Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Der Tod steht ihr gut
Es gibt ein Sterben nach dem Tod von Tatjana Kruse
Es sollte Börnies letzter Tag bei Schön-Cosmetics sein, mit den Kollegen wollte sie nur noch auf ihren Abschied anstoßen.
Doch, als sie wieder zu sich kommt schwebt sie an der Decke, ihr Körper liegt jedoch seltsam verdreht auf dem Boden unter ihr.
Das Licht welches nach Börnie ruft, ignoriert sie erstmal, sie will wissen wer für ihren Tod verantwortlich ist.
Jetzt braucht sie nur noch ein Medium.
Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich den Fall besonders knifflig, oder den Plott besonders ausgefuchst fand. Aber Börnie als Geist hat mich sehr gut unterhalten. Sie ist witzig, politisch ziemlich unkorrekt und sie pfeifft auf alle Höflichkeiten. Sie wurde schließlich kaltblütig ermordet, da ist es mit den Nettigkeiten aus und vorbei.
Ihr Helfer, Kai-Uwe, kann einem dabei nur Leid tun. Er kann Geister sehen, wird aber sonst von keinem so richtig ernst genommen. Ein schmächtiges Kerlchen, das von Börnie von Hinweis zu Hinweis gescheucht wird und es ständig auf die Mütze kriegt.
Die Autorin hat eine tolle Art, Dinge zu beschreiben und oft musste ich über ihre neuen Wortschöpfungen lachen.
Man ist sofort in der Geschichte drin und muss sich nicht mit ewig langen Einführungen herumschlagen.
Das Buch lässt sich weglesen wie nichts, das perfekte Buch für heiße Sommertage. Denn groß mitdenken muss man hier nicht, was aber nicht heißt, die Geschichte würde keinen Spaß bringen. Im Gegenteil, bis auf eins, zwei Längen habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.
Die Macht der Bilder
Peanut Jones und die Stadt der Bilder von Rob Biddulph
Die zwölfjährige Peanut Jones hat ihr Talent zum Zeichnen vom Vater geerbt. Auch er ist ein großer Künstler. Doch vor einem Jahr hat er einfach die Familie verlassen. Seitdem ist Peanut oft traurig, aber noch schlimmer ist, dass die Mutter sie einfach in eine neue Schule gesteckt hat. Und zwar in einer, wo sie nicht mal mehr zeichnen darf.
Doch eines Tages entdeckt sie einen geheimen Zauberstift, mit dessen Hilfe sie in ein magisches Land gelangen kann. Ob ihr Vater die Familie gar nicht verlassen hat, sondern in dieser Welt gestrandet ist?
Wow! So ein wunderschönes und liebevoll gestaltetes Buch habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Immerzu musste ich beim Lesen innehalten, um die vielen Bilder bewundern zu können, die auch noch perfekt die Geschichte unterstützen.
Peanut hat es nicht leicht. Der Vater ist weg, die Mutter seitdem ganz komisch, der Bruder wird immer stiller, nur die süße kleine Schwester Little-Bit scheint sich noch über Peanut zu freuen.
In der neuen Schule lernt Peanut Rockwell kennen, der ziemlich anhänglich ist und sich nur schwer abschütteln lässt. Denn, einen neuen Freund will sie nicht, in ihrer alten Schule sind ihre Freunde.
Aber weil er nun mal da ist, und Little-Bit sowieso macht was sie will, landen nun alle drei - teils freiwillig und teils unfreiwillig - in der magischen Stadt Chroma, auch die Stadt der Bilder genannt.
Das besondere an Chroma ist, dass die Stadtviertel in verschiedene Malstile gezeicnet wurde, und die man in den Illustrationen im Buch bewundern kann. So gibt es ein Comicviertel mit Sprechblasen und ganz besonderen Superhelden, ein Viertel welches nach Vincent van Gogh benannt wurde und vieles andere mehr, das der Leser entdecken kann. Nebenbei lernt man so einiges über Dinge, die man so nicht in einem Kinderbuch erwarten würde.
Die drei Kinder lernen eine Menge kurioser Gestalten kennen, müssen sich von Abenteuer zu Abenteuer durchkämpfen, und lernen dabei ihre eigenen Stärken kennen.
