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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

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Kein Wunder zu erwarten

Die Bäckerei der Wunder von Christian Escribà; Sílvia Tarragó

Ich mag Barcelona, ich mag Bäckereien und so wanderte "Die Bäckerei der Wunder" gleich nachdem ich den Roman in der Verlagsvorschau sah, auf meine Wunschliste. Es hörte sich gut an, die Geschichte eines Familienbetriebs zwischen den Seiten eines Buches in Romanform nachzulesen.

Doch beim Lesen fühlte es sich so an, als ob man eine Führung durch einen Betrieb macht und die immer wieder durch spezielle Episoden der Familiengeschichte unterbrochen wird.

Wie ein Geschichtenerzähler, der es spannend machen will und dabei ein bisschen pathetisch wirkt.

Die Geschichte beginnt beim elfjährigen Mateu, der 1876 alleine nach Barcelona ging und zum Gründer der Bäckerei wurde. Seine Geschichte wird immer wieder unterbrochen, weil plötzlich von anderen Personen zu anderen Zeiten berichtet wird. Wie wenn einer bei einem Vortrag immer wieder den Faden verliert und woanders weiter erzählt. Das macht es schwer, die Familiengeschichte linear zu verfolgen.

Am Ende stellt sich heraus, dass die tatsächliche Geschichte der Konditorei Escriba mit einer fiktiven Story verbunden wurde. Ich frage mich, was die Autoren mit dem Roman bezwecken wollten, denn die Verbindung ist meiner Meinung nach nicht geglückt, es ist weder Fisch noch Vogel. Durch die gestelzte Sprache wirkt der komplette Roman unnatürlich, auch das dauernde "es war ein Wunder" trägt dazu bei. Als ob man Zauber und Magie einfangen will, wo keine/r ist.

Echt war Antoni Escribà - ein Zuckerkünstler mit einer theoretisch interessanten Biografie. Seine Lebensgeschichte wäre anders beschrieben spannender gewesen, läuft aber hier nur der fiktionalen Story nebenher und kommt leider überhaupt nicht zur Geltung. Auch andere Backstubenszenen liessen mich kalt, nie hatte ich das Gefühl, von den beschriebenen Backwaren probieren zu wollen.

Gefallen haben mir einzig die Szenen, bei denen Alba in der Küche der Vidals arbeitete und deren Kinder die Geschichten der Desserts erzählte. Doch auch aus diesen Szenen hätte man mehr herausholen können.

Es hörte sich gut an, aber das war nix. Zum Glück hat der Roman nur 288 Seiten, die auch bei Nichtgefallen schnell gelesen sind.

Fazit: Ein Roman ohne Wunder, auch wenn uns die Autoren diese verklickern wollen.
3 Punkte.

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Kein Wunder zu erwarten
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So macht Chemie Spass

Madame Curie und die Kraft zu träumen von Susanna Leonard

Die erste Frau, die den Nobelpreis verliehen bekommen hat, war Marie Curie. Ihre Geschichte erzählt Autorin Susanna Leonard in "Madame Curie und die Kraft zu träumen". Aus Sicht von Marie (als Maria getauft, doch immer nur Mania genannt, bis sie sich bei ihrem Studienbeginn selbst Marie nannte) rückblickend erzählt, beginnt der Roman bei Manias Kindheit in Polen, wo sie unter russischer Besatzung die Schulzeit durchlief.

Ihre Kinderjahre sind wichtig, um Manias späteren Lebensweg zu verstehen. Sie lebte mit ihren Schwestern und Pensionatsschülern bei ihrem Vater, der genau wie die Mutter Lehrer war. Doch die Mutter war krank und kurz nachdem Manias Schwester Sofia starb, mussten sie auch die Mutter zu Grabe tragen, sie starb an Tuberkulose.

Mania Sklodowski war neugierig wie diese Krankheiten entstehen und was sie auslösen. Sie wollte verstehen - ein wissbegieriges Kind, gewohnt zu lernen, immer Klassenbeste, obwohl jünger als ihre Klassengspänli. Somit wurde der Grundstein für ihre Zukunft gelegt.

Bildlich und sehr lebendig erzählt die Autorin von Kutschenfahrten im Schnee, sorglose Sommeraufenthalte auf dem Land, Szenen aus der Schulstube, die erste Liebe - und vieles mehr. Man kann sich alles perfekt vorstellen, auch die späteren Verbrennungen an Oberschenkel und den Fingern beim Erforschen der Radioaktivität und das Entdecken und Benennen der chemischen Elemente Polonium und Radium.

