Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Ein bisschen übermotiviert der Gute
Schneewittchen und die sieben Särge von Jürgen Seibold
Robert Mondrian betreibt im beschaulichen Remslingen einen Buchladen. Doch die ländliche Ruhe wird empfindlich gestört, denn gleich im Hinterhof nebenan, wird der Obst- und Gemüsehändler der Vitaminoase vergiftet aufgefunden.
Das Ermitteln hat Robert zwar schon längst an den Nagel gehängt, aber als er erfährt, dass ausgerechnet seine Herzdame - die Besitzerin der Vitaminoase - unter dringendem Mordverdacht steht, bleibt ihm wohl nichts anderes übrig, als den Fall selbst zu lösen.
Das war mein erstes Buch von Jürgen Seibold. Der Autor hat wohl schon eine Menge Krimis veröffentlicht, da dachte ich, es sei nicht schlecht, bei einer neuen Reihe gleich von Anfang an mit dabei zu sein.
Überzeugen konnte mich dieser erste Teil aber leider nicht.
Das lag vor allem an der Hauptfigur die ich nicht wirklich symphatisch fand. Robert Mondrian war wohl vorher so eine Art Bond, ist also bestens durchtrainiert und weiß sich zu verteidigen. Warum niemand von seiner Vergangenheit als Geheimagent wissen darf, habe ich nicht wirklich kapiert, aber die ewige Geheimniskrämerei um seine Person, wirkt schnell eher ermüdend als geheimnisvoll.
Dann ist Robert auch noch einer von der agressiven Sorte. Er zögert nicht seinen Standpunkt mit seinen Fäusten zu verteidigen, und benutzt diese auch bei jeder Gelegenheit. So lässt er auch gerne seine Überlegenheit raushängen, was schnell arrogant rüber kommt.
Viele der restlichen Figuren empfand ich als ein einziges Klischee. Am schlimmsten fand ich da die "Bösen". Sie sind Mitglied in einer Muckibude, haben künstlich aufgepumpte Arme die sie kaum übereinander kreuzen können, fahren alle Motorrad und sind insgesamt nicht sehr helle.
Der Mitarbeiter der Buchhandlung ist ein einziger Nerd, der mit Augenbinde wie Batmans Robin auf Verbrecherjagd geht. Die einzige Frau mit wichtiger Rolle, ist natürlich eine Kampfmaschiene, die die bösen Jungs alleine verkloppt. Der Pubbesitzer der aus Schottland stammt, kocht nicht sehr gut und wenn, dann Haggis oder Undefinierbares.
Für die Rahmenhandlung nimmt der Autor sich ausreichend Zeit. Es gibt viele Statisten die Remslingen lebendig gestalten, die aber auch die eigentliche Handlung ein wenig abbremsen. Mir macht das nichts aus, ich mag es, wenn auch der Hintergrund Gestalt annimmt.
Gleich zu Anfang geht es schon los mit den Ermittlungen, die Leiche wird bereits auf den ersten Seiten gefunden.
Den Plot selbst fand ich ein bisschen platt. Der Buchhändler hangelt sich von Hinweis zu Hinweis, von Prügelei zu Prügelei.
Der angekündigte Humor kommt nur ab und zu zum Vorschein. Der Rückentext verspricht mehr als das Buch halten kann.
Der Stil des Autors ist aber nicht schlecht, flüssig und leicht zu lesen. Ich mochte auch das regionale in dem Buch, die Atmosphäre von Remslingen an sich.
Ich hoffe die Figur des Buchhändlers beruhigt sich ein bisschen in Sachen Selbstvertrauen und der Art, wie er Leute zum Reden bringt. Dann könnte ich mir einen zweiten Teil vorstellen. Im Moment habe ich da aber weniger Lust drauf.
