Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Goejos:
Schwerer Anfang
Ginsterhöhe von Anna-Maria Caspari
Albert Lintermann kehrt 1919 schwer vom Krieg gezeichnet auf seinem Bauernhof in Wollseifen zurück. Von einem Granatensplitter schwer im Gesicht verunstaltet, wendet sich auch seine Frau entsetzt von ihm ab. Doch Albert hat nicht vor, aufzugeben und er versucht mit allen Mitteln, sein Schicksal zu verbessern.
Dem Autor gelingt es hervorragend, das bäuerliche Leben in dieser Nachkriegszeit, mit allen Höhen und Tiefen dem Leser nahezubringen. Als die Zeiten sich endlich wieder normalisieren zu scheinen, taucht am Horizont die nächste Gefahr auf. Der Beginn des Nationalsozialismus beginnt sich abzuzeichnen. Und auch diese neue politische Gesinnung hält in diesem ländliche Ort Einzug, mit den mit ihre verbundenen Folgen. Dann bricht auch noch der 2. Weltkrieg aus und trifft voll Wollseifen. Eine Geschichte, welche in ihrem Handlungsbogen nichts auslässt. Eine Geschichte, welche den Leser in ihrem Bann zieht. Eine Geschichte, bei welcher der Leser von Anfang an mit leidet, mit hofft und sich mit den Beteiligten freut. Mehr als gelungen.
Rache
Die tausend Verbrechen des Ming Tsu von Tom Lin
Rache. Dieses Wort, dieses Gefühl treibt Ming Tsu vorwärts. Immer wieder. Er will alle Personen Töten, welche für seinen Zustand verantwortlich sind. Die Männer, welche ihn von Ada, seiner großen Liebe, getrennt haben. Die Männer, welche für seine Zwangsarbeiter beim Eisenbahnbau verantwortlich waren.
Richter und Sheriff, welche sich bezahlen wurden um ihn zu schaden. Sie Alle verfolgt er mit unbändigem Hass und er will nicht eher ruhen, bis er seine Mission erfüllt hat und er Ada wieder gefunden hat. Dem Autor Tom Lin gelingt es in diesem Werk die Elemente von Western, Fantasy- und Liebesgeschichte hervorragend zu vereinen. Ming Tsu erscheint als gnadenloser Rächer und Mörder, als Ehrenmann mit Handschlagqualität und als ein von der Liebe zu Ada getriebener unruhiger Geist. Und das Alles wird in dieser Geschichte noch in die wunderbare Beschreibung einer unbarmherzigen Landschaft gepackt. Sehr empfehlenswert.
Unmenschlich und doch spannend
Die Siegel des Todes von Peter Orontes
Das ist es, was ich an historischen Romanen so liebe: Das Zusammenspiel von Historie und spannender Fiktion. Schon das gelungene Cover macht Lust auf dieses Buch. Dem Autor Peter Orontes gelingt es hervorragend, die beiden vorher genannten Funktionen zu einem grandiosen Ganzen zu verbinden. Außerdem gilt es hier ja auch, die Spannung auf 700 Seiten hochzuhalten.
Auch das ist hervorragend gelungen. Das Leben von Ranghild und Elias ist an Abenteuerlichkeit nicht zu überbieten und mehr als einmal scheint es fast zu Ende zu sein. Wie sie sich, jeder in einer anderen Welt, daraus retten, wird meisterhaft erzählt. aber auch die geschichtlichen Vorgänge in der damaligen Zeit werden hervorragend und glaubwürdig in die Handlung mit ein bezogen. Es wird ein farbenprächtiges Sittenbild dem Leser kundgetan. Es lohnt sich, bis zum Ende dranzubleiben. Auf jeden Fall ein historisches Lesevergnügen.
Folgen eines Sturzes
Isengrim von Christoph Görg
Schon das gelungene Cover deutet auf den Inhalt hin. Und auch die Beschreibung "Historischer Kriminalroman" verrät einiges über den Inhalt. Dem Autor gelingt es hervorragend zu beschreiben, wie ein aus der Jetztzeit in die mittelalterliche Vergangenheit in Dürnstein mit Mordermittlungen an drei Frauen zurechtkommt.
