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Rezensionen von Lilli33:

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Atmosphärisch dicht

Fünf Fremde von Romy Fölck

Atmosphärisch dicht

Nordseeinsel Neuwerk, August 1995. Während eines Schullandheimaufenthalts verschwinden die Teenager Isa und Janosch. Nach Tagen wird Isa gefunden, so traumatisiert, dass sie kein Wort spricht. Was mit Janosch geschah, bleibt ungelöst.

Dreißig Jahre später treffen verschiedene Personen auf Neuwerk aufeinander.

Manche kennen sich von früher, andere sind sich bis dahin fremd, doch alle haben irgendwie mit dem Fall von damals zu tun. Ihr Zusammentreffen ist kein Zufall …

Der Anfang dieses Buches ist einfach großartig. Es hat mich sofort gepackt und ich fand mich auf der kleinen Nordseeinsel wieder, die ich zwar nicht in Wirklichkeit kenne, aber nach dieser Lektüre zu kennen glaube, so lebensecht wird sie und ihre Bewohner beschrieben.

Die Ereignisse werden so intensiv und atmosphärisch geschildert, dass man meint, mittendrin dabei zu sein. Nicht nur die ungeklärten Vorkommnisse in der Vergangenheit, sondern auch solche in der Gegenwart lassen einen hin und wieder zusammenzucken. Ein Übriges tut ein fürchterlicher Orkan, der das Fortkommen auf und von der Insel unmöglich macht.

Aus wechselnden Perspektiven und in zwei Zeitebenen (1995 und 2025) setzt sich nach und nach ein komplexes Bild der ganzen Handlung zusammen. Man kann dabei sehr gut miträtseln, wer und was hinter der ganzen Geschichte steckt. Einiges habe ich dabei schon früh vermutet, anderes konnte mich überraschen. Aber leider erschien mir die Auflösung zu konstruiert und unwahrscheinlich. Da spielen schon ziemlich viele Zufälle und nicht nachvollziehbares Handeln mit.

Nichtsdestotrotz hat mir das Buch aufgrund seiner vielen spannenden Elemente und der lebendigen Erzählweise gut gefallen.

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Atmosphärisch dicht
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Schuld, Magie und Liebe

Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell

Schuld, Magie und Liebe

Als Eve Shaw auf ihrer Arbeitsstelle von einem fremden alten Herrn besucht wird, der denselben Namen trägt wie Eves Lieblingskomponist Max Every, hat sie das unheimliche Gefühl, ihn zu kennen. Doch das scheint unmöglich. Und nun bittet dieser Max Every sie auch noch, ins White Octopus Hotel in den Schweizer Bergen zu reisen.

Eves Recherchen ergeben, dass das Hotel bereits vor über achtzig Jahren geschlossen wurde. Trotzdem macht sie sich auf den Weg und landet in einem eleganten Grand Hotel mit mysteriösen Gegenständen, Zeitreisezimmern und vielen Geheimnissen.

Mich konnte Eves Geschichte richtig packen, denn sie ist weitaus tiefgründiger als es der erste Anschein erahnen lässt. Seit vielen Jahren plagt Eve sich mit Schuldgefühlen und zieht sich immer mehr in sich zurück. Das Auftauchen des Fremden rüttelt sie auf, zumal es auch das Gerücht gibt, dass man im White Octopus Hotel die Zeit zurückdrehen könnte. Könnte Eve den Tod ihrer kleinen Schwester damit ungeschehen machen? Auch Max Every trägt eine schwere Last. Im Ersten Weltkrieg hat er so viel Leid mit ansehen müssen, was ihm zuweilen den Lebensmut nimmt.

