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Rezensionen von Hennie :

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Irdische Köstlichkeiten

Was uns schmeckt von Laura Gladwin

Schon die Aufmachung des großformatigen Buches fällt sofort ins Auge. Davon war ich sehr angetan. Das setzte sich im Inneren von Seite zu Seite bis zum Ende fort.
Die illustrierte Übersicht erfolgt in ungefährer Reihenfolge zu Obst, Tropischen Früchten, Gemüse, Fleisch, Fisch, Milch, Käse und vielem mehr.

Wie es schon auf dem Cover vermerkt ist, werden über 1000 leckere Sachen nicht nur vorgestellt, sondern auch erklärt. Es sind irdische Köstlichkeiten!
Nicht nur die Kinder erfahren eine Menge über Essbares, Nahrungsmittel, Speisen und Gerichte rund um die ganze Welt – alle Altersgruppen können hier dazu lernen. Es werden Fragen beantwortet, aber es stellen sich auch viele neue. Mir als Großmutter begegneten beispielsweise auch noch unbekannte Begriffe, Bezeichnungen, die ich noch nie hörte genauso wie fremde Früchte- und Gemüsesorten.
Es ist ein lehrreiches Werk über die Esskultur, in dem Wissen vermittelt zu Proteinen, Kohlehydraten, Fetten, zur Verarbeitung und Zubereitung von Speisen. Sehr umfangreich und anschaulich sind die Themenbereiche (s.o.) dargestellt. Eine kleine Auswahl gebe ich hier mit Getreide, Hülsenfrüchte und Brot. Dazu werden süße Sachen wie Kuchen, Torten, Kekse und Nachspeisen nicht vergessen. Ebenso wenig wie Gewürze, Kräuter und Aromen oder Öl, Essig, Zitronensaft und die vielfältigen Zutaten zum Backen, Braten. Ich habe noch kein vergleichbares Buch für Kinder und Jugendliche gesehen. Deshalb nenne ich es wertvoll. Lobend möchte ich zur Autorin Laura Gladwin, die Illustratorin Zoë Barker und die Übersetzerin Ursula Heinzelmann erwähnen. Ihnen gemeinsam gelang ein wunderbares Werk. Vielleicht wird es mal ein Klassiker!

Am Ende des Atlas der Genüsse werden verschiedene Rezepte (nicht wie herkömmlich zu verstehen!) vorgestellt, Hinweise gegeben zum Kreieren von eigenen Speisefavoriten. Damit kann jeder seine Gerichte einzigartig gestalten.

Mir gefällt dieses Buch, was ich Lexikon des Hochgenusses nennen möchte, außerordentlich gut. Jederzeit empfehle ich es als Geschenk. Es verdient die Höchstbewertung und meine nachdrückliche Lese- und Kaufempfehlung!

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Irdische Köstlichkeiten
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Falsche Erwartungshaltung von mir!

Die Schönheit des Himmels von Sarah Biasini

Sarah Biasini „Die Schönheit des Himmels" - Umfang:192 Seiten, Ausgabe: Fester Einband,
Verlag: Zsolnay, Paul, Erscheinungsdatum: 25.10.2021

Ich war voller freudiger Leseerwartung als ich dieses Buch mit dem so stimmungsvollen, innigen Bild der weltberühmten Romy Schneider mit ihrer kleinen Tochter gewinnen und schließlich in der Hand halten durfte.

Der Klappentext suggeriert einen poetischen Text, ein berührendes Buch, das die Beziehung Sarahs zu ihrer Mutter nachvollzieht. Die Zitate auf dem Umschlagrücken drücken für mich nicht das aus, was ich beim Lesen dieser Zeilen empfunden habe.

