Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Prima Abschluss der Trilogie
Nachtwasser von Camilla Läckberg; Henrik Fexeus
Prima Abschluss der Trilogie
Inhalt:
Schwedens Justizminister Niklas Stockenberg erhält eine Drohung: In vierzehn Tagen wird er sterben. Das Team um Mina Dabiri steht unter Zeitdruck und weiß überhaupt nicht, wo es mit den Ermittlungen ansetzen soll. Wieder einmal wird der Mentalist Vincent Walter um Hilfe gebeten.
Allerdings steht dieser selbst unter enormem Druck, denn auch er wird bedroht.
Meine Meinung:
Schon die ersten beiden Bände dieser Trilogie haben mir gut gefallen. Und der dritte steht diesen nicht nach. Spannung ist durchweg vorhanden, auch wenn ich mir ab und an ein schnelleres Tempo gewünscht hätte. Nicht nur das Privatleben von Mina und Vincent spielt eine große Rolle, auch das der anderen Ermittler*innen wird immer wieder ausführlich thematisiert. Das hätte man gut etwas kürzen können.
Die Story an sich ist aber komplex und verzwickt. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, wodurch das Geschehen von allen Seiten beleuchtet wird und die Leserschaft natürlich immer etwas mehr weiß als die einzelnen Protagonisten. Der Schreibstil ist sehr ansprechend und locker zu lesen. Manche Dialoge bzw. Szenen sind sogar witzig und lockern die düstere Handlung etwas auf. Als Leser*in sollte man nicht gerade eine Abneigung gegen Zahlen, Rätsel, Codierung usw. haben, denn genau das ist Vincents Spezialgebiet und kommt daher immer wieder zur Sprache, allerdings so, dass man auch ohne großes Wissen folgen kann.
Als erfahrene Krimileserin hatte ich schon früh einen Verdacht, wer hinter der Drohung gegen Niklas stecken könnte, doch das tat der Spannung keinen Abbruch, da es ja noch weitere Ereignisse gibt, die einen in Atem halten. Mit dem Ende konnte mich das Autoren-Duo auf jeden Fall absolut überraschen. Das fand ich sehr gelungen.
Man kann dieses Buch gut ohne Vorkenntnisse lesen, es wird allerdings auf die vorhergehenden Fälle eingegangen, sodass man an diesen hinterher nicht mehr so viel Freude haben wird. Also besser die Reihenfolge einhalten!
Die Dabiri-Walder-Trilogie:
1. Schwarzlicht
2. Finsternebel
3. Nachtwasser
Die Zukunft ist jetzt
VIEWS von Marc-Uwe Kling
Die Zukunft ist jetzt
Inhalt:
Die sechzehnjährige Lena Palmer ist verschwunden. Als ein paar Tage später im Internet ein brutales Video von ihr auftaucht, ist es ganz schnell fünf vor zwölf in Deutschland. Denn die Täter sind allesamt dunkelhäutig und der „Aktive Heimatschutz“ schreit nach Rache für Lena.
Yasira Saad, Ermittlerin beim BKA, und ihrem Team bleibt nicht viel Zeit, um Lena und die Täter zu finden. Die öffentliche Lage droht zu eskalieren.
Meine Meinung:
Natürlich kenne und liebe ich die Känguru-Chroniken und Qualityland von Marc-Uwe Kling. Umso überraschter war ich, als ich las, dass er nun einen Thriller geschrieben hat. Kann der Kleinkünstler das überhaupt? - Ja, er kann! Und er hat sich dafür ein Thema ausgesucht, das aktueller und brisanter kaum sein könnte.
Der Schreibstil ist flott und leicht zu lesen. Hier wird nicht in unwichtige Details gegangen, sondern der Autor kommt auf den Punkt und treibt so die Handlung rasant voran. Trotz der knappen Worte erhalten die Charaktere ausreichend Tiefe, und man kann sich gut vor allem in die Protagonistin Yasira hineinversetzen. Ich empfand sie als sehr sympathisch - ebenso wie ihren Partner Michael Becker. Zusammen ergeben die beiden ein geniales Team.
Von Anfang bis Ende wird die Spannung hoch gehalten. Dabei kommt aber auch immer wieder Klings humoristische Seite zum Aufblitzen. Eine äußerst gelungene Kombination. Kling zeigt ein erschreckendes Szenario auf, das leider absolut realistisch und verstörend wirkt. Die Auflösung konnte mich überraschen, was ich immer liebe. Allerdings bleibt dann am Ende doch noch eine wichtige Frage offen, und das mag ich gar nicht.