Als erste Infoquelle nützlich
HOLIDAY Reisebuch: Wo Deutschland am schönsten ist von Axel Klemmer
Warum immer so weit weg reisen, wenn das Gute so nahe liegt? Das hat der Macher des Buches sich wohl gedacht und 1000 Ideen, was man in Deutschland sehen und machen könnte, zusammen gestellt.
Das Buch ist ein praktischer erster Einstieg, wenn man sich über eine Gegend schnell und unkompliziert informieren möchte.
Es gibt sehr viele Bilder zu den Tipps so das ein erster Eindruck leicht fällt.
Eingeordnet sind die Tipps in Bundesländer, und dort nochmal in sieben verschiedene Kategorien:
* Als erstes kommt das "Sehenswerte": Bekannte und weniger bekannte Ausflugsziele wie Museen, Schlösser und Burgen, Klöster, besondere Parks und Gärten und vieles mehr werden hier in wenigen Sätzen vorgestellt. Es gibt immer nur die wichtigsten Informationen, wenn man mehr wissen möchte braucht man andere Literatur.
* Als zweites dann die Kategorie "Übernachten" wo Übernachtungsmöglichkeiten an besonderen Orten vorgeschlagen werden. Das können dann als Hotels umgebaute Gutshäuser, Fachwerkhäuser oder auch Schlösser sein, oder der Standort des Gasthauses ist ein spezieller, warum er in diesem Buch Erwähnung findet. Adresse und Telefonnummer stehen beim jeweiligen Tipp dabei, Preise muss man sich aber selbst erfragen.
* Das gleiche gilt für das nächste Kapitel "Tischt auf", wo die Restaurants immer etwas spezielles haben um erwähnt zu werden. Ob es der Koch, der Standort oder das Gebäude an sich ist, ist egal. Als Restaurantratgeber ist das Buch aber völlig ungeeignet, dafür gibt es zu wenig Tipps. Auch hier stehen Adressen und Telefonnummern dabei.
* In "Geht aus" geht es um die Theater, Musicals, Kinos, Partymeilen, besonders schöne Bars einer Gegend, damit es auch am Abend nicht langweilig wird.
* Im Kapitel "Sucht aus" findet man Orte zum Geld ausgeben. Shoppingmeilen, Markthallen und Wochenmärkte finden ebenso Erwähnung wie der Winzer um die Ecke, der leckeren Wein verkauft, oder die Abtei, die Hochprozentiges anbietet.
* In "Lädt ein" findet man Infos zu Feste und Feiern samt, vielleicht historischen, Hintergrund und Daten.
* Und zum Abschluss gibt es noch im Kapitel "Fährt raus" weitere Ausflugsziele wie besondere Wanderwege, Aussichtspunkte, Promenaden oder ausgesucht hübsche Strände.
Fazit: Um sich über ein Bundesland schnell und unkompliziert zu informieren, ob sich eine Hinreise überhaupt lohnt oder nicht (jeder sucht ja was anderes), reicht dieses Buch allemal.
Aber sobald man mehr über einen gewissen Ort wissen möchte, egal in welche Richtung, muss man andere Literatur bemühen, denn die Informationen die ich hier finde, sind doch sehr kurz und knackig gehalten.
Abenteuer Australien
HOLIDAY Reisebuch: Wo Deutschland am schönsten ist von Axel Klemmer
Endlich ist Jannik in Australien angekommen. So viel ist passiert, seit er den Entschluß gefasst hat, hierher zu kommen.
Und er möchte alles was er erlebt aufschreiben: Seine Gedanken und Erfahrungen, das was er noch tun will und auch das, was er nicht tun will.
Sein Abenteuer Australien fängt aber leider nicht so berauschend an.
Am Flughafen wartet er vergeblich auf seine Gastfamilie, und als sie endlich auftaucht, scheint sich niemand wirklich für Jannik zu interessieren.
Zumindest ist der Strand genauso, wie er ihn sich vorgestellt hat, und dann trifft er das Hübscheste aller Mädchen: Sienna!
