Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Unterwegs mit der "Suppenfee"
Zitronensonne von Katrin Einhorn
Romy ist am Ende! Mit ihrem Foodtruck, der "Suppenfee", hat sie einfach keinen Erfolg, weshalb sie pleite ist und den Truck verkaufen muss.
Jetzt macht auch noch ihr Freund mit ihr Schluss, genau vor dem seit langem geplanten Kurztrip nach Florenz auf den sich Romy so gefreut hatte.
Aber die drei Tage Florenz lässt sie sich nicht nehmen.
Sie hofft dort nämlich auf den Ausnahmekoch "Quinto" zu treffen, der mit seinen Gerichten irgendwo auftaucht, für Furore sorgt, und anschließend gleich wieder in der Versenkung verschwindet.
Um Geld zu sparen fährt sie auf eine letzte Tour mit der "Suppenfee" nach Florenz, nur leider will der nervige Typ, der ihr den Truck abkaufen will, unbedingt mitfahren.
Am Ende bleibt Romy nichts anderes übrig, als Leonard mitzunehmen.
Ich hatte auf eine romantische Liebesgeschichte, die vielleicht auch etwas chaotisch ist, gehofft.
Das Chaotische habe ich auf jeden Fall bekommen. In Florenz läuft nämlich überhaupt nichts so, wie Romy es gehofft hatte. Ein Missgeschick folgt dem nächsten, was ich anfangs noch witzig fand, später aber eher anstrengend. Denn Romy ist ein echter Pechvogel, und wenn nie etwas gelingen will, so ganz und gar nichts, wird die Handlung auf Dauer langwierig.
Was mir sehr gut gefiel war der geheimnisvolle "Quinto", dem Romy seit Jahren hinterherjagt. Sie betreibt sogar einen Blog auf dem sie von ihren Fortschritten, wie sie Quinto näher kommt, berichtet.
Da sich Romy nur für Quinto interessiert und fast schon ein wenig besessen von ihm ist, verliert der Schauplatz an dem die Geschichte spielt, fast völlig an Bedeutung. Wer also auf Italienfeeling gehofft hat, wird nicht so viel davon hier finden. Aber die ganze Sache um den geheimnisvollen Quinto mochte ich, es brachte Abwechslung.
Richtig gefehlt hat mir leider die Romantik. Es hat null zwischen den Hauptfiguren geknistert. Von großen Gefühlen war nichts zu spüren. Es war mir irgendwann dann sogar relativ egal, ob die beiden sich am Ende kriegen oder nicht.
Erzählt wird aus Romys Sicht. Zwischen den Kapiteln finden sich aber auch einige von Romys Blogartikeln in denen sie sich an ihre Leser wendet. Ausserdem gibt es noch Nachrichten von einem Smartphone zwischen einem Karl-Otto und einem Sig. Pasta. Leider wird fast sofort klar, um wen es sich hierbei handelt.
An sich war das ein schöner Sommerroman für zwischendurch. Mir persönlich haben die Gefühle gefehlt, aber das kann der nächste Leser ja schon wieder ganz anders empfinden.
Diana, Prinzessin der Amazonen
Wonder Woman: Stürmische Zeiten von Laurie Halse Anderson; Leila Del Duca
Gerade erst ist Diana sechzehn geworden und sie hofft, dass nun endlich diese Schwächephasen aufhören, damit sie endlich eine echte Amazone werden kann.
Vor Themyscira, der Heimatinsel der Amazonen, kentern Flüchtlinge mit ihren Booten. Nachdem Diana ihnen verbotenerweise geholfen hat wieder in ihre Boote zu klettern, ist die Insel wegen der aktiven Schutzschilde nun auch für Diana unauffindbar.
Jetzt ist Diana genau wie die anderen ein Flüchtling in einem Boot, der nur auf Rettung hoffen kann und auf die Gnade anderer angewiesen ist.
Dieses Graphic Novel greift eine Menge schwieriger Themen auf.
Erst die beschwerliche und gefährliche Reise über das Mittelmeer, dann die Hoffnung auf Rettung und die Aufnahme in ein Auffanglager. Ständige Ablehnung und das Gefühl von Heimatlosigkeit lernt Diana ebenso kennen, wie das ewige Warten auf völlig selbstverständliche Dinge: Das Warten auf Essen, das Warten vor der Toilette, das Warten auf Papiere, das Warten auf einen Ausweg.
