Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Goejos:
Keine einfachen Wege
Manifesto. Warum ich niemals aufgebe. Ein inspirierendes Buch über den Lebensweg der ersten Schwarzen Booker-Prize-Gewinnerin und Bestseller-Autorin von »Mädchen, Frau etc.« von Bernardine Evaristo
Bernardine Evaristo erzählt von ihrer Jugend als „Farbige“. Ihre Mutter, Engländerin, ihr Vater aus Nigeria. Für die damalige Zeit ein Unding. Sie lernt sehr bald die Nachteile einer Mischehe in England kennen. Aber ihren Eltern war das egal. Sie brachten Bernardine und ihre sieben Geschwister durch, sie engagierten sich auch gewerkschaftlich für die Unterdrückten.
Mit Achtzehn zog sie mit ihrem Freund in ein eigenes Zimmer, erkannte aber bald, dass sie mehr auf Frauen stand. Sie spielte Theater und hielt ich mit Arbeitslosenunterstützung über Wasser und wechselte oft die Wohnung. Dann konzentrierte sie sich aufs Schreiben. Sie machte sich selbstständig und hielt sich mehr recht als schlecht über Wasser. Sie war sich aber ihrer sexuellen Neigung nicht sicher und schwankte zwischen Männern u8nd Frauen. Eine ältere Geliebte war fast der Untergang für sie. Bernardine gab aber nie auf. Sie hatte ein Ziel vor Augen, welches sieunermüdlich verfolgte. Selbst zu schreiben, Theater zu spielen und für die „Farbigen“ zu kämpfen. Das ist ihr schlussendlich auch gelungen. Sie hat ihre Anerkennung gefunden, Preise gewonnen und vielen farbigen Autorinnen und Autoren geholfen. Ein interessantes Buch, nicht so leicht zu lesen, aber doch aufschlussreich. Zeigt es doch, was man mit einem eisernen Willen durchsetzen kann, wenn man ein Ziel vor Augen hat und dieses unbedingt erreichen will. Und das Alles in einem nicht einfachen Umfeld. Von dem Mut und dem Beharrungsvermögen dieser Frau kann man nur mit Hochachtung sprechen. Einzigartiger Lebensweg.
Lustig und zum Nachdenken
Strahlemann von Fritz Schaefer
Wunderbares Buch. Den Namen hat er seinem leider früh verstorbenen Großvater zu verdanken. Und er wollte und musste fast immer der "Strahlemann" sein. Nicht immer nur zu seinem Vorteil. Tolle Kindheit trotz behinderter Schwester, um welche er sich übrigens rührend kümmert. Tolle Schilderung des Verhaltens zwischen seiner Oma und seinem Opa mit all den vom Opa herbeigeführten Vorfällen.
In der Schule der erste Liebeskummer und die Anfeindungen durch die Horror-Zwillinge. Doch auch im Gymnasium wurde es nicht besser. Da trat ein Lehrer an die Stelle der Zwillinge. Der Liebeskummer hält noch immer an. Dann wird seine Mutter plötzlich auch noch Sexualtherapeutin. Schaefer schildert das alles humorvoll, aber auch pathetisch. Köstlich auch seine ungewollten Selbstverstümmelungsversuche. Sein Erzählstil versetzt den geneigten Leser direkt in die Handlung hinein. Man lacht und leidet mit dem "Strahlemann". Ein Buch, bei dem man beim Lesen den Alltag vergisst. Was kann man Besseres über ein Werk sagen.
Kopf hoch und durch
Eine kurze Liste meiner Probleme (Mutter nicht mitgezählt) von Mimi Steinfeld
Schon das Cover verrät, dass es hier relativ lustig zugehen wird. Auch der Tod von Cressidas Mutter ändert daran nichts. Schonungslos wird von der Autorin der turbulente, planungslose, liebesbedürftige, chaotische, aber doch zielorientierte Lebensablauf der Hauptperson geschildert. Die Hauptdarsteller (Hund Schröder, ihre Schwestern, der Psychotherapeut, ihre Tanten, usw.
) werden ebenfalls sehr personenbezogen dargestellt. Cressie vermeidet mit ihrem Lebenswandel kein einziges Fettnäpfchen. Man leidet, aber man lacht viel öfter mit ihr. Sie geht zielgerichtet in jede nur mögliche Katastrophe, schüttelt diese jedes mal ab und lebt weiter so. Nichts scheint sie aus der Fassung zu bringen. Grandios geschilderter Ablauf mit sehr gut gezeichneten handelnden Figuren. Man kommt aus dem Schmunzeln nicht heraus, schon passiert wieder etwas. Man leidet und lacht mit der Hauptfigur mit. Ein Buch, welches beim Lesen sicherlich den grauen Alltag vertreibt. Was kann man über ein Werk Besseres sagen. Super gelungen.
