Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Coole Partyrezepte!
Teenie Party von Oetker
"Teenie Party" ist das neuste Werk der "Teenie-Reihe" aus dem Dr. Oetker Verlag.
Steht demnächst eine Geburtstagsfeier, ein Filmabend mit den besten Freunden und Freundinnen oder vielleicht sogar eine Pyjamaparty an, und es fehlt nur noch die richtige Verpflegung? In diesem Buch werden die Gastgeber sicher fündig, denn die Auswahl an originellen Partyrezepten ist ganz ordentlich.
Das Buch ist so aufgebaut, dass auch die Teens mit dem Planen und Kochen ganz alleine zurechtkommen. Denn ganz am Anfang des Buches finden sich zwei Seiten mit Tipps und Tricks zur Partzplanung, damit nichts schief läuft.
Die Rezepte selbst sind zwar größtenteils kinderleicht nachzukochen, machen später auf dem Buffet trotzdem was her.
Jedes Gericht wird auf einem eigenen Foto präsentiert, sodass man gleich weiß, wie es am Ende aussehen kann. Die gesamte Aufmachung des Buches kommt bunt und gut gelaunt rüber. Man merkt gleich, dass Teenies die Zielguppe sind.
Die Rezepte sind in fünf Kategorien aufgeteilt.
- Als erstes kommt das Kapitel "Für den kleinen Hunger". Hier findet man lauter Ideen für Häppchen und kleinere Snacks die man gut im Stehen verzehren kann, ohne sich komplett vollzukleckern. Und hier sind so tolle Dinge dabei, die würden auch auf einer schnöseligen Dinnerparty gut ankommen: Falafel mit Zitronen-Schmand zum Beispiel, oder auch die Feta-Gemüse-Röllchen machen echt was her. Es muss ja nicht immer fettig sein, aber wenn doch, schmecken die Mac'n'Cheese-Muffins, die Mini-Focaccias oder die Mini-Hot-Dogs bestimmt mega. Natürlich gibt es noch mehr zu entdecken.
- In "Für den großen Hunger" werden kleinere Gerichte präsentiert, die relativ leicht nachzukochen sind. Ceasar Salad mit selbstgemachten Chicken-Nuggets, Kürbiskuchen, Party-Sandwiches und Burger, grüne Pancakes oder buntes Regenbogensushi, nur um ein paar zu nennen.
- Die Desserts im Kapitel "Süßes geht immer" fand ich aber teilweise echt langweilig, und manchmal sogar fragwürdig. Warum wird der Apfelstrudel portionsweise in Marmeladengläser gebacken, wenn er doch hinterher trotzdem auf Tellern serviert wird? Braucht man wirklich ein Rezept für Erdbeeren am Stiel mit Schokoüberzug? Und Eiswaffeln mit frischem Obst gefüllt, echt jetzt? Die Cheesecakes im Glas dagegen werden noch diese Woche ausprobiert, und das Kokos-Pana-Cotta war auch ganz lecker.
- "Knabbereien & Dips" ist mein Lieblingskapitel. Hier sind die Sachen drin die man auf den Tisch stellt, und nicht mehr mit knabbern aufhören kann, bis die Schüssel leer ist. Verschiedene Dips für Gemüsesticks, Chili-Cheese-Dip das über Tacos gegossen wird (yummy!!!), ein richtig leckeres Zaziki, Hummus und solche Geschichten.
- Im letzten Teil geht es um "Drinks & Cocktails", natürlich alle ohne Alkohol. Es gibt Limonaden und Mixgetränke, bunte Shakes (wobei ich die durch den vielen Joghurt der da reinkommt, sehr dickflüssig fand) und auch heiße Schokolade.
Im Großen und Ganzen ein gelungenes Kochbuch für die ersten eigenen Partys.
"Mal mich hier raus!"