Die Geschichte rund um Nik, so wie Jannik bald von allen genannt wird, hat mir von der ersten Seite an gefallen. Die Erzählung gleicht einer Art Tagebuch, Nik schreibt ja selbst in der Ich-Form, und so ist der Leser ihm gleich von Beginn an ganz nah.
Niks Stimmungen kommen gut zur Geltung: Am Anfang spürt man seine Verunsicherung, da er in einer fremden Familie landet die so gar nicht harmonisch ist. Dann ist da das Gefühl von Ablehnung, wenn es um Niks Gastbruder Neil geht, oder auch Verwirrung, wenn Sienna auftaucht.
Alles schreibt Nik auf, auch seine Begegnungen mit "Beautiful", einem ganz besonderen Menschen dessen Rat Nik bald zu schätzen lernen weiß.
Das auch Nik etwas mit sich herum schleppt, merkt man schnell. Man hat das Gefühl, dass er vor etwas davon gelaufen ist, allerdings hat er seine eigene Art und sein eigenes Tempo, um mit seinen Problemen fertig zu werden. Ich finde, so manch ein Erwachsener könnte sich gut eine Scheibe von Nik abschneiden.
Durch Niks lockerem Gerede merkt man überhaupt nicht, wie schnell die Seiten verfliegen. Immer wollte ich wissen, was Nik als nächstes in Australien erlebt. Das Buch ist etwas kurz geraten, ein paar Seiten mehr hätten es ruhig sein können :)
Fazit: Eine tolle Geschichte über Freundschaft, dem Erwachsen werden und der ersten großen Verliebtheit.
Hätte so sein können
Daisy Jones & The Six von Taylor Jenkins Reid
Das Buch erzählt die Geschichte einer Band, wie sie entstand und weshalb sie sich auf dem Höhepunkt ihres Erfolges trennte. Man muss schon extra erwähnen das die Band fiktiv ist, denn das alles liest sich schon ziemlich real.
Das lag vor allem an den Interviews, das ganze Buch besteht nämlich daraus.
Aneinandergereiht und immer abwechselnd, so dass jeder seine Sicht der Dinge zum Besten geben kann, ergibt das Ganze einen flüssig zu lesenden Roman.
Witzig fand ich, dass jedes Bandmitglied eine andere Version zu bestimmten Erlebnissen zu erzählen hatte. Manchmal waren die Aussagen komplett widersprüchlich.
Aber ich finde, dass dieses Buch ein einziges Klischee beschreibt. Die 70er-Jahre-Band benimmt sich genauso, wie man sich eine 70er-Jahre-Band vorstellen würde: Hemmungsloser Umgang mit S**, Alkohol und Drogen, massenhaft Groupies, zerstörte Hotelzimmer, eine Entzugsklinik, und selbst die auf der Bühne zerschlagene Gitarre darf nicht fehlen.
Bei den Figuren war es ein genauso: Der Frontmann der das Sagen hat, was nicht jeder ertragen kann. Der Ein oder Andere der sich dadurch ungerecht behandelt fühlt und so Streitigkeiten entstehen. Partys die aus dem Ruder laufen, Bandmitglieder die über die Stränge schlagen und ihren Job nicht mehr richtig ausführen.
Wirklich gut gefallen hat mir Daisy Jones. Sie wird nur durch Zufall und einem Artikel in die Band aufgenommen. Von den Fans wird sie als Vorbild wahrgenommen, weil nichts sie zu erschüttern scheint und sie so unfassbar cool rüberkommt. Sie macht was sie will und wie sie es will, und das gefällt den Fans. In Wahrheit aber ist sie sehr einsam, weiß nicht wohin mit ihren Gefühlen und schluckt deswegen Pillen, wie andere Leute Smarties.