Den Beginn fand ich gelungen. Der Ausgangspunkt zum Schreiben dieser Lektüre scheint für sie zunächst die Grabschändung gewesen zu sein. Die Schilderung des gravierenden Ereignisses erfolgte weitgehend rational. Doch tief im Inneren beeinflusste Sarah der Umstand so sehr, dass sie bald darauf mit knapp 40 endlich schwanger wurde. War das ein Zeichen von ihrer Mutter? Löste das in ihr eine seelische Blockade? Dieser wunderbare Bezug verliert sich bald in der Ansprache an die ungeborene Tochter, für die der Text in Tagebuchform eigentlich geschrieben wurde. In unchronologischer Reihenfolge, in Perspektiv- und Zeitenwechseln verwirrte mich die Schreibweise. Ich konnte nicht verstehen, was sie ihrem Kind und damit auch ihren Lesern mitteilen möchte. Die Lektüre hatte mich in der Hoffnung über Romy Schneider als Mutter, als familiärer Mensch etwas zu erfahren, bald verloren. Über weite Strecken wird nicht einmal ihr Name genannt. Ich wurde nicht recht warm mit der Art und Weise, wie Romys Tochter schreibt. Es ist mir zu chaotisch, die Gedanken nicht nachvollziehbar, auch zuviel Düsteres. Hat sie überhaupt eigene Erinnerungen an ihre prominente Mutter? Sie war ja noch so klein. Die Mutter von Daniel Biasini wurde ihr ein sehr guter „Ersatz", so meine ich. Da verspüre ich eine große Liebe, sehr viel Warmherzigkeit für die Großmutter Monique, ebenso für den Großvater Bernard sowie das Kindermädchen Nadou. Ich hatte den Eindruck, dass Sarah über lange Zeit eher Abstand zu allem und allen hielt, was mit Romy in Zusammenhang stand.
Beim Lesen der Zeilen bewegte mich diese Frage: Was wäre Sarah für ein Mensch geworden, wenn die Mutter nicht gestorben wäre?
Ein anderes Ding ist die Wahl, wie Sarah dieses Buch angegangen ist. So richtig kann ich es nicht nachvollziehen, was sich ihre Tochter Anna später daraus erklären soll. Mir erscheint es zu diffus. Trotzdem fand ich einige Stellen, die ich mir als Zitate notiert habe in meiner Sammlung. Als Beispiele:

S. 114/115 „.., ihr habt alles, wirklich alles richtig gemacht.“..., dass ich trotz aller Liebe um den Verlust nicht herumgekommen bin, dass die Toten uns per se fehlen. Sie sind allgegenwärtig.“ (Worte, die sie an die Großeltern und den Vater richtet)

S. 157 „Das Leben bringt dir immer neue Geschichten, keine alten. Es überrascht dich und bringt nie das, was du erwartest.“

Fazit:
Falsche Erwartungshaltung von mir!
Sarah Biasini erzählt hier nicht aus dem Leben ihrer berühmten Mutter. Nein, sie richtet ihre Erkenntnisse aus Begebenheiten, Ereignissen, Erlebnissen, viele beliebige Worte an ihre kleine Tochter Anna. Unsortiert, unreflektiert, teilweise unverständlich für mich! Ich habe den Anspruch und das Ergebnis des Buches leider nicht zusammenbringen können.

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Falsche Erwartungshaltung von mir!
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Linz im Ausnahmezustand

Schwarze Sterne von Thomas Baum

Auch der neue Krimi „Schwarze Sterne“ von Thomas Baum bereitete mir viel Freude. Es ist bereits der vierte Band und ohne Vorkenntnisse lesbar.
Was für ein tolles, wunderbar harmonierendes Ermittlerpaar! Nach nur wenigen Seiten steckt der rastlose Robert Worschädl mit seiner sympathischen jungen Kollegin Sabine Schinagl wieder mitten in einem Kriminalfall im heimatlichen Linz.

Der humorige, flotte Schreibstil von Thomas Baum gefällt mir sehr gut. Mit einer Leichtigkeit verknüpft er die Geschehnisse, die Personen und die Örtlichkeiten miteinander. Die Dialoge und die Charakterisierung der Figuren finde ich fabelhaft herausgearbeitet. Wegen der österreichischen Ausdrücke musste ich ab und zu mal googeln, um die genauen Wortbedeutungen zu begreifen!
Ich finde die brisante Mischung von Mord, kriminellen Jugendlichen, aggressiven Schlägern und den Cyberattacken auf die städtischen Strukturen wie Krankenhaus und Verkehrsleitsysteme von Linz ziemlich spannend. Sehr geschickt wurde vom Autor alles miteinander verwoben. Lange Zeit wusste ich nicht, wie ich die verbrecherischen Geschehnisse miteinander in Verbindung bringen sollte. Krasse Wendungen der Ereignisse und perspektivische Wechsel taten ihr Übriges. Mehrmals lockte mich Thomas Baum auf falsche Fährten bis alles zu einem überraschenden Ende findet.
Insgesamt ein dramatisches und erstaunliches Finale!