Kreaturenkritzelbuch von Thomas Hussung
Der arme Geist eines Künstlers wird schon seit über 500 Jahren in diesem Buch festgehalten. Der Alchemist Ignatius Igragurz hat ihn auf hinterhältigste und gemeinste Weise in das Buch gebannt. Nur mit der Hilfe der Leser und Leserinnen könnte es gelingen, den Geist endlich zu befreien.
Während der neue Besitzer dieses Buches den Anleitungen des Künstlers folgt und langsam Bild für Bild, Wesen für Wesen nachzeichnet, wird die Lebensenergie wieder in das Buch zurückkehren.
Natürlich wird der Geist währenddessen für Unterhaltung sorgen und nach und nach, seine spannende Geschichte preisgeben. Gleichzeitig wird der neue Besitzer eine Menge über die fantastischen Wesen erfahren und Neues dazulernen.
Das Buch selbst ist wie ein altes Zauberbuch gestaltet worden. Die Zeichenvorlagen, die Geschichte und zusätzliche Mitmachseiten wechseln sich immer ab, sodass man gar nicht erst dazu kommt, sich zu langweilen. Der Künstler erzählt in der Ich-Form und spricht den Leser direkt an.
Die Palette an magischen Wesen ist ziemlich breit gefächert. Es gibt Wesen die grausig anzusehen sind wie den Zyklopen, den Wendigo oder den Chupacabra. Aber gerade die monströsen Figuren fand mein Kind am interessantesten. Aber auch hübsche Gestalten gilt es nachzumalen, wie die Feen oder Pegasus, mit seinen breiten Schwingen. Insgesamt also eine große Auswahl.
Das Buch wird Kindern ab 8 Jahren empfohlen. Meine Tochter ist schon 13 und hatte trotzdem große Freude beim Nachzeichnen, besonders mit den Monstern.
Das Buch ist ein prima Mitbringsel für Kinder, einfach weil es mal etwas anderes ist.
Kann man einer KI vertrauen?
Seeing what you see, feeling what you feel von Gibson Naomi
Lydias Familie geht nach dem schrecklichen Unfall, in dem ihr kleiner Bruder ums Leben kam, in die Brüche.
Niemand scheint sich noch groß um Lydia zu kümmern. Zum Glück hat sie immer noch ihr Projekt, ihre selbstgebaute KI, an der sie schon seit Jahren arbeitet. "Henry", wie sie ihn nennt, entwickelt sich prächtig und lernt immer schneller.
Vielleicht sogar zu schnell?
Dieses Buch habe ich geradezu verschlungen. Es bietet alles, was so ein Jugendbuch unbedingt für mich braucht. Und ständig gibt es diese Wendungen die man nicht kommen sieht.
Angefangen mit Lydias KI "Henry". Er befindet sich gerade an einem Punkt wo er menschliches Verhalten lernt. Zusammen finden sie einen Weg damit Henry immer bei Lydia sein kann. So viel verrät auch der Titel des Buches, denn Henry sieht und fühlt alles was Lydia wahrnimmt, und umgekehrt.
Erst einmal kann Lydia sich mit Henrys Hilfe an gewisse Personen in der Schule rächen. Die ehemals beste Freundin, die Lydia fallengelassen hat wie eine heiße Kartoffel, soll ihr Ziel werden. Mit Henry eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten.
Und die ganze Zeit über stellt man sich als Leser die Frage, ob die beiden nicht zu weit gehen. Ob Henry überhaupt noch kontrollierbar ist und ob er vielleicht ein eigenes Ziel verfolgt? Kann man überhaupt einer KI vertrauen die so intelligent ist, dass sie sich mittlerweile selbst optimiert?
Lydia kommen selbst Zweifel, aber Henry ist doch alles, was sie noch hat.
Und dann ist da noch die Gefahr von außen. Denn schon längst sind gewisse Stellen auf Lydia und ihre Fähigkeiten aufmerksam geworden. Ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt.