Susanne Leonard schildert eine faszinierende Persönlichkeit, die sozial, aber auch ehrgeizig war. Im Gegensatz zu ihrem Mann Pierre Curie, dem Preise und Statusgehabe, wie sie andere Wissenschaftler gerne an den Tag gelegt haben, nicht sehr wichtig waren und der gerne teilte.

Der Roman fesselte mich durch die lebhaften Beschreibungen, auch mochte ich die rückblickende Erzählweise, wenn Marie bei einigen Gelegenheiten Bekannten von früher erzählte und damit ihren Zuhörerinnen Mut machte, ihre Träume nicht aufzugeben.

Chemie und Physik fand ich zu meiner Schulzeit nie interessant, doch ich bin mir sicher: hätte ich diesen Roman damals schon lesen können oder hätten meine Lehrer ein paar Szenen, wie zum Beispiel die Namensgebung von Polonium uns so erzählt, wie es Susanna Leonard hier macht, wäre ich im Unterricht auf jeden Fall aufmerksamer gewesen und hätte womöglich noch Spass daran gehabt.

Fazit: Toll erzählte Romanbiografie über die erste Nobelpreisträgerin.
5 Punkte.

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So macht Chemie Spass
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Rote Stiefel und gelbe Rosen

Eisblumenwinter von Anne Barns

Die drei Schwestern Rina, Pia und Jana haben die Leser*innen bereits in "Drei Schwestern am Meer" kennen gelernt. Dort ging es um Rina und Oma Annie - und um ihre Familiengeschichte.

Etwas mehr als zwei Jahre nach diesen Ereignissen, am ersten Advent, sitzen wir mit den Schwestern, Oma Annie, deren Schwester Erika und Nachbarin Thea in Annies gemütlichem Haus und erfahren beim Kuchenessen, dass es noch mehr Geheimnisse gibt im Familienstammbaum.

Denn plötzlich stehen die von Annie vermissten roten Stiefel vor ihr. Das Rätsel um diese speziellen Stiefel wurde bereits im ersten Band angesprochen - und hier gelöst. Es stellt sich daraus, dass Erika und Annies Tante, die 95jährige Hedwig, noch lebt.

Was Hedwig mit den roten Schuhen zu tun hat, erfahren wir auf eine spannende Weise, denn die Familiengeschichte ist sehr interessant und birgt einige Überraschungen für alle Beteiligten.

Während Annie sich auf die Begegnung mit Hedwig freut, hat Pia Kummer. Ihr stellt sich die Frage: Nordsee oder Ostsee? Sie liebt Paul, aber der will nicht von Juist weg, und Pia möchte auf Rügen bleiben. Ob ihre Beziehung so eine Chance hat, steht in den Sternen. Auch Jana hat ein Beziehungsproblem, denn sie ist sich auf einmal nicht mehr sicher, ob sie ihren Freund Hendrik oder einen andern liebt. Rina hingegen ist sich mit Miro sicher, doch der spricht plötzlich von einem Umzug nach Polen, was Rina sich nicht vorstellen kann.

Doch die Probleme der Schwestern werden nicht in den Vordergrund gepackt. Da steht ganz klar die Verwandtschaftsgeschichte - die Gründe, weswegen Tante Hedwig plötzlich aus Annies Leben verschwand.

Daneben wird natürlich auch viel gebacken, gekocht und genossen. Mir gefiel die adventliche Frauenrunde und die gemütliche, positive Stimmung in der Geschichte, die Autorin Anne Barns vermittelt. Es braucht nicht in allen Roman eine Drama Queen oder viel Streit, frau kann auch schöne Romane schreiben ohne superdramatische Twists oder schwierige Charaktere. Das mag ich sehr in Anne Barns Romanen und das kommt auch in "Eisblumenwinter" zum Tragen. Zum sich Wohlfühlen trägt zudem bei, dass die Autorin ein Auge auf Kleinigkeiten legt. Details wie die bezaubernden Lampenfrauen zum Beispiel, oder die diversen Karamellvarianten - einfache, aber schöne und wohlschmeckende Dinge.

Nach zwei Romanen fühlt man sich auch schon fast als Cousine oder Tante der drei Schwestern und würde natürlich seine Verwandten gerne wieder einmal "sehen". Deshalb bin ich nun gespannt, ob wir der sympathischen Frauenrunde wieder einmal, sei es im Advent oder in irgendeiner anderen Jahreszeit, begegnen werden.