Die kleine Zusammenfassung am Ende finde ich gut, gefällt mir. Gibt nochmal ein kleines Resümee.

Ich bewerte mit fünf von fünf Sternen für einen unterhaltsamen Kriminalroman.

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Alltag mit dem Tod

Was bleibt, wenn wir sterben von Louise Brown

In „Was bleibt, wenn wir sterben" berichtet Louise Brown von ihrem Alltag mit dem Tod, von den Begegnungen mit Menschen, die einen Verlust erlitten haben, von der Auseinandersetzung mit Trauer und Tod, von der Endlichkeit unseres Lebens... Sie erzählt von ihren Erfahrungen als trauernde Tochter und wie sie schließlich zu ihrer Berufung kam.

Louise Brown schreibt über das diffizile Thema sehr umgänglich, ihre Empathie kommt deutlich zum Tragen. Sie hat die soziale Kompetenz dazu. Aus ihrer eigenen Trauer und deren schwerwiegenden Bewältigung heraus wurde sie Trauerrednerin. Des Öfteren kommt sie auf das eigene Erleben des plötzlichen Verlustes ihrer Eltern innerhalb kurzer Zeit zurück. Sie versteht das fundamentale Erlebnis des Sterbens und des Todes mit dem Leben in Einklang zu bringen. Ich fühlte mich in meinen Verlusten persönlich angesprochen.
Das Buch wurde in drei Teile gegliedert: 1. Teil – Konfrontation mit dem Tod; 2. Teil - Leben mit der Trauer; 3. Teil – Die Endlichkeit annehmen. Die Teile wiederum enthalten Kapitel mit aussagekräftigen Überschriften.
Mit einfachen Sätzen spricht sie einfache Wahrheiten aus und konfrontiert mit dem Tod. Ich verstehe zutiefst, was sie ausdrücken möchte. Ihre Erkenntnisse, ihre Erfahrungen teilt sie unaufdringlich mit und zeigt z. B. auf, dass Erinnerungen an den Verstorbenen/die Verstorbene auch aus unperfekten Momenten bestehen und schön sein können.
Eingeschlossen sind solche bitteren Erkenntnisse, dass nichts im Leben beständig ist und Liebe immer Verlust bedeutet. Die Autorin zeigt z. B. auf, dass Erinnerungen, Gedanken, Gefühle im Zusammenhang mit dem Verstorbenen auch aus unperfekten Momenten bestehen und durchaus auch schön sein können.
Schließlich gab mir das Buch auch Einblicke in die verschiedensten Möglichkeiten, wie wir die Trauer bewältigen, wie wir damit umgehen und uns mit Würde von den Verstorbenen verabschieden können. Es gab einige Stellen, die mich sehr ergriffen haben, mir ans Herz gingen, die mich tief erwischten.
Mir gefällt Louise Browns Schreibstil. Da kommt ihr ganz sicher ihr Beruf als Journalistin sehr gelegen. Sie schreibt angenehm, findet tröstliche, berührende Worte, bleibt stets authentisch. Sie findet eine wohltuende Leichtigkeit im Umgang mit dem schweren Thema. Ich habe mir wunderbare Sätze festgehalten. Sie selbst zitierte oft. Ein Zitatnachweis ist am Ende zu finden. „Was bleibt, wenn wir sterben" erhält einen würdigen Platz in meinem Bücherregal.

Fazit:
Das kleine Buch war für mich voller aufrichtiger Empfindungen und es störte mich überhaupt nicht, dass immer wieder auf den Tod der Eltern bzw. auf ihr Leben Bezug genommen wurde. Nach meinem Empfinden gelang es Louise ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen.
Das Interview am Ende gibt mir noch mehr Aufschluß über die Autorin und ihre Beweggründe über das Thema zu schreiben. Mir wurde noch einiges klarer.
Zum Titel: Es gibt eine Menge, was von uns bleibt! Jeder Mensch ist einzigartig und besonders!

Das Buch ist kein Ratgeber, kein Sachbuch, den roten Faden sehe ich in den vielseitigen Vorschlägen der Unterstützung in einer schweren Zeit. Der Tod ist wie das Leben sehr individuell! Jeder kann hier etwas für sich finden! Ich kann das Buch für alle empfehlen.
Deshalb die Höchstbewertung!