War leider nicht meins
Geparkt,1 Audio-CD, 1 MP3 von Susanne Fröhlich
War leider nicht meins
Inhalt:
Als Monika den smarten Sven kennenlernt, scheint sich ihr Leben zum Besten zu wenden. Sven ist vermögend, großzügig und aufmerksam. Als er ihr anbietet, auf seiner Finca auf Mallorca zu leben, wo er sie jedes Wochenende besuchen will, bricht sie alle Verbindungen zu ihrem alten Leben ab und stürzt sich ins süße Nichtstun.
Doch leider dauert es nicht lange, bis Sven eine Nachfolgerin gefunden hat und Monika einfach rausschmeißt. Die sinnt auf Rache …
Meine Meinung:
Ich liebe die meisten Romane von Susanne Fröhlich, deren humorvolle Ader in der Regel genau auf meiner Linie liegt. Leider nicht bei diesem Roman. Zwar fand ich es klasse, wie sich nach und nach immer mehr Frauen zusammentun und an dem Racheplan, der schließlich auch noch einen anderen Mann einschließt, mitzuwirken, aber die Taten, mit denen die Frauen sich rächen, haben mir überhaupt nicht zugesagt. Das war nicht witzig, klang für mich eher nach Kindergarten und war zum Teil auch weit unter der Gürtellinie. Damit konnte ich persönlich einfach nichts anfangen. Sicher gibt es aber genügend Leserinnen, die sich an so etwas erfreuen können. Meins war’s halt nicht.
Gelesen wird das Buch von der Autorin selbst. Hier haben mir vor allem die gemäßigt hessischen Dialoge gefallen, die mit Svens Eltern geführt werden, einem absolut liebenswerten Ehepaar, das mich in seiner Art sehr an Andrea Schnidts Schwiegervater Rudi erinnert hat. ;-)
Meine anfängliche Begeisterung ließ leider schnell nach
Die unendliche Reise der Aubry Tourvel von Douglas Westerbeke
Meine anfängliche Begeisterung ließ leider schnell nach
Inhalt:
Paris, 1885. Die neunjährige Aubry wird von einer seltsamen Krankheit befallen. Wenn sie sich länger an einem Ort aufhält, fängt sie an zu bluten und erleidet am ganzen Körper unsägliche Schmerzen und Krämpfe. Wenn sie nicht sofort weiterzieht, wird sie sterben.
So wandert sie zunächst mit ihrer Mutter, dann allein kreuz und quer durch die Welt. Die einzigen Orte, an denen es ihr gutgeht, sind geheime Bibliotheken. Doch auch dort kann sie nicht unendlich lange bleiben.
Meine Meinung:
Das Buch beginnt wirklich großartig, mit viel Action, Spannung und Atmosphäre und einem wortgewandten Schreibstil. Der Schreibstil bleibt, der Rest leider nicht. Schon bald reibt sich die originelle Grundidee in langatmigen Wiederholungen mit immer neuen Namen auf. Die Menschen, denen Aubry auf ihrer Wanderschaft begegnet und die Orte, an die es sie alle zwei bis vier Tage verschlägt, empfand ich als relativ austauschbar. Aubry selbst lernen wir im Lauf ihres langen Lebens zwar sehr gut kennen, aber alle anderen Figuren bleiben blass.
Auf ihrer Weltreise trifft Aubry natürlich jede Menge Menschen/Stämme/Völker. Hier hätte ich erwartet, etwas über die Bräuche und Sitten rund um den Erdball lernen zu dürfen, aber davon war leider kaum die Rede. Es gibt ein paar Lebensweisheiten und ein bisschen Philosophie, ansonsten nur ein großes Rätsel um diese kuriose Krankheit, die Aubry seltsamerweise schon als Kind einfach so hinnimmt und von sich aus ihr Leben danach ausrichtet.
Die im Klappentext angepriesenen „unendlich viele[n] Abenteuer“ sind gar nicht so viele und werden mit wenigen Sätzen abgehandelt. Und die „Menschen, die ihr sehr viel bedeuten“ spielen eigentlich keine Rolle mehr, wenn Aubry sie nach wenigen Tagen wieder verlassen muss.
Ich war wirklich bereit, mich auf diese ungewöhnliche Geschichte einzulassen, aber leider konnte mich die Umsetzung nicht begeistern. Durch die kurze Zeitspanne, die Aubry jeweils nur an einem Ort bleiben kann, wird man ziemlich durch die Handlung gehetzt und kann nicht besonders tief eintauchen. Schade, ich hatte mir nach der Leseprobe mehr erhofft.