Fazit: Ein schöner "Einkuschel"-Roman, den man sich am nächsten Wochenende gönnen sollte. Spätestens aber am ersten Adventswochenende solltet ihr "Eisblumenwinter" lesen - dann habt ihr das perfekte Buch-lese-Date!
4 Punkte.

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Rote Stiefel und gelbe Rosen
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Zum Verwechseln ähnlich

Die Braut sieht rot von Rebecca Michéle

Nach dem sehr konstruierten und deshalb nicht sehr interessanten dritten Band ("Ein Mörder zieht die Fäden") sah ich diesem vierten Band besorgt gespannt entgegen. Doch Autorin Rebecca Michéle zeigt sich hier wieder in alter Stärke, was mich sehr freute.

So hat auch Sandra Flemming wieder zu ihrem normalen Ich zurück gefunden.

Und scheint etwas gelernt zu haben: zu sagen, wenn ihr etwas verdächtig vorkommt. Nur wird sie dafür erstmal von ihrem Freund und DCI Christopher Bourke belächelt. Aber dass Hotelgast Lady Claire mit einem Mordopfer grosse Ähnlichkeit aufweist, kann selbst Bourke nach einem Sandras Vermutung bestätigenden Vorkommnis nicht mehr von sich weisen.

Jemand scheint es auf rothaarige Frauen in Lower Barton abgesehen zu haben. Die Leser sind leicht im Vorteil, im Gegensatz zu Sandra und Christopher wissen sie von einem Ereignis, welches wohl mit dem aktuellen Fall zu tun haben müsste und können miträtseln - Möglichkeiten gäbe es einige. Welche Verbindung dann tatsächlich bestätigt wird, erfährt man erst am Ende.

Man hätte vielleicht dem einen oder anderen möglichen Verdachts-Szenario ein wenig mehr Futter geben können, um mehr Spannung zu erzeugen. Aber auch ohne wars ein schöner Fall, in den eine kleine Lovestory eingefügt wurde.

Denn Lady Claires Sohn ist in Imogen, das Hausmädchen des Hotels, verliebt. Damit seine Mutter Imogen kennenlernt, verbringt er zusammen mit seiner Mutter eine Urlaubswoche auf Higher Barton. Sandra ist eingeweiht, doch sie ist nicht davon überrascht, dass Lady Claire "was Besseres" für seinen Sohn will.

Sandra hält sich weitgehend raus aus der Sache, viel lieber geniesst sie Zeit mit ihrem Patenkind, der Tochter von Anwalt Alan Trengove und seiner Frau Ann-Kathrin. Auch weitere alte Bekannte wie Metzgerin Agnes Roberts, der Major oder Hotelkoch Monsieur Peintrés haben ihre Auftritte und so ist man einmal mehr traurig, wenn man Higher Barton nach der letzten Seite wieder verlassen muss.

Fazit: Ein gelungener Fall für Sandra Flemming und Christopher Bourke.
4 Punkte.

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Zum Verwechseln ähnlich
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Dreht sich im Kreis

Die Pianistin von Beate Rygiert

Über das Leben von Clara Schumann wusste ich bisher nichts, ich kannte nur die CD's von Interpreten, die ihre Werke spielten. Oft zusammen mit den ihres Mannes Robert Schumann. Doch mehr war mir nicht bekannt. Deshalb war ich neugierig auf ihr Leben, welches Beate Rygiert uns Leser*innen in "Die Pianistin" näher bringen möchte.

Die ersten Kapitel lasen sich schnell und süffig, doch bald stellte sich eine Müdigkeit ein. Neben den Konzertreisen, auf die sich die junge Clara mit ihrem Vater Friedrich Wieck begab, geht es nur um die Liebe zwischen Clara und Robert und um ihren Vater, der diese Liaison nicht duldete und total gegen eine Hochzeit der beiden Musiker war.

Doch wie wir ja bereits wissen, konnten sie Jahre später heiraten - bis es soweit ist, vergehen fast zwei Drittel im Roman. Die Ehe danach war aber auch nicht viel glücklicher. Clara ging es wohl am besten, als Robert starb, endlich war sie frei von allen Zwängen. Erst gängelte sie ihr Vater, dann Robert, beide engten sie ein. Wäre Vater Wieck nicht ganz so rigoros gewesen, hätte Clara vielleicht gemerkt, dass sie eine Ehe mit Robert nicht glücklich machen wird. Anzeichen waren bereits da, doch da beide sich ja nur selten sahen, hätte Clara nur minim mehr realen Kontakt gebraucht um zu sehen, dass Robert nicht gesund ist.