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Zwei Tote im Kopenhagener Hafenbecken

Meeressarg von Stefan Ahnhem

Mit "Meeressarg" legt der schwedische Autor Stefan Ahnhem bereits den sechsten Band aus der Fabian-Risk-Reihe vor.

Allerdings bildet nicht Kommissar Fabian Risk den Mittelpunkt, sondern die Handlungsebenen verteilen sich auf zwei weitere Protagonisten, die in den vorangegangenen Bänden wesentliche Rollen spielten.

Da ist zum einen der Polizeichef von Kopenhagen - Kim Sleizner – und zum anderen die Expolizistin Dunja Hougard, die aus dem Untergrund gegen ihren ehemaligen Chef ermittelt.
Der Autor hat viel an Aktionen in seinen Krimi hineingepackt. Noch dazu zwingt die kompakte, konzentrierte Erzählweise Ahnhems den Leser sehr aufmerksam den Inhalt zu verfolgen. Zum vollen Verständnis sollte die Reihe nacheinander gelesen werden. Für mich bedeutete es vollen Lesegenuß. Die Vernetzung der Handlungsorte sowie die Verzahnung der Handlungsstränge mit den drei charakteristischen Hauptfiguren habe ich als genial empfunden. Die Charaktere von den Haupt- bis zu den Nebenfiguren sind hervorragend ausgearbeitet. Sie sind sehr verschieden und damit wunderbar realistisch. Das gilt auch für den fiesesten Menschen von allen. Kim Sleizner verkörpert den Prototyp des negativen Charakters. Er ist arrogant, hinterhältig, unvorstellbar brutal, korrupt bis in jede Pore, ein mit allen Wassern gewaschener Unmensch, wie ich es nicht für möglich gehalten habe. Ihm bleibt unerklärlicherweise stets ein Hintertürchen offen! Was für ein unvorstellbarer Filz in den besten Kreisen!
Ahnhem gelingt es den roten Faden sowohl bei den vielen Geschichten als auch bei den handelnden Personen immer im Blick zu behalten.

Fazit:
Zuallerst spannend bis zur letzten Zeile!
Der Kriminalroman wird klar und logisch in allen seinen Handlungssträngen weitergeführt. Das gilt ebenso für die Verbindung zwischen den Ländern Schweden (Helsingborg) und Dänemark (Helsingör) und deren Ermittler samt Team.

Das ist ein Krimi, den ich allen Fans mit bestem Gewissen mit Höchstbewertung empfehlen kann.

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Powerfrauen in harter Zeit

Polizeiärztin Magda Fuchs - Das Leben, ein großer Rausch von Helene Sommerfeld

Es geht nahtlos weiter: „Das Leben, ein großer Rausch" ist der zweite Teil der Magda Fuchs Reihe. Der 2. Band schließt nahtlos ans Geschehen an, nachdem mit einem hochgradig neugierig machenden Cliffhanger geendet wurde. Eine lange Wartezeit entstand bis zur Möglichkeit des Weiterlesens.

Den Mittelpunkt bildet nach wie vor Magda Fuchs, eine junge Frauenärztin, die engagiert ihren Beruf ausübt und zusätzlich im Dienst der Polizei das schlechtbezahlte Amt einer Polizeiärztin erfüllt. In der schwierigen Zeit der Inflation eröffnet sie in Charlottenburg ihre eigene Praxis. Dabei kommt ihr der Zufall zu Hilfe. Sie übernimmt die Praxisräume des verstorbenen Mannes ihrer Pensionswirtin Agnes Fahrland. Über mangelnde Arbeit und die auch noch unter schwierigsten Bedingungen kann sie sich nicht beklagen.
Um Magda herum entwickelt das Autorenduo Helene Sommerfeld weiterhin eine grandiose Authentizität, die mir die Realität im Berlin Anfang der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts recht nah brachte. Der rote Faden verbindet die verschiedenen Charaktere, die mal mehr und mal weniger mit der Ärztin in Kontakt stehen. Ich las nun sehr erwartungsvoll weiter über die Entwicklung Magdas und die der anderen weiblichen Personen: Doris, Ina, Celia, Erika. Auch über die Männer wird berichtet. Am besten gefiel mir wiederum der junge Kommissar Kuno Mehring, der genau wie Magda leidenschaftlich, engagiert und mit Erfolgswillen in seinem Beruf agiert. Sie arbeiten zusammen und ergänzen sich hervorragend, was sich natürlich auch im Privatleben niederschlägt. Ihre Harmonie ist beeindruckend.
Sehr anschaulich und lebensecht erfährt man von den Jahren zwischen 1922 bis 1924. Dabei werden neben dem überbordenden Reichtum (z. B. Familie Hinnes) auch Berlins Schattenseiten beleuchtet, die unvorstellbare Armut, Hunger und Elend, die grausamen Schicksale von Frauen und Kindern, deren aussichtlose Notlagen im familiären Umfeld. Kriminelle Auswüchse wie Mord, Totschlag, Kinderhandel sind an der Tagesordnung. Die sozialen Umstände für die unteren Schichten sind katastrophal und jede Hilfe, die Magda und Ina Dietrich, die Fürsorgerin, den Frauen zukommen lassen, erscheint wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Bildung und Aufklärung tut Not, um kleine Verbesserungen des Lebensnivaus zu erreichen. Es ist ein weiter Weg!

