Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Denglers Wurzeln
Black Forest von Wolfgang Schorlau
Denglers Wurzeln
Inhalt:
Georg Denglers Mutter Margret ist nun schon über 80 und lebt allein auf einem Bauernhof am Feldberg im Schwarzwald. Als sie immer wieder nachts angeblich Gestalten auf dem Hof sieht und die Polizei alarmiert, bittet diese Dengler, sich mehr um seine Mutter zu kümmern. Kurzerhand fährt er zu ihr in sein Elternhaus und geht der Sache auf den Grund.
Hier erfährt er, dass ein Investor ein Windrad auf einem Stück Weideland, das Margret gehört, errichten will. Die alte Dame ist damit jedoch gar nicht einverstanden.
Meine Meinung:
Der Anfang dieses Romans konnte mich leider überhaupt nicht packen. Zu ausführlich wurde der Bauernhof und Denglers Kindheit dort beschrieben. Gefühlt wurde jeder einzelne Grashalm erwähnt. Von einem Verbrechen ist im ersten Viertel des Buches noch nichts zu erahnen. Es liest sich mehr wie ein Heimatroman. Dazu trägt auch der alemannische Dialekt Margrets bei. Zwar ist mir dieser Dialekt ein wenig geläufig, sodass ich zumindest keine Verständnisprobleme hatte; trotzdem störte er meinen Lesefluss ganz gewaltig.
Nach und nach nimmt die Handlung dann Fahrt auf und es wird einigermaßen spannend. Dies wird unterstützt durch kurze Kapitel und häufige Perspektivwechsel, oft mit Cliffhangern.
Das Thema des Buches ist wie von Wolfgang Schorlau gewohnt wieder ein aktuelles, nämlich die Klimakatastrophe. Dass Georg Dengler sich dazu noch keine eigene Meinung gebildet hat und sich erst von seinem Sohn belehren lassen muss, fand ich dabei ziemlich unglaubwürdig, denn in den Vorgängerbänden habe ich den Protagonisten anders kennen gelernt. Auf die Nebenhandlung um Denglers Vater, die bis 1943 zurückreicht, hätte ich auch gut verzichten können; sie bläht den Roman unnötig auf. Insgesamt kann ich sagen: Weniger wäre mehr gewesen.
Die Reihe:
1. Die blaue Liste
2. Das dunkle Schweigen
3. Fremde Wasser
4. Brennende Kälte
5. Das München-Komplott
6. Die letzte Flucht
7. Am zwölften Tag
8. Die schützende Hand
9. Der große Plan
10. Kreuzberg Blues
11. Black Forest
Für den Anfang ein empfehlenswerter Ratgeber
Typgerechte Hundeerziehung von Eva Birkenholz; André Vogt
Für den Anfang ein empfehlenswerter Ratgeber
Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich eher mit der Theorie: Wie „funktioniert“ ein Hund, wie funktioniert Erziehung, wie Training? Was sollten wir dem Hund unbedingt beibringen, was braucht es nicht? Die ausgewählten Übungen halte ich dabei für sehr sinnvoll.
Es sind alles Dinge, die ich in meinem Alltag mit Hund gerne nutze. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt das Buch nicht. Untermauert wird die Theorie mit vielen Beispielen, oft aus dem Alltag der Autor*innen. Sehr anschaulich wird alles ausgeschmückt mit ansprechenden Fotos.
In der zweiten Hälfte kommen wir dann zu den konkreten Übungen.
Wie schon in André Vogts Ratgeber „Typgerechtes Welpentraining“ gibt es auch in diesem Buch Tipps für das Training mit bestimmten Hunde-Charakteren, dem Draufgänger, dem Sturkopf, dem Sensiblen und dem Gemütlichen, wobei natürlich klar ist, dass die wenigsten Hunde sich lediglich einer einzigen Kategorie zu hundert Prozent zuordnen lassen. Im Gegenteil sind die meisten Misch-Charaktere, wobei aber vielleicht ein Typ vorherrschend ist. Je nachdem, was wir gerade üben wollen, können wir es bei ein und demselben Hund auch mit unterschiedlichen vorherrschenden Typen zu tun haben. Auf jeden Fall helfen die differenzierten Tipps, feiner auf unseren Hund einzugehen.
