Kunden em pfehlungen
Rezensionen von lectrice:
Stein im Zug
Serpentis 1. Das Rätsel der Schlangen von Silja Sillanpää
Ein Junge namens Stein, den seine Mutter so genannt hat, weil sie Steine so liebte, vor allem, Runen auf Steinen zu entziffern. Stein lebt mit seiner Schlange Niji bei seinen Großeltern, zusammen mit ganz vielen Reptilien, Amphibien, Pflanzen und dem Futter für die Tiere. Sogar auf der Geburtstagstorte gab es Mehlwürmer.
Aber dann können seine Großeltern nicht mehr für ihn sorgen, aber sein Opa hinterlässt ihm eine rätselhafte Beschreibung und so landet Stein unter der Erde in einem rätselhaften Zug, der wie eine Schlange aussieht. Dort lernt er Dia kennen, aber auch die etwas unheimliche Boa. Hier ist es normal, dass man eine Schlange hat.
Stein macht sich im Zug auf die Suche nach seiner Mutter, was gar nicht so einfach ist....
Eine wunderbare, herrlich schräge Geschichte und vor allem so passende geniale Illustrationen. Hier haben Autorin und Illustrator ganz toll zusammen gearbeitet.
Und dann hört es auch noch so spannend auf. Tolle Unterhaltung für junge Leser und Leserinnen ab 10 Jahren, auch gut zum Vorlesen geeignet. Und auch mir als erwachsene Leserin hat es sehr gefallen.
Nimues Geschichte
Die Herrin vom See - Schatten über Avalon von Sabrina Qunaj
Passend zum Wochenende hat mich dieser historische Roman erreicht und schon vom Äußeren war ich angetan, sowohl Cover als auch Buchschnitt sind farblich und gestalterisch wunderschön. Aber eine schöne "Verpackung" macht ja noch lange keinen guten Roman aus. Aber den bekommt man hier auch.
Einmal kurz reingelesen, fiel es mir schwer, die Lektüre zu unterbrechen, denn Sabrina Qunaj bietet einen neuen, frischen Blick auf die wohl bekannte Artussage, indem sie Nimue als Protagonistin in den Fokus setzt und somit sowohl eine weibliche Perspektive als auch eine neuen Hauptcharakter bietet und eben nicht Morgana.
Nimue ist eine starke Persönlichkeit und sowohl Nimue als auch Arthur und Merlin und bis hin in die Nebencharaktere werden alle multidimensional dargestellt. Außerdem wird man hier keine romantisierende Umsetzung der Sage finden, sondern eine Geschichte, die gut in das frühe Mittelalter passt.
Eine gute Recherche, ein überzeugender Schreibstil und eine Geschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln vermag.
Für Liebhaber anspruchsvoller historischer Roman ist das Buch ohne Einschränkungen zu empfehlen. Und für mich ist es bestimmt nicht das letzte Buch der Autorin. Vor allem freue ich mich jedoch auf "Jenseits von Avalon", dem zweiten Teil von Nimues Geschichte, wozu es am Ende des Buches eine Leseprobe gibt.
Außergewöhnlich
Chimaira: Malin & Maira von Sabine Giebken
Ich glaube, als Kind habe ich mal ein Wendebuch gelesen, das war aber viel kürzer und längst nicht so komplex und umfassend wie dieses Buch. Hier ist allein die Aufmachung schon wunderschön. Es gibt gleich zwei Cover, je nachdem, mit welcher Perspektive man beginnen möchten. Und hey, das ist gar nicht so einfach, hier eine Entscheidung zu treffen.
Auch im Inneren wird die Trennung in den Illustrationen konsequent weiter geführt. Es ist vom Design her absolut wunderbar.
Aber nicht nur das, denn es geht hier ja um den Roman und der ist auch toll. Die Geschichten der beiden Mädchen Malin und Maira könnten unterschiedlicher nicht sein. Das liegt nun aber auch daran, dass Malin ein typisches Mädchen ist mit all den Komplexen, die allzu bekannt sind. Aber Maira ist eben magisch und mystisch und anders. Der Pakt, den die beiden schließen, wird hier spannend umgesetzt.
Nach einer kurzen Einführung geht die jeweilige Geschichte los und es gibt jede Menge Themen, die für die Zielgruppe ansprechend und wichtig sind. Sich verlieben, Unsicherheiten, sich hinterfragen, Freundschaft und vieles mehr.
Der Roman hat viel Tiefgang und der Schreibstil hat mir auch sehr gefallen.