Obwohl beide Protas schier unter ihrer Last zu zerbrechen drohen, schafft Alexandra Bell es, eine hoffnungsvolle Atmosphäre zu kreieren. Mit einem leichten Schreibstil und der sanften Entwicklung einer Romanze ist dieses Buch einfach schön und sehr berührend. Allerdings hatte ich beim Hören leichte Schwierigkeiten, den Zeitreisesprüngen zu folgen. Hier gibt es einiges an Hin und Her. Das Buch handelt in drei Zeitebenen: Gegenwart (2016), 1935 und 1918. Anfangs fand ich dies verwirrend, später hatte ich mich daran gewöhnt. Es hat mir sogar sehr gut gefallen, wie die verschiedenen Zeitstränge miteinander verwoben sind. Je mehr man die Verbindungen aufdeckt, desto mehr Überraschungen kommen auch zum Vorschein.

Ich habe das Hörbuch gehört, gesprochen von Sarah Dorsel und Sebastian Fischer. Beide machen ihre Sache sehr gut, lesen gut betont und transportieren mit ihrer Stimme die Atmosphäre zu den Hörenden. Der Text ist ungekürzt, die Lauflänge beträgt 10 h 49 min.

Gerne empfehle ich diese magische und berührende Geschichte weiter.

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Schuld, Magie und Liebe
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Unser Haus mit Rutsche von Safia Al Bagdadi

Hat was, aber leider nicht genug

Layla Beni Sayed hadert mit sich und ihrem Leben. Verschiedene berufliche Ansätze waren nicht von Erfolg gekrönt. Auch die Schriftstellerei läuft ihr nicht einfach von der Hand. In Gesprächen mit ihrer Psychotherapeutin und ihrem Hausarzt kommt sie sich selbst näher.

In episodischen Rückblenden begleiten wir Layla durch ihre außergewöhnliche Kindheit in Saarbrücken. Behütet von einer französischstämmigen Mutter und einem irakischen Vater, der oft auf Reisen ist, verläuft ihr Leben anders als das ihrer Freundinnen. Amir, der Vater, ist eine schillernde Person, in gewisser Weise ein Traumtänzer, der seiner Familie die tollsten Träume ausmalt, wie zum Beispiel das Haus mit Rutsche in Bagdad. Doch immer wieder kommt etwas dazwischen, beispielsweise der Golfkrieg, wodurch Amir arbeitslos wird und nicht wieder auf die Beine kommt.

Wir haben an bestimmten Ereignissen Anteil, aber auch am ganz gewöhnlichen Alltag dieser Familie - alles betrachtet durch die Augen des Kindes Layla. Vieles hätte ich mir tiefgründiger und intensiver gewünscht, aber klar, ein Kind begreift die Dinge nicht so wie ein Erwachsener. So empfand ich vieles als eher belanglos, was für die kleine Layla eine große Bedeutung hatte. Nichtsdestotrotz war es interessant, einen Blick in diese bunte Familie (auch auf die weiteren Familienangehörigen in Frankreich und im Irak) zu werfen und das Aufeinanderprallen der grundverschiedenen Kulturen zu beobachten.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, zuweilen mit einer Prise Humor gewürzt, sodass man fast über die zum Teil schlimmen Ereignisse hinweg getäuscht wird.

Die Handlung in der Gegenwart gefiel mir bei Weitem nicht so gut wie die in der Vergangenheit. Laylas Gedanken haben mich hier verwirrt und vor allem die wiederkehrenden Suizidgedanken fand ich verstörend.

Das Buch erschien im Februar 2026 im Carl Hanser Verlag.

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Das war nicht meins

Die Reise ans Ende der Geschichte von Kristof Magnusson

Das war nicht meins

Das Ende des Kalten Krieges muss gefeiert werden. Zu diesem Anlass trifft man sich im Garten der Botschaft der Russischen Föderation in Rom. Der alternde Doppelagent Dieter Germeshausen, der unter den neuen Umständen um seine Lebensgrundlage fürchtet, hat einen letzten Plan, bevor er sich zurückziehen will.