Die Beziehung zwischen ihr und Billy, dem Frontmann der Band, ist sehr emotional und vor allem kompliziert. Ich finde schon, dass die Atmosphäre zwischen den Beiden energiegeladen und richtig greifbar wird. Jedenfalls wissen sie, wie man seine Gefühle zum Ausdruck bringt und manches mal während der Interviews dachte ich: Daraus hätte man jetzt einen Song machen können.
Was mich störte war, dass alle Songtexte und auch die Zeilen die während der Arbeit am Album zur Sprache kommen, nie übersetzt werden.
Trotz der Klischees hat mir das Buch sehr gut gefallen. Einen verwirrten Moment lang dachte ich sogar, die Band sei real. Die Geschichte könnte genau so passiert sein.
Falsche Botschaft!
V is for Virgin von Kelly Oram
Na, ich weiß nicht ob das Buch die Botschaft so aussendet, wie vielleicht ursprünglich gedacht.
Der Anfang gefiel mir ja noch ganz gut. Valerie wird von ihrem Freund Zach sitzen gelassen, nur weil sie sich noch nicht bereit für ihr erstes Mal fühlte. Nachdem Zach an der Schule wilde Gerüchte über Val verbreitet, platzt Val der Kragen, und sie macht Zach vor allen Augen eine deftige Szene.
Es dauert nicht lange bis dies im Internet zu sehen ist und sich die ganze Sache verselbstständigt.
Bis hierhin konnte mich Valerie in ihrer Echtheit überzeugen. Ich konnte es total nachvollziehen, warum sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen ist. Geholfen hat auch, dass die Autorin das ganze Buch von Valerie selbst, in der Ich-Form erzählen lässt. Das machte es gleich persönlicher.
Jedenfalls weiß plötzlich jeder, wer Valerie ist. Ihre Botschaft ist ja auch wichtig: Mache den letzten Schritt erst, wenn du es auch wirklich willst, und nicht nur, weil man es von dir erwartet.
Doch dann taucht der Rockstar Kyle auf, und die schöne Botschaft ist dahin. Denn Kyle will Valerie nur ins Bett kriegen, um hinterher sagen zu können, er habe Virgin Val (das ist mittlerweile Vals Spitzname) "geknackt". Ich finde Kyle noch nicht einmal als "bad boy" überzeugend, weil er gleich wütend wird, wenn er nicht bekommt was er will. Er benimmt sich wie das größte Ekel, respektiert Vals Entscheidung überhaupt nicht, und tut genau das Gegenteil von Vals Überzeugungen.
Gleichzeitig wird so getan, als sei das völlig normal. Wenn Jemand NEIN zum S** sagt, hat der Andere das gefälligst zu akzeptieren, finde ich jedenfalls. Die Autorin lässt Val bei Kyles machohaften und überaus plumpen Annäherungsversuchen zwar manchmal genervt aufstöhnen oder auch schon mal wütend werden, allerdings kommt Val auch immer öfter in Versuchung Kyle nachzugeben. Und dann entsteht plötzlich Liebe, und man versteht gar nicht woraus.
Was soll da noch die Botschaft sein? Insistiere oft genug, bis der andere aufgibt und dich ranlässt?
Ein weiterer Punkt der mir sauer aufstieß, war Vals Intoleranz. So wie Val erwartet, dass man ihre Entscheidung zur Enthaltsamkeit respektiert, respektiert sie andersherum die Entscheidungen anderer auch nicht. Ein Mädchen aus Vals Schule wird regelmäßig als Schl**** tituliert, nur weil die offenbar nichts gegen S** hat.
Ich fand das Buch immer anstrengender. Irgendwann hetzt Val nur noch von Termin zu Termin, lässt so ihre Freunde hängen und benimmt sich immer oberlehrerhafter. Überhaupt wird alles nur noch angerissen, ein bisschen mehr Tiefgang hätte der Geschichte nicht geschadet.
Und dieses schwarz-weiß Denken finde ich ziemlich daneben, denn was für den Einen richtig ist, muss für den Anderen noch lange nicht gelten.