Vergnügliche Lektüre
Wir jagen Schatten von Richard Osman
Nach dem ersten Fall der "Wir-finden-Mörder-Agentur" habe ich schon sehnsüchtig auf einen weiteren Krimi mit den Dreien gewartet. Und auch dieser Fall hat mich wieder herzlich zum Lachen gebracht und war so wunderbar schwarzhumorig-britisch, wie ich es erhofft hatte. Richard Osman hat auch mit dieser Reihe tolle neue Charaktere "erschaffen" und die Grenzen bis zum Absurden hin ausgedehnt, so dass ein Buch entstanden ist, dass man nur schlecht aus der Hand legen kann.
Und dieses Mal geht es auf eine weite Reise, nachdem er Flaute bei den Aufträgen angesagt war.
Einer der drei Bodyguards von Vern Blackwood wurde ermordet und nun fürchtet dieser um sein Leben. Das ungewöhnliche Trio macht sich daran, den Fall zu lösen und darf nicht nur die Kassen der Detektei wieder füllen, sondern auch noch reisen. Und es ist wirklich eine ungewöhnliche Verbrecherjagd, die uns hier geboten wird.
Diese Reihe kann wirklich mit dem Donnerstags-Mordclub mithalten, auch wenn ich das nicht gedacht hätte.
Düstere Fantasy
Upon a Broken Throne 1. King of Ravens von Clare Sager
Was für ein wunderbarer, düsterer Schmöker, mit viel Fantasy und Romantasy. Die düstere Seite zeigt sich auch schon im Cover und im dunklen Buchschnitt, den ich auch sehr schön finde.
Aber hier geht es ja um den Inhalt, auch wenn die äußeren Merkmale gerne dazu kommen können.
Die Protagonistin Annon ist schwer krank und dann soll sie auch noch in die Unterwelt, weil ihr Vater vor Jahren einen unheilvollen Pakt eingegangen ist und seine Tochter als Braut Drystan, dem König der Unterwelt, versprochen hat.
Aber so einfach möchte Annon es diesem nicht machen, sondern plant, die Unterwelt ruckzuck wieder zu verlassen. Nun ja, es ist ja wohl klar, dass es hier nicht so laufen wird, wie Annon es sich wünscht...
Dennoch ist auch Annon nicht zu unterschätzen in dieser Welt, in der wohl nichts so ist, wie es zu sein scheint.
Ein sehr gelungener Auftaktband mit einer interessanten, intriganten und düsteren Unterwelt - und mit einem Cliffhanger, der es echt in sich hat.
Mit dem Vater durch die Highlands
Alte Pfade von Alexa Hennig von Lange
Eine ganz besondere letzte Reise wird hier im neuen Roman von Alexa von Lange beschrieben.
Die Highlands in ihrer rauen und wilden Schönheit bieten eine gute Kulisse für die Wanderung von Liliane und ihrem Vater.
Liliane muss hier nicht nur den Weg mit ihrem Vater gehen, sondern es ist auch eine innere Reise, es werden hier viele unverarbeitete Ereignisse aufgearbeitet, unter Anderem den frühen Selbstmord der Mutter, aber auch weitere Verluste.
Aber nicht nur Verluste, denn es ist auch eine Chance für eine neue Vater-Tochter-Beziehung, denn auf dem Weg gibt es viele Gelegenheiten für Gespräche und um Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.
Die Autorin führt uns immer wieder zurück in die Vergangenheit und so kommt immer wieder ein neues Mosaiksteinchen dazu.
Und so sind die "Alten Pfade" nicht nur wörtlich, sondern auch im übertragenen Sinne gemeint.
Eine emotionale Geschichte, ein wunderbarer Schreibstil und ein Lesegenuss vom Feinsten.
Poetisch
Das Jahr der Wale von Kelly Anderson
Der Roman hat mich schon beim ersten Blick auf das Cover angesprochen. Der Wal, das Meer und sonst nicht viel. Und dieses eher reduzierte Cover passte für mich nach der Lektüre des Romans noch besser.
Der Schreibstil und die Geschichte sind poetisch, oftmals ein wenig wie aus einer anderen Welt, besonders zu Beginn taucht man gewissermaßen ein in die Geschichte und das wichtigste Element - denn von Person kann man ja hier nicht sprechen - ist das Meer in seinen so unterschiedlichen Facetten.
Es kann freundlich sein, aber auch bedrohlich, ist dann aber selbst bedroht. Am Ufer des Meeres sieht es sehr unterschiedlich aus, die großen Abschnitte des Buches erinnern in ihren Überschriften auch an das Meer mit Titeln wie beispielsweise Stauwasser oder Höchststand, Flut oder Ebbe. Ein Roman im Einklang mit den Gezeiten. Ganz anders als ich gedacht habe, auch wenn es um Annie McLeod und ihre Geschichte geht, eine Liebesgeschichte gibt es auch - die mir etwas zu präsent war, ich hatte mich so auf die Natur eingestellt.