Es ist ja nicht so einfach, mit dem Wissen aus dem 21. Jahrhundert Morde im 12. Jahrhundert aufklären zu wollen, ohne über die nötigen modernen Mittel zu verfügen. Dem Autor gelingt aber dieser Spagat hervorragend in der Gestalt von Nikolaus von Dürnstein, alias Sänger Blondie, welcher durch einen Sturz ins Mittelalter zurückkatapultiert wurde. Er lässt uns auch teilhaben an den dortigen Lebensumständen und Tagesabläufen. Ausgeschmückt wird dieses Werk durch die sehr detaillierte Beschreibung der einzelnen Charaktere der handelnden Personen. So bekommt man einen weiteren Einblick in die damalige Zeit. Sehr gelungenes Buch mit einem mehr als überraschenden Finale der Mordaufklärung. absolut lesenswert.
Berührend
Vilma zählt die Liebe rückwärts von Gudrun Skretting
Ein wunderbares Buch, ein Buch, welches alles vereint, Sorgen, Lachen, Lieben, Leiden, Hoffnung, Erfüllung. Schon das gelungene Cover macht Lust aufs Lesen. Und dann die Handlung. Es ist ein bisschen viel, was auf Vilma einstürzt. Ihr toter Vater, welchen sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte. Und dann noch diese Briefe von hm.
Jeden Tag soll sie nur einen Brief lesen. Dazu kommt noch, dass plötzlich Leben in den Alltag der einsamen Klavierlehrerin kommt. Ein Pfarrer, ein Bestattungsmitarbeiter und ein Klavierschüler bringen sie völlig aus dem Konzept. Die einzelnen Charaktere sind wunderbar dargestellt und beschrieben. Man leidet, lacht und lebt mit der Hauptdarstellerin mit. Sie, die bis jetzt so introvertiert war, geht plötzlich aus sich heraus und lässt andere Menschen in ihr Leben. Und das alles ausgelöst durch die Briefe ihres toten Vaters, welchen sie zu seinen Lebzeiten nicht kannte. Hervorragend.
Keine Zukunft
Heat 2 von Michael Mann; Meg Gardiner; Meg/Michael Gardiner/Mann
Von goejos
Ich habe den Film nicht gesehen und musste mich erst einlesen. War allerdings kein Problem. Ich war sofort gefangen von der Handlung, und auch der Film wurde leicht erklärt. Fasziniert war ich von Anfang an von Chris und wie er versucht, ein neues Leben aufzubauen. Es gibt aber genug andere Personen, welche in diesem Werk ausführlich beschrieben werden.
In diesem Buch reißt die Spannung nie ab und man tut sich daher schwer, es aus der Hand zu legen. Auch der Kampf zwischen Hannah und Wardell wird sehr gut geschildert und bleibt spannend bis zum Schluss. Die genaue Schilderung der Taten des Schwerverbrechers Otis Wardell in all ihrer Brutalität mag machen Leser abschrecken, steigert aber Hannahs Ehrgeiz, diesen zur Strecke zu bringen. Ein wirklich spannendes und gut geschriebenes Werk, welches allerdings Probleme hat, das Ende auch auf so hohem Niveau zu bringen. Trotzdem, ein Thriller, welcher unbedingt zu empfehlen ist.
Umbruch
Was nicht war, kann ja noch werden von Lydia Schmölzl
Aufgrund der Leseprobe setzte ich große Hoffnungen in diese Geschichte. Leider wurden sie nur zum Teil erfüllt. Freya flippt als 30-jährige aus, als sie erfährt, dass ihre beste Freundin schwanger ist. Danach setzt sie vollkommen irrrationale und undurchdachte Maßnahmen. Der Wechsel in der Geschichte zwischen Jetzt und Damals zeigt aber auch hier, die Unentschlossenheit der beiden Hauptbeteiligten.
