Kunden em pfehlungen
Rezensionen von lectrice:
Wenig Krimi
Gefährliche Betrachtungen von Tilo Eckardt
"Der Fall Thomas Mann" und das in Verbindung mit dem Stempel "Kriminalroman" hat mich sofort neugierig gemacht und auch der Titel hat so einen leichten literarischen Hauch.
Wenn das Buch als Roman veröffentlicht worden wäre, ohne den Zusatz "Kriminal", dann hätte ich es passender gefunden, denn dem versierten Krimileser oder der Leserin fehlt es hier zwischendurch doch immer wieder an ein wenig Spannung, denn es geht doch recht gemächlich bei der Aufklärung zu.
Und auch Thomas Mann steht nicht so präsent im Mittelpunkt wie es anmutet.
Aber das Buch hat mir insgesamt doch gut gefallen, denn es verbreitet eine für mein Empfinden recht authentische Atmosphäre der Zeit und auch die Sprache wurde gut dem Zeitgeist angepasst. Solche sprachlichen Experimente gefallen mir gut und der Schreibstil ist wirklich gelungen.
Nur halt zu wenig Krimi und zu wenig Mann - aber das ist insgesamt gesehen dann doch wiederum ein Klagen auf hohem Niveau.
Großer Lesespaß
Kingdom of Lies von Stacia Stark
Als Leser*in wird man in diesem Buch direkt in die Handlung "hineingeworfen" und muss sich erst einmal zurechtfinden, aber ich mag solch einen Einstieg in eine neue Reihe gerne, bei dem sich erst so nach und nach alles klärt. Ich kann verstehen, dass man eine/r deswegen ungeduldig wird, aber bei so einem dicken Buch bleiben genug Seiten um vieles zu klären - und es bleibt aber noch jede Menge für die weiteren Bände, denen ich bereits entgegen fieber.
Prisca ist eine interessante und starke Protagonistin und das Buch ist vorrangig aus ihrer Sicht geschrieben, mit einigen "Abstechern" zur Sicht von Lorian.
Ich mochte den Schlagabtausch zwischen den beiden sehr und auch, dass Lorian eben nicht das ist, was er anfangs zu sein scheint.
Eine erfrischende Fantasy mit Göttern und Fae und nicht zu vergessen die Rolle des Königs.
Ich möchte auch gar nicht mehr auf die Handlung eingehen, weil ich befürchte, sonst den Lesespaß zu bremsen und zu viel zu verraten.
Einfach in die Geschichte abtauchen und ihr die Zeit geben, die sie braucht, um sich zu erklären - dann wartet ein großer Lesespaß.
Auf der Suche nach dem magischen Pendel
Birds of Paris - Das magische Pendel von Kathrin Tordasi
Das Cover mit der angestrahlten Kathedrale von Notre-Dame im Hintergrund und natürlich dem Titel verweist auf Paris und auch die Vögel sind hier schon zu sehen - und natürlich die Protagonistin Léa. So einen Wiedererkennungswert finde ich besonders bei Kinderbüchern wichtig. Im Inneren gibt es über jeder Kapitelüberschrift auch eine ansprechende Schwarz-weiß-Illustration.
Aber nun genug vom Äußeren, denn das Innere, die Geschichte, ist natürlich viel wichtiger.
Ich habe bereits ein Buch von Kathrin Tordasi gelesen und auch hier hat die Autorin wieder eine ganz besondere Geschichte und Atmosphäre erschaffen, die uns mit nimmt auf eine magische Reise, aus der man nur ungerne wieder auftaucht.
Schon wieder eine neue Stadt für Léa, doch als sie Alex trifft, die mit einer Taube spricht, ist sie ganz fasziniert. Aber dann verschwindet das Mädchen und Léa macht sich mit den Freunden von Alex auf die Suche nach einem magischen Pendel und wir uns mit ihr. Wunderbares Buch, das sich sehr gut zum Vorlesen eignet.
Magie und die Artus-Legende
Jewel & Blade, Band 1 - Die Wächter von Knightsbridge von Anne Lück
Harper lebt in Liverpool und hat nicht vor, ihr Studium weiter zu führen, eigentlich möchte sie lieber im Goldschmiedeladen ihrer Mutter arbeiten und sich um ihre jüngere Schwester kümmern, die nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Aber ist sie sich selbst gegenüber da wirklich ehrlich?
Schon der Anfang mit dem Kneipenabend mit ihrer besten Freundin Willow hat mir gut gefallen, aber dieses Leben lässt Harper bald hinter sich und fährt nach London.
