommer-Turnier von Kathrin Lena Orso
Juniorbewertung: „Ida, Elsa und Oskar und Mikkel sind die besten Freunde und leben mit ihren Ponys auf der Hufeiseninsel Lillasund in Schweden. In den Sommerferien zelten sie und erzählen sich Geschichten und Ida weiß nicht ob es wirklich Trolle gibt und bekommt ein bisschen Angst. Floki merkt das und dann klappt plötzlich das Training für nicht mehr.
Die Bücher über Lillasund mag ich sehr gerne und ich warte immer auf eine neue Geschichte und lese die dann an einem Tag fertig. Man lernt viel über Tiere und über Schweden. Und Freundschaft und Natur ist auch sehr wichtig. Das finde ich gut.‘
Mit Lillasund haben wir eine Serie gefunden, die bei uns voll ins Schwarze traf und mein Kind- ganz ohne Zwang- zum Lesen animierte. Die Geschichten sind perfekt für das Alter, einfach zu lesen, aber auch mit einer gewissen Spannung und rätselhaften Vorkommnissen, die Kinder am Ball bleiben lässt. Ein klein wenig Magie liegt dies Mal auch in der Luft, trotzdem bleibt die Handlung realistisch. Die für diese Reihe typisch umsichtige und positive Art ist wieder bemerkenswert schön- etwas verklärt, aber gerade deshalb sehr toll. Man spürt dabei förmlich die Sonne und riecht die Natur. Die Freundesgruppe erhält jetzt zudem noch Zuwachs- tierischen sowie auch menschlichen, die beide jede Menge Action und Tiefe mit in die Handlung bringen. Doch auch die vielen Details rund ums Reiten, über Schwedens bekanntestes Fest und die Infos zu Tiere, machen aus der Geschichte irgendwie etwas Besonderes. Dass in Lillasund sehr viel Herzblut steckt, merkt man also sofort.
Die Autorin begegnet jungen Leser*innen auf Augenhöhe und entführt sie in die schönsten Abenteuer, die aber die Sehnsucht nach Natur, Schweden und einem eigenen Haustier wecken könnten.
Bestes Buch dieser Art
Alle wissen es. von Noèl Funke
Ich habe schon mehrere Bücher zu diesem Thema gelesen, dieses Stichtags meinen Augen aber aus der Masse heraus. Erst geht es auf die einzelnen Risiken ein, denen man im Internet begegnet. Es erklärt Cybermobbing genauso wie z.B. Grooming, macht aber auch nicht vor den Gefahren von Selbstdarstellung und Fake News halt und hat somit ein weit größeres Spektrum zu bieten als andere Werke.
Und später wird sogar noch darauf eingegangen, wie man im Ernstfall reagieren sollte, zeigt hilfreiche Strategien und nennt sich Anlaufstellen.
Dass der Autor Ahnung von seinem Gebiet hat, merkt man rasch. Er wendet sich in seinen Texten sowohl an Eltern als auch direkt an Jugendliche. Vielleicht ist dieser Wechsel nicht immer klar gekennzeichnet, dennoch bietet das Buch sich sehr dafür an auch Jugendliche mit ins Boot zu holen und ihnen einzelne Passagen daraus vorzulegen. Das stärkt die elterliche Aussagekraft deutlich und lässt zu, dass man sich als Team dem Thema stellt. Denn mediale Aufklärung, Sensibilisierung und Stärkung gelingt nur im Miteinander. Noèl Funke spricht in klaren Worten, verharmlost nichts, aber verteufelt die Medien auch nicht grundsätzlich. Er lässt in wahren (und fiktiven) Beispielen Teenies auf schwarz hinterlegten Seiten, auch selbst zu Wort kommen und beeindruckt mit Stellungnahmen einzelner Rollen in einem konkreten Fall.
Seinen Weg Jugendliche miteinzubeziehen und zu stärken, gefällt mir sehr gut. Die Tipps schenkten uns deutlich mehr Sicherheit. Und wenn doch irgendwann der Ernstfall eintreten sollte, weiß ich jetzt welches Buch ich als erstes aus dem Regal und zu Rate ziehen werde.
Nur bedingt zu empfehlen
Kinder brauchen Dopamin von Michaeleen Doucleff
Lange nicht mehr hat mich ein Buch so zwiespältig zurückgelassen. Einerseits hat es mich extrem interessiert, wie sich Medienkonsum und hochverarbeitete Lebensmittel auf den Körper auswirken, welche Vorgänge dabei freigesetzt werden und was zu einer Sucht führt. Andererseits folgt diese Autorin einem Ansatz, den ich selbst nicht gutheißen kann.