Solide, aber nichts Außergewöhnliches (Hörbuch-Rezension)
Der Totenarzt,2 Audio-CD, 2 MP3 von Chris Carter
Solide, aber nichts Außergewöhnliches (Hörbuch-Rezension)
Inhalt:
Mal wieder ist ein perfider Serienkiller in Los Angeles am Werk. Er entführt seine Opfer und foltert sie wochenlang, bis er ihren Tod als einen Unglücksfall arrangiert. Nur dem genauen Hinsehen der Pathologien Dr. Hove ist es zu verdanken, dass im Falle eines vermeintlichen Unfallopfers herauskommt, dass es sich tatsächlich um Mord handelt, und zwar um einen besonders brutalen.
Daher landet der Fall bei Ultra Violent Crime Unit in Person von Robert Hunter und Carlos Carcia.
Meine Meinung:
Ich habe diese Reihe vom ersten Band an verfolgt. Manche Teile haben mich mehr, andere weniger begeistert. Solide sind sie alle, aber die besonders guten haben das gewisse Etwas, das einem schlaflose Nächte beschert und den Atem stocken lässt. Dies war hier leider nicht der Fall. Zwar werden wie gewohnt die Verbrechen auch aus Sicht der Opfer beschrieben, ihre Schmerzen und ihre Ängste detailliert geschildert, aber im Gegensatz zu manch anderen Bänden schockierte mich das dieses Mal kaum.
Ansonsten alles wie meistens bei Chris Carter: Robert Hunter brilliert wieder mit seinem umfangreichen Wissen. Die Leserschaft wird an den Gedanken der Ermittlungen intensiv beteiligt und so in logischen Schritten zur Lösung geführt.
Der Fall ist in sich abgeschlossen. Das Privatleben der Ermittler wird praktisch vollständig ausgeklammert, alles dreht sich nur um den Fall. So ist dieser Band auch problemlos ohne Vorkenntnisse zu lesen und als Einstieg in die Reihe geeignet, auch wenn es nicht der allerbeste ist.
Ich habe das Hörbuch in der gekürzten Fassung gehört. Von der Kürzung ist nichts zu merken, es fehlt anscheinend nichts Wesentliches. Gelesen wird das Buch von Uve Täschner, der seine Aufgabe ganz hervorragend macht, gut betont und den einzelnen Personen charakteristische Stimmen verleiht.
Die Reihe:
1. Der Kruzifix-Killer
2. Der Vollstrecker
3. Der Knochenbrecher
4. Totenkünstler
5. Der Totschläger
6. Die stille Bestie
7. I am Death. Der Totmacher
8. Death Call. Er bringt den Tod
9. Blutrausch. Er muss töten
10. Jagd auf die Bestie
11. Bluthölle
12. Blutige Stufen
13. Der Totenarzt
Mord inmitten von Mythen
Bretonische Sehnsucht von Jean-Luc Bannalec
Mord inmitten von Mythen
Inhalt:
Auf der Insel Ouessant wird die Leiche eines ortsbekannten Musikers angespült. Commissaire Georges Dupin sucht verzweifelt nach einem Motiv, trifft aber stets nur auf immer mehr Mythen und Mysterien. Besonders pikant: Eine der Bekannten des Toten ist die Nichte des Präfekten Locmariaquer.
Meine Meinung:
Auch Band 13 dieser Reihe kann theoretisch ohne Vorkenntnisse gelesen werden, da der Fall in sich abgeschlossen ist. Praktisch macht es natürlich mehr Spaß, wenn man das Stammpersonal bereits kennen und lieben gelernt hat.
Leider spielen weder Nolwenn noch Claire hier eine Rolle. Nolwenn ist im Urlaub, Claire auf einer Tagung in Boston. Hauptsächlich agieren Dupin und Riwal, wobei Letzterer mit seinem überragenden Wissen zu Land, Leuten und Mythen glänzt. Dieses nimmt mal wieder unheimlich viel Raum ein, wogegen der Kriminalfall fast in den Hintergrund rückt. Da ich die eingestreuten Geschichten aber sehr interessant fand, hat es mich dieses Mal nicht so gestört.
Auch wenn der Kriminalfall nicht mordsspannend war, hat mir das Lesen doch viel Spaß gemacht. Bannalec versteht es einfach, eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen, die in mir das Fernweh weckt.