Doch dazu braucht er den jungen Dichter Jakob Dreiser, der im Gegensatz zu Germeshausen gut mit Worten umgehen kann. Gemeinsam reisen sie nach Kasachstan, damit Germeshausen das große Geld scheffeln kann. Doch Jakob Dreiser ist von seiner neuen Spionagetätigkeit so begeistert, dass er Germeshausens Anweisungen spontan in den Wind schlägt und auf eigene Faust handelt …

Von Kristof Magnusson habe ich bereits „Das war ich nicht“ gelesen, und das gefiel mir um Längen besser. Mit „Die Reise ans Ende der Geschichte“ konnte ich leider nicht viel anfangen. So witzig wie im Klappentext versprochen, fand ich das Buch bei Weitem nicht. Die Charaktere sind slapstickartig überzeichnet, dabei aber erstaunlich eindimensional und nichtssagend bis unglaubwürdig.

Nach einem spannenden Anfang, wo Germeshausen einen Giftanschlag erleidet, geht es erst mal recht gemächlich in der Vergangenheit weiter. Über Seiten wird die Party im Garten der russischen Botschaft beschrieben, ohne dass etwas Wesentliches geschieht. Ganz langsam werden hier Germeshausen und Dreiser zusammengeführt. Das hätte für meinen Geschmack ruhig etwas schneller passieren dürfen. Und die Story zieht sich auch danach in die Länge. Erst gegen Ende kommt dann etwas Tempo und auch Spannung auf. Und dann ist plötzlich Schluss, ohne dass die Geschichte ans Ende gekommen wäre - zumindest empfinde ich es so.

Sprachlich ist der Roman sehr in Ordnung, auch die Idee ist toll. Doch leider schaffte der Autor es nicht, mir die Figuren nahe zu bringen.

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Psychothriller für Jugendliche (und Erwachsene)

Happy Head von Josh Silver

Psychothriller für Jugendliche (und Erwachsene)

Das Buch ist wohl eher für Jugendliche ab ca. 14 Jahre gedacht, konnte mich als Erwachsene aber auch gut fesseln. Der Schreibstil ist relativ einfach, wirkt durch die Chatnachrichten und einige Ausdrücke aus der Jugendsprache aber sehr lebendig und authentisch.

Der siebzehnjährige Sebastian wurde ausgewählt, um an einem Programm für mentale Gesundheit von Jugendlichen teilzunehmen - HappyHead. Zusammen mit 99 anderen Teenagern wird er zwei Wochen irgendwo in Schottland verbringen, um den Startstein für sein weiteres - glückliches - Leben zu legen. Täglich warten neue Challenges auf die Teilnehmer. Schon bald ergeben sich Zweifel am Sinn der Maßnahmen, und noch schlimmer: Die Jugendlichen scheinen sogar in Gefahr zu sein.

Seb ist ein angenehmer Charakter, den ich gerne begleitet habe. Seine Charakterentwicklung hat mir gut gefallen. Noch besser fand ich allerdings den rebellisch erscheinenden Finneas, der sich von Anfang an nicht aufzwingen lässt. Beide zusammen sind ein tolles Protagonistenpaar. Ich habe beide ganz schnell in mein Herz geschlossen und mit ihnen gebangt, dass sie aus dieser Sache heil wieder raus kommen.

Die Story ist unglaublich spannend und rätselhaft. Was steckt wirklich hinter diesem Programm und dieser Einrichtung? Welche Rolle spielen die Betreuer? Und warum werden die Teenager bis aufs Blut getriezt? Seite für Seite deckt diese rasant erzählte Geschichte Unglaubliches auf, das einem schier das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein echter Pageturner, den ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Auf die Fortsetzung freue ich mich jetzt schon.

Die Dilogie:
1. Happy Head
2. Dead Happy (ET Herbst 2026)

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Vom Unglück einer Familie

Alle glücklich von Kira Mohn

Vom Unglück einer Familie

„Alle glücklich“ von Kira Mohn, die sich mit diesem Roman in ein für sie neues Genre wagt, ist im Januar 2026 im HarperCollinsVerlag erschienen.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, ich hatte daher keine besonderen Erwartungen. Na ja, außer vielleicht, dass zumindest jemand glücklich ist in dieser Geschichte.