Die in ihre erwachte Magie interessiert sie da eher weniger, sie möchte vielmehr alles über ihren Vater erfahren, der sie vor Jahren von heute auf morgen verlassen hat, um zu seiner Familie zurück zu kehren. Und genau zu dieser Familie fährt Harper nun. Und mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht verraten.
Ich mag den Schreibstil und die Geschichten von Anne Lück gerne und auch mit dieser neuen Reihe hat sie mich begeistert.
Ich bin schon ganz gespannt auf den zweiten Band der Dilogie.
Rätselhafte Lebensgeschichte
Das größte Rätsel aller Zeiten von Samuel Burr
Ich bin sofort auf dieses Buch aufmerksam geworden, als ich das Cover mit den "verschlungenen Wegen" gesehen habe und dann die vielen kleinen Details wie die Teetasse mit dem Teebeutel über dem Dumont-Schriftzug oder dass Roman schräg von oben nach unten geschrieben wurde oder auch die Sanduhr.
Clayton Stumper wurde als Säugling ausgesetzt, in einer Hutschachtel. Gefunden hat ihn Pippa, die Gründerin der "Gemeinschaft der Rätselmacher" und somit wächst Clayton auf in dem Bewusstsein, dass seine Herkunft und sein Leben ein einziges Rätsel ist.
Nach dem Tod von Pippa hinterlässt diese ihm ein mehrteiliges Rätsel, dass Clayton auf eine Schnitzeljagd quer durch Europa schickt, an dessen Ende die Lösung über seine Herkunft warten soll. Und auf dieser Suche oder Reise lernt Clayton neue Leute kennen und einige davon werden zu Freunden.
Neben der Geschichte von Claytons Reise gibt es immer wieder Rückblenden, in denen Pippa von der Geschichte der "Gemeinschaft der Rätselmacher" erzählt.
Als Leser*in dieses Buches muss man kein Rätselgenie sein, sondern kann sich bequem zurück legen und die Lektüre des Buches ganz in Ruhe genießen.
Mehr als große Rätsel, sondern vielmehr die Lebensgeschichte und Herkunft von Clayton, ein Roman, dessen Lektüre mir gut gefallen hat.
Unterwegs nach Narom Rok
Klippo von Tobias Goldfarb
Das Buch beginnt direkt mit einer dramatischen Flucht. Eigentlich möchte Klippo in Ruhe ausschlafen und dann gemütlich Hefezopf und Birnensaft zum Frühstück genießen. Aber daraus wird nichts, denn seine Eltern machen ihm klar, dass sie sofort und ohne Verzögerung fliehen müssen. Aber warum denn nur? Denn seine Eltern sind doch nur langweilige Konservendosen-Verkäufer.
Oder etwa doch nicht? Jedenfalls wird Klippos Leben ordentlich durcheinander geschüttelt und endlich erlebt er die Abenteuer, über die er sonst nur gelesen hat. Allerdings ist es nicht immer so ein tolles Gefühl, wenn man tatsächlich in Gefahr ist. Und was hat es mit der geheimnisvollen Insel Narom Rok auf sich? Sind sie dort tatsächlich in Sicherheit vor den Salpetern?
Toll sind auch das Cover und das Daumenkino mit Red, dem Hermelin von Klippo.
Ein wahres Feuerwerk an Fantasie, eine wunderbare Abenteuergeschichte, bei der es immer wieder in andere Richtungen geht.
Perlen aus Glas
Das Geheimnis der Glasmacherin von Tracy Chevalier
Murano, Mitte des 15. Jahrhunderts: die achtjährige Orsola wird von ihrem Bruder absichtlich ins Wasser geschubst, damit sie bei der Konkurrenz spioniert, der erfolgreicheren Glasmacherfamilie. Und sofort ist man mitten im Geschehen, auf Murano. Der Name der Insel wird noch heute mit Glasmacherkunst verbunden.
Als Leserin habe ich Orsola auf einer langen Reise durch die Zeit begleitet, denn hier verläuft die Zeit anders; auch wenn außerhalb von Venedig und seiner Nachbarinsel Jahrzehnte vergehen, so vergeht die Zeit hier viel langsamer und so erlebt Orsola viele Veränderungen durch die Jahrhunderte hinweg.
Eine Idee, die mir so oder so ähnlich noch nie untergekommen ist und Tracy Chevalier hat es geschafft, dass die Zeit dennoch in sich stimmig verläuft. Zu Beginn eines neuen Kapitels werden immer prägnante Ereignisse und Personen, aber auch Kunst- und Literaturströmungen oder bedeutende Persönlichkeiten vorgestellt und dann sind wir wieder auf Murano.