Aber der Lauf der Geschichte war nun mal anders und die Autorin gab sich redlich Mühe, aus dem Wenigen und dem immer gleichen Thema etwas Interessantes zu schreiben. Doch bis zur lange ersehnten Heirat von Clara und Robert dauert es viel zu lange und ich langweilte mich.

Ich sass fünf Tage an dem Buch, was für mich aussergewöhnlich lange ist. Ich hatte kein Verlangen abends - und erst noch am Wochenende - weiter zu lesen und musste mir schlussendlich einige Stunden tagsüber einplanen, um das Buch zu Ende zu lesen. Leider war ich auch nach "der Heirat" öfters kurz davor den Roman abzubrechen, war dann aber auch schon zu weit, um kurz vor Schluss aufzugeben.

Beate Rygiert kann schreiben, das bewies spätestens der Roman um George Sand, und sie gab sich auch hier Mühe, aber wenn die Vorlage nicht mehr hergibt, wird es für jede*n Autor*in schwierig, eine gefällige Lektüre daraus zu basteln.

Eigentlich sollte man meinen zwei Musiker gleich Traumehe, doch Vater Wieck wollte das nicht. War er als Vater eifersüchtig oder sah er in Clara nur eine Geldquelle, die ihm entglitt, wenn sie heiratet? Ganz spät im Roman sagt auch endlich Claras Mutter etwas zu ihrer Ehe zu Friedrich Wieck. Das schilderte die Autorin gut. Ebenso die Unannehmlichkeiten von tagelangen Reise mit Kutschen, das Leben als Musikerin, das Wunderkind, das später verheiratet mit einem Komponisten plötzlich nur noch "die Frau von" ist. Die Charaktere konnte die Autorin gut rüberbringen, meine Sympathie hatten klar die gezeichneten Frauen.

Der Reihen-Titel "Aussergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe" beinhaltet theoretisch auch den "Aufbruch", der hier leider fast nur im Nachwort vorkam. Die "Liebe" wird viel stärker gewichtet und nimmt schwerpunktmässig fast den ganzen Raum ein.

Vielleicht wäre es besser gewesen, nicht die Liebe zu Robert Schumann in den Vordergrund zu stellen, sondern die Zeit danach zu porträtieren, mit Rückblicken auf diese harten Jahre, um den "Aufbruch" mit "Liebe" zu untermalen. Wahrscheinlich wäre das spannender geworden. Denn Claras Aufenthalt in Paris und später ihre eigenen Konzertreisen, ihr Verhältnis mit einem anderen Musiker, und Jahre danach noch endlich in London konzertieren - das alles wäre interessant gewesen, kam aber zu kurz bis kaum vor.

Beate Rygiert hat sich ins Zeug gelegt, um den Leser*innen einen spannenden Roman über das Leben von Clara Schumann vorzulegen. Spannend ist er aufgrund der "never ending lovestory" nicht geworden. Interessant stellenweise schon.

Fazit: Das viel zu lange und langweilige "Wann klappt's endlich mit der Hochzeit?" überwiegt, deshalb konnte mich diese Geschichte einfach nicht fesseln.
3 Punkte.

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Dreht sich im Kreis
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Rosenträume oder Rosenkrieg?

Rosenträume von Debbie Macomber

Im ersten Band der Cedar Cove-Serie, in "Leuchtturmnächte", ist Dan, der Mann von Grace spurlos verschwunden. Damit umzugehen ist schwer für Grace und ihre beiden erwachsenen Töchter. Denn gerade auch Maryellen hat ihre eigenen Probleme, sie wurde bereits von einem Mann enttäuscht. Nach einer viel zu frühen Heirat und Scheidung wollte sie jahrelang keine Beziehung mehr.

Eigentlich auch jetzt nicht, aber Künstler Jon Bowman weckt etwas in ihr, dass sie so noch nicht kennt. Als etwas passiert, denkt sie, er sei genau gleich wie ihr Ex-Mann und gibt Jon nicht mal die Chance für ein Gespräch.