Am Ende gab es zwar noch eine Diskussion, die zur Abwechslung etwas Substanz hatte, nur macht mir das trotzdem keine Lust mehr, auf den zweiten Band.
Einen Stern gibt es für den guten Anfang, den Zweiten, weil ich das Buch nicht abgebrochen habe.
Sophies Weg zum Glück
Die Liebe fällt nicht weit vom Strand von Franziska Jebens
Sophie träumt seit jeher von einem mintgrünem Foodtruck, doch stattdessen versauert sie als Empfangsdame hinter dem Tresen einer Filmfirma vor sich hin.
In ihrer Beziehung mit Tim könnte es auch ein wenig deftiger zugehen, der schiebt sie wie einen Gegenstand hin und her, wie es ihm gerade passt.
Glücklich mit ihrem Leben ist Sophie jedenfalls nicht.
Doch plötzlich wendet sich das Blatt, und durch Zufall eröffnen sich für Sophie ganz neue Perspektiven, die alles Bisherige verändern. Eher unfreiwillig stolpert Sophie mitten hinein ins neue Abenteuer, und wächst über sich hinaus.
Ich wollte eine nette Liebesgeschichte lesen, bekommen habe ich etwas anderes.
Bereits beim ersten Kapitel musste ich aufstöhnen. Da stolpert Sophie nämlich wie der grösste Pechvogel durch das Kapitel, alles läuft schief und der Tag wird noch immer schlimmer. Ich weiß nicht ob Sophie dadurch charmanter und sympatischer wirken sollte, ich fand diese Szenen eher bemüht und auch anstrengend zu lesen.
Zum Glück war das nur im ersten Kapitel so, sonst hätte ich das Buch sehr schnell abgebrochen.
Jedenfalls lernt man dann Sophies Alltag bei der Arbeit kennen. Gefallen haben mir die beiden Bürozicken, und der Chef, der immer im falschen Augenblick auftaucht.
Gefallen hat mir Sophie meistens, auch wenn sie eine durch und durch unsichere Person ist. Manchmal geht sie regelrecht in Selbstzweifel auf, und sucht die Schuld bei sich selbst. Das Fehlverhalten anderer Leute entschuldigt sie zu schnell, weil sie keinen Streit möchte. Manche ihrer Ängste konnte ich gut nachvollziehen, oft musste ich über Sophie auch nur den Kopf schütteln.
Richtig nervig fand ich aber die ständigen Erwähnungen von Sophies Bauch. Sie leidet unter einem Reizdarm, und immer wenn Sophie ängstlich, nervös oder sonst eine Gefühlsregung zeigt, macht auch ihr Bauch Geräusche. Diese Momente gibt es sehr oft und die ganze Aufmerksamkeit wie Sophies Bauch sie bekommt, hätte ich lieber bei der ein oder anderen Nebenfigur gesehen.
Es gibt eine große Bandbreite an Figuren, da kann man als Leser schon mal durcheinander kommen. Besonders dann, wenn viele der Figuren nur selten auftauchen, da wusste ich oft schon gar nicht mehr, wer diese Figur nochmal war. Selbst bei den wichtigeren Personen ist mir das passiert.
Eigentlich wird nur Sophie, als Ich-Erzählerin, eingehender behandelt. Was auch okay ist wenn man sich als Leser von der Idee verabschiedet, eine Liebesgeschichte lesen zu wollen. Selbst der Typ, in dem sich Sophie verliebt, wird weniger oft erwähnt als Sophies Bauch. Es ist also weniger eine Liebesgeschichte, sondern eher die Geschichte über Sophies Weg zum eigenen Glück.
Fazit: "Die Liebe fällt nicht weit vom Strand" ist eine nette Geschichte über eine junge Frau, die versucht ihre Träume zu erfüllen und die lernen muss, nicht immer allen alles Recht machen zu wollen. 2,5 bis drei Sterne!