Mit Orsola ist der Autorin eine sehr facettenreiche Protagonistin gelungen und besonders gut hat mir der Gondelfahrer Domenego gefallen, der als Sklave nach Venedig verkauft wurde. Aber auch der deutsche Kaufmann in seinem Kontor wird gut dargestellt.
Der Schreibstil und Ideenreichtum von Tracy Chevalier haben mir ein wunderbares Lesevergnügen verschafft und mir schöne Lesestunden geboten.
Fantasy mit Gruselfaktor
Starling House von Alix E. Harrow
Ein geheimnisvolles Cover, das schon zu so einigen Vermutungen anregt und mit seinem glänzenden und leuchtenden Farbschnitt schon an Opale denken lässt.
Die Autorin Alix Harrow nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise und ihre Geschichte hat mir sehr gefallen, was auch unter Anderem an dem guten Schreibstil und natürlich dem Handlungsaufbau und dem Ideenreichtum lag.
Eine Genre-Kombination aus Fantasy mit Gruselfaktor, aber auch einem Schuss Romantik.
Das Starling-House, das am Rande der amerikanischen Kleinstadt Eden liegt, bietet so manch einen Stoff für eine Gruselgeschichte und es ist umgeben von Geheimnissen.
Die Protagonistin Opal ist keine, die man unbedingt sofort ins Herz schließt und auch der zweite Hauptcharakter, Arthur, ist interessant. So nach und nach erfährt man mehr über Opal und ihre Geschichte, aber auch über so manch einen Einwohner.
Viel Spannung, Grusel, Fantasy und so manch eine Eigenartigkeit.
Werwolfjagd
Die Oaknight-Chroniken (Bd. 1) von A. E. Leinkenjost
Scarlett und Scott sind Zwillinge und 14 Jahre alt. Sie leben auf Oaknight Manor und ihre Eltern sind Handelsreisende und ständig unterwegs, so dass die Kinder in der Obhut der Dienerschaft bleiben.
Scott ist eher für die Theorie zuständig und liebt Bücher und das Ansammeln von Wissen. Scarlett hingegen liebt das Fechten und überhaupt jede Art von Kampfkunst.
Doch dann ändert sich ihr Leben urplötzlich und sie entdecken, dass die Burg viel größer ist als gedacht und vor allem viele Geheimnisse birgt. Gemeinsam mit dem Butler Hamish machen sie sich auf die Suche nach ihren Eltern und folgen dem letzten Hinweis. Und bevor es losgeht, müssen sie noch ausgebildet werden im Kampf gegen Werwölfe. Die unterschiedlichen Klassen von Werwölfen können wir im Buch auf ganzseitigen Illustrationen entdecken, die wirklich super sind und so detailgetreu.
Eine rasante Reise mit immer wieder neuen Entdeckungen und unvorhersehbaren Wendungen. Sehr viele Geheimnisse, von denen noch nicht alle gelüftet werden.
Toll geschrieben und nur schlecht aus der Hand zu legen. Und mehr werde ich hier zum Inhalt nicht verraten: lies das Buch, du wirst nicht enttäuscht sein.
Hoffentlich dauert es nun nicht mehr so lange, bis der zweite Band erscheinen wird.
Märchenhaft
Der Salon der kühnen Frauen von Clare Pollard
Auf geht es in die Vergangenheit, an den Hof des Sonnenkönigs nach Versailles, aber nicht der König oder seine domestizierten Adligen stehen hier im Mittelpunkt der Geschichte, sondern eine Reihe faszinierender Frauen und auch einige Männer. Diese treffen sich im Salon der Madame D'Aulnoy und erzählen sich Märchen, die sich damals großer Beliebtheit erfreut haben.
Und neben diesen Märchen führt uns die Autorin in die Geschichte der damaligen Zeit ein und verbindet alles sehr geschickt.
Ich möchte hier auch gar nicht mehr über den Inhalt verraten, nur, dass mich dieses Buch wirklich überrascht hat, im positiven Sinne, denn ich habe einen "normalen" historischen Roman erwartet, mit einem Touch Dekadenz, manchmal gar ordinär und immer abwechslungsreich; es wirkt eher wie eine Sammlung, vor allem, da der Leser so manches Mal direkt involviert wird.
Der Schreibstil von Claire Pollard ist wirklich klasse, das Buch liest sich sehr gut und der Unterhaltungsfaktor ist hoch.