Grace hingegen wird von Cliff Harding hofiert. Obwohl sie sich in Abwesenheit von Dan scheiden lassen hat, kann sie irgendwie nicht abschliessen. Klar, denn sie hat ja keine Ahnung was Dan geschah - hat er sie wegen einer anderen Frau verlassen oder lebt er vielleicht gar nicht mehr? Als dann noch im Thyme und Tide ein unbekannter Gast eintrifft, der eventuell etwas mit Dan zu schaffen haben könnte, kann sich Grace auf nichts mehr konzentrieren.

Olivia hat aktuell öfters mit ihrem Ex-Mann Stan zu tun, was Jack eifersüchtig macht. Denn er sieht, dass Stan Olivia wieder liebt und hat Angst um ihre relativ frische Beziehung. Ausserdem wohnt sein Sohn Eric gerade bei ihm, weil dieser Streit mit seiner Freundin Shelly hat. Sie sei schwanger von ihm, aber das kann doch gar nicht sein - meint Eric. Olivias Tochter Justine hat von Seth, der in Alaska als Fischer arbeitet, schon lange nichts mehr gehört - bereut sie die schnelle Heirat etwa schon?

Neben den bereits bekannten Figuren tauchen hier Rosie und Zack auf, in deren Ehe es nicht gut läuft. Zack ist wütend, weil Zuhause so ein Chaos ist und Rosie keine Zeit zum Abendessen kochen und Haushalten hat. Sie hingegen versteht nicht, dass Zack ihre Hausarbeit und das ehrenamtliche Mitarbeiten in der Schule etc. nicht würdigt. Die beiden werden die Hauptfiguren im dritten Band "Winterglühen" sein.

Das am Anfang eingefügte Personenregister ist hilfreich, um einen Überblick über die Figuren zu haben. Die Probleme der Charaktere in Cedar Cove sind alle ähnlich: es geht um Liebe, Gefühle, Hochzeiten, um Beziehungen und Kinder. Debbie Macomber gelingt es dabei, sich nicht zu verzetteln, sondern die diversen Storys gut zu verteilen, damit man kein Durcheinander bekommt - auch wenn einige Szenen manchmal an eine Seifenoper erinnern. Aber man muss halt auch immer im Kopf haben, dass die Serie vor fast 20 Jahren geschrieben wurde.

Mir gefiel, dass der Zeitraum, in dem der Roman spielt, einige Monate dauert und dadurch den Beteiligten Zeit gibt, sich zu entwickeln und ihre Meinungen gegebenenfalls auch wieder zu ändern. So wirken die Storys meistens glaubhaft. Anstatt "Rosenträume" würde der Titel "Rosenkrieg" zwar besser passen ;-) Im englischen Original haben die Romane jeweils einen Strassennamen - der, an denen die jeweiligen Protagonisten wohnen.

Fazit: Ein "Abschalt"-Roman: hinsetzen, lesen und den Alltag vergessen.
4 Punkte.

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Rosenträume oder Rosenkrieg?
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Ein Titel, der nicht passender sein könnte

Zu viel und nie genug von Mary L. Trump

Mary L. Trump erzählt ihre Familiengeschichte und verweilt dabei vor allem bei der Biografie ihres Grossvaters Fred und die von zwei seiner fünf Kinder, nämlich Fred junior, Freddie genannt, und Donald. Freddie ist Marys Vater. Als ältester Sohn stand er extrem unter dem Einfluss des Vaters, der ein harter, gefühlloser Mensch war.

Seine Lebenseinstellung gab er seinen Kindern weiter, erwartete, dass sie so werden wie er. Jegliches Aufmucken wurde nicht geduldet, woran vor allem Freddie litt. Sich von seinem Vater zu lösen gelang ihm nicht. Gedankt wurde es ihm mit Verachtung. Nur einer machte den Vater wohl stolz: Donald, der sich sogar noch schlimmer entwickelte als sein väterliches Vorbild.

Donald erinnerte mich immer ganz stark an dreijährige Trotzköpfe, die andern ihr Spielzeug wegnehmen, behaupten, es sei seins und die anderen damit haut und gleichzeitig nach Aufmerksamkeit und Liebe heimst. Nach dem Lesen von "Zu viel und nie genug" weiss ich, dass ich mit meinem Eindruck noch viel näher dran war, als ich je dachte.

Die Autorin erzählt die wahre Familiengeschichte der Trumps. Sie selbst scheint sich mittlerweile von der Familie gelöst zu haben, aber auch ihr viel es schwer, trotz allem, was die Familie ihr und ihrem Vater antat.