Ganz toll eignet sich das Buch zum Vorlesen, denn die Kapitel sind unheimlich kurz, und enden auch immer spannend. Die kleinen Zuhörer werden bestimmt immer betteln, um noch ein Kapitelchen mehr vorgelesen zu bekommen.
Abwechslungsreicher könnte die Geschichte gar nicht sein. Ständig passiert etwas Neues, und oft auch so Witziges, der Humor hat mir echt gefallen.
Ich kann das Buch einfach nur allen ans Herz legen, und ich freue mich sehr auf die Fortsetzung.
Schnell ja, geil nein!
Hensslers schnelle Nummer 2 Das geilste Kochbuch der Welt. Gebunden. von Henssler Steffen
Das Konzept dieses Kochbuches ist schon aus dem ersten Teil des Autors bekannt. Pro Rezept werden nie mehr als 5 Zutaten benötigt, die restlichen Zutaten kommen aus der Vorratskamer und zählen schlicht nicht. Jedes Gericht soll innerhalb von 15 Minuten fertig sein. Und zusätzlich zu den Kochanleitungen gibt es massig QR-Codes für Kochvideos, oder extra Tipps und Tricks.
Aufgeteilt ist das Buch in klassische Kapitel wie zum Beispiel Suppen & Salate, Fisch & Meersefrüchte, Pasta, usw. So findet man schnell das, worauf man gerade Lust hat.
Die Kochanleitungen selbst sind so kurz und knackig wie möglich gehalten, so ist der Eindruck einer "schnellen Nummer" noch größer. Fast jedes Rezept hat sein eigenes, sehr ansprechendes Foto, die Aufmachung der Seiten ist generell sehr jung, bunt und dynamisch gestaltet.
Die Rezepte sind immer für 2 Personen ausgelegt, es gibt keine Angaben zu Nährwehrten.
Soweit die Fakten!
An Selbstbewusstsein mangelt es dem Autor nicht, denn "Das geilste Kochbuch der Welt" soll der Leser mit diesem Werk in seinen Händen halten. Auf den ersten Blick mag das vielleicht stimmen. Die Rezepte sind vielfälltig, frisch, modern und das meiste davon ist tatsächlich ruckzuck nachgekocht.
Aber dann finde ich beim Blättern Gerichte, die ich im geilsten Kochbuch der Welt nicht erwarten würde.
Hier ein paar Beispiele:
- Grilled Cheese-Sandwich --> Da ist der Name länger als die Zutatenliste. Käse und Toast, mmja!
- Toast Hawaii 2.0 --> Hier soll eine hinzugefügte Erbeere wohl der Knaller sein.
- Geeister Feta-Melonen-Salat --> Die Zutaten dafür stehen schon im Titel
- Spaghetti mit Räucherlachs --> Nudeln plus Lachs plus Sahne, yay!
- vegane Burger --> Das sollte wohl lustig sein? Brötchen im Ofen erwärmen, fertig!
Gut die Hälfte der Rezepte ist so einfach, die hat jeder so ähnlich zuhause schon gemacht und käme aber nie auf die Idee, so etwas zu sammeln und ein Kochbuch daraus zu machen.
Für Anfänger in der Küche die wirklich absolut keine Inspiration besitzen, könnten diese Rezepte vielleicht etwas sein.
Bei der anderen Hälfte finde ich die Kombinationen ganz gelungen, und werde sie auch genauso ausprobieren. Aber die reichen nicht aus, um das Buch absolut "geil" zu finden.
Noch bemängeln möchte ich das fehlende Vorwort. Es gibt keins, weil "Liest eh keiner", dafür gibt es einen QR-Code für ein Video. Aber dann kann ich mir auch gleich seine Videos im Internet gratis angucken, und brauche kein teures Kochbuch dafür.
Dann werden in der Übersicht 10 Lesezeichen angkündigt, die gibt es aber nicht.
Am Ende gibt es noch Hinweise zu seinen Produkten und wo man sie kaufen kann.
Nettes Kochbuch, aber es ist weit davon entfernt, das geilste Kochbuch der Welt zu sein.