Die Trainingsabläufe sind nachvollziehbar erklärt und werden durch online abrufbare Videos noch zusätzlich veranschaulicht.
Für Hundehalter*innen, deren Hund quasi noch ein unbeschriebenes Blatt ist, finde ich diesen Erziehungsratgeber ganz gut gelungen. Wessen Hund aber bereits ein wie auch immer geartetes Problemverhalten zeigt, wird dieses hiermit nicht unbedingt ändern können.
Düster und atmosphärisch
Starling House von Alix E. Harrow
Düster und atmosphärisch
Inhalt:
Eine Stadt, in der überproportional viele Unglücke geschehen. Ein altes Haus, das offensichtlich fühlt und denkt. Ein Erbe, der abweisend wirkt. Eine junge Frau, die sich nicht darum schert, was andere von ihr denken und die sich rührend um ihren jüngeren Bruder kümmert.
Und Nebel und Bestien …
Die Personen:
Die Erbauerin von Starling House war vor langer Zeit Eleanor Starling, die durch ihr Kinderbuch „The Underland“ bekannt wurde. Es ist das Lieblingsbuch von Opal, 26, die zusammen mit ihrem zehn Jahre jüngeren Bruder Jasper in Eden, einer Kleinstadt in Kentucky, lebt. Seit dem Tod ihrer Mutter hält sie sich mehr schlecht als recht mit einem miesen Job und Diebstählen über Wasser. Oft träumt sie von Starling House, das in der Gegend als verflucht gilt. Doch Opal fühlt sich von dem Anwesen seltsam angezogen.
Als der jetzige Erbe, Arthur Starling, 28, ihr eher widerwillig einen Job und viel Geld anbietet, kann sie nicht Nein sagen, denn sie will ihrem Bruder unbedingt ermöglichen, aus Eden herauszukommen.
Eine fiese Gegenspielerin ist Elizabeth Baine, die für ein großes Unternehmen Kohle-Schürfrechte auf dem Starling-Anwesen erhalten will. Doch das kann Arthur auf keinen Fall zulassen. Dumm nur, dass Baine scheinbar vor nichts zurückschreckt, um ihr Ziel zu erreichen.
Meine Meinung:
Dies war mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Buch von Alix E, Harrow. Diesen Namen muss ich mir merken, denn sie konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut fesseln. Ich verlor mich beim Lesen total in der Handlung. Mein Kopfkino lief die ganze Zeit auf Hochtouren. Das Setting ist sehr atmosphärisch dargestellt, zwar düster, aber nicht so, dass es einen runterzieht. Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven: Opal in der ersten Person, Arthur in der dritten. Durch die beiden Sichtweisen ergibt sich ein rundes Bild.
Opal ist eine tolle Protagonistin! Sie hat ihre Fehler, Ecken und Kanten. Sie ist äußerst kratzbürstig und kommt bei ihren Mitmenschen eher unsympathisch an. Doch als Leser*in kann man sie ganz schnell ins Herz schließen, weil man hinter die Fassade sieht. Sie ist auch keine Schönheit, wie wir sie sonst in Romanen vorgesetzt bekommen. Sie wirkt einfach richtig menschlich und normal. Arthur wird von ihr als hässlich beschrieben, und doch entwickelt sich zwischen den beiden ganz langsam eine Liebesgeschichte, denn auf die inneren Werte kommt es an!
Für Spannung sorgen nicht nur die mysteriösen Vorfälle in der Stadt und in Starling House, sondern auch die „Schurkin“ Elizabeth Baine, die Opal erpresst.
Lange Zeit ist unklar, wie alles zusammenhängt und worum es überhaupt in der Tiefe geht, aber das macht ja gerade den Reiz einer mysteriösen Geschichte aus. Nach und nach gibt es dann die Auflösung, die ich sehr gelungen fand.
Fazit:
„Starling House“ besticht nicht nur durch sein wunderschönes Äußere, sondern beinhaltet auch eine außergewöhnliche Story mit einer ausgewogenen Mischung aus Mystery, Romance und Thrill, was mir persönlich ausnehmend gut gefallen hat.
