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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

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Glückliche Paare?

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe von Henrike Engel

Gleich mal vorneweg: diese Reihe - wie eigentlich jede - muss unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen werden, denn hier kommen einige Dinge aus den ersten beiden Bänden zum Abschluss.

Weshalb einiges wiederholt wird und der Kriminalfall, hier geht es um eine getötete chinesische Frau, nicht ganz so spannend ist wie in den Vorgängerbänden.

Glückliche oder unglückliche Paare - das ist auf der anderen Seite des Kriminalfalls Thema im dritten Band. Da stehen einerseits die Ehen von Helenes und Paulinas Eltern im Blickpunkt, mehr aber noch Paulina, die nun ihren Franz heiratet. Helene sorgt sich um ihre Freundin, denn sie hat Paulina ja schon in Band 2 vor der Heirat mit Franz gewarnt, doch Paulina wollte nicht hören.
Berthold Rheydt gesteht sich nun endlich selbst ein, dass er Helene liebt. Nun muss er nur noch mit dem Gedanken klarkommen, dass eine Heirat mit Helene unter besseren Sternen steht als seine erste. Als Lehrerin dürfte Helene aber nicht heiraten. Wie gut, dass sie noch andere Pläne hat.
Anne ist bei ihrem London-Aufenthalt endgültig bewusst geworden, dass ihre Liebe zu Milena endgültig verloren ist und hofft, in Hamburg jemanden zu finden, dem sie ihr Herz schenken kann.

Anne ging in diesem Band fast ein wenig unter, auch wenn sie sehr oft in Szene gesetzt wurde. Vielleicht lag es daran, dass einiges hier nur kurz angesprochen wurde - die Szenen in London zum Beispiel - und dass es fast zu viele verschiedene Brennpunkte gab, von denen die Autorin hier erzählte. Trotzdem war auch "Ein Leben für das Recht auf Liebe" wieder ein unterhaltsames Lesevergnügen.

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass es noch weiter gehen könnte mit der Reihe. Das würde mich freuen, besonders über Fannys Reise würde ich sehr gerne etwas erfahren.

Sehr interessant fand ich die Szenen in der Schmuckstrasse, mir war vorher nicht bewusst, dass es auch in Hamburg eine Art Chinatown gegeben hat. Ebenfalls informativ war die Opium-Geschichte. Wie das in China damals war, hab ich mitbekommen, nicht aber, wie diese Droge nach Europa kam und wie man sie an das Volk bringen wollte, das hat Henrike Engel hier anschaulich geschildert. Toll in diesem Zusammenhang, wie bereits in den vorherigen Bänden, die Rolle des Apothekerehepaars.

Fazit: Super recherchierter und bestens unterhaltender dritter Teil einer tollen Reihe.
5 Punkte.

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Glückliche Paare?
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Julie bäckt auf Juist

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe von Henrike Engel

Noch einmal nimmt uns Anne Barns mit nach Juist, zu, aus ihren anderen Büchern bekannten, Enna und ihrer Enkelin Merle. Merle führt ein Café auf Juist und sucht händeringend nach weiteren Fachkräften. Julie, die von Enna eine Einladung zu deren Geburtstagsfeier bekommt und gerade arbeitslos ist, entscheidet sich, Merle zu helfen.

Julie wird auf Juist herzlich empfangen, möchte dann aber doch bald wissen, wieso ihre Nonna Giulietta auf einmal nicht mehr nach Juist zu Enna reiste. Gab es Streit zwischen den beiden Freundinnen? Und dann ist da noch Ole, Julies Jugendfreund. Ob alles noch so ist wie früher oder sich die beiden in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben, erzählt Anne Barns in diesem Roman.

Wie immer überzeugt Barns Schreibstil, der einen sofort an die Geschichte fesselt. Mir gefällt auch sehr, dass ihre Figuren normale Menschen sind, mit normalen Problemen und Freuden und ihre Storys Hand und Fuss haben, und nicht die ganze Handlung auf Missverständnissen oder Lügen aufbaut. Das bereits bekannte Umfeld auf Juist zu besuchen, machte mir ebenfalls Spass.

