Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Astrid:
Leidenschaft in Farben!
Die Farben der Wüste von Amelia Martin
»Die Männer tun mich gern ab als die beste Künstlerin unter den Frauen. Ich glaube aber, ich gehöre zu den besten Künstlern überhaupt.« Georgia O’Keeffe (1887 - 1986)
‚Die Farben der Wüste‘ ist die Romanbiografie einer Frau, der die Malerei über alles ging.
Georgia O’Keeffe entwickelte ihre Kunst in der Abgeschiedenheit der Natur.
Dort entstanden ihre ungewöhnlichen, farbenfrohen, vom Stil her einzigartigen Werke. Sie etablierte sich als Malerin, unterstützt durch den Kunstfreund, den Fotografen und späteren Ehemann Alfred Stieglitz.
Die Ehe tat ihm gut, auch wenn er neben seiner Frau immer wieder Liebesbeziehungen pflegte, worunter sie litt. Und sie litt an der Enge in der Ehe, an Stieglitz‘ (eingebildeten) Krankheiten und seinem Kontrollverhalten. Auch wenn sie einander liebevoll zugetan waren, Georgia regelrecht unterwürfig darauf bedacht war, dass es Stieglitz stets gut ging und ihn ihren Seelenfreund nannte, konnte sie sich ihrer Kunst nur dann voll widmen, wenn sie sich in die Wüste New Mexikos zurückzog.
Neben ihrer Begabung, dem Malen, waren Gelassenheit und Durchsetzungskraft ihre Stärken.
Lesenswerte Biografie!
Eine unter den Weltbesten!
Adagio von Maria Regina Kaiser
Gleich im ersten Satz begegnet uns Clara Schumanns schlechtes Gewissen, das sie auch nach 6-jährigem Witwendasein nicht ablegen kann. Sie lacht, weil ihr jemand etwas Lustiges erzählt. Sie lacht und denkt für eine kurze Weile nicht an ihren Mann Robert, was ihr wenig später gleich wieder Schuldgefühle beschert.
Robert Schumann ist tot, aber er ist ständig um Clara: in seinen Noten, in der Musik, in den Kindern. Und Clara richtet sich auf, lächelt, komponiert, freut sich an ihren Kindern, an ihrem neuen Haus, erinnert sich, weil Erinnerungen nicht vergehen und lebt auf, wenn sie von Musikern, Dirigenten, Sängerinnen, dem Who is who der damaligen Gesellschaft umgeben ist. Und schließlich ist da auch noch Johannes Brahms, der die Witwe Schumann verehrt.
Ich denke mir: Was für eine Musikerin und Komponistin hätte sie noch sein können, wenn sie ausreichend Zeit für ihre Leidenschaft und die intensive Pflege ihrer Begabung gehabt hätte? Eine Zeit, die ihr Mann Robert zwar nicht an Lebenszeit, aber an ‚Arbeitszeit‘ selbstverständlich hatte. Robert, der kontrollierend wirkt (was in der damaligen Zeit vermutlich ok war), wenn er ihr als Ehemann versichert, dass Frauen nicht zu Künstlerinnen veranlagt wären. Weiblich solle sie sein, eine Hausfrau eigentlich und nicht so ehrgeizig, … mehr nähen … und nicht überheblich, bescheiden, fleißig, sparsam, treu …
Adagio ist lesenswert, Clara Schumanns Leben ist nacherlebenswert. Sie führte ein interessantes Leben voller Schicksalsschläge, aber euch voller Freude, denn ihr ging die Musik über alles.
Alles ist bunt und voller Leben, gleichzeitig staubig und altmodisch.
Das Pfauengemälde von Maria Bidian
Ich denke, es ist von Vorteil, sich vor oder während des Lesens mit der Geschichte Rumäniens in den 1980er-Jahren auseinander zu setzen, denn 'Das Pfauengemälde' wird dadurch besser les- und verstehbar.
Zum Buch selbst: Ich mag Sätze, die mich begleiten, auch über das Ende eines Buches hinaus.
Auf Seite 47 habe ich einen ersten solchen Satz gefunden: »Es war einmal, wie es keinmal war, wäre es nicht gewesen, würde es nicht erzählt.« Inzwischen weiß ich, dass rumänische Märchen häufig mit diesem schönen Satz beginnen.
Bereits am Anfang der Geschichte erlebe ich Emotionen: Härte (Kampfsport), Trauer, aber auch Leidenschaft und Sehnsucht sowie Anas Flugangst (die Seiten später Aufklärung erfährt). Hinzu kommt die Verzweiflung, gepaart mit schlechtem Gewissen, wenn es um den Tod ihres Vaters geht.
Ana ist ein eigener Charakter, geformt durch ihre rumänische Familie, die die Ära des Diktators Nicolae Ceaușescu unmittelbar erlebte und während dessen Politik enteignet wurde. Prozesse zum Rückerhalt des Eigentums wurden angestrebt, ein Teilsieg ist nun errungen. Das Haus der Familie (desolat und leergeräumt) wird restituiert. Ein Gericht hat die Rückgabe endlich beschlossen. Dabei ist dieser Besitz nur ein Teil von einstigem Wohlstand. Der Verlust ist also materiell, aber nicht nur.
Rumänien: Für Ana ist alles neu und doch nicht neu, sie spricht die Sprache und spricht sie doch nicht, sie ist Rumänin und Deutsche oder umgekehrt. Alles ist bunt und voller Leben, gleichzeitig staubig und altmodisch.
Ich mag die Detailverliebtheit in der Geschichte. Außerdem finde die Sprachmelodie schön. Die bildhafte Beschreibung erleichterte es mir, in die Geschichte einzutauchen, dennoch ist der Stil modern.
Ich habe dieses Buch gern gelesen! Maria Bidians Still ist toll!
Und das Ende bietet noch eine Überraschung.