Emotionales Jugendbuch
Das Verhalten ziemlich normaler Menschen von K. J. Reilly
Emotionales Jugendbuch
Inhalt:
Vor dreizehn Monaten kam Ashers Mutter bei einem Autounfall ums Leben. Seitdem ist Ashers Welt aus den Angeln. Er findet einfach nicht in ein normales Leben zurück, sondern wird von seiner Trauer, seinem Schuldgefühl und seinem Hass gegenüber dem Unfallverursacher überwältigt.
Als er anfängt, Trauergruppen zu besuchen, findet er dort überraschend Freunde: die etwa gleichaltrigen Will und Sloane sowie den 80-jährigen Henry. Die vier begeben sich zusammen auf eine lange Reise von New Jersey nach Tennessee, deren wahren Zweck Asher den anderen aber geflissentlich verschweigt. Er beabsichtigt nämlich, den „Mörder“ seiner Mutter zu töten.
Meine Meinung:
Das Thema dieses tollen Jugendbuchs ist ein ziemlich ernstes. Doch schon am Cover und am Titel kann man erkennen, dass da auch noch eine heitere Seite dabei ist. So wird man beim Lesen nicht runter gezogen, sondern immer wieder von Lebensmut und Hoffnung erfüllt. Das Buch ist sehr emotional und damit dem Thema absolut angemessen. Ich habe mit den Protas geweint und mich gesorgt, aber auch das ein oder andere Mal über sie geschmunzelt und mit ihnen gelacht.
Der Schreibstil ist sehr lebendig und die Gefühle der Protas werden sehr gut dargestellt. Man nimmt sie ihnen total ab. Eigentlich hätte ich gerne 5 Sterne vergeben, aber manches lief mir dann einfach zu glatt, um noch irgendwie realistisch zu sein. Das hat mich persönlich ein wenig gestört, soll aber niemanden davon abhalten, das Buch selbst zu lesen. Dabei denke ich nicht, dass es man es unbedingt lesen sollte, wenn man selbst gerade in tiefster Trauer steckt. Da wird man sich kaum drauf einlasen können. Aber man kann durchaus einige Anregungen mitnehmen, die einem irgendwann im Fall der Fälle weiterhelfen können.
Wieder eine sehr spannende Story von Viveca Sten
Blutbuße von Viveca Sten
Wieder eine sehr spannende Story von Viveca Sten
Inhalt:
Charlotte Wretlind beabsichtigt, ein altes Nobelhotel in den Bergen wieder neu und größer aufzubauen. Nicht alle Bewohner des Ortes sind damit einverstanden. Doch Charlotte greift zu allen Mitteln, um ihr Ziel durchzusetzen. Bis sie eines Nachts brutal ermordet wird.
Hanna Ahlander und Daniel Lindskog übernehmen die Ermittlungen und haben alle Hände voll zu tun, können aber ein weiteres Verbrechen nicht verhindern …
Meine Meinung:
Wie schon die ersten beiden Bände dieser Krimireihe ist auch der dritte sehr spannend und atmosphärisch. Das auch zur Osterzeit noch winterliche Wetter ließ mir eisige Schauer über den Rücken rieseln - oder war es doch eher die angespannte Situation am Ort des Verbrechens? Wie auch immer, ich habe das Lesen genossen und konnte das Buch praktisch nicht aus der Hand legen, so fesselnd war es. Die Beschreibungen mancher Szenen ließen mich den Atem anhalten. Durch die sehr kurzen Kapitel, oft mit anschließendem Perspektivwechsel, wird die Spannung noch erhöht.
Die Ermittlungen werden ausführlich und realitätsnah dargestellt. Man ist als Leser*in immer dabei und kann so miträtseln und mitfiebern. Rückblenden in das Jahr 1973 lassen schon früh vermuten, dass das Unglück in der Vergangenheit seinen Lauf nahm. Doch wie das mit den Ereignissen in der Gegenwart zusammenhängt, wird erst gegen Schluss deutlich.
Das Buch ist auch ohne Kenntnis von Band 1 und 2 gut zu lesen. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Was man zum Vorleben der Protagonisten wissen muss, wird noch einmal kurz wiederholt.