Der einzige Wermutstropfen war, dass der Roman viel zu schnell und für mich sehr plötzlich zu Ende war. Ich dachte, ich hätte noch 40 Seiten eBook-Seiten vor mir, doch dann war die Geschichte bereits zu Ende. Auf den restlichen Seiten warten aber ganz viele Rezepte, die das Bäckerherz so mancher Leserinnen sicherlich höher schlagen lässt. Für mich hätte es gerne mehr Story und weniger Rezeptseiten haben können.

Fazit: Ein schöner Wohlfühlroman, der einen einmal mehr mit nach Juist mit nimmt.
4 Punkte.

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Lasst uns gemeinsam feiern!

Das Fest der Liebe von Jean Meltzer

Auf diesen Roman hab ich mich sehr gefreut - und ich nehme es vorweg: ich bin begeistert. Es geht hier für einmal nicht nur um Weihnachten, sondern auch um das jüdische Chanukka-Fest (das Lichterfest, an dem man sich an die Wiedereinweihung des zweiten Tempel in Jerusalem erinnert) das im Dezember gefeiert wird und für die Protagonistin, Rachel, im Bezug auf Romantik und das spezielle warme Gefühl, das sie jeweils hat, nicht mit Weihnachten verglichen werden kann.

Für viele von uns gehört der Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" zur Weihnachtszeit dazu. Bei Aschenbrödel steht ein Schuh und ein Ball im Mittelpunkt. Einen Ball gibt es auch in "Das Fest der Liebe" - und ich kann mir nun gut vorstellen, nächsten Dezember anstatt den Film zu schauen, diesen Roman, im Original "The Matzah Ball", erneut zu lesen.

Auf eine gute humorvolle und sehr tiefergehende Art schreibt Jean Meltzer über zwei jüdische Erwachsene, die sich vor Jahren in einem Jugendcamp kennenlernten und voneinander stark enttäuscht wurden. Beide dachten, dass sie vom jeweils anderen hintergangen wurden. Dieses Gefühl haben beide, wenn sie aneinander denken. Doch als Rachel erfährt, dass Jacob ein Chanukka-Event organisiert und sie nur noch über ihn an eine Eintrittskarte kommen könnte (die sie aus Recherchegründen für ihr neues Buchprojekt dringend haben muss), versucht sie über ihren Schatten zu springen und ihn zu kontaktieren. Wie gut, dass Jacob ihre Eltern - die Mutter eine bekannte Frauenärztin, der Vater ein berühmter Rabbi - am kommenden Sabbat besuchen wird.

Nachdem das erste Wiedertreffen für beide besser als gedacht verlief, wird das zweite umso enttäuschender. Vor allem für Rachel, denn sie kann den Deal, den Jacob ihr vorgeschlagen hat, aus gesundheitlichen Gründen gar nicht wahrnehmen und durchhalten, doch sie beisst sich durch, ohne etwas zu sagen. Er hingegen versteht nicht, wieso sie alles so ernst nimmt und keinen Spass mehr zu verstehen scheint.

Jacob, der keine einfache Kindheit hatte und kurz nach dem erwähnten Camp nach Frankreich ziehen musste, ist das erste Mal wieder in New York. Nicht viele Leute wissen, wie aus dem frechen Jungen von damals der erfolgreiche Eventmanager wurde. Ähnlich ist es bei Rachel: auch sie erzählt nicht gerne von sich. Ausser einer Handvoll Leute weiss niemand von ihrer Krankheit, dem chronischen Müdigkeitssyndrom und auch nicht über ihren tatsächlichen Beruf: sie ist eine erfolgreiche Weihnachtsroman-Autorin. Sie denkt, ihre Leser und auch die Gemeinde ihres Vaters zu enttäuschen, wenn dies bekannt wäre und hat gelernt, ihre Leidenschaft und ihre Krankheit zu verstecken.

Dieser Kontext bildet das Gerüst zu diesem genialen, religionsverbindenden Weihnachtsroman. Autorin Jean Meltzer nimmt die Leser*innen in "Das Fest der Liebe" nicht nur mit auf "The Matzah Ball" sondern auch auf eine Reise der Gefühle. Man lacht, weint, hofft, erschrickt, ist wütend, freut sich, wenn sich gekümmert wird (nicht nur durch Essen!) und vieles andere mehr, während die beiden Protagonisten vorsichtig wie auf Glas um sich herum tänzeln.