Und sie erzählt dabei nicht mal irgendwas total Skandalöses, sondern nur Ereignisse, die real so statt fanden. Nach der Lektüre wundert es mich noch mehr, dass die Amerikaner solch einen Menschen in das Amt des Präsidenten wählten, obwohl in Amerika schon früh bekannt war, was für ein Lügner und Betrüger Donald ist. Einer der total verschuldet von Apanagen der Banken lebte, monatlich einen riesigen Betrag bekam, mit dem eine vierköpfige Familie einige Jahre lang gut leben könnte. Ein Soziopath, der seine Wähler nicht mal mag, sondern sich einen Scheiss um alle anderen ausser sich selbst kümmert, und auch vor seinen eigenen Familienmitglieder nicht Halt macht und sie übers Ohr haut. Einer, der nur sich selbst der Nächste ist.

"Zu viel und nie genug" - ein Titel, der nicht passender sein könnte. Das Buch ist keine Enthüllungsstory, sondern eine Analyse einer dysfunktionalen Familie.

Fazit: Mary L. Trump ist es gelungen, den Lesern eine sachliche Vorstellung davon zu geben, wieso der Mann, der aktuell im Oval Office sitzt, so ist wie er ist. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Amerikaner dieses Buch lesen, damit der jetzige Bewohner des Weissen Hauses diesen Winter umziehen muss.
4 Punkte.

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Ein Titel, der nicht passender sein könnte
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12 days before Christmas

Ein verschneites Weihnachtsfest in Cornwall von Jane Linfoot

Dekorateurin Ivy soll in einem Schloss in Cornwall, gleich bei St. Aidan, Weihnachtsfeeling aufkommen lassen. Die Schwester von Ivys Freundin Fliss, Libby, hat Ivy engagiert, um das für zwei Wochen gemietete Schloss so zu dekorieren, dass es für Libbys Social Media Kanäle vorzeigbar ist und Libby Fotos schiessen kann, die aussehen als ob sie einer Wohnzeitschrift entspringen und es so aussehen soll, als ob Libby mit ihrer Familie und ihren Gästen ein perfektes Weihnachtsfest feiert.

Genau so ist es, "es soll so aussehen". Denn das Schloss hat so gar nicht die Atmosphäre, die Libby sich bei der Buchung wohl vorstellte. Es ist kahl und beherbergte in letzter Zeit fast nur Junggesellenfeiern. Viel, und vor allem viel mehr Arbeit als gedacht für Ivy, die einige Tage vorher anreist - zum Glück! - und sich ausserdem noch mit dem Vermieter auseinandersetzen muss.

Es ist niemand anderer als Bill, den sie vor sieben Jahren in Chamonix kennenlernte, als sie dort mit ihrem damaligen Freund und weiteren Bekannten zusammen die Skiferien verbrachte. Seither ging Bill ihr nie wieder aus dem Kopf. Doch Ivy will ihn nicht an sich ranlassen, genauso wie sie auch sonst niemand an ihre Gefühle lässt, seit sie vor zwei Jahren einen schlimmen Verkehrsunfall hatte und seither eine Narbe ihre Stirn ziert, die sie mit langen Haaren und einer Mütze verdeckt.

Ivy ist froh um den Weihnachtsjob, aber dass sie aus einem quasi leeren Schloss eine weihnachtliche Wohlfühloase zaubern soll, ist auch für sie nicht leicht. Dann stehen plötzlich einige der Gäste viel zu früh vor der Türe, was für weiteres Chaos sorgt. Chaos ist das richtige Wort, denn genau das bricht jetzt aus - das perfekte Weihnachtsfest am Meer muss erst verdient werden.

Wer Lust auf einen besinnlichen Weihnachtsroman hat, kommt nicht auf seine Kosten. Denn "Ein verschneites Weihnachtsfest in Cornwall" hat die Bezeichnung Rom-Com absolut verdient. Romantik tritt zwar erst am Schluss auf, dafür ist der grosse Rest eine riesige Komödie. Aber dafür kann man den Roman auch gut schon Monate vor Weihnachten lesen, er macht einfach Spass.

Den humorigen Schreibstill kennt man von Jane Linfoot ja bereits. Hier schrammt er zwar manchmal hart an der Grenze an "zu viele witzige und überzeichnete Situationen" vorbei. Aber Figuren wie Miranda, Keef, Bill und Ivy eigenen sich auch viel zu gut dazu. Linfoot nimmt alles aufs Korn, scheinbar perfekte Social Media-Fotos, die aussehen wie aus dem Bildband, diverse Essensvorlieben, Backwettbewerbe, Flirtereien in diversen Ausprägungen und und und...