Später landet Diana in New York in einem Armenviertel. Hier entdeckt sie Obdachlosigkeit, hungernde Kinder, Ausgrenzung und sogar Menschenhandel. Aber sie sieht auch, dass es Menschen gibt, die versuchen zu helfen.
Das sind schon eine Menge Themen für ein einziges Buch, oft fand ich die betroffenen Szenen nicht eingehend genug behandelt. Vielleicht wäre da ein bisschen weniger, mehr gewesen.
Diana ist noch ein Teenager, lernt gleich am Anfang die schlimmsten Seiten der Menschen kennen. Kein Wunder also, dass sie eine Menge unangenehme Fragen stellt.
Obwohl es hier um sehr ernste und bedrückende Themen geht, kommt der humorige Teil nicht zu kurz. Das lag vor allem an Dianas unbeholfene, tollpatschige Art. Die Geschichte hat auch einiges an Action zu bieten, denn sie hat nicht vergessen wo sie herkommt und wer sie in Wirklichkeit ist.
Die Zeichnungen finde ich mega, es gibt ein paar sehr starke und aussagekräftige Bilder.
Zum Schluss gibt es noch eine Seite mit Informationen und Notrufnummern zu Organisationen, die im Fall der Fälle helfen können. Starke Sache!
Immer noch wichtiges Thema
Zeig mir das Meer von Alex Sanchez; Julie Maroh
Im trockendsten Teil Mexikos lebt Jake zusammen mit seiner Mutter. Jake ist ziemlich unglücklich, alles wird ihm zu viel.
Er hat Geheimnisse vor seiner besten Freundin Maria, das macht ihm besonders zu schaffen. Und er fühlt sich zu dem Jungen Kenny aus seiner Klasse hingezogen. Er bewundert Kenny, denn der geht ganz offen mit seiner Homose&ualität um.
Jake muss sich über seine eigenen Gefühle erst einmal klar werden.
Ich finde es toll, wie Alex Sanchez und Julie Maroh mit dem Thema Homose&ualität in dem Buch umgegangen sind.
Jakes Zerrissenheit und wie er sich die ganze Zeit mit seinen Gefühlen quält, kommt so gut zum Ausdruck, dass man ihn am liebsten durch die Seiten hindurch trösten möchte. Jake hat so viele Probleme in seinem Leben die er bewältigen muss.
Hinzu kommt, dass man mehr über Jakes Herkunft erfahren will. Immer wenn Jake Fragen an seine Mutter hat, verschließt sie sich komplett. Auch sie hadert mit sich, kann aber ihr Geheimnis nicht lüften. Zu groß ist ihre Angst, dass Jake etwas zustossen könnte.
Gezeigt wird auch, wie Kenny oft für seine Offenheit, beschimpft und verspottet wird. Er ist ein starker Charakter dem das alles nichts auszumachen scheint, wenn es aber um seinen Vater geht, sieht die Sache schon anders aus.
Die Geschichte ist im DC-Universum zu Hause. Man sollte sich also nicht wundern, wenn plötzlich Superman durch die Seiten fliegt. Die Mischung aus Superhelden- und Coming-out-Geschichte hat mir gut gefallen.
Hervorheben möchte ich die tollen Zeichnungen der Künstlerin Julie Maroh. Sie schafft es meisterhaft den Figuren Leben einzuhauchen. Jede Gefühlsregung ist klar erkennbar.
Ein Pluspunkt ist das Vorwort von Alex Sanchez und das Nachwort von Julie Maroh. Darin erzählen sie, was sie zu diesem Buch bewogen hat.
Es gibt auch noch ein paar tolle Skizzenblätter von Julie Maroh.
Ganz toll finde ich im Anschluss die Adressen und Telefonnummern für Beratungsstellen und Verbände, für Leute die Hilfe brauchen.
Ich finde das Buch hat ein superwichtiges Thema, und alle Jugendlichen sollten es einmal gelesen haben. Akzeptanz und Verständnis für andere Menschen kann nicht früh genug beigebracht werden.