Am Ende beweist Meltzer, dass nicht nur Weihnachten, sondern auch Chanukka ein magisches, wundervolles Fest ist. Ein Feuerwerk an Themen flicht die Autorin in ihren Roman mit ein, so dass es nie, aber auch gar nie, langweilig wird.

Fazit: "Das Fest der Liebe" ist inspirierend, romantisch, magisch, emotional und bekommt einen der raren Plätze auf meine 2022er Highlight-Liste!
5 Punkte.

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Home for Christmas

Süßer die Herzen nie klingen von Debbie Macomber

Als Lindy nach einem nicht so glücklich verlaufenden Jahr vor Weihnachten nach Hause kommt, zeigt ihr ihre Mutter Briefe, die Lindy als Kind an Santa Claus schrieb. Während sie sie liest, muss sie lachen, denn von ihren Wünschen ging einiges in Erfüllung. Nicht immer so, wie sie es sich wünschte, aber immer mit einem guten Ergebnis.

In diesem Vertrauen schreibt sie ihm einen neuen Brief.

Lindy staunt nicht schlecht, als sie tags darauf bereits ihre beste Freundin aus ihrer Schulzeit sieht, die in ihren alten Briefen erwähnt wurde. Dass sie danach auch noch auf Billy, der sie damals in der Schule triezte, trifft, überrascht niemanden. "Home for Christmas" sein, das ist alles was Lindy diese Weihnachten wollte. Mit allem, was zusätzlich noch passiert, hätte sie nie gerechnet.

Ich habe es genossen, Lindy in dieser Geschichte zu begleiten und die Weihnachtstraditionen ihrer Familie kennenzulernen. Die Begegnungen mit Santa Claus fand ich mit am schönsten und sehr berührend.

Die Autorin hat mit "Süsser die Herzen nie klingen" eine schöne Romanidee vorgelegt, bei der sich nicht nur die Protagonistin, sondern auch die Leserinnen von der Weihnachts-Wunschzettel-Magie verzaubern lassen können. Der nur 240 Seiten umfassende Roman ist ideal für Leserinnen, die keine dicken Romane mögen, aber dennoch einer schöner Weihnachtsgeschichte gegenüber nicht abgeneigt sind.

Fazit: Ein schöner - Romantik inklusive - Weihnachtsroman, den man sich sehr gut verfilmt vorstellen kann.
4 Punkte.

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Schnee, Quilts und viel Herzwärme

Winterwünsche in Willowbrook von Sophie Claire

Nachdem mir letztes Jahr der erste Band "Weihnachtsglück in Willowbrook" gut gefallen hat, griff ich sehr gerne zu diesem zweiten Band. Obwohl beide Geschichten im englischen fiktiven Willowbrook zuhause sind, und sich die Protagonisten der beiden Romane auch kennen, kann man sie unabhängig voneinander lesen.

Wie immer macht es natürlich trotzdem mehr Spass, wenn man die Vorgeschichte kennt und in diesem Fall weiss, wie Evie ihren Handarbeits-Shop aufbaute, in dem Liberty nun arbeitet.

Grundsätzlich fühlt sich Liberty mit ihrem Hund Charlie in ihrem Häuschen am Waldrand, leicht ausserhalb Willowbrook, sehr wohl. Da aber ihre Mitbewohnerin nach einem Unfall im Koma liegt, merkt Liberty, dass sie sehr einsam ist. Nach ihrem 30. Geburtstag nimmt sie sich deshalb eine Dezember-Challenge vor. Sie möchte zu allen Dingen Ja sagen, besonders zu solchen, bei denen sie normalerweise Nein sagt - um damit aus ihrer Routine auszubrechen. Als Erstes nimmt registriert sich nachher bei einer Dating-App und nimmt einen Untermieter, ein Freund von Jake, für einige Wochen auf.