Tatsächlich stellt sich die Familie Holtstein aber ganz anders dar.

Mutter Nina begnügt sich mit einem Job als Arzthelferin, da sie ihr Medizinstudium wegen der Schwangerschaft mit Ben abbrechen musste, während Vater Alexander seines beendet und eine erfolgreiche Karriere in der Klinik hingelegt hat. Er rackert sich für die Familie ab, ist aber viel zu selten daheim. Der neunzehnjährige Ben fühlt sich wie ein Loser. Er wünscht sich so sehr eine Freundin, vor allem, da seine drei Jahre jüngere Schwester Emilia anscheinend in einer glücklichen Beziehung mit Julian ist.

Der Roman sollte vielleicht besser „Alle nicht wirklich glücklich“ heißen, doch das ist nur der Anfang. Das dicke Ende kommt erst zum Schluss. Abwechselnd begleiten wir die vier Protagonist*innen durch ihren Alltag, lernen sie dabei immer besser kennen und dürfen hinter ihre Fassaden schauen. Dabei wirkt das Leben der Familie anfangs noch recht normal, wie es sicher in vielen realen Familien ist. Das Ende gleicht dann eher einem Erdbeben, das keinen Stein mehr auf dem anderen lässt. Das war mir dann fast schon zu heftig in dieser Größenordnung. Und leider endet die Geschichte dann auch noch recht offen, was ich nicht so besonders mag.

Der Schreibstil ist ziemlich einfach und nüchtern gehalten. Dabei gäbe es hier so viele Emotionen zur Leserin zu transportieren. Insgesamt konnte mich der Roman nicht wirklich mitreißen, obwohl ich mich gut in sämtliche Familienmitglieder hineinversetzen konnte.

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Neue Reihe mit einigen alten Bekannten

Ungelöst - Die erste Zeugin von Arno Strobel

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„Ungelöst. Die erste Zeugin“ knüpft an ein früheres Werk von Arno Strobel an, „Das Wesen“. Einige der damaligen Protagonisten spielen auch im aktuellen Buch wieder eine große Rolle, die ermittelnden Polizisten sind aber neu. Man muss auch überhaupt keine Vorkenntnisse mitbringen.

Was man über die einzelnen Charaktere von damals wissen muss, wird hier gesagt.

Nachdem Bernd Menkhoff den Psychiater Dr. Joachim Lichner ins Gefängnis gebracht hat, ist er nun wieder entlassen worden und prompt verschwinden erneut kleine Mädchen. Natürlich fällt der Verdacht sofort wieder auf Lichner. Luisa Menkhoff, die Tochter des inzwischen verstorbenen Bernd Menkhoff, bietet der Polizei ihre Hilfe an. Durch ihr eidetisches Gedächtnis hat sie unendlich viele interessante Erinnerungen, die zur Aufklärung der Fälle führen könnten. Doch bald geschieht etwas, was darauf hinweist, dass Lichner doch nicht der Täter sein kann …

Von der ersten bis zur letzten Seite hat mich dieses Buch gepackt. Ich wollte es kaum aus der Hand legen, denn die Spannung empfand ich als kontinuierlich hoch. Durch sympathische Protagonist*innen, aber auch durch schwer durchschaubare, war ich durchgehend von der Handlung gefesselt und habe mit den Ermittlern um die Entführungsopfer gebangt und gerätselt, wie alles tatsächlich zusammenhängt. Hierbei warten eine Menge überraschende Wendungen auf die Lesenden. Kaum meint man zu wissen, wer was und warum, dreht sich die Geschichte wieder komplett in eine andere Richtung. Für mich war hier kaum etwas vorhersehbar. Die einzelnen Fakten erkannte ich meistens erst, wenn der Autor mir den entscheidenden Hinweis gab.