Die Covergestaltung gefällt mir gut. Nach dem auffallenden Grün nun ein Titelumschlag in sattem Rot. Der Untertitel „Das Leben, ein großer Rausch“ läßt sich weiterführen. Auf der einen Seite sind da die grandiosen Verführungen, der Rausch des Lebens, die zum Beispiel Doris bis zum Exzeß genießt. Das wird ihr fast zum Verhängnis.

Fazit:
Sehr gute Erzählung über die Jahre 1922 bis 1924 mit all seinen Schrecken bis hin zur historischen, beispiellosen Inflation.
Epochale Geschichte wird eingebettet in den Werdegang von jungen Frauen.

Ich fühlte mich wieder hervorragend unterhalten und war traurig als ich am Ende des Buches angekommen war. Nun heißt es erneut warten auf Band 3, der im März 22 erscheint. Allerdings freue ich mich sehr darauf.

Von mir gibt es die Höchstbewertung und die unbedingte Kauf- und Leseempfehlung!

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Große Herausforderungen

Kinderklinik Weißensee - Jahre der Hoffnung von Antonia Blum

Teil zwei beginnt mit dem Kriegsjahr 1914 und gibt einen kurzen Einblick in die euphorische Zeit der Mobilmachung. Deutschland hatte Rußland den Krieg erklärt. Auch ihr Verlobter Dr. Maximilian von Weilert erhielt den „Gestellungsbefehl“ und wird als Arzt in einem Lazarettzug arbeiten.

Marlene ist im Medizinstudium. Max möchte eine Nothochzeit, um sie versorgt zu wissen. Doch daraus wird nichts...

Es geht weiter mit den beiden Lindow-Schwestern im Jahr 1918. Marlene hat ihr Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen, arbeitet nun für ein Jahr als Medizinalpraktikantin in der Kinderklinik Weißensee. Sie, ihre Schwester Emma und die Kinderkrankenschwestern haben an vielen Fronten zu kämpfen. Es fehlen Ärzte. Max kommt äußerlich unverletzt, aber total wesensverändert aus dem Krieg.
Die Spanische Grippe erfaßt epidemisch ganz Berlin, d. h. die Kinderklinik muss zur Seuchenklinik umfunktioniert werden. Obendrein erkrankt Emmas kleiner Sohn schwer. Als ob das alles nicht ausreicht, kommen noch andere Probleme hinzu.

Der zweite Band hat mir noch besser gefallen als das erste Buch der Reihe. Die Charaktere und ihre Handlungsweisen sind ausgefeilter, detail- und nuancenreicher ausgearbeitet. Antonia Blum führt die Erzählung nahtlos fort. Sofort war ich wieder mit den handelnden Personen vertraut. Historie wird lebendig gestaltet mit Personen aus Fleisch und Blut. Ich fühlte mich mittendrin, in den Abläufen des Klinikalltags, im Lazarettzug mit Max bei den schrecklich leidenden Kriegsverletzten, in der privaten Umgebung der Protagonisten. Vieles findet bei der Autorin authentische Beachtung durch genaueste Recherche: die Fortschritte in der Medizin, hier vor allem die Säuglings- und Kinderheilkunde, die Rolle der Frau in der patriarchalischen, männerdominierten Gesellschaft bis hin zur Mode und der Musik der Zeit. Die persönlichen Schicksale, die sozialen Umstände verbindet sie mit den gesellschaftlichen Verhältnissen. 1918 war das Kaiserreich Geschichte. Die neue Zeit brachte mit der politischen Veränderung auch gewaltige Umbrüche mit sich.
Mir hat es sehr gefallen, wie die meisten Frauen in ihrer Stärke von der Autorin dargestellt wurden. Neben Marlene, die sich gegen den selbstherrlichen, eitlen Dr. Buttermilch zur Wehr setzt, oder Emma, die examinierte Kinderkrankenschwester und alleinerziehende Mutter, sind das für mich Oberin Hanny Polsfuß, Stationsschwester Vera und auch die Vermieterin Frau Schlawinski. Sehr schön wieder der Portier Willy Pinke mit seinem Wellensittich Jacky – er ist so ein warmherziger, lieber Mensch. Ein waschechter Berliner mit dem typischen Dialekt. Es bleibt offen, ob er in seiner Funktion noch weiter arbeiten wird.
Das Buch endet hoffnungsfroh, aber mit einer sehr neugierig machenden Wendung.