Dieser Alex ist rücksichtslos, laut und will für sich bleiben - so empfindet Liberty. Dabei hat sie grösstenteils auch recht. Alex, ein französischer Motorradrennfahrer, muss nach einem Unfall seine Karriere beenden. Noch weiss das niemand, aber die Sache macht ihn wütend - seine Erlebnisse mit seinem Vater ebenso. Das sitzt so tief, dass er keine Beziehungen eingehen will und möglichst für sich bleiben will. Da Liberty sehr kommunikativ ist, treffen Welten aufeinander.

Wie bereits im ersten Band ist auch hier trotz aller Leichtigkeit nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ernste Themen werden von Autorin Sophie Claire nicht vernachlässigt. Dies alles vor einer tollen winterlichen Atmosphäre mit sehr viel Schnee, der sich schlussendlich auch Alex nicht entziehen kann.

Sophie Claire hat einen flüssigen, angenehmen Schreibstil, der es einem leicht macht in der Geschichte zu bleiben und den Roman schnell auszulesen.

Dennoch fand ich die Sache mit dem Blumenstrauss am Ende wenig aussagekräftig, auch bei etwas anderem hätte ich mir einen anderen Ausgang oder zumindest mehr Vertiefung gewünscht. Dafür punkten die Figuren mit ihren unterschiedlichen Ansichten und vor allem mit ihrer Entwicklung. Man spürt die Verzweiflung von Alex, die Einsamkeit von Liberty. Mir gefiel die Selbstreflexion von Liberty, die sich sehr gut einschätzen kann. Bei Alex, klar ist ja ein Mann ;-) , dauerte die Entwicklung ein bisschen länger. Das Wiedersehen mit Evie, Jake, Natasha und Luc hab ich genossen, und ich freute mich neue Figuren kennenzulernen wie zum Beispiel Dorothy (oder kam sie schon im 1. Band vor?), Ethan und Brenda.

Quilt-Fans kommen auch auf ihre Kosten, denn Liberty ist eine begeisterte Quilterin.

Fazit: Ein herzerwärmender vorweihnachtlicher Roman, perfekt für einen gemütlichen Lesetag auf dem Sofa.
4 Punkte.

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Schnee, Quilts und viel Herzwärme
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Vorweihnachtliche Stimmung in Schottland

Das kleine Bücherdorf: Winterglitzern von Katharina Herzog

Endlich mal wieder ein Buch - sogar eine Serie - das mit Büchern zu tun hat! Schauplatz ist "Das kleine Bücherdorf" in Swinton-on-Sea, das eine reale Vorlage hat, das bekannte Wigtown in Schottland. Autorin Katharina Herzog lässt den ersten Band "Winterglitzern", mit seinem sehr hübschen Cover, hauptsächlich im Fuchsbau, einem Antiquariat, spielen.

Hierhin gerät Vicky und bleibt spontan länger als gedacht. Eigentlich hätte sie für die Firma ihres Vaters einfach nur eine seltene Ausgabe von "Alice im Wunderland" kaufen sollen. Doch es ist kompliziert, denn diese Ausgabe ist im Privatbesitz und hat für die Familie keinen materiellen, sondern emotionalen Wert. Erst denkt Vicky noch, dass sie es hinbekommt, Graham diese Ausgabe abzukaufen, doch bald will sie es selbst auch nicht mehr. Denn Vicky fühlt sich unerwartet wohl in diesem kleinen Dorf - kein Vergleich zu dem geschäftigen Hamsterrad in dem sie in München steckt.

Die unterschiedlichen Figuren sind toll gezeichnet, nichts anderes hab ich von Katharina Herzog erwartet. Wir haben Graham, ein Witwer, der nicht vorwärts schauen kann. Dann sein Vater Paul, Grahams Sohn Finlay und die vorlaute Nachbarstochter Gertie sind Nummern für sich. Genau wie auch Pensionswirtin Nanette, Buchhändler Eliyah und viele andere mehr. Vicky und Graham sind beide Kopfmenschen, weshalb die Romantik ein bisschen zu kurz kommt, bzw. ist sie wohl eher in ihren Gedanken versteckt. Vicky und auch Graham müssen beide ihre Vergangenheit aufarbeiten. Graham über die Träume seiner verstorbenen Frau hinwegkommen und beginnen selbst zu leben, Vicky muss sich mit dem Verhältnis zu ihrem Vater auseinandersetzen. Ein Vater, der sich im Laufe der Zeit vom Träumer zum selbstsüchtigen Geschäftsmann entwickelt hat und nun dieses alte Buch unbedingt will.