„Blutbuße“ konnte mich absolut begeistern, auch wenn die Handlungsorte noch weit vom Polarkreis entfernt sind und es sich daher nicht wirklich um einen „Polarkreis“-Krimi handelt. ;-)
Die Reihe:
1. Kalt und still
2. Tief im Schatten
3. Blutbuße
Klufti als Politiker
Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13) von Volker Klüpfel; Michael Kobr
Klufti als Politiker
Inhalt:
In Altusried stehen Gemeinderatswahlen an. Um die Liste zu füllen, bittet man Klufti, pro forma zu kandidieren. Doch bald schon leckt er Blut und stürzt sich in den Wettkampf gegen seinen Intimfeind Dr. Martin Langhammer, der ebenfalls zur Wahl antritt.
Bei einer groß angelegten Polizeiübung kommt ein Kollege ums Leben.
Was zuerst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich aber bald als Mord.
Meine Meinung:
„Lückenbüßer“ ist bereits Band 13 der Reihe um den schrulligen Kommissar Kluftinger von der Kriminalpolizei Kempten im Allgäu. Da der Kriminalfall abgeschlossen ist, kann man ihn durchaus ohne Vorkenntnisse lesen. Ich würde es aber nicht empfehlen. Denn der Kriminalfall ist hier nicht die Hauptsache. Ich habe zwar nicht die Seiten gezählt, aber gefühlt nimmt die Rahmenhandlung, das Privatleben Kluftingers und der Wahlkampf, einen größeren Raum ein. Und um sein Verhältnis zu Dr. Langhammer nachvollziehen zu können, ist es schon von Vorteil, wenn man die Vorgängerbände zumindest teilweise kennt.
In den vorherigen Bänden der Reihe ist die Spannung zwar nicht gerade atemberaubend hoch, aber doch vorhanden - hier nicht. Zuweilen gleiten die spärlichen Ermittlungen dermaßen in den Hintergrund ab, dass ich vergaß, in welchem Genre der Roman angesiedelt ist. Verdächtige oder Motive gibt es so gut wie keine. So lässt sich auch nicht miträtseln, was ich bei einem Krimi sehr schade finde. Am Ende wird der Fall zwar aufgeklärt, aber zufriedenstellen konnte mich die Auflösung nicht.
Warum ich das Buch trotzdem innerhalb von 24 Stunden verschlungen habe: Weil es wieder mal total unterhaltsam geschrieben ist. Die beiden Autoren verstehen ihr Handwerk und machen auch aus der schwächsten Story ein angenehmes Lesevergnügen. Der Humor von Klüpfel und Kobr liegt zum Glück genau auf meiner Linie, sodass ich insgesamt nicht allzu enttäuscht von diesem Buch war.
Die Reihe:
1. Milchgeld
2. Erntedank
3. Seegrund
4. Laienspiel
5. Rauhnacht
6. Schutzpatron
7. Herzblut
8. Grimmbart
9. Himmelhorn
10. Kluftinger
11. Funkenmord
12. Affenhitze
13. Lückenbüßer
Auch der 20. Fall kann noch fesseln
Im kalten Licht des Morgens von Wolfgang Burger
Auch der 20. Fall kann noch fesseln
Inhalt:
Eigentlich ist der Heidelberger Kripochef Alexander Gerlach nach den Ereignissen im letzten Mai noch krankgeschrieben. Doch als er beim morgendlichen Joggen die Leiche einer jungen Frau findet, nimmt er sich selbst des Falles an. Denn die Sache ist kurios.
Während Gerlach die Kollegen informiert, verschwindet die Frau und stattdessen liegt ein bewusstloser älterer Mann da.
Meine Meinung:
Ich habe viele Jahre in Heidelberg und Umgebung gelebt. Da sind die Krimis von Wolfgang Burger für mich fast schon Pflicht. Einige Schauplätze kenne ich, anderes hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Zurechtfinden kann man sich bei Burgers Beschreibungen auf jeden Fall, auch wenn man die Gegend nicht kennt.