Die Freiheit liegt so nah
Das Haus des Leuchtturmwärters von Kathleen Freitag
Der Abgabetermin für Francis neustes Buch rückt immer näher, doch ihr will einfach nichts einfallen. Franci leidet unter einer klassischen Schreibblockade.
Um Abstand zu gewinnen, reist Franci nach Lüstrow. Dorthin, wo sie die schönsten Jahre ihrer Kindheit verbrachte, im Haus des Leuchtturmwärters.
Hier hofft sie die Ruhe zu finden die sie unbedingt braucht, um endlich mit dem Schreiben beginnen zu können. Doch als sie unter einem der Dielenbretter ein altes Tagebuch findet, hat sie ihr eigenes Manuskript längst vergessen.
Ich weiß, das klingt so abgedroschen, aber das Buch konnte mich tatsächlich von der ersten Seite an in seinen Bann ziehen. Es ist aber auch spannend zu lesen wie Else, Lulu und Otto das Leben in der DDR erfahren.
Durch das Tagebuch das Franci findet, spielt die Geschichte auf zwei Zeitebenen.
Auf der einen Zeitebene ist es 1962 und abwechselnd wird aus der Sicht von Else, Lulu und Otto erzählt. Sie alle drei haben berechtigte Gründe die DDR verlassen zu wollen. Besonders der Tagebuchschreiberin Else wurde übel mitgespielt, dabei weiß sie noch nicht einmal warum. Gerade weil sie jeden Tag vom Turm aus in die Weite hinausblicken kann, wird ihr die Enge der DDR noch bewusster. Nur 40 km über die Ostsee liegen zwischen ihr, und der Freiheit.
Auf der anderen Zeitebene ist es 1992 und Franci kann nicht mehr von Elses, Lulus und Ottos Schicksal ablassen. Sie muss einfach wissen wie es den dreien ergangen ist, und stellt Nachforschungen an. Zusätzlich findet sie im Leuchtturm Dinge, die Fragen über ihre eigene Vergangenheit aufwerfen.
Mir ging es genau wie Franci, ich musste einfach wissen ob die drei die Flucht ins Ausland schaffen, und wie sie es überhaupt anstellen wollen.
Die Autorin hat einen einnehmenden Erzählstil, die Seiten fliegen einfach nur. Die Perspektiven werden immer an den richtigen Stellen gewechselt, so bleibt man immer neugierig wie es mit der jeweiligen Figur weitergeht.
Ich fand das Handeln der Figuren immer nachvollziehbar, genauso wie im Buch beschrieben, hätte es auch in der Realität stattfinden können. Hinzu kommen die Geheimnisse, die beide Leuchtturmwärter mit sich herumtragen, und neugierig auf die Auflösung machen.
Es ist eine ruhige, trotzdem sehr spannende Geschichte. Kann man für die eigene Freiheit alles einfach so hinter sich lassen? Und wem kann man hierbei vertrauen? Tolle Geschichte!
Mega kreativ, viel Abwechslung
Brot backen mit den Jahreszeiten von Matthias Loidl
Zusammen mit ein paar Leuten, habe ich einige Brote aus diesem Buch ausprobiert.
Richtig begeistern konnten mich die Vielfalt und Kreativität der Rezepte, auch wenn einige der Brote sehr aufwendig in der Herstellung sind.
Aufgeteilt sind die Rezepte in den 4 Jahreszeiten, so wie die Zutaten auch in der Natur reif werden.
So beinhaltet der Frühling Gebäcke mit den verschiedensten Wiesenkräutern, Blüten oder Sprossen, im Sommer gibt es Brot mit Früchten und Gemüse im Teig. Der Herbst zeigt Brote mit allerlei Nüssen, aber auch Eicheln, Buchecker, Waldpilze, Hagebutten und mehr. Und der Winter Brote mit verschiedenen Kohl- und Rübensorten.
Dann gibt es noch ein Kapitel für Fingerfood mit gefüllten Partybroten für das nächste Barbecue, oder auch allerlei Varianten von Knabberkram.