Das Setting, Swinton-on-Sea im Dezember ist bezaubernd. Es liegt viel Schnee und wir können mit den Bewohnern Schlitten fahren, einen Weihnachtsmarkt besuchen und vieles mehr. Da kommt man unweigerlich in Vorweihnachtsfreude.

Doch ich habe ein Problem mit der Geschichte, die Vicky den Bewohnern auftischt. Ich mag es nämlich gar nicht, wenn die ganze Handlung eines Romans auf einer Lüge aufbaut. Man wartet in diesem Fall immer den ganzen Roman über darauf, dass die Lüge endlich aufgedeckt wird. Mir mindert das mein Lesevergnügen. Schade, dass die Autorin hier zu diesem Stilmittel griff - ich bin überzeugt, dass es auch ohne diese Lüge gegangen wäre. Für mich leider ein Wermutstropfen, aber ich hoffe und denke, die Folgebände werden diesbezüglich besser.

Fazit: Vorweihnachtliche Stimmung in Schottland, viele Bücher, interessante Charaktere, einige Twists - das alles unterhaltsam verpackt. Wenn bloss die Lüge nicht wäre...
Deshalb nur knappe 4 Punkte.

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Vorweihnachtliche Stimmung in Schottland
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Oberflächlicher Klatsch-Krimi

Glüh-Gin zum Mord von Trudy Cos

Vom ersten Band war ich sehr begeistert, doch leider geht die Reihe seit Band 2 in eine Richtung, die mir nicht gefällt.

Die mir anfangs sympathische Samy verkehrt von Band zu Band nicht nur viel öfters in Windsors High Society, sie wird, zumindest äusserlich auch zu einer von diesen ihr meist unsympathischen Society Ladys.

Nicht nur, dass sie neu gekleidet in Designerklamotten und sauteurem Schmuck dem alteingesessenen Geldadel sehr ähnlich wird, sondern auch, dass sie jede Person auf Äusserlichkeiten wie Figur und Kleider checkt und beschreibt. Schon im zweiten Band schimpft Samy über Cor, hier ziehen beide über andere her und auch die Erzählstimme bedient sich hauptsächlich an den Äusserlichkeiten der Charaktere.

Während Samy und Cor sich in der Weihnachtszeit also durch die vielen opulenten Feiern schleppen und den Tod eines schmierigen Journalisten aufklären wollen, der einiges über Leichen im Keller der Gäste herausgefunden und damit Karrieren und Leben zerstört hat, wird nicht nur über die oben genannten Dinge plus die Leichen im Keller gestänkert, sondern auch über die britische Tradition Glüh-Gin zu trinken und einiges mehr. Die (wenigen) Auftritte von Inspector Nate hab ich dafür genossen, er hat meine volle Sympathie und war traurigerweise das einzige Highlight in diesem Band.

So macht Krimi keinen Spass, der bleibt nämlich in all den Lästereien nur eine Nebensache und bot keinerlei Spannung. Das Ermitteln besteht quasi nur aus dem Einordnen und Schlüsse ziehen aus nebenbei mitgehörten Gesprächen. Etwas, was der ermordete Journalist in den Händen hat, als er gefunden wird, wird bereits Anfangs der Ermittlungen in einem Satz beiseite gelegt und nicht nachgeforscht, ob das so wirklich stimmt. Damit hätte man mehr Spannung erzeugen können, aber die Sache um dieses "Ding" war so schnell vom Tisch, dass man auch darauf hätte verzichten können.

Schade, die Reihe begann mit dem ersten Band sehr gut, doch das viele Ablästern, erst recht über eigentliche Freunde, ist von Band 2 zu Band 3 noch extremer geworden und ist mir viel zu oberflächlich. Somit werde ich diese Reihe nicht mehr weiter verfolgen.