Die Reihe:
1. Bretonische Verhältnisse
2. Bretonische Brandung
3. Bretonisches Gold
4. Bretonischer Stolz
5. Bretonische Flut
6. Bretonisches Leuchten
7. Bretonische Geheimnisse
8. Bretonisches Vermächtnis
9. Bretonische Spezialitäten
10. Bretonische Idylle
11. Bretonische Nächte
12. Bretonischer Ruhm
13. Bretonische Sehnsucht
Tödliches Mikroplastik
Partikel von Wolf Harlander
Tödliches Mikroplastik
Inhalt:
Hochzeitsgäste müssen ins Krankenhaus, ein Frachter versinkt im Mittelmeer und verursacht eine Umweltkatastrophe, ein zweijähriges Kind hat Leberkrebs im Endstadium. Die Verbindung zwischen diesen Szenarien: Mikroplastik. Die Journalistin Melissa Frey schreibt über die Firma Cyaclean, die einen Erfolg versprechenden Ansatz zum Abbau des Plastiks verfolgt.
Doch Politiker und Umweltaktivisten sind in Sorge, und auch der BND mischt mit …
Meine Meinung:
Wolf Harlander entwirft ein spannendes Szenario, das durchaus realistisch wirkt. Unterfüttert wird es mit vielen Fakten. Die Handlung ist ziemlich komplex und verschlungen. Ab und zu hätte ich mir etwas mehr Geradlinigkeit gewünscht und auch eine weniger detaillierte Erzählung. So zieht es sich manchmal doch sehr in die Länge. Trotzdem konnte Harlander mich von vorne bis hinten fesseln. Das Thema ist einfach zu wichtig und geht uns alle an. Es wird auch durchaus so dargestellt, dass man sich Gedanken über die Zukunft macht und wie man vielleicht etwas zum Guten verändern könnte.
Die Protagonistin Melissa ist eine starke Persönlichkeit. Es hat Spaß gemacht, an der Seite dieser toughen Frau, die sich nicht korrumpieren lässt, tiefer in die Materie vorzudringen. Mir war Melissa sehr sympathisch. So konnte ich gut mit ihr und ihrer kleinen Nichte Zoe mitfiebern und mitfühlen. Gerade das Schicksal des kleinen Kindes ist dabei nicht leicht zu verkraften, die Auswirkungen der Krankheit werden drastisch geschildert.
Für mich war es das erste Buch von Wolf Harlander. Insofern konnte ich mit Nelsons Recherchen zum Tod seiner Eltern nicht so viel anfangen. Offenbar zieht sich dieser Handlungsstrang bereits durch mehrere Bücher. Ausgesprochen störend fand ich es aber auch nicht.
Fazit:
Ein wichtiges Thema, das Wolf Harlander zu einem spannenden Thriller verarbeitet hat. Ich empfehle das Buch gerne weiter.
Die Grundzüge der Hundekommunikation
Sprachkurs Hund von Martin Rütter von Martin Rütter
Die Grundzüge der Hundekommunikation
Das Buch „Sprachkurs Hund“ ist seit vielen Jahren ein Bestseller von Martin Rütter in Zusammenarbeit mit Andrea Buismann. Das Buch wurde wieder überarbeitet und ist nun auch als Hörbuch erhältlich. Auf populärwissenschaftliche Weise bringt der Autor Hundefreunden die Grundzüge der Hundekommunikation bei.
Dass man in etwa viereinhalb Stunden nicht bis ins kleinste Detail gehen kann, dürfte klar sein. Aber einen guten Eindruck von der Thematik bekommt man mit diesem Hörbuch auf jeden Fall.
Rütter befasst sich hier mit der Kommunikation von Hunden unter sich sowie der Kommunikation zwischen Hund und Mensch. Sowohl was der Welpe lernen muss als auch Besonderheiten spezifischer Hunderassen werden thematisiert. Ebenso kommen Missverständnisse zwischen Mensch und Hund zur Sprache. So bedeutet ein lächelnder Mensch für den Hund erst einmal eine Bedrohung, bis er gelernt hat, dass das Zähnezeigen des Menschen eine andere Bedeutung hat als das des Hundes.
Sehr gelungen fand ich manche Beispiele, die Parallelen zwischen Mensch und Hund aufzeigen, zum Beispiel beim Territorialverhalten: Der Hund markiert sein Revier u.a. durch Pinkeln, der Mensch, indem er ein Handtuch auf die Strandliege legt.
Der Sprecher Peter Veit hat mir super gefallen. Seine Stimme ist sehr angenehm und klingt seriös. Seine Betonung ist wirklich gut und er liest so dynamisch, dass man ihm über längere Zeit konzentriert zuhören kann. Trotzdem ist mir sicher das ein oder andere Detail entgangen. Ich werde mir das Hörbuch also lieber noch einmal oder noch zweimal oder einfach immer wieder anhören. ;-)
Fazit:
Als Einstieg in das Thema Hundekommunikation ist dieses Hörbuch sehr gut geeignet.