Im Kapitel Basics werden alle Extras aufgeführt, die man für die Herstellung mancher Brote im Buch benötigt. Löwenzahnsud für das Löwenzahnbrot, Bärlauchpaste für das Bärlauchbrot, Erdbeerchips für das Erdbeer-Spargel-Brot, nur um ein paar Beispiele zu nennen. Aber es finden sich auch Aufstriche, Pestos und Aroma-Butter-Rezepte, um das eigene Brot noch zusätzlich aufzumotzen.
Mir gefällt der Aufbau der Rezepte der in Tagen aufgeteilt ist. So sieht man auf einen Blick, was an welchem Tag erledigt werden muss. Zwischen den Handgriffen gibt es viele Ruhepausen für die Teige, manchmal bis zu 24 Stunden am Stück.
Etwas Kopfzerbrechen machten mir die vielen Fachbegriffe in den Anleitungen. So wird vom dehnen und falten gesprochen, vom einschießen und schwaden und so weiter. Am Ende des Buches gibt es zwar ein paar Seiten mit Begriffserklärungen, aber die fand ich oft nur oberflächlich. Manche Begriffe werden auch gar nicht erklärt.
Am schwierigsten fand ich die Sache mit dem "Anstellgut". In vielen Rezepten braucht man Anstellgut, und ich wusste als blutiger Anfänger noch nicht einmal was das ist. Und natürlich hatte ich sowas auch nicht zu Hause. Leider gibt es im Buch auch kein Kapitel wo erklärt wird, wie man sein eigenes Anstellgut ansetzt, oder wie man es füttert. Diese Informationen haben mir wirklich gefehlt, es wird einfach davon ausgegangen, dass der Leser schon weiß, wovon die Rede ist.
Ansonsten kann ich das Buch nur loben, auch wenn manche der Zutaten echt eine Herausforderung sind, um sie aufzutreiben.
Das Buch ist vielleicht nicht wirklich für Anfänger wie mich geeignet - dafür wird zu oft davon ausgegangen, dass der Leser schon weiß, wovon der Autor spricht - trotzdem wurde ich meistens ganz gut fertig.
Empfehlen kann ich das Buch allen, die etwas Abwechslung auf dem Abendbrottisch brauchen.
Gemütlicher Krimi
Der Donnerstagsmordclub von Richard Osman
Man würde eigentlich annehmen, dass das Leben als Rentner in einer Seniorenresidenz äußerst ruhig vonstatten geht. Elizabeth, Ibrahim und Ron wollen von Langeweile und Ruhestand nichts wissen und gründen den "Donnerstagsmordclub", der sich mit alten, ungelösten Mordfällen beschäftigt.
Joyce wird nicht lange nach ihrem Einzug in Coopers Chase in den Club aufgenommen, da sie sich als ehemalige Krankenschwester gut mit Wunden und dergleichen auskennt.
Die Arbeit an den Mordfällen ist auch ein guter Zeitvertreib, bis quasi vor der eigenen Haustür ein echter Mord verübt wird. Natürlich nehmen die vier Rentner die Ermittlungen selbst in die Hand, sehr zum Leidwesen der echten Kripo.
Dem Autor ist hier ein tolles Debut gelungen. Besonders dieser besondere Humor und die beschaulichen Kulissen haben mir gut gefallen.
Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven, wobei nur Joyce Tagebucheinträge in der Ich-Form geschrieben sind. Die Kapitel sind oft recht kurz gehalten, so gibt es ständig Szenenwechsel, was auch das Tempo der Geschichte beeinflusst. Für mich gab es trotzdem ab und zu Längen in der Handlung, in den Momenten war es schwierig für mich immer aufmerksam dran zu bleiben.
Es gibt eine Vielzahl an Personen und einige von ihnen hätten ein Motiv, so musste ich als Leser meinen Hauptverdächtigen ständig austauschen. Das hat mir überhaupt am Besten im Buch gefallen, das Miträtseln. Ständig wird man in die Irre geführt, irgendwie scheint jeder Dreck am Stecken zu haben. Das machte den Fall umso spannender.
Richtig liebenswert fand ich die Senioren. Nicht nur die Vier vom Donnerstagsmordclub, sondern auch alle anderen sind für einen Spaß zu haben, solange es sie aus dem tristen Alltag herausholt. Und lachen musste ich, als von den vier Hobbyermittlern als "Gang" gesprochen wurde. Sie wissen wie man sein Alter und scheinbare Gebrechlichkeit ausnutzt, um zu bekommen was sie wollen. Und spontane Verwirrtheit kann manchmal ganz praktisch sein.