Wunderbar
Der Club der Lebensmutigen von Josefine Weiss
Marleen stößt auf dem Rückweg von ihrer Psychologin mit Hannes zusammen. Ein unbeabsichtigtes Treffen, welches ihr Leben grundsätzlich verändern soll. Seit dem Tod ihres Freundes macht sie sich Vorwürfe und ist nicht mehr sie selbst. Als ihr die Psychologin eine Adresse gibt, lernt sie den "Club der Lebensmutigen" kennen.
Eine Vereinigung, welche Menschen mit tödlicher Krankheit zusammenbringt und ihnen hilft, ihr verbleibendes Leben noch so schön wie möglich zu gestalten. Nach anfänglicher Ablehnung stürzt sich Marleen, unter Hannes Hilfe, tatkräftig in ihre neue Aufgabe. Als sie aber beginnt, Gefühle für Hannes zu entwickeln, beginnen die Schwierigkeiten wieder. Der Autorin gelingt es auf hervorragende Weise, diese schwierigen Themen hautnah und lebensecht zu Papier zu bringen, ohne kitschig zu werden. Ein Buch, welches beim Lesen mehr als berührt. Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt und Betroffenen vielleicht doch mehr Mut und auch Hoffnung bringt. Ein Buch, welches nach dem Lesen noch lange nachwirkt. Das kann man nicht von vielen Werken sagen. Gelungen und absolut lesenswert.
Kämpferfrauen
Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher von Beate Rygiert
Eine wunderbare Abhandlung wunderschön erzählt und umgesetzt. Drei verschiedene Frauen, drei verschiedene Schicksale, drei verschiedene Geschichten. Doch alle Drei verbindet eines: Der unbändige Wille etwas Vorgenommenes gegen alle Gegenströmungen durchzusetzen. Rosalie Gräfenberg will ihre Liebe zu Dr.
Franz Ullstein gegen alle Wiederstände durchbringen. Vicky Baum hat sich als Schriftstellerin in einer von Männern dominierten Welt behauptet und Lilli Blume kämpft unermüdlich für ihren Traum und für ihren Geliebten Emil. Der Autorin gelingt es hervorragend, diese drei verschiedenen Lebenswege in dem Roman zu verknüpfen und doch separat zu behandeln. Es wird auch auf die damaligen Lebensumstände und die herandrohende braune Gefahr eingegangen. Die einzelnen Charaktere werden lebensecht abgehandelt und so natürlich dem Leser nahegebracht. Das Cover passt punktgenau zu diesem Buch und zur Handlung. Ein gelungenes Werk.
Verschwundene Freundin
Mädchenmeuterei von Kirsten Fuchs
Kirsten Fuchs erzählt die Geschichte von vier sechzehnjährigen Mädchen, welche auf einem Containerschiff nach Marokko fahren, um Charlottes verschwundene Freundin Bea zu retten. Dass sie auch noch zwei Blinde Passagiere mitnehmen, kommt völlig unerwartet. Auf dem Schiff haben sie natürlich große Probleme damit.
Die Handlung schlängelt sich mühsam durch die lange Fahrt. Zwar hie und da etwas humorvoll, aber meistens nur langweilig. Dass dann auch noch ein kleiner Affe ins Spiel kommt, macht die Geschichte um die vier Ausreißer auch nicht spannender. Die Sache mit den Videos, welche Bea Charlotte auf ihr Handy schickt (falls sie Verbindung hat), tragen auch nicht viel zum Verständnis der Handlung bei. Für mich als Leser schien die ganze Handlung und deren Verlauf ziemlich an den Haaren herangezogen und ich quälte mich leider beim Lesen bis zum Schluss durch. Ich erhoffte immer etwas, was leider nie kam und der Handlung gut getan hätte. Ein netter, aber dann doch gescheiterter Versuch, einen Roman über Jung-Mädchen-Problem und deren Lösung zu schreiben. Schade drum.
Bedrohte Weihnachten!
Morgen, Klufti, wird's was geben von Volker Klüpfel; Michael Kobr
Ein Unglück kommt selten allein. Erika stürzt zwei Tage vor Dem Heiligen Abend beim Baumdekorieren von der Leiter und muss ins Spital. Aus Japan hat sich Sazuka zum Besuch angekündigt. Klufti allein zu Hause, er muss die Weihnachtsvorbereitungen und den Besuch aus Japan alleine aus die Reihe bringen.