Nun gibt es schon 20 Bände um den sympathischen Kriminalpolizisten, und ich hoffe, es werden noch viel mehr. Man kann die einzelnen Bände ohne Vorkenntnisse lesen, aber möglichst in der richtigen Reihenfolge, da öfter mal etwas aus einem früheren Fall erwähnt wird.
„Im kalten Licht des Morgens“ beginnt sehr stark mit einer mysteriösen Szene und geht spannend weiter. Der Kriminalfall entpuppt sich bald als vielschichtig und verworren. Doch die Polizei bleibt hartnäckig dran. Deren Arbeit wirkt ziemlich authentisch. Der neue junge Kollege Tim Kurtz gefällt mir. Er ist ziemlich gewieft und hat Biss. Dass Klara Vangelis plötzlich wieder auf der Matte steht, kommt überraschend. Ihr Motiv scheint mir allerdings an den Haaren herbeigezogen zu sein. Das konnte mich absolut nicht überzeugen.
Alexander Gerlach kämpft immer noch gegen die Nachwirkungen des letzten Falles und leidet zudem unter der Trennung von Theresa. Auch mit den Töchtern läuft es nicht ohne große Sorgen. Diese Probleme lassen Gerlach sehr menschlich und sympathisch wirken und nehmen zum Glück auch keinen zu großen Raum ein.
Fazit:
Auch wenn es vielleicht nicht gerade der beste Band der Reihe ist, wurde ich wieder mal spannend unterhalten.
Die Reihe:
1. Heidelberger Requiem
2. Heidelberger Lügen
3. Heidelberger Wut
4. Schwarzes Fieber
5. Echo einer Nacht
6. Eiskaltes Schweigen
7. Der fünfte Mörder
8. Die falsche Frau
9. Das vergessene Mädchen
10. Die dunkle Villa
11. Tödliche Geliebte
12. Drei Tage im Mai
13. Schlaf, Engelchen, schlaf
14. Die linke Hand des Bösen
15. Wen der Tod betrügt
16. Wenn Rache nicht genügt
17. Der sanfte Hauch des Todes
18. Am Ende des Zorns
19. Als die Nacht am tiefsten war
20. Im kalten Licht des Morgens
Turbulenter Abschlussband
The Romeo & Juliet Society, Band 3 - Diamantentod von Sabine Schoder
Turbulenter Abschlussband
Inhalt:
Der Rosenfluch hat die Akademie fest im Griff. Alle siebzehn Jahre muss sich ein Paar opfern, um den anderen ein normales Leben zu ermöglichen. Als unerlaubtes Liebespaar sind Joy Montague und Rhyme Capulet dem Tod geweiht. In ihrer Verzweiflung suchen sie zusammen mit ihren Freunden nach einem Ausweg.
Meine Meinung:
Mit „Diamantentod“ hat Sabine Schoder einen tollen Abschluss ihrer genialen Romeo-und-Julia-Adaption geschaffen. Die drei Bände bauen direkt aufeinander auf und schließen nahtlos aneinander an. Man muss sie also unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen.
Wie schon mit den ersten beiden Bänden konnte die Autorin mich auch mit dem 3. Band wieder absolut begeistern. Das Buch wirkt wie ein Feuerwerk von fantastischen Ideen und originellen Charakteren. Die Protagonisten habe ich alle in mein Herz geschlossen und bin nun etwas traurig, dass sie mich verlassen. Aber ich bin unheimlich froh, dass ich diese Trilogie lesen durfte. Sie sprüht nur so vor Atmosphäre, Spannung, Romantik und auch jede Menge Witz. Auch einige überraschende Wendungen sind eingebaut. Langweilig wird es hier nicht, und das Lesen macht einfach einen Riesenspaß!
Ein Tipp für alle, die ein Buch normalerweise direkt vor der Danksagung weglegen: Hier gibt es nach dem Dank noch ein Kapitel!
Atemberaubende Spannung
Wintersonnenwende von Pascal Engman; Johannes Selåker
Atemberaubende Spannung
Inhalt:
Stockholm, Silvester 1994. In einem Bordell fallen Schüsse. Die Prostituierte Lucy ergreift die Flucht, denn der Täter hat sie bei ihrem echten Namen gerufen, den eigentlich keiner wissen dürfte. Wer ist der Mann und was will er von Lucy? Tomas Wolf von der Stockholmer Kripo nimmt zusammen mit seinem Freund und Kollegen Zingo die Ermittlungen auf.