Wer hat Emma getötet?
Ich sehe was, was du nicht siehst von Mel Wallis de Vries
Der Campingurlaub in Frankreich war schon lange geplant als Anouk, Bo, Mabel und Lilly sich in den Reisebus setzen. Doch die Stimmung ist gedrückt, denn eigentlich hätten sie ja zu fünft sein sollen.
Vor einem halben Jahr verschwand die gemeinsame Freundin Emma, nach einer Schulfete, spurlos. Niemand hat sie seitdem mehr gesehen und niemand weiß, was mit ihr geschehen ist.
Auf dem Campingplatz versuchen die Mädchen das Beste aus ihren Ferien zu machen, doch bald schon passieren seltsame Dinge.
Das war das erste mal das ich etwas von dieser Autorin gelesen habe, und es wird ganz bestimmt nicht das letzte Buch gewesen sein. Auch wenn die Hauptfiguren ein wenig stereotyp waren.
Da ist Lilly, das Mamakind, die schon Heimweh bekommt, bevor es überhaupt losgeht. Bo ist die mit der großen Klappe und der kaputten Familie. Mabel der reiche Snob mit der herrischen Mutter und Anouk der Hippie mit dem Hang zum Übersinnlichen. Die Mädchen benehmen sich auch etwas klischeehaft, und selbst ohne Ansage, wusste ich immer welche der vier Mädels gerade erzählt.
Ihnen allen ist jederzeit bewusst, dass eine von ihnen fehlt und man merkt gleich, dass sie alle irgendwas zu verbergen haben. Keine hat ein reines Gewissen und als die komischen Dinge passieren, werden sie auch immer nervöser. Sie keifen sich immer öfter an und benehmen sich wie die größten Oberzicken. Dieses Verhalten fand ich realistisch, denn sie sind wirklich sehr verunsichert. Immer fragt man sich, ob eins der Mädchen die Mörderin sein könnte oder was sie genau von dem Abend, als Emma verschwand, wissen.
Obwohl immer abwechselnd aus der Sicht jedes Mädchens in der Ich-Form erzählt wird, wird doch nie so viel verraten, dass man das Rätsel um Emma lösen könnte. Die ein halbes Jahr alten Zeitungsartikel die von Emmas Verschwinden berichten, sowie die kurzen "Episoden" - von Emma selbst erzählt aus diesen Tagen- und Kommentare von ihrem Entführer, helfen dem Leser auch nicht wirklich bei der Aufklärung.
Es bleibt die ganze Zeit sehr geheimnisvoll und immerzu spürt man eine Bedrohung, die schon etwas lauerndes an sich hat. Das erhöht natürlich die Spannung ungemein.
Die Auflösung fand ich sehr gut, das Ende konnte mich überraschen.
Durch den lockeren Stil der Autorin fliegt man geradezu durch die Seiten. Da das Buch nicht sehr dick ist, kommt man auch direkt zur Sache, es wird nicht lange um den heißen Brei gedreht.
Ein toller Jugendthriller der mich richtig fesseln konnte.
Verlorene Träume
Der Sommer der Islandtöchter von Karin Baldvinsson
Hannah legt nach ihrer zerstörten Karriere und ihrer kaputten Ehe ein Sabbatjahr ein, und zieht für diese Zeit zusammen mit ihrem Sohn nach Island.
Dort lernt sie den melancholischen Jòn kennen, der scheinbar ein genauso schweres Sorgenpäckchen wie sie zu tragen hat.
Und während Hannah versucht, auf Island ihr Leben wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen, stösst sie dabei zufällig auf neue Dinge die sie komplett aus der Bahn werfen.
Dies war mein erstes Buch der Autorin, den Vorgängerband kenne ich nicht was kein Problem ist, da die Bücher in sich geschlossen sind.