Für mich ein wunderbarer Roman.
Körper als Handelsware
Queen of Faces – Die Königin der tausend Gesichter von Petra Lord
Als ich das Cover dieses Buches das erste Mal gesehen habe, war ich begeistert von der künstlerischen Aufmachung und es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Hingucker.
Die Protagonistin Anabelle Gage ist seit einer Erkrankung auf einen Ersatzkörper angewiesen. In dieser Welt leisten sich die Reichen neue, ideale Körper, doch Ana ist nicht reich und ihr Körper ist der eines Jungen, der jedoch nicht vor Stärke trotzt.
Die Welt ist sehr gut durchdacht und es steckt so viel dahinter, was hinterfragt werden will. Sei es nun das Thema Körpertausch oder moralische Entscheidungen, politische und wirtschaftliche Verflechtungen und so viel mehr. Die Welt öffnet sich uns Lesenden erst so nach und nach und somit lernen auch wir immer mehr dazu und ein ums andere Mal habe ich das System hinterfragt und trotz Fantasy Parallelen gesehen zur Realität. Denn das beschriebene Klassensystem und die Mechanismen sind nicht vollends unbekannt.
Für ein Debut eine herausragende Leistung. Ein Young Adult Fantasybuch mit Anspruch. Ich habe es sehr gerne gelesen.
Landgasthof
Querfeldein von Alex Capus
Ich liebe die Romane von Alex Capus und er hat es auch dieses Mal wieder geschafft, eine ganz besondere Geschichte zu schreiben.
Arnold geht auf die Walz, arbeitet mal hier, mal dort. Doch dann wird er sesshaft, baut einen Gasthof direkt an der Grenze der Schweiz und Deutschland. Der Landgasthof steht auf der schweizer Seite.
Eines Tages trifft er auf Betty, die beiden heiraten und bekommen viele Kinder. Die Zeit vergeht. Dann kommt das Jahr 1933, eine Jahreszahl, die wohl jeden und jede Deutsche an den Beginn der Herrschaft der Nationalsozialisten denken lässt.
Clara, die älteste Tochter von Arnold und Betty, verliebt sich in den Grenzschmuggler Herrmann.
Die Erzählung wird immer wieder unterbrochen durch den Abdruck von offiziellen Schriftstücken.
Alex Capus ist ein großer Beobachter seiner Personen und vor allem ein genialer Erzähler.
Das Buch lebt nicht nur von der Geschichte, sondern auch und vor allem von seinem wunderbaren Schreibstil.
Aufregung im Gemeindezentrum
Mord ohne Vorwort von Freya Sampson
Ein wunderschönes Cover und der Klappentext, der einen Buchklub als Ermittler ankündigt: da war meine Vorfreude ganz besonders groß. Und ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil, ich habe tolle Lesestunden mit dieser Geschichte verbringen dürfen.
Die Mitglieder des Buchclubs waren alle so typisch britisch im positiven Sinne.
Alle ein wenig sonderbar, jede und jeder mit besonderen Kenntnissen, die alle zur Hilfe des Falles benötigt wurden. Ja, es wird hier arg mit Vorurteilen gespielt, aber auf ganz charmante Art und Weise und es passte einfach so gut. Vor allem Phyllis und ihr asthmatischer Hund haben mir so manch ein Grinsen entlocken können, aber man darf sie auf keinen Fall unterschätzen.
Man lernt die einzelnen Mitglieder des Buchclubs nach und nach besser kennen, vor allem, da die Perspektive immer wechselt und man so die Hintergründe erfährt. Und natürlich Nova, die Leiterin des Buchclubs, die um ihren Job bangen muss, weil 10.000 Pfund aus der Gemeindekasse gestohlen wurden. Allerdings wird der Mord an der Mutter des neuesten Mitglieds nicht vergessen, auch wenn er nicht immer so präsent im Zentrum steht, aber Michael ist ja vermutlich auch mit dem Geld abgehauen und damit steht die Zukunft des Buchclubs und des gesamten Gemeindezentrums auf der Kippe.
Ein Krimi zum Miträtseln, ein Krimi mit Verweisen auf viele Bücher, mit Charakteren, die im Verlauf der Handlung immer mehr an Tiefe gewinnen und eine gut gelungene Auflösung am Schluss. Ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.