Fazit: Wer Klatschgeschichten mag, kommt mit "Glüh-Gin zum Mord" auf seine Rechnung, allen anderen wird das, wie mir, zu banal sein.
3 Punkte.

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Oberflächlicher Klatsch-Krimi
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Vorweihnachtszeit in Snowflake Valley geniessen

Weihnachtsküsse in Snowflake Valley von Ella Thompson

Snowflake Valley - einen schöneren Namen kann es kaum geben für eine schneereiche Gegend in Montana. Hier hat Emma ihr Elternhaus und ihre Freunde, und hierhin kehrt sie zu den Feiertagen immer gerne zurück. In diesem November beschliesst sie jedoch ihren Onkel Henry zu unterstützen und bis Ende Jahr vor Ort zu bleiben.

Onkel Henry gehört die lokale Gazette, deren Abonnentenzahlen immer weniger werden. Als Journalistin weiss Emma, dass heutzutage ohne Internetauftritt nichts geht, weshalb sich Emma entscheidet, bis Ende Jahr eine Online-Version der Zeitung aufzubauen, damit Henry die Gazette nicht einstellen muss.

Alles würde gut laufen, doch das Internet vor Ort ist einfach zu schwach. Nur Neuzuzüger Jared hat sich eine Glasfaserleitung legen lassen. Er staunt nicht schlecht, als Emma eins Tages vor seiner Haustüre steht und ihn um WLAN-Asyl bittet. Seine Ruhe und Ordnung ist somit vorbei - Emma erobert sein Haus (und bald auch sein Herz) wie ein Wirbelwind. Emma scheinen die Ideen nicht auszugehen und sie ist zudem, wie ganz Snowflake Valley, ein Weihnachtsfreak. Er, der in seiner Kindheit von Land zu Land reiste, und nie irgendwo zuhause war, ist der Weihnachtsgrinch himself. Und somit ein Fall für die Weihnachtswichtel aus Snowflake Valley, was Jared bald ungläubig zu spüren bekommt.

Autorin Ella Thompson schuf das perfekte Setting für ihren Weihnachtsroman - ein kleiner Ort umgeben von einem See, vielen Bäumen (für die vielen Lichterketten), einem gemütlichen Café und praktisch nur netten Menschen. Die Bewohner von Snowflake Valley lieben die Weihnachtszeit über alles: dekorieren, backen etc. - das alles ist ein Muss. Dieser schönen Atmosphäre können sich die Leserinnen nicht entziehen.

Von der ersten Seite an ist man gespannt auf die Geschichte von Emma und Jared. Beide sind sich ähnlich, sie lieben ihren Job, sind am liebsten freiberuflich unterwegs. Nur kürzer treten, das muss Emma noch lernen, das hat Jared schicksalsweise gelernt. Sie bringt ihm dafür Weihnachten näher - und sorgt dabei für viel Humor.

Romantik ist mit inbegriffen und so hat man "Weihnachtsküsse in Snowflake Valley" in kürzester Zeit ausgelesen. Ihr wollt garantiert nicht mehr von eurem bequemen Lesesessel aufstehen, ausser euch, wie Emma und Jared sich manchmal einen Kaffee oder einen Punsch zu holen. Eierlikör könnte man auch bereitstellen, so für alle Fälle. Weihnachtsguatzli sowieso.

Fazit: Lust auf eine verträumte und romantische Weihnachtslektüre? Dann dürft ihr euch Snowflake Valley nicht entgehen lassen.
5 Punkte.

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Perfekter Einstieg in die Weihnachtszeit

Winterträume am Kamin von Mary Kay Andrews

"Winterträume am Kamin" ist mein erster gelesener Weihnachtsroman in diesem Jahr und die Freude darüber, dass es gleich ein Volltreffer ist, umso grösser. Mitten im sehr warmen Oktober, betört vom goldenen Herbst, hab ich ihn gelesen. Und trotz schöner Herbstatmosphäre hab ich von Seite zu Seite mehr Lust dazu bekommen die Weihnachtsdekoration aus dem Keller zu holen.