Mir hat das Buch sehr viel Spaß bereitet, und ich empfehle es allen, die gerne gemütliche Krimis lesen. Nur einen Stern Abzug wegen der gelegentlichen Längen.
Was zerstörte die Freundschaft?
Die Geschichte von Kat und Easy von Susann Pásztor
Kat und Easy waren beste Freundinnen, aber nur ein Jahr lang.
Fast 50 Jahre später macht Easy Kat auf einem Blog ausfindig und kann sie zu einem Kurztrip auf Kreta überreden.
Als die beiden sich dann endlich wiedersehen, ist es schwer die richtigen Worte zu finden. Keine traut sich so richtig über die Vergangenheit zu sprechen und die Erinnerungen zuzulassen.
Kats und Easys Geschichte wird abwechselnd auf zwei Zeitebenen erzählt. Zuerst gibt es ein Kapitel aus der Vergangenheit, der Jugendzeit der beiden.
Dann folgt ein Kapitel in der Jetztzeit, wo Kat und Easy sich auf Kreta befinden und sich misstrauisch umkreisen.
Bei den Teilen die in der Jugendzeit spielen, den Siebzigern, hatte ich am Anfang echte Probleme mit dem Erzählstil zurechtzukommen. Dort gibt es keine richtigen Dialoge wie man es sonst aus Romanen kennt, obwohl sehr viel gesprochen wird. Die Gespräche zerfliessen eher und verbinden sich mit dem restlichen Text, sodass diese Kapitel noch mehr an Rückblicke erinnern, was sie ja auch sind. Als ob jemand ohne Punkt und Komma erzählt.
Gewöhnt habe ich mich dann aber schnell daran. Zumindest erkennt man an der Erzählweise sofort in welchem Jahrzehnt man sich befindet. Die anderen Kapitel sind nämlich völlig „normal“ erzählt.
Ich finde die Siebziger und das damalige Lebensgefühl kommen hier richtig gut rüber. Wie es ist erwachsen zu werden, sich das erste Mal richtig zu verlieben und der Versuch, trotz Unsicherheit und heftigem Bauchflattern, doch lässig rüber zukommen und nichts von seinen Gefühlen preiszugeben.
Die Musik, Songtexte und Bands der Siebziger sind Kat und Easy wichtig, genauso wie ihre ersten Versuche mit Drogen.
Die beiden probieren sich durch allerhand Drogenzeugs und die Trips die sie dann haben, werden ziemlich genau beschrieben. Das waren die einzigen Absätze die mir überhaupt nicht gefallen haben.
Dann ist da noch der Teil von Kat und Easy in der Gegenwart. Besonders Kat weigert sich über die frühere Zeit zu reden, oder überhaupt darüber nachzudenken. Es wird schnell klar, dass irgendetwas Schlimmes vorgefallen sein muss, auch weil die Freundschaft der beiden, die doch recht stark war, so zerbrechen konnte.
Darüber reden können sie nicht, aber sie finden einen anderen Weg, einen umständlicheren vielleicht, aber eine Möglichkeit, um über ihre Erlebnisse zu sprechen.
Weil man seine Vergangenheit nicht mal eben in ein paar Tagen aufgearbeitet hat, probieren die beiden Dinge aus die sie seit ihrer Jugend nicht mehr gemacht haben. Aus guten Gründen, denn sie merken schnell dass sie auch keine jungen Hüpfer mehr sind.
Die Geschichte von Kat und Easy ist eine Geschichte über verpasste Chancen und mangelndes Vertrauen. Aber es ist auch eine Geschichte über eine wiederentdeckte Freundschaft die niemals hätte zerbrechen müssen, wenn man nur offener gewesen wäre. Daumen hoch!
Weil man nie wissen kann
Norman Foremans Weg zum Ruhm von Julietta Henderson
Norman und Jax waren die allerbesten Freunde und hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Wo der eine war, konnte der andere nicht weit sein.