Linfoots Charaktere sind auf den ersten und zweiten Blick oft sperrig, man dringt erst nach und nach zu ihnen vor, doch dann sieht man die wahre Person dahinter. Wie zum Beispiel Bill, der irgendwas verheimlicht und nur wenig preisgibt von seiner aktuellen Lebenssituation. Aber auch die anderen Figuren haben viel zu bieten und der oder die eine oder andere überrascht dabei.

Bills Schloss liegt in der Nähe von St. Aidan. Jane Linfoot-Leserinnen werden sich freuen, wenn die ganze Truppe sich in den hübschen Ort begibt und durch diverse Pubs, Cafés und Läden streift, die man aus ihren anderen Romanen schon kennt.

Zwölf Tage vor Weihnachten - zwölf Tage, die allen Figuren ein Leben lang in Erinnerung bleiben werden. Und ein schlussendlich perfektes Weihnachtsfest, wenn auch ein wenig anders, als sich das die Beteiligten vorgestellt haben.

Fazit: Eine amüsante Weihnachtskomödie, die auch Weihnachtsmuffel beglücken könnte.
4 Punkte.

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Zwischen Beckett und Ernst

Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück von Sophie Villard

Sophie Villards (Pseudonym einer deutschen Autorin) Roman über Peggy Guggenheim beginnt 1937. Peggy lebt in der Pariser Bohème inmitten eines umfangreichen Bekanntenkreises. Zu ihren Freunden gehören die Joyces, Hans Arp und Sophie Taueber, Marcel Duchamp, André Breton und viele mehr. Affären hatte Peggy nach ihrer Scheidung wohl einige, doch hier wird vor allem jene zu Samuel Beckett geschildert und später das Kennenlernen mit Max Ernst.

In diesem Rahmen bewegt sich der Roman, der zwischendurch fast ein wenig leidenschaftslos rüberkam, mich aber trotzdem gut unterhalten hat.

Neben den unsteten Männern in Peggys Leben gibt es eine Konstante: die Kunst. Peggy beginnt Kunstwerke zu sammeln, eröffnet in London eine Galerie, die Guggenheim Jeune. Doch finanziell wirft der Laden nicht viel ab. Und Peggy hat schon wieder eine ganz andere Idee, wie sie Kunst anders zugänglich machen könnte.

Doch der Krieg steht vor der Türe, so dass es erstmal ums eigene Leben retten geht. Peggy blendet dieses Thema aber aus, vielleicht weil sie schon so viele Verluste in ihrem Leben verkraften musste. Irgendwann kann sie sich dem nicht mehr entziehen und muss sich überlegen, ob sie in England oder Frankreich ausharren will oder doch zurück nach Amerika gehen soll.

Bis zu ihrer Entscheidung sammelt sie munter weiter - ein Bild pro Tag. Das hat sie sich vorgenommen. Sie kauft vor dem Kriegsausbruch Bilder zusammen und zahlt bar, worüber die Künstler allesamt froh sind. So haben sie Geld für die (Heim-)Reise in die USA oder nach Spanien (z.B. Salvador Dali).

Die Autorin stellt Peggy Guggenheim als spendable Frau dar. Denn Peggy kauft nicht nur Bilder, sondern hilft Ausreisewilligen finanziell aus. Aber schon zuvor und später finanziert sie das Leben vieler ihrer Freunde. Auch solchen, die sehr undankbar rüberkommen, wie Djuna zum Beispiel. Peggy lässt sich, zumindest im Roman, davon nicht irritieren. Sie ist eine Frau, deren Herz für die Kunst und Künstler schlug und durch ihr Erbe finanziell immer unabhängig war und damit ihre Ideen umsetzen konnte.

Der Roman wird in drei Teile gegliedert, doch die hätten von mir aus nicht sein müssen, da sie sich zeitlich nahtlos einreihen. Aufgrund der Dreiteilung wurde ich in meinem Lesefluss fast ein wenig gestört, da ich erst dachte, es gäbe einen Zeitsprung, der dann (zum Glück) ausblieb. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass die Ausdrucksweise nicht ganz zu den beschriebenen Jahren passte, aber es hielt sich im Rahmen, weswegen ich darüber hinwegsehen kann.