Überraschend spannender Cosy Crime
Mord im Antiquitätenladen von Waldi Lehnertz
Überraschend spannender Cosy Crime
Inhalt:
Als Siggi nach dem frühmorgendlichen Angelausflug zu seinem Antiquitätengeschäft kommt, traut er seinen Augen nicht: Die Tür ist aufgebrochen, und es kommt noch schlimmer. In einem alten Sessel sitzt eine Leiche. Kopflos stürzt Siggi nach draußen, um die Polizei zu rufen.
Doch Überraschung: Als die Polizei in Person des unfähigen Gunnar eintrifft, ist die Leiche verschwunden. Gunnar glaubt Siggi daher kein Wort. Dem bleibt nichts anderes übrig, als selbst Nachforschungen anzustellen.
Meine Meinung:
Waldi Lehnertz dürfte sehr vielen Lesenden aus dem Fernsehen bekannt sein. Nun hat er seinen ersten Krimi geschrieben - in Zusammenarbeit mit der Autorin Miriam Rademacher, deren Name leider nicht auf dem Cover erscheint.
Ich muss gestehen, dass meine Erwartungen zunächst nicht allzu hoch waren, aber sie wurden bei Weitem übertroffen. Schon die Leseprobe hat mir gezeigt, dass das Buch ganz amüsant sein könnte. Mir hat das Lesen Spaß gemacht. Die Story ist ziemlich verwickelt und durchweg spannend, der Humor manchmal witzig, manchmal abgedroschen, aber im Großen und Ganzen ganz nett. Nicht so nett fand ich, dass man sich über das Schielen des Polizisten lustig gemacht hat, das war unter der Gürtellinie und unnötig.
Ansonsten gibt es einige Verdächtige und unerwartete Wendungen. Speziell mit der Auflösung am Ende hätte ich überhaupt nicht gerechnet. Hier konnte mich das Autorenduo komplett überraschen, was ich sehr schön fand.
Der Krimi ist als Einzelband konzipiert. Bei entsprechendem Erfolg könnte ich mir aber durchaus vorstellen, dass eine Reihe daraus wird.
Wenn die Vergangenheit nicht vergangen ist
Wenn sie lügt von Linus Geschke
Wenn die Vergangenheit nicht vergangen ist
Inhalt:
Waldesroda, Sommer 2004. Die siebzehnjährige Norah fühlt sich wohl und geborgen in ihrer Freundesclique. Dies ändert sich, als sie sich in David verliebt, der sie ihren Freund*innen entfremden will. Als Norah mit ihm Schluss macht, dreht er durch und erschießt ein Liebespärchen.
Auf der anschließenden Flucht kommt er anscheinend ums Leben, eine Leiche wird jedoch nicht gefunden. Neunzehn Jahre später erhält Norah Drohbriefe, deren Inhalt darauf hinweisen, dass sie von David stammen. Zusammen mit ihrem alten Jugendfreund Goran geht sie der Sache auf den Grund.
Meine Meinung:
Linus Geschke ist mir als Autor super spannender Thriller bekannt, die mich zum Teil richtig mitgerissen haben. „Wenn sie lügt“ beginnt dagegen ein wenig zu gemächlich. Für meinen Geschmack hält Geschke zu lange mit den Fakten hinter dem Berg, Beinahe hätte ich das Interesse an der Geschichte verloren, weil sich in der Handlung irgendwie so gar nichts zusammenfügen wollte. Denn wie man dem Titel schon entnehmen kann, wird gelogen und verschwiegen, was das Zeug hält. Nach und nach kommen dann immer mehr dunkle Geheimnisse ans Tageslicht, und die zweite Hälfte des Buches ist dann auch richtig spannend und konnte mich mit dem etwas zähen Anfang wieder versöhnen.
Die Aufteilung in vier Erzählperspektiven - Norah, Goran und „Er“ in der Gegenwart sowie die Ereignisse im Sommer 2004 - ist gut gelungen. Die einzelnen Personen werden intensiv beleuchtet, sodass man sie gut kennenlernt und ihre Verhaltensweisen nachvollziehen kann. So bekommt man schließlich ein umfassendes Bild des Geschehens.
Auch die eingestreuten Informationen zu realen Verbrechensstatistiken fand ich sehr passend und interessant.