Ich freue mich nun sehr auf die Fortsetzung „Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts", die aber erst im September 2022 erscheinen wird.

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Große Herausforderungen
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Beängstigende Spuren in die Vergangenheit

Kinderklinik Weißensee - Jahre der Hoffnung von Antonia Blum

Es ist nun ungefähr drei Jahre her, dass ich bei Lovelybooks durch eine Leserin auf die Meisterin des Psychothrillers Astrid Korten aufmerksam gemacht wurde. Das erste Buch, welches ich von ihr las, war „Gleis der Vergeltung“ und es fesselte mich von der ersten bis zur letzen Seite. Genauso ging es mir hier erneut mit „Die Dornen der Stille“.

Bereits im Prolog erfaßte mich wieder die Sucht unbedingt hintereinander weglesen zu wollen. Die unergründlichen Andeutungen, das Ungewisse machten mich neugierig. Die Grundstimmung der Handlung ist düster, traurig, die Atmosphäre möchte ich unheimlich nennen. Schon nach wenigen Kapiteln waren in meinem Kopf unendlich viele Fragen und eine gewisse Verwirrtheit. Ich fragte mich fortwährend, was stimmt hier nicht, zweifelte an der Wahrnehmungsfähigkeit des Bericht erstattenden Alexander Martin. Dieser übergibt an der West Vancouver Police Division sein Tagebuch an Inspector Constable Abbott, um angeblich ein Verbrechen zu verhindern. Damit beginnt die Aufarbeitung der mysteriösen Geschichte, die Alex eng mit seinem Pflegebruder David Wood verbindet.

Die Schreibweise empfinde ich als sehr schön und ausdrucksvoll. Sie läßt trotz der Schilderung grausamster Taten abwechslungsreiche, attraktive Bilder an den jeweiligen Handlungsorten entstehen. Mir gefiel es auch sehr, wie es Astrid Korten gelingt, Stimmungen zu transportieren, wie sie es im exzellenten Stil versteht, Inspirationen zu erzeugen.

Sie hat einen mitreißenden, fesselnden Schreibstil, dem man sich zudem durch den stetigen Spannungsaufbau nur schwer entziehen kann

Fazit:

Astrid Korten schaffte es wieder meisterlich mich auf falsche Fährten zu locken. Mit ihren Figuren sorgt sie für hochgradige Verwirrung, erzeugte Gänsehaut und Nervenkitzel.

„Die Dornen der Stille“ ist eine Erzählung, die das Prädikat des Psychothrillers mit Recht trägt. Von mir gibt es die Höchstbewertung.

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Lesenswerter Abschluß der Trilogie

Abgetrennt von Michael Tsokos

„Abgetrennt“ von Michael Tsokos (Deutschlands bekanntestem Rechtsmediziner) ist der letzte Band der Trilogie um Paul Herzfeld.

Wie schon in den beiden Teilen zuvor erzählt der sachkundige Autor spannend und lebendig. Hier sind es dubiose Leichenteile, die gleich zu Beginn im Prolog eine wichtige Rolle spielen.

Mit großer Brisanz wird der/die Lesende durch das Geschehen geführt. Dabei geht der rote Faden nie verloren, obwohl neben der explosiven Haupthandlung (im wahrsten Sinne des Wortes) noch Fälle aus dem ganz normalen Arbeitsalltag in der Rechtsmedizin untersucht werden.