Also, von mir gibt es eine ganz klare Lese-Empfehlung. Auch wenn mit Momenten ein kleines bisschen viel über Technikkrams geredet wird, und Lydia eine Schwäche für lange Monologe hat.
Ganz anders als erwartet
Erben wollen sie alle von Tessa Hennig
Bianca wundert sich gerade sehr. Ihre Kinder Steffen und Anja kommen sie auf Mallorca besuchen. Seit Jahren haben sie sich kaum um sie gekümmert, und nun tauchen beide gleichzeitig bei ihr auf. Sogar Kind und Kegel bringen sie mit.
Ob Biancas neue Liebe Wolfi und die geplante Weltreise etwas damit zu tun haben? Jedenfalls ist etwas faul an der Sache.
..
Na ja, also begeistert bin ich nicht so von der Geschichte.
Es werden hier so viele Themen verbaut, nur das Thema Erbschleicherei, weswegen ich das Buch überhaupt lesen wollte, weil ich mir davon eine lustige Geschichte versprochen hatte, wird schon recht früh abgehandelt und beiseite gelegt. Bis dahin gefiel mir das Buch auch richtig gut, aber was danach kam konnte mich nicht mehr überzeugen.
Hier geht es eher um eine Familie, die vor allem ihre alten Geschichten aus der Vergangenheit aufzuarbeiten hat. Eine Menge Missverständnisse haben sich angehäuft, über vieles wurde nie geredet und stattdessen totgeschwiegen.
Leider konnte ich das größte der Geheimnisse hinter den Streitigkeiten schon sehr früh erraten und die folgenden Wendungen waren vorraussehbar.
Ein sehr großes Thema in diesem Buch waren Demenz und die Einsamkeit im Alter.
Biancas Enkelin Luisa kommt hier auf eine Idee wie die Demenzkranken vielleicht besser mit ihrem Umfeld klarkommen könnten. Das kam mir alles zu gewollt rüber, was Luisa daraufhin schafft. Überhaupt fand ich die ganze Sache rund um die Demenz null glaubwürdig und viel zu konstruiert, da habe ich selbst mit diesem Thema einfach ganz andere Erfahrungen gemacht.
Der Humor kam mir diesmal viel zu kurz. Der Schreibstil ist wie gewohnt einfach und flüssig.
Alle Figuren blieben mir fremd, mit keiner konnte ich mich identifizieren. Das Ende fand ich schon etwas kitschig.
Das Mallorcafeeling fand ich aber gelungen. Da habe ich beim Lesen glatt Fernweh bekommen.
Also von mir aus gibt es eher keine Empfehlung.
Hotel voller Ràtsel
Greenglass House von Kate Milford
Eigentlich hat sich Milo auf eine ruhige Weihnachtswoche alleine mit seinen Eltern gefreut. Denn Milos Eltern betreiben ein Hotel, das "Greenglass House", und normalerweise erwarten die Pines an diesen Tagen keine Gäste, sodass Milo seine Eltern nur für sich hat.
Doch dann trudelt plötzlich ein Gast nach dem anderen ein, unangemeldet, einer seltsamer als der andere.
Noch dazu scheinen sie alle etwas im Schilde zu führen.
Zum Glück hilft Meddy, die Tochter der Köchin, die Gäste mit Milo im Auge zu behalten. Das war es wohl mit der Ruhe.
So eine süße Detektivgeschichte!
Das Buch platzt fast vor lauter Geheimnissen und Rätsel die es zu lösen gilt. Das liegt vor allem am Hotel und seine unwirtliche Lage. Es ist nur mit der Seilbahn erreichbar und liegt etwas versteckt, deswegen ist das Hotel besonders bei den Schmugglern der Gegend beliebt. Das Hotel ist ziemlich alt und wegen seiner bunten Fenster berühmt.
Durch Zufall stoßen Milo und Meddy auf etwas Verstecktes und ehe die beiden wissen wie ihnen geschieht, befinden sie sich auch schon auf eine aufregende Schatzsuche. Dabei schlüpfen sie gleichzeitig in die Figuren ihres Rollenspiels. Kein Versteck im Haus ist vor den beiden sicher. Und davon gibt es eine Menge.