In diesem Roman wird auf zwei verschiedenen Zeitebenen aus zwei Perspektiven erzählt.
Zum einen haben wir Hannah, die versucht auf Island ihr Leben neu zu sortieren.
Zum anderen ist da Monika, die 1978 zusammen mit ihren Eltern die Sommerferien auf Island verbringt. Monika ist in Deutschland mit Peter verlobt, der hat allerdings besseres zu tun als Monika nach Island zu begleiten. Natürlich lernt Monika jemanden kennen und bald muss sie schwere Entscheidungen treffen.
Mir haben beide Parts nicht gleich gut gefallen. Monikas Geschichte fand ich von Anfang an interessanter, weil die Stimmung auch eine ganz andere war. Monikas Teil war ein wenig interessanter durch die beginnenden Achtziger, und sie war ein bisschen tragischer durch die Liebe, die nicht sein darf. Sie erweckte das Fernweh etwas mehr, durch Monikas Streifzüge durch Islands wilde Landschaften. Und es gab ordentliche Konflikte durch Monikas Eltern und dem eigenen Gewissen.
Hannahs Part dagegen fand ich streckenweise zum einschlafen. Sie lernt Jòn kennen und Hannahs Geschichte verfällt immer mehr ins kitschige. Die Dialoge zwischen den beiden klingen total gekünstelt und unnatürlich. Hannahs Erlebnisse fand ich zu aufgesetzt und es passierten mir zu viele Zufälle, was das ganze noch verstärkte. Hannahs Teil ist einfach nicht so locker erzählt wie Monikas.
Leider sind große Teile der Handlung vorhersehbar und das durch Hinweise, die ziemlich am Anfang eingestreut wurden. Das ist doof, wenn man schon lange im Vorraus die Hälfte voraussagen kann.
Ansonsten ist der Stil unkompliziert und die Seiten sind schnell weggelesen.
Fazit: Ein Buch für den faulen Sommerurlaub weil man hier nicht groß mitdenken muss.
Keine Handlung
Love factually von Penny Reid
"Love factually" ist der erste Band einer neuen Reihe namens "Knitting in the City" von Penny Reid.
Überzeugen konnte mich das Buch leider nicht, dabei gefiel es mir am Anfang recht gut. Vor allem wegen der Hauptfigur Janie die ich sehr erfrischend fand mit ihrer verrückten Art.
Immer wenn Janie nervös wird, haut sie ihrem Gegenüber all ihr triviales Wissen über ein beliebiges Thema um die Ohren. Da Quinn - die zweite Hauptfigur und der Hauptgrund für Janies Unsicherheit - ständig in Janies Nähe sein möchte, ist sie auch ständig nervös und plappert deshalb ohne Punkt und Komma das aus, was ihr gerade durch den Kopf geht. Dadurch entstehen lustige Dialoge die mich anfangs wirklich unterhalten haben.
Das mochte ich sehr an Janie, aber irgendwann wird klar das sie ansonsten ziemlich langweilig ist. Eigentlich ist sie ein kleines Mäuschen ohne Selbstvertrauen. Ein Mäuschen das nichts kapiert, selbst das offensichtlichste nicht. Und sie nimmt alles hin ohne nachzufragen.
Da nur aus Janies Sicht erzählt wird, bleibt Quinn relativ blass. Nie weiß man was er denkt, warum er tut was er tut, warum er so ein machohaftes Gehabe an den Tag legt. Die halbe Zeit zieht er Janie am Arm durch die Gegend, oder er führt sie umher indem er ihr seine Hand auf den Rücken legt und durch die Landschaft lenkt wie ein Pferd. Er ist bestimmend und besitzergreifend. Und Janie lässt alles mit sich machen ohne Fragen zu stellen. Noch nicht einmal im Restaurant darf sie selbst aussuchen was sie essen möchte.
Janie hat nichts besseres zu tun als alle drei Seiten zu erröten oder sich die Lippen zu lecken. Dafür neigt Quinn alle fünf Seiten fragend den Kopf zur Seite.