Auch die Starjournalistin Vera Berg wittert eine große Story und macht sich auf die Suche nach dem Täter.
Meine Meinung:
Schon der Auftakt dieser Reihe, „Sommersonnenwende“ hat mich restlos begeistert. Band 2 steht dem in nichts nach. Kenntnisse aus dem 1. Band sind nützlich, wenn auch nicht unbedingt unabdingbar. Eine Art Rahmenhandlung wird von Band zu Band fortgeführt, spielt aber bei Weitem nicht die Hauptrolle. Der eigentliche Kriminalfall ist jeweils abgeschlossen.
Was zunächst nach einem beliebigen Mord im Rotlichtmilieu aussieht, entpuppt sich schon bald als weitaus größere und weitreichendere Angelegenheit - verbunden mit mehr Gefahr für alle Beteiligten. Nicht nur ein Mal gerät jemand ins Visier eines Mörders und man bangt als Leser*in unweigerlich mit. Die entsprechenden Szenen sind sehr plastisch beschrieben und absolut nichts für zarte Gemüter. Ja, an Gewalt, physischer, psychischer und sexueller, wird hier nicht gespart. Und doch wirkt die Story nicht reißerisch und abgehoben, sondern tatsächlich authentisch.
Es gibt zwei Haupthandlungsstränge aus Sicht von Vera Berg und Tomas Wolf, die mehr oder weniger parallel laufen. Sowohl Polizei als auch Journalistin ermitteln auf eigene Faust, wobei sich ihre Zusammenarbeit immer nur kurz überkreuzt. Dabei sind beide Erzählstränge gleichermaßen spannend. Meist drängt ein Cliffhanger vor dem Perspektivwechsel zum unbedingten Weiterlesen. Mir zumindest fiel es äußerst schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ich habe es geradezu inhaliert.
Fazit:
Von Anfang bis Ende ein absolut spannender Kriminalroman mit vielschichtigen, interessanten Protagonisten, der ein rasantes Erzähltempo vorlegt.
Die Reihe „Wolf und Berg ermitteln“:
1. Sommersonnenwende
2. Wintersonnenwende
Deadline
Lass uns doch noch etwas bleiben von Lionel Shriver
Deadline
Inhalt:
Nach dem jahrelangen Dahinsiechen von Kays Vater beschließen Kay und Cyril Wilkinson mit Anfang fünfzig, das Ende ihres Lebens selbst zu bestimmen, solange sie es noch können. Mit achtzig Jahren wollen sie gehen. Doch in knapp dreißig Jahren kann viel passieren. Werden sie an ihrem Plan festhalten, wenn es so weit ist?
Meine Meinung:
Lionel Shriver versteht es meisterhaft, sich in ihre Protagonist*innen einzufühlen und sie ganz fein zu beobachten.
Sie bringt uns ihre Figuren dadurch sehr nahe, obwohl ich mir zuweilen gewünscht hätte, dass sie nicht so viel beschrieben, sondern mehr gezeigt hätte.
Überrascht war ich, dass ich es hier nicht mit einem durchgehenden Roman zu tun hatte. Nach knapp einem Drittel fächert sich die Handlung auf und es werden verschiedene Szenarien entworfen. Was wäre, wenn?
Die Autorin zeigt, dass wir nichts vorhersehen können, dass das Leben im Alter unglaublich bereichernd sein kann oder schon in viel zu jungen Jahren zu Ende.
Die Vielfältigkeit der verschiedenen möglichen Leben hat mir gut gefallen. Ein Schmankerl ist, dass immer wieder Szenen aus dem einen Entwurf im nächsten eingebaut sind, sodass alles irgendwie miteinander verknüpft ist.
Fazit:
Ein lesenswertes Buch über das Altern, das Sterben und was sonst noch zum Leben dazugehört, angereichert mit philosophischen Überlegungen und gewürzt mit einigen Prisen Humor.