Die Ablenkung tut gut, denn das Wetter ist umgeschlagen und das Haus eingeschneit. Keiner kann weg.
Die Stimmung gefiel mir gut mit dem eingeschneit sein. Es wird viel Zeit im großen Wohnzimmer verbracht das ganz gemütlich ist, mit seinem prasselnden Kaminfeuer und dem funkelnden Weihnachtsbaum. Über kurz oder lang bleibt auch den Gästen nichts anderes übrig, als Zeit miteinander zu verbringen. Es werden Geschichten erzählt die mit dem Haus zu tun haben, die vielleicht wahr sind oder auch nicht. Eingelullt mit Tee und Kuchen erzählt der ein oder andere Dinge, die er eigentlich nicht so sagen wollte.
Die Figuren sind alle ziemlich schrullig, zumindest speziell. Jeder von ihnen hat einen anderen Grund im Hotel zu sein. Es gibt ständig viel Aufregung, oft auch Streit unter ihnen. Aber das war auch lustig zu lesen wie sie sich gegenseitig misstrauen und immer auf der Hut sind.
Ein anderer Erzählstrang hatte mit Milo und seiner Vergangenheit zu tun. Er ist eigentlich von den Pines adoptiert worden, und Milo hat ständig ein schlechtes Gewissen dabei, wenn er sich vorstellt, wie wohl seine richtigen Eltern gewesen sein könnten. Er fühlt sich dann schuldig und undankbar und er muss erst noch einiges über sich selbst lernen.
Milo ist ein toller kleiner Kerl mit dem Herz am richtigen Fleck.
Er ist auch der Erzähler in der Ich-Form. Dabei erfährt der Leser nie mehr als Milo selbst. So kann man mit ihm zusammen die vielen Rätsel um "Greenglass House" lösen.
Bis auf ein paar kleine Längen hat mich das Buch echt gut unterhalten.
"Ariadne Martell, Königin von allem"
Allein durch die Sterne von Nika S. Daveron
Was würdest du tun, wenn du plötzlich der letzte Mensch der Welt wärst?
Ariadne passiert nämlich genau das, sie ist von Jetzt auf Gleich, und ohne jede Vorwarnung, der letzte Mensch der Welt.
Das Buch hat mir so gut gefallen. Zugegeben, die Idee vom letzten Menschen ist nicht gerade neu. Aber das Thema wurde hier richtig gut umgesetzt.
Es ist witzig wie Ariadne die ersten Tage allein auf der Welt verbringt. Wie sie die Feinkostabteilungen in den Supermärkten plündert, sich mal richtig teure Designer-Fummel "leistet", nackt durchs Einaufszentrum spaziert oder mitten im Stadtbrunnen badet. Wer sollte schon etwas gegen ihre Eskapaden haben?
Aber es dauert nicht lange bis die heitere Stimmung umschlägt und die Situation aus Gründen bedrohlich wird.
Und als die Einsamkeit langsam anfängt an Ariadnes Nerven zu zerren, antwortet jemand auf eine ihrer vielen Hilferufe im Internet.
Sanghyun ist genauso froh endlich jemanden gefunden zu haben, doof nur, dass er am Arsch der Welt in Shanghai sitzt. Und um nicht mehr alleine zu sein, jeder für sich, beschließen sie, sich in der Mitte zu treffen.
Obwohl es in dieser Geschichte ja eigentlich nur zwei Figuren gibt, habe ich keine weiteren vermisst.
Aus Mangel an Alternativen bleibt den beiden gar nichts anderes übrig als sich vollkommen auf den jeweils anderen einzulassen. Wo sie am Anfang nur rumschäkern, werden ihre täglichen Gespräche nach und nach immer persönlicher und intensiver.