Dass das nicht gut gehen kann, wird den Klufti-Kennern einleuchten. den beiden Autoren ist es gelungen, die 24 Katastrophen humorvoll, oft zwar etwas übertrieben, aber durchaus realitätsnah und doch noch glaubwürdig zu übermitteln. Man kann sich in die Verzweiflung von Klufti hineinversetzen, wie er mit seinen dürftigen Englischkenntnissen Sazuka die bayerischen Bräuche zu vermitteln versucht. Doch der Japaner lernt schnell und so steht der Bewältigung der Hindernisse durch die bayerische-japanische Leidensgemeinschaft nichts mehr im Wege. Für Klufti-Fans ein Hochgenuss. Buchcover passt super dazu.
Vergangen, vergessen, vorüber.
Althea Gibson – Gegen alle Widerstände. Die Geschichte einer vergessenen Heldin von Bruce Schoenfeld
Die bewegende Geschichte einer farbigen Tennislegende, welche unter anderem Wimbledon gewonnen hat. Und das in einer Zeit, als es Farbigen nicht leicht gemacht wurde, mit Weißen zusammen an Turnieren teilzunehmen. Aber wie es im Leben oft kommt, im Alter schlägt das Schicksal nochmals erbarmungslos zu.
Verarmt, erkrankt, vergessen. Doch ihre einstige Doppelpartnerin erinnert sich an sie. Ein aufwühlendes Buch über eine einst berühmte Tennisspielerin, welche auch Sportgeschichte geschrieben hat. Bruce Schoenfeldt hat hier einer Sportpersönlichkeit ein persönliches und verdientes literarisches Denkmal gesetzt. Auch die äußerliche Erscheinung des Buches ist grandios. Gebunden und ein wirkungsvolles Cover, mit einer jungen, anscheinend entspannten Althea Gibson, runden die Wirkung ab. Ein Lesegenuss, nicht nur für Tennisfans.
Bin ich jemand Anderer?
Die andere Tochter von Dinah Marte Golch
Toni (Antonia) Petzold hat nach einem Berufsunfall, bei einer Entrümpelungsaktion, ihr Augenlicht verloren. Dank einer Transplantation kann sie aber wieder sehen. Nun fasst sie den Entschluss, mehr über die verstorbene Gewebespenderin zu erfahren. Und es gelingt ihr auch, die Mutter zu eruieren und ihr einen Brief zu schreiben.
Über unklare Wege kommt diese an die Adresse von Toni und meldet sich bei ihr. Toni trifft sich mit ihr und ein unbarmherziges Schicksal nimmt seinen Lauf. Nicht nur, dass Toni viel über die Spenderin und ihre Familie erfährt, auch über ihre Eltern tauchen ungesagte Dinge auf, welch Tonis leben sehr verändern sollen. Der Autorin gelingt es hervorragend, immer in zwei Zeitebenen abwechselnd, die Handlung spannend bis zum Schluss zu halten. Auch die Probleme mit Transplantationen auf psychischer und psychischer Ebene werden hervorgehoben. Ein bis zur letzten Zeile lesenswertes Buch.
Märchenhafte Morde
Das Flüstern der Puppen (Thriller) von Gunnar Schwarz
Lena Freyenberg bekommt es nach ihrer Versetzung mit ihrem neuen Partner Henning Gerlach bei ihrem ersten gemeinsamen Fall mit unwahrscheinlichen Mordfällen zu tun. jedem Toten ist eine Puppe beigefügt. Selbst noch vom Tod ihres Ex-Partners etwas traumatisiert, muss sie sich hier beweisen. Außerdem hat sie seit der Übersiedlung mit Beziehungsproblemen mit ihrem Freund zu kämpfen.
Alles in allem kein leichter Beginn der neuen Arbeit. Als sie auch noch persönlich in die Fälle verwickelt wird und weiter vom Täter keine Spur ist, die Morde aber weitergehen, wird es auch für sie persönlich gefährlich. Dem Autor gelingt es, die Spannung immer hoch zu halten und er lässt die Ermittler lange Zeit im Dunkeln tappen. Zum Schluss gibt es eine furioses Finale, üb er das hier natürlich nichts verraten wird. Soviel sei aber gesagt: Es lohnt sich, beim Lesen dran zu bleiben und das Geheimnis der Puppen zu lüften.