„Ungelöst. Die erste Zeugin“ ist der Auftaktband einer neuen Reihe um Cold Cases. Ich bin schon sehr gespannt, wann und womit es weitergeht.

Fazit:
Sehr spannende Unterhaltung für alle Thrillerfans, die nicht unbedingt tiefschürfende Kost brauchen, sondern einfach mal vom Alltag abschalten wollen.

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Hat mich absolut gefesselt

Die Insel meiner Schwester von Sara B. Elfgren

Hat mich absolut gefesselt
Im Alter von vierzehn Jahren erfährt Mirjam, dass sie eine fast gleichaltrige Halbschwester hat. Die beiden lernen sich heimlich kennen und werden beste Freundinnen, bis sie sich wieder aus den Augen verlieren. Als Nia dann nach längerer Zeit sich wieder meldet und Mirjam zu ihrem vierzigsten Geburtstag auf die Familieninsel einlädt, hat diese schon ein ungutes Gefühl …

Sara Bergmark Elfgren packt hier schwierige Themen an, meistert die Gratwanderung zwischen bedrückenden Situationen und leichter Erzählung einfach klasse.

Mirjams Lebensgefährte hat sich nach zehn Jahren gerade von ihr getrennt; sie ist am Boden zerstört. Doch noch mehr Sorgen macht sie sich um ihre Schwester Nia, die seit Jahren in einer toxischen Beziehung feststeckt und es einfach nicht schafft, sich von ihrem Mann zu lösen.

Behutsam erzählt die Autorin die Geschichte der beiden Frauen aus der Ich-Perspektive von Mirjam. Dadurch bekommt man alle Gedanken und Gefühle aus erster Hand mit und kann leicht nachvollziehen, warum sie so handelt, wie sie handelt. Aber auch an Nia fühlte ich mich ganz nah dran und konnte sehr gut verstehen, wie sie an diesen Mann geraten ist und warum sie ihn nicht einfach verlassen kann, obwohl vielleicht sogar ihr Leben in Gefahr ist. Dies wird sehr schön durch Rückblenden/Erinnerungsfragmente gelöst.

Die Atmosphäre ist dabei von Anfang an untergründig spannend. Man hat den Eindruck, dass jeden Augenblick etwas passieren muss, doch hier spannt Sara B. Elfgren uns etwas auf die Folter. Der große Knall kommt erst später, dann aber mit aller Wucht! Ich war total erstaunt über die Wendungen, die die Handlung nimmt. Dieser Roman weist mehr Spannung auf als so mancher Thriller.

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Stellenweise langatmig

Loki - Her Twisted Heart von Franka Neubauer

Stellenweise langatmig

Der Klappentext hat mich gleich gefangen genommen. Loki hat mich schon immer fasziniert. Interessant fand ich, dass hier die verschiedenen Mythologien vermischt werden: Loki als nordischer Gott sowie weitere Götter aus der nordischen, der römischen und der griechischen Mythologie.

Davon versprach ich mir viel Spannung, aber leider haben alle Götter und Göttinnen außer Loki nur Kurzauftritte, wobei ihre Herkunft auch keine große Rolle spielt.

Harlow hasst die Götter. Doch als ihre Freundin Asra und andere Bewohnerinnen ihres Lagers von einer tödlichen Krankheit befallen werden, wird sie für die Suche nach einem Heilmittel in die Götterwelt Abyssos zu Loki geschickt. Loki, der Gott des Chaos und der Täuschung. Und tatsächlich weiß Harlow nie, woran sie mit ihm ist, ob sie ihm trauen kann oder besser doch nicht. Als die beiden dann auch noch von Amors Pfeil getroffen werden, sind sie aneinander gebunden - verflucht, auf ewig zusammen zu sein. Das ergibt einige spritzige Dialoge zwischen den beiden „Kontrahenten“. Dies hat mir gut gefallen.