Ivy kauft sich ungesehen eine alte Farm, bewusst, dass sie viel daran machen muss. Nicht ahnend aber, dass weit mehr Renovationen als gedacht auf sie warten. Doch sie lässt den Kopf nicht hängen, auch dann nicht, als es ein Problem mit den Möbeln gibt.

Derweil freundet sie sich mit Phoebe an, auch mit dem Immobilienhändler Ezra. Und jeder weitere, den sie kennenlernt, fragt, ob sie die Weihnachtstradition der ehemaligen Farmbesitzer aufrecht erhalten wird. Darauf weiss sie keine Antwort, ausser "dieses Jahr nicht". Als sie beim Ausräumen ein altes Samichlaus-Kostüm findet und darin einen Zettel eines Mädchens, der sie ungemein berührt, weiss Ivy, dass sie unbedingt heraus finden muss, wer dieses Mädchen war. Und so nimmt dieses spezielle Weihnachtsmärchen aus der Feder von Mary Kay Andrews ihren Lauf.

Ivy kann sich dem Charme des alten Hauses und seiner in Kartons aufbewahrten Schätze nicht entziehen, und die Leserinnen dem Charme dieser bezaubernden Geschichte auch nicht. Ich jedenfalls hätte nicht nur am liebsten schon die ganze Weihnachtsdekoration rauf geholt, sondern mich während der Lektüre auf so eine - aber bereits renovierten ;-) - Farm geträumt. Mit Hühnern und Hund Punkin, genau wie Ivy.

Der Kurzroman wartet mit 240 Seiten auf - die hat man viel zu schnell gelesen. Am Ende hofft man auf eine Fortsetzung, denn man hat die Dorfbewohner lieb geworden und möchte gerne wissen, wie es vor Ort mit den Nebenfiguren weiter geht.

Fazit: Romantische und kuschelweiche Landhausstory.
5 Punkte.

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Hochmut kommt vor dem Fall

Der Wintermordclub von Jan Beinßen

Ich hab mich gefreut, wieder mal einen Krimi von Jan Beinssen zu lesen. Doch schon auf den ersten Seiten merkte ich, dass es eine zähe Lektüre wird, denn der Schreibstil konnte mich einfach nicht fesseln.

In "Der Wintermordclub" wird die Geschichte von ehemals hochrangigen Ermittlern, die sich jedes Jahr im Dezember für eine Woche in einem französischen Hotel treffen, erzählt.

Sie reisen dabei von halb Europa an. Alle sind längst pensioniert, leiden teilweise an Alters-Zipperlein, doch an dieser Woche halten sie fest. Am meisten freuen sie sich auf das alljährliche Krimidinner, das dieses Jahr anders wird als je zuvor: im Keller wird eine echte Leiche gefunden.

Während sie in den kommenden Tagen einzeln oder gemeinsam heraus finden wollen, wer die Tat begangen hat, kommt einiges aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit, bei einem ganz speziellen Fall, der in Rückblenden eingeführt wird, heraus.

Der Autor legt den Anwesenden genügend Gründe in die Figur, es selbst gewesen zu sein. Fast alle haben eine Leiche im Keller. Geheimnisse, die sie bisher gut bewahrt haben, doch nun wird alles offenbart. Charaktere mit Ecken und Kanten sind oft ganz nett oder stechen gerade deshalb positiv heraus, hier ist aber bis auf den Polen Kasimir niemand sympathisch. Wobei Kasimir eher ein netter, leicht dementer komischer Kauz ist und auch nicht so richtig sympathisch. Dass die Weggefährten ihren Kollegen zudem voll ihre Herkunftsklischees anhängen, dies aus purer Eitelkeit und Hochnäsigkeit, macht es nicht besser.

Dieser Weihnachtskrimi ist leider eine Mischung aus vielen Dialogen und nicht wirklich sympathischen Figuren. Dazu kommt letztlich auch ein Schreibstil, der mich nicht packen konnte. Da bleib ich lieber anderen Krimis des Autos (die er unter Pseudonym schreibt) treu.

Fazit: Eigentlich wäre alles vorhanden gewesen für einen unterhaltenden Kriminalfall. Mich konnte er leider aber nicht überzeugen.
3 Punkte.

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