Sie hatten vor das krass geilste Comedy-Duo der Welt zu werden, dafür machten sie sogar einen Fünfjahresplan um am Ende beim Comedy Fringe in Edinburgh aufzutreten.
Aber jetzt ist Jax tot und Norman ganz alleine.
Was für eine schöne, herzerwärmende Geschichte. Und ständig hatte ich beim Lesen nasse Augen.
Erzählt wird abwechselnd aus Normans und Sadies Sicht in der Ichform. Sadie ist Normans Mutter die befürchtet, ihren Sohn nie wieder lachen zu sehen.
Norman ist an seiner Schule der Außenseiter, mit seiner schlimmen Schuppenflechte die ihn regelmäßig wie ein Alien aussehen lässt. Er weigert sich, von Jax in der Vergangenheitsform zu sprechen. Aber vor allem will er beim Fringe in Edinburgh auftreten, so bleibt er Jax nahe.
Und wenn sie schon auf dem Weg sind, könnte man bei dieser Gelegenheit vielleicht seinen leiblichen Vater ausfindig machen?
Das sind ziemlich große Pläne für einen Jungen, der gerade mal zwölf geworden ist. Das findet auch Leonard, ein Rentner, den Sadie von der Arbeit kennt. Der ist richtig beeindruckt von Norman und beschließt, Mutter und Sohn nach Edinburgh zu fahren. Aber ganz uneigennützig sind seine Beweggründe dann doch nicht. Jedenfalls scheint er vor Norman und Sadie etwas zu verbergen.
Ich mochte den Teil wo Norman erzählt, der sich oft wie ein Text ohne Punkt und Komma liest. Halt wie ein Junge, der ordentlich was zu erzählen hat und keine Zeit zum Luftholen hat. Man erfährt einiges über seine Trauer um Jax, die aber nie zuviel Raum im Buch einnimmt, und über seine Bedenken wegen des Auftritts, denn er weiß, ohne Jax sind die Witze nur halb so gut.
Norman hat aber auch viele lustige Geschichten auf Lager. Überhaupt hat er einen ganz tollen Humor. Ich habe ihm einfach immer gerne zugehört.
Sadies Gedanken werden besonders von den Sorgen um Norman beherrscht. Ausserdem hat sie einiges aus ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten. Immerhin ist sie dabei, die Männer ausfindig zu machen, die Normans Vater sein könnten. Und wer weiß schon, wen sie da findet?
Die Drei geraten in ein richtiges Abenteuer und kein Tag sieht wie der andere aus. Auf dem Weg nach Edinburgh lernen sie die unterschiedlichsten Menschen kennen. Ich mochte die ständige Abwechslung, nie kann man als Leser erraten was als nächstes kommt.
Und am Ende gibt es noch eine wundervolle Botschaft von Norman, der einfach was ganz Wichtiges im Leben begriffen hat.
Mit Tipp für einen kleinen Fehler im Buch...
Spiele-Comic Abenteuer: Mystery von Julietta Henderson
Die "Legion der Champions" sucht dringend neue Rekruten, denn Chicago wird von einer Verbrecherwelle überrollt.
Auch du willst ein Superheld sein, aber nur die Besten und Mutigsten werden in die Legion aufgenommen. Bist du den Aufgaben gewachsen?
Dies war mein erstes Spiele-Comic und bin begeistert, wie gut dieses Spiel funktioniert hat, und wieviel Spaß es gemacht hat.
Als erstes brauchst du eine Figur und einen Superheldennamen. Du kannst entweder eine der vorgeschlagenen Figuren nehmen, oder aber auch selbst eine zeichnen. Meine Tochter war mir hier behilflich.
Du startest mit zwei Superheldenpunkten, den SKP, die du frei wählen kannst. Zur Auswahl stehen Flugkraft, Stärke, Supersinn oder Reichtum. Mit der Zeit wirst du immer stärker werden.
Erst wenn du 100 Heldenpunkte (HP) erreicht hast, wirst du als Praktikant der Legion ins erste Level aufgenommen.
Besonders am Anfang ist es wichtig sich für die richtigen SKP zu entscheiden. Da man nicht weiß, welche SKP besonders nützlich sind, muss man ein bisschen auf sein Glück vertrauen. Meine erste Spielrunde endete in der Kantine, wo ich als unfähig für die Legion erklärt und zum Suppe austeilen verdonnert wurde.