Ich finde ihn zu radikal und auch nicht allgemein umsetzbar. Sie nutzt die eigene Tochter um ihre Fortschritte darzustellen, doch diese Berichte wirken auf mich zu glatt, als dass sie glaubhaft wären. Und zugleich scheint die Familie für Michaeleen Doucleff so wie sie es hier darstellt eine Mischung aus Versuchkaninchen und Obsession zu sein, immer darauf bedacht noch extremer vorzugehen. Die Gefühlswelt wird dabei fast völlig außen vor gelassen und Kindern nur ein minimales Mitspracherecht eingeräumt. Meinen Wunsch nach einer gewissen Vereinbarkeit läuft dem komplett entgegen. Entsprechend habe und werde ich mir nur die für mich relevanten Infos aus diesem Buch ziehen und den vorgegebenen Plan nicht weiter verfolgen.
Die Autorin beschreibt interessant, gut verständlich und ausführlich. Sie stellt sowohl wissenschaftliche Hintergründe vor, wie auch Anekdoten und Gedanken dahinter. Wenn man ihren Weg annehmen kann, kann dieses Buch trotz seines Umfangs womöglich kurzweilig und erhellend sein. Ich selbst habe jedoch rasch eine innerliche Haltung angenommen, die mir dies erschwerte.
Die Haltung der Autorin spricht klar gegen bedürfnisorientierte Erziehung.
Und wer liest nun vor?
Widdersehen von Leonie Swann
Es geht zurück zu Georg, und das schneller als gedacht. Die Schafe träumten schon von ihrer Heimatheide und waren insgeheim dem Reisen bereits etwas überdrüssig, als Rebecca die Nachricht bekam, die sie alle zurück nach Glennkill bringen sollte. Doch dort angekommen gestaltet sich das Ganze überhaupt nicht wie erwartet.
Georg war natürlich nicht da, dafür aber fremde Schafe, die sogar die Georges Place abgeweidet hatten und ein beißender Zaun hindert die Herde in ihrem Freiheitsdrang. Doch als dann auch noch Rebecca verschwindet, der Metzger ist zurück ist und Finger fliegen, ist rasch klar: die Schafe müssen über alle Berge, vielleicht sogar bis ins Paradies um ihre Schäferin wiederzufinden.
Haltet euch fest, es wird spannend, skurril und urkomisch. Ja, alles zusammen. Einen Krimi aus Schafsicht erzählt zu bekommen und zu sehen, wie Schafe unser menschliches Leben deuten, ist schon sehr speziell. Ich kannte diesen Humor aber bereits aus ‚Glennkill‘, hatte dann jedoch Leonie Swanns Bücher aus den Augen verloren, so dass ich dieses dritte Band ohne die Kenntnis des dazwischen liegenden las. Doch das machte keinerlei Probleme. Ich war schnell wieder drin und konnte nicht anders als mich vom Charme der Schafe, Fastschafe und Neuschafe einwickeln zu lassen. Das Abenteuer ist immens kreativ und großartig und das Verbrechen gewaltiger als gedacht. Doch es gibt auch sehr schöne, nachdenkliche Momente, die besonders ein Schaf betreffen, und einen faszinierenden, unbekannten Mann, der unverhofft zu Schäferfreuden kommt.
Mir hat dieses Buch immens gut gefallen und ich bin wieder neu fasziniert von dieser Serie. Das fehlende Band hab ich bereits bestellt und Kino (Glennkill wurde ja nun sogar verfilmt) steht nun auch ganz oben auf meiner to do Liste. Und das alles verdanke ich ‚Widdersehen‘.
Ein Klassiker neu interpretiert
Stolz und Vorurteil - die Graphic Novel nach Jane Austen von Anna Opel
Eine Klassiker in neuer Gewandung- ich fand es immens spannend das berühmte Werk ‚Stolz und Vorurteil‘ neu zu erleben. Bildlich dargestellt und in Farbe, das hat schon was!
Wer sich aber nun vor antiquierter Sprache fürchtet, den kann ich beruhigen. Die Texte sind kurz, vereinfacht und gut verständlich.
Genau wie die Bebilderung, die für mein Empfinden die Handlung sehr gut und ausführlich wiedergibt und auch Emotionen gut an den Leser weitertransportiert. Trotzdem gibt es leider kleinere Kritikpunkte meinerseits. Anders als das Motiv im Cover sind die innenliegenden Seiten weit weniger klar gedruckt und wirken etwas verwaschen. Vielleicht mag das der gewünschte Stil dieses Buches sein, ich aber musste mich erst an diesen Anblick gewöhnen. Und irgendwie wertet das das Buch in meinen Augen leider etwas ab.