Ein altbekannter, hochgefährlicher, totgeglaubter Serientäter meldet sich aus der Versenkung und schmiedet Pläne, um Herzfeld spektakulär aus dem Weg zu räumen.

Die kurzen Kapitel mit den Angaben zu Datum/Zeit/Ort ließen mich schnell mit dem Lesen vorankommen. Der ständige Wechsel zwischen den Schauplätzen sowie zwischen den unterschiedlichen Personen tragen erheblich zum schnellen Weiterlesen bei.
Die Charaktere sind vorzüglich dargestellt. Ich konnte sie mir gut vorstellen. Allein Heinrich von Waldstamm, ein junger Sektionsassistent, war für meinen Geschmack etwas überzeichnet. Diese Person und ihr Verhalten wurde mehrmals mit fast dem gleichen Wortlaut beschrieben. Trotz seiner Jugend war er mir zu naiv, zu unbedacht. Ihm fehlte anscheinend vollkommen die Vorausschau seiner gewagten Aktionen.
Insgesamt merkte ich dem Thriller an, dass hier ein Experte berichtet. Detailliert und fachspezifisch erfolgen die Informationen zu den Obduktionen. Auch über die spezifischen Gerüche werden wir nicht im Unklaren gelassen.

Für mich ein sehr unterhaltender Abschluß der Reihe um Rechtsmediziner Paul Herzfeld. Schade, dass sie nun zu Ende ist. Eigentlich könnte es ja weitergehen, ist doch ein krimineller Aspirant entkommen!

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen und die Empfehlung für alle Thrillerfans.

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Ohne Regeln! Alles erlaubt?

Pirlo - Gegen alle Regeln von Ingo Bott

Den ersten Band der neuen Anwaltsreihe "Pirlo: Gegen alle Regeln“ las ich in einer Leserunde.
Vom ersten Leseabschnitt war ich von den Protagonisten Anton Pirlo und Sophie Mahler angetan. Der Zwiespalt, in dem sich Pirlo mit seinen kriminellen Brüdern befindet, kommt recht gut zur Geltung. Sophie erscheint mir als recht unkompliziert, fast pragmatisch.

Mit der Wohnzimmerkanzlei Pirlos findet sie sich schnell ab und mit seiner leicht überheblichen Art und Weise sowie seiner unkonventionellen Arbeitsweise kommt sie klar.

S. 115 „Der Typ ist eine Herausforderung. Aber sie arbeitet gern mit ihm zusammen.“

Die Zeitsprünge stören mich entgegen anderer LeserInnen nicht. Durch die Überschriften erfolgte vom Autor eine klare Definierung und Abgrenzung. Dadurch wußte ich immer, in welchem Monat ich mich gerade befand.
Was mich allerdings nervte, waren die Brüder Pirlos. Sie werden ihn ganz sicher noch in der Zukunft in große Schwierigkeiten bringen. Durch Rückblicke in die Vergangenheit erhält man sowohl zu Pirlos als auch zu Sophies Familienverhältnissen einiges an Informationen. Pirlo ist Libanese, heißt eigentlich Ramzes Khatib. Wie es zur Namensänderung kam und auch andere Umstände erfährt man zunächst noch nicht. Sie werden im nächsten Band ganz bestimmt aufgeklärt werden. Hier wurde das erst einmal so festgemacht. Wie konnte Pirlo die juristische Laufbahn einschlagen, Strafverteidiger werden mit einem kriminellen Familienclan-Hintergrund? Das ist sehr ungewöhnlich und bedarf Antworten.
Gemeinsam mit Sophie gelingt es Pirlo nach vielen Unanehmlichkeiten die extrem unsympathische Angeklagte Marlene von Späth frei zu bekommen.

Zum Cover:
Es paßt zum Inhalt - Ein adretter Mann im Anzug mit wahrscheinlich Prozeßakten in der rechten Hand hinter mehrfach gesprungener Glasscheibe.

Fazit:
Ein Krimi, der mich trotz vieler Klischees gut unterhalten hat. Unglaubliche Handlungen, vollzogen durch den Hauptdarsteller Pirlo, machen den Roman spannend. Am Ende des Buches bleiben für mich vorerst viele Fragen offen. Bis zu Band 2 im August 2022 vergeht noch viel Zeit. Hoffentlich werde ich mich dann noch erinnern!?

Ich vergebe vier von fünf Sternen und die Kauf- bzw. Leseempfehlung für alle Freunde von Anwaltkrimis!

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