Ich bin aber auch in jedes Fettnäpfchen getreten das herum lag und hatte am Ende zu wenig Punkte, um weiterzukommen.
Obwohl ich die erste Runde zweimal beginnen musste, ist mein Spielweg jedes Mal ein komplett anderer gewesen, sodass man immer etwas Neues entdeckt und es so nicht langweilig werden kann.
Als Spieler hangelt man sich von Bild zu Bild, von Hinweis zu Hinweis, und muss sich ständig neu entscheiden wie es weitergehen soll.
Leider hat sich in dieser Version ein Fehler eingeschlichen, und wenn man das nicht weiß, kommt man nicht weiter. Deshalb hier als Tipp: Wenn die ersten 100 HP erreicht sind, gehe zu Bild 29, denn dieser Hinweis fehlt.
Im Buch sind zusätzlich QR-Codes zu finden. Du kannst mit ihnen spielen, musst aber nicht. Ich habe komplett auf die Codes verzichtet - bei Comics bin ich altmodisch - und bin trotzdem bis zum Ende gekommen.
Dieses Spiele-Comic war eine tolle Erfahrung, und ich werde mir bestimmt noch weitere zulegen. Gut finde ich auch die Qualität der Bindung, denn durch das viele Herumgeblättere, leidet das Buch schon etwas. Aber es hat alles ausgehalten.
Trotz des Fehlers empfehle ich dieses Spiele-Comic gerne weiter.
Viel Theater um nichts!
Deluxe Dreams von Karina Halle
Die amerikanische Sadie unternimmt als Rucksacktouristin eine Europatour. Sie befindet sich gerade in Nizza, als sie auf dem Weg zum Bahnhof auf offener Straße überfallen wird. Zum Glück ist Olivier in der Nähe um sie zu retten. Die beiden lernen sich bald schon besser kennen.
Ich habe schon lange nicht mehr so ein langweiliges Buch wie dieses gelesen.
Dabei fand ich den Anfang noch gelungen: Sadie gerät in Gefahr und wird vom stinkreichen Olivier aufgegabelt. Er ist zufällig Erbe eines einflussreichen Modeimperiums in Frankreich und er zeigt Sadie, die aus einfachsten Verhältnissen stammt, eine andere Welt. Es hatte etwas von Aschenputtel und ich mochte besonders das Kennenlernen und die anfänglichen Gespräche der beiden, und überhaupt die Kluft zwischen Arm und Reich.
Aber dann landen die beiden im Bett und verlassen dieses auch nicht mehr so schnell. Ganze Kapitel werden so gefüllt, und eine Szene liest sich genau wie die nächste.
Danach wird es auch nicht mehr besser.
Die Dumonts sind in zwei Lager geteilt, hier wird von den guten Dumonts und den bösen Dumonts gesprochen.
Olivier wird wegen eines Geheimnisses von den bösen Dumonts erpresst. Dieses Geheimnis darf unter keinen Umständen ans Licht kommen, es würde die gesamte Firma schädigen. Im Klappentext wird von einem "dunklen" Geheimnis gesprochen und ich war schon so gespannt darauf.
Die Auflösung hat mir dann aber noch nicht einmal ein müdes Lächeln entlockt. Oliviers ganze Misere basiert auf dieses ach so schlimme Geheimnis, welches man mit einem Geständnis und einem Gespräch ganz einfach aus der Welt hätte schaffen können. Stattdessen wird es mit noch mehr heißer Luft künstlich aufgeblasen.
Auch der versprochene Glamour kommt kaum zur Geltung. Selbst auf der angeblich heißesten und exclusivsten Party des Jahres, ist nichts davon zu spüren. Die Stars und Sternchen hätten auch in der letzten Scheune in Houtsiplout feiern können, statt auf einem Gut, es hätte keinen Unterschied gemacht.
Wenn man mal den ganzen Matratzensport und das Geheimnis weglässt, bleibt leider nicht mehr viel Story übrig. Das Ende lässt übrigens auch zu wünschen übrig.
Die nächsten zwei Teile werde ich nicht lesen. Von mir gibt es keine Empfehlung!