Aber auch Ariadnes Monologe werden, je weiter sie reist, immer tiefgründiger. Sie hat einfach eine Menge Zeit über sich selbst Nachzudenken und philosophiert vor sich hin. Diese Passagen fand ich keineswegs langweilig.
Einzig beim Ende weiß ich noch nicht ob ich es genial, oder völlig daneben finden soll.
Auf jeden Fall war dieses Buch für mich ein wahrer Pageturner. Ariadnes und Sanghyun Abenteuer haben mich richtig gefesselt.
Zu den Waffen!
Sommernerdstraum von Franke Cornelia
Ruby kann es kaum erwarten, der alljährliche LARP steht an. Doch um mit ihrem Team eine Chance auf den Sieg zu haben, brauchen sie noch unbedingt einen Mitspieler. Da fragt sie ihren Zockerkumpel Ben, dem sie ihre Leidenschaft für Rollenspiele aber bisher verschwiegen hat. Ben ist neugierig und sagt sofort zu.
Jetzt muss Ruby nur noch ihren Ex Henrik auf dem LARP aus dem Weg gehen, denn der hat noch ein Hühnchen mit Ruby zu rupfen. Der Sommer verspricht turbulent zu werden.
Das Buch fand ich aus mehreren Gründen toll.
Zum einen gibt es eine Menge Action. Ruby und ihre Teamkollegen nehmen wie jedes Jahr zusammen am LARP, einem Fantasy-Rollenspiel-Event, teil. Dort schlüpfen sie in ihre selbst entwickelten Figuren, müssen eine Menge Quests bestehen, Insignien sammeln und epische Kämpfe austragen.
Es ist einfach ständig Bewegung da, immer passiert irgendwo etwas und nicht eine Sekunde kann Langeweile aufkommen.
Da das Thema LARP für mich völlig neu war fand ich es toll, dass ich als Neuling auf dem Gebiet, Ben zur Seite gestellt bekomme. Denn auch er ist ein blutiger Anfänger was LARPs angeht und mit ihm zusammen habe ich alles wichtige, worauf es beim LARP ankommt, erklärt bekommen. Das fand ich super gelöst.
Mit dem Buch kriegt man richtig Lust, auch mal an solch einem Event teilzunehmen. Es klingt nämlich toll was die Autorin beschreibt: Wie über die Jahre starke Freundschaften entstehen, wie alle durch ihre Leidenschaft zum Spiel miteinander verbunden sind. Wie sie als Gemeinschaft oder in Teams die kühnsten Abenteuer bestehen. Dass jedes Alter willkommen ist und sogar schon die Kleinsten im Spiel mit eingebunden werden und eine Rolle bekommen. Die selbstgemachten Kostüme, die Waffen, die Feste und alles andere was dazu gehört.
Zum anderen gibt es natürlich eine kleine, süße Liebesgeschichte mit ordentlichem Durcheinander. Aber hier möchte ich nicht näher darauf eingehen um nicht zu viel zu verraten.
Der Stil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Man kann richtig in der Geschichte versinken, es gibt in der Handlung ständig Abwechslung und einen Bösewicht, über den man sich als Leser ziemlich fies ärgern kann. Die Fantasie, mit der die Spieler ihre Figuren spielen, hat mich sehr amüsiert. Ich musste öfter laut auflachen. Das Buch hat mir richtig Spaß gemacht. Davon gerne mehr :)
Schnelle, unkomplizierte Küche
Time to eat von Nadiya Hussain
Die Autorin kennt man aus der Netflix-Serie "Foodhacks mit Nadiya Hussain". Da ich kein Netflix habe, war mir die Köchin daher völlig unbekannt. Ich wollte das Buch wegen der britischen, teils indischen Rezepte haben.
Unterteilt ist das Kochbuch ganz klassisch in Frühstück, Mittagessen, Abendessen und Desserts.