Besser als der Vorgängerband
Nadiyas Lust- & Laune-Küche von Nadiya Hussain
Ich kenne bereits Nadiya Hussains vorheriges Kochbuch, kann also beide miteinander vergleichen, und ich muss sagen dass sie sich, was die Rezepte betrifft, enorm gesteigert hat.
Es gibt so gut wie keine Quatsch-Rezepte mehr. Damit meine ich Gerichte wie die Fischstäbchen-Enchiladas oder die Tortellini-Suppe aus dem ersten Band, das hatte für mich nichts mit Kochen zu tun, sondern nur mit Fertigkram zusammen rühren.
Sie verwendet diesmal viel weniger Lebensmittel und Pülverchen aus Konserven und Gläsern. Wenn sie welche benutzt, dann handelt es sich meistens um Bohnen, Mais und Ananas aus der Dose, oder um Brühwürfel oder Brühe aus dem Glas. Solche Produkte gehen für mich vollkommen klar, und wer das nicht will, kann sich seine Bohnen ja vorher stundenlang selber vorkochen, bis er sie benutzen kann.
Aufgeteilt ist das Buch in Geschmacksrichtungen. Es gibt die Kapitel: Kräuteriges, Würziges, Cremig-Käsiges, Nussiges, Zitroniges, Rustikales, Fruchtiges und Süßes. In den Kapiteln selbst sind die Gerichte nicht noch einmal speziell geordnet, sondern bunt gemischt. Aber hier macht das Blättern und Entdecken Spaß.
Insgesamt finde ich die Rezepte bodenständig und richtig herzhaft.
Es gibt viele Eintöpfe und Currys, viele davon indisch inspiriert. Überhaupt kocht die Autorin sehr gerne mit vielen Gewürzen und Pasten, und man sollte nichts gegen Zwiebeln, Knoblauch und Chili haben.
Die Hauptgerichte sind meistens mit Huhn oder Lamm zubereitet, aber es findet sich auch viel vergetarisches.
Käse ist auch diesmal wieder ein großes Thema und Nadiya geizt nicht damit. Sie verwendet meistens Cheddar oder englische Sorten, letztere sind aber hier leider echt schwer zu bekommen.
Für die Bäcker unter uns gibt es auch wieder viele Kuchenrezepte. Es handelt sich aber weniger um aufwendige Torten, sondern eher um einfache Rührkuchen, mit Gewürzen, süßen Überzügen oder cremigen Füllungen aufgepeppt.
Dann finden sich noch Rezepte für Suppen, Sandwiches oder Burger, Salate und massig Desserts. Die Auswahl ist riesengroß.
Nadiyas Gerichte sind toll. Die Gerichte die ich bis jetzt getestet habe, fand ich durch die vielen Gewürze unheimlich aromatisch. Das 30-Knoblauchzehen-Hähnchen zum Beispiel war ein Gedicht, man muss sich nur trauen.
Beim Panzanella, ein Salat mit Brotresten, hätte ich nie gedacht, dass das so lecker sein könnte. Ich meine, die Hälfte des Salates besteht nun mal aus alten Brotresten, wie gut kann das schon sein. Sehr, sehr gut, wie sich herausstellte.
Die gegrillten Auberginen mit Joghurt-Dressing waren schneller verputzt, als ich gucken konnte. Die Kinder haben sogar nach einem Nachschlag verlangt. Bei Auberginen!
Nur den Reisnudelsalat mit Mango fand ich etwas laff, aber die Idee dazu, gefällt mir immer noch.
Es sollte einem nur klar sein, dass man sich von seiner Traumfigur verabschieden kann, wenn man alllzu oft ihre Rezepte ausprobiert. Dafür kocht die Autorin einfach zu gerne mit Butter, Käse und Sahne. Sie liebt Aufläufe, Eintöpfe und alles was sonst noch so herzhaft ist. Pures Hüftgold also.
Aber, na ja, es schmeckt doch so gut ...
Volle Punktzahl!
Noch besser als Band 1
Mein genialer Tod von Jenny Jägerfeld
Vier Monate sind bereits vergangen seit Sigge mit seiner Familie nach Skärblacka ins Hotel der Oma gezogen ist. Vieles ist seitdem so viel besser geworden. In Juno hat er sogar eine beste Freundin gefunden, ein völlig neues Gefühl für Sigge.
Doch dem Frieden trauen kann er trotzdem nicht so recht, bestimmt passiert bald eine Katastrophe, und er, Sigge, wird wieder von allen gemobbt werden.
Genau wie vor dem Umzug in Stockholm.
Und dann kommen die beliebtesten Jungs der Schule auf Sigge zu und wollen, dass er bei deren Hip-Hop-Crew mitmacht. Echt jetzt?
Band 1 fand ich damals schon so toll, aber Band 2 ist ja noch viel besser geworden!
Im "Royal Grand Golden Hotel Skärblacka" geht es seit dem ersten Teil noch verrückter zu, auch wenn das schwer zu glauben ist.
Majken soll für die bevorstehende Weihnachtsfeier das Jesuskind spielen, und nervt jeden damit. Bobo kann endlich sprechen, zitiert aber am liebsten nur Elvis. Oma Charlotte sorgt wie immer für zusätzliches Chaos, und Krille Marzipan, der einzige Gast des Hotels der nicht mehr ausziehen wollte, hat auch ein paar Projekte am Start.
Ein ganz normaler Zustand also, das Hotel kennt es nicht anders. Aber Sigge hat ganz andere Sorgen.
Sein Selbstwertgefühl ist am Boden. Obwohl es ihm in der neuen Schule viel besser geht, kann er die Vergangenheit in Stockholm nur schwer vergessen und glaubt, jeden Moment müsse jeder erkennen, was für ein Loser er eigentlich ist.
Ich finde, die Probleme die Sigge hat, werden richtig natürlich dargestellt. Und die Angst, vor seinen Mitschülern doof dazustehen, werden die meisten Kinder auch kennen. In seiner alten Schule ist Sigge wirklich mies behandelt worden und Angst kann man schließlich nicht so einfach abstellen.
Jetzt hat er Angst, dass sein neues Leben wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen könnte, wenn er sich falsch verhält. Er will cool rüberkommen, wie ein Junge der weiß wie der Hase hüpft, und verbiegt sich dabei für andere.
Erzählt wird wieder aus Sigges Sichtweise in der Ich-Form, und wieder liest sich das Buch wie eine Art Tagebuch. Er wird einem durch diese Erzählform sehr nahe gebracht, und man leidet richtig mit ihm mit.
Dann gibt es auch wieder einen Countdown bei jedem Kapitelanfang. 60 Tage bis zur Weihnachtsfeier hat Sigge Zeit, das Dilemma mit den Jungs zu lösen.
Den Titel finde ich diesmal nicht so gelungen. Sigge muss sich nicht mit dem Tod auseinandersetzen, es geht nur um die Angst, vor der ganzen Schule vor Scham plötzlich tot umzufallen.
Dann trifft man wieder auf alte Bekannte: Das Zebra in der Diele, die Frettchen, die Hamster und der Hund Einstein. Und weil das Haus noch nicht voll genug ist, bekommt die Familie Zuwachs.
Den Humor mochte ich wirklich gerne, ich habe laut lachen müssen, besonders über das was Charlotte immer anstellt. Aber wegen Sigge habe ich diesmal auch ein Tränchen verdrückt.
Auf jeden Fall kann man wieder eine Menge von Sigge lernen, da spielt das Alter des Lesers keine Rolle. Eine wirklich tolle Geschichte, ich hoffe es kommt auch noch ein dritter Band.
Hätte ruhig etwas düsterer sein können
Willkommen in Wisewood von Stephanie Wrobel
Natalie hat seit Ewigkeiten nichts mehr von ihrer kleinen Schwester Kit gehört. Genau genommen seit diese nach Wisewood, einer Art Therapie-Insel, geflüchtet ist.
Als Nat dann eine anonyme Nachricht aus Wisewood erhält mit den Worten: "Ich weiß was du getan hast", ist Nat klar, sie muss auf diese Insel und ihre Schwester finden, bevor es zu spät ist.
Die Autorin hat ein Talent dafür, die dunkelsten Tiefen menschlicher Abgründe zu beschreiben.
Wie schon in ihrem ersten Buch (Darling Rose Gold), welches ich grandios fand, verschwimmen auch hier wieder die Grenzen zwischen Täter und Opfer.
Die Figuren sind wieder so gut beschrieben, dass man sich als Leser mit keinem von ihnen identifizieren will. Man kann zwar meistens verstehen warum sie tun was sie tun, besonders nachdem man ihre Geschichten kennt, aber mit einem von denen was zu tun haben, nee, lieber nicht.
Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, insgesamt gibt es zwei Schwesternpaare deren Geschichte man erfährt. Durcheinander kommt man dabei aber nie.
Trotz der guten Charakterbeschreibung hat mir das Buch diesmal nicht so gut gefallen. Die Geschichte hatte zwar schon einen gewissen Reiz für mich, aber lange ist nicht klar, wo die Reise hingeht und das verursachte einige Längen, denn oft plätschert die Handlung nur so vor sich hin.
Die Stimmung hatte ich insgesamt düsterer erwartet, spielt es doch auf einer Insel die nur schwer erreichbar ist.
Nach dem sehr guten, schockierenden Anfang, flacht die Spannung doch im Mittelteil sehr ab.
Das Buch retten konnte allerdings die Wendung, die dann irgendwann auftaucht und mit der ich gar nicht mehr gerechnet hatte. Die war sehr schlau gemacht und hat mich dann auch wieder mit dem Buch versöhnt, so dass ich solide drei Sterne vergeben kann.
Silberstreifen am Horizont
Ich bin Joy von Jenny Valentine
Die zehnjährige Joy und ihre Familie sind richtige Weltenbummler. Sie sind gefühlt schon überall gewesen.
Doch der Großvater in England hatte einen Unfall und braucht nun Unterstützung. Da ist es schnell vorbei mit der Weltenbummelei, und Joy muss ins verregnete England ziehen. Ein bisschen Angst, nun für immer hier festzusitzen, hat sie ja schon .
..
So ein tolles Kinderbuch! Da geht ja sogar mir, die ich ja gar nicht zur Zielgruppe gehöre, das Herz auf.
Erzählt wird die Geschichte von Joy selbst, in der Ich-Form. Das Ganze liest sich ein bisschen so, wie ein Tagebuch, was mir sehr gut gefallen hat. Das bringt einen Joy von Anfang an ganz nah.
Joy erzählt davon wie es war, mit ihrer Familie durch die Weltgeschichte zu reisen. Wie sie gelebt hat, welche Freunde sie hatte, und wie frei sie war.
Aber dann kommt sie nach England und staunt über ihre Eltern, die seitdem plötzlich „immer nur hyperabwesend und megabeschäftigt sind und völlig untypische Dinge tun, wie sich Jobs zu suchen, sich um Arzttermine zu kümmern und Schulen für ihre Schwester Claude und sie auszusuchen.“
Das mit der Schule hat auch nicht so geklappt, wie sie gehofft hatte. Sie geht zum ersten Mal zur Schule, und hatte sich auch richtig darauf gefreut, aber leider ist es viel schwerer als sie erwartet hatte.
Eigentlich ist Joy die große Optimistin in der Familie, und Silberstreifen am Horizont zu erblicken ihr Spezialgebiet. Doch nun steht Joy kurz davor aufzugeben, in England scheint es einfach keine Silberstreifen zu geben.
Ich liebe den Stil der Autorin. Joy ist zwar ziemlich enttäuscht von der Gesamtsituation, vergisst dabei aber nie ihren Humor. Sie kann wirklich richtig witzig sein, das hat mir an Joy am besten gefallen. Und sie hat eine wundervolle Art, Dinge zu beschreiben. Sie meint, dass überall etwas Magisches stecken kann, man muss nur genau hinschauen.
Einige wichtige Themen werden angesprochen. Es geht um den Naturschutz, um Freundschaft und darum, auch mal etwas Verrücktes zu wagen.
Und dass Silberstreifen am Horizont überall auftauchen können, selbst wenn man gar nicht mehr mit ihnen rechnet.
Weil es bei Mamma immer noch am besten schmeckt
La Tradizione von Domenico Gentile
Das es zuhause, wenn die Mama oder (noch besser) die Oma gekocht hat, immer noch am leckersten schmeckt, weiß auch der Autor dieses Buches. Daher kam er auf die Idee, aus allen Regionen Norditaliens die bekanntesten und beliebtesten Gerichte herauszusuchen, und sie sich genaustens von den heimischen Hausfrauen erklären zu lassen.
Es sind Gerichte die seit vielen Generationen in den Familien sind und oft von den Nachbarländern, je nach Region, beeinflusst wurden. Und man glaubt kaum, wie unterschiedlich sich dadurch die Küche im Norden entwickelt hat.
Vorgestellt werden die 7 nördlichsten Regionen, jede bekommt ein einzelnes Kapitel, pro Kapitel dann ungefähr zwischen 10 und 12 Rezepte. Die Rezepte selbst sind sehr unterschiedlich, von Antipasti über Vorspeisen, Eintöpfe, Suppen, Hauptgerichte, Desserts und Kuchen kann alles vertreten sein. Sehr gut gefällt mir, dass in diesem Buch auch die Beilagen nicht zu kurz kommen.
Die Einkaufslisten halten sich in Grenzen. Sehr oft gibt es Gerichte, die nur mit sehr wenigen Zutaten auskommen. Weniger gepasst hat mir, dass einzelne Lebensmittel hier nur schwer zu bekommen sind. Spezielle Bergkäsesorten, spezieller Speck, eine bestimmte Bohnensorte, ... und nicht immer wird eine Alternative genannt.
Neben den Rezepten wird auch jedes Mal ein wenig die Region selbst vorgestellt. Es gibt Fotos von der Gegend, den Leuten, den Betrieben. Das weckt die Reiselust und steigert zudem die Lust, deren traditionelle Küche auszuprobieren.
Nur um ein paar der klassischen Köstlichkeiten aufzunennen, die man mit diesem Buch zu Hause auf den Tisch bringen kann: Es gibt ein Rezept für die wahre, die einzige Bolognese. Das Rezept dafür wurde in den 80gern in der "Accademia Italiana della Cucina" niedergelegt, und gilt als das Original. Mit der Sauce macht man auch gleich die Lasagne, eine Seite weiter. Oder wie wäre es mit Ossobuco alla milanaise aus der Lombardei? Aus dem Piemonte gibt es einen unheimlich leckeren Nusskuchen. Aus Ligurien stammen die berühmten Pasta alla genovese. Gerichte aus Polenta schätzt man besonders in Friaul-Julisch Venetien, und durch die Handelsstadt Venedig hatten die Menschen im Veneto Zugang zu besonderen Gewürzen, Reis aus Spanien, Fisch und Meeresfrüchten. Aus Südtirol darf man sich auf Deftiges freuen: Knödel, Bauernbratl, Krapfen, Kaiserschmarrn ... Die Nähe zu Österreich ist gut zu spüren.
Abwechslung bringt das Buch auf jeden Fall, und durch die einfachen Anleitungen wird einem das Kochen ganz einfach gemacht. Ich kann das Buch allen Italienfans nur empfehlen.
Toller Auftakt
Mieruko-chan - Die Geister, die mich riefen 1 von Tomoki Izumi
Miko wird überall und ständig von übernatürlichen Kreaturen heimgesucht. Diese tun alles, um von ihr beachtet zu werden.
Sie hat keine Ahnung was diese Wesen von ihr wollen, sie hat aber auch keine besonders große Lust, es herauszufinden ...
Ich gebe zu, ich bin ein echter Neuling was Mangas anbelangt.
Meine 16-jährige Tochter kennt sich da schon besser aus, sie hat schon viele Reihen gelesen. Von diesem ersten Band ist sie jedenfalls begeistert.
Uns beiden gefällt der Zeichenstil richtig gut. Die Story könnte erst etwas mädchenhaft wirken, die fiesen Monster, die teilweise echt eklig gut gezeichnet sind, machen diesen ersten Eindruck aber schnell zunichte.
Gewürzt ist das ganze mit einer Prise schrägen Humor, denn Miko gerät durch ihre Gabe ständig in seltsame Situationen.
Es ist schwer zu erraten, in welche Richtung die Geschichte gehen wird. Denn zugegeben, der erste Band lässt sich sehr viel Zeit damit, Miko und ihre verrückte Welt erst einmal vorzustellen, und viele Antworten wird es noch nicht geben. Eher tun sich eine Menge Fragen auf. Aber das Ende lässt auf eine äußerst spannende Fortsetzung hoffen.
Wir wollen auf jeden Fall wissen, wie es mit Miko und ihrer Gabe (oder Fluch) weitergeht.
Bis auf ein paar Punkte überzeugt
Mieruko-chan - Die Geister, die mich riefen 1 von Tomoki Izumi
Mit "Elli Hoop kocht", wird ein neues Kochbuch der mittlerweile sehr umfangreichen WW-Kochbuchreihe hinzugefügt.
Um Rezepte für die ganze Familie soll es hier gehen die ruckzuck gezaubert sind, und die jedem schmecken.
Die Rezepte sind klar verständlich und in einfachen Schritten nachzumachen.
Selbst blutige Kochanfänger sollten hier keine Probleme bekommen.
Viele der Gerichte gehen in die asiatische und mexikanische Richtung, da die Autorin deren Essen so gerne mag. Zu exotisch werden die Zutaten trotzdem nicht, alles sollte in größeren Supermärkten zu finden sein.
Die Mengenangaben sind immer für 2 oder 4 Personen.
Es wird viel mit Hülsenfrüchten gearbeitet, und es gibt eine große Auswahl an Gerichten für Vegetarier. Aber auch die Fleischesser kommen auf ihre Kosten. Die Mischung finde ich gut gelungen.
Der Zeitaufwand der Zubereitung ist meist gering.
Für WW-Mitglieder gibt es QR-Codes für die PersonalPoints Programme. Einige Rezepte enthalten auch QR-Codes für zusätzliche Kochvideos. Die Nicht-Mitglieder können das Buch ganz normal benutzen, die Rezepte sind für alle, die sich etwas bewusster ernähren möchten.
In einer kurzen Einleitung erzählt Elli Hoop etwas über sich, wer sie ist und warum sie dieses Kochbuch geschrieben hat.
Dann geht es schon los mit den Rezepten.
Aufgeteilt ist das Buch in praktische Kapitel, die nach den Essenszeiten sortiert sind: Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Snacks.
- Mit gesunden Sattmachern startet man in den Tag. Hier kommen vor allem Produkte wie Haferflocken, Chia-Samen, Haferkleie oder Dinkelflocken zum Einsatz. Daraus macht Elli Hoop dann Haferwaffeln, Frühstücks-Apfel-Kuchen, Kokos-Chia-Porridge...
Aber auch klassischeres wie Omlette, French-Toast oder Bircher-Müsli finden sich hier.
- Beim Lunch geht es meist etwas leichter zu. Viele der vorgestellten Gerichte lassen sich auch prima vorbereiten und mit ins Büro nehmen.
Taco-Reis-Salat, Thailändischer Thunfisch-Rotkohl-Salat (wobei ich das Dressing hier nicht so dolle fand, aber das ist Geschmackssache), Asia-Pita-Taschen (randgefüllt mit Gemüse, yummi), Kichererbsen-Gemüse-Nudelsuppe im Schraubglas, bei der das kochende Wasser erst auf der Arbeit zugegeben wird.
- Bei den Dinnern geht es dafür etwas deftiger zu. Kichererbsen-Reis-Burger, Linsen-Kürbis-Lasagne, Käsenudeln mit Pastinaken, ...
Aber auch Fisch- und Fleischgerichte sind vertreten: Es gibt Currys, Geflügel-Bolognese, Reisnudeln mit Garnelen, Geflügel-Tortilla-Pfanne, ...
- Das letzte Kapitel mit den Snacks finde ich ein heilloses Durcheinander. Da werden Rezepte mit Muffins, herzhaften Flammkuchenhäppchen, würzigem Popcorn, Guacamole, usw. vorgestellt. Dazwischen dann süße Desserts, Kuchen oder Fruchtspieße (wofür auch immer man dafür eine Anleitung braucht), dann wieder was mit Spinat oder Schafskäse.
Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gefallen, nur gewisse Details eben nicht, wie bestimmte Dressings. Diese kann ich aber nach meinem Geschmack verändern.
Und bei manchen Rezepten frage ich mich, was sie in einem Kochbuch zu suchen haben: Stichwort: Fruchtspieße oder Käse-Ei-Sandwich. Sowas sollte doch wirklich jeder hinkriegen.