Eines sei schon lobend hervorgehoben: Die Nebendarsteller werden sehr lebhaft eingebracht in die Handlung. Freyas Eltern, ihre Schulfreundinnen und da vor Allem Maya. Außerdem stellt Freya immer mehr sich selbst in den Vordergrund, ohne
Rücksicht auf eventuelle Probleme der Anderen. Ihre Angst vor dem Erwachsen sein, hat sie bis jetzt nicht abgelegt. Sie träumt immer noch von den "schönen" Zeiten in der Schule und ist anscheinend aus ihrem Traum noch nicht aufgewacht. Soll auch im richtigen Leben so vorkommen.
Schweres Erbe
Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens von Pierre Martin
Was für ein interessanter Beginn. Nach dem überraschenden unnatürlichen Tod seines Vaters muss der Sohn sein Gelöbnis am Sterbebett erfüllen. Er muss einem alten Gesetz folgend, Auftragsmorde erfüllen. Allerdings dürfen diese nicht als solche erkannt werden. Lucien Comte de Chacarasse hat allerdings nicht vor zu töten, er muss aber den Schwur erfüllen.
Was hätte man aus dieser Geschichte machen können. Herausgekommen ist eine oberflächliche Handlung. Der Junge Comte geht ziemlich unbeeindruckt an seine Aufträge heran. Die Lösungen erscheinen meistens an den Haaren herbeigezogen. Auch die Geliebte seines Vaters spielt in dieser seichten Geschichte eine nicht unwesentliche Rolle. Auch sein Onkel ist mehr als verwickelt in die Geschichte. So schleppt sich die Handlung mühsam durch die einzelnen Vorfälle bis zu einem, nicht erwarteten, weil unglaubwürdigen Ende. Schade um einen verpatzten Versuch.
Undurchsichtig
Die rätselhaften Honjin-Morde von Seishi Yokomizo
Vorweggenommen: Eine spannende Geschichte mit einem furiosen, nicht erwarteten Ende. Das wird zwar allgemein von einem Kriminalroman erwartet, doch in diesem Fall ist diese Behauptung überaus gerechtfertigt. Auch das Cover ist diesem Stil angepasst. Mit stoischer Ruhe und japanischer Gelassenheit wird vom Autor die Handlung abgespult und trotzdem bleibt die Spannung bis zum Schluss aufrecht.
Wer sich nicht beim Lesen von den japanischen Namen irritieren lässt, hat ein ungestörtes Krimivergnügen der seltenen Güte. Der "Verschlossene-Raum-Mord" stellt den ermittelnden Kommissar vor größte Probleme, ein hinzugezogener, junger, unscheinbarer Privatdetektiv trägt dann schlussendlich mit seinen eher unkonventionellen Methoden entscheidend zur Klärung dieses Verbrechens bei. Nebenbei werden auch Einblicke in das Leben der japanischen Gesellschaft übermittelt. Ein Krimi, welcher es wert ist, gelesen zu erden. Was will man mehr.
Kochen schweißt zusammen
Die Köchinnen von Fenley von Jennifer Ryan
Ein wunderbares Buch. Ein Buch über Liebe, Beruf, Wertschätzung und Zusammenhalt. Vier Frauen, vier verschiedene Schicksale. Ein Kochwettbewerb macht aus den vier Gegenspielerinnen vielleicht doch noch Freundinnen? Der Autorin gelingt es hervorragend, die entbehrungsreichen Lebensbedingungen Englands während der Kriegszeiten in diese Geschichte einzubinden.
Vor allem in Ernährungsbereich gab es viele Missstände während dieser Zeit. Doch auch die Liebe in all ihren Erscheinungsformen, die gegensätzlichen zwischenmenschlichen Beziehungen, Freud und Leid kommen in diesem Werk nicht zu kurz. Es wird der Kampf gegen die Lebensmittelarmut genau so beleuchtet, wie die aufleuchtende Hoffnung bei gelungenen Werken. Und das alles verpackt in der Durchführung eines Kochwettbewerbes. Der Preis übrigen eine Stelle als Co-Moderatorin einer Kochsendung während der Krieges. Das gelungene Cover passt hervorragend zum Inhalt. Ein mehr als gelungenes Werk.