Die Farbgebung aber ist schön, die Personen wirken individuell und die Szenen gut ausgearbeitet, erstaunlich ländlich gehalten und auch Landschaften beinhaltend. Die Übergänge sind verständlich und selbst Ortswechsel können gut nachvollzogen werden.
Alles in allem ist es ein wunderbares Buch sowohl für den Einstieg in die Austen-Welt, als auch eine schöne Art für Kenner diesem Roman nochmals neu zu begegnen. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass bereits junge Leser dadurch Gefallen an Klassikern finden könnten.
Die Uhr tickt
Noch fünf Tage von Helena Falke
Für mich ist ‚noch Fünf Tage‘ das zweite Buch, das einen Mordanschlag voran setzt und das Opfer ermitteln lässt. Ich fand dieses Setting eigentlich sehr spannend, doch beide Male konnte mich die Handlung nicht ganz überzeugen. Diese hier ist aber deutlich realistischer. Lis ist Köchin und Angestellte der wohlhabenden Harmans als diese sterben- allesamt, selbst die Kinder.
Und Lis bleibt zurück mit nur noch fünf Tagen Lebenszeit.
Das weitere Szenario setzt sich hauptsächlich zusammen aus Erinnerungen und Überlegungen Lis’ zu den Hintergründen der Tat und ihrem aktuellen, etwas skurrilen Krankenhausalltag. Lis wirkte dabei auf mich sehr gefasst, fast stoisch und wenig nahbar, manchmal sogar etwas überheblich. Mir fehlte Wärme, Verzweiflung und generell Gefühl. Natürlich reagiert jeder anders auf eine solche Nachricht, doch mit der Zeit verlor ich dann mehr und mehr den Bezug zu dieser Frau und konnte sich mit ihrem früheren Leben nur wenig anfangen. Die Auflösung des Rätsels kam dennoch überraschend, wurde aber für mein Empfinden etwas zu rasch abgehandelt. Generell ist dieses Buch interessant geschrieben und durchaus fesselnd und stimmig, es besitzt aber kaum thrillertypische Merkmale und eine eher flache Spannungskurve. Vermutlich geht das auch gar nicht anders, wenn die Ausgangslage die Protagonistin ans Bett fesselt und der Rest der Handlung dadurch eher im Stillen verlaufen muss. Durch die Vermarktung hatte ich mir aber dennoch etwas anderes versprochen.
Die Zeitangaben und der daraus resultierende Druck war ein schönes Stilmittel, für die Handlung selbst aber kaum relevant. Für mich ist ‚noch Fünf Tage‘ das zweite Buch, das einen Mordanschlag voransetzt und das Opfer ermitteln lässt. Ich fand dieses Setting eigentlich sehr spannend, doch beide Male konnte mich die Handlung nicht ganz überzeugen. Diese hier ist aber deutlich realistischer. Lis ist Köchin und Angestellte der wohlhabenden Harmans als diese sterben- allesamt, selbst die Kinder. Und Lis bleibt zurück mit nur noch fünf Tagen Lebenszeit.
Das weitere Szenario setzt sich hauptsächlich zusammen aus Erinnerungen und Überlegungen Lis’ zu den Hintergründen der Tat und ihrem aktuellen, etwas skurrilen Krankenhausalltag. Lis wirkte dabei auf mich sehr gefasst, fast stoisch und wenig nahbar, manchmal sogar etwas überheblich. Mir fehlte Wärme, Verzweiflung und generell Gefühl. Natürlich reagiert jeder anders auf eine solche Nachricht, doch mit der Zeit verlor ich dann mehr und mehr den Bezug zu dieser Frau und konnte sich mit ihrem früheren Leben nur wenig anfangen. Die Auflösung des Rätsels kam dennoch überraschend, wurde aber für mein Empfinden etwas zu rasch abgehandelt. Generell ist dieses Buch interessant geschrieben und durchaus fesselnd und stimmig, es besitzt aber kaum thrillertypische Merkmale und eine eher flache Spannungskurve.
Durch die Vermarktung hatte ich mir ehrlich gesagt, einfach etwas anderes versprochen. Die Zeitangaben und der daraus resultierende Druck waren jedoch ein schönes Stilmittel und sehr passend zur Ausgangslage.