Der Roman endet Ende im Oktober 1942 mit einem passenden und für einen Roman finalwürdigen Ereignis. Peggys Leben war da noch lange nicht vorbei und sie sollte noch viel mehr erreichen - und wieder reisen, wie schon zuvor in Europa, wo sie öfters zwischen Paris und London pendelte, als ich in einige von mir nur eine Stunde entfernte Nachbarstädte.

Fazit: Interessanter Einblick in die Künstlerszene der Surrealisten und in Peggy Guggenheims Leben während der Vorkriegszeit.
4 Punkte.


Wem dieser Roman gefallen hat, dem empfehle ich, gleich in "Miss Guggenheim" von Leah Hayden weiter zu lesen, denn dort werden die Jahre 1941 bis 1943 rückblickend von 1958 aus erzählt. Zudem ist es interessant, überschneidende Begebenheiten in den beiden Jahren 1941 und 1942 aus einem anderen Sichtwinkel zu betrachten. Am Ende hat man einen tollen Überblick über Peggy Guggenheims Leben.

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Zwischen Beckett und Ernst
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Lebendig erzählt, aber teils zu emotional

Miss Guggenheim von Leah Hayden

Auch dieser Roman über Peggy Guggenheim wurde unter einem Pseudonym geschrieben. Obwohl sich der Name amerikanisch anhört, stammt er von einer deutschen Autorin. Leah Hayden schreibt emotionaler als Sophie Villard, von der fast gleichzeitig ein Roman über die bekannte Kunsthändlerin herauskam.

Leah Haydens Roman beginnt, quasi als Prolog, in Lissabon, kurz bevor Peggy mit ihrer Familie und Max Ernst mit einem Flugboot, dem Pan Am Clipper, nach New York flog - und aus Europa flüchtete.

Mit Peggys amerikanischem Pass gelang dies vergleichsweise fast einfach, aber sie gehörten tatsächlich zu den letzten Auswanderer, die noch aus Frankreich raus kamen, bevor dies aufgrund des Krieges nicht mehr möglich war.

Peggy hatte zu der Zeit eine Beziehung mit dem Künstler Max Ernst, die sich in Amerika vertiefte, aber bald auch wieder auseinanderging. Der Roman erzählt von Peggys Suche nach eine Immobilie, die sich als Galerie eignet, der Aufbau derselben und ihrer Förderung von Künstlern.

"Miss Guggenheim" gibt einen guten Überblick über die amerikanische Kunstszene Anfang der 40er Jahre, über das Leben etlicher geflüchteten Künstler und der Auseinandersetzung von jungen amerikanischen Künstlern mit dem Surrealismus.

Thema neben der Kunst war hier Peggys Beziehung zu Max Ernst. Er kam enorm unsympathisch rüber. Peggy wurde hier oft als die klammernde Frau dargestellt, die sie wahrscheinlich gar nicht war. Deswegen war mir ihre Beziehung zu emotional dargestellt.

Im Gegensatz zum andern Peggy-Roman werden hier die Jahre in New York ausführlicher (und teilweise ziemlich unterschiedlich) beschrieben. Der Sohn von Max Ernst, Jimmy, agiert als Sekretär von der Guggenheim-Galerie, und Pegeen, Peggys Tochter aus erster Ehe, unternimmt ihre ersten Schritte als Malerin.

Sehr interessant empfand ich die Szenen 1958 in Venedig, wenn Peggy mit Frederick Kiesler (der Architekt, der ihre New Yorker Galerie gestaltete) über Vergangenes und Gegenwärtiges reden.

Zusammenfassend ist "Miss Guggenheim" am ehesten ein Roman über die französische Bohème in Paris, bei der als Bindeglied zwischen den Künstlern untereinander und auch zwischen Amerikanern und Europäern Peggy Guggenheim fungierte. Der rote Faden darin ist Peggys und Max Beziehungsgeschichte. Diese Liebesgeschichte war mir in diesem Roman zu wenig glaubhaft beschrieben. Dafür aber der Aufbau und die ersten Jahre ihrer Galerie, die bei den Kunstkritikern gut ankam.

Fazit: Erneut ein interessanter Roman über "Miss Guggenheim", teils zu emotional, aber dafür sehr lebendig.
4 Punkte.

Wer mehr über Peggy Guggenheim erfahren möchte, liest am besten vor "Miss Guggenheim" den Roman "Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück" von Sophie Villard. Darin wird Peggys Geschichte von 1937 bis 1942 erzählt. Beide Romane zusammen ergeben einen tollen Überblick über die kunstsammelnde Frau.

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Lebendig erzählt, aber teils zu emotional