Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gerlisch:
Fantasievolle Alpträume
Sweet Nightmare von Tracy Wolff
Die Calder Academy, eine Schule für Paranormale auf einer Insel im Golf von Mexico, ist das Zuhause von Clementine Calder. Auf der Insel ist die Magie sämtlicher Schüler blockiert und da Clementine dort geboren wurde, hat sie keine Ahnung welche Fähigkeiten in ihr stecken. Sie träumt von einem Leben weit weg von den dunklen Geheimnissen der Insel, den Monstern im Kerker und von Jude Abernathy-Lee, der Junge der ihr vor drei Jahren das Herz gebrochen hat.
Doch als ein gewaltiger Hurricane die Insel bedroht, müssen sie gemeinsam um ihr Leben kämpfen.
Erzählt wird diese düstere Dark-Academy-Story von Clementine in der Ich-Perspektive.
„Sweet Nightmare“ ist das erste Buch für mich von Tracy Wolff. Mir hat auf Anhieb der wortgewandte Schreibstil der Autorin gefallen, der mich gleich tief in diese fantastische Welt abtauchen ließ. Allerdings verliert sich die Autorin manchmal in vielen unterschiedlichen Beschreibungen einer einzelnen Sache oder Szene, so wurde z.B. ein einzelner Kuss auf drei kompletten Seiten zerredet.
Es passieren so viele schlimme Dinge in kürzester Zeit, dass es mich irgendwann fast nicht mehr berührt hat. Der höllische Sturm ist die ganze Zeit allgegenwärtig, wieder und wieder wird die Heftigkeit beschrieben, die sich trotzdem immer noch gesteigert hat, dies hat mich irgendwann genervt.
Ideenreich ist die Darstellung der unterschiedlichen magischen Figuren, die perfekt in Szene gesetzt wurden und mir beim Lesen einige Gänsehaut-Momente beschert haben. Viele dunkle Geheimnisse sorgen für eine düstere und spannende Atmosphäre. Dieser mitreisende Romantasy-Reihenauftakt endet mit einem unerwarteten und macht neugierig auf die Fortsetzung.
Humorvoller britischer Krimi
Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1) von Richard Osman
In Richard Osman’s neuer Krimi-Reihe lernen wir Amy Wheeler kennen. Sie war bereits als Bodyguard öfter in gefährliche Situationen verwickelt. Bei ihrem aktuellen Auftrag beschützt sie die berühmte Thriller-Autorin Rosie D’Antonio auf einer einsamen Insel. Als in ihrem näheren Umfeld Morde geschehen und dann auch noch auf Amy geschossen wird, bittet sie ihren Schwiegervater und ehemaligen Kriminalkommissar Steve um Hilfe.
Meine Meinung zu diesem Krimi ist leider zweigeteilt. Der Schreibstil ist locker und leicht, aber die Satzstellung hat stellenweise meinen Lesefluss gestört. Viele Verschachtelungen zwangen mich oft dazu den Satz zum Verständnis nochmal zu lesen.
Viele Passagen in diesem Buch waren zum einen superspannend, aber auch manchmal verworren, was vielleicht auch an der Vielzahl der Personen lag.
Die Figuren sind herrlich skurril gezeichnet. Am besten hat mir der Schwiegervater Steve gefallen, der eigentlich lieber seinen Ruhestand mit einem Pint genießen will, als in der Welt herumzujetten. Aber auch die taffe Amy und die exzentrische Rosie haben mir gut gefallen. Zusammen sorgt das Trio infernale für reichlich Humor und eine wilde Suche nach einem Mörder.
Bruderliebe
Der König von Jo Nesbø
Die Brüder Carl und Roy leben in dem kleinen Ort Os in Norwegen. Carl betreibt ein Wellnesshotel und Roy eine Kneipe und eine Tankstelle. Roys Traum, die weltgrößte Holzachterbahn zu bauen, droht zu scheitern, weil durch den Bau eines Tunnels, die Hauptstraße nicht mehr durch Os führen würde. Dies würde auch das wirtschaftliche Aus für das Spa bedeuten.
Also muss eine Lösung her, doch die Vergangenheit der Opgard-Brüder fällt Ihnen dabei immer öfter vor die Füße.
Roy und Carl habe ich bereits in dem Vorgängerband „Ihr Königreich“ kennengelernt. Dieses Buch kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Relevante Details werden hier gut im Verlauf der Geschichte mit eingeflochten.
Die Charakterzeichnung ist absolut gelungen. Roy hält sich selten an Regeln und nimmt das Recht gern in die eigene Hand. Durch Manipulation setzt er stets seine Pläne durch und bei all seinen Machenschaften hat er immer eine Absicherung parat um nicht in Bedrängnis zu geraten. Doch trotz seiner kriminellen Natur bleibt er charmant und sympathisch.
Dieser Krimi fesselt sofort mit einer ausgefeilten Story. Erzählt wird die Geschichte aus Roy’s Perspektive. Zwischendurch erhöhen Rückblicke in die familiäre und kriminelle Vergangenheit der Brüder die Spannung. Immer wieder treiben neue brisante Ereignisse stetig die Geschichte voran und zwischen knallharten brutalen Szenen blitzt immer mal wieder der Humor hindurch.
Jo Nesbø hat wieder einmal mit einem vielschichtigen Krimi überzeugt.
Alptraum-Retreat auf der Schäreninsel
Still ist die Nacht von Sandra Åslund
Ihren Urlaub verbringt die Stockholmer Kommissarin Maya Topelius auf einer abgelegenen Schäreninsel zusammen mit ihrer besten Freundin in einem Yoga-Retreat. Doch bereits nach dem ersten Abend wird ein Toter gefunden und Maya ist schnell klar, es handelt sich um Mord. Ihr Kollege Pär kommt auf die Insel und sie vereinbaren, dass Maya Undercover ermitteln soll.
Gefallen hat mir der Hinweis auf ein Glossar gleich im Vorwort, so konnte ich die Bedeutung der verwendeten schwedischen Wörter nachschlagen.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen und die Autorin hat min dem 2. Teil um die sympathische Ermittlerin mit der idyllischen Schären-Landschaft ein tolles Setting geschaffen.
Nur leider wollte sich in der Story keine wirkliche Spannung aufbauen. Die Idee Maya Undercover arbeiten zu lassen, war ja nicht schlecht, aber im Verlauf etwas unglaubwürdig verarbeitet. Außerdem waren die Ermittlungen nicht besonders fesselnd, denn die Passagen mit Mayas Vergangenheit und dem gegenwärtigen Streit mit Emely nehmen zu viel Raum ein und auch nicht wirklich dramatisch. Hinzu kommt noch ein Sturm, sodass niemand die Insel verlassen kann, was als Spannungsmacher nichts Neues ist.
Die unerwartete Wendung und Auflösung zum Schluss haben mich zwar ein bisschen versöhnt, aber ich glaube nicht, dass ich die Serie weiterverfolge, deshalb kann ich nur 2,5 Sterne vergeben.
Toller Auftakt
Dynasty of Hunters, Band 1 - Von dir verraten von P. J. Ried
Die fünf Fürstentümer von Prismeï veranstalten jedes Jahr Jagdspiele auf der Insel Arc-en-ciel. Aus ihren Familien werden die Jäger ernannt und die Gejagten werden aus den Reihen der Bürgerlichen rekrutiert. Doch durch eine Manipulation bei der Auslosung, wird Laelia aus dem Hause le Bleu von einer Jägerin zur Gejagten und soll ausgerechnet von Laurent, ihrem Geliebten gezeichnet werden.
Die Fähigkeiten des „Zeichnens“, wenn ein Mitglied der Fürstentümer bei jemanden durch Berührung die Kontrolle über diese Person übernimmt, finde ich sehr erschreckend, aber von der Autorin bild- und wortgewandt interessant in Szene gesetzt.
Laelia ist als eine überaus starke, aber auch emotionale Protagonistin dargestellt. Wir begleiten sie auf ihrer Flucht vor den Jägern und ihren Erkenntnissen, was für sie auf dem Spiel steht. Nach und nach wird ihr klar, was für eine grausame Art der Versklavung ihre Fähigkeit bedeutet und verfolgen die Änderung ihrer Einstellung dazu.
Die Jagd nimmt sehr viel Raum ein, hier hätte ich gern noch mehr über das Leben der Charaktere erfahren. Für Abwechslung sorgten die magischen Wesen auf der Insel, diese sowohl Guten wie auch Bösen haben mich fasziniert.
Leicht knisternde Momente mit tiefen Gefühlen wechseln mit spannenden, fesselnden Szenen. Durch den Cliffhanger am Ende des Buches bleibt die Spannung auf die Fortsetzung hoch.
Die Macht der Gerüche
Das Parfüm des Todes von Katniss Hsiao
Die Tatortreinigerin Yang Ning hat durch die psychische Belastung nach dem Tod ihres jüngeren Bruders ihren perfekten Geruchssinn fast komplett verloren. Nur wenn sie Tod und Verwesung erschnüffelt, gerät sie in einen wahren Rausch der Gerüche. Eines Nachts nimmt sie einen dringenden Auftrag an, der sehr kurzfristig erledigt werden muss.
Viel zu spät merkt sie, dass jemand sie in eine Falle gelockt hat. Sie reinigt einen Tatort, vernichtet alle Spuren und wird dadurch zur Hauptverdächtigen in einem Mordfall.
Leider hat mir dieser Thriller nicht gefallen. Der Plot klang sehr vielversprechend, doch die Sprache der Autorin empfand ich gewöhnungsbedürftig. Die Wechsel der Handlungsstränge innerhalb der Kapitel sind sehr verwirrend. Hier stockte mein Lesefluss und ich musste manche Absätze nochmal lesen um mich wieder zu orientieren.
Stellenweise war die Story zwar fesselnd, aber dadurch, dass ich keinen Zugang zu den Charakteren fand, verlor ich immer wieder den Faden und somit den Lesespaß.
Durch die Hintergründe von Yang Nings psychischer Belastung ist die Atmosphäre in diesem Thriller sehr düster. Nach außen erscheint sie knallhart und immer auf Krawall gebürstet, doch in ihrem Inneren ist sie sehr verletzlich. Der Verwesungsgestank ist für Yang Ning wie eine Droge, denn nur dann läuft sie zur Höchstform auf.
Wer sich zum Lesen dieses Buches entscheidet, sollte sich auf brutale Szenenbeschreibungen mit Ekelfaktor einstellen. Mein Geschmack war es leider nicht.
Eiskalt und geheimnisvoll
Tödlicher Winter von Lioba Werrelmann
Der Journalist Paul Schwarzmüller kehrt nach über 6 Monaten wieder zurück in seine alte Heimat Siebenbürgen, denn er kann die mysteriöse Maia nicht vergessen. Sie lebt auf seinem Hof, den er von seiner Tante Zinzi geerbt hat. Doch als er bei ihr anklopft, öffnet ihr frisch angetrauter Ehemann die Tür.
Als dieser am nächsten Tag tot aufgefunden wird, gerät Paul sofort unter Verdacht. Doch es bleibt nicht bei dem einen Toten und Paul beginnt auf eigene Faust mit den Ermittlungen.
Ich habe Paul bereits in seinem ersten Fall nach Siebenbürgen begleitet. Auch diese Mal ist die Story wieder sehr fesselnd und spannend. Das Buch kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Die verschiedenen, gut dargestellten Charaktere sorgen für eine interessante Handlung. Besonders Paul wirkt manchmal etwas verpeilt, er handelt oft unüberlegt und hat ein Talent sich immer wieder in Schwierigkeiten zu bringen.
Die Story punktet mit viel Abwechslung, temporeichen Handlungen und humorvollen Dialogen. Geheimnisvolle Szenen fesseln den Leser ans Geschehen.
Auch diesmal, im tiefsten Winter, hat Lioba Werrelmann eine malerische Kulisse mit viel Lokalkolorit als Rahmen für diesen sehr lesenswerten Krimi geschaffen.
Absoluter Pageturner
Finsteres Herz von Holger Karsten Schmidt
In ihrem zweiten Fall bewachen die Kriminalkommissare Frank Elling und Lona Mendt Kronzeugen in einem Safehouse. Als die Zeugen zur Staatsanwaltschaft zur Aussage gebracht werden sollen, ereignet sich ein brutales Massaker. Elling und Mendt kämpfen mit dem Tod und das 12jährige bulgarische Waisenmädchen Sarah ist spurlos verschwunden.
Der LKA beamte Hagen Dudek und Maja Kaminski von der Rostocker Bundespolizei übernehmen den Fall.
„Finsteres Herz“ kann auch ohne Kenntnisse des ersten Falls gelesen werden.
Der Autor überzeugt mit seiner sprachlichen Qualität. Er besitzt die Fähigkeit Figuren zu schaffen, die lebendig und greifbar wirken. Gut eingeflochtene private Informationen geben den Charakteren noch zusätzlich Tiefe.
Dieser geschickt konzipierte und sehr komplexe Kriminalfall ist so spannend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. In zwei zweitversetzten Erzählsträngen wird der Leser quasi durch die fesselnden Handlungen und Dialoge gejagt, bis zu einem erschütternden Twist, bei dem sich die Nackenhaare aufstellen. Obwohl der die Story im Jahr 2006 spielt, sind die von Holger Karsten Schmidt aufgegriffenen brisanten Themen immer noch aktuell und berührend.
Das Buch ist ein absolutes Krimihighlight, welches ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Du gehörst mir
Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun von Sloan Harlow
Auf der Heimfahrt von einer Party, kommt Ella von der Straße ab. Ihre Freundin Hayley, die nicht angeschnallt war, hat durch die Wucht des Aufpralls die Windschutzscheibe durchbrochen und wurde in den Fluss geschleudert. Sie wurde nicht gefunden und gilt seitdem als tot. Ella leidet seit dem Unfall sehr unter den Schuldgefühlen und dann verliebt sie sich auch noch ausgerechnet in Hayleys Freund Sawyer.
Als Ella zufällig auf Hayleys Tagebuch stößt, erfährt sie daraus unfassbare Geheimnisse, hat ihre Liebe jetzt noch eine Chance.
Aus wechselnden Perspektiven lernen wir Ella und Sawyer kennen. Ellas Schuldgefühle werden von der Autorin sehr einfühlsam und emotional beschrieben. Sawyer ist als netter Boyfriend dargestellt, der aber auch eine dunkle Seite hat. In immer wieder eingefügten Tagebucheinträgen kommt Hayley zu Wort, die uns dort an einer erschütternden Liebesbeziehung teilhaben lässt.
Mit einem fesselnden Schreibstil wird hier die Geschichte einer toxischen Beziehung geschildert, die sehr bewegt. Gefallen hat mir das Storytelling zu den wichtigen Themen Schuld, Trauer und verbotener Liebe.
Diese Mischung aus Romance und Thriller hat mir sehr gut gefallen, leider kann ich hier aber keine 5 Sterne vergeben, da die Handlung doch eher vorhersehbar ist.
Wie gut kennst du deine Familie
Nachtwald von Tríona Walsh
Nachdem Lizzie aus der Entzugsklinik entlassen wird, fährt sie mit ihrer Familie in den Westen Irlands. Es gibt etwas zu feiern, ihre Mutter hat wieder geheiratet und Butler Hall, ein etwas verfallenes Herrenhaus in einem düsteren einsamen Wald gehört ihrem neuen Ehemann George. Nachdem lange Funkstille zwischen ihrer Mutter und ihr herrschte, hofft Lizzie an diesem Wochenende den Familienfrieden wieder zu kitten.
Doch als plötzlich ein unerwarteter Gast vor der Tür steht, eskaliert die Situation und es gibt weit und breit keine Hilfe.
Mit einem fesselnden Schreibstil wurde ich sofort in die Story hineingesogen, auch die Atmosphäre in dem in die Jahre gekommenen Herrenhaus sowie der düsteren Umgebung versprachen einen nervenaufreibenden Thriller.
Die Zeichnung der Charaktere ist ganz gut gelungen, sie wirken lebendig und greifbar, allerdings keiner wirklich sympathisch. Gefallen hat mir hier die Entwicklung des in letzter Zeit gelittenen Verhältnisses zwischen Lizzie und ihrer Mutter.
Durch interessante Wendungen wird immer wieder Spannung aufgebaut und nach und nach treten immer mehr Geheimnisse ans Tageslicht. Leider wirkten manche Handlungen der Protagonisten unrealistisch, abgehoben und überzogen.
Ich habe lange überlegt, wie ich diese Story bewerten soll. Aufgrund des Unterhaltungswerts habe ich mich letztendlich für 4 Sterne entschieden, obwohl das Buch doch etwas von einem Thriller-Klamauk hatte.