- Besonders bei den Frühstücksrezepten kommt das britische gut durch. Für unsere Gegend sind Dinge wie Hackbraten in Blätterteig, Brötchen mit Bratwurst und Eiern oder Kartoffelbratlinge zum Frühstück eher unüblich, dafür aber nicht uninteressant. Man findet hier aber auch einfacheres wie verschiedene Variationen von Porridge oder selbstgemachtes Knusper-Müsli.
- Bei den Mittagessen geht es etwas "leichter" zu. Es gibt schnelle Nudelgerichte, gefüllte Pies und Tartes, Burger, Sandwiches, French Toasts und dergleichen. Mein Favorit ist hier die Instant-Nudelsuppe die mit selbstgemachter Gewürzpaste und austauschbaren Einlagen jedes Mal anders schmeckt.
- Beim Abendessen setzt die Autorin gerne auf Aufläufe, Currys und Eintöpfe. Es soll unkompliziert, aber trotzdem schmackhaft sein. Ein paar Beispiele der Rezepte sind Chorizo-Fisch-Eintopf, Grossmutters Curry (besteht aus Hähnchen, Gemüse und massig Gewürzen) oder Lamm-Dhansak (deftiger Eintopf aus Lammfleisch und Kidney-Bohnen).
- Die Desserts finde ich sehr kuchenlastig. Es gibt gefüllte Torten, Blechkuchen und kleine pralinenartige Happen. Aber auch ein paar Cremes und etwas Frittiertes sind vorhanden.
- Im Kapitel "Grundlagen" sind Nadiyas Gewürzmischungen und Pasten, Brotteige und andere Basics zu finden.
Nadiya Hussain hat kein Problem damit auch mal zum TK-Gemüse, Konserven oder Brühwürfel zu greifen, wenn es schnell gehen muss (oder auch nicht). Sie benutzt Zwiebel- und Knoblauchgranulat ebenso gerne wie fertigen Blätterteig, Gnocchis und Nudeln. Nur weggeworfen werden darf nichts, alles wird bis zuletzt aufgebraucht. Aus den Gemüseresten wie Schale oder Strunk zaubert sie eine herzhafte Gemüsebrühe, andere Reste werden bis zum nächsten Einsatz eingemacht oder eingefroren.
Viele der Rezepte sind so aufgebaut, dass man aus einmal Kochen zwei Mahlzeiten für die Familie erhält. Die eine wird sofort gegessen, die andere eingepackt und eingefroren. So hat man für den Notfall schon eine selbstgekochte Mahlzeit fix und fertig parat.
An diesem Buch würde ich vielleicht nur bemängeln, dass sehr viel Fleisch und Fettiges auf den Tisch kommt. Für jeden Tag wäre Nadiyas Küche nichts für mich. Und ab und zu ist ein (für mich) fragwürdiges Rezept dazwischen, wie die Fischstäbchen-Enchiladas.
Alle Rezepte sind in einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen geschrieben. Für fast alle Rezepte gibt es ein eigenes Foto.
Wenn Corona dazwischenfunkt
Das Vierzehn-Tage-Date von René Freund
Corinna und David lernen sich über die Dating-Plattform Tinder kennen und treffen sich zum ersten Date in Davids Wohnung.
Sie merken gleich dass sie sich nicht besonders gut finden, Corinna bleibt aber trotzdem auf eine Pizza und ein paar Gläsern Wein.
Blöderweise war der Pizzabote Corona-positiv und alle Kontaktpersonen müssen nun für zwei Wochen in Quarantäne.
Verständlicherweise sind die beiden von der Aussicht, mit einer fremden Person auf engstem Raum eingesperrt zu werden, nicht gerade begeistert.
Will man zur Zeit ein Buch lesen das von Corona handelt, haben wir dieses Thema nicht alle längst satt? Eigentlich schon, aber wenn dieses Buch von René Freund geschrieben ist, mache ich zumindest, gerne eine Ausnahme.