Nervige Hauptfiguren habe ich schon oft gehabt in Büchern, das ist auch nicht schlimm wenn die Handlung wenigstens stimmt. Nur leider ist in "Love factually" kaum Handlung vorhanden. Es passiert fast nichts. Meistens geht es darum wie heiß Quinn ist und wie Janie mit sich hadert. Sie möchte ihm gerne vertrauen, kann es aber durch Gründen nicht. Nur am Ende gibt es eine spannende Szene die aber leider auch wieder viel zu schnell aufgelöst wird. Es gibt unheimlich viele Längen in dem Buch, weil seitenlang einfach nichts passiert. Janies ewige Monologe nerven auch irgendwann nur noch. Die 460 Seiten sind mit Nichts künstlich aufgeblasen worden. Halb so viele Seiten hätten vielleicht einen interessanten Roman abgegeben.
Janies beste Freundinnen, die Strickgruppe die sich jede Woche trifft, hat mir allerdings sehr gut gefallen. Die Freundinnen waren lustig und lockerten den ansonsten ziemlich langweiligen Roman etwas auf.
Einen Punkt vergebe ich für den guten Anfang, und einen Punkt gibt es für die Szenen mit der Strickgruppe. Der Rest war leider sehr langweilig.
So besonders wie immer
Glücklicher als gedacht von Antoine Laurain
François Heurtevent, langjähriger Bürgermeister von Perisac, verliert die Neuwahlen nur knapp und muss seinen Schreibtisch räumen.
Daraufhin fällt er in ein schwarzes Loch, wird antriebslos und kommt sich überhaupt sehr nutzlos vor.
Durch Zufall fällt ihm sein altes Klassenfoto in die Hände, und er ist neugierig, was aus seinen Kameraden von damals wohl so geworden ist.
Also macht er sich auf es herauszufinden.
François kann einem nur Leid tun. Von heute auf morgen muss er seinen geliebten Arbeitsplatz räumen und er hat das Gefühl, alles verloren zu haben was ihn ausmacht. Als er anfängt nach den Menschen von damals zu suchen, sieht er, dass Glück und Zufriedenheit unterschiedliche Gesichter haben kann.
Nicht allen auf dem Klassenfoto hat es nach all den Jahren gut getroffen. Manch einer von ihnen ist vielleicht vom rechten Weg abgekommen, andere haben nach herben Enttäuschungen die Kurve wieder gekriegt. Jedenfalls könnten diese Schicksale unterschiedlicher nicht sein. Es war spannend zu sehen, was François nach und nach aufdeckt und er erlebt so einige Überraschungen.
Gleichzeitig und ziemlich zufällig findet François auch einiges über sich selbst heraus. Wenn es um ihn selbst ging, nahm die Handlung fast schon kriminalistische Züge an. Da François in der Politik beschäftigt war, bringt er nun aus Versehen so manchen Knüller ans Tageslicht.
Es stimmt, der Zufall kommt François auffallend oft zu Hilfe, was in der Geschichte schon mal kurzfristig aufgesetzt wirken mag. Gestört hat mich das aber nicht eine Sekunde lang. Ich fand dass das Buch von Seite zu Seite immer spannender wurde und ich war richtig gespannt auf die Geheimnisse, die François noch alle aufdeckt.
Wenn man die Bücher von Antoine Laurain kennt weiß man, das sie oft auch eine Note enthalten die man leicht verrückt nennen kann. Das ist hier auch wieder der Fall, ist aber nicht so ausgeprägt wie zum Beispiel in "Die Melodie meines Lebens". Dafür kommt das französische Flair wieder voll zur Geltung.
Wer besondere Geschichten mag ist mit Antoine Laurain immer gut beraten. Mich jedenfalls hat die Geschichte überzeugt und vergebe daher:










