Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Mein Herz, dein Herz!
Skaterherz von Brenda Heijnis
Nahezu sein halbes Leben hat der dreizehnjährige Elias krank im Bett verbracht.
Nur ein neues Herz kann ihn jetzt noch retten. Er hat Glück, ein passendes Spenderherz wird gefunden.
Doch nach der Operation traut Elias kaum seinen Augen. Neben seinem Bett steht plötzlich Boyd, ein Geisterjunge.
Elias hat nun Boyds Herz!
Meine Güte, was für ein toller, trauriger und zugleich lebensbejahender Roman.
Und das auf gerade mal knapp 140 Seiten.
Es geht um die beiden Jungs, Elias und Boyd, die durch Boyds Herz miteinander verbunden werden.
Aber unterschiedlicher könnten die zwei gar nicht sein.
Elias, immer blass und schwach und zu krank, um richtig am Leben teilzunehmen. Um ihn herum wuseln stets die Eltern, die sich unentwegt Sorgen um ihn machen.
Boyd ist das genaue Gegenteil. Ein Draufgänger, immerzu draußen unterwegs, immer in Aktion. Am liebsten zeigt er sein Können auf dem Skateboard, mit coolen Tricks und Sprüngen.
Für Elias geht plötzlich alles so schnell, vor allem das Gesundwerden. Für Boyd jedoch, könnte Elias sich eine Spur mehr anstrengen.
Man kann beide verstehen. Elias, der zu seinem neuen Herzen erst mal Vertrauen finden muss. Und Boyd, der es satt hat, ewig im Krankenhaus rumzuhängen. Außerdem hat Boyd noch etwas ultrawichtiges zu erledigen, und nur Elias kann ihm dabei helfen.
Am Ende können beide nur voneinander lernen.
Besonders das Ende ging mir unter die Haut. Die Geschichte hat bei mir noch lange nachgeklungen.
Klare Leseempfehlung!
Sommer, Sonne, Sonnenschein!
Einfach Urlaub von Stevan Paul
Gerade im Urlaub hat man Zeit für die schönen Dinge im Leben. Dazu gehört für mich mit der Familie und Freunden zusammen Kochen, Schlemmen und Feiern.
Was aber, wenn die Küche im Urlaubsparadies zu wünschen übrig lässt? Keine Sorge, mit diesem Kochbuch ist man für jede Situation und auch mit der kleinsten Küche bestens gewappnet.
Los geht es im Buch mit den Reisevorbereitungen. Der Kochbuchautor Stevan Paul hat seinen Urlaub immer schon im Camper, Ferienhäuschen oder auf dem Zeltplatz verbracht. Deswegen weiß er auch aus eigener Erfahrung worauf es ankommt.
Was muss unbedingt mitgenommen werden an Utensilien und was kann getrost zuhause gelassen werden? Welche Lebensmittel müssen mit und worauf muss man sonst noch so achten? Der Autor hat hier einige sinnvolle Tipps parat.
Dann gibt es gleich noch ein paar geschmackvolle Ideen für den Reiseproviant. Geschmierte Butterbrote waren gestern, viel besser schmecken mallorquinische Coca (eine Art Pizza die auch kalt lecker schmeckt), selbstgemachte Dips oder Blätterteigtaschen.
Dann noch ein paar Ideen für den ersten Abend, denn oft kommt man im Urlaubsort erst abends an, wenn alle Geschäfte schon längst geschlossen haben.
Dann kommt der große Rezepteteil der alles bietet, was im Sommer besonders gut schmeckt: Knackige Salate, schnelle Pastagerichte, Ofengemüse, leckere Dips zum snacken für zwischendurch. Es gibt tolle Ideen für den Grill, leichte Gerichte für besonders heiße Tage oder wärmende Speisen, für kühle oder verregnete Abende.
Ans Frühstück, Dessert und leckere Durstlöscher wurde ebenfalls gedacht.
Ausprobiert habe ich bis jetzt den "Linsensalat mit Grillkäse und Trauben", den "Grüne-Bohnen-Kartoffelsalat Picknicker" und das "Zitronenhühnchen vom Blech". Alles Gerichte, die es definitiv jetzt öfter bei uns geben wird.
Fast alle Rezepte sind durch zusätzliche kleine Vorschläge des Autors wandelbar. So schmeckt dasselbe Gericht immer anders.
Ein großer Teil der Rezepte kommt ohne Fleisch oder Fisch aus.
Zu exotisch sind die Zutaten auch nie, selbst in kleinere Läden dürfte alles zu bekommen sein.
Das einzige das mich stört, bei manchen Rezepten muss man sich die Zutaten und Mengenangaben in der Anleitung zusammen suchen. Warum hat man hier das Layout ab und zu geändert? Meistens gibt es ja eine praktische Zutatenliste, wo man auf den ersten Blick sieht, was man braucht. Warum hat man das nicht einfach bei allen Rezepten so gemacht?
Ansonsten finde ich das Buch echt gelungen. Die Fotos finde ich auch sehr schön. Neben den tollen Essensbilder gibt es noch persönliche, die den Autor mit Freunden und Familie in den Ferien zeigen.
Das Buch verbreitet gute Stimmung und macht Lust, in den Urlaub zu fahren.
Zu knapp erzählt
Freischwimmer von Gabriel Herlich
Donnie war immer schon der Außenseiter. Kein Wunder also, dass er sich, einsam wie er ist, mit den "falschen" Leuten anfreundet. Auch wenn er weiß, dass es nicht die besten Menschen sind.
Wie schlecht sie wirklich sind, begreift er erst, als es fast schon zu spät ist. Denn das Grüppchen lernt Meggie kennen, und Meggie ist eine Jüdin.
Jetzt ist es an der Zeit zu entscheiden, wer Donnie sein möchte.
In der Beschreibung steht, das Buch sei ein geschriebener Roadmovie, ein Liebes- und Entwicklungsroman. Das stimmt auch, aber es ist auch noch viel mehr.
Eine Familie muss sich mit seiner deutschen Vergangenheit auseinandersetzen. Sehr schwer verdauliche Themen werden angesprochen und kommen teilweise ohne Vorwarnung aus dem Nichts.
Bei den sehr ernsten Stellen fand ich die Dialoge etwas hölzern, fast emotionslos.
Ich frage mich, ob man nicht ein bisschen zu viel auf einmal gewollt hat. Donnie erlebt auf den knapp 270 Seiten eine Menge, und vieles kommt mir dabei einfach zu kurz.
Andererseits kommt man bei diesem rasanten Tempo auch gar nicht auf die Idee, so etwas wie Langeweile zu empfinden.
Der Erzählstil ist trotzdem fesselnd. Donnies Geschichte ließ mich bis zum Ende nicht mehr los, auch wenn er es einem schwer macht, ihn zu mögen.
Mit seinen 21 Jahren hat er noch nichts wirklich auf die Kette gekriegt. Er hat ein miserables Gespür für Menschen, zumindest bei der Auswahl seiner Freunde, und besonders selbstbewusst ist er auch nicht.
Er hat den Hang dazu, Dinge eher noch schlimmer als besser zu machen. Auch wenn er sich wirklich Mühe gibt.
Donnie macht im Laufe der Geschichte eine große Veränderung durch.
Zum Ende hin gab es für meinen Geschmack ein paar Zufälle zu viel. Das wirkte manchmal etwas konstruiert auf mich.
Das Buch hat mir gut gefallen, auch wenn es trotz meiner Kritikpunkte vielleicht nicht so klingt. Ich kann mir Donnies Geschichte wegen des Tempos aber eher als Film, denn als Buch vorstellen.
Der Funke wollte nicht überspringen
The Spook's 1 von Joseph Delaney
Tom ist zu Großem bestimmt, dass weiß seine Mutter schon immer. Denn Tom ist der siebte Sohn eines siebten Sohnes, und als eines solchen mit speziellen Gaben gesegnet.
Nun soll er zum Spook in die Lehre gehen und zum Geisterjäger ausgebildet werden.
Seine erste Aufgabe lautet: Übernachte in einem Spukhaus!
Diese Reihe um Tom und dem Spook hat schon längst eine riesige Fangemeinde, es gibt bereits dreizehn Bände.
Da ich die Lockwood & Co.-Reihe von Jonathan Stroud so sehr liebe, in der es ebenfalls um Geisterjäger geht, dachte ich mir, probiere es mal mit den Spook-Büchern.
Aber leider wurde ich mit Tom überhaupt nicht warm ...
Der Anfang gefiel mir aber noch ganz gut. Man lernt Toms Welt, den Spook und dessen Aufgaben kennen. Die Sommerresidenz in der Tom bald wohnen wird, hält viele interessante Besonderheiten bereit. Tom lernt einiges über Boggarts, Hexen und Geisterbilder.
Und dann trifft er einige sehr dumme Entscheidungen.
Die Geschichte wird aus Toms Sicht in der Ichform erzählt. Trotzdem fand ich den Erzählstil zu nüchtern. Bei dem was Tom erlebt, müssten die Kapitel vor Spannung und Emotionen überquellen. Aber selbst die brenzligsten Situationen konnten mich nicht zum mitfiebern animieren.
Ich hatte oft den Eindruck, dass eine Liste mit Ereignissen abgehakt werden müsste.
Dabei hat der Autor echt tolle Ideen, und plötzliche Wendungen gibt es auch einige.
Die ganz jungen Leser werden sich an manchen Stellen bestimmt gehörig gruseln. Beschreiben kann der Autor nämlich wirklich gut. Da kann man sich jedes Wesen in seiner ganzen Gruselhaftigkeit genaustens vorstellen.
Nur die Handlung, die konnte mich absolut nicht überzeugen.
Der berühmte Funke wollte einfach nicht überspringen.
Wer knackt den Score?
Equilon von Sarah Raich
Wer in einem der Grenzländer lebt, für den zählt nur eines: Der eigene Score!
Knackt man den, darf man endlich das Elend der alten Welt verlassen und wird Teil der "einen Milliarde".
Denn hier in New Valley ist die Welt wieder in Ordnung. Hier wird man endlich für die ganzen Strapazen belohnt, die man über sich ergehen lassen musste.
Denn in New Valley herrscht Equilon, ein Algorithmus der für Gerechtigkeit sorgt. Hier sind alle gleich.
Erzählt wird in der Ichform abwechselnd aus zwei verschiedenen Sichtweisen.
Zum einen ist da Jenna, die endlich nach New Valley darf. Ihr großer Traum ist es, an Equilon zu arbeiten, den Algorithmus zu verbessern, und so die neue Welt noch ein Stückchen gerechter zu machen.
Ihr Teil ist so interessant, weil man mit ihr zusammen diese neue Welt kennenlernt. Wie wird nach dem Klimakollaps alles neu geregelt, und wie kommen die Menschen mit den wenigen verbliebenen Ressourcen klar?
Der andere Erzählstrang handelt von Dorian. Er befindet sich immer noch im fast unbewohnbar gewordenen Old-L.A.
Die Ressourcen sind mehr als knapp, daher wird alles strengstens geregelt.
Wer es aus dieser Misere schaffen will, muss den Score knacken.
Einem gewissen Umstand ist es zu verdanken, dass Dorian Maggie kennenlernt. Und Maggie soll er nach New Valley bringen. Auf illegalen Wegen.
Besonders die erste Hälfte des Buches hat mir gut gefallen.
Durch die zwei Perspektiven wird der Unterschied der Klassen deutlich.
Die Zukunftsvisionen der Autorin fand ich gar nicht so weit hergeholt, zumindest den Teil mit den Grenzländern.
Im Laufe der Geschichte fand ich besonders Jenna ziemlich taff. Das muss sie ja auch sein, wenn sie es aus eigener Kraft schafft, in die eine Milliarde aufgenommen zu werden. Ihren Teil fand ich von Anfang an spannender.
Warum also verändert sich ihre Figur so dramatisch und verwandelt sich immer mehr in ein schwaches, naives Ding, welches bei jeder Schwierigkeit ewig rumheult und selbst die einfachsten Lügen nicht durchschaut?
Jennas und Dorians Erzählstränge treffen dann irgendwann aufeinander, und ab da haben mich beide Figuren nicht mehr überzeugt. Aus unterschiedlichen Gründen.
Die einzige, die ich wirklich authentisch fand, war Maggie (die, die Dorian nach New Valley bringen soll). Ihre größte Sorge ist der Hunger und wo sie die nächste Mahlzeit herbekommt.
Besonders störend war für mich das viele Englisch im Buch. Es werden regelmäßig Teile aus englischen Songtexte zitiert, Anweisungen werden stets auf Englisch ausgesprochen, und alle neuartigen technischen Errungenschaften bekommen englische Bezeichnungen. Wenn ich Englisch könnte, bräuchte ich keine deutschen Bücher zu lesen. Ständig hatte ich Angst, etwas wichtiges für die Geschichte zu verpassen.
Weil mich die erste Hälfte wirklich faszinieren konnte und ich die Welt richtig gut durchdacht fand, vergebe ich trotzdem noch drei gute Punkte.
Der zweite Fall für Finja und Emil
Der Tag, an dem Lotto-Werner verhaftet wurde von Jutta Wilke
Alle am Büdchen sind tierisch aufgeregt. Lotto-Werner will Frau Wischnewski einen Heiratsantrag machen. Doch, als er den Ring herausholt um die große Frage zu stellen, springen plötzlich zwei Polizisten auf, um Lotto-Werner zu verhaften. Der Ring sei gestohlen!
Finja und Emil glauben das natürlich nicht eine Sekunde lang und nehmen die Ermittlungen auf.
Dies ist bereits der zweite Fall für die beiden Meisterdetektive Finja und Emil. Es ist aber nicht schlimm, wenn man den ersten Band nicht kennt, denn man versteht ihn auch ohne Vorkenntnisse gut.
Finja hat gerade mit vielen Problemen zu kämpfen. Ihr Vater ist immer unterwegs, Emil kümmert sich nur noch um Juma, der Neuen im Viertel. Und überhaupt, diese Verliebtheit die neuerdings in der Luft hängt, scheint alle verrückt zu machen. Das müssen diese Hormone sein, von denen alle immer reden. Finja ist echt genervt von allem.
Also kommt dieser neue Fall um Lotto-Werner eigentlich genau recht. Nur finde ich, dass diese ganzen Probleme Finja ziemlich vom rätseln abhalten. Es wird ermittelt, keine Frage, aber richtig miträtseln kann man als Leser nicht wirklich.
Andere Themen rücken dafür in den Vordergrund der Geschichte.
Die Auflösung passierte dann so plötzlich, dass man kaum folgen konnte.
Davon abgesehen dass der Fall manchmal etwas in den Hintergrund gerät, hat das Buch trotzdem Spaß gemacht.
Die Geschichte hat ein flottes Tempo, ständig passiert etwas Neues womit man nicht rechnet. Langeweile hat hier keine Chance.
Es gibt viele lustige Stellen, aber auch einige traurige, denn Finja und Emil sind sich oft uneins.
Aufgelockert wird das Buch von handgeschriebenen Steckbriefen, die Emil und Finja benutzen um nochmal alle Beteiligten zusammenzufassen.
Dann gibt es noch codierte Geheimbotschaften die man selbst entschlüsseln kann, wenn man Lust drauf hat.
Und nicht zu vergessen die tollen Illustrationen überall im Buch. Ich finde sie wirklich gelungen.
Wunderbare Kreationen, opulente Fotos
Wild backen von Eveline Wild
Eveline Wild hat es echt drauf! Sie ist Patissière und Chocolatière, Konditorweltmeisterin und Fernsehköchin, und nebenbei auch noch Autorin diverser Backbücher. Sie weiß also genau Bescheid.
In ihrem neusten Werk hält sich Eveline Wild nicht mit langen Einleitungen auf. Nach einem kurzen Vorwort und ein paar knappen Ratschlägen, geht es auch schon los mit den Rezepten.
Aufgeteilt ist das Buch in praktische Kapitel, so findet man schnell das Gesuchte.
Unverzichtbar ist besonders das erste Kapitel mit den Grundrezepten: Mürbeteig, Biskuitböden, Baiser, verschiedene Cremes und solches werden hier erklärt.
- Im Kapitel "Warme Mehlspeisen" fällt die österreichische Herkunft besonders stark auf. Es gibt nämlich Rezepte für Kaiserschmarren, Topfenknödel, Schupfnudeln und andere Köstlichkeiten.
- Dann kommen die "Kuchen und Tartes", und ich finde, besonders die Tartes sehen richtig elegant aus. Dinkel-Sauerrahm-Brombeertarte, Birnen-Schokoladen-Tarte, Rhabarber-Baiser-Tarte. Die Auswahl ist ganz ordentlich. Empfehlen kann ich den Heidelbeer-Cheesecake, der hat so gut geschmeckt und war gar nicht schwer nachzubacken.
- Der Teil "Torten" hat mir am besten gefallen. Obwohl die Torten viel komplizierter und aufwendiger aussehen als die Tartes im vorherigen Teil, finde ich die Torten einfacher nachzubacken. Es braucht meist einen einfachen Boden, dann wird die Form mit unheimlich leckerer Creme aufgefüllt, danach folgt ein Fruchtspiegel oder eine andere Dekoration. Ganz toll hat uns hier die Schneewittchentorte geschmeckt. Diese Torten machen wirklich etwas her.
- Es gibt noch das Kapitel "Desserts und Eis". Da habe ich mich noch nicht herangetraut, denn besonders die Desserts sehen sehr schwierig aus. Hier sieht man einfach, dass Eveline Wild ein absoluter Profi ist.
- Zum Schluss dann noch die "Kekse". Neben Klassikern wie Linzer Augen oder auch Spritzgebäck, gibt es auch Plätzchen, die mir zumindest völlig neu sind: Mandelcracker, Punschdukaten, Dinkel-Gewürz-Schnittchen, ...
Die Anleitungen sind klar verständlich.
Sehr süß, aber auch sehr hilfreich, finde ich das kleine Wörterbuch am Ende mit den österreichischen Begriffen. Ich hätte zum Beispiel nicht gewusst was "Kletzen" sind.
Ein wenig übertrieben finde ich die Fülle an Fotos. Sie sehen toll aus, keine Frage, und bei deren Anblick läuft einem glatt das Wasser im Munde zusammen. Aber sie nehmen auch viel Platz weg. Da hätte ich lieber noch ein paar Rezepte mehr gehabt. Aber das ist auch nur ein Luxusproblem, ich finde das Buch jedenfalls klasse!
Tolle Unterhaltung
Bissle Spätzle, Habibi? von Abla Alaoui
Amaya soll sich endlich bei Minder, einer Datingplattform für Muslime, anmelden. Denn, für Amayas Eltern kommt nur ein Muslim als Schwiegersohn infrage.
So lernt sie auch schnell Ismael kennen, verliebt sich aber Hals über Kopf in dessen besten Freund Daniel. Und Daniel ist nicht nur optisch genau das Gegenteil von dem, was Amayas Eltern erwarten.
Jetzt beginnt eine sehr stressige Zeit für die arme Amaya.
Das war tolle Unterhaltung, dieser Roman hält viele Facetten bereit.
Zum einen prallen hier zwei Kulturen aufeinander. Und jede hat seine eigene Ansicht, wie eine Beziehung laufen sollte. Wobei einer der beiden öfter zurückstecken muss.
Was ich toll fand war, dass man Amayas und Daniels Beziehung von Anfang an mitverfolgen kann.
Regelmäßige Rückblenden, die den Leser in Amayas Vergangenheit entführen, zeigen, warum sie solch eine Angst hat, den Eltern die Wahrheit zu sagen. Diese Szenen fand ich oft sehr berührend, da habe ich mit Amaya richtig mitgelitten.
Amaya hat aber noch eine weitere Baustelle, ihren Job nämlich. Ein Kollege macht ihr das Leben schwer.
Dann erhält man Einblicke in das Leben marokkanischer Familien. Es geht um Traditionen, dem islamischen Glauben und dem Aufwachsen in einer fremden Kultur. Für mich sehr spannende Themen.
Besonders den ersten Teil fand ich sehr humorig geschrieben. Ich mochte die Dialoge und die Situationskomik. Letzteres lässt aber im Laufe des Romans ziemlich nach. In der zweiten Hälfte gab es auch ein paar Längen. Da hatte ich das Gefühl, dass Amaya einfach schon zu lange auf die gleiche Stelle tritt, und endlich mal voran machen soll.
Im Großen und Ganzen aber, habe ich sehr mit Amaya mitgefiebert. Für mich gab es ein paar richtige Herzschmerzmomente.
Dieses Buch empfehle ich gerne weiter.
Die Mülltaucher
Bissle Spätzle, Habibi? von Abla Alaoui
Als Merle in die Dachgeschoßwohnung in Joels Haus einzieht, ist er gleich von ihr fasziniert - und ein bisschen schockverliebt vielleicht auch. Merle ist Influencerin, betreibt einen Ökoblog und spannt Joel gleich für ihre Zwecke ein.
Die beiden Aussteigerinnen Steff und Sina soll er für den Blog interviewen und erfährt so von ihrer Art der Lebensmittelbeschaffung, dem containern.
Und weil er als zukünftiger Journalist keine halben Sachen macht, begleitet er die Mädchen bei ihrer nächsten Mülltauchertour.
Was für ein toller, informativer und wichtiger Roman...
Joel kommt aus einer Durschnittsfamilie die, wie die meisten anderen auch, nie etwas mit dem Thema "Mülltauchen" zu tun hatte. Ganz einfach deshalb, weil er es nie nötig hatte, weggeworfenes Essen zu retten.
Durch Steff und Sina wird er langsam an das Thema herangeführt. Am Anfang findet er es noch sehr befremdlich, und auch etwas eklig, in den Tonnen nach Lebensmitteln zu fischen. Und verschwendete Lebenszeit ist es sowieso, was soll er auch mit den geretteten Sachen?
Aber nach und nach fängt er an, sich für die Menschen und deren Geschichten zu interessieren. Mit den verschiedensten Schicksalen hat Joel es plötzlich zu tun.
Alle Aspekte des Tonnentauchens werden beschrieben. Wie die Rechtslage in Deutschland aussieht, mit welchen Mitteln die Supermärkte versuchen, die Menschen am containern zu hindern und wem der Müll eigentlich gehört.
Es geht um Nachhaltigkeit, um Ungerechtigkeit, um eine verdrehte Gesellschaft, aber trotzdem ist das Buch immer noch ein spannender Jugendroman, bei dem man nicht mehr aufhören kann, zu lesen.
Der Erzählstil ist auffallend jugendlich gehalten, aber nicht so, dass es unecht wirkt.
Die Charaktere wirken anfangs vielleicht etwas stereotyp, aber sie entwickeln sich bald weiter.
Das Buch regt zum Nachdenken an, es muss sich unbedingt etwas verändern.
Dieses Thema und wie es verarbeitet wurde, hat einfach nur die volle Punktzahl verdient.
Israelische Familienrezepte
Coming Home von Haya Molcho
Haya Molcho ist eine israelische Köchin die in Österreich lebt und bereits mehrere Restaurants eröffnet hat. Mit ihrem neusten Kochbuch gewährt uns die Autorin einen ganz privaten Blick auf ihre Familie.
Für Haya Molcho sind die Familienrezepte gleichzeitig auch Erinnerungen an ihre schönsten Glücksmomente.
Ein bestimmter Geschmack kann sie zurück an den Esstisch ihrer Kindheit in Israel zurückversetzen.
"Coming Home" ist deshalb eine Hommage an ihre Familie. Ihren 4 Söhnen, ihrem Mann und sich selbst hat sie jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet.
Man merkt schon beim ersten Blättern wie persönlich und besonders dieses Kochbuch ist. Dafür sorgen schon allein die vielen Familienfotos mit den glücklichen Gesichtern darauf.
Die meisten Gerichte sind wirklich nicht sehr aufwändig zu bewerkstelligen. Die Zutatenlisten sind oft sehr kurz, die Schritte der Anleitungen unkompliziert. Das ist auch nur logisch, handelt es sich hierbei ja um Familienrezepte, und wer hat schon die Zeit und Lust dazu, im Familienalltag immer groß aufzutischen.
Deshalb gibt es auch eine ganze Reihe Gerichte, die ruckzuck gemacht sind. Einiges davon kennt man vielleicht so ähnlich, aber durch die verwendeten orientalischen Gewürze schmeckt es trotzdem völlig anders und besonders.
Rote Linsensuppe, Eintopf aus Quitten und Fleisch, marinierter Rosenkohl, israelisches Kartoffelpüree, ... da freut man sich wenn man nach Hause kommt.
Es geht aber auch aufwändiger. Bei manchen Gerichten muss man erst spezielle Zutaten selbst herstellen, um weiterzukommen. Zhug zum Beispiel, oder auch Tatbhila. Dafür gibt es am Ende ein eigenes kleines Kapitel damit auch das gelingt.
Gerichte die vielleicht etwas länger brauchen wären zum Beispiel gefüllte Challa-Brote, Lammkoteletts mit Granatapfel-Chimichurri und Pistazien oder das Bureka-Rezept.
Auch Süßes kommt nicht zu kurz, es gibt verschiedene Cremes und Kuchen auszuprobieren.
Vegetarier können sich hier freuen, denn Fleischrezepte sind in der Unterzahl.
Ab und zu vermisse ich zusätzliche Anmerkungen. Bei dem Rezept für das Burrata mit den Orangenfilets und den Kakaonibs bin ich zum Beispiel immer noch am rätseln, ob es eine Vorspeise oder ein Dessert ist. Oder ich hätte gerne gewusst, was Ponzu ist. Manchmal fehlen mir alternative Vorschläge zu bestimmten Zutaten.
Zu jedem Gericht gibt es ein eigenes Foto und ich finde sie sehr einfach gehalten. Das Essen darauf sieht so aus, wie man es selbst zuhause auch hinbekommen würde. Sehr authentisch, also.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Ich selbst habe zuhause noch nie israelisch gekocht und bin über den Geschmack begeistert. Empfehlen kann ich (unter anderem) den Reissalat auf Seite 59, er wird auf Joghurt gegeben und mit Früchten serviert. Ich fand ihn megalecker ...