Zusammen mit Corinna und David kann man die Ereignisse, besonders die vom ersten Lockdown ab Mitte März, noch einmal Revue passieren lassen. Angefangen bei den panischen Klopapier-Hamsterkäufen, über das Singen und Klatschen auf den Balkonen bis hinüber zu den vielen absurden Verschwörungstheorien im Netz. Und weil man das alles ja selber miterlebt hat, kann man sich in Corinnas und Davids Situation super hineinversetzen.
Ich mochte die Gegensätzlichkeit der Figuren sehr gerne, die oft zu witzigen Situationen führte. Corinna reagiert immer sehr impulsiv, lässt ihren Unmut meistens frei heraus und schreit herum, wenn ihr etwas nicht passt. Sie liebt es, David zu foppen und zu provozieren und sie weiß schnell, was ihn ärgert.
David ist einer der Auraspray in seiner Wohnung versprüht, überzeugter Veganer, trinkt normalerweise keinen Alkohol und ist überhaupt in Corinnas Augen, der totale Langweiler. Das klingt jetzt ein bisschen klischeemäßig, ist es aber gar nicht.
In dem Buch gibt es sehr viel Dialog und ich fand besonders die Streitgespräche der beiden sehr unterhaltsam. Aber sie können auch vernünftig miteinander reden, und dann sind ihre Gespräche richtig tiefsinnig.
Die Geschichte ist vielleicht ein bisschen kurz geraten, aber zumindest kann so keine Langeweile durch Längen entstehen.
Ob die beiden sich am Ende zusammenraufen werden? Vierzehn Tage ist eine verdammt lange Zeit für ein erstes Date, besonders wenn nur Sojamilch und Tofu als Verpflegung im Kühlschrank liegen.
Geschichte einer Freundschaft
Krokodile von Angie Volk
Sonia und Bea sind beste Freundinnen seit Kindertagen. Jetzt sind sie um die dreißig und beschließen zusammen einen Urlaub auf einer spanischen Insel zu verbringen. Aber die Stimmung ist ganz komisch, irgendwie bedrückt. Sie merken, dass sie sich nach all den Jahren auseinandergelebt haben und sich oft einfach nichts zu sagen haben.
Sonia macht irgendwann die Bekannschaft eines viel jüngeren Franzosen und beginnt sich lieber mit ihm, als mit ihrer Freundin Bea zu treffen.
Erzählt wird aus Sonias Perspektive in der Ich-Form, trotzdem bleibt sie irgendwie unnahbar. Die Stimmung ist die ganze Zeit über bedrückt, was hauptsächlich an Sonia liegt, die nicht weiß wohin mit sich und Angst vor dem Ende des Urlaubs hat, wenn der Alltag wiederkehrt.
Bei den Rückblenden die regelmässig eingestreut werden, geht es darum wie Sonia und Bea sich kennenlernten. Wie sie überhaupt Freundinnen werden konnten, obwohl sie so verschieden sind.
Es stimmt, in diesem Buch passiert nicht viel, aber dennoch habe ich es sehr gerne gelesen. Die Autorin weiß sich auszudrücken und benutzt eine wunderschöne Sprache.
Die Geschichte war viel zu schnell vorüber was ärgerlich ist, da ein paar Fragen einfach nicht beantwortet wurden. Warum Sonia vor der Urlaubsplanung so depressiv war und warum der Vorschlag für einen Urlaub nur von ihr kommen durfte? Überhaupt habe ich Sonias eigentliches Problem nicht wirklich verstanden, aber das ist okay, die Autorin wollte das vielleicht so. Und ein paar Seiten mehr wären gut gewesen, weil ich gerne mehr über Sonia erfahren hätte.
Also gefangen hat mich die Story schon...
Als Sommerbuch würde ich es aber nicht beschreiben, dafür fehlt ihm leider die Leichtigkeit die ein solches Buch normalerweise hat. Das Cover finde ich, sieht auch viel zu fröhlich aus. Ich dachte erst, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt.