Allerliebst war auch der kleine Wassergeist Kaia. Kaia konnte mir bei jedem ihrer Auftritte eine Lächeln ins Gesicht zaubern. Loki empfand ich als eine sehr zwiespältige und dadurch unheimlich interessante Figur. Bei ihm muss man stets auf der Hut sein. Er bleibt undurchsichtig bis zum Schluss. Der Situation geschuldet, wirkt Harlow anfangs ein bisschen jammernd und selbstmitleidig. Das ist nicht so ganz meins, aber zum Glück entwickelt sie sich ganz schnell in eine andere Richtung.

Der Schreibstil ist gut zu lesen, relativ einfach und ohne Schnörkel. Manchmal erschien er mir etwas zu flapsig angesichts jahrtausendealter Götter, zumal das nicht durchgehend der Fall ist. Sonst hätte ich es tolerieren können.

Eigentlich ist die Story ganz interessant und spannend. Stellenweise hat die Erzählung aber auch ziemliche Längen, wo ich mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen musste.

Die Loki-Dilogie:
1. Loki. Her Twisted Heart
2. Loki. His Dark Soul (ET: Juli 2026)

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Lesenswert, wenn auch mit Luft nach oben

Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross

Lesenswert, wenn auch mit Luft nach oben

„Hazel sagt Nein“ ist der Debütroman von Jessica Berger Gross, die wie Hazel in New York aufgewachsen und dann nach Maine gezogen ist. Auch weitere einzelne Aspekte ihres eigenen Lebens hat sie in diesem Buch verarbeitet. Es ist aber bei Weitem kein autobiografischer Roman.

Der Anfang des Romans gefiel mir ausnehmend gut. Hazel wird an ihrem ersten Tag an der neuen Senior High School ins Büro des Direktors Richard White beordert, wo dieser ihr mitteilt, dass er jedes Jahr mit einer seiner Schülerinnen Sex und für das aktuelle Jahr Hazel ausgewählt hat. Wie vor den Kopf gestoßen, sagt Hazel das einzig Richtige: Nein! Damit will sie es eigentlich bewenden lassen, doch die Szene lässt sie in Gedanken nicht los, und so vertraut sie sich ihrer Mutter Claire an. Diese ist entsetzt und telefoniert sofort mit Hazels Vater Gus. Der kleine Bruder Wolf bekommt sowieso immer alles mit. Und so kommt die Lawine ins Rollen. Die Sache wird publik gemacht. Für Familie Greenberg Blum beginnt eine Zeit der Anfeindungen, denn White streitet alles ab und schiebt den Schwarzen Peter Hazel zu. Da er ein angesehenes Gemeindemitglied ist, sind viele der Bewohner auf seiner Seite.

Jessica Berger Gross erzählt diese unfassbare Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Alle Familienmitglieder kommen fast gleichermaßen zu Wort und wir dürfen miterleben, wie das Geschehen ihre jeweilige kleine Welt beeinträchtigt.

Die einzelnen Charaktere gefielen mir recht gut. Sie sind alle ungewöhnlich, haben ihre Ecken und Kanten, aber auch ganz viele liebenswürdige Seiten. Auf eine gewisse Weise mochte ich jede der Figuren sehr gerne, wobei die Szenen mit Wolf regelmäßig am witzigsten waren. Dieser Witz war auch sehr positiv, sonst wäre die Story zu negativ ausgefallen. Dabei ist der Autorin die Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Witz gut gelungen.

Der Schreibstil war leider nicht so ganz nach meinem Geschmack. Ich empfand ihn mit seinen relativ kurzen Sätzen als zu einfach. Ein paar mehr Emotionen hätte ich mir auch gewünscht. Gerade Hazel als die Hauptbetroffene erschien mir oft zu abgeklärt.

Trotzdem fand ich diesen Roman absolut lesenswert, wenn auch durchaus noch Luft nach oben ist.